• #1

ist es intolerant wegen einer essstörung den kontakt abzubrechen?

ich scheine irgendwie die problemkinder anzuziehen. eine freundschaftlich gute bekannte hat mich über jahre hin in den wahnsinngetrieben mit ihrer magersucht. worauf ich irgendwann eingesehen habe, da kann ich nicht helfen und zuschauen halt ich auch nicht aus, damals hab ich die entscheidung getroffen den kontakt auf ein minimum zu reduzieren. Jetzt habe ich parallelen zwischen ihr und einer aktuellen bekannten erkannt, bei der mir die ganze zeit was komisch vor kam. Nun jetzt bin ich mir zu 95% sicher magersüchtig ...niedrige knochendichte, ausbleibende bzw unregelmäsige regel, verminderte merk u. konzentartionsschwäche usw.. ich hab ihr jetzt geschrieben, dass ich damit nicht klar komme und denke nicht der richtige für sie zu sein. war das zu unsensibel?
 
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Gast

  • #2
Hallo Thomas! Auch ich habe so meine Erfahrungen mit essgestörten Mädels. Es war die große Liebe, die sehr bald aber nur von einem Thema beherrscht wurde: der Essstörung. Eine "normale" Beziehung war von Anfang an unmöglich. Essgestörte Menschen sind sehr stark mit sich, mit ihrem Selbsthass und dessen Symptomen beschäftigt. Für einen zweiten Menschen haben sie keinen Platz. Deshalb war unsere Beziehung eine "One-Man-Show". Nachdem sie eine Therapie begonnen hatte veränderte sie sich so sehr, dass die Beziehung brach. Die einzige Hilfe, die du deiner Bekannten geben kannst, ist der Hinweis auf ihr Problem. Der Rest muss unter professioneller Obhut passieren. Verlierst du die professionelle Distanz, wie es in einer emotionalen Beziehung zwangsläufig ist, gehst du kaputt. So unromantisch und darwinistisch es auch sein mag, ich achte bei neuen Bekanntschaften mit hellwachen Augen auf psychische Unregelmäßigkeiten. Vielleicht hilft dir meine Erfahrungen ja. Liebe Grüße.
 
  • #3
Nein, Thomas, Du suchst eine Partnerin für's Leben und da mußt Du nichts hinnehmen, was Dich gleich fundamental stört. Essstörungen sind furchtbar und erschweren eine Beziehung ungemein. Ich selbst möchte auch keine Problemfälle als Partner haben.
 
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Gast

  • #4
Ja.
 
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Gast

  • #5
Hallo Thomas,

ich denke genauso. Man lernt sich kennen und keiner will dem anderen etwas Böses. Es kann immer passieren, daß der andere eine Eigenschaft hat, mit der man nicht zurecht kommt. Ob das eine Esstörung oder etwas ganz alltägliches ist darf dabei keine Rolle spielen. Schließlich sollst Du Dich nicht opfern in einer Beziehung und Deine Partnerin möchte auch, daß Du mit Ihr aus Liebe und nicht aus Mitleid zusammen bist. Deine Gedanken sind sehr anständig und zeichnen Dich als wirklich guten Menschen aus. Wenn Sie Deine Hilfe weiterhin will - und Du sie geben möchtest - kann man das auch so tun - als Freunde.

Nette Grüße

Christoph
 
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Gast

  • #6
Hallo Thomas,

ich denke, jeder muss sich seine Grenzen selbst ziehen, wie weit er sich für eine Bekannte aufopfern will. In einer Beziehung sollte man weiter gehen als bei einem flüchtigen Kontakt, usw. Dabei kann man es auch mit Abmachungen in der Art versuchen: "Du bist ein toller Mensch, ich verbringe gerne Zeit mit dir und rede mit dir, aber bitte lass das Thema aussen vor, das ist zu viel für mich". Natürlich sollte das, was du sagst auch ernst gemeint sein.

Aber wenn es dich zu sehr belastet, dann musst in erster Linie an dich denken und musst dabei kein schlechtes Gewissen haben. Damit ist nur noch offen, ob du zu unsensibel warst mit der Wortwahl. Da du die Frage hier stellst gehe ich mal davon aus, dass du dir darüber viele Gedanken gemacht hast und die richtigen Worte gefunden hast.

Noch eine Bemerkung am Rande: Ich persönlich halte überhaupt nichts davon, Krankheiten bei sich oder anderen zu diagnostizieren, wenn man selbst kein Dr. med. oder Dipl. Psych. vor dem Namen trägt. Für deine Entscheidung, ob du den Kontakt abbrechen willst oder nicht, spielt das allerdings für mich keine Rolle.

Alles Gute
 
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Gast

  • #7
Hallo Thomas,
deine Entscheidung ist die Richtige! Man sollte sich immer einen unkomplizierten, Problemlosen Menschen an der Seite suchen. Nur so kann eine Beziehung zur dauerhaften Liebe werden. Essstörungen in der Partnerschaft hatte ich in meinem Bekanntenkreis, auch diese Beziehung ging daran kaputt. Sie würde deine Energie an Kraft und Freude kaputtmachen. Spare dir diese lieber fur "die Richtige" auf. Auch wenn die Suche sehr schwer ist, aber nur um eine Partnerin zu haben, nicht allein sein zu müssen, sollte man keinen SOLCHEN Kompromiss eingehen.
 
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Gast

  • #8
Würde mir so einen Menschen nie antun,einer der mit sich selber nicht zurecht kommt,kommt schon garnicht mit jemand anderem klar!
 
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Gast

  • #9
es gibt viel störungen bei menschen. liebe hilft auch heilen.
nur wegen einer essstörung den kontakt zu einem menschen abzubrechen-nein.
mann oder frau sollte nur sein eigenes leben nicht aufgeben.
 
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Gast

  • #10
Thomas, du hast genau das Richtige getan und es war nicht unsensibel.
 
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  • #11
Hallo, Thomas, ich hatte bis jetzt nur eine Freundin, welche früher Bulimieprobleme hatte.
Das kommt jedoch sehr oft wieder, ob gering oder als Ausbruch - auch, wenn die Betroffenen meinen, sie hätten´s im Griff.
Und - das hat was mit der Psyche zu tun, die Störung ist nur ein Symptom für eine Ursache, die diejeinigen nicht erkennen ( wollen? ) und bei welcher wirklich ein ( guter ) Fachmann ´ran muß.
Meist stimmen dann auch die anderen Sachen nicht wie Launen, Zuverlässigkeit und Reife.
Ein Freund von mir ist durch so eine langjährige Beziehung so geimpft, daß er sofort abbricht, wenn bei einer Frau, die er kennenlernt, sich auch nur im geringsten ein Anschein für eine Esstörung ergibt.
Gebe aber den anderen Recht - Du mußt nicht (mit)leiden. Wenn Du aus Gefühlen heraus versucht hast, zu helfen ( und letztendlich muß diejenige das selber schaffen, Du kannst nur Beistand sein ) und merkst, daß Du Dich nur noch schlecht fühlst, mußt Du gehen.
Kann ja auch für diejenige eine Motivation sein, an sich zu arbeiten, durchaus mit professioneller Hilfe.
Und, "Chaostanten anziehen" - kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, daß man das anzieht, was einem irgendwo entspricht ( Hilfe/Ausnützen etc. ).
Leg´Deinen inneren Schalter um und wünsch Dir nur noch, was Du wirklich willst ( und nicht das, was Du nicht willst ). Alles Gute.
 
  • #12
danke, war gut zu lesen!
 
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Gast

  • #13
hallo thomas, hatte den selben fall und habe in dieser schweren krise immer zu ihr gehalten, habe dafür gesorgt das sie eine therapie gemacht hat und hab auch in der therapie jeden abend mit ihr telefoniert und ihr die kraft gegeben die sie brauchte, zu dieser zeit ging es mir auch sehr schlecht deswegen und es hat mir sehr viel kraft gekostet es für mich durch zu stehn, aber sie hat es geschafft und ist bis jetzt noch nicht rückfällig geworden aber ich weiß nicht und frage auch nicht danach ob sie es nur geschafft hat weil ich ihr geholfen habe, aber um das ganze jetzt kurz zu machen, ich bin der meinung das deine bekannte oder freundin es sicher leichter schaffen würde die krankheit in den griff zu bekommen wenn jemand an ihrer seite ist der ihr wichtig ist und ich glaube fast das wenn du dich zurück ziehst das sich ihr zustand verschlechtern würde, es gibt ja nicht nur gute zeiten in einer freundaft oder beziehung sondern auch schlechte und ich finde gerade in solch einer schlechten zeit ist es wichtig beistand zu haben, zurück zu meiner beziehung die nun wahrscheinlich nach 1,5 jahre doch am ende ist zumindest ist sie sich über ihre gefühle noch nicht sicher, dennoch muß ich sagen das ich nicht bereue an ihrer seite gewesen zu sein wo es ihr schlecht ging, aber wie gesagt das ist nur meine meinung und soll kein maßstab für dich sein.
 
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Gast

  • #14
Ich glaube, wenn du nicht aus vollkommener Liebe und Überzeugung hinter ihr stehen kannst, dann richtest du in deinen Versuchen zu helfen am Ende mehr schaden an. Sch deshalb könnte es vielleicht richtig sein sich zurückzuziehen.

(Sorry für die späte Antwort)
 
G

Gast

  • #15
Ich finde du solltest die Beziehung nicht abbrechen.
Ich hatte 3 J nach meiner Hochzeit Essstörungen entwickelt.
Ich hatte ein Kind bekommen und konnte dadurch nicht mehr arbeiten.Diese Störung zog sich immer mehr oder weniger durch meine ganze Ehe.Ich wollte nie Streit und bin sehr Harmonie bedurftig.In meiner Fam. gab es nie Streit aber viel Liebe.
Mein Mann war kalt konnte nie Gefühle zeigen, wenn ich etwas hatte sagte er nur stell dich nicht so an.
Als ich den vollkommenen zusammenbruch nach 17 J. hatte und auszog, waren die Essstörungen weg.
Einfach verschwunden. Ich konnte es nicht fassen. Es war wohl bei mir das permanente schlucken um Streit aus dem weg zu gehen.
Ich hätte nie geglaubt, das die Essstörung mit meiner Ehe etwas zutun haben könnte.
Seit 9 Monaten habe ich gargar nichts.
Forscht nach der Ursache manchmal sind sahen die man nie denkt der Grund.

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