• #61
Es geht hierbei NUR darum, wie ER Dich sieht, nicht wie es wirklich ist oder irgendwer (Du, ich, andere) es sieht. Er handelt ja aus seiner eigenen Wahrnehmung bzw. aus seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen heraus. Er hilft Dir, also bist Du nicht gleichauf.
Na ja, Verhalten bedingt sich gegenseitig. Jemand der Selbstachtung hat, achtet natürlich auch andere, wenn diese aus der Selbstachtung heraus handeln. Die, die es nicht tun, bemitleidet er dann maximal, was auch zu einer gewissen Fürsorge Das ist aber keine Wertschätzung. Weil da steckt ja das Wörtchen „Wert“ drin, was impliziert -> wie du denkst und handelst, entspricht meinen Vorstellungen von erstrebenswert, wertvoll.
Da Menschen jetzt unterschiedliche Wertesysteme besitzen, ist es sinnlos, sich seinen Wert von anderen bestätigen lassen zu wollen. Ausschlaggebend ist die eigene Wahrnehmung von dem, was man als wertvoll und erstrebenswert empfindet. Klar, wird man dann auch mal abgelehnt. Aber solange man sich „selbst treu geblieben“ ist, hinterlässt es einen weniger schalen Beigeschmack.
Den einzigen Fehler, den die Fragestellerin macht, ist der, dass sie Zuviel über seine Motivation nachdenkt und was er möchte.
Das sollte für sie aber an dem Punkt irrelevant sein.
Das kennenlernen mit einem Mann ist zu Beginn immer etwas ambivalent, weil noch nicht klar ist, worauf es hinausläuft.
Da darf man sich nicht so auf etwas bestimmtes versteifen und sollte lernen entspannter auf Dinge zu reagieren.
manche entwickeln schneller Gefühle, als andere und man ist da zu Beginn selten auf dem gleichen Stand.

wenn der Typ jetzt daheim Stress mit seiner Freundin hat, dann wird sie ihm jetzt sicherlich keine netten Dinge über ihn erzählen, sondern wie „schlecht“ er ist. Da tut es natürlich gut, mal etwas positives gespiegelt zu bekommen von einer Frau.
daraus kann sich tieferes Interesse entwickeln, muss aber nicht. Zumindest hegt er aktuell nicht die Absicht sie zu daten. Was irgendwie nachvollziehbar und richtig ist, in seiner Situation.
Wenn sie sich selbst mag, dann sollte sie Abstand halten, bis er mit einem konkreten Angebot auf ein Treffen auf sie zukommt.
 
  • #62
Sicher, aber gegen ein Weltbild kommt man nur dann an, wenn derjenige es auch ändern will. Es gibt Männer, bei denen Frauen einfach unterlegene Menschen bei xy (Technik, Wissenschaft, Autofahren, ...). Ein Lehrer wird sich eher nicht von einem Schüler belehren lassen wollen, selbst wenn der Schüler recht hat. Eltern geben Kindern nicht die verdiente Anerkennung, weil es eben das Kind ist und damit auf Lebenszeit unterlegen.

Also wenn der Kollege der FS meint, sie sei "unter ihm", dann sieht er alles, was abgeht, durch diese Brille, egal wie sehr sie sich als kompetent erweist. Wenn sie besser ist als er, findet er was anderes, wo er sie runterdrücken kann.
Jemand der Selbstachtung hat, achtet natürlich auch andere, wenn diese aus der Selbstachtung heraus handeln.
Seh ich auch so, dass einer, der Selbstachtung hat und nicht etwa nur arrogant ist, dem anderen auch seine Achtung lassen kann und nicht versucht, hier reinzugrätschen.

Ansonsten stimme ich auch zu bei dem, was Du schreibst in diesem Post.

ich bin ein direkter Mensch und brauche das auch bei meinem gegenüber, um Vertrauen zu entwickeln.
Geht mir auch so, aber so nach und nach entdeckte ich schon manche Raffinesse, was die Flirterei angeht (hab leider erst recht spät damit begonnen), ohne dass dabei irgendwas hinterhältig wäre oder böse manipulierend, und ich nehme in manchen Situationen sowas wie ne andere Ebene wahr. Kennst Du vielleicht auch, wenn Du mit Leuten zusammensitzt und die DIR irgendwas erzählen, aber diese Info eigentlich dem anderen geben wollen. Der Punkt des Indirekten ist hier für mich zu merken, dass ich mich raushalte, weil ich gar nicht interessiere in diesem "Gespräch". (Habe ich neulich wieder bei einem langverheirateten Ehepaar gesehen, wo dann Interna breitgetreten wurden über "ihn", während er daneben saß.)
manche sind sehr unsicher und haben Angst vor Ablehnung. Die verstecken dann ihre wahren Absichten.
Ja oder die sind gar nicht interessiert, freuen sich aber, wenn ein anderer schön offen alles serviert, was sie für sich nutzen können. Man darf auf keinen Fall erwarten, dass der andere auch offen ist, nur weil man selbst es ist. Betrifft nun nicht Menschen wie Dich, die Vertrauen erst entwickeln, wenn der andere auch offen ist. Aber ich war früher zu arglos und offen und das war ein echter Nachteil.
 
  • #63
Also wenn der Kollege der FS meint, sie sei "unter ihm", dann sieht er alles, was abgeht, durch diese Brille, egal wie sehr sie sich als kompetent erweist. Wenn sie besser ist als er, findet er was anderes, wo er sie runterdrücken kann.

sicherlich, aber ist das aktuell nicht einfach nur eine Spekulation ? Ich finde es schwierig, in allem ein Machtverhältnis zu sehen, was es zu „gewinnen“ gilt...das macht zwar auch Spaß, kann aber ab einem gewissen Punkt destruktiv werden. Viele Männer fühlen sich einfach auch gerne als Helden, helfen einem gerne, ohne dass sie den Respekt vor einem verlieren.
Ja oder die sind gar nicht interessiert, freuen sich aber, wenn ein anderer schön offen alles serviert, was sie für sich nutzen können.
Inwiefern soll das jemand für sich nutzen können?
 
  • #64
Er hat sie eingearbeitet und wenn man jemanden neues in der Firma hat und direkt an seiner Seite, will man sie kennenlernen, da wird privates gefragt. Die FSin hat sich geöffnet, war vertrauensvoll und dachte er ist es ebenso, merkte aber spät, er ist es nicht, eben weil er ihre Nachrichten, die sie ihm privat sandte, tw. unbeantwortet ließ. Von den Schwierigkeiten seiner Beziehung wusste sie nichts und von der Trennung, erfuhr sie erst 3 Mo danach. Auch das er sich mit anderen Kollegen unterhielt, auf dem Flur schwätzte und lachte, um ihr dann nicht zu erzählen, was so lustig mit den Kollegen war, sondern sie anschwieg oder manchmal sie ignorierte, stehen ließ, nicht grüßte, als wäre er sauer auf sie. Dann aber war er wieder aufgeschlossen, redselig, kommunikativ und wollte Neuigkeiten von der FSin erfahren; daher resultierten die beiden Fragen und wenn sich jemand so wechselhaft verhält und man dann selbst herausfindet, man war selbst zu vertrauensselig und der andere weiß über einen Bescheid und merkt, man weiß vom anderen wenig, fühlt man sich nicht als Vertrauensperson und durchaus verarscht. Die FSin wollte kein Date, aber dachte an eine enge Freundschaft, wo sie seine erste Bezugsperson wäre, wie er es bei ihr ist, und merkt, es ist einseitig. Ich sehe auch ein Altersgefälle, der Mann ist ca. 20 J älter als die FSin, vlt. sah er sich in der Position als väterl. Freund, der ihr mit seiner Berufs-/Lebenserfahrung unter die Arme greifen wollte oder als Ego, dass sie sich an ihn als 1. Stelle wendet, er wiederum von ihr zu seinem Problemen keine Einmischung möchte. In meinen Augen wäre eine Freundschaft möglich, wenn sie ihn vertrauenswürdig einschätzt und es einseitig belässt. Er wäre ihr Ratgeber, man redet über ihre Gedanken/Erlebnisse, sie bekäme von ihm Input seiner Meinung und er, der dies nicht möchte, belässt man so in seiner Eigenverantwortung, die er für sich herausnimmt. Er kümmert sich um seine Probleme selbst, ohne die FSin hineinzuziehen und hat von anderer Stelle seine Antworten/seine eigene Strategie, dann funktioniert es. Es ist eine andere Art der Freundschaft, wo man nicht in Probleme direkt hineingezogen wird, sondern erst davon erfährt, wenn schon alles geregelt/geklärt ist, und ehrlich gesagt, habe ich auch die meisten Männer so erlebt, dass sie ihre Dinge selbst regeln und erst im Nachgang davon erzählen. Bei 5 Männern in meinem FK habe ich auch erst nachträglich erfahren, dass sie sich getrennt haben, ohne zuvor in die Details eingeweiht zu sein und auch danach hielten sie sich über Gründe im Wesentl. bedeckt. Das ist für mich okay, einerseits, weil genug unterhaltsames zu reden gibt und mit ihnen Späße möglich sind, und auch weil ich bei meinen Freundinnen hier im Vgl. sehr in ihre Probleme & Gefühlslagen involviert bin. Vlt. ist das auch der Unterschied zw. Männern & Frauen, Frauen reden offen, ehrlich und Männer machen es mit sich aus und handeln.
 
  • #65
sicherlich, aber ist das aktuell nicht einfach nur eine Spekulation
Nicht mal das, ich schreibe nur meine Gedanken dazu, was mE sein könnte, abgeleitet aus Lebenserfahrung. Ob es zutrifft, muss die FS selbst rausfinden, wenn sie das interessiert. Manchmal liest man ja irgendwas und es macht "klick".

Viele Männer fühlen sich einfach auch gerne als Helden, helfen einem gerne, ohne dass sie den Respekt vor einem verlieren.
Sicher, dagegen würde ich nie was sagen. Ich habe es aber auch anders erlebt und mir fällt auch einiges auf, zumal ich in einer Altersklasse bin (50), die noch mit traditionellen Rollenbilder geprägt wurde. Vielleicht sind jüngere Männer mehrheitlich da schon ganz anders.
Nur, weil ich hier diesen Gedanken der Machtfrage aufgeworfen habe, stimmt doch diese Aussage
nicht automatisch :)

Inwiefern soll das jemand für sich nutzen können?
Wenn Du als erster offen sagst, was Du fühlst oder willst oder tun wirst, weiß der andere über Dich Bescheid, muss aber selbst nicht offen sein, sondern kann sein Wissen nutzen. Du bist berechenbar geworden. Und wenn Du offen über Deine Schwächen sprichst, passiert mitunter so eine Automatik in einer Gruppe, dass DU die Person mit den Schwächen bist, während alle anderen ihre nicht sagen und deswegen unterschwellig als "ohne Schwäche" gelten. Deswegen muss man sich auch genau aussuchen, wo man über seine Probleme spricht. Ansonsten wirst Du das "Sorgenkind" der Gruppe, während alle anderen sich überlegen fühlen.
Wenn Du von Deinen Erfolgen sprichst, kannst Du den Neid auf Dich ziehen und kriegst an einer Stelle, wo Du schwach bist, "ein Messer in den Rücken".
Was ich damit sagen will: Einfach überall offen sein, bringt es auch nicht. Man muss es so machen, wie Du: Aussuchen, wo, und Vertrauen nicht einfach verstreuen.
 
  • #66
Was void und Andere Frau schreiben, ist absolut richtig.

Ich habe ähnliche Erfahrungen wie die FS gemacht. Das Verhältnis zwischen zwei Menschen sollte ausgewogen sein in der Kommunikation und auf Augenhöhe. Nur so kann etwas Gesundes entstehen.

Es ist grundsätzlich hart, wenn man realisieren muss: Das war einseitig. Wenn sich das Gegenüber dann noch unfair verhält und "spielt", weil er die Schwächen des Anderen kennt, ist das besonders bitter.

Zu dieser älteren Frage gibt es ja bereits die Fortsetzung, und es war leider nicht anders zu erwarten ...
 
  • #67
Sicher, aber gegen ein Weltbild kommt man nur dann an, wenn derjenige es auch ändern will. Es gibt Männer, bei denen Frauen einfach unterlegene Menschen bei xy (Technik, Wissenschaft, Autofahren, ...).
Du kannst das Weltbild eines Mannes aber ins Wanken bringen, wenn du in diese Schublade nicht passt, in der er dich stecken will.
Das Problem sind ja nicht nur die Männer, mit ihrem patriarchalischem Weltbild, sondern auch die Frauen, die das gleiche Bild verinnerlich haben und es permanent auf Männer in ihrer Umgebung projizieren und sich selbst dem Rollenverständnis unterwerfen. Das macht ja auch nicht glücklich auf Dauer....
Wenn Du als erster offen sagst, was Du fühlst oder willst oder tun wirst, weiß der andere über Dich Bescheid, muss aber selbst nicht offen sein,
ok, das stimmt....wahrscheinlich kann ich das nicht nachvollziehen, weil ich selbst ungern meine Emotionen preisgebe und öfter in der Position bin, wo der andere offen ist, ohne dass ich irgendwas über mich intimeres erzählt hätte 😅
mir fällt auch einiges auf, zumal ich in einer Altersklasse bin (50), die noch mit traditionellen Rollenbilder geprägt wurde.
Ich weiß genau, was du meinst 😅
Viele Männer teilen ja Frauen in „gute“ und „schlechte“ ein.
meine ganz persönliche Erfahrung: sie haben Angst vor der Unabhängigkeit der Frau, weil sie dann befürchten „austauschbar“ zu sein, mit anderen Männern nicht mithalten zu können, betrogen zu werden usw.

Es kam schon öfter vor, dass Machos sich in einen verliebten. Paradoxerweise passt man gar nicht in dieses klassische Bild. Gestört hat sie das zu Beginn überhaupt nicht - ganz im Gegenteil 😂 Aber sie können damit nicht langfristig umgehen und versuchen einen in eine Rolle zu drücken, weil sie nichts anderes kennen 🤷🏻‍♀️ Und dann ist man ganz schnell „die böse“, der Mann nicht vertrauen kann 😅
 
  • #68
Du kannst das Weltbild eines Mannes aber ins Wanken bringen, wenn du in diese Schublade nicht passt, in der er dich stecken will.
Nur wenn er es will. Wenn einer damit aufgewachsen ist (und unsere Gesellschaft ist nunmal SO geprägt. Das ändert sich zwar gerade, aber langsam), hat er da einen blinden Fleck. Das ist ja was anderes, als ne neue Lieblingsbiersorte zu entdecken, weil man sie dann doch entgegen allen Vorurteilen mal probiert hat.
Ich seh das wie beim Rassismus und beim Sexismus. Bei letzterem hatte ich früher auch so meine Punkte und habe es nicht gemerkt, manches erstmal gar nicht begriffen. Der geht ja auch andersrum, es gibt durchaus auch sexistisch denkende Frauen (vermutlich fast genauso viele wie Männer).

wahrscheinlich kann ich das nicht nachvollziehen, weil ich selbst ungern meine Emotionen preisgebe und öfter in der Position bin, wo der andere offen ist, ohne dass ich irgendwas über mich intimeres erzählt hätte
Dann bist Du die Person, die einen Vorteil serviert bekam. Kommt nun drauf an, wer Dir was erzählte. Wenn Fremde Dich im Zug volltexten, ist das ja was anderes, als wenn Dir ein übergeordneter Kollege was über sich erzählt, das Dir wirklich nutzen könnte. Was tust Du, wenn es Dir nützen könnte und klar ist, dass Deine Manipulation nicht rauskäme?
meine ganz persönliche Erfahrung: sie haben Angst vor der Unabhängigkeit der Frau, weil sie dann befürchten „austauschbar“ zu sein, mit anderen Männern nicht mithalten zu können, betrogen zu werden usw.
Gute Frage, wovor sie Angst haben. Wird unterschiedlich sein. Meine Erfahrung ist, dass die Frau als der nestschaffende Hintergrund gesehen wird, eine Art Lebensassistentin. Kinder und Frau gehören für Karrieretypen, die in der Gesellschaft was gelten wollen, dazu. Aber die abhängige Frau bedeutet auch Bewahrung vorm Alleinsein.
Am besten schafft man sich Sicherheiten, indem man einen abhängigen Menschen an seiner Seite hat, der einen in allem unterstützt, weil er das gleiche Interesse haben muss. Die Frau in diesem Bild will ja auch, dass er Karriere macht und viel verdient. Das trägt zu SEINEM Ego bei, aber zu ihrem dann, dass ihm ihr Essen schmeckt und er sie schön findet. Die Frau muss dann versuchen, emotionale Macht zu bekommen, um auch "was in der Hand" zu haben. Und ja, Männer servieren die emotionale Abhängigkeit durchaus auf dem Silbertablett (wollen ja eine zweite Mutter) und kommen von ihren Frauen nicht los, selbst wenn sie (die Männer) die Beziehung längst nur noch mit viel Bier ertragen. Man darf nicht nur die materiellen Lebensgrundlagenaspekte sehen (also wo die Frau einen zweiten Vater wollte, der sie versorgt).
 
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  • #69
Bei letzterem hatte ich früher auch so meine Punkte und habe es nicht gemerkt, manches erstmal gar nicht begriffen. Der geht ja auch andersrum, es gibt durchaus auch sexistisch denkende Frauen (vermutlich fast genauso viele wie Männer).
Stimme ich voll zu und kann ich gut nachvollziehen - aus eigener Erfahrung, aber auch durch Beobachtungen. Hat sich dadurch etwas für dich verändert, als du diesen blinden Flecken entdeckt hast ?


Wenn Fremde Dich im Zug volltexten, ist das ja was anderes, als wenn Dir ein übergeordneter Kollege was über sich erzählt, das Dir wirklich nutzen könnte. Was tust Du, wenn es Dir nützen könnte und klar ist, dass Deine Manipulation nicht rauskäme?
Das passiert mir öfter, dass Vorgesetzte meine Nähe suchen und viel privates von sich erzählen - wobei ich mich zurückhalte mit intimen Details.
Ein Beispiel: mein letzter Chef erzählte mir ohne Vorwarnung von seinen Eheproblemen. Welchen Vorteil hätte ich denn daraus für mich ziehen können? Ich frage mich bei solchen Dingen eher: was möchtest du jetzt von mir? Brauchst du ein offenes Ohr? Möchtest du meine Einschätzung hören ? ich frage mich nicht, was habe ich jetzt davon? 🤷🏻‍♀️ Was soll ich denn mit dieser Information anfangen ?
Meine Erfahrung ist, dass die Frau als der nestschaffende Hintergrund gesehen wird, eine Art Lebensassistentin. Kinder und Frau gehören für Karrieretypen, die in der Gesellschaft was gelten wollen, dazu. Aber die abhängige Frau bedeutet auch Bewahrung vorm Alleinsein.
Am besten schafft man sich Sicherheiten, indem man einen abhängigen Menschen an seiner Seite hat, der einen in allem unterstützt, weil er das gleiche Interesse haben muss. Die Frau in diesem Bild will ja auch, dass er Karriere macht und viel verdient. Das trägt zu SEINEM Ego bei, aber zu ihrem dann, dass ihm ihr Essen schmeckt und er sie schön findet. Die Frau muss dann versuchen, emotionale Macht zu bekommen, um auch "was in der Hand" zu haben
Damit hast du so ziemlich genau die Eheprobleme meines ehemaligen Chefs beschrieben 😂👍🏻 Nur wenn er das alles gar nicht mehr wertschätzt, wie sie es sich wünscht, dann hängt der Haussegen schief, was ja auch der mega Stress ist. Das wiederum wirkt sich auf die Karriere aus.....

Zumindest hatte ich bei ihm das Gefühl, dass er ihre Abhängigkeit als zunehmende Belastung wahrnahm und sich einfach auch sehr verantwortlich für das finanzielle Wohlergehen der Familie fühlte. Also eher Schuldgefühle aus der Ehe auszusteigen. Das meinst du mit emotionaler Macht, oder ?
 
  • #70
@void ich finde dieses Thema sehr spannend. Weil ich letztes Jahr eben diese Erfahrung gemacht habe, in eine stark männerlastige Firma zu gehen - als 1. weibliche Führungskraft in deren Geschichte.
Das war eine emotionale Achterbahnfahrt, die mehr sehr die Augen geöffnet hat, was Sexismus betraf.
zB dass du als Frau auch ziemlich vielen Anfeindungen anderer Frauen ausgesetzt bist, weil du nicht in eine Schublade passt.
Wenn du das Gleiche willst, wie du anderen Männer da - also Karriere machen - dann bist du karrieregeil, herzlos, berechnend usw... Und vor allem bist nur da, wo du bist, weil du dir durch deine Weiblichkeit einen Vorteil verschafft hast, indem du mit dem Top Management ins Bett steigen würdest.

Von den Männern habe ich das kein einziges Mal dort zuhören bekommen. Sie haben mich eher „in ihre Reihen“ aufgenommen. Von ihnen musste ich mir maximal anzügliche Witze anhören...Aber meine Kompetenzen haben sie nie infrage gestellt.

Nun bitte alle wieder zum Thema zurück. Die Mod.
 
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  • #71
Um jetzt mal den Bogen zur FS zu schlagen, würde ich sagen, dass Freundschaften schließen auf Arbeit, insbesondere mit Leuten, die übergeordnet sind oder sich dafür halten, generell eher heikel werden kann. Und Verlieben ist gleich noch mal komplizierter, weil man sich ja schlecht aus dem Weg gehen kann.

Und wenn dann eben noch irgendwelche Infos benutzt werden, die man nur durch die Intimität zu einander erfahren hat, kann das richtig übel werden. Oder wenn die Nähe, die entstanden ist, plötzlich vom anderen abgelehnt wird oder er sich meint "schwach gemacht" zu haben und nun seine Autorität wieder herstellen will. Dann sind die mitunter besonders doof im Verhalten, um den Abstand wieder herzustellen.

Deswegen mag ich es z.B. auch schon nicht, wenn der Chef und der Rest sich duzen sollen, wo man gar nicht das Bedürfnis hat. Der Chef kann seine Mitarbeiter "runterputzen" und sowas wird mit einem "Du" manchmal grenzüberschreitend und viel unhöflicher, als wenn es per Sie ist. Der Chef bleibt der Chef und wird mit Respekt behandelt.

Dann mach besser einen eigenen Thread dazu auf, denn es ist für geneigte Thread-Themen-Leser*innen langweilig und für die FS auch unhöflich, wenn die Diskussionsbeiträge zu sehr abschweifen vom Thema (es sei denn, sie würde sich melden, weil sie es auch spannend findet, aber selbst dann muss öfter mal ein eigener Thread her).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #72
Oder wenn die Nähe, die entstanden ist, plötzlich vom anderen abgelehnt wird oder er sich meint "schwach gemacht" zu haben und nun seine Autorität wieder herstellen will. Dann sind die mitunter besonders doof im Verhalten, um den Abstand wieder herzustellen.
Das ist das einzige Problem dabei, definitiv....daher gilt es das eben gut abzuwägen, wie man den Charakter des anderen einschätzt. Und das sollte die Fragestellerin eben - meiner Meinung nach - tun: schauen was er so für ein Typ Mensch ist...ihn im Umgang mit anderen beobachten....wie er sich in Gruppen verhält usw. dann kann sie seine Intentionen auch besser einschätzen und bewertet dadurch Dinge vielleicht auch anders. Als wenn sie sein Verhalten zu 100% auf sich bezieht und daraus eine „Beziehung“ aufmacht, die gar keine ist.

Deswegen mag ich es z.B. auch schon nicht, wenn der Chef und der Rest sich duzen sollen, wo man gar nicht das Bedürfnis hat.
Das ist in der heutigen Arbeitswelt allerdings ziemlich weit verbreitet und führt eben zu Irritationen, wie man bei der Fragestellerin ja sehen kann. Mit dieser „Scheinnähe“ kommen viele nicht zurecht und bekommen dadurch Dinge in den falschen Hals. Daher lieber innerlich Abstand halten, bis man die Leute besser kennt. Man kann ja trotzdem freundlich und „offen“ sein. Und das sollte die Fragestellerin auch tun: weitermachen wie bisher, nur eben mit weniger grübeln.
Wenn er an ihr interessiert ist, dann wird er auf sie zukommen. Er scheint ja kein Kind von Traurigkeit zu sein, oder sonst wie gehemmt, dass er „Starthilfe“ bräuchte.
Dann mach besser einen eigenen Thread dazu auf,
Mal schauen :)
 
  • #73
Zu dem Charakter von meinem Kollegen? Ich würde sagen, er braucht die Bestätigung anderer.
Er signalisiert mir Abstand, gehe ich auf Abstand kommt er rennend zurück.
Irgendwie möchte er sein Ego durch andere (oder mich) aufzupolstern.
Und übrigens, es kam sogar zur Verabredung zum Essen, die zwar wegen der aktuellen Lage (Kontakt zu einer infizierten Person) abgesagt wurde, aber ich habe ihm die Einladung (als Kollegen natürlich) nicht abgenommen. Ich bin der Meinung war das nur ein Nebenkriegsschauplatz, im Sinne von "Schau, ich gehe nicht nur mit der anderen Kollegin essen, sondern auch mit dir" ich bin sicher, dass diese Verabredung nur das als Zweck hatte. Damit wollte er meine Aufmerksamkeit von seinen privaten Geschichten ablenken. Denn ich habe ihn schon darauf angesprochen, dass meistens nur ich erzähle. Ich bin sozusagen eine Alibi-Verabredung ( Wort selber erfunden 😅)
Nach der Absage war er wieder komisch und distanziert. Er hatte nicht mal das Feingefühl gehabt zu denken, die "Arme" hat sich vorbereitet, hat ihre Kinder zum Papa geschickt etc...
Auch wenn ich mit ihm gegangen wäre, meine Meinung von ihm steht fest. Sie steht seit einem Monat fest.
 
  • #74
Irgendwie möchte er sein Ego durch andere (oder mich) aufzupolstern.
Als alleinerziehende Mutter, stelle ich mir einen bedürftigen Partner, eher als zusätzliche Belastung vor. Und Menschen, die viel brauchen, haben wenig zu geben.
Nach der Absage war er wieder komisch und distanziert.
Der ist total unsicher ....viel zu anstrengend auf Dauer....
ich bin sicher, dass diese Verabredung nur das als Zweck hatte.
rede dir nicht irgendwas ein....du weißt es schlussendlich nicht...Mir scheint es, dass du dich selbst negativ bewertest. Wenn dem so sein sollte, dann wirst du „übersehen“, wenn Menschen Interesse an dir haben, oder du interpretierst, in jedes kleine Anzeichen, dein negatives Selbstbild hinein, was nur ansatzweise deine Überzeugungen bestätigen könnte -> selbsterfüllende Prophezeiung.

Meiner Erfahrung nach, ziehen unsichere Menschen, unsichere Menschen an. Was böse enden kann, weil man dann sehr empfänglich für Blender und Egomanen wird, die mit Komplimenten und Charme, ihr gegenüber für sich gewinnen wollen.

schau dass du etwas positives für dich aus dieser Erfahrung mitnimmst....etwas das dich in deiner persönlichen Weiterentwicklung voranbringt ....
 
  • #75
Ich bewerte mich nicht negativ. Ich liebe mich und mein Leben (nicht im egoistischen Sinne)
Neulich war wieder diese Unsicherheit bei ihm zum Schreien klar.
Es gab die Frage was ich mir eigentlich von der Verabredung zum Essen erwartet habe??!!
Meine Antwort :"Essen?" 😂
Dann habe ich hinzugefügt, dass dazu idealerweise eine gute Unterhaltung dazu kommen sollte.
Da ich es mittlerweile lustig finde, wie er das betont, hab ich dann gesagt, dass ich nichts erwarte oder erwartet habe.
Dann sagte er sowas wie er wolle nicht auf bestimmte Themen angesprochen werden.
Darauf ich "OK, ich soll ugekämmt kommen und schweigen?" 😅😅
Ich habe schon immer gewitzelt, ich finde es erschreckend aber wie sehr er mittlerweile Angst hat, dass ich mehr wollen würde.
Ich habe ihm schon längst erzählt, dass ich date (als er noch sehr neugierig über mein Datingsverhalten war).
Ich erzähle jetzt nichts mehr von meinem Privatleben.
 
  • #76
Dann waren meine Vermutungen - und die einiger anderer Foristinnen - wohl richtig. Er hat "Angst", du könntest mehr von ihm wollen. Und ohne zu wissen, ob dem überhaupt so ist, benimmt er sich dir gegenüber absichtlich "blöd". Das ist so ein Phänomen, das auch mir bekannt ist und hier schon zigfach auch durch andere FS thematisiert wurde.

Nun bist du endgültig dahintergekommen und kannst dich entsprechend positionieren. Mach deine flotten Sprüche (so hatte ich dich gar nicht eingeschätzt). Hab Spaß mit dieser Situation. Lach innerlich über seine "Angst". Dann wird es dir nie mehr etwas ausmachen, wenn er mal wieder meint, dich absichtlich ignorieren zu wollen oder dir demonstrativ zeigen zu müssen, dass er die anderen Kollegen lieber mag als dich.

Und was du privat machst - geht ihn genau gar nichts an.
 
  • #77
Dann waren meine Vermutungen - und die einiger anderer Foristinnen - wohl richtig. Er hat "Angst", du könntest mehr von ihm wollen. Und ohne zu wissen, ob dem überhaupt so ist, benimmt er sich dir gegenüber absichtlich "blöd". Das ist so ein Phänomen, das auch mir bekannt ist und hier schon zigfach auch durch andere FS thematisiert wurde.

Nun bist du endgültig dahintergekommen und kannst dich entsprechend positionieren. Mach deine flotten Sprüche (so hatte ich dich gar nicht eingeschätzt). Hab Spaß mit dieser Situation. Lach innerlich über seine "Angst". Dann wird es dir nie mehr etwas ausmachen, wenn er mal wieder meint, dich absichtlich ignorieren zu wollen oder dir demonstrativ zeigen zu müssen, dass er die anderen Kollegen lieber mag als dich.

Und was du privat machst - geht ihn genau gar nichts an.
Ja, ich lache schon innerlich darüber.
Das war doch die "Verdachtsdiagnose" von Anfang an.
Nach den ganzen absichtlichen "Verletzungen" ist leider eine innerliche Sperre bei mir entstanden. Es ist so als würde der ganze Körper die Person abweisen. Denn es gibt nettere Art und Weisen jemandem zu zeigen "Ich bin nichts für dich". Dennoch bin ich der Meinung, dass er wohl absichtlich gespielt hat, wenn es ihm gepasst hat.
Das Ganze hat mir aber mehr Leichtigkeit verliehen im Umgang mit der Sache.
Es ist mir egal ob und wann wir die Pause zusammen verbringen etc...
Ich verstehe nicht warum er mir nicht klar sagt, wovor er Angst hat.
 
  • #78
Dann sagte er sowas wie er wolle nicht auf bestimmte Themen angesprochen werden.
Auf welche Themen denn?

Also wenn er Angst hätte, du würdest mehr wollen, dann würde er wohl kaum eine Einladung zum Essen aussprechen oder annehmen. Das ergibt für mich keinerlei Sinn.

Ein selbstbewusster Mensch würde dir in einer solchen Situation einfach sagen, dass er lediglich ein platonisches oder kollegiales Interesse hat dir hat, wenn sich bei ihm der Eindruck bilden würde, dass du ein anderweitiges Ziel verfolgst.

Klingt nach einem Menschen mit einer ungesunden Nähe Distanz Dynamik - inkongruentes Verhalten eben.

Er füttert dich an, und zieht sich zurück, füttert dich an, und zieht sich zurück...er will halt deine Aufmerksamkeit, ohne dir welche schenken zu müssen.


Es gibt Menschen, die tragen in sich sowas wie eine innere Leere. Und um diese zu stopfen, bedienen sie sich der Aufmerksamkeit und Zuwendung anderer, ohne dafür auch etwas zurückgeben zu wollen.

Er findet es bestimmt ganz toll, wenn du ihn bestätigst in seiner Art. Aber beidseitig wird sich das wohl nichts entwickeln....

Und mal ehrlich? Wenn du das Drama suchst, dann ist das doch ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass du aktuell unausgelastet bist und dich nach Emotionalität und Nähe sehnst :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #79
Ich verstehe nicht warum er mir nicht klar sagt, wovor er Angst hat.

Der einzige, der dir wirklich sagen könnte, was die Gründe für sein Verhalten sind, ist er selbst. Aber wie fast immer in solchen Situationen - wirst du keine Antworten hierzu erhalten. Frauen - mich eingeschlossen - mach(t)en oft den Fehler zu grübeln und herumzuspekulieren, und verplemper(te)n somit im Grunde kostbare Lebenszeit.
Später ärgert man sich darüber, weil man in diesen zu nichts führenden Grübelphasen doch viel lieber glücklich gewesen wäre ...
 
  • #80
Und zu dem Rang. Ich bin nicht unter ihm.
Von den Abschlüssen her, habe ich die besseren - würde ich sagen.
Drei Studiengänge mit Sehr gutem Abschluss etc...
Aber Menschenliebe und Empathie lernt man nicht im Studium, deshalb definiere ich mich nicht über meine Diplome. Des Weiteren bin ich keine Deutsche...
Die meisten in der Firma haben eine Ausbildung absolviert, ich habe aber mehrfach studiert.
Ich bin aber total fachfremd und musste alles neu lernen.
Die Rangfrage ist hiermit geklärt (hoffe ich)
 
  • #81
Nun ist mein Kollege (wieder) sehr Kommunikativ geworden. Ich weiß nicht, ob er endlich Ruhe gegeben hat, weil ich ihm den Spiegel vorgehalten habe oder weil gerade Lockdown ist und ich bin die "Beschäftigung" oder einfach weil er eine Phase überwunden hat....
Er ist so kommunikativ, dass er sowohl privat als auch beruflich sich mitteilt.
Ich habe ihn privat seit einem (zwei?) Monat auf Stumm geschaltet und habe so nicht mehr den Druck oder Drang aufs Handy zu schauen; ich bekomme es sehr spät mit, dass er überhaupt geschrieben hat und antworte somit nicht sofort. Vielleicht ist das was ihn kommunikativ macht.
Er ruft mich sogar am Wochenende an!!!
Themen wie Kultur, Sport, Philosophie, Religion aber auch Mann-Frau - Themen stehen auf dem Plan.
Manchmal macht mir das Ganze Angst, weil ich mich frage wohin das Ganze führt oder ich denke "Wann kracht es wieder?"
Ich denke natürlich, dass das Ganze damit zu tun haben könnte, dass ich tatsächlich mit flotten Sprüchen auf seine Angst reagiere.
 
  • #82
Nach den ganzen absichtlichen "Verletzungen" ist leider eine innerliche Sperre bei mir entstanden. Es ist so als würde der ganze Körper die Person abweisen.
Liebe FS, das hast du erst vor einigen Tagen geschrieben. Nun lässt du dich wieder auf Chat-Unterhaltungen mit ihm ein - und hast Angst, dass es bald wieder anders kommt. Und dann?
Bist du wieder enttäuscht und verletzt wegen seiner Ambivalenz. Warum tust du dir das an? Wieso hat dieser Mann so eine Anziehungskraft auf dich, wo du doch sagst, du bist nicht verliebt in ihn.
 
  • #83
@Cassel eben nicht, weil ich das kenne und erwarte und weiß wie ich drauf reagiere.
Ich habe gerade das Gefühl, dass eher er ist, der den Kontakt zu mir braucht.
Oder zumindest läuft es gerade auf Augenhöhe.
 
  • #84
Oder zumindest läuft es gerade auf Augenhöhe.
Okay. Dann ist deine "Aufgabe", auf Augenhöhe zu bleiben. Egal wie sich der Kontakt entwickelt, wirst du über all dem drüberstehen. Also solltest du auch keine Angst haben, denn es ist wohl zu erwarten, dass er nicht so anhänglich bleibt.

Bewahre dir innerlich den Abstand. Nach dem Motto: "Red du mal. Morgen bist du sowieso wieder anders". Mit dieser Einstellung sollten größere Enttäuschungen eigentlich ausbleiben.
 
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