• #1

Kann ein Zusammenleben mit den Eltern des Partners gutgehen?

Hallo zusammen,

ein aktueller Anlass hat mich hier ins Forum geführt. Ich würde mich freuen, wenn jemand etwas dazu sagt, vielleicht gibt es hier auch ähnliche Erfahrungen/Schwierigkeiten:

Mein Partner und ich (beide Ü40) sind seit 2 Jahren zusammen. Seine Eltern besitzen ein Miethaus und er hat dort eine eigene Wohnung. Außerdem gibt es noch zwei erwachsene erwachsene Kinder, die ebenfalls dort leben. Mein Partner - ich nenne ihn mal Martin - ist ein Familienmensch, ich eher weniger, kann mich in gewissem Maße arrangieren, aber eben bis zu einer gewissen und - wie ich finde - gesunden Grenze. Wohnen in der Nähe der Schwieger(eltern) gilt ja Klassiker bei den Problemen in einer Partnerschaft und für mein Leben wollte ich das eigentlich nie. Er als einziger Sohn sieht sich seinen Eltern verpflichtet, fühlt sich auch dort wohl. Er hatte eine gute Kindheit, liebt seine Eltern sehr. Vor einem Jahr bin ich dann zu ihm gezogen, meine kleine Wohnung nicht aufgegeben; unser Lebensmittelpunkt war aber das Elternhaus.

Grundsätzlich ist es ein gutes Verhältnis zu den Eltern ja positiv, allerdings ... : Einmal täglich mindestens wird telefoniert, meist sogar mehrmals. Gesprächsstoff ist auch der ganz normale Tagesablauf, was habt Ihr heute gemacht, wie fandest Du das Fußballspiel, einmal nur Hallo sagen. Und wenn das Telefonat dann beendet ist, klingelt es eine Stunde später wieder mit der Info, dass es gleich regnen soll. Es gibt es Kuchen von der Mutter, dann wird der gespülte Teller zurückgebracht, der Sohn kommt vorbei und hat wie immer vergessen für sich einzukaufen, die Tochter klingelt und will irgendetwas. Mein Partner lässt sich von den Grundstücksarbeiten des konservativen Vaters einspannen, nimmt dessen Eigensinn und oft bestimmenden Umgangston wortlos hin.

Ich finde das alles befremdlich und ich bin zusehends genervt und denke, dass ein Abnabelungsprozess von Eltern und Kindern nicht stattgefunden hat. Sie leben zusammen, verbringen ihren Alltag miteinander. Es gibt auch gemeinsame Urlaube. Von mir erwartet mein Partner, "dass ich mich in die Familie integriere".

Ich will das Ganze jetzt mal abkürzen. Vielleicht bekomme ich ja Eure Gedanken dazu, würde mich freuen. Vorgestern kam es übrigens zum ultimativen Crash mit Martin, seitdem kein Kontakt.

Vielen Dank fürs Lesen, Helene
 
  • #2
Ich finde das alles befremdlich und ich bin zusehends genervt und denke, dass ein Abnabelungsprozess von Eltern und Kindern nicht stattgefunden hat. Sie leben zusammen, verbringen ihren Alltag miteinander. Es gibt auch gemeinsame Urlaube. Von mir erwartet mein Partner, "dass ich mich in die Familie integriere".
Ich bin da ganz bei dir. Ich liebe meine Familie & auch meine Schwiegereltern & Schwiegeroma, regelmäßiger Kontakt ist sehr wichtig, gemeinsame Urlaube zwischendurch sind mMn auch ok, solange alle ihre eigenen Zimmer haben & man auch mal getrennte Wege gehen kann, aber bei einem gemeinsamen Haus wäre auch bei mir die Grenze überschritten.
Habe aber schon mehrmals mitbekommen, dass da Familien gibt, in denen das wohl anders ist..
Ich denke da lässt sich schwer ein Kompromiss finden.
 

Rosenblatt

Gesperrt
  • #3
Gut erkannt FS! Er ist nicht abgenabelt und wird sich auch nie abnabeln! Er lebt mit seinen Eltern in einer krankhaften Symbiose, wie der Parasit mit dem Wirt: Auch wenn es schädlich ist, können sie nicht anders. Die, die ihre Kindheit als gut bezeichnen, hatten oft einen dominanten Vater und eine unglückliche, gluckende Mutter, die ihre Unfreiheit über ihr Kind in missbrauchender Weise ausgelebt hat und WAS AUCH NIEMAND VON AUSSEN MITKRIEGT (außer die Familie selbst aber für die isses ja normal). Woher ich das weiß? Ich habe als Therapeutin tagtäglich mit solchen Männern (meist sind es wirklich Männer) zu tun.

Mein Tipp: Trennung, denn selbst wenn du familiär wärst - es ist ein ungesundes, krankhaftes Familienverhältnis, das von emotionaler Erpressung ("sich verpflichtet fühlen", richtig!) geprägt ist. Tu dir das nicht an.
Schonmal überlegt warum ein Ü40er nicht in der Lage war eine EIGENE Familie zu gründen? Richtig, er war und ist dafür nicht EIGENständig genug.

Gut, dass du noch deine Wohnung hast! Dein Bauchgefühl war richtig! Alles Gute.

P.S.: Solche Männer nennt man völlig zurecht Muttersöhnchen.
 

Laleila

Cilia
  • #4
Parasit und Wirt Leben nicht in Symbiose sondern in Parasitismus.
Falls Du von einer malignen Symbiose sprichst, solltest Du die Begrifflichkeiten schon korrekt zuordnen.
Die, die ihre Kindheit als gut bezeichnen, hatten oft einen dominanten Vater und eine unglückliche, gluckende Mutter, die ihre Unfreiheit über ihr Kind in missbrauchender Weise ausgelebt hat
Entschuldige, ich weiß ja nicht, was Du so therapierbar, aber bitte streue doch nicht solche haltlosen, persönlichen Hypothesen unter der scheinbaren Legitimation, dass Du Therapeutin seist. Danke.

Hallo Helene10,

für solch ein ausserordentlich intensives, generationsübergreifendes, familiäres Zusammenleben muss man gemacht sein. Du bist es nicht, ich, obwohl Familienmensch, auch überhaupt nicht.

Eine Möglichkeit, Eure Beziehung diesbezüglich unbelastet Leben zu können, sehe ich nur in der territorialen Trennung von seinem Familienhaus.

Damit Du dabei nicht als Buhfrau da tehst
Und Dein Partner nicht in der Sitation des undankbaren Sohnes braucht es , nach außen) rationale Gründe für diese Entscheidung. Ein unausschlagbar gutes Jobangebot in einer anderen Stadt, für einen von Euch, z.B.
Diesen Plan müsst ihr aber als Paar schmieden, es muss der gemeinsame Wille und beidseitige Entscheidung sein.

Dazu muss Dein Mann verstehen lernen, dass Du Deine Familie zwar magst und auch gern Teil von ihr bist, aber um diese liebevolle Freiwilligkeit aufrecht erhalten zu können, etwas eigenes für Eure Beziehung brauchst.

Dir alles Liebe
 
  • #5
Manche Menschen leben gerne so, manche werden von den Eltern auch nicht richtig losgelassen. Ich hatte dieses Thema lange mit meiner Mutter und habe das dann therapeutisch gelöst. Es ist schwer, Grenzen zu setzen, wenn Eltern das nicht akzeptieren und in seinem Fall scheint das ja über mehrere Generationen zu gehen.
Ich würde keiner Frau empfehlen, sich in so eine Konstellation zu begeben. Zusammenziehen nur außerhalb des Elternhauses, evt. sogar mit ausreichendem „Sicherheitsabstand“. Erkennen und ändern wollen muss er das! Zwang bringt nichts.
 
  • #6
Passt zum Parallelthread wo die FS am liebsten möchte, dass der Partner mit ins Haus der Eltern zieht. Hier sieht man warum er es nicht will.

So nett sie auch sind, ich würde es einfach furchtbar anstrengend und als "zu eng" empfinden. Ich muss diese ständige Nähe, die Fragen nach meinem Tag nicht haben. Da könntet ihr auch direkt in einer gemeinsamen Wohnung leben. Viel Unterschied wäre nicht.

Ich bin da lieber unabhängig, tue und lasse was ich will ohne dass es von den kritischen Augen einer anderen Generation begutachtet wird. Denn sind wir doch mal ehrlich: natürlich wollen die Eltern zu jeder Sache ihren Senf dazugeben. "Ist die Wohnung aufgeräumt?", "Mir gefiele dies oder das ja besser...", "Müsst ihr am Wochenende so lange schlafen?" usw.
War bei meinen Eltern auch so, wenn ich mal für ein paar Tage wieder daheim war.

Bitte ihn, dass ihr euch eine eigene Wohnung sucht. Das ist auf Dauer besser. Zu viel Nähe tut auch nicht gut.

W32
 
  • #7
kann mich in gewissem Maße arrangieren, aber eben bis zu einer gewissen und - wie ich finde - gesunden Grenze. Wohnen in der Nähe der Schwieger(eltern) gilt ja Klassiker bei den Problemen in einer Partnerschaft und für mein Leben wollte ich das eigentlich nie.
willkommen, zukünftig getrennte - nein Spaß beiseite. Aber ich bin in der Hinsicht ähnlich wie Du. Ich kann mich mit Verwandtschaft arrangieren, setz mich auch gern zu Kaffee und Kuchen, unterstütze auch mal und biete meine Hilfe an. Aber, alles hat seine Grenzen. Wenn andauernd die Schwiegereltern in der Tür stehen würden, ich jeden Sonntag zum gemeinsamen Frühstück musste und die ganze Zeit Ratschläge bekommen würde - das ginge nicht. Ich weiß von was ich rede. Dann lass es. Es wird eure Beziehung belasten.
 
  • #8
Ich kann dich gut verstehen , mir wäre das auch viel zu eng.

Die Frage ist, wie dein Partner das empfindet? Nur wenn es ihm genauso zu viel wäre, hättest du eine Chance dass er von sich aus etwas ändert.

Denn so stellst du ihn ja vor die Entscheidung zwischen dir und seiner Familie zu entscheiden und das kannst du nicht gewinnen.

Wenn er die Übergriffigkeit der Eltern so nicht empfindet, wird es auch schwierig , ihn dafür zu sensibilisieren.

Wenn du dich beschwerst, bist du der Feind.

Ich glaube, ich würde mich an deiner Stelle zurückziehen in der Hoffnung , dass er mich vermisst und sich vielleicht einmal darüber Gedanken macht, ob das immer wieder so passieren soll oder er doch mal ein eigenständiges Leben führen möchte . Du hast doch eine eigene Wohnung also kann er doch auch zu dir kommen wenn ihr euch sehen wollt.

Denn du bist bestimmt nicht die erste Frau, die bei ihm damit ein Problem hatte.
 
  • #9
Mein Partner lässt sich von den Grundstücksarbeiten des konservativen Vaters einspannen, nimmt dessen Eigensinn und oft bestimmenden Umgangston wortlos hin.
Das wäre das Einzige von dem, was Du schriebst, was ich als "nicht abgenabelt" ansehen würde, falls er selbst drunter leidet. Viel Kontakt seh ich nicht als "nicht abgenabelt" an. Aber es wird schon stimmen, dass Du recht hast. Wenn ich Menschen sehe, die Weihnachten bei ihren Eltern wieder "Kinder" spielen und genauso behandelt werden, dann seh ich, dass Abgenabeltsein nichts damit zu tun hat, ob man engen Kontakt hat. Viele vergrößern nur die Distanz und halten das für Abgenabeltsein.Trotzdem respektieren die Eltern sie nicht wie ihresgleichen.

Zwischen die Familie kommst Du nicht. Also entweder, Du arrangierst Dich damit oder Du gehst. Ich denke nicht, dass Du ihn umprogrammieren kannst, dass er das macht, was Du willst, statt das, was seine Eltern wollen.

Er als einziger Sohn ... der Sohn kommt vorbei
Du meinst hier ihn oder gibt es doch noch einen Sohn oder wessen Sohn kommt vorbei?
Du schriebst, es wohnten dort 2 erwachsene Kinder - seine?

Ich finde das alles befremdlich und ich bin zusehends genervt und denke, dass ein Abnabelungsprozess von Eltern und Kindern nicht stattgefunden hat. Sie leben zusammen, verbringen ihren Alltag miteinander. Es gibt auch gemeinsame Urlaube. Von mir erwartet mein Partner, "dass ich mich in die Familie integriere".
Das ist die Option für die Beziehung. Musst Du entscheiden, wie Dir das passen kann. Ihn auslösen schaffst Du nicht.
 
  • #10
on mir erwartet mein Partner, "dass ich mich in die Familie integriere".
Liebe Helene
Ich bekomme den Eindruck, dein Partner hat die Kraft nicht, sich gegen ein Familienmitglied durchzusetzen, also weist er bei Problemen halt immer dich zurecht. Du bist ja neu dazu gekommen, hast keine dich schützende Gruppe und er versucht dich zur Anpassung zu drängen, damit er ja keinen Streit kriegt.
Es gibt es Kuchen von der Mutter, dann wird der gespülte Teller zurückgebracht, der Sohn kommt vorbei und hat wie immer vergessen für sich einzukaufen, die Tochter klingelt und will irgendetwas. Mein Partner lässt sich von den Grundstücksarbeiten des konservativen Vaters einspannen, nimmt dessen Eigensinn und oft bestimmenden Umgangston wortlos hin.
Mir scheint, die Familienmitglieder meinen es nicht böse. Sie können nicht wissen, ob es "Martin" stört, dass er so viel Besuch bekommt oder dass er für Sohnemann noch Essen besorgen soll - und ihn stört es vielleicht auch gar nicht! Er hat vielleicht kein Gefühl, dass da (d)eine Grenze überschritten wird. Und Martin denkt, er kann deine Bedürfnisse ignorieren und du fügst dich dann schon irgendwie. Weil er fügt sich ja auch irgendwie. Ist bequem, wenn man keine Konflikte austrägt, kann man schön miteinander in Urlaub ohne Streit.
Vorgestern kam es übrigens zum ultimativen Crash mit Martin, seitdem kein Kontakt.
Trennung ist sicher eine Option (hast du die Wohnung noch?). Aber bevor ihr das tut, würde ich als möglichen Rettungsanker noch eine Paartherapie vorschlagen. Denn in der Präsenz einer neuen Person kann man sich manchmal offener zuhören und kreativere Lösungen entwickeln.
 
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  • #11
Ich sehe dein Problem ehrlich gesagt nicht. Der Martin hat offensichtlich ein sehr liebes, wenngleich etwas überfürsorgliches Elternhaus.
Dir gegenüber scheinen die Eltern nicht übergriffig zu sein, offenbar kannst du dich gut abgrenzen. Zumindest erwähnst du nichts davon.
Auch scheinen sich die Eltern nicht in eure Beziehung einzumischen oder den Martin auf ungesunde Weise zu manipulieren.

Kann es sein, dass dein einziges Problem ist, dass du den Martin als Muttersöhnchen erlebst und deinen Respekt vor ihm verlierst? Oder bist du eifersüchtig auf seine Mutter?

In der hiesigen Kultur wird über allzu starke Familienbande gern die Nase gerümpft. Dies wird in den Beiträgen bestimmt sichtbar werden. In anderen Kulturen ist die Familie eine Quelle des Zusammenhalts, der gegenseitigen Stütze und Hilfe und wird als etwas sehr Wertvolles betrachtet.
Konkretisiere dem Martin doch mal, was genau dich stört. Vielleicht könnt ihr ja Schritte aufeinander zugehen.
 
  • #12
Ich finde es nicht richtig zu sagen, dass man sich abnabeln muss und nur völlig unerwachsene so leben.

Grossfamilien sind eine Mentalitätsfrage!
Für die ist es völlig normal so miteinander über Generationen zu leben und anderes auch nicht lebenswert.

Ich bin so wie Du und bekomme schon Platzangst beim lesen.
Meine Mutter ruft auch fast täglich an und manchmal roll ich mit den Augen.
Aber das ist gerade so erträglich und meine Jungs lösen sich auch immer mehr.
Für mich völlig logisch und passend aber für ein anderes Naturel wohl nicht.

Es ist schade, dass ihr euch so gestritten habt und sicher traurig um alles Schöne was Euch verbindet.
Aber da versteht ihr euch nicht...
Du kannst nicht verstehen warum er so zu leben liebt und er nicht,.wie man es nicht lieben kann.

Und weil ihr euch mögt, möchte jeder dem anderen seine Sichtweise überstülpen um glücklich zu werden.

Ich weiß nicht ob es einen lebbaren Kompromiss gibt...wie Zurück zur LAT
Aber wenn, dann müsstet ihr euch so anerkennen wie ihr seid!
Er kein Schluffi der bei Mama wohnt und Du niemand, der die Familie nicht leiden kann.
 
  • #13
Ich glaube, du kannst Gewohnheiten nur mit kleinen Tricks ändern. Und das solltest du auf jeden Fall anwenden:

- Telefonhörer immer öfters für 2 Stunden nebens Telefon legen. Z.B. zu Zeiten, wo sie gerade anrufen würde. Smartphone tagsüber mit leerem Akku auslassen. Jeder Anruf weniger ist meist schon seelisch entlastend.
- Kuchen daheim haben und auf den Tisch stellen, damit Mutti nicht immer Kuchen kaufen muss und dein Mann muss das essen.
- statt dich "integrieren" zu lassen, erwähne, dass du ein neues Hobby draußen hast und das beansprucht dich so sehr. Sorge dafür, dass dein Terminkalender regulär voll ist, auch wenn er es nicht ist oder gebe vor, viel zu arbeiten. Du bist einfach sehr beschäftigt, sonst spannen andere Leute dich verständlicherweise in ihre Pläne ein.

- Erkäre deinem Lebenspartner, dass ein gemeinsamer Urlaub merkwürdig für dich ist und du einen Paarurlaub genießen möchtest. Weil das deine Vorstellung von einer normalen Beziehung entspricht und du was anderes nicht wirklich möchtest. Du siehst darin ein Problem für dich.

- Erkläre ihm, dass dir Grundstücksarbeiten keinen Spaß machen oder gebe vor, zwei linke Hände zu haben, der Rücken tut weh oder du hast Knieprobleme. Grundstücksarbeiten führen sowieso irgendwann zu Hüftproblemen, wenn man es übertreibst.
Ich finde, das ist keine Arbeit für eine Frau.

Das alles würde ich machen, um Herr meines Lebens zu bleiben, auch wenn das heißt, manipulieren zu müssen. Setze Grenzen für dich und artikuliere deine Bedürfnisse angstfrei vor deinem Partner. Mach dich NICHT vor ihm abhängig. Ihm wird das alles nicht gefallen, aber er wird sich anpassen müssen, weil er will dich ja sicherlich nicht aufgeben müssen.

Erkläre ihm auch, dass dein Alltag vollkommen erfüllt und ausgefüllt ist und du dich nicht in solche Arbeiten integrieren lassen kannst. Du arbeitest sehr schwer. Und wenn nicht, sorge dafür, dass du etwas zu tun hast, so dass du vorgeben kannst, von morgens bis abends mit was wirklich beschäftigt zu sein, damit man dich ernst nimmt. Oder sorge dafür, mehrfach in der Woche und die Wochenende draußen etwas für dich zu unternehmen.
 
  • #14
Auch bezüglich familiärer Struckturen gibt es unterschiedliche Nähe-Distanz-Bedürfnisse. Wenn in einer Partnerschaft da unterschiedliche Typen zusammenkommen wird es schwierig. Wenn nicht einer bereit ist, seine Bedürfnisse hintenanzustellen oder beide Seiten zu einem Kompromiss bereit sind, wird eine solche Beziehung zwangsläufig immer an diesem Punkt unrund laufen.
Ich denke, wenn Ihr deswegen schon einen Krach hattet, der Funkstille erzeugt hat, ist klar ersichtlich, wie Eure Prioritäten sind.
Es passt einfach nicht und das habt Ihr erkannt.
 
  • #15
Es passt einfach nicht und das habt Ihr erkannt.
Das sehe ich ebenso. Man muss das mögen. Alle um einen Tisch, ständig jemand, der in der Tür steht, Schwiegerväter die einem forsch Ratschläge geben. Das muss passen. So oft kann sich jemand, der das nicht mag und kennt gar nicht über Jahre zurücknehmen, das es nicht kracht. Gepaart mit den eigenen “Problemen” in einer Beziehung, führt das früher oder später zum Ende.
Bei mir war es vor Jahren so, das wir in das Haus der Oma meiner Ex-Frau gezogen sind. Wo auch die Schwester meiner Ex-Frau noch wohnte. Als ich damals im Vorgespräch gesagt habe, ich möchte nicht, das immer und jederzeit die Schwiegereltern oder die Schwester in der Wohnung stehen, würde dies komplett falsch verstanden. Die Schwiegereltern, die damals dabei saßen, regierten unverständlich und meine Ex Frau wurde mit weinerlicher Stimme lauter “ Du beleidigst meine Eltern”.
Obwohl ich es so nicht gemeint habe. Heute bin ich nach Rosenkrieg geschieden.
 
  • #16
Ich finde das alles befremdlich und ich bin zusehends genervt und denke, dass ein Abnabelungsprozess von Eltern und Kindern nicht stattgefunden hat. Sie leben zusammen, verbringen ihren Alltag miteinander. Es gibt auch gemeinsame Urlaube. Von mir erwartet mein Partner, "dass ich mich in die Familie integriere".
Für mich wäre das nichts, das Wichtigste für mich ist Freiheit und Unabhängigkeit, ich könnte solche Situationen nicht miterleben wollen, aber das weiß man ja gleich zu Beginn, niemals würde ich unter solchen Umständen zum Partner ziehen, gut, das ist meine Meinung ohne wenn und aber!
Ich will das Ganze jetzt mal abkürzen. Vielleicht bekomme ich ja Eure Gedanken dazu, würde mich freuen. Vorgestern kam es übrigens zum ultimativen Crash mit Martin, seitdem kein Kontakt
Gegen einen solchen Familien Clan kommst du niemals an und dann noch einziges Muttersöhnchen, ganz schlimm!!
 
  • #17
Hallo Helene,
das sind ganz enge Familienstrukturen mit starken Abhängigkeiten, die erwünscht sind.
Für deinen Martin ist das alles total normal, er fühlt sich wohl dabei, er kennt es auch nicht anders, warum auch?
Für ihn bringt das alles nur Vorteile, die er gerne in Anspruch nimmt.
Er bekommt Kuchen, er ist nie alleine, er hat ne Wohnung auf Lebenszeit, er hat seine Bezugspersonen.

Entweder fügst du dich, oder dein Leidensdruck ist irgendwann mal so groß, dass du ganz in deiner Wohnung bleibst, wo Martin dich dann besuchen kommt.
Änderungspotential sehe ich da überhaupt nicht. Das wäre absolut verschwendete Energie, weil der Marin enorm davon profitiert.
Ich finde, dass so ein Martin am Besten eine Frau hat, die auch in ganz engen Familienstrukturen lebt. Da gleicht sich das dann aus.

Bei meinem Ex war es auch so. Da kam einiges zusammen.
Für ihn war es normal, sich von seiner Mutter bedienen zu lassen.
Er war der Prinz.Ein zwar etwas älterer Prinz, aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch.
Er betonte immer, dass er kein Kuchen mag, aber wenn seine Mutter einen gebacken hatte, dann hat er ihn komplett am Tisch aufgegessen, und sich Nachschub geholt um seine Mutter zufrieden zu stellen. Für ihn war das alles total normal. Er fühlte sich als Familienoberhaupt. Diese Rolle wird er auch weiterhin spielen.
Und zwar, weil da enorme Abhängigkeitsverhältnisse herrschen, die durchaus erwünscht sind.

Das ist bei deinem Martin wohl auch so.
Von daher? Ich verurteile das auch nicht, aber auf die Dauer war es zuviel. Hier gab es auch ständige Anrufe, ständige whatsapp Mitteilungen (Filmchen usw.) mit denen sie sich permanent in Erinnerung brachte. Er fand das super, dass seine Mutter ihm so hinterherlief, und sich meiner Meinung zum Affen gemacht hat.
Der Auftrag war ganz klar, "kümmere dich um uns".

Aber ihm hat es geschmeichelt und sie hat halt gerne seine Unterhosen gebügelt. Dafür war er ihr unendlich dankbar.
Klar, kannst du das psychologisch aufdröseln, aber was nutzt das?
Es ist so wie es ist. Und so wie es ist, soll es auch bleiben.
Ja klingt unglaublich, aber ist wahr. Bei euch ist wenigstens noch der Vater da, als Ausgleich.

In anderen Kulturen ist sowas gang und gäbe. Da beschwert sich keiner, sondern die neue Frau muss halt nach der Pfeife von der Schwiegermutter tanzen, in der sie reinheiratet...Na, ja...

w 45
 
  • #18
Hallo an Euch,

Vorab erst mal ganz lieben Dank an Euch für Eure Zeilen (mehr kann ich jetzt grad gar nicht sagen).

Martin möchte, dass ich in den nächsten Tagen meine Kleider abhole, die bei ihm sind. Am letzten Montag nach einem Crash (nach dem Geburtstag seines Sohnes, bei dem ich mich zugebenerer Maßen "unmöglich" gezeigt habe) bin mit bösen Worten in meine Wohnung gefahren - die ich nur noch sporadisch besaß, mein Zuhause war bei ihm. Am nächsten Tag hatten wir ja dieses kurze Gespräch, in dem er meinte, dass er Abstand brauche ein paar Wochen. Er wollte auch nicht in Ruhe reden, wollte keine gegenseitigen Schuldzuweisungen. Ich verstehe dieses Wort "Abstand" oder "Auszeit" überhaupt nicht, für mich ist so etwas undenkbar; und daraufhin habe ich ihm gesagt, auch um das Gesicht zu wahren, dass es dann für mich nur die Trennung gäbe.

Am Tag darauf signalisierte ich ihm dann per SMS, dass mir vieles leid täte, ich ihn vermisse.

Jetzt kam eben der o. g. Anruf. Kernaussage: Seine Familie ist ihm sehr wichtig, ich brüskiere ihn teilweise, er kann sein Leben nicht entspannt leben, da er immer damit rechnen muss, dass ich seine ihn besuchende Tochter ignoriere, bei Telefonanrufen Spitzen schieße, auf Feiern demonstriere, dass ich mal so gar keine Lust auf die Leute habe... und einiges anderes.
Er vermisse mich auch, aber er hält es momentan für besser so. Er braucht den Abstand, ob wir wieder zusammen finden, vielleicht. Er wüsste auch nicht, ob es Kompromisse gäben könne, da er mich ja hinreichend erlebt habe.

Zugeben muss ich (unabhängig von der Diskrepanz unserer beider Familieneinstellung...): ich habe mich wirklich mitunter verhalten, dass man es vllt ein wenig als nicht gesellschaftsfähig bezeichnen darf. Eine unverbindliche Freundlichkeit kann ich nicht immer zusichern, wenn mich jemand nicht interessiert oder gar nervt. Ich bin ein harmonischer Mensch, der aber bei Angriffen, hart zurückschießen kann, meine Kommunikationsfähigkeit bei Problemen ist sehr bescheiden, und dann staut es sich auf und es knallt richtig. So eben geschehen am Montag Abend.

Das, was ich einfach nicht verstehe, ist der Rückzug von ihm nun. Wenn ich jemanden liebe - und das darf ich wirklich sagen, er hat mich sehr geliebt und auf Händen getragen, schicke ich ihn nicht von heute auf morgen in die Wüste. Ein Streit, auch ein heftiger muss für eine Beziehung tragbar sein.

Helene
 
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  • #19
Ihr habt euch ja nicht NUR gestritten. Du hast anscheinend Leute aus seiner Familie verletzt und gezeigt, dass er sich entscheiden müsste, ob er sie verteidigt oder Dich. Innerlich, meine ich, so für sich selbst.

Keine Ahnung, ob Du angegriffen wurdest und ob Du Dich wirklich so furchtbar verhalten hast. Aber wenn mein Partner das täte, würde ich auch denken, das passt nicht. Man ist ja in einem dauernden inneren Konflikt. Wenn die Familie Dich angegriffen hat und Du Dich verteidigt hast, ist es was anderes, aber auch hier kommt es nun auf den Ton an. Wenn Du allerdings singnalisiert hast, dass Du die nicht aussehen kannst, weil sie "ihn Dir wegnehmen" auf eine gewisse Weise, wie soll er das denn rechtfertigen?
Ich denke, diese Pause bedeutet, dass es aus ist. Du hast es ja auch selbst schon gesagt.
Ich verstehe dieses Wort "Abstand" oder "Auszeit" überhaupt nicht, für mich ist so etwas undenkbar; und daraufhin habe ich ihm gesagt, auch um das Gesicht zu wahren, dass es dann für mich nur die Trennung gäbe.
Ich finde das dumm, dass Du, um das Gesicht zu wahren, von Trennung sprichst. Du wolltest Druck ausüben. Du hattest einen Mann, durch den Du Dich geliebt gefühlt hast. Vielleicht hat sich bei ihm ne Menge angestaut. Ich denke, dass Du sonst auch nicht gerade ein umgänglicher Mensch bist und er sich Dir vielleicht schon öfter untergeordnet hat, weil er gemerkt hat, dass Dir die ganze Situation nicht passt. Von daher ist in meinen Augen sein "Abstand" die Einleitung, dass er es ganz beenden will. Er wird ja nicht in dieser "Abstandszeit" plötzlich lernen, wie er mit Dir umgehen kann und wie er sich Dir gegenüber behaupten kann, um ein Beziehungsleben zu führen, in der er entspannt sein kann.
2 Jahre sind nun nicht wenig, aber jetzt kommt ja so ein Zeitpunkt, bei dem man feststellt, ob man die Beziehung wirklich auch "ertragen" kann oder ob die Konflikte zu groß sind.

Was willst Du? Du willst ihn ohne seine Familie, ohne seine Lebensumstände und ohne sein Familienverhalten. Ich kann mir schon vorstellen, dass er da auch devot und "pflegeleicht" ist, so wie bei Dir. Davon wirst Du gefühlsmäßig profitiert haben, dass er Dich auf Händen getragen hat und sich Dir angepasst hat. Aber das macht er eben auch mit den anderen und Du willst nicht teilen, denke ich.
 
  • #20
Seine Familie ist ihm sehr wichtig, ich brüskiere ihn teilweise, er kann sein Leben nicht entspannt

wenn dem so ist, musst Du es akzeptieren, ohne Dich aber daran zu stören. Solche Menschen ändern sich nicht. Sie fühlen sich ja wohl.

habe mich wirklich mitunter verhalten, dass man es vllt ein wenig als nicht gesellschaftsfähig bezeichnen darf. Eine unverbindliche Freundlichkeit kann ich nicht immer zusichern, wenn mich jemand nicht interessiert oder gar nervt. Ich bin ein harmonischer Mensch, der aber bei
wenn dem so ist, ist das eine Eigenschaft mit der viele Menschen schwer können. Weil sie sehr ablehnend und verletzend wirken kann. Kann es sein, das Du auch oft gern mal alleine bist, weil Dir Dein Umfeld gegen den Strich geht?
Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich konnte mich aber bei der Schwiegerfamilie zusammenreißen.
Helene, erkenne es. Auch der Abstand wird nichts bringen. Ihr seid zu verschieden. Das wird nichts. Dir alles Gute
 
  • #21
Ich denke du greifst im Moment nach dem Stück Seife und das voll unüberlegter Panik.
Bitte mach das alles wieder gut ist...

Kennen wohl die meisten von sich selbst in solchen Momenten.
Genau wie die Neigung alle Schuld auf sich zu nehmen.
Aber das wird nichts ändern...und damit meine ich nicht: damit bekommst Du ihn jetzt nicht zurück.

Es ändert die Situation nicht!
Der größte Fehler ist dann nämlich meist, dass man zu allem A und Amen sagt, bis es wieder eskaliert.

Ja Du warst nicht nett!
Warst Du vorher zu nett und dachtest: alles kein Problem?
Solange Deine Grenzen ignoriert, bis Du die der anderen auch ignorierst?
Dich nerven lassen, bis Du völlig entnervt warst?
Lange zurück gezogen, bis Du wie ein Tsunami an den Strand geknallt bist?

Ich weiß es nicht aber Du musst erst deine Punkte finden.
Du musst dich sortieren und auch neu in vergangene Situationen.

Und vorallem: möchtest Du so leben?
Mal unabhängig ob von der Horde einer ein großer Schatz ist.

Nur dann kannst Du ein Gespräch führen in dem er Dir vertrauen könnte.
Erkenne Deine Grenzen und nenne sie, dass gibt mehr Gefühl sich auf Dich verlassen zu können
als: ich liebe Dich, will zurück und bin auch wieder lieb.

Vorher gib dir auch ein paar Tage um traurig zu sein.

Drück Dich und meine Daumen
 
  • #22
Rumstänkern, Familienmitglieder ignorieren oder anblaffen, weil sie einen langweilen oder einem auf den Keks gehen, Spitzen abschießen und sich unmöglich benehmen geht gar nicht, liebe Helene. Geschweige denn, den Geburtstag seines Sohnes zu torpedieren.

Nein, auch wenn man jemanden mal meint geliebt zu haben und noch immer Gefühle hat, muss man so etwas nicht tolerieren, und eine "Liebe" muss nicht nachhaltig schlechtes Verhalten aushalten. Liebe entschuldigt auch nicht jedes üble Benehmen. Irgendwann geht die Liebe dabei nämlich baden.

Mir scheint, du bist eifersüchtig auf die Familie, weil du seine ungeteilte Aufmerksamkeit haben möchtest.
Dir scheint auch völlig abzugehen, dass seine Kinder nun einmal wichtig in seinem Leben sind, und dass das auch gut so ist.

Natürlich müssen Familienmitglieder nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit in die Wohnung hineinplatzen. Eine gewisse Privatsphäre sollte gewährleistet sein. Dies kann man aber vernünftig kommunizieren, z. B. "wenn wir abends bei Tisch sitzen und uns über unseren Tag austauschen, bleibt das Telefon unbeachtet, denn das ist unsere Zeit" oder "nach 20 Uhr Besuche nur bei Einladung oder in Notfällen". Rumzicken und ein Telefonat mit Kommentaren zu stören ist keine Kompromissfindung oder wertschätzendes und wohlwollendes Grenzenziehen.

Überleg dir mal genau, was du eigentlich willst. Falls er seine Familie in den Hintern treten soll, damit du permanent und nur noch seine Nr. 1 sein kannst, dann vergiss diese Beziehung. Das wird er nicht tun.
Falls dir einige ausgewählte Dinge auf den Geist gehen, versuche dich dahingehend mit ihm zu einigen.
In jedem Fall solltest du überlegen, ob du ein Teil dieser Familie sein möchtest und diesen Menschen gegenüber eine mindestens basale Zuneigung entwickeln kannst. Ohne das wird es nicht gehen.
 
  • #23
Hm. Wenn ich meinen Partner mit zu meiner Familie nehme, und dieser sich dann dort unmöglich benimmt, meine Verwandten verletzt oder ignoriert, dann wäre mir das sehr peinlich, diesen Menschen jemals wieder mit dahin zunehmen. Es wäre mir einfach peinlich vor meiner Familie, vermutlich wirst du da noch sehr lange erheiternder Gesprächsstoff bei Familienfeten sein.

Vielleicht will er dich deswegen nicht mehr, weil er das durch kein gutes Argument mehr rechtfertigen könnte, wieso er noch mit dir zusammen ist. Und in dem Falle ist halt bei ihm das Blut dicker als Wasser. Das ist schade drum, aber wahrscheinlich hast du durch dein Verhalten letztes Mal gezeigt, dass du nicht so gesellschafts- und familienkompatibel bist, wie er das gern bei seiner Partnerin sehen würde.

Kurz und gut, er wird wohl keinen Sinn mehr in einer Fortführung eurer Beziehung sehen. Daher sein rigoroses Schlussmachen jetzt. Ist vielleicht auch besser so, denn vermutlich wirst du dich nicht dauerhaft mit seinem Lifestyle anfreunden können, was ich jetzt auch wieder nachvollziehen kann. Aber dann ist es halt das klassische „dann passt es eben nicht“.
 
  • #24
In unserer Gesellschaft ist es tradiert, dass ein Mann und eine Frau zusammen wohnen.
Man lernt jemanden kennen und innerhalb einer gewissen Zeit, die angemessen erscheint, zieht man zusammen.
Vor längerer Zeit ( Jahrhunderten ) innerhalb weniger Wochen.
Vor kürzerer Zeit ( Jahrzehnten ) nach wenigen Jahren.
Heute wieder schneller, nach Monaten.

Man zieht also mit einem fremden Menschen zusammen, ist fortan jeden Tag zusammen, sieht den anderen in Zuständen, in denen er sich anderen Menschen niemals präsentieren würde, liegt nachts gar neben ihm, um die gleiche schlechte Luft zu atmen und Geräusche zu hören, die natürlichen Vorgängen geschuldet sind und man wird sogar mit Gewohnheiten konfrontiert, die man als befremdlich empfindet.
Zwei Menschen, die Jahrzehnte unabhängig voneinander sozialisiert wurden, sollen nun ohne Überleitung miteinander auskommen.

Ich finde es immer erstaunlich, wie gut das in der Regel klappt.
Menschen sind sehr anpassungsfähig.
Jedenfalls die meisten.
Ich nicht, daher will ich nicht mit einem Menschen, der andere Gewohnheiten hat als ich, zusammen wohnen.
Und du auch nicht, aus dem gleichen Grund.

Meine Lösung: nicht mit ihm zusammenwohnen
Deine ( Wunsch- ) Lösung: nach deinen Bedingungen mit ihm zusammenwohnen.

Wer sagt, dass es richtig ist, dass eine fremde Frau täglich bei ihm ist, und dass es falsch ist, dass Menschen, die er seit sehr langer Zeit kennt, täglich einen Teller Kuchen bringen ?
Martin findet die Kurzkontakte mit seiner Familie richtig gut.
Du gehst davon aus, dass sie nicht gut sind und es Nachbesserungsbedarf gibt.

Wie war es, als du eingezogen bist ?
Hat er dich eingeladen ?
Oder hat sich das eher schleichend entwickelt, du bist einfach immer öfter da gewesen ?
Wollte er wirklich mit dir zusammenziehen ? Warum hast du dann nur ein paar Kleider dort und warum hast du deine Wohnung behalten ?
Du warst dort zuhause ? Sieht Martin das auch so ?
Möglicherweise fand es das sehr viel übergriffiger als die kurzen Besuche seiner Familie.

Du wolltest, dass er dir zuliebe auf das Leben, das ihm gefällt, verzichtet, weil es dir nicht gefällt.
Ich denke, die ganze Familie wird sehr erleichtert sein, dass du nun weg bist und wieder Frieden herrscht...und Martin sicher auch.

Ich denke, dass du auch aus dieser Geschichte etwas Positives mitnehmen kannst, so wie es immer einen guten Aspekt in jeder noch so doofen Angelegenheit gibt: Du wirst beim nächsten Mann vielleicht weniger deine Ziele verfolgen und den anderen mehr als Menschen mit eigenen Wünschen wahrnehmen. Das ist die Essenz dieser Erfahrung.

w 50
 
  • #25
Es gibt Menschen, die haben ein inniges Familiennetz, das umfasst die Generationen in alle Richtungen.
Man schaut nach einander, kümmert sich, feiert zusammen, tauscht sich aus
Und wenn Not am Mann ist, ist der ganze Clan da.
Ich kenne etliche Familien, weil es so läuft.
Manche wohnen dann noch im gleichen Haus, weil groß genug für mehrere Wohnungen, andere im gleichem Ort.
Da sind viele Menschen dabei, die das als Glück empfinden, nicht als fehlende Abnabelung - es kommt ja immer auf die Ausgestaltung im Detail aus.

Zu einem so ausgeprägten Fanilienmenschen passt nur jemand, der das auch mag - seine Grenzen kann man ja definieren.

Aber das er die Reißleine zieht, wenn die FS sich mehrfach in dieser Art und Weise zeigt?
Ich stelle mir eine Analogie bei einem Geburtstag einer meiner Söhne vor, dieser Partner wäre wohl Geschichte.
Ich bin nämlich auch ein Familienmensch, meine Tür ist für beide immer offen.
Der Rest der Familie ist zu weit weg, leider.

Helene, Ihr passt einfach nicht zusammen, das wird man auch nicht passend machen können.
 
  • #26
Ich verstehe Deine Frage nicht. Das kann klappen oder auch scheitern. Bei Dir ist es gescheitert. Der Mann hat die Beziehung beendet. Möchtest Du das nicht wahrhaben? Seine Aussagen sind deutlich. Ob er zu familienorientiert ist oder Du zu wenig, ist jetzt egal. Er erträgt offenbar Dein Verhalten nicht mehr und hat sich gegen Dich entschieden. Klammere Dich nicht an die Worte "Abstand" und "Auszeit". Er benutzt sie nur, um eine erneute Eskalation von Deiner Seite zu verhindern. Suche Dir in Zukunft lieber einen Partner, der ähnlich gestrickt ist wie Du und eine ähnliche Vergangenheit in Bezug auf Familie hat.
 
  • #27
Guten Morgen zusammen,

ich muss hier mal auf meine eigenen Zeilen von vorgestern zurückkommen. Ich hatte diese am gleichen Abend nach dem Versenden selbst noch einmal durchgelesen mit dem daraufhin einhergehenden Gefühl, ach herrje, das kann zumindest teilweise zu Missverständnissen führen, einen falschen Eindruck hinterlassen. Und so ist es wohl geschehen. Möchte gern ein bisschen gerade rücken, auch an Beispielen, die es plastisch machen und hilfreich:

Brüskiert sieht Martin sich, wenn ich nicht jedes Mal mit zum verwandschaftlichen Gartentreffen wollte, dass im Sommer häufig stattfindet, sondern finde, dass er auch mal allein gehen kann. Brüskiert sieht er sich auch, als die Eltern ihn wiederholt nach gemeinsamen Kurzurlauben fragten und ich dankend ablehnte (mal
gab es das auch, und es war auch mal nett, aber eben mal ist in Ordnung).

Ich gelte bei meiner Umwelt im Allgemeinen als nett, sympathisch, wenngleich eher etwas zurückhaltender in der Kommunikation. Es ist auch immer die Zusammensetzung einer Gruppe maßgeblich, wie die eigene Person sich darstellt, zeigen kann. Und wenn eine geringere gemeinsame Kommunikationsebene existiert, wird es anstrengend und langweilig, und das strahlt man aus.

Ich ignoriere keine Leute, nur wenn ich nicht jedes Mal beim Besuch seiner Tochter mich hocherfreut dazu setze, sondern vllt auch gerade mit etwas anderem beschäftigt bin und nur grüße.

Ich kann hart schießen. Aber ich schieße nur ZURÜCK. Ich greife niemals an. Es ist ein Unterschied, ob man unverschämt agiert oder auf eine Unverschämtheit reagiert. Aber zu solchen Situationen kommt es im Leben ja Gott sei Dank auch selten.

Nein, ich sprenge keine Zusammenkünfte ;-) ! oder bin anderweitig auffällig im Umgang. Das mal nur als Randbemerkung, und ich denke, den meisten ist es auch klar gewesen.

Auf der Geburtstagsfeier des Sohnes war nicht nicht gut drauf, und auch genervt. Aber die Eskalation zwischen Martin und mir fand erst im Auto auf der Rückfahrt statt, nicht vor den Gästen!
Ich hoffe, dass jetzt einiges etvl. Schiefe hier grade gerückt worden ist.

Liebe @pixi67, ich finde Deinen Text richtiggehend weise und psychologisch fundiert. Er hat mich sehr beeindruckt und berührt! Obwohl ich um einige Dinge und Zusammenhänge auch Bescheid weiß. Ich kann des jetzt gar nicht erklären... wie sich das für mich liest, was und wie Du es schreibst.

Und das Nachfolgende

"Du musst dich sortieren und auch neu in vergangene Situationen.
Nur dann kannst Du ein Gespräch führen in dem er Dir vertrauen könnte. Erkenne Deine Grenzen und nenne sie, dass gibt mehr Gefühl sich auf Dich verlassen zu können."

ist etwas ganz Neues für mich und hat sich bei mir als Erkenntnis tief eingepflanzt.

Danke!
 
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  • #28
Rumstänkern, Familienmitglieder ignorieren oder anblaffen, weil sie einen langweilen oder einem auf den Keks gehen, Spitzen abschießen und sich unmöglich benehmen geht gar nicht, liebe Helene. Geschweige denn, den Geburtstag seines Sohnes zu torpedieren.

Rumzicken und ein Telefonat mit Kommentaren zu stören ist keine Kompromissfindung oder wertschätzendes und wohlwollendes Grenzenziehen.

Unabhängig davon, dass mein Post vllt zu einigen Missverständnissen führen konnte, so wie Du hier schreibst, überzeugt, hart und mit entsprechender Wortwahl konstruierst Du etwas Unschönes und eine neue, ganz fremde eigene Geschichte, die mit mir nichts zu tun hat. Und wie Du aus meinem Eingangspost auf eine schlichte Eifersucht auf seine Familie schließt, ist mir schleierhaft! Nichts für ungut.
 
  • #29
Liebe FS,

ich hoffe es tröstet Dich: bin ich selbst emotional betroffen, ist alles weise weg und ich weiß ggf später was ich falsch gemacht habe.
Genauso wie ich, wenn ich mich genervt doof verhalten habe, dazu neige mich völlig schuldig zu fühlen.

Wichtig ist aber auch: warum bin ich genervt. Es sind nunmal nicht immer die Tage...

Wieweit er sich nochmal darauf einlässt weiss ich nicht, denn er würde seine Entscheidung nicht nur von Euch beiden abhängig machen.

Beispiel wäre: Urlaubsplanung..
Mal mit Familie ist ok aber nicht immer.
Was und wie oft ist denn mal?

30 Tage Urlaub, davon mache ich 3x von Freitag bis Sonntag mit deiner Familie.
Bleiben 27 Urlaubstage
Andere haben kinderfreie Wochenenden und ich möchte familienfreie.
Beispiel alle 14 Tage gehts in deine Wohnung...

Nur Beispiele aber ein Plan kann helfen, dass es nicht immer zu Situationen kommt, die Dich nerven.
 
  • #30
Liebe Helene, und täglich grüßt das Murmeltier...Die Antworten gefallen Dir nicht und nun versuchst Du, Deine eigene Schilderung zu widerrufen. Du beschreibst Dein Verhalten beim Geburtstag des Sohnes selbst als "unmöglich", dann "knallte es richtig", "nicht gesellschaftsfähig" usw. Wenn Du schon Dein eigenes Verhalten so siehst, wie müssen das dann Dein Ex und seine Familie erlebt haben?? Mach Dir nichts vor und lüg Dir nicht selbst in die Tasche. Sonst lernst Du nichts daraus und beim nächsten Partner tauchen Deine Probleme wieder auf und führen vielleicht wieder zum Scheitern der Beziehung. Du bist eine erwachsene Frau Ü 40 und da kann man realistische Selbstwahrnehmung und Kritik am eigenen Verhalten erwarten.
 
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