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  • #1

Keine Zeit für eine Beziehung wegen Medizinstudium?

Studenten haben in der Regel ein straffes Tagesprogramm: Sie müssen Vorlesungen besuchen, im Labor stehen, Hausarbeiten vorbereiten und auf Klausuren lernen. Manche Studienfächer wie das der Humanmedizin lassen hier wenig Freiraum für außeruniversitäre Aktivitäten. Die strengen Zulassungsbestimmungen lassen es die Studenten zweimal überlegen, ob sie bei Lernstress lieber den Partybesuch, das Lauftraining oder die Verabredung canceln als das Studium. So geht ein wichtiger Teil an Lebenserfahrung vorüber. Müsste es hier Aufgabe der Politik sein mehr Freiraum für die Persönlichkeitsentwicklung durch das Fördern von Freizeitaktivitäten oder Partnerschaften zu schaffen?
 
M

Mooseba

  • #2
Früher hat das doch auch geklappt, sich im Studium kennenzulernen. Warum muss das heute alles schwieriger sein?

"Müsste es hier Aufgabe der Politik sein mehr Freiraum für die Persönlichkeitsentwicklung durch das Fördern von Freizeitaktivitäten oder Partnerschaften zu schaffen? "
Also bitte. So eine Forderung halte ich für respektlos. Sie negiert die Freiheit des Einzelnen, selbst zu entscheiden. Die Politik schafft genug Chancen und gängelt schon genug durch ihren Gleichheitsdrang.
 
G

Gast

  • #3
Die Politik hat bereits dafür gesorgt, nämlich durch die Rahmen-Studienordnung der KMK. Jedes Studium in Deutschland und auch die Vergabe der ECTS ist so angelegt, daß es einer Arbeitsbelastung eines durchschnittlichen! Studenten von 40 h pro Woche entspricht. Diese Arbeitsbelastung hat auch jeder Azubi und Arbeitnehmer. Wer damit nicht klar kommt, hat entweder ein Leistungsdefizit, mit anderen Worten ist eigentlich für ein Studium zu schwach oder macht in der Organisation etwas falsch. Studenten sind zeitlich weder mehr noch weniger (von wegen Gammelstudent) gefordert, als jeder Azubi oder Arbeitnehmer. Der Unterschied zum Azubi ist der Anspruch und das Niveau der Wissensvermittlung.
 
G

Gast

  • #4
Manche Studienfächer wie das der Humanmedizin lassen hier wenig Freiraum für außeruniversitäre Aktivitäten. Die strengen Zulassungsbestimmungen lassen es die Studenten zweimal überlegen, ob sie bei Lernstress lieber den Partybesuch, das Lauftraining oder die Verabredung canceln als das Studium.
Meine beste Freundin hat Humanmedizin studiert; wechselte zwar nach 3 Jahren dann auf Zahnarzt, dieses Studium war aber auch zeitintensiv. Sie war in der Lage in der Zeit weiterhin in einer Band zu singen, ein mal in der Woche Volleyball zu spielen und hatte bzw. hat immer noch auch eine Beziehung. Sie war zwar nicht diejenige, die jede Woche bis in die Puppen tanzte und Alkohol in sich schüttete, aber sie hat sich sicherlich nicht, jeden Abend in ihr Kämmerlein gesperrt und gelernt.

So geht ein wichtiger Teil an Lebenserfahrung vorüber. Müsste es hier Aufgabe der Politik sein mehr Freiraum für die Persönlichkeitsentwicklung durch das Fördern von Freizeitaktivitäten oder Partnerschaften zu schaffen?
Die Politik hat zur Zeit etwas andere Sorgen, würde ich sagen. Außerdem ändert sich das "Zeit haben" nicht sonderlich, wenn man im Beruf ist (Krankenhaus Arzt). Deshalb, wenn einer darunter leidet, dass man zu wenig Zeit für Partys usw hat, dann könnte es auch sein, dass man das falsche studiert?

Wenn die Politik was ändern muss, dann ist es generell, dass Menschen von den Arbeitgebern nicht mehr als Maschinen angesehen werden können und, dass man nicht jederzeit erreichbar sein muss. Das muss aber auch in den Köpfen der Wirtschaft rein, dass man nicht unbedingt immer "funktionieren" muss... das hängt nicht nur von der Politik ab.
 
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Gast

  • #5
Wenn von einem Studiengang wie Elektotechnik oder Informatik die Rede gewesen wäre, würde ich dem oberen ja zustimmen, aber Medizin???
Gerade Medizin-Singles sind doch sehr begehrt und sollten selbst mit wenig Freizeit wesentlich schneller einen Partner finden als Studenten, die den beiden oben genannten Fachrichtungen angehören.
...und das Mediziner weniger Freizeit haben glaube ich nicht.
 
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  • #6
Warum unterschiede zwischen Studenten und Arbeitnehmern machen?

Und die Mehrheit der Studenten hat noch genügend Zeit für Partys. Ich kenne niemanden der studiert hat und nie Zeit hatte. Im Gegenteil. Schön am Wochenende mit den "Kollegen" einen saufen gehen. unter der Woche bis in die Puppen feiern gehen.
 
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  • #7
Die Politik hat bereits dafür gesorgt, nämlich durch die Rahmen-Studienordnung der KMK. Jedes Studium in Deutschland und auch die Vergabe der ECTS ist so angelegt, daß es einer Arbeitsbelastung eines durchschnittlichen! Studenten von 40 h pro Woche entspricht.
Ich lach' mich schlippedi-schlapp. Allein die zu belegenden Kurse entsprechen mittlerweile 20 bis 24 Semesterwochenstunden - natürlich unter Anwesenheitspflicht, garantiert durch Listen. Hinzu kommt die Vor- und Nachbereitung der Texte sowie neben (!) den zu erwerbenden Leistungsscheinen (Hausarbeiten, Projektarbeit, etc.) zusätzliche Teilnahmenachweise in Form von Essays, Präsentationen, Protokollen und dergleichen. Das sprengt die 40-Stunden-Woche bei Weitem. Und über Nebenjobs haben wir da noch gar nicht gesprochen.

Das Problem liegt darin, dass die jeweiligen Dozenten alleine ihren Kurs im Blick haben. Die zu erledigenen Arbeiten für andere Seminare interessiert sie schlichtweg nicht. Gestaltet man den Semesterstundenplan etwas freundlicher, so kann man nicht die erforderlichen Credit-Points erbringen und muss mit der Streichung des BAföG's rechnen.

Ernsthaft, ich kenne keinen einzigen Studenten, der nur 40 Stunden die Woche arbeitet.
 
  • #8
Es kommt auch sehr darauf an, wie man lernt. Ich musste wegen meines Studiums noch nie 40 Stunden pro Woche arbeiten und habe genauso gute Noten, wie jemand, der fast den ganzen Tag lernt.

Es ist eine Frage der Organisation. Ich habe Zeit für dreimal Sport pro Woche, ab und zu hier zu schreiben und habe noch Freizeit. Ich lerne an der Bushaltestelle, in der Ubahn oder denke beim Einkaufen nach. Ich kenne Pärchen, die Medizin studieren und sich über dem Leichentisch kennengelernt haben.

Natürlich hat man nicht so viel Zeit für die Beziehung, wie jemand, der nichts anderes zu tun hat und 24 Stunden am Tag dafür hat. Aber ob das die richtige Mischung für eine gesunde Beziehung ist, mag ich zu bezweifeln.

Für mich bedeutet Beziehung, dass man Hand in Hand, jeder für sich, den eigenen Lebensweg geht. Und das heißt nun mal, dass das Leben sich meistens um andere Dinge dreht und es ist nun wirklich nicht so, dass das Studentenleben nicht lebenswert wäre.
 
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Gast

  • #9
ich studiere und mach pro Semester ca 20 Leistungspunkte, mal mehr mal weniger. Hinzu kommt ein Nebenjob mit 20 bis 25 Std/Woche.

mir ist es weder auf Arbeit noch im Nebenjob gelungen einen Partner zu finden. Von daher muss ich sagen, hab ich keine Zeit für Beziehungen.

Eigentlich wäre die Uni ein guter Kontaktmarkt, einige Kommilitonen haben dort jmd. kennengelernt. Das gilt aber nur, wenn man auch Zeit hat, auf die Parties zu gehen oder zu Veranstaltungen außer den Vorlesungen. Diese Zeit fehlt Studenten mit Nebenjob oftmals, es sei denn es ist ein Hiwi-Job.

Im HIWI Job wiederum finden einige auch einen Partner.

nächsten Sommer bin ich fertig und werde die Uni ohne Partner verlassen. Dann müsst ich noch einen Master machen, ich weiß noch nicht wann und wo. Wäre das so, dann wäre ich noch einige Jahre länger ohne Partnerschaft. Ich finanziere mich immer über Nebenjob.
 
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  • #10
Als betroffener möchte ich mich kurz äußern: In Humanmedizin gibt es noch das Staatsexamen, mit irgendwlechen Credit Points haben wir nichts zutun. Dafür haben wir einen hohen Anteil an Pflichtveranstaltungen wie Seminare, Praktika oder Unterricht am Krankenbett. Da sind die Vorlesungen sowie das Nachbearbeiten und Lernen für Prüfungen nicht mit eingerechnet. Ich kann ehrlich sagen, meine Freunde (Mediziner) und ich haben die letzten 6 Jahre viele Wochenenden auf dem Arsch gesessen und gelernt. Parties gab es zu Semesterbeginn und nach den Klausuren. In den Ferien wird famuliert oder was für die Diss getan.
Bei fast jedem ist dadurch schon eine Beziehung gescheitert. War bei mir auch so.
In Pharmazie ist es ähnlich.
 
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  • #11
Ich lach' mich schlippedi-schlapp.
Ernsthaft, ich kenne keinen einzigen Studenten, der nur 40 Stunden die Woche arbeitet.
Ist zwar schon ne Weile her, aber ich habe in meinem Medizinstudium nie mehr als 40h pro Woche gearbeitet. (Alle Examen auf Anhieb überdurchschnittlich) und ich kenne wenige andere die das zugeben und viele Heuchler , die so tun als ob sie sich einen Fuss rausreissen würden es in Wahrheit aber sehr gemütlich angehen lassen. Das Gejammer gab es zu meiner Zeit auch schon. So wenig Freizeit, sowenig Bafög....... und dann die gleichen Leute - apropos wo gehst du in den Semesterferien hin Thailand oder Nepal ?
Ich finde es befremdlich, wenn eine privilegierte Schicht über den Stress und das kärgliche Dasein jammert , während die Frisöse das Ganze mit ihren Steuern finanziert und keine Aussicht auf fette Zeiten hat.
 
  • #12
Wenn man wirklich ein ganzes Wochenende ein wöchentliches Praktikumsbericht schreibt, dann ist es kein Wunder, dass es mit der Zeit nicht ausreicht. Das gehört eben auch zu den Sachen, die man im Studium lernen muss. Organisation, Effektivität und Mut zur Lücke.

Und ob wirklich weniger Studenten eine glückliche Beziehung führen als Nichtstudenten? Das ist mir auf dem ersten Blick nicht ersichtlich.
 
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  • #13
. In den Ferien wird famuliert oder was für die Diss getan.
Wenn ich mich richtig erinnere, sind insgesamt 4Monate Famulatur vorgeschrieben und dafür stehen max 6 Semesterferien zur Verfügung, wenn man es in Minimalzeit machen möchte. Da bleibt einiges an Zeit übrig.
Es ist auch kein Naturrecht, dass die Dissertation automatisch mit dem Staatsexamen fertig ist. In vielen Fächern, beginnt man mit der Doktorarbeit nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium. Wem es zu stressig ist gleichzeitig zu studieren und zu promovieren , soll es halt sequentiell machen.
 
  • #14
Ich lach' mich schlippedi-schlapp. [...]
Ernsthaft, ich kenne keinen einzigen Studenten, der nur 40 Stunden die Woche arbeitet.
Als ehemaliger Chef des StudentendenClubs an der Uni und Barscheffe kann ich dir sagen : ich schon.. Und zwar ne riesige MENGE... aus so ziemlich jedem Fach..
Exfreundin wra Humanmedizinerin, aussergewöhnlich gute Noten und hat trotzdem Zeit für Veranstaltungen und Cello erlernen gehabt.. und Mich =)..

Und ich habe Feinwerktechnik studiert und kann dir versichern an "Freizeit" hats nicht gemangelt. ich hab sogar eine kleine Firma aufgemacht um mein Studium zu finanzieren.. Aber es gab ja schon immer Nörgelstudenten .. wie der BWL Studiosi der maulte das er ganze VIER Prüfungen hat dieses Semester .. ich hatte 8 und dachte mir nur "Niedlich"..
 
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  • #15
Daran mag es liegen, dank Bologna hat sich einiges geändert. Sicher gibt es hier und dort einige Jammerlappen, die sich ständig über zu viel Arbeit und zu wenig Freizeit beschweren. Ich möchte aber zur Verdeutlichung gerne mal die bei mir anfallende Arbeit für ein (!) Seminar aufdröseln:

Vorlesung / Seminar: 90 min pro Woche
Vor- und Nachbereitung der im Kurs behandelten Texte: ca. 60 min pro Woche
Teilnahmenachweis: ca. 30 min pro Woche (bspw. regelmäßige Protokolle)
Leistungsnachweis: mind. 180 min pro Woche (Hausarbeit)

Daraus ergeben sich für einen Kurs mit Leistungsnachweis 360 min = 6 h pro Woche. Gehen wir mal davon aus, dass insgesamt 12 Kurse besucht werden müssen. Davon müssen in 4 Seminaren Leistungsnachweise erbracht werden und die restlichen Kurse erfordern nur die Teilnahme:

4 x 6 h pro Woche = 24 h
8 x 3 h pro Woche = 24 h

Voilá, da haben wir die 48-Stunden-Woche. Und dabei sind die 180 min pro Woche für eine Hausarbeit noch sehr großzügig angesetzt. Der Nebenjob ist auch noch nicht drin.

apropos wo gehst du in den Semesterferien hin Thailand oder Nepal ?
Ich finde es befremdlich, wenn eine privilegierte Schicht über den Stress und das kärgliche Dasein jammert , während die Frisöse das Ganze mit ihren Steuern finanziert und keine Aussicht auf fette Zeiten hat.
Ich hatte seit Jahren keinen Urlaub mehr, war niemals in Thailand oder Nepal, gehöre sicherlich nicht zur "priviligierten Schicht" (Abi auf dem 2. Bildungsweg nebenberuflich nachgeholt) und finanziere mein Studium (nicht Medizin) aus eigener Tasche.
 
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Gast

  • #16
Aber es gab ja schon immer Nörgelstudenten .. wie der BWL Studiosi der maulte das er ganze VIER Prüfungen hat dieses Semester .. ich hatte 8 und dachte mir nur "Niedlich"..
Das hat weniger mit Nörgelstudent zu tun. Wie gesagt, die Leistungspunkte (30 ECTS sind normal für ein Semester, 1 ECTS entspricht dem Gesamtaufwand von ca. 25-30 h) und früher auch die SWS (nur Lehrdeputat) wurden so angelegt, daß ein durchschnittlicher Student eine 40-h-Woche hatte. Die leistungsfähigen Studenten hatten massig Freizeit, die leistungsschwachen, die viel über's Pauken machen mußten, um nicht exmatrikuliert zu werden, wußten weder ein noch aus und jammerten. Der Durchschnitt arbeitet soviel wie ein Arbeitnehmer oder Azubi, natürlich in höhrerem intellektuellen Niveau. EIn Gammelstudent, der das Studium auch noch schaffte, war sicherlich überdurchschnittlich begabt.
 
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  • #17
Ich hatte seit Jahren keinen Urlaub mehr, war niemals in Thailand oder Nepal, gehöre sicherlich nicht zur "priviligierten Schicht" (Abi auf dem 2. Bildungsweg nebenberuflich nachgeholt) und finanziere mein Studium (nicht Medizin) aus eigener Tasche.
Hut ab ,wg 2. Bildungsweg, eigenfinanziertes Studium !!

Ich meinte mit privilegierter Schicht nicht die Herkunft, sondern die Gegenwart und Zukunft. Universitäten werden überwiegend vom Steuerzahler finanziert, und die Lohnsteuerpflicht beginnt ziemlich weit unten, ausserdem haben Studenten Privilegien, Mensa, Kinderbetreunung .......Geh in einer Unistadt abends in die Kneipe , da sitzen keine Malocher , da sitzen Studenten und zusätzlich die Aussicht auf ein Leben nach dem Studium als "Elite" mit auskömmlichem Einkommen, kein schlechter deal.
Klar kenne ich die Stundenrechnungen, gabs bei mir vor 20 Jahren auch , aber es gibt Mittel und Wege die Dinge etwas zu straffen.
 
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Gast

  • #18
Eine Woche hat 168 Stunden, davon braucht man für Schlaf, Körperpflege, Essen und An-Abreise 66 Stunden. Für Job und Studium habe ich wöchentlich gut 60 Stunden gebraucht. Trotzdem hatte ich dann noch 42 Stunden für Freizeit und Freundin.

Also bitte, nicht so rummähren!

m52
 
  • #19
Müsste es hier Aufgabe der Politik sein mehr Freiraum für die Persönlichkeitsentwicklung durch das Fördern von Freizeitaktivitäten oder Partnerschaften zu schaffen?
Hä? Der Steuerzahler finanziert die Hochschulen. Der Staat sollte dafür sorgen, dass diese Mittel effizient eingesetzt werden und die Studenten in überschaubarer Zeit alle Scheine absolvieren und ihren Abschluss machen können. An meiner Uni war das möglich, gleichzeitig konnte jeder sein Privatleben mit Nebenjob, Hobby, Party, Freund/Freundin etc. führen. Auch mit einem größeren Uni-Pensum wäre ein Privatleben möglich gewesen - so viel Freizeit wie im Studium hatte ich nie wieder und trotzdem bin ich mit weniger als der Regelstudienzeit hingekommen.
 
G

Gast

  • #20
Vorlesung / Seminar: 90 min pro Woche
Vor- und Nachbereitung der im Kurs behandelten Texte: ca. 60 min pro Woche
Teilnahmenachweis: ca. 30 min pro Woche (bspw. regelmäßige Protokolle)
Leistungsnachweis: mind. 180 min pro Woche (Hausarbeit)
Mal abgesehen von den Vorlesungen/Seminaren (ausgedrückt in den SWS) sind die benötigten Gesamtzeiten doch flexibel je nach Organisationstalent und intellektuellem Niveau des Studenten.

Die ECTS und früher die Rahmenstudienordnungen wurden ja nicht von völlig Ahnungslosen ausedacht, sondern werden von den Professoren eingereicht und vom Akkreditierungsrat (früher KMK) abesegnet. Der Professor kann schon ganz gut einschätzen, wie lange der Durchschnitt der Studenten zur Bewältigung der Stoffmenge braucht. Der Akkreditierungsrat hat auch seine Anhaltspunkte.

Ich denke die Bolognaraform wird auch sehr mißbraucht von unterdurchschnittlichen Studenten, ihr Unvermögen auf die Reform (Bachelor/Master) zu schieben. Früher ging man mit Schmach nach Hause, heute ist das böse Bolognasystem Schuld.

Komisch ist jedenfalls, daß es früher ca. 20 % Studienberechtigte und ca. 18% Akademiker gab. Heute sind es je nach Bundesland bis 36%Studienberechtigte, die Akademikerrate dümplet jedoch weiter bei ca. 18% rum. Ein sicheres Indiz, daß heute wie früher ähnliche Anforderungen im Studium gestellt wurden, aber auch heute nur die zum Abschluß gelangten, die auch früher bereits dorthin kamen. Der Rest fliegt heute raus, früher bekam der nicht mal Abi. Das führt zum verzerrten Bild, daß es heute schwerer wäre im Studium. Es wird die Meinung über das Studium derer mit aufgenommen, die früher nicht mal ein Abi bekommen hätten.
 
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Gast

  • #21
Keine Zeit = kein Interesse an einer Partnerschaft, diese Formel trifft es schon eher! Es ist Unsinn, dass ein Mediziner weniger Zeit für seine Freundin hat als andere Studenten mit hoher Belastung. Viele Paare (auch Mediziner) lernen sich im Studium kennen, also gibt es bei Interesse am anderen auch Zeit für eine Beziehung.
Anders sieht es aus, wenn der Medizinstudent gar kein großes Interesse an einer Partnerschaft hat. So jemand nutzt den "Zeitfaktor" gerne als Ausrede für seine gewünschte Beziehungslosigkeit, an der er auch nichts ändern möchte, weil es ihm nicht so wichtig ist. Oft bleiben solche Menschen auch ihr Leben lang allein und haben nur ONS oder kurze Affären. Ich kenne mehrere Beispiele. Für solche Männer gibt es die "richtige Frau" gar nicht. Sie wollen gar keine Partnerin, eher eine Spielkameradin für einmal die Woche und dann für zwei Stunden.
 
  • #22
Müsste es hier Aufgabe der Politik sein mehr Freiraum für die Persönlichkeitsentwicklung durch das Fördern von Freizeitaktivitäten oder Partnerschaften zu schaffen?
Moooment,, das Medizinstudium dauert wenn ichs richtig weiss eh schon sehr lange, noch länger um Privatleben und Parties zu zelebrieren? Auf Kosten der Allgemeinheit, also auch dem Facharbeiter der das über seine Steuern mitbezahlt? Fänd ich nicht richtig. Nicht alles ist "Aufgabe des Staates".

Und wisst Ihr wen ich in den Kneipen unter der Woche in Tübingen finde? Medizinstudenten! So schlimm kanns echt nicht sein.

Hi #14
Daran mag es liegen, dank Bologna hat sich einiges geändert.
Yep, die Uni läuft jetzt wie früher nur die FH´s, nur dass Du immer noch mehr Versuche hast eine Prüfung zu schaffen (auf der FH durfte man nur einmal durchfallen, das zweitemal- Ende des Studiums).
Und da kann ich Dir sagen: nicht überdurchschnittlich begabt, FH, zweiter Bildungsweg, nebenbei ca. 10h die Woche gearbeitet um was zum beissen zu haben (das Bafög hat gerade für die Miete gereicht), das ganze in der kürzest möglichen Zeit in einem MINT-Fach und dennoch Zeit für Sport (triathlon), Party und Mädels gehabt. Nicht immer, schon gar nicht gegen Ende des Semesters. Aber oft genug.

Alles eine Frage der Organisation und des richtigen Studienfachs (nämlich dem das einen wirklich interessiert).
 
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Gast

  • #23
Ich muss sagen, dass das Studium definitiv genug Freiräume und Freizeit schafft. Ansonsten kann man auch ein Semester dranhängen. Das tun die meisten und ich kannte kaum Studenten, die sich überarbeiteten. Höchstens diejenigen, die ihr Studium vollständig selbst finanzierten.

Ich selbst habe lange studiert und weiß, wovon ich rede und wie ich gearbeitet habe. Ich bin in der Lage einzusehen, dass das längere Studium auf mangelnder Organisation zurückzuführen ist, was mit meiner Psyche und Schicksalsschlägen zu tun hatte. Unter normalen Umständen und besserer Organisation wäre es locker im normalen Zeitrahmen zu schaffen gewesen. Auch zu Schulzeiten konnte man schon mal den ganzen Tag über Büchern brüten. Das macht doch auch Spaß! Natürlich kann man nebenbei noch Kontakte knüpfen, u. a. auch durch das Lernen.

Das Studium ist natürlich recht frei in der Gestaltung. Ein Vergleich zur Schule: In der Schule schreibt man in der Woche x die und die Klausuren. Man hat eine bestimmte Zeit, sich vorzubereiten bis zum Tag x und muss ggf. eine schlechtere Note in Kauf nehmen. So wie auch alle Menschen in der Ausbildung! Aber Studenten können es freier planen, wodurch sie lieber mehr Zeit dran hängen, als eine schlechte Note in Kauf zu nehmen. Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiheit wird im Studium großgeschrieben, auch Kontrollen oder Anwesenheitslisten ändern das System nicht.

Bevor "die Politik" dafür sorgt, dass Studenten mehr Freiraum haben, müsste man das Studium noch stärker verschulen. Man kann nicht auf der einen Seite viele Freiheiten lassen, die zu ineffizienter Zeitnutzung führen und dann, wenn dies zu Problemen führt, am anderen Ende mit Kontrolle beginnen.

Was man beim Studium nicht vergessen darf, ist, dass man im Kopf nie "frei hat". Viele Menschen, die nicht studiert haben, können das leider nicht so recht nachvollziehen. Als ginge es nur um die Arbeitszeit! Das ist nicht richtig. Es ist nicht nur die Zeit, sondern vor allem der Druck, der umso stärker ist, je weniger man kontrolliert wird. Nicht jeder kann damit gleich gut umgehen. Man kann es lernen, und für manche ist das DIE Leere aus dem Studium, neben den fachlichen Kompetenzen.
 
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Gast

  • #24
Ich weiss gar nicht, wieso es immer heisst, dass Studenten so belastet sind. Bei all meinen Freunden und mir war das Studium sehr entspannt und die Zeit im Leben -natürlich mal von der Schulzeit abgesehen- mit der meisten Freizeit. Selbstverständlich haben wir auch Lernphasen gehabt, in denen wir uns zwecks Lernerei etwas isoliert haben, aber das waren sehr überschaubare Zeiträume. Das Medizinstudium ist nun wirklich nicht das anspruchvollste Studium und an Laborzeiten eher arm, wenn man dies mit den "richtigen" naturwissenschaftlichen Studiengängen vergleicht. Sonst ist es vielleicht vor dem Physikum und dem Examen stressig, aber das wars dann auch.

Wenn man sich jetzt schon über mangelnde Freizeit im Studium beklagt, dann weiss ich ehrlich gesagt nicht, wie diese Leute dem Berufsleben standhalten wollen. Aber heutzutage unterhalten sich ja auch schon Müttergruppen darüber, wie schwer die Schule ist. In meiner Generation hat man gemacht und sich nicht beschwert.
 
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Gast

  • #25
. Als ginge es nur um die Arbeitszeit! Das ist nicht richtig. Es ist nicht nur die Zeit, sondern vor allem der Druck, der umso stärker ist, je weniger man kontrolliert wird. Nicht jeder kann damit gleich gut umgehen. Man kann es lernen, und für manche ist das DIE Leere aus dem Studium, neben den fachlichen Kompetenzen.
Ganz genau, so seh ich das auch. Interessanter Tippfehler ; Leere & Lehre aus dem Studium.
Nicht kontrolliert zu werden ist anstrengend. War es für mich auch. Bin froh, dass ich ein verschultes Studium machte

Kenne mehrere Leute, die nach dem alten System Ewigkeiten studiert haben , sich als Studenten einer Elite zugehörig fühlten Lebenslüge, Examina hinaus schoben und hinaus schoben und mit Ende 30 als die Stunde der Wahrheit kam, plötzlich gar nix mehr waren.
 
G

Gast

  • #26
Kenne mehrere Leute, die nach dem alten System Ewigkeiten studiert haben , sich als Studenten einer Elite zugehörig fühlten Lebenslüge, Examina hinaus schoben und hinaus schoben und mit Ende 30 als die Stunde der Wahrheit kam, plötzlich gar nix mehr waren.
Das klingt nach extremen Fällen. Elitäres Gehabe aufgrund des Studiums finde ich nicht angebracht. Ein Herabschauen auf solche oben beschriebenen Fälle allerdings auch nicht (falls es jemand tut). Ich finde solche Geschichten sehr tragisch. Es gibt helle Köpfe, die mit der Freiheit nicht umgehen können, vielleicht auch, weil sie einfach einsam sind, oder weil die Freiheit Raum bietet, in dem sämtliche Probleme an die Oberfläche kommen, oder weil sie sich verzetteln, alles perfekt machen wollen und dann gar nichts richtig schaffen...

Manche meinen dazu, jeder müsse als Akademiker lernen mit solchen Situationen perfekt umzugehen, ich bin davon nicht überzeugt, dass dies eine so große Rolle spielen sollte. Daher bin ich auch für mehr Verschulung im Studium. Es ist nicht perse jeder, der etwas Einbindung braucht, ungeeignet für das Berufsleben als Akademiker. Nicht jeder geht in die Forschung, und nicht jeder wird Chef. Manche wollen im Team arbeiten, regelmäßig ihre Kollegen sehen und ihre Ideen einbringen, was auch ein Gewinn ist.
 
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  • #27
Ich habe Maschinenbau (Schwerpunkt Kerntechnik) in Aachen studiert. Abgesehen davon, dass es in meinem Fachbereich keine Studentinnen gab, haben wohl nur etwa 10% der Studienbeginner bis zum Diplom durchgehalten. Ein solches Studium schafft man nicht nur mit harter Arbeit, sondern man muss schon seit der frühen Schulzeit ein echter Technikfreak und Tüftler sein, dazu ein mathematisches Genie. Frauen sind in dieser Welt ein absoluter Fremdkörper. Ich kenne niemanden, der bei 80 bis 90% Duchfallquoten in den Pflichtklausuren irgendwie noch Interesse für Frauen hatte. Das war schon bei früheren Maschinenbauergenerationen so und das wird - und muss - künftig so bleiben. Nur wer Stressresistenz bewiesen hat kann später die Verantwortung für technische Großprojekte übernehmen.
Viele Kerntechniker die in die Forschung gehen, bleiben ihr ganzes Leben lang Single, andere machen ihre ersten Beziehungserfahrungen erst mit 40 oder später, jedoch scheitern die Beziehungen in der Regel frühzeitig und man bleibt dann Single.
Grundsätzlich denke ich aber, dass man in jedem Fach, das man ernsthaft studiert, sich nicht durch Frauen vom Studium ablenken lassen sollte. Man verliert so wertvolle Zeit, die einem in den weiteren 50 Lebensjahren fehlt. Es soll Fächer geben, da kann man sich durch rein klausurenbezogenes Lernen einen Abschluss "erschleichen". Wer so ins Berufsleben geht, wird für die Wissenschaft keine Bereicherung beitragen können.
 
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Gast

  • #28
naja wer sich auf einer der mint-faecher einlaesst, kann schnell mal in "schlimmen" semestern auf eine 60+ woche kommen. anderseits lernt man sehr viel ueber sich selbst wie man mit Krisen und notsituationen umgeht - eigentlich das wichtigste was man im studium lernt.

zum thema: es geht schon - man muss halt prioritaeten setzen und einen partner der das versteht der am besten auch studiert/studiert hat und kein puddingfach. meine damalige freundin hats nicht verstanden....
 
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  • #29
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  • #30
I Ich kenne niemanden, der bei 80 bis 90% Duchfallquoten in den Pflichtklausuren irgendwie noch Interesse für Frauen hatte. Das war schon bei früheren Maschinenbauergenerationen so und das wird - und muss - künftig so bleiben. Nur wer Stressresistenz bewiesen hat kann später die Verantwortung für technische Großprojekte übernehmen.

Grundsätzlich denke ich aber, dass man in jedem Fach, das man ernsthaft studiert, sich nicht durch Frauen vom Studium ablenken lassen sollte. Man verliert so wertvolle Zeit, die einem in den weiteren 50 Lebensjahren fehlt.
Ich hätte gerne mehr Zeit im Studium mit Frauen "verloren". Jedem ist freigestellt seine Zeit auf das zu verwenden, was / wer ihm Spass macht. Ich finde es aber absolut erschreckend, den Beruf auf einen solchen Altar zu heben. Fanatismus macht mir Angst.
 
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