• #1

Ist fehlende Weiterentwicklung ein Trennungsgrund?

Hallo zusammen,
Ich bin relativ neu hier und würde gerne eure Meinungen zu einem Problem hören, was mich seit längerer Zeit beschäftigt.
Ich bin seit über sieben Jahren in einer Partnerschaft. Er ist mein erster richtiger Freund und dementsprechend bin ich relativ erfahrungslos.
Mein Problem ist, dass sich mein Partner nicht weiter entwickelt. Das heißt, wir sind ziemlich früh zusammen gekommen (er 18, ich 15) und seitdem ist er eigentlich unverändert. Das ist zum einen positiv, weil er immer noch derjenige ist, in den ich mich damals verliebt habe. Andererseits gab es schon zu Anfang bei uns Unstimmigkeiten. Er ist zum Beispiel sehr unordentlich, sein damaliges Zimmer sah aus wie das eines Messis. Mittlerweile leben wir seit über zwei Jahren zusammen in einer gemeinsamen Wohnung und das Thema Haushalt ist für mich ein rotes Tuch. Trotz Haushaltsplan hält er sich kaum an das, was ich von ihm verlange. Das Wohnzimmer sieht meist aus wie mach einer Party und das, obwohl das der wichtigste Raum für mich zum Leben ist. Auch andere Dinge als aufräumen erledigt er erst, nachdem ich ihn wochenlang damit "genervt" habe. Die Übernahme seiner Aufgaben im Haushalt lehne ich ab, wir sind beide Vollzeit berufstätig und ich sehe mich nicht als seine Putzfrau an.
Außerdem zockt er auf seiner Konsole nächtelang durch. Das hat mich Anfangs kaum gestört, da er, wenn wir dann zusammen waren, diese auch Mal links liegen gelassen hat und wir gemeinsam Zeit verbringen konnten. Mittlerweile ist es (vor allem jetzt über die freien Tage) zu seiner Hauptbeschäftigung geworden. Morgens fragt er mich meist, was wir an dem Tag machen. Habe ich dazu noch keine Pläne weil ich auch gerne Vorschläge von ihm hören möchte, schält er die Konsole an und der Tag ist gelaufen. Ich selbst unternehme viel. Mit Freunden, Familie und auch allein. Trotzdem stört es mich gewaltig, dass er sich hier voll und ganz auf mich verlässt und sich dann, wenn keine spannende Freizeitbeschäftigung geplant ist, mit der Konsole beschäftigt.
Insgesamt habe ich das Gefühl, dass er einfach noch derselbe ist, wie vor sieben Jahren. Er trinkt zwar kaum noch Alkohol, doch Freunde hat er mittlerweile nun auch keine mehr.

Was meint ihr dazu? Ist die fehlende Weiterentwicklung bei Männern irgendwie Natur oder habe ich hier ein besonders weiterentwicklungsresistentes Exemplar vor mir? Mit Weiterentwicklung meine ich übrigens sowohl die berufliche als auch private und persönliche Weiterentwicklung. In allen Bereichen habe ich das Gefühl, es noch immer mit einem 18jährigen zu tun zu haben, der am liebsten die Wochenenden und nach Feierabend durchzockt, versucht sich ein zweites Hotel Mama aufzubauen und sich nur noch passiv an der Beziehung beteiligt. Bin gespannt auf eure Ansichten dazu, vor allem weil ich seit längerem schon über eine Trennung deswegen nachdenke. Danke schon einmal fürs Lesen.
 
  • #2
Kurz: Ich würde fast sagen du hast deine Antwort schon, musst ihr nur noch ins Auge schauen

Lang: ja weißt du bist für ihn warst du sowas wie eine Mutter/Familien Ersatz, er hat nicht gelernt selbstständig zu sein, hat auch nicht wirklich die Erfahrungsmöglichkeiten gehabt oder gesucht das es noch mehr gibt als die Konsole, eine Meinung, muss nicht die richtige sein. hmm Frage dich und ihn wie ihr euch euer Leben in 5 Jahre vorstellt. Ich glaube das kann dann deine Meinung untermauert. Denn wenn du damit Leben kannst gut. Wenn nicht weißt du was du in deinem Leben zu ändern hast. Menschen ändert geht bis zu einem gewissen Grad. Aber nur wenn die Notwendigkeit dafür da ist. Und bei ihm sehe ich nicht dass es eine Notwendigkeit gibt.
 
  • #3
In dem Alter muß man sich wirklich nicht fest binden.
Das kannst Du auch gerne erst in 10 Jahren machen.

Ich glaube auch für ihn ist diese Beziehung eine totale Sackgasse.

Du hilfst Euch beiden, wenn Du jetzt Schluss machst.

Das Leben hat zwei Anfang 20- jährigen doch so viel mehr zu bieten, als den Mist, den ihr gerade macht. Schau nach vorne, ohne diesen Typ.
 
  • #4
Bei allem Verständnis für Ihre Situation finde ich zwei Punkte in Ihrer Fragestellung sehr störend:

1) Sie gebrauchen ständig den Begriff "Weiterentwicklung". Dies klingt so, als ob Sie für sich die Deutungshoheit darüber beanspruchen würden, wie bzw. in welche Richtung sich ein Mensch zu verändern habe.

2) Sie schreiben, dass Ihr Partner sich nicht an die Dinge "halte", die Sie von ihm "verlangen". Auch diese Ausdrucksweise lässt nicht auf eine gleichberechtigte Partnerschaft schließen, sondern erweckt den Eindruck, als ob Sie allein sich das Recht herausnehmen zu bestimmen, wie der Haushalt organisiert sein soll und sich Ihr Partner nach Ihren Vorgaben zu richten habe.

Sie können andere Menschen nicht verändern, und es steht Ihnen auch kein solches Recht zu. Sie können nur bei sich selber ansetzen. Überlegen Sie sich einmal, welchen Anteil Sie an der Situation haben und wie Sie Ihr Verhalten ändern könnten. Könnte es sein, dass Ihr Partner mit seinem Verhalten auf Sie und auf die Art, wie Sie sich eine Partnerschaft offenbar vorstellen – nämlich als eine von Befehlsstrukturen und einseitiger Deutungshoheit geprägten Ungleichheit – nur reagiert?
 
  • #5
Was meint ihr dazu? Ist die fehlende Weiterentwicklung bei Männern irgendwie Natur oder habe ich hier ein besonders weiterentwicklungsresistentes Exemplar vor mir?
Dieses "Peter Pan" Syndrom ist schon weit verbreitet...Meine Erfahrung: Ich hab 2 Freundinnen, die sich genau darüber beklagen, und deshalb schon seit Jahren an Trennung denken. Ihre Männer sind besessen von Videospielen (mit Ü40) und haben null Interesse an seelischer Entwicklung. Die eine Freundin bleibt wegen den Kids bei ihm, die andere weil sie Angst hat alleine zu sein...
Mein Ex war auch so, abgesehen von seinem Job war sein Leben das eines 18 Jährigen: Quasi nur McD gefuttert, Playstation sofort an zuhause, hat nicht geschafft seine Wohnung sauber & ordentlich zu halten, und mit seinem Sohn war er mehr als überfordert, der hat mir sehr leid getan. Er konnte sich auch nie länger als 10 Min auf eine Aktivität konzentrieren.

Es gibt aber auch andere Männer, mein aktueller Freund z.B. Er hat sich sehr stark entwickelt in den letzten Jahren, genau wie ich. Und ich bin sicher das wird auch so weitergehen. Weil ER es WILL. Er fühlt sich getrieben dazu, sich immer mehr zu optimieren, und seine Seele zu erkunden, ich finde das toll.

Ich fürchte, das wird nix mehr mit euch, leider...
 
  • #6
Ihre Männer sind besessen von Videospielen (mit Ü40) und haben null Interesse an seelischer Entwicklung.
"Interessante" Verallgemeinerung. Ich bin 41 und habe nie in meinem Leben ein Videospiel gespielt, weil mich sowas einfach nie interessiert hat. Lieber viel gelesen, fünf Sprachen annäherend perfekt gelernt, meine akademische Karriere vorangetrieben. "Interessanterweise" haben mich deshalb Frauen in meinem Alter schon als komischen Kauz abgetan. Ja, "interessante" Doppelkommunikation, das…

abgesehen von seinem Job war sein Leben das eines 18 Jährigen: Quasi nur McD gefuttert, Playstation sofort an zuhause, hat nicht geschafft seine Wohnung sauber & ordentlich zu halten
Wenn man mal die unzuläßige Verallgemeinerung ignoriert, stimmt es leider schon, dass nicht wenige Männer so sind. Ist m.E. das Resultat verschiedener Faktoren, u.a. haben anti-autoritäre Erziehung und Wohlstandsverwahrlosung große Schuld daran.

Frauen wie der Fragestellerin, die ihre Situation verbessern wollen, kann ich eigentlich nur raten, sich passende Männer zu suchen. Diese findet man 1) in eher konservativen Milieus, 2) unter besser Gebildeten, 3) in den oberen Gesellschaftsschichten, und 4) innerhalb der unter 1–3) Genannten in der Altersgruppe 30+. Dann aber bitte nicht sich beklagen, weil der Mann zu wenig "relaxed", zu ernst, zu verkopft usw. sei, zu viel arbeite usf.!
 
  • #7
Hallo m_1978, danke erstmal für deine Antwort!
Den Begriff Weiterentwicklung benutze ich hauptsächlich, weil mir kein passenderer Begriff dafür einfällt. Mir geht es vor allem darum, an sich selbst und der Beziehung zu arbeiten, jedoch bemerke ich hier leider überhaupt nichts von ihm. Und ja, ich organisiere den Haushalt größtenteils selbst mangels Initiative meines Freundes. Leider bin ich anscheinend nicht in der Lage, ihn zur selbstständigen Mitarbeit zu animieren. Das fängt schon damit an, dass er keine Ahnung hat, welches Essen gekocht werden soll und was dementsprechend eingekauft werden muss und zieht sich durch den gesamten Haushalt so weiter. Ich habe schon versucht, ihn gewissermaßen zu 'zwingen' sich einzubringen indem ich selbst die Füße einige Wochen hochgelegt und nichts gesagt habe, das Resultat davon war allerdings, dass die Wohnung vor Dreck starrte und außer Tiefkühlpizza für meinen Freund nichts zu Essen in der Wohnung war. Deswegen ja, gebe ich ihm konkrete Anweisungen, was er zu tun hat im Haushalt, da es ansonsten leider überhaupt nicht funktioniert.
 
  • #8
Sie gebrauchen ständig den Begriff "Weiterentwicklung". Dies klingt so, als ob Sie für sich die Deutungshoheit darüber beanspruchen würden, wie bzw. in welche Richtung sich ein Mensch zu verändern habe.

2) Sie schreiben, dass Ihr Partner sich nicht an die Dinge "halte", die Sie von ihm "verlangen". Auch d
Das ist mir auch bitter aufgestoßen. Im Prinzip bist Du die Mutter und er der Junge, der sich einfach nicht weiterentwickelt. Er räumt sein Zimmer nicht auf, hilft der "Mama" nicht im Haushalt, wie es sich für einen wohlerzogenen Sohn gehört. Klingt vielleicht doof, aber er möchte nicht so richtig erwachsen werden.
Ja, ihr steckt in einer Sackgasse wie @Kirovets schon richtig schreibt.
 
  • #9
Man entwickelt fast nur ohne den Partner und als Single.
Euer Mangel an Weiterentwicklung liegt nun mal daran, dass ihr nie was anderes erlebt habt, was normale Menschen erleben..
 
  • #10
Nun, Du kritisierst die fehlende Weiterentwicklung Deines Freundes.

Wo ist Deine Weiterentwicklung?

Er hat einen Job. Du hast einen Job.
Du hängst seit 10 Jahren in einer Beziehung, in der nichts weitergeht und Du nicht weiterkommst.
Dein Problem mit Ordnung und Aufteilung im Haushalt lässt Du seit Jahren ungelöst.

Statt Deine Energie in Dich und Dein Leben zu stecken, nörgelst Du am Partner rum.

Hast Du Angst vor der großen Welt und dem Alleinsein?

Bei Deinem Freund beschreibst Du doch, wie er sich in manchen Bereichen negativ veränderte. Weiterentwicklung muss nicht positiv sein.
 
  • #11
Ich würde auch zu keinem Gamer passen aber ich such mir auch keinen aus.
Oder ich selbst muss mir sagen: ich habe mich geändert und er nicht.

Liebe FS Du hast ihn Dir ausgesucht und auch behalten.
Du hast Dich geändert und er nicht...
Deine Veränderung nennst Du weiterentwicklung, ich denke er würde es im Moment anders bennen.

Es ist völlig ok, wenn er so nicht mehr zu Dir passt und Dir das nicht gefällt.
Aber anstelle Dich zu trennen, soll er tun was Du verlangst und was Du für richtig hälst.

Ich war mit 25 Studentin und auch nicht besonders erwachsen.
Und das hat mir gut gefallen;-)
Mein damaliger Freund und ich waren uns da ähnlich.
Jahre später mit Kindern, ging unsere Schere auch auseinander.
Aber das rummäkeln etc bringt 0,0
 
  • #12
Für mich klingt es ein wenig so, als würdest du unter "Weiterentwicklung" verstehen, dass sich dein Freund an deine Erwartungen anpasst. Er war schon immer unordentlich. Egal wie alt er wird, das wird sich nicht ändern. Stört es dich zu sehr (was ich verstehen könnte!), bleibt nur die Trennung oder getrennte Wohnungen.
Wenn du mit Weiterentwicklung eher die mentale Entwicklung meinst, z.B. dass durch neue Erfahrungen sich die Einstellung zum Leben ändert und sich neue Ziele/Träume entwickeln, dann ist das nochmal was anderes. In eurem Alter tut sich da viel und meiner Erfahrung nach kann man sich dadurch ganz schnell so weit voneinander entfernen, dass es dann einfach nicht mehr passt. Spätestens dann, wenn man das Gefühl hat, mit seinem kleinen Bruder zusammen zu sein;-)
 
  • #13
Zu Beginn muss man einmal festhalten, dass du deine Maßstäbe anlegst, was für dich unordentlich ist, ist für Andere vielleicht normal, was für dich normal ist, ist für Andere vielleicht schon ein Fimmel.
Gerade Ordnung ist schon sehr subjektiv, von dem her finde ich da ein richtig oder falsch immer schwer, wenn ihr aber beide verdient könntet ihr darüber nachdenken euch hie und da eine Putzfrau zu leisten.

Berufliche Weiterentwicklung geht dich eigentlich nicht wirklich etwas an so lange er Geld verdient und dir nicht auf der Tasche liegt. Ab einem gewissen Grad bedeutet Weiterentwicklung da auch persönliche Opfer, diese muss man nicht erbringen wollen.

Was euer Privatleben betrifft würde ich einmal versuchen ganz neue Impulse zu setzen, Sachen die ihr gemeinsam neu beginnt.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du einen Grund suchst um etwas Neues auszuprobieren (wohl verständlicherweise weil ihr schon so jung zusammen gekommen seid) und gleichzeitig Angst hast dich zu verschlechtern. Die Entscheidung wird dir keiner abnehmen können.
 
  • #14
Hallo,

brauchst du denn einen "Trennungsgrund"? Wozu?
Der Trennungsgrund ist jener, dass du dich selbst weiterentwickeln möchtest. Das ist ganz normal. Das wird auch höchste Zeit.
Die Erwartung ein Leben lang zusammenzubleiben, wenn man im Teenageralter zusammengefunden hat, ist eher unrealistisch.
Es ist doch klar, dass dir da was abgeht im Leben.
Jede Menge Erfahrung nämlich.

Wenn dein Partner damals schon wie Messi gehaust hat, wird sich sowas später nicht gross ändern. Denn es stört ihn persönlich offenbar nicht, wenn es unordentlich und dreckig ist. Das hat ihn schließlich noch nie gestört. Möglicherweise wurde es ihm auch so vorgelebt im Elternhaus. Es bedeutet für ihn "zuhause". Wenn es blitz-blank wäre, würde er sich möglicherweise gar nicht wohl fühlen.

Das kannst du jetzt als Erfahrung mitnehmen, dass du einen Mann nicht gross verändern wirst nach deinen Vorstellungen. Also such dir in Zukunft einen aus, bei dem du Eigenschaften vorfindest, auf die du wert legst. Natürlich musst du erstmal herausfinden, was das alles für Eigenschaften sind, die du gut findest. Auch das sind Erfahrungen, die du erst machen musst. Die Männerwelt ist nämlich ziemlich facettenreich. Dabei ist nobody perfect.
Deshalb kannst du dich auch von solchen Pauschal-Ansichten ala "Männer sind soundso....nicht weiterentwickeln" ganz klar verabschieden. Es gibt genug Männer die sich sehr gut weiterentwickeln, die jede Menge auf dem Kasten haben.

Dein Partner ist ebenso unerfahren, wie du selbst. Entsprechend gedankenlos verhält er sich in dieser Erstbeziehung. Er kommt gar nicht auf die Idee, dass sich das Konsolenspielen negativ auf die Beziehung auswirken könnte. Er hat gar keine Vorstellung davon, wie eine gute Beziehung aussieht. Für ihn ist alles so in Ordnung wie es ist. Du hast ihn damals so gut gefunden wie es war, mit Unordnung usw. Er versteht vermutlich gar nicht, dass du eine Veränderung brauchst. Für ihn bist du wie selbstverständlich.
Zu dieser Selbstverständlichkeit hast du sicherlich auch einen gewissen Teil beigetragen. Wahrscheinlich schon alleine durch diese "für immer und ewig" -Gedanken. Er braucht dich also nicht mehr gross begeistern, denn er hat dich ja schon "für immer":
Typischer Fehlschluss aufgrund von Unerfahrenheit.

Nun stell dir vor, er macht ab morgen alles so, wie du es dir vorstellst. Spielt weniger Konsole, plant Ausflüge mit dir und wandelt sich zum ordentlichsten Pedant. Würdest du die Beziehung weiterführen wollen?
Oder ist es dir doch schon zu eng geworden über die vielen Jahre?
Ich denke du möchtest einfach neue Erfahrungen sammeln.
Dann nimm deinen Mut zusammen, der dir bisher fehlt und geh deiner Wege.
Die Trennung wird ihm einige Zeit weh tun und dir auch, weil ihr viele Jahre sehr eng verbunden wart.
Und dann wirst du neue Erfahrungen sammeln im Leben, die deinen Horizont eklatant erweitern.

Viel Glück.
 
  • #15
Mein Problem ist, dass sich mein Partner nicht weiter entwickelt.
in dieser Pauschalität finde ich diese Erwartung falsch. Warum muss man sich ändern? Ich lese auch nicht, dass bei Dir eine Weiterentwicklung stattgefunden hätte.

Er ist zum Beispiel sehr unordentlich, sein damaliges Zimmer sah aus wie das eines Messis.
Solche Eigenschaften ändern sich selten grundlegend. Du hast da auch keinen Erziehungsauftrag. Und auch wenig Talent und ein seltsames Verständnis von Partnerschaft:

...was ich von ihm verlange. ...ich ihn wochenlang damit "genervt" habe.
Erwachsene Kommunikation sieht anders aus. Partnerschaft auch.

Habe ich dazu noch keine Pläne weil ich auch gerne Vorschläge von ihm hören möchte,...
Du hast keine Pläne und wirfst ihm vor, dass er keine hat? Ihr seid beide unreif oder habt ein entsprechendes Vorbild von zu Hause unreflektiert übernommen.

Ist die fehlende Weiterentwicklung bei Männern irgendwie Natur oder habe ich hier ein besonders weiterentwicklungsresistentes Exemplar vor mir?
Du liest Dich wie eine nervende Mutter, nicht wie eine erwachsene Partnerin. Aufgabe einer Frau ist nicht, ihren Mann so zu erziehen, wie sie ihn haben möchte. Trenn Dich, wenn er so gar nicht Deinen Vorstellungen entspricht. Bitte nicht heiraten, Kinder bekommen und dann hier in fünf Jahren über den unpassenden Ehemann klagen.
Und dann würde ich mich erstmal selbst weiterentwickeln. Stichwort Partnerschaftsverständnis. Du bist keine Partnerin, sondern versuchst, die Mutter zu spielen. Denn dass der Mann, den Du Dir vorstellst Dich dann so haben will, sehe ich noch nicht.
 
  • #16
Er fühlt sich getrieben dazu, sich immer mehr zu optimieren, und seine Seele zu erkunden, ich finde das toll.
Menschen, die sich fortwährend „weiterentwickeln“ müssen, ruhen irgendwie wenig in sich selbst. Und sind dann ja eigentlich nie wirklich bei einer reifen Persönlichkeit angekommen und immer unzufrieden mit sich selbst.
Was soll „seelische“ Weiterentwicklung sein? Für mich ist das esoterisches Geplapper. Wenn man eine Seele ernst nimmt, dann lässt die sich sicher nicht weiterentwickeln. Letztlich geht es doch viel eher darum, sein Leben gemeinsam und ganz praktisch aktiv und zielführend zu gestalten und nicht um Dauermeditation. Die Entwicklung hin zu Räucherstäbchen und Matetee bringt für eine Partnerschaft auch nichts.Im Grunde manchmal auch nicht wirklich besser als Videospielen, um in eine andere Welt zu flüchten.
Wer sich einen mehr oder weniger beliebigen Partner aussucht, bei dem von vornherein vieles stört, und dann versucht, ihn passend zu machen oder sich freut, dass er so „getrieben“ ist (durch wen oder was?), tut mir irgendwie nicht mal leid...

Deswegen ja, gebe ich ihm konkrete Anweisungen, was er zu tun hat im Haushalt, da es ansonsten leider überhaupt nicht funktioniert.
Das kann doch eigentlich nur in einer für beide Seiten unbefriedigenden Beziehung enden. Für eine Partnerschaft keinerlei Grundlage, weder bei Dir noch bei ihm. Du spielst seine Mutter. Bitte trennen, zu beider Vorteil. Partner sucht man sich passend aus, statt sie nach Aussehen zu wählen und dann erziehen zu wollen. Und dafür ist auch nicht schlecht, Erfahrungen mit anderen Männern zu sammeln.
 
  • #17
Also, ich finde schon, dass es gerade zwischen 18 und 25 eine Weiterentwicklung geben sollte und nicht der FS hier vorgeworfen werden kann, sie hätte ihren Freund ebens so kennengelernt und könne ihn nicht ändern. Die meisten 18jährigen sind unordentlich und können trotzdem ein paar Jahre später einen Haushalt führen. Mit 18 ist das exzessive Spielen an der Konsole noch verzeihlich phasenweise, mit 30 nicht mehr. Mit 20 wissen die meisten noch nicht, wohin es beruflich geht, aber ein paar Jahre später hat man ein Studium abgeschlossen oder seinen Weg durch mehrere Jobs gefunden. Liebe FS, dein Freund wirkt unreif udn will keine Verantwortung übernehmen, was zum Erwachsensein dazugehört, und auch wenn du noch Zeit hast, irgendwann kommt vielleicht der Punkt, wo du an Familiengründung denkst. Kann ich mir nicht mit jemandem vorstellen, der von Tiefkühlpizza lebt...Da würde ich dann auch nicht auf ein Wunder hoffen, dass er plötzlich, wenn ein Baby da, den Haushalt schupft. Was sagt denn deine Familie dazu? Und wie sieht die Aufgabenteilung in seiner Herkunftsfamilie aus? Ich verstehe, dass du ins Bemuttern fällst, aber so hat das keine Zukunft, wenn du dir vorstellst, wie es geht, wenn du krank bist zum Beispiel. Vielleicht solltet ihr nicht zusammen wohnen und beobachten, wie es sich dann entwicklt. Hat er überhaupt schon einmal alleine gewohnt? Manche brauchen das für einen Entwicklungsschub.
 
  • #18
Liebe junge Frau,

schau nicht so viel bei diesem Mann. Schau bei dir selber!

Hilfreich für dich wäre, dich selbst zu fragen, warum du mit so einem Mann noch zusammen bist und deine besten Jahre als Frau mit so einem Typen zusammen bist und auch noch mit ihm zusammen gezogen bist?

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Dieses Sprichwort kennst du? Ist ein altes Sprichtwort und hat an seinem Inhalt aber keine Wahrheit verloren.

Trenne dich, suche dir einen wirklich sich geistlig und seelisch zu dir passenden entwickelten Mann. Die gibt es, aber nicht so viele. Also vergeude nicht deine besten Jahre.

W Ü55
 
  • #19
Danke @Fil2015, ich dachte schon ich wäre die einzige, die die Erwartung hatte dass man sich in unserem Alter einfach naturgemäß weiterentwickelt weil sich im Leben einfach so vieles verändert.
Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe war ich auch sehr unordentlich und mein Zimmer war nur selten komplett aufgeräumt. Doch ich finde, es ist etwas völlig anderes, wenn man eine eigene Wohnung hat und vollkommen allein dafür zuständig ist diese in Schuss zu halten. Es ist für uns beide die erste eigene Wohnung, das heißt wir sind beide vom Elternhaus direkt zusammen gezogen. Vielleicht war das ja ein Fehler.
Die Aufgabenverteilung in seiner Familie früher war ebenso negativ. Der Vater arbeitslos und den ganzen Tag vor dem PC. Die Mutter am Schichtarbeiten und schmeißt nebenher noch Haushalt, kocht und kauft ein. Die Kinder waren eigentlich nie im Haushalt fest eingebunden, dementsprechend hatte ich das Gefühl die Mutter war alles zusammen, Mutter, Ernährer der Familie und Putzfrau. Warum sie hier nie Beteiligung gefordert hat, ist mir immer noch schleierhaft.
Trotzdem habe ich gleich zu Beginn unserer gemeinsamen Wohnung klargestellt, dass wir beide zu gleichen Teilen den Haushalt und alles regeln, immerhin zahlt jeder auch die Hälfte der Kosten. Auf keinen Fall wollte ich eine Situation wie seine Mutter haben.
Als ich merkte, dass das so nicht funktioniert, habe ich mit ihm gemeinsam einen Putzplan aufgestellt, er selbst konnte auch die Aufgaben aussuchen, für die er verantwortlich sein möchte. Das hat ungefähr zwei Wochen gehalten, danach ging das Spiel wieder von vorne los. Und ich habe wirklich gehofft, dass er mit unserer gemeinsamen Wohnung ordentlicher und sauberer wird, jedoch sieht es wauch nach zwei Jahren immer noch nicht danach aus.
Deswegen suche ich eigentlich keinen Grund, um mich aus der Beziehung zu verabschieden um neue Erfahrungen zu sammeln wie manche von euch schreiben, sondern möchte wissen, ob es eurer Meinung noch irgendeine Hoffnung gibt, das hier trotzdem noch hinzubekommen denn ansonsten werde ich mich wohl demnächst trennen.
 
  • #20
Menschen, die sich fortwährend „weiterentwickeln“ müssen,
Mit Weiterentwicklung meine ich diesmal ausnahmsweise nix nur spirituelles. Ja, mein Freund ist sehr spirituell, aber genau wie ich hatte er eine ziemlich schwere Kindheit, und er merkt, dass da noch Punkte sind, wo er sich verbessern will- er macht wie ich Therapie. Das meine ich mit optimieren. Das passiert natürlich in einer Partnerschaft im Idealfall von selber. Ich hab meinem Freund neulich gesagt, dass es mich stört, wenn er nie die Hand vor den Mund hält beim Gähnen, und er hat sich bedankt dass ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe.
Klar, er hat vor mir auch Tantra Seminare besucht und hat eine Ausbildung zum Kundalini Yoga Lehrer, obwohl das nichts mit seinem Beruf zu tun hat, und das finde ich so toll an ihm: Er hat ein wahnsinnige Breite an Interessen, es wird nie langweilig mit ihm, und ich könnte mit ihm sicher auch in Afrika zelten oder sowas verrücktes. Er will immer neues LERNEN und hat einen wahnsinnigen WISSENSDURST. Menschen die das nicht haben, interessieren mich deutlich weniger. Damit will ich sagen, er ist offen sich zu entwickeln, und ja, er ist getrieben, denn er sieht wie ich den Sinn des Lebens darin sich zu entwickeln zu mehr Herz, mehr spirituellen Fähigkeiten, mehr WISSEN.

Klar, dass das nicht alle verstehen können.

Und Video Spiel Männer sind nunmal eher das Gegenteil davon, wobei ich eigentlich eine Lanze für meinen Ex brechen muss, er war schon interessiert an Neuem, hat viel verdient und war echt nicht dumm, aber die Playstation hatte dann doch immer das letzte Wort...
 
  • #21
Kann dich gut verstehen und habe mit dem Wort Weiterentwiclung kein Problem.

Du warst blutjung als ihr zusammengekommen seid. Dein erster Partner. Während Du Dich entwickelt hast (wie Du es bezeichnest) hast Du das Gefühl, dass er in seiner Entwicklung stehengeblieben ist.

Was Du über ihn schreibst klingt auch wirklich nicht sehr einladend. Als Du 15 warst hat es so noch gereicht für Dich, heute weißt Du das mehr geht im Leben, bist Du reflektierter.

... zockt er auf seiner Konsole nächtelang durch. Das hat mich Anfangs kaum gestört, da er, wenn wir dann zusammen waren, diese auch Mal links liegen gelassen hat und wir gemeinsam Zeit verbringen konnten. Mittlerweile ist es (vor allem jetzt über die freien Tage) zu seiner Hauptbeschäftigung geworden. Morgens fragt er mich meist, was wir an dem Tag machen. Habe ich dazu noch keine Pläne weil ich auch gerne Vorschläge von ihm hören möchte, schält er die Konsole an und der Tag ist gelaufen. Ich selbst unternehme viel. Mit Freunden, Familie und auch allein.
Das war Dein erster Freund. Es war eine lehrreiche und gute Zeit. Die ist nun für Dich vorbei. Geh, aber mach es vernünftig.
 
  • #22
...ich wäre die einzige, die die Erwartung hatte dass man sich in unserem Alter einfach naturgemäß weiterentwickelt weil sich im Leben einfach so vieles verändert.
Eine mögliche Weiterentwicklung wird niemand bestreiten. Jeder Mensch verändert sich im Laufe des Lebens. Der eine wird ordentlich, der andere spielt mehr mit der Videokonsole. Du übersiehst, dass das im Regelfall von innen und nicht von außen getriggert oder gar aufgedrückt wird. Du beschreibst seine Familienhistorie. Für mich wäre das schon ein Alarmsignal.

Vermutlich haben viele etwas ältere hier „Erwartung“ schlicht durch „Erfahrung“ ersetzt. Das wirst Du irgendwann auch tun, ich wünsche Dir, mit einer anderen Erfahrung.

Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe... Doch ich finde, es ist etwas völlig anderes,...
Er offenbar nicht.

Trotzdem habe ich gleich zu Beginn unserer gemeinsamen Wohnung klargestellt, ...habe ich mit ihm gemeinsam einen Putzplan aufgestellt, er selbst konnte auch die Aufgaben aussuchen, für die er verantwortlich sein möchte.
Du hast offensichtlich nichts klargestellt. Er konnte auch nicht aussuchen, wofür er verantwortlich sein möchte. Sonst hätte er vermutlich gewählt, die Wohnung nur alle 6 Monate mal grob zu kehren und die Pizzakartons wegzuräumen. Oder einfach zu warten, bis Du es tust. Ich will Dir Deine Hoffnung nicht nehmen. Aber Du solltest wenigstens keine weiteren Schritte Richtung Heirat oder Kinder unternehmen, bis Du sicher bist, dass er sich geändert hat.
 
  • #23
Und wieder einmal zeigt sich, dass LAT eine gute Alternative sein kann.
Sorry Mädel, aber ich würde mir von dir auch keine Anweisungen geben lassen. Und im Möbelhaus leben will ich auch nicht.
Er bezahlt ja auch eine Hälfte, wenn du die andere Hälfte bezahlst. Also kann er auch mitbestimmen, wie die Bude ausschaut. Und wenn ihm einmal die Woche Bad putzen reicht, dann ist das so. Willst du 2 mal die Woche - machst du die Extraarbeit selbst.
Seine Entwicklung geht wohl dahin, dass er immer weniger Lust auf dich hat. Und deshalb lieber zockt.
Beide chronisch unzufrieden - das passt eben nicht. Wahrscheinlich spielt er mit dem Gedanken, ohne dich zu leben. So wie du ohne ihn planst.
 
  • #24
Auf keinen Fall wollte ich eine Situation wie seine Mutter haben. Als ich merkte, dass das so nicht funktioniert, habe ich mit ihm gemeinsam einen Putzplan aufgestellt, er selbst konnte auch die Aufgaben aussuchen, für die er verantwortlich sein möchte.
Und nun benehmen Sie sich genau wie seine Mutter – sozusagen einfach die optimierte Form seiner richtigen Mutter! Und Sie schreiben es so deutlich und klar, schwarz auf weiß – versuchen Sie doch einmal, Ihre eigenen Sätze mit ein wenig innerer Distanz zu lesen, dann fällt es Ihnen bestimmt sofort wie Schuppen von den Augen!

Noch einmal, in aller Deutlichkeit: Sie behandeln ihn wie eine Mutter ihren Sohn – und er reagiert darauf. Sein Verhalten ist nur die Reaktion auf Ihr Verhalten, nichts mehr. Sie können ihn nicht ändern (und Sie haben auch kein Recht dazu), Sie können nur bei sich selber ansetzen. (Und ja, gut möglich, dass dies in letzter Konsequenz die Trennung bedeutet, falls Sie zum Schluss kommen sollten, dass es anders nicht geht.)
 
  • #25
Vielen Dank für eure lieben Antworten! Ihr habt mir wirklich weiter geholfen.
Ich werde noch ein ernsthaftes Gespräch mit meinem Partner suchen, jedoch wird es voraussichtlich darauf hinauslaufen, dass ich mich von ihm trennen werde. Danke für eure vielen und auch unterschiedlichen Meinungen.
LG Becca
 
  • #26
Liebe Becca, Du gefällst mir gut! Ach ich freu mich richtig, dass da mal eine Frau klar sieht und nicht weiter die Mutti machen will.
Ihr geht jetzt verschiedene Entwicklungswege. Lass los und such Dir, was zu Dir JETZT passt. Nimm nicht weiter die Position der Nanny ein, wenn Du jetzt anders leben möchtest und er es nicht kann oder will. Diskutiert hast Du doch genug.
Er soll leben dürfen wie er mag, und braucht vielleicht noch ein paar Jahre, oder ewig, dass kommt auf den Entwicklungsstand an.
Stell Dir doch Deine Zukunft vor: Eine saubere Wohnung, ein Mann mit Interesse an gemeinsamen Aktivitäten und alles ohne Genörgel :) und fruchtlosen Disput. Das Leben kann so schön sein!
 
  • #27
Ist die fehlende Weiterentwicklung bei Männern irgendwie Natur oder habe ich hier ein besonders weiterentwicklungsresistentes Exemplar vor mir?
Hm. Also auf Männer verallgemeinern kann man das auf keinen Fall. Es ist eine Frage des Menschen, also ob er den inneren Drang hat, sich zu entwickeln oder nicht. Man entwickelt sich meist auch erst, wenn die Zeit reif ist, also Notwendigkeiten bestehen. Krisen sind dafür bestens geeignet, sich auf einen nächsten Schritt vorzubereiten.

Ihr seid Anfang, Mitte 20. Also dass einer da noch nicht davon träumt, ein reglementiertes Leben zu führen, finde ich normal. In eurer Beziehung bist DU diejenige, die mehr reglementieren will. In anderen Beziehungen kann es auch der Mann sein. Allerdings denke ich schon, dass das Nestbauen und Wohnungschönmachen bei Frauen altersmäßig eher beginnt als bei Männern. Ihn stört die Unordnung nicht, also er erwartet nicht, dass Du sie wegmachst, er kann darin leben. Dh. wenn Du genauso drauf wärst, wäre alles ok. Da Du aber nicht so leben willst, passt es hier einfach nicht. Der Mann muss erstmal den Wert einer schönen Wohnung für sich rausfinden und definieren. Das kann er mE nicht, wenn immer eine Zweitmutti ihn zu mehr Ordnung ermahnt.
In allen Bereichen habe ich das Gefühl, es noch immer mit einem 18jährigen zu tun zu haben, der am liebsten die Wochenenden und nach Feierabend durchzockt, versucht sich ein zweites Hotel Mama aufzubauen und sich nur noch passiv an der Beziehung beteiligt.
Genau. Das kommt noch dazu - was soll er mit der Beziehung. Weiß er auch nicht, kann er auch nicht schätzen.
An Deiner Stelle würde ich über Trennung nachdenken. Du stellst Dir Dein Beziehungsleben und Deine Wohnsituation doch ganz anders vor, als Du mit ihm leben kannst. Und ja, es gibt Männer, die anders sind. Ob die sich aber einfach nur eine schöne Wohnung wünschen und denken, es sei Aufgabe der Frau, das zu bewerkstelligen, steht noch auf einem anderen Blatt. Dh. selbst wenn Du einen triffst, der sich nicht wohlfühlt in Unordnung, kann es immer noch Diskussionen geben, dass BEIDE sich daran beteiligen müssen, die Wohnung ordentlich zu halten. Und die Beziehungsfaulen musst Du auch noch erkennen lernen. Das geht zum Teil schon im Anfang. Also wenn Du alles machen musst, dass die Beziehung überhaupt zustande kommt, wenn Du einen Mann in eine Beziehung ziehen "musst", Druck machen "musst" (z.B. wegen Zusammenziehen), dann ist schon festgelegt, dass er entweder nicht weiß, was er will, oder aber nicht wirklich will, aber mitnimmt.
 
  • #28
Hallo Becci,

die wichtigste aller Fragen an Dich: Liebst Du ihn denn noch? Hört sich alles ehrlich gesagt, nicht danach an für mich!

Dennoch: Ich rate Dir zu einer Trennung, ja, aber nur räumlich! Ja, Du musst dann plötzlich mehr Miete bezahlen und wirst zudem auch noch eine kleinere Wohnung haben als bisher. Aber, hey, Du hast dann eine pikobello saubere Wohlfühl-Wohnung für DICH!

Und ich WETTE, dass das Interesse Deines Freundes an Dir dann schlagartig wieder steigen wird!

Du kannst Dir eine Beziehung in getrennten Wohnungen nicht vorstellen? Weshalb denn nicht? Ich kenne mehrere Paare, bei denen das optimal klappt! Sogar welche mit Kindern!

Die anderen Punkte, die Du angesprochen hast:

Auch andere Dinge als aufräumen erledigt er erst, nachdem ich ihn wochenlang damit "genervt" habe.
Mein Tipp: 1 Ansage, danach Handeln VON DIR!

Morgens fragt er mich meist, was wir an dem Tag machen. Habe ich dazu noch keine Pläne weil ich auch gerne Vorschläge von ihm hören möchte, schält er die Konsole an und der Tag ist gelaufen.
Hier ist es an DIR, von ihm zu verlangen, dass er sich was Nettes für Euch beide ausdenkt! Erwarte nicht, dass das immer von ihm selbst kommen müsse!

Zum Thema "gemeinsame Beschäftigungen und Unternehmungen": Was unternehmt Ihr denn auf DEINE Vorschläge hin so? Kann es sein, dass es Dinge sind, die vor allem DIR Spaß machen, ihm aber nicht so sehr (z.B. Essen gehen, Spazieren, Shopping, Familienbesuche, etc.)? Da würde ich Dir den Tipp geben, ihn immer wieder mal mit FÜR IHN SPANNENDEN Unternehmungen zu überraschen: Kauf Karten vom Nürburgring, geh in einen Klettergarten mit ihm oder plane was "Spielendes" (er scheint ja gerne zu spielen), wie z.B. Billard, Squasch, Minigolf, Escape-Room, etc.!

PS: Wie ist eigentlich Euer Sex-Leben? ;-)
 
  • #29
Hallo yellow bee, danke für deine interessante Sichtweise.
Normalerweise Versuche ich, etwas vorzuschlagen, was uns beiden Spaß macht. In letzter Zeit bin ich aber zunehmend unmotiviert dazu, was zum Teil auch an dem beschriebenen Verhalten von ihm liegt. Deshalb mache ich mittlerweile viel öfter etwas mit meinen Freunden und der Familie und lasse ihn ein wenig links liegen, denn eigene Vorschläge bringt er kaum und an meinen gibt es meist etwas auszusetzen oder er hat keine Lust darauf.

Bezüglich der Liebe muss ich ehrlich sagen, dass ich mir da im Moment nicht mehr so sicher bin. Früher konnte ich ganz klar sagen, dass ich ihn geliebt habe. Doch jetzt? Ich liebe es nicht, wie er sich im Haushalt zu mir verhält. Ich liebe es auch nicht, dass er lieber seine gesamte Zeit vor Fernseher und Konsole verbringt. Und ich liebe es auch nicht, wie er sich entwickelt. Das heißt, duschen kommt zudem nur noch selten vor, genauso wie Zähne putzen. Zudem trägt er eigentlich nur noch Jogginghosen ( weil er plötzlich allergisch auf Jeans reagieren soll) und die sind mittlerweile so verdreckt, dass nicht einmal die Waschmaschine sie wieder sauber bekommt.
Das Thema Sex muss ich dann in dem Zusammenhang momentan ja nicht mehr beschrieben, oder?
 
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Das heißt, duschen kommt zudem nur noch selten vor, genauso wie Zähne putzen.
Ok, liebe Becca, damit wäre der Punkt erreicht, an dem ich endgültig raus wäre. Bis zu diesem Post von Dir war ich noch der Meinung, dass es sich bei dem Beschriebenen um den ganz normalen Alltagswahnsinn handelt. Allerdings ist bei mir persönlich der Ofen aus, sobald ein Mensch aufhört sich zu waschen und zu pflegen. Rede mit ihm, wie er sich die Trennung vorstellt. Entweder er sucht eine neue Bleibe oder Du ziehst aus.
Das Thema Sex muss ich dann in dem Zusammenhang momentan ja nicht mehr beschrieben, oder?
Nee, ganz klar, dass da keine Stimmung mehr auf kommt, würg... Und nichts wie weg!