• #1

Keine Zeit für Beziehung

Ich (29) bin seit 3 Jahren mit meinem Partner (30) zusammen. Als wir uns kennenlernten, haben wir in der gleichen Stadt gelebt. Er war wie ich noch im Studium. Ein Jahr später ist er fertig geworden, und hat postwendend eine Stelle in einer anderen Stadt angenommen, die er als lukrativ erachtet. Dass ich gegen die Fernbeziehung war hat ihn nicht interessiert. Seit nun 1,5 Jahren sehen wir uns sehr unregelmäßig mal alle 2 Wochen, oft aber auch alle 3 oder 4 Wochen. Ich bin damit total unzufrieden, aber er ändert an seiner Zeitplanung nicht wirklich etwas. Auch wenn er sagt, die Arbeit ginge ihm nicht vor dem Privatleben, so sehe ich doch an welcher Stelle ich in seiner Prioritätenliste stehe. Hat jemand schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Sind meine Vorstellungen von Nähe zu unrealistisch? Alle paar Wochen treffen ist mir einfach zu wenig für eine Beziehung...Danke für Antworten!
 
  • #2
Ja das ist leider selten. Die Frage ist: Ginge es dir denn als Single besser? - Ganz ohne Freund (wenn es auch ein seltenes Vergnügen ist)? - Die Antwort darauf musst Du herausfinden früher oder später.
 
  • #3
In dem Alter ist es nicht so ungewöhnlich, die Karriere vor die Beziehung zu stellen. Die restliche Lebensplanung muß eben noch warten. Wenn dir seine Prioritäten nicht gefallen, dann mußt du eben die Konsequenzen ziehen.
 
G

Gast

  • #4
Also wenn Du darunter leidest, keine wirkliche Zukunft auf eine gemeinsame Basis siehst, so dass Du hier ein anonymes Forum befragst, möchte ich Dir sagen, dass jeder ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis lebt und pflegt.
Ich kenne das Verhalten nur so, dass man gemeinsam nach einer Lösung sucht und einen Zeitplan erstellt.
Als ich einen Job in einer anderen Stadt angefangen habe, habe ich im Vorfeld mit meinem Freund gemeinsam besprochen, dass er als bald nach kommt oder einen fixen Zeitpunkt in der Zukunft, wo wir gemeinsam wieder zusammen leben wollten.
 
G

Gast

  • #5
Meine Erfahrung ist, dass Dein Freund so ist, wie alle erfolgreichen Männer an der Uni, die ich kenne. Er schert sich von selbst nicht um Beziehung und Frau, das muss schon die Frau tun, oder die Beziehung funktioniert nicht. Es ist einfach nicht wichtig für diese Männer, deswegen bekommen sie irgendwann irgendeine traditionell denkende Frau als Partnerin, die es schafft, ihm gut zu verklickern, dass sie ihr Leben ganz nach seinem richtet, wenn er sie heiratet, und er sich nie wieder drum kümmern muss, eine Frau zu finden. Außerdem wollen die Frauen meist Kinder und das ist doch auch das, was sich diese Männer wünschen: Partnerschaft, in der sie gesagt bekommen, was sie tun sollen, und sie können eine Familie vorweisen, so wie es das traditionelle Bild verlangt.

Das Interesse solcher Männer liegt nicht darin, eine erfüllende Partnerschaft zu finden, sondern eine, die funktioniert in ihrem Leben, das aus Arbeit und Karriere besteht.
 
  • #6
Er war wie ich noch im Studium. Ein Jahr später ist er fertig geworden, und hat postwendend eine Stelle in einer anderen Stadt angenommen, die er als lukrativ erachtet.
Das ist heutzutage schon ein Glücksfall, wenn man direkt nach dem Studium einen Job bekommt, von dem man alleine leben kann.
Alle paar Wochen treffen ist mir einfach zu wenig für eine Beziehung...
Stimme ich zu. Auf längere Zeit kaum tragbar.

Welche Möglichkeiten hätte die FS -pusteblume10-, um dieses Problem zu lösen ?
z.B. zum Partner ziehen, und dort einem Job nachgehen ?
Wann ist das Studium der FS zu Ende ?
(m,53)
 
  • #7
Na, na.
Kann ja sein, dass etliche diser Männer eine eher traditionell denkende Frau finden. Aber die Begründung, die Du unterstellst, ist hochspekulativ und alles Andere als gutwillig oder wohlmeinend.
... deswegen bekommen sie irgendwann irgendeine traditionell denkende Frau als Partnerin, die es schafft, ihm gut zu verklickern, dass sie ihr Leben ganz nach seinem richtet, wenn er sie heiratet,
...
und das ist doch auch das, was sich diese Männer wünschen: Partnerschaft, in der sie gesagt bekommen, was sie tun sollen, und sie können eine Familie vorweisen, so wie es das traditionelle Bild verlangt.
Liebe FS, Du willst nicht mit ihm an den neuen Ort gehen? Ich nehme an, Du hast (gute) Gründe dafür - und Ihr habt das besprochen?
 
  • #8
Es ist doch völlig egal, ob andere denken, dass dein Verständnis von Nähe und Distanz passt oder nicht. Aus deinem Post ist doch eindeutig zu lesen, dass es für dich ein massives Problem ist. Nur ein einziger Mensch kann dieses Problem für dich lösen: DU SELBST!
Du bist jetzt noch in einem Alte, in dem du viele Möglichkeiten hast. Diese werden jetzt mit jedem Jahr geringer, auch wenn das bei Vielen wieder einen Aufschrei provozieren wird. Deine Optionen werdn mit jedem Jahr geringer. Du hast genau ein Leben. Das mit dem falschen Partner oder Job zu verschwenden ist fahrlässig, in einer Zeit in der uns so viele Wege und Möglichkeiten offen stehen.
 
  • #9
Das ist heutzutage schon ein Glücksfall, wenn man direkt nach dem Studium einen Job bekommt, von dem man alleine leben kann.
Als Arzt ist es heutzutage nicht so schwer eine Stelle zu bekommen. Er hätte ganz sicher auch etwas in meiner Nähe gefunden.

[QUOTE="Hannes, post: 880150, member: 15625]
Liebe FS, Du willst nicht mit ihm an den neuen Ort gehen? Ich nehme an, Du hast (gute) Gründe dafür - und Ihr habt das besprochen?
Mein Studium dauert noch 3 Jahre. Bin daher nicht flexibel. Mein Problem ist nur, dass ich Angst habe irgendwann in seine Nähe zu ziehen, wo ich niemanden kenne und am Ende hat er sowieso keine Zeit für mich.
Ich muss auch dazusagen, dass es nicht nur um die Arbeit geht ( könnte ich ja noch verstehen), sondern er ständig noch zusätzliche Posten auf freiwilliger Basis annimmt, Hauptsache es kommt in seinem Lebenslauf gut an. Geht natürlich alles von der gemeinsamen Zeit ab.
 
  • #10
Er ist halt einer dieser Menschen denen die Gunst ihres Bosses wichtiger ist als die Zuneigung/Meinung von Freunden, Freundin Kindern usw. oder er hat einfach ein enormes Bedürfnis nach Distanz. (Was ich nicht verstehen kann, denn wenn man jemanden gern hat oder gar liebt möchte man doch gern in dessen Nähe sein).
Fakt ist: Ihr seid da nicht kompatibel, bitte zwing ihn nicht sich zu verbiegen, dann bekommst du nur eine verbitterte, aggressive Variante von ihm.
M31
 
G

Gast

  • #12
Ich muss LuckyBastard selbst als Frau recht geben. Vertu deine Zeit nicht mit dem falschen Mann. Du ärgerst dich später über dein ganzes Unglück mit Männern. Dein Freund macht sein Ding im Leben, mit oder ohne deinem Wollen.

Was erwartest du vom Leben? Wenn du noch eine Familie gründen willst und irgendwas mit einem Mann dingfest machen willst, bist du jetzt sowieso in den letzten Zügen mit fast 30.
Egal, was dir deine Mutter oder sonstwer sagt, die sowieso keinen Plan haben, wie es heute in der Beziehungswelt abläuft, später findest du nur noch Affäremänner und Individualisten. Dein Freund ist ein Individualist, der seine Karriere vorantreiben möchte und wenig Nähe braucht.

Sein Verhalten, einfach in eine andere Stadt zu ziehen, obwohl du damit nicht klar kommst, ist kompromisslos, rücksichtslos vor allem unkollegial/unpartnerschaftlich, lieblos.
Das ist keine Partnerschaft. Dein Partner ist ein Beziehungskrüppel.

Eine Affäre führt man alle 4 Wochen mal. Ihr habt ja auch gar kein Sex in der Zeit. Und ohne Nähe stirbt die Liebe ab. Ich frage mich, was noch passieren muss, damit du die Leine los lässt. Irgendwann wird es so sein, dass dein Freund nur noch alle 6 und 8 Wochen Zeit hat.
 
G

Gast

  • #13
Aber die Begründung, die Du unterstellst, ist hochspekulativ und alles Andere als gutwillig oder wohlmeinend.
Das mag sein, dass sie nicht gutwillig sind, aber es sind keine Spekulationen, sondern Erfahrungen.
Es gibt diesen Fall: Die Frauen haben die Hosen an und der Mann ist eine Marionette. Er bemüht sich, die Frau nicht zu erzürnen und versucht, Stress zu vermeiden, indem er sich anpasst, wo er nur kann, was so anstrengend ist, dass er gern länger arbeitet und entsprechende Bemerkungen macht, wenn man mal in der Gruppe von der Arbeit abends weggeht. In manchen Fällen wird der Mann vor anderen runtergemacht. (Das ist ein Dr.-Ing., der sich da von seiner Frau so blamieren lässt) Allen ist eigen, dass sie irgendwie seltsam schizo wirken: Einerseits kompetent im Beruf, andererseits völlig Kleinkind in der Beziehung, das Angst hat, die Mami wird sauer.

Und jenen Fall: Mann interessiert sich überhaupt nicht mehr für die Beziehung und macht, was er will. Irgendwann hat er erkannt, dass die Ehe nicht läuft, weiß sich aber nichts Besseres, als das ganze absterben zu lassen.

Wer sich wirklich für eine Beziehung interessiert und sie mit Leben erfüllen will, der muss Energie investieren. Vielleicht haben manche dieser Männer das auch gemacht am Anfang und sind überbrüllt worden, also war Nachgeben die einzige Option. Und da sie mit ihrem Gefühlsleben nicht in Kontakt sind (sonst wüssten sie, dass es keinen Sinn hat, auf diese Art eine Beziehung führen zu wollen), haben sie schnell aufgegeben, damit sie nicht verlassen werden. Der Kitt in solchen Beziehungen ist einfach die Rollenverteilung und die damit verbundenen Abhängigkeiten: Die Frau erträgt den Beziehungsstoffel, dem alles gesagt werden muss (und träumt vielleicht von einem "richtigen Mann", der von selber weiß, was sie als Frau will), aber genau das gibt ihre die Garantie, dass er unter Kontrolle ist und nicht verschwindet. Der Mann passt sich an, bis er keine Luft mehr kriegt, aber dafür ist für sein emotionales Wohl gesorgt, wenn er alles richtig macht, und er muss nicht in die Kaste der Geschiedenen, was für den Karrieremann ein Riesenversagen bedeutet.

Mag sein, dass es auch Ausnahmebeziehungen gibt. Das ist aber das, was ich bei Männern sehe, die ihre Karriere am wichtigsten finden und nicht Single sind.
 
  • #14
Und jenen Fall: Mann interessiert sich überhaupt nicht mehr für die Beziehung und macht, was er will. Irgendwann hat er erkannt, dass die Ehe nicht läuft, weiß sich aber nichts Besseres, als das ganze absterben zu lassen.
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Mag sein, dass es auch Ausnahmebeziehungen gibt. Das ist aber das, was ich bei Männern sehe, die ihre Karriere am wichtigsten finden und nicht Single sind.
Ein toller Beitrag insgesamt und wunderbar analysiert! So ist das wirklich! Sehe ich auch an der Ehe meiner Schwester, welche sich auch ihren Mann geangelt hatte (wobei ich sie bekannt machte), weil sie auch ihm bequemer die traditionelle Lebensweise dargeboten hatte und sie in ihm den Mann gerochen hatte, welche ihr die finanzielle Sicherheit bieten konnte. Eigentlich ein Mann welcher - so wie ich ihn einschätze - von sich aus nie geheiratet hätte. Seine wichtigste und oberste Priorität war sein Studium und der Job. Die Kinder sind einfach da, weil man eben Kinder hat aber wirklich sich mit ihnen beschäftigt oder gespielt hat er nur auf Drängen meiner Schwester.
Es läuft nach dem bekannten traditionellen Muster: ich der Mann bin der Haupternährer und bringe das Geld nach Hause und die Frau kümmert sich um alles andere. Dann erkennt die Frau frustriert und verbittert, dass die materielle Sicherheit nicht das wichtigste im Leben ist, wenn sie selbst emotional vernachlässigt ist und verhungert.

Er ist auch ein Typ Mann, so wie ich ihn einschätze, der von sich aus auch vermutlich nie geheiratet hätte und auch gar keine Beziehung geführt hätte, wäre meine Schwester nicht die treibende Kraft.
Man funktioniert als gut eingespieltes Ehepaar aber zwischen den beiden ist wohl kaum emotionaler Austausch und Nähe, keine tiefgründigen Gespräche, keine emotionale Offenbarung. Diesen Eindruck habe ich gewonnen.