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  • #1

Ist Patchwork die Zukunft?

Was denkt Ihr über eine Patchwork-Familie? Kann Patchwork ein gutes Lebensmodel sein? Gibt es Menschen, die sich in einer Familie erfolgreich integrieren konnten? Gibt es Männer, die Kinder ihrer Frau adoptiert haben oder Frauen, die eine gute Beziehung zu den Kindern des Mannes aufbauen konnten? Welche Voraussetzungen müssen da sein?

In den letzten Jahren kam dieses Lebensmodel überhaupt nicht für mich in Frage. Bei mir herrschte der eiserne Vorhang. Ich habe Nichts in dieser Richtung erlaubt. Ich kenne auch keine einzige Frau, die nach mir die Partnerin meines Ex war und meine Kinder haben auch diese Frauen fast nie gesehen. Mittlerweile denke ich darüber nach, ob es doch nicht besser wäre sich zu öffnen. Theoretisch gesehen kann man durchaus davon profitieren, wenn eine langfristige Bindung entsteht. Wenn ich aber mit meiner Mutter darüber rede, schüttelt sie nur den Kopf und sagt, dass ich verrückt geworden sei. Ich solle alleine bleiben und meine Kinder großziehen. Es gäbe keinen anderen Weg. Gleichzeitig sehe ich überall Menschen, die schon irgendwie eine Patchworkfamilie haben und auch keinen unglücklichen Eindruck machen. Laut meiner Mutter ist eine Patchworkfamilie nur ein vorprogrammiertes Chaos und man bekäme tausend neue Probleme. Ich solle nicht aufgeben und stark bleiben.
Was denkt Ihr? Hat sie recht?
 
  • #2
Was meint sie damit, mit 'nicht aufgeben und stark bleiben'?
Soll das bedeuten, Du sollst bis an Dein Lebensende alleine bleiben?
Ich denke das Patchwork durchaus funktionieren kann, wenn die Kinder älter sind, also fertig erzogen. Ansonsten sehe ich bei der Erziehung erhebliche Probleme.
 
  • #3
Nein, ich finde Deine Mutter hat nicht recht. Sie kommt aus einer anderen Generation, hat es so gelernt und sich vielleicht durch Einzelerlebnisse darin bestätigt gefühlt.

Blut ist nicht dicker als Wasser. Heute können zwei Männer, zwei Frauen genauso ein gesundes und glückliches Kind aufziehen wie ein Heteropaar. Bei einem Elternteil und dessen neuer/m Partner/in zu leben kann für ein Kind ein Segen sein, wenn die leiblichen Eltern sich nicht verstanden haben. Ich kenne Stiefväter, die ihren Stiefkindern ein toller Vater sind, als wäre es ihr eigenes. Und Familien, in denen die neuen Partner/innen wie "Freunde " integriert wurden.

Aus meiner Sicht wird so auch Offenheit und Toleranz von klein auf vermittelt, und man kann sich nur wünschen, dass die zukünftigen Generationen davon viel haben!
 
  • #4
Ich befinde mich seit über 1,5 Jahren in einer Patchwork Beziehung, meine erste Erfahrung bis jetzt. Eigene Kinder habe ich nicht.
Ausgesucht habe ich die Konstellation nicht. Es hat sich so ergeben und habe mittlerweile gemerkt, dass ab Mitte 30 nicht gerade einfach ist, Partner ohne Kinder zu finden.

Anfangs war die Patchwork Situation echt herausfordernd für uns alle. Wir hatten keine Erfahrung damit. Hilfe vom Aussen haben wir in Anspruch genommen, in Sinne von Familienberatung. Im Laufe der Zeit kennt man sich gut aus und es läuft. Holprig aber läuft allmählich besser.

Mir ist bewusst, dass solche Konstellation viel Geduld, Zeit und Kraft brauchen. Es entspricht schließlich nicht das konventionelle Familienbild, was ich seit meiner Kindheit kenne. Ich kann nur sagen, dass Patchwork Konstellation nur funktionieren könnte, wenn der Basis, nämlich die Beziehungebene von Mann und Frau, ziemlich stabil ist.
Patchwork ist nicht für Jedermann. Es heißt aber auch nicht, dass es schlecht nur weil es anders ist. Ich werde es auch nicht schön reden. Es ist anstrengend aber es kann einem bereichern.
 
  • #5
Ich kenne auch keine einzige Frau, die nach mir die Partnerin meines Ex war und meine Kinder haben auch diese Frauen fast nie gesehen.
Vielleicht ist das der springende Punkt dabei. Aus Deinen Post hatte ich den Eindruck, dass Du noch nicht mit Deiner vergangenen Ehe abgeschlossen hast und dann kann kein Patchwork funktionieren. Oder halbes Patchwork, gleich kommen wieder die Korinthenkacker.

Selber kenn ich einige Familien in denen es funktioniert, bei anderen ist es in die Hose gegangen. Als Außenstehende hätte ich Wetten darauf abgeben können, wo es klappt und wo nicht.

Mein Ex hatte etwa 4 Jahre nach unserer Trennung mich seiner Freundin vorgestellt. Vorher habe ich nichts von seinem Liebesleben gehört, weil mich das bestimmt ziemlich niedergeschlagen und wieder zurückgeworfen hätte. Ja, bei denen klappt es bis heute, sie sind schon lange verheiratet und er ist mit der Frau und unseren Söhnen in ihre Heimat gezogen, damit sie wieder im Familienbetrieb ist. Er hat sich sogar versetzen lassen.

Schlechte Beispiele gibt es hier im Forum und draußen in der Welt zu Genüge.

W/37
 
  • #6
Ich bin in eine solche Patchworkfamilie. Ich habe 2 Kinder und mein partner auch. Seine Kinder sind schon groß(Ü20) meine noch klein 7-12. Ich komme mit seinen Kinder klar, sie erzählen mir sogar Sachen die man gar nicht hören möchte hihi. Fragen nach Rat, oder melden sich einfach so wie uns geht. Meine Kinder akzeptieren mein neune Patner auch. Der Anfang war nicht ohne. Mein Partner ist sagen wir mal streng, aber nicht ungerecht. Sie wissen Papa gibt es nur eins und Mama, das hat mein Partner ihnen auch deutlich erklärt. Seine Ex hat leider sein neuen Partner den Kinder als neuen Papa verkaufen wollen und das geht gar nicht.
Mann muss sich gegenseitig respektieren und in jeden Fall nicht die Kinder zwischen irgenwelche Probleme schieben.
JA es kann funktionieren.
 
  • #7
Single, Paarbeziehung, klassische Familie, gleichgeschlechtliche Beziehungen und Patchwork sind doch nicht eine Frage von Glücklichsein. Vielmehr geht es doch darum sich von Vorurteilen und alten Denkmustern zu lösen, die meist von den Eltern vermittelt werden. Bei sich selbst ansetzen, dass eigene Gefühlsleben erforschen, Beziehungskonstellationen beobachten, zulassen und sich manchmal ein Stück weit emotional entkoppeln. Das sind erste Schritte zum glücklich sein. Wer Glück nur im Außen sucht wird grandios scheitern. Auf zu neuen Ufern und viel Glück!

;)
 
  • #8
Wenn ich aber mit meiner Mutter darüber rede, schüttelt sie nur den Kopf und sagt, dass ich verrückt geworden sei. Ich solle alleine bleiben und meine Kinder großziehen. Es gäbe keinen anderen Weg. Gleichzeitig sehe ich überall Menschen, die schon irgendwie eine Patchworkfamilie haben und auch keinen unglücklichen Eindruck machen. Laut meiner Mutter ist eine Patchworkfamilie nur ein vorprogrammiertes Chaos und man bekäme tausend neue Probleme. Ich solle nicht aufgeben und stark bleiben.
Was denkt Ihr? Hat sie recht?
Meine Erfahrungen insgesamt bestätigen die Meinung deiner Mutter, ich habe zwei Patchwork hinter mir, eine 3. Chance gäbe es nie wieder, dann lieber alleine bleiben, die Meinung deiner Mutter ist genau identisch und kompatibel mit meiner Meinung, ich halte von Patchwork gar nichts, nur Probleme, Probleme und nochmals Probleme, wer mit solchen Problemen leben möchte soll es tun und machen, das wäre niemals mehr ein Modell für mich, ebenso was man den Kindern antut, wenn es Probleme gibt!
 
  • #9
Wenn ich aber mit meiner Mutter darüber rede, schüttelt sie nur den Kopf und sagt, dass ich verrückt geworden sei. Ich solle alleine bleiben und meine Kinder großziehen.
Wenn Du eine Weg suchst, um dieser Siatution so zu entkommen, dann sehe ich das wie Deine Mutter.

Patchwork muss man wirklich wollen, nicht der Umstände wegen zulassen.
Man muss schon eine gewisse Zugewandheit, und soziale Kompetenz mitbringen.

Ich gebe zu, sowas könnte ich nicht.
 
  • #10
Liebe Fragestellerin!
Patchwork bis zu einem gewissen Grad ist für mich die logische Konsquenz, wenn man nach der "Auflösung" der vorhergehenden Familienstruktur wieder in Partnerschaft leben möchte.

Sei es nun, die eigenen Kinder mit dem neuen Partner bekannt zu machen, oder eben, falls der neue Partner Kinder hat, im großen Stil, was Neues zu erschaffen.

Ich bin seit 8 Jahren in einer Partnerschaft und lebe Patchwork seit ca 6 Jahren. D.h. wir haben einander die Kinder erst vorgestellt, als wir sicher waren, dass die Beziehung dauerhaft ist. Das ist ein wichtiger Punkt, denke ich.
Wir haben lange getrennte Wohnungen gehabt und die Kinder nicht sofort zusammengewürfelt. Auch jetzt können wir auf einen 2.Wohnsitz ausweichen.

Patchwork muss wachsen, die unterschiedlichen Familientraditionen verschmelzen erst mit der Zeit. Man kann hier nichts beschleunigen.

Weiters bedarf es von Seiten der Eltern die Befähigung, die Kinder des Partners wertzuschätzen und zu achten. Im Idealfall, sie so lieben zu können, wie die eigenen. Im Minimalfall muss aber zumindest Sympathie u Akzeptanz herrschen.

Ich erkenne in einer Patchwork Familie nicht das Potential zu besonderem Chaos. Wer keine Struktur in sein Leben bringt, ist wohl mit dem klassischen Vater-Mutter-Kind System überfordert. Und wer organisiert und strukturiert durchs Leben geht, managt auch PW.

Große Familien bieten meiner Meinung nach Ressourcen. Vielleicht kann ich mich nicht immer jeden Tag stundenlang um Bespaßung der Kinder kümmern, aber die Unseren Unternehmen ohne Eltern gemeinsam Sachen-irgendwer hat immer Zeit.

Wichtig ist auch noch: Pw sollte nicht als Trostpokallösung verstanden werden . Das muss man wirklich wollen. Und man muss sehr klar sein und wirklich gut kommunizieren.

Mein Mann und ich verwenden sehr viel Zeit darauf über die Familie und das eigene Verhalten zu reflektieren. Ab und an gönnen wir uns einen Familiencoach. Wir haben ähnliche Werte u vermitteln diese straight. Unsere Kids sind open minded, tolerant.

Ich liebe meine Familie und war noch nie so glücklich.

(Tochter 1 *22, Tochter 2 *18, Töchter 3&4 *15, Sohn 1 * 10 Jahre, Tochter 5 *9 Monate)
 
  • #11
Was ist für Dich Patchwork? Ein neuer Partner, einer mit eigenen Kindern oder einer mit gemeinsamen Kindern?

Ich denke nicht, dass man mit Kindern alleine bleiben muss. Eigentlich finde ich es besser, wenn Kinder mit einem Paar aufwachsen. Sie können so eine Menge über Beziehungen und über Männer und Frauen lernen. Kinder von AE mit schlechtem Männer- oder Frauenbild nehmen sicher einen Schaden für eigene Beziehungen mit.

Warum sollen Kinder nicht mitbekommen, dass das Leben nach einer Trennung weitergeht? Also: klar pro Patchwork und Contra Liebesende nach Trennungen. Allerdings natürlich ausgewählter als ONS bei Single.
 
  • #12
Hi,
ist es nicht traurig, alleine zu bleiben, nur weil es dein familiäres Umfeld so will? Nimmst du dir nicht die Chance glücklich zu werden. Du bist Mutter aber auf der anderen Seite bist du auch eine Frau, die an sich denken sollte. Kinder werden groß und gehen ihren eigenen Weg. Und dann bist du schon älter und allein.
Ich habe mit 20 meinen Mann kennengelernt, der eine unglückliche Ehe hinter sich hatte, bei der ein Kind entstanden ist. Er wollte das Kind mit der Frau nicht. Er war jung. Die Frau hat die Pille abgesetzt und er bereute dass er nicht zusätzlich verhütet hat. Er hatte ständig andere Frauen in der Beziehung, es war ein hin und her, bis er für sich den Schlussstrich zog und ausgezogen ist. Die Ex hat einen neuen Mann kennengelernt, der der Vater für das Kind war. Mein Mann hatte da keinen Bezug.
Der neue Mann adoptierte das Kind und sie sind bis heute glücklich.
Mein Mann ist heute auch glücklich. Er hat sich das aufgebaut was er immer wollte. Hat die Familie gegründet die er haben wollte.

Das Leben verläuft oft nicht nach Plan. Manchmal trifft man Entscheidungen, die man später bereut. Aber so ist es halt. Man hat aber nur dieses eine Leben und sollte es genießen.
Warum solltest du keinen Partner haben, mit dem du auf Augenhöhe durchs Leben gehst? Natürlich hast du eine Verantwortung für deine Kinder. Ich würde meinen Kindern wenn ich Du wäre auch nicht jeden Typen vorstellen sondern nur den, mit dem man die Zukunft teilen möchte.
 
  • #13
meine Kinder haben auch diese Frauen fast nie gesehen...... Theoretisch gesehen kann man durchaus davon profitieren, wenn eine langfristige Bindung entsteht.
Liebe FS,
wenn Dein Ex in ein paar Jahren mehrere wechselnde Frauen hatte, unterliegst Du wohl einem Irrtum, wenn Du glaubst, dass es für die Kinder von Vorteil wäre zu den wechselnden Frauen Bindungen aufzubauen.

Sorry, aber guck Dir bei der jüngeren Generation doch mal das Bindungsverhalten der Scheidungswaisen an, wie die durchs Leben trudeln, sodass man eigenen jungen Verwandten rät bei der Partnersuche lieber nach unkomplizierten Kandidaten aus stabilen Familien zu gucken, um sich Liebesleid zu ersparen.
Mittlerweile beobachte ich auch in den sozialen Belangen das gleiche wie im Bereich Bildung - zunehmende gesellschaftliche Homogenität, immer mehr soziale Barrieren: gleich und gleich gesellt sich gern - also immer weniger soziale Durchmischung.

Insgesamt glaube ich, dass Du Dich irrst im Hinblick auf Deinen Einfluss am Ganzen. In erster Linie müssten es der Ex wollen, dann müssten es die Frauen wollen und die Kinder müssten es wollen - also die vorrangigen Akteure. Und erst dann kommst Du mit Deinem "wollen".

Wenn ich aber mit meiner Mutter darüber rede, schüttelt sie nur den Kopf und sagt, dass ich verrückt geworden sei. Ich solle alleine bleiben und meine Kinder großziehen. Es gäbe keinen anderen Weg.
Egal wie alt Du bist, aber wenn Du Kinder hast und seit Jahren geschieden bist, dann wirst du sicherlich volljährig und sogar deutlich älter sein. Es ist also höchste Zeit für Dich endlich mal erwachsen zu werden, Dich von Mamas Rockzipfel zu lösen und für Dich festzulegen, wie Du leben willst.
Es gibt immer einen anderen Weg - aber nicht unbedingt den, den Du Dir vorstellst mit happy Patchwork, Adoption (muss auch der Ex zustimmen) sondern vielleicht LAT an den kinderlosen WE - kann auch schön sein.

"Nicht unglücklich" sein, ist aber nicht "glücklich sein". Die Frage ist, wie Du leben willst.

Ich kenne nur eine einzige Patchworkfamilie mit 6 Kindern, bei der es richtig gut läuft, ansonsten eher Flickwerk mit unangenehmen Auswirkungen auf die Kinder, s.o.
In dem positven Fall war der Mann verwitwet und hatte 2 Kinder. Die Frau hatte 1 Kind ohne Mann dazu, d.h. beide keine Verbindung zu vorherigen Beziehungen/Altlasten die Störfaktoren sein könnten.
Da wurde eine neue Familie gegründet, die bereits vorhandenen Kinder adoptiert und sie bekamen noch 3 weitere gemeinsame Kinder. Die Familie ist ziemlich wohlhabend, sodass es es kein Ressourcenproblem gibt (finanzielle Belastungen durch Unterhaltszahlungen an Kinder/Partner aus vorherigen Beziehungen).

Ich würde an Deiner Stelle also das Maximalkonzept aufgeben und einfach mal gucken, was möglich ist.
 
  • #14
Frau oder Mann sollten besser die Kinder aussen vor lassen und so schützen. Schlimm ist, wenn sie sich an den Neuen gewöhnen und der dann auf einmal nicht mehr da ist. Bei erwachsenen Kindern muss man das individuell entscheiden.
Vorsicht: viele Frauen suchen einen Ernährer, der dann nur eine Option ist.
Oder Männer wollen nur eine Nanny und hängen noch am Ex oder an der Ex.
Am unproblematischsten geht Patchwork mit Kleinkindern bis zu einem gewissen Alter.
Diese Erfahrungen gebe ich aus meinem Freundeskreis wieder.
 
  • #15
Es kommt drauf an Liebe FS....
Letztendlich ist es ein grosser Faktor obendrauf, der funktionieren muss.
Wenn der neue Partner sonst gut passt, wären ohne Kinder alle Parameter fertig .
Gen Patchwork, fangen dann neue an.
Mag man die Kinder wirklich...
Ganz großer Punkt, denn manchmal ist einem ein Kind nicht so symphathisch und dann ist man schnell bei: dein Kind ist viel schlimmer als meins.
Bei meinem Exfreund und mir waren es 5 Kinder zusammen und das ist eine Hausnummer. Alleine 5x Pubertät die nicht Smoothie läuft etc.
Ich hätte das eher gemacht als er...
Gleichzeitig war es bei Urlaubern sogar sehr harmonisch, weil wir uns ähnlich waren was Erziehung anging.
Eifersucht von Kindern gabes nicht etc.

Ich selbst bin Patchworkkind gewesen aber mein Erzeuger war auch abgetaucht und ich war klein.
Und adoptiert bin ich auch

Die Selbstverständlichkeit, zur Frau gehören ihre Kinder dazu....
Ist mir übrigens eher bei den Handwerkern, selbst begegnet
Dem Inginör war's eher zu schwör

Aber die Dinge zeigen sich nur, wenn man es versucht.
Kann gut werden, muss aber nicht...

Trozdem schade, sich Dinge zu verwehren, nur weil es scheitern kann

Deine Mutter hat ihre Erfahrungen...mach Du die deinen...
Ich wünsche Dir von Herzen viel Glück
 
  • #16
Du wirst viele Meinungen finden und viele, die dir abraten. Ich kann dir sagen das es funktioniert! Ich bin seit zwei Jahren in einer wundervollen Beziehung. Ich bin 43 J. , mein Freund 50 J. Jeder von uns hat einen Teenager (w., 14 J und m., 16 J) mit in die Beziehung gebracht. Jeder musste sich daran gewöhnen, aber nach einiger Zeit lief es super! Mein Partner hat ein besseres Verhältnis zu meiner Tochter als ihr leiblicher Vater. Das Problem hat der eigene Vater aber selbst zu verschulden.
Wir wohnen zwar noch nicht zusammen, das ist aber für das nächste Jahr geplant.

Du musst einfach offen sein für eine Beziehung mit Kindern. Es ist ein geben und nehmen. Männer die das grundsätzlich ablehnen, sind meiner Meinung nach nicht flexibel genug. Jenseits der 50 wollen Männer nicht selten die alleinige Aufmerksamkeit der Frau und sind starr in ihrem Denken. Dann funktioniert Patchwork nicht.

Probleme werden bei uns direkt angesprochen. Auch übernehme ich oder mein Freund nicht die Erziehung des anderen Kindes. Dafür hat das jeweilige Kind Mutter und Vater.
Ich kann Tipps geben oder meine Meinung äußern, aber erziehen will ich den Sohn meines Freundes nicht. Natürlich gibt es auch klare Regeln für alle.

Sei offen für diese Art der Familie. Grundsätzlich kann es toll sein. Mein Freund sagt immer, das er mit mir und meiner Tochter jetzt endlich die Familie hat, die er sich immer gewünscht hat.

Es kommt auch drauf an, wie alt die Kinder sind und welche Rolle der Expartner spielt.

Einen Versuch ist es doch Wert. Lass es auf dich zukommen und warte ab. Am Ende musst Du wissen, was gut für dich ist.
 
  • #17
Ich kann nur hoffen, dass Deine Mutter unrecht hat.
Bin selbst in Trennung und hoffe, darauf meinen Kindern einst noch eine intakte Paarbeziehung vorleben zu können. Dafür muss dann eben die Familie geöffnet werden.
Ich bin unsicher, ob eine Frau / Mann ohne Kinder sich ins Familien-Universum einfinden könnte. Ein bisschen geht meine Suche daher eher nach einer Frau mit eigenen Kindern.

Ob es klappt? Es geht so gut oder so wenig gut, wie die Beziehung zwischen leiblichen Eltern. Die Bindung zu den Kindern kann auch wachsen.
 
  • #18
Hallo Lavieestbelle, ich lebe seit langen Jahren in einer Patchworkkonstellation. Dies sowohl mit meinen Kindern, als mit denen meines Mannes und unseren gemeinsamen. Wir haben allerdings mit unseren Expartnern extrem gute Verhältnisse. Auf dieser Grundlage sind alle sehr glücklich und zufrieden. Insbesondere die Kinder (der Älteste ist 28, die Jüngste 12) finden die Lebenskonstellation sehr gut und sehen es als positiv, quasi mehrere Mamas und Papas zu haben. Ergo: Patchwork muss nicht immer unglücklich sein oder machen. Ich kann es nur empfehlen.
w52
 
  • #19
Doch, ist es!

Ich kenne diverse Fälle, wo Kinder ihren genetischen Vater, der sie in manchen Fällen sogar schon vor der Gwburt verlassen hat und sich niemals kümmerte, bis ans Ende der Welt suchen! Das keine seltene Ausnahme, sondern die Regel. Wenn die Mutter die Familie verließ und sich nicht mehr kümmerte, ist es fast noch schlimmer! Auch adoptierte Kinder suchen i.d.R. nach ihren leiblichen Eltern!

Im Gegensatz dazu kenne ich keinen einzigen Fall, wo Kinder nach ihrem sozialen Vater suchen, der sich in der Babyphase um sie kümmerte (egal, wie gut). Sogar zu sozialen Vätern aus der bewußten Kinder- und Jugenslichenphase besteht oft nur mäßiger Kontakt nach einer Trennung. Außerdem muß ein sozialer Vater dann schon super-top gewesen sein! Das ist nicht vergleichbar mit dem, was genetischen Eltern alles verziehen wird!

Ich wäre dazu nur bereit, wenn das Patchwork auch weitere Patches, in Form von gemeinsamen Kindern, enthält.

V.m50
 
  • #21
Mache deine eigenen Erfahrungen!
Die Denke deiner Mutter halte ich für sehr limitierend. Du lebst dein Leben und nicht das deiner Mutter!
Ansonsten: Glückliche und zufriedene Kinder haben eine ebensolche Mutter. Will sagen, wenn du einen tollen Mann kennen lernst und er zu dir und deinen Kindern passt, dann kann Patchwork gelingen und eine Bereicherung bedeuten. Keiner sagt, dass es einfach ist....das sind "normale" Beziehungen aber auch oft nicht. Das wichtigste ist, werde du Glücklich zu deinen Bedingungen!
 
  • #22
Ich kann dich richtig gut verstehen. Geht es denn um Patchwork oder um einen neuen
Mann in deinem Leben?Ich hatte kürzlich einen Mann mit zwei Kindern kennen gelernt und es ist nichts draus geworden.Lag aber am Mann nicht an den Kindern.Ich weiß aber gar nicht ob mir das nicht alles zu viel geworden wäre drei kleine Kinder hier nachmittags nach der Arbeit zu versorgen.Ein Kind im Grundschulalter meines Sohnes fände ich dagegen ideal.Ich denke es muss hauptsächlich zwischen dir und demMann stimmen. Alles andere findet sich. Man muss auch nichts überstürzen. Man muss auch nicht zusammen wohnen.Wenn du Tenager hast kannst du auch warten bis sie flügge werden.Meine Mutter denkt auch es wäre besser wenn ich mein ganzes Leben alleine bleibe.Dabei war sie nicht mal zwei Jahre Witwe und hat uns dann unseren Stiefvater präsentiert, der lebenslang alles andere als nett zu uns war und ist .Öffne dich und schaue dich um. WIr leben nicht für unsere Mütter oder nur für unsere Kinder.Bon courage et bonne chance !
 
  • #23
Doch, ist es!

Ich kenne diverse Fälle, wo Kinder ihren genetischen Vater, der sie in manchen Fällen sogar schon vor der Gwburt verlassen hat und sich niemals kümmerte, bis ans Ende der Welt suchen! Das keine seltene Ausnahme, sondern die Regel. Wenn die Mutter die Familie verließ und sich nicht mehr kümmerte, ist es fast noch schlimmer! Auch adoptierte Kinder suchen i.d.R. nach ihren leiblichen Eltern!

Im Gegensatz dazu kenne ich keinen einzigen Fall, wo Kinder nach ihrem sozialen Vater suchen, der sich in der Babyphase um sie kümmerte (egal, wie gut). Sogar zu sozialen Vätern aus der bewußten Kinder- und Jugenslichenphase besteht oft nur mäßiger Kontakt nach einer Trennung. Außerdem muß ein sozialer Vater dann schon super-top gewesen sein! Das ist nicht vergleichbar mit dem, was genetischen Eltern alles verziehen wird!

Ich wäre dazu nur bereit, wenn das Patchwork auch weitere Patches, in Form von gemeinsamen Kindern, enthält.

V.m50
Etwas vermessen, das als Regel zu postulieren. In diesen Fällen endet es aber i.Ü. regelmäßig mit einer Enttäuschung und der Erkenntnis, dass der Erzeuger als Vater wirklich nicht geeignet ist bzw. es nicht sein will. Da werden Hoffnungen auf eine imaginäre Idealfigur projiziert. In der Realität zerplatzt das meist wie eine Seifenblase und dann sind wieder die sozialen Bindungen maßgeblich.

Es gibt übrigens ziemlich viele Fälle, in denen zwischen Kindern und leiblichen Eltern im Erwachsenenalter später kein oder nur wenig und schlechter Kontakt besteht. Ich habe mehrere Freundinnen, die ihre Väter (Eltern geschieden) aus ihrem Leben verbannt haben, weil sie das Verhalten gegenüber der Familie und der Mutter unverzeihlich fanden. In anderen Fällen hat man sich von den Mütter entfernt und es besteht teilweise nur geringer Kontakt. Es ist schon ziemlich naiv zu glauben, dass (alle) blutsverwandten Bindungen viel tragfähiger seien. Die Frau meines Onkels hatte zwei U20jährige Kinder mit in die Ehe gebracht. Die haben auch zu meinem Onkel ein engeres und besseres Verhältnis, selbst jetzt mit Anfang 40. Es hängt eben häufig von den Umständen und der sozialen Struktur ab.

Dass Elternteilen in anderen Situationen "alles verziehen wird" wie Du schreibst, beruht übrigens häufig auf psychischen Problemen. Kinder, auch im Erwachsenenalter, die immer versucht haben, die Liebe ihrer Eltern zu bekommen, sind davon meist betroffen. Das ist aber absolut nicht der Normalfall. Besonders häufig hat man das übrigens bei Missbrauchsopfern, bei denen der Missbrauch durch die Eltern erfolgte. Umgekehrt ist es hingegen vielfach, wenn Kinder Gewalt zwischen den Eltern erleben - meist der Vater gegenüber der Mutter- wenden sich sich häufig vom Vater ab.
 
  • #24
Ich würde das Modell nicht wählen, aber es gibt wohl so einige, wo es gut oder mittelgut läuft. Es kommt ja immer auf die Menschen an. Was mit dem einen Partner nicht ging, geht mit einem anderen sehr gut und glücklich. Partner und Kinder müssen sich leiden mögen. Das Alter ist auch entscheidend. Ich würde es meiden und hätte da wohl auch nicht genug nervliche und emotionale Kapazitäten frei. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Modell noch zunehmen wird, auch aufgrund sich ausdehnender Ballungsräume und steigender Mieten. Ob es Glückstiftend wird, hängt von ganz vielen individuellen Parametern ab.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #25
Ich würde sagen, es kommt drauf an. Kann gut gehen, kann schiefgehen, hängt von den Menschen ab, wie sie sich getrennt haben, ob sie reif sind oder eifersüchtig auf die Kinder bzw. die Kinder aus schlechtem Gewissen heraus so behandeln, dass neuer Partner und Kind gegeneinander ausgespielt werden usw..

Was ich falsch finde, ist so eine eiserne Regel, die ohne Betrachtung der Situation und der Personen aufgestellt wird.
Ich finde richtig, dass wenn ein Mensch nur ein bisschen hier und da Sex haben will und nichts ernstes sucht, er die Kinder nicht merken lässt, was er da macht. Es sind ja keine ernsthaft in Erwägung gezogenen Partner und er sucht auch keine Beziehung. Nicht richtig ist natürlich, wenn er dazu die anderen Menschen täuscht und die eigentlich von vornherein raushalten will aus seinem "Privatleben". Aber das ist ja ne andere Geschichte.

Warum sollte jemand, nur weil er Kinder hat, auf ewig Single bleiben MÜSSEN? Wenn er reif ist und mit der Situation verantwortungsvoll umgehen kann, was spräche dann dagegen, einen neuen Partner in sein Leben zu lassen? Wenn es dann Probleme gibt, muss man sie halt lösen.
 
  • #26
Höre auf den Kopf dein Leben gestalten zu lassen. Jede Wette deine Lernaufgabe ist es mehr nach dem Herz zu leben. Auf Gefühl zu hören. Zögere nicht es zu versuchen wenn Du eine Frau sehr liebst.
 
  • #27
Liebe FS,

Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und die sind gut. Mein Mann hat 2 Kinder unter 10 und ich liebe beide sehr und sie mich auch. Am Anfang gab es natürlich so etwas wie auch mal Grenzen austesten der Kinder.

Mein Mann und ich sind uns aber einig in vielen Belangen, Wertvorstellungen, wie man Familie lebt und ich glaube das macht viel aus.
Die Kinder meines Mannes bereichern sogar mein Leben.

Inzwischen treffen wir uns auch mit der Mutter der Kinder, ihrem neuen Mann, ihren Eltern und meinen, mit allen Geschwistern z. B. auf Familienfeiern und das ist entspannt und schön.

Die Aussage Deiner Mutter finde ich seltsam, aus welchen Erfahrungen kommt sie denn zu dem Rückschluss? Ich finde dazu nicht, dass Du besser dran sein solltest, wenn Du allein bleibst und verstehe auch nicht, dass Du eine Beziehung in den letzten Jahren so konsequent abgelehnt hast.

Auch wenn es mal Schwierigkeiten bei Patchwork mit Deinen Kindern oder denen des potentiell neuen Partners geben könnte, daran kann man doch arbeiten. Vor allem wenn man jemanden kennenlernt, wo auf beiden Seiten große Gefühle sind. Liebe ist schön und klasse und wie ich inzwischen gelernt habe, auch zu und von Kindern, die nicht meine leiblichen sind.

Lg w 43
 
  • #28
Nein, Patchwork ist nicht die Zukunft. Niemand plant doch für sein neugeborenes Kind eine Patchwork-Zukunft. Patchwork ist viel mehr das Bestreben, aus einer Not eine Tugend zu machen. Viele Elternteile stellen nach einer Trennung die eigene Bedürftigkeit über das Kindeswohl. Hirn einschalten vor der Partnerwahl und vor der Entscheidung fürs Kinderkriegen und Hirn eingeschaltet lassen während der Aufzucht wäre wohl das Sinnvollste.
Aber irgendwie muss es ja auch nach einem Scheitern weitergehen. Natürlich kann das auch funktionieren. Patchwork ist eine Variante, aber nicht DIE Variante.
 
  • #29
Hallo FS,

ich lebe nun seit knapp 6 Jahren das Modell. Mein Partner und ich hatten jeweils ein Kind aus vorheriger Beziehung. Aller Anfang war schwer, aber mit der Zeit lief es immer besser. Ein großes Glück für uns ist auch, dass sich die Kinder sehr gut verstehen. Inzwischen haben wir noch ein gemeinsames Kind bekommen. Unserer Beziehung hat das sehr gut getan.
Man sollte aber wissen, dass es immer viel Organisation und Absprache mit allen Beteiligten gibt. Vor allem funktioniert so ein Modell nur, wenn man tolerant ist und die eigenen Befindlichkeiten auch mal zurückstellen kann. Letztendlich muss man dies allerdings auch in einer Nicht-Patchwork-Familie mitbringen.
 
  • #30
Natürlich ist Patchwork komplizierter als wenn sich lediglich 2 Erwachsene zusammen finden müssen.
Da hat Deine Mutter recht. Einem Menschen in seinen 20ern würde ich von Patchwork abraten.

Ab irgendeinem Alter haben aber die meisten Menschen Kinder.
Willst Du dann auf eine verbindliche Beziehung verzichten? Willst Du den Rest Deines Lebens alleine leben, oder nur Sexbeziehungen führen? Einsiedlerleben oder heimliche Affäre - was anderes gibt es nicht, wenn Du Deine Mutter ernst nimmst...
 
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