• #1

Ist dies der neue Lifestyle, wenn man beziehungsunwillig ist?

Hallo liebe Forenmitglieder,

heute habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, wie sich die Gesellschaft wohl weiter auch hinsichtlich Beziehung und Beziehungsdauer verändert.
Wenn man hier im Forum aber auch im RL so mitließt und beobachtet bekommt man den Eindruck, man hat es überwiegend mit Menschen zu tun, die eher beziehungsvermeidend sind.
Wie sonst ist zu erklären, das es scheinbar

immer mehr Fernbeziehungen gibt wo aber meist einer unglücklich ist da einer nicht umziehen will oder kann

viele die Ansprüche an den Partner so hochschrauben, das dem fast keiner gerecht wird.

sich immer mehr Individualisten herauskristallisieren, die scheinbar alles können - nur nicht auf Menschen eingehen

es immer öfter die “ falschen” zusammen versuchen, die wichtige Merkmale die zur späteren Trennung führen, einfach nicht rechtzeitig erkennen und sich vieles immer wiederholt?

wird das in Zeiten, in denen irgendwann der perfekte Partner ein Roboter sein könnte weiter zunehmen, oder lernen wir irgendwann wieder, mehr Rücksicht und Verständnis füreinander.
 
  • #2
Wenn man hier im Forum aber auch im RL so mitließt und beobachtet bekommt man den Eindruck, man hat es überwiegend mit Menschen zu tun, die eher beziehungsvermeidend sind.
Ich denke, das ist alters- und kontextabhängig. In unserem Alter sind viele beziehungsmüde aufgrund von schlechten Erfahrungen oder sie möchten sich nach langer und letztlich gescheiterter Partnerschaft erstmal "austoben". Hinzu kommt, dass hier im Forum viele schreiben, die wegen Problemen nachfragen möchten. Ich finde mittlerweile auch völlig normal, dass Beziehungen nicht ein Leben lang halten müssen.
 
  • #3
heute habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, wie sich die Gesellschaft wohl weiter auch hinsichtlich Beziehung und Beziehungsdauer verändert.
Wozu?

Die Gesellschaft kann man nicht ändern. Über sich verschlechternde Zustände zu lamentieren ist Lebenszeitverschwendung.
Lieber das schöne Wetter genießen.
Und Zeit mit genau den Menschen verbringen, die einem wichtig sind.

Es schadet aber auch nicht zu wissen, wohin die europäische Gesellschaft entwickelt werden soll. Sonst hat man einen blauäugigen Blick auf die täglichen Nachrichten.

m, 39
 
  • #4
Nur bedingt. Verschiedene Umstände die früher ein zusammen raufen und zurück stecken erzwungen haben, sind heute entfallen. Das erleichtert natürlich das Beenden, Abbrechen von Beziehungen und das Wählerrisch sein.

Auf Seiten der Frauen kommt hinzu, dass sie immer längere und höhere Ausbildungen machen aber meist nicht den Wunsch nach einen "ranghöheren" am besten einkommensstärkeren Partner ablegen.

Auf Seiten der Männer ist ein Treiber, dass sie auch ausserhalb einer echten Beziehung relativ leicht an Sex kommen. Ein Hauptmotiv zur Bindung war für viele Männer eben Beziehungssex.

Allerdings sollte man auch nicht den Fehler machen die Dramen aus diesen von Langzeitsingeln und Häufigwechslern dominierten Forum auf das heutige Beziehungsleben generell zu übertragen.

Hier schreiben Menschen die ein Problem haben und nicht die die kein Problem haben.

Hier antworten und kommentieren Menschen die persönlich irgendwie betroffen waren oder sind und nicht diejenigen auf die dies nicht zutrifft.

Insoweit präsentiert das Forum hier vermutlich die Spitzen und nicht den Durchschnitt.

Was Fernbeziehungen betrifft sind sie grundsätzlich keine Folge bestimmten Suchverhaltens sondern zum einen ein Ergebnis der Anforderungen des heutigen Beufslebens und zum anderen ein Ausdruck unserer heutigen Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #5
Tja das kommt eben davon wenn man heutzutage seine Partner im Internet sucht.
Die Personen beschreiben sich oft nicht der Wahrheit entsprechend - der sportliche, offene Karl Otto ist in Wirklichkeit ein langweiliger Stubenhocker und die fleißige, schlaue Erna eigentlich eine faule dumme Trine.

Ich denke mir immer wieder "Leute warum geht ihr nicht mit offenen Augen durchs Leben?"
Draußen an der Haltestelle oder im Café findet ihr bestimmt eher einen guten Partner.
Außerdem kann man sich da sofort ein Bild von dem Menschen machen und hat nicht die gelogenen Illusionen im Kopf wie sich der Typ/die Frau im Internet beschrieben hat.
 
  • #6
Hallo Roscoe,

Was mir ganz stark in meinem privaten Umfeld wie auch hier im Forum auffällt ist, dass die meißten Menschen in unbefriedigenden Beziehungen sind. Die Partner passen so gar nicht, weil sie zu unterschiedlich sind. Sie sind unglücklich, haben kaum Gesprächsstoff/langweilen sich, haben unterschiedliche Ansichten und Einstellungen etc. Einige haben süchtige oder gestörte Partner, die die Frau beschimpfen und abwerten (Frau toleriert es). Und dennoch bleiben sie zusammen wegen dem Kind, weil sie finanziell abhängig sind, weil sie Angst vor dem Alleinsein haben etc.

Die meißten rennen von Beziehung zu Beziehung, Hauptsache nicht alleine bleiben. Da wird wahllos konsumiert sozusagen. Wenn die eine nicht will, dann eben die nächste. Diese Katalogmentalität nervt mich tierisch und fällt vor allem im Onlinedating auf. Alles ist unverbindlich, keiner will Verantwortung übernehmen, Zuverlässigkeit ist ein Fremdwort.


Wenn man als Frau mit Männern negative Erfahrungen mit Männern gemacht hat, wird man ängstlicher, kritischer und anspruchsvoller. Man überlegt sich vor der Beziehung mit welchen Eigenschaften man leben kann und mit welchen nicht. Das finde ich eher besser, weil man sich einen passenden Partner sucht, als den nächst verfügbaren zu nehmen. Ich weiß auch, dass ich z.B keine Fernziehung mehr führen möchte, es sei denn es ist klar wohin es führt. Meine wertvolle Zeit ist mir wichtiger und ich kann alleine sein, dazu bin ich unkonventionell. Der passende Partner muss mein Leben noch schöner machen. Er soll kein Klotz am Bein sein. Dass was Bekannte/Freunde teilweise (nicht alle) haben, ist das Klotz am Bein oder nur Ärger und Sorgen mit dem Partner (siehe hier auch die Threads).


Was mir auch ganz stark noch auffällt ist der Mangel an Authentizität bei einigen Männern. Sie verstellen sich und zeigen sich von einer ganz anderen Seite. Wenn sie Single sind, sind sie sehr aktiv und unternehmungslustig, gaukeln das der Frau vor. Bei den Gesprächen merke ich schnell, ob das wirklich der Realität entspricht. Bei vielen kommt dann raus, dass sie gerne zocken oder eher passiv sind/keine Hobbys und Interessen haben. Dann denke ich mir, aha so ist es also.

Will ich diesen Mann, der derzeit auf aktiv macht, aber in der Beziehung zum Stubenhocker mutiert? Als Frau muss man dann eben genau zuhören.
 
  • #7
Ich finde diese Frage müßig.
Ich glaube, es ist wie mit allen Entwicklungsphasen einer Gesellschaft. Das Pendel muss immer krass zu einer Seite ausschlagen, bis die Gesellschaft realisiert, dass es so nicht funktioniert. Dann schlägt es wieder krass in Richtung einer anderen Strömung Die goldene Mitte scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Ich persönlich habe den Glauben an die Ehe oder Eheähnliche Gemeinschaften aufgegeben. Für mich ist das ein längst überholtes Relikt aus Zeiten in denen die Kirche, für die breite Masse "gedacht" und entscheiden hat. Der Mensch wäre besser beraten, wenn er klaglos akzeptieren würde, dass uns die meisten Menschen eben immer nur ein Stück unseres Weges begleiten. Geben was man geben möchte und dankbar nehmen, was der andere einem freiwillig gibt. Unerheblich wie nah wir ihm stehen. Ich glaube wenn es uns als Gesellschaft gelingen würde, Menschen die Kinder erziehen besser abzusichern und zu stärken, dann wäre die Ehe gar nicht mehr notwendig. Persönlichkeitsbildender wäre es, wenn wir endlich begreifen, dass wir für uns und unser Glück selber verantwortlich sind. Das wir lernen bei uns und unseren Bedürfnissen zu bleiben. Dann muss man nicht mehr zwanghaft fest halten oder Angst vor der Einsamkeit haben. Kann es richtig sein, dass sich ein Mensch nur dann vollständig und geliebt fühlt, wenn ihm ein anderer das sagt? Statt unsere Kinder zu stärken, machen wir sie zu kleinen Minime´s die schon früh lernen, woran man den Wert des anderen erkennt. Wer gut und wer böse ist und welche Meinung opportun. Wie Kann es sein, dass Menschen in toxischen Beziehungen verharren, weil sie mehr Angst um ihren Status und dem alleine sein haben? Wie kann es sein, das wir uns so wenig selber wertschätzen, dass wir uns bis zur Selbstaufgabe verbiegen, um in einer Partnerschaft sein zu "dürfen"? Warum wird ein Mensch ohne feste Partnerschaft immer noch kritisch beäugt und als Sonderling abgestempelt? Leuchtet mir alles schon lange nicht mehr ein.
 
  • #8
Du scheinst mir das ein wenig schwarz zu sehen, liebe/r (?) @Roscoe. Ich bin da gelassener, die Zeiten haben sich immer geändert und den Erfordernissen angepasst:
  • in einer globalisierten Welt ist es unumgänglich, flexibel zu sein, besonders im Beruf. Die Folge: Fernbeziehungen. Gleichzeitig ist es heute - im Gegensatz zu früheren Verkehrsmöglichkeiten - sehr viel einfacher, sich dennoch oft genug zu begegnen.
  • die Ansprüche an den Partner: sie waren, glaube ich, schon immer hoch - und das zu recht. Nur konnten Menschen das früher nicht einfordern, weil sie oft genug in Abhängigkeit zum Partner standen (Frauen z.B. weniger selbständig waren).
  • auch die Individualisten gab es immer (glücklicherweise!); in unterschiedlichster Ausprägung.
  • »die Falschen« verbandelten sich ebenfalls in der Vergangenheit immer wieder - nur trennten sie sich (oft aus wirtschaftlichen) Gründen weniger schnell.
  • Rücksicht und Verständnis füreinander haben (früher und heute) alle sensiblen, empathischen Menschen. Einfach hinschauen!
Und Zeit mit genau den Menschen verbringen, die einem wichtig sind.
Das sehe ich auch so!
 
  • #9
Ich denke, es bringt nichts, sich wirklich Gedanken darüber zu machen. Es kommt doch nur darauf an, dass man sich klar ist, was man selbst will. Ob dann viele andere Ansichten haben - was soll's? Die meisten kämen so oder so nicht als Partner in Frage. Und wenn man doch immer jemanden gefunden hat, der in die selbe Richtung schaut und auf den man sich einlassen will, spielt diese Frage nun wirklich keine Rolle.

Es mag diverse Strömungen und Moden geben, die Grundbedürfnisse der Menschen aber ändern sich nur wenig.
 
  • #10
man hat es überwiegend mit Menschen zu tun, die eher beziehungsvermeidend sind.
Guten Morgen,

es erschließen sich uns viele Welten, in denen man eintauchen kann, oder nicht.
Beziehungsungsunwilligkeit gab es schon immer, sie wurde nur besser getarnt, fand mehr im Verborgenen statt. Durch das digitale Wunderland erschließen sich uns alle Möglichkeiten, die Hölle und der Himmel. In welche Welt wir uns begeben und worauf wir unser Augenmerk legen, entscheiden wir selber. Deine Welt im Kopf spiegelt sich in der Außenwelt wieder.
Wenn eine Frau schwanger werden möchte, sieht sie nur schwangere, glückliche Frauen. Wer an Liebe glaubt, sieht und erlebt vielfach glückliche Paare.

Jeder kann und darf so sein, wie er will, wenn er niemanden schädigt. Jeder hat die Wahl und viele die Qual. Das ist Lifestyle, Trend, die Möglichkeit, alles bis zum Abwinken mitnehmen zu können. Gefangene ihrer Selbst, sind kaum in der Lage in irgend einer Beziehungsform zu verweilen.
 
  • #11
Die Gesellschaft an sich ist mir egal - mir sind die Menschen und Tiere in meinem Umfeld wichtig. Und auch nur die, die ich mag.
Die Gesellschaft zu verändern - daran dürfen sich gerne andere abarbeiten. Ich habe genug damit zu tun, für mich selbst zu sorgen.

Und ich habe dazu gelernt - privat eben keine Fehler zu suchen, sondern die guten Seiten zu sehen. Die für mich richtigen Menschen in meinem Leben zu sammeln. Freude und Glück zu finden - und auch zu erarbeiten.
Generell sehe ich immer öfter, dass jeder glaubt zu wissen, was alle anderen falsch machen. Und dabei vergessen solche Menschen gerne, was sie selbst alles falsch machen. Man sieht, was man sehen will, was nicht passt, wird irgendwie passend interpretiert. Man ist so beschäftigt mit seiner Meinung, seinen Bedürfnissen und seinen Möglichkeiten, dass man übersieht, welch reichhaltiges Menu vor einem steht.
ich war doch selber so - sogar ziemlich extrem. Nie zufrieden ... immer auf der Jagd. Heute bin ich glücklicher. Und weiss, dass auch mein Weg nicht der Königsweg ist.
 
  • #12
Es gibt mehr Fernbeziehungen, weil berufliche Flexibilität heute wichtig ist und weil die Leute sich online kennen lernen. Ich selbst habe meine Partner glücklicherweise immer in meiner Stadt kennen gelernt, meistens sogar im selben Viertel und einmal im selben Haus.

Dass Paare früher glücklicher waren, bezweifle ich. In der Generation meiner Eltern hatten Männer und Frauen auch nicht immer viel gemeinsam. Da weniger Frauen berufstätig waren und der Mann Alleinverdiener, driftete das Leben der Paare ziemlich auseinander. Aber man blieb oft aus wirtschaftlichen oder traditionellen Gründen zusammen. Frauen, die von ihrem Mann abhängig waren, konnten sich eine Trennung nicht erlauben. Also blieb man zusammen und stritt und betrog sich hinter den Kulissen. Heute nehmen das weniger Menschen hin und bestehen auf die Erfüllung von Liebe und Zufriedenheit. Dafür trennt man sich schneller. Dies gilt besonders für die Mittelschicht und für Menschen mit akademischen Hintergrund.
Auch heute gibt es in Deutschland noch jede Menge Paare, die sich aus kulturellen, religiösen oder finanziellen Gründen nicht trennen können oder wollen. Dort beobachte ich oft desaströse Beziehungen.
Ich bin froh die Freiheit zu haben, dies nicht ertragen zu müssen.
 
  • #13
Ich finde nicht, dass sie Beziehungen schlechter geworden sind - ganz im Gegenteil: Heutzutage hat man - insbesondere Frau - ja erst die Möglichkeit, ihr Leben frei und unabhängig zu gestalten.

Man muss nicht aus gesellschaftlichen oder finanziellen Gründen in einer destruktiven umd unglücklichen Beziehung bleiben.

Noch in dèn 50er Jahren brauchte man als Frau die Erlaubnis des Mannes arbeiten zu gehen oder den Führerschein zu machen, man war völlig abhängig. Und die Männer auf der anderen Seite finanziell alleinverantwortlich für die Familie.

War das besser? Ich finde nicht.

Ich habe mich auch aus einer langjährigen Ehe getrennt, weil nichts mehr passte. Als Single war ich dann viel glücklicher und zufriedener und habe nun das Glück, eine neue Beziehung zu beginnen, die besser passt. Als Sahnehäubchen, die mein Leben bereichert. In der die zu treffenden Kompromisse den Mehrwert rechtfertigen.

Und wenn diese Beziehung irgendwann an einem Punkt sein sollte, an dem ich denke, dass ich als Single besser dran bin, würde ich mich auch wieder trennen. Auch mit ü60.
Weil ich es kann.

W, 44
 
  • #14
Eine Beziehung besteht heute immer mehr aus offiziell einzelnen Individuen. Heute wissen das schon die Kinder.
Früher bekam man seine Rolle in der Lebensgemeinschaft bereits mit der Muttermilch.
Mann muss Familie ernähren und Frau ihm dafür den Rücken frei halten.
Selbst da, wo ein Mann eigentlich diese Rolle nicht ausfüllte, blieb das Bild des starken Mannes nach Aussen und für den Nachwuchs aufrecht.
Wäre die Aufteilung nicht in Macht und Unterdrückung, in klug und dumm gelandet...wer weiss ob wir heute noch so lebten.
Meine Generation ist eine Mischung aus allem, vorgelebt wurde das Alte aber mit dem Wissen, die sind nicht glücklich. Und vorallem dem Wissen es alleine schaffen zu müssen.
Und AEs sorgen noch mehr für andersdenkende neue Generationen.
Meine Söhne schrieben mir: Du bist der stärkste Engel, der alles schafft.
Den starken Mann als Vorbild kennen sie nicht und wenn wir auch als Eltern im Bereich Erziehung funktionieren, ihr Weltbild ist ein anderes.
Die Mädchen gerade von AEs wollen dieses härte Leben gar nicht.
Kein Mann und keine Kinder, die sie hemmen Individuen zu sein.
Wenn Beziehung dann auf der Anerkennung des einzelnen.
 
  • #15
Was mir ganz stark in meinem privaten Umfeld wie auch hier im Forum auffällt ist, dass die meißten Menschen in unbefriedigenden Beziehungen sind. Die Partner passen so gar nicht, weil sie zu unterschiedlich sind. Sie sind unglücklich, haben
Hallo Irina 85 und auch Danke an die bisherigen Beiträge. Ja, das sehe ich heute zumindest auch so. Viele ( ich schließe mich da nicht aus) harren oder halten starr jahrelang aus, bis es doch noch einen Schlag tut.
Dieses Aushalten war und ist natürlich immer schon nicht gut für die Beziehung gewesen. Dies alles vor dem Hintergrund des Alleinseins oder eben auch wirtschaftlichen Verlustes, muss jeder selber beurteilen, ob es Ihm das Wert ist. Ich seh das mittlerweile auch anders. Würde auch nicht mehr alles uneingeschränkt mitmachen.
Was ich aber auch meine ist, muss es zwingend so sein, das man heute schneller aufgibt nur weil ja angeblich an Alternativen kein Mangel herrscht, die dann trotzdem nicht so toll sind? Gibt es zwischen super Beziehung und ausharren in totaler Starre nicht noch den “guten tragfähigen Kompromiss” für den es sich auch lohnt diese Beziehung weiterzuführen? ich wäre gerne bereit, nicht alles zu hinterfragen und total kritisch zu sehen. Aber gibt es hierzu auch genug passende Alternativen?
 
  • #16
Ich glaube auch, dass es eine müßig Frage ist.
Es ist heute viel mehr Freiheit und Wahlmöglichkeit als früher.
Konventionen, Abhängigkeiten.
Früher hat man geheiratet, Kinder, fertig.
Die Alternativen nicht wirklich gegeben und schon gar nicht positiv.
Die Ehen waren auch unterschiedlichster Qualität. Passung? Auf der persönlichen Ebene? Diesen Luxus leisten wir uns heute, homosexuelle Paare waren unmöglich bis strafbewehrt, ist nicht solange her.

In Foren wird dieses finden sich naturgemäß die Problemfälle, das ist nicht repräsentativ. Also vom Lesen hier wird man eher beziehungsabgeschreckt als optimistisch - positiv.

Wenn ich mich herum höre, hat sich soviel gar nicht geändert.
Menschen sind soziale Wesen, Partnerschaft ist durchaus ein Grundbedürfnis. Nur die Summe an Erfahrungen und Prägungen stärkt oder negiert dieses Bedürfnis.

Und obwohl ich jetzt selbst 2mal geschieden bin, meine Söhne von ihrer Art her völlig unterschiedlich sind, stellen sich beide vor, abhängig von der Partnerin natürlich, ganz klassisch zu heiraten und Kinder haben - Plural, können mehr als 2 sein.
Nicht ganz so klassisch, der Jüngere hat sich unter anderem auch deswegen seine Ausbildung so gewählt, dass er problemlos Elternzeit nehmen kann - auch als Vollzeit Papa. Und falls es schief geht, auch als AE.

Es wird immer Wellenbewegungen geben - mal ob die eine Richtung und dann wieder in die andere Richtung.
Ich denke, es wird noch vielfältiger werden.

Wichtig ist eigentlich nur, selbst heraus zu finden, dass die einen der richtige Weg ist - und offen zu bleiben für Veränderungen.
 
  • #17
Und AEs sorgen noch mehr für andersdenkende neue Generationen.
Meine Söhne schrieben mir: Du bist der stärkste Engel, der alles schafft.
Darauf kannst Du natürlich stolz sein, aber:

Den starken Mann als Vorbild kennen sie nicht und wenn wir auch als Eltern im Bereich Erziehung funktionieren, ihr Weltbild ist ein anderes.
Was genau soll das "tolle" Vorbild bei den ganzen AEs sein? Geht da nicht gerade eine zukunftsgerichtete männliche Rolle verloren? Die Folgerung kann doch sehr gut auch sein "die Frau schmeißt den Laden schon, der Papa ist für´s bespaßen jedes zweite Wochenende da".

Ich befürchte, dass sehr viele AEs in dem Zusammenhang mit ihrer sagenhaften Stärke völlig versagen. Und hinterher beklagen sich die Frauen dann, dass die Männer das falsche Rollenbild haben. Sorry, da funktioniert gar nichts bei den Eltern im Bereich Erziehung bei allen AEs, die ich in meinem Umfeld erlebe. Die meinen höchstens, ihre Partner in ihrer "Stärke" noch mit unterbuttern zu müssen.
Bei den meisten Frauen, die sich hier über Partner beklagen, die in der Beziehung nicht die gewünschte Rolle einnehmen, dürfte der Partner auch im Elternhaus eine gescheiterte Beziehung erlebt haben.
Du redest Dir da etwas schön, das rein praktisch andere Frauen auslöffeln werden.
 
  • #18
Kurze Antwort auf Deine Frage: Ja

Wir müssen mit diesem "LIfestile" leben:
Die weiterführende Frage:
Wie gehe ich mit meinen Gefühlen in der Dating Phase um, damit sie nicht verletzt werden ?
 
  • #19
Hallo Roscoe

Jeder ist Teil der Gesellschaft und indem Du dich in eine Richtung entwickelst, wirst Du eher auf Gleichgesinnte stossen. Das hat mit Verantwortung für das eigene Tun und das eigene Leben zu tun.

Du schreibst ja selber "scheinbar", also vermute ich, Du bist gar nicht so sicher. Und das ist ganz natürlich.

Ich kann und will Deine Frage nicht beantworten, sie ist für mich auch irrelevant. Wichtig scheint mir, was ich selber will. Sicher ist, sich in der aktuellen Zeit der schnellen Medien gut zu verankern in sich selber. Dass die konstante Werbung lauter Ideale vorgaukelt, "Supermenschen" zeigt und sehr fein die harmonische Liebe vorgaukelt (wenn ich z.B. ein Auto oder ein Parfum kaufe), hilft sicher nicht, selber zu schauen, was ich will und selber bei sich zu schauen, was mir gut tut. Mein Antwort auf Deine Frage ist: Fokussiere was Du willst, dann ziehst Du dies auch an. Wenn Du klar bist, ist auch das Aussen klar.

Alles Gute und lass Dich nicht ver-mainstreamen

Kurt
 
  • #20
Was ich aber auch meine ist, muss es zwingend so sein, das man heute schneller aufgibt nur weil ja angeblich an Alternativen kein Mangel herrscht, die dann trotzdem nicht so toll sind? Gibt es zwischen super Beziehung und ausharren in totaler Starre nicht noch den “guten tragfähigen Kompromiss” für den es sich auch lohnt diese Beziehung weiterzuführen?
Ich denke die wenigsten trennen sich heutzutage leichtfertig aus Beziehungen in dem Glauben, dass es einen unerschöpflichen Markt an besseren Beziehungen gibt .

Mit nur ein bisschen Lebenserfahrung weiß man doch eigentlich, dass es immer irgendwelche Probleme gibt, die dann meist eben nur anders sind als in der letzten Beziehung -Kompromisse muss man immer finden...

Ich finde hier gerade im Forum kann man gut nachlesen, dass viele Menschen viel zu lange in schlechten und unglücklich machenden Beziehungen bleiben.

Worin soll ein Kompromiss bestehen, wenn man belogen, betrogen und respektlos behandelt wird?

Oder wenn man sich auseinandergelebt hat und keine Liebe mehr empfinden?

Wozu sollte man zusammenbleiben, wenn beide allein eine höhere Chance haben wieder glücklich zu sein und jemand passfähigeren finden zu können?

Ich möchte auch keinen Partner, der aus Gewohnheit bei mir bleibt, mich aber nicht mehr liebt oder sich nach einer anderen innerlich verzehrt.

Natürlich ist es für den Verlassenen immer erstmal hart, aber es ist auch letztlich eine Chance für eine neue bessere Beziehung.

Denn selbst wenn dem Verlassenen die Beziehung gefallen hat, war der andere dann jedoch nicht glücklich und zufrieden dabei. Und offenbar gab es dann auch keinen Kompromiss. Beziehungen scheitern doch letztlich daran, dass man eben keinen Kompromiss findet, der für beide zufriedenstellend ist, dass einem sein Anliegen wichtiger ist als die Beziehung.

Wie im Nachbarthreat hinsichtlich des Partyurlaubs. Kompromissbereitschaft kann nie eine einseitige Sache sein.
 
  • #21
@Lebens_Lust ich finde es nicht toll, welches Bild zb meinen Jungs vorgelebt wird.
Da hast Du mich falsch verstanden!
Im Gegenteil, ich glaube dass es die Generation schwer haben wird, denn wichtig ist doch auch sich am gleichen Geschlecht orientieren zu können.
Diese Orientierungen wackeln aber und seinen eigenen Weg ohne zu finden wird schwieriger.
Und sicher auch die Einstellung zu einer Beziehung!

Und heute sind nun mal viele getrennt und durch Kinder auch viele alleinerziehend. Das hat man im allgemeinen nicht geplant und selten die Doppelrolle gewünscht.
Ich habe nicht davon geträumt, mich irgendwann entscheiden zu müssen: AE oder unglücklich betrogene Ehefrau.
Oft sind auch die getrennten Väter um einiges besser als die Familienoberhäupter früher.

Es geht nicht darum das AEs besser sind, es gibt genügend die scheitern.
Aber man wird gezwungen den nächsten Generationen ein anderes Bild und oft auch ein männerloses Bild vorzuleben.
Mit Kids ist man weniger frei und irrt auch selten durch den Dschungel der Selbstverwirklichung.
In meinem Umfeld sind einige Väter so ohne die tägliche Verantwortung, ins rotieren gekommen. Und den Kindern fehlt dieses Gefestigte...

Zu wenig Mann um sie herum:
Kindergärtnerinnen, Grundschullehrerinnen und Mama mit Job und Bohrmaschine...
Gerade für meine Jungs finde ich es nicht toll und schon gar nicht wenn das männliche Vorbild orientierungslos blieb.

Ich sehe darin Gründe für die These die hier aufgestellt wurde.
Beziehung vermeiden oder: die Rolle nicht kennen die man da ausfüllt.
Erst wenn jeder einzelne mit sich seine Rolle gefunden hat und in guter Beziehung zu sich steht, kann er eine Partnerschaft führen.
 
  • #22
Ich sehe mich nicht als beziehungsvermeidend, ich habe einfach keine Lust auf Missbrauch und Konflikte.
Ich genieße gerade meine Ruhe und Harmonie und das schenkt mir das höchste Glück. Die Problematik ist, dass ich genug Leute kennenlerne und immer wieder Menschen in mein Leben treten, aber es endet in Krieg, Traumatas und verstörenden Abschieden. Ich habe deswegen mittlerweile schon Herz- und Kreislaufprobleme bekommen und es kostet mich jedes Mal ein halbes Jahr Zeit, um drüber hinweg zu kommen. Zu viel Lebenszeit. Deswegen bin ich heute vorsichtig und selbstverantwortend geworden.

Sich immer mehr Individualisten herauskristallisieren, die scheinbar alles können - nur nicht auf Menschen eingehen
Ich zähle mich wohl zu den Individualisten/Einzelgängern/Selbermachern/Selbstverwirklichern/Zielorientierten, aber ich gehe trotzdem ständig auf Menschen zu, du siehst das nur nicht, weil man nicht alles so nach außen trägt, was man so macht. Nur der Wirkkreis hat sich für mich mittlerweile geändert. Ich bleibe unter meinesgleichen aus anderen Individualisten und lasse das "Bauernvolk" außen vor, das mich ständig klein macht, weil es zu blöd zum Denken ist.

Individualisten oder Einzelgänger leiden darunter, dass man sie ständig anders haben will und ihre eigenen Gedanken ja nicht mal mehr akzeptiert. Ich möchte gerne so genommen werden, wie ich bin. Die meisten Menschen sind nicht so offen und tolerant für wie sie sich selbst immer halten.

Für Fernbeziehungen halte ich die Zeit einfach noch nicht reif. Flugzeug und Autofahren sind zu teuer und langsam, um sich ständig sehen zu können. Aber es hat sich schon gebessert. Die Lebensführung ist noch zu teuer, um sich zwei Wohnungen an zwei verschiedenen Orten der Welt leisten zu können, aber ich sehe schon, dass es viele Menschen immer mehr hinkriegen.
Mein Freundeskreis besteht in der Tat aus Individualisten und einige davon haben Partner/Partnerinnen im Ausland, da lebt man zeitweise dann eben hier oder dort. Es ist eine Frage, wie bereit man ist, Opfer geben zu können.

Wie gesagt, ich halte mich nicht für beziehungsunwillig, nur beziehungsunwillig mit "normalen" Personen, die nicht so sind wie ich. Zu denen möchte ich allerdings auch keinen Kontakt. Ich denke dabei den den kleinkarierten Spießbürger, den Ziellosen, das Muttersöhnchen, den Kleinmacher; die Menschen, die sich nie weiterentwickeln; die Verklemmten und Moralapostel, die Kleingeister, die Dominanten, die andere unterdrücken müssen und ständig Streit suchen. Ich bin da einfach drüber rausgewachsen aus so einer Gesellschaft ...
 
  • #23
Du redest Dir da etwas schön, das rein praktisch andere Frauen auslöffeln werden.
Das unterschreibe ich sofort. Denn nicht nur Jungs, denen eventl. das Vaterbild fehlt werden zu weichlichen unmännlichen Männern, auch Mädchen ohne Vater werden oft zickige uneinsichtige Divas. Und dieses Problem ist meines Erachtens mit einem neuen Partner nur teilweise gelöst. Der Vater sollte in wichtigen Dingen der Vater bleiben.
 
  • #24
Wenn man hier im Forum aber auch im RL so mitließt und beobachtet bekommt man den Eindruck, man hat es überwiegend mit Menschen zu tun, die eher beziehungsvermeidend sind.
Nun, da bin ich mir nicht sicher ob der Eindruck stimmt.
Ich hab den Eindruck es bilden sich in meiner Generation mehr Extreme: Die "Konservativen", die die Elterngeneration imitieren und Häuschen, Ehe, 2 Kinder haben oder zumindest davon träumen. Und dann die "Sucher und Zweifler", die noch - überspitzt gesagt!! - mit 40 Jahren unsicher sind, ob sie überhaupt eine Beziehung wollen.
Ganz bestimmt finden manche Menschen gute Kompromisse miteinander. Ich hoffe, das kann ich eines Tages auch von mir sagen.
 
  • #26
Wie sonst ist zu erklären, das es scheinbar

immer mehr Fernbeziehungen gibt wo aber meist einer unglücklich ist da einer nicht umziehen will oder kann
Das würde ich auch mit der heutigen Arbeitswelt begründen wollen.
viele die Ansprüche an den Partner so hochschrauben, das dem fast keiner gerecht wird.
Ja, das mag sein, dass es die Wohlstandsgesellschaft ist, die alles zur Ware macht und den Konsum als die Religion preist. Damit wird auch der Partner zur Ware, aber: Die früheren Ehen waren auch schlecht, ich würde sagen, der Anteil schlechter Ehen war gleich. Oder vielleicht größer, da die Emanzipation heute schon weiter fortgeschritten ist. Daher würde ich vermuten, bei den heutigen Ehen gibt es mehr gute Beziehungen als damals, wenn man "gut" hinsichtlich der Zufriedenheit der Partner definiert. Wer nicht abhängig sein muss, wer nicht unter gesellschaftlichem Druck steht, verheiratet bleiben zu müssen, der lebt zufriedener in seiner Beziehung.
sich immer mehr Individualisten herauskristallisieren, die scheinbar alles können - nur nicht auf Menschen eingehen
Hm... Ich denke, die Möglichkeiten, die man heute hat, machen auch mehr Individualismus. Der Mensch müsste erkennen, wieviel Zweisamkeit er braucht und dass es ihn unglücklich macht, wenn er allein ist. Wer das nicht so sieht, ist ja ein glücklicher Single. Wer unglücklich ist allein und unbewusst doch als Individualist einen Partner sucht, muss irgendwann die Erkenntnis haben, dass sein Individualistentum ihm im Weg steht. Aber solange die Erkenntnis nicht kommt, wird er sich blind in Beziehungen versuchen und scheitern, weil er sich und seine Bedürfnisse nicht aus dem Zentrum der Beziehung setzen kann und nicht in der Lage ist, Kompromisse zu machen. Also sucht er mit sich als Sonne einen Satellitenpartner, der ihm genau das gibt, was er sich wünscht, und macht sich vor, dass das eine gleichberechtigte Bez. sei oder, dass es irgendwo wen gibt, der genau passt. Wie es der neue Toaster, das neue Auto, die neue Klamotte, die seine Bedürfnisse vollständig erfüllen, auch tun.
es immer öfter die “ falschen” zusammen versuchen
Nein, das seh ich nicht so. Früher haben es auch die falschen versucht und es an den Kindern ausgelassen, dass sie so falsch zusammenbleiben "mussten".

Deine letzte Frage kann ich nicht beantworten. Kommt drauf an, wie gut die Roboter einen Menschen imitieren können. Beziehung lebt auch von "sich aneinander reiben", weil Bez. im Grunde eingegangen werden, um was zu lernen und nicht, um vollständig zufrieden zu sein. Wird ein Roboter das bieten können?
 
  • #27
Ach weißt du, da gab es mal vor Jahren in der Abiturprüfung im Fach Deutsch eine ähnliche Frage. Zwei bekannte Texte, Gretchen aus Faust und Marie aus Woyzeck. Dazu ein unbekannter Text. Eine moderne Frau, die sich aus einer ätzenden Beziehung befreit und sich dann erstmal so richtig austobt. Ich dachte noch, na super, wie lange soll ich denn da lamentieren, aber man kanns auch kurz machen, denn am Ende waren alle Tod, und das war irgendwie die Essenz des Ganzen. Weil wir auf Lebenszeit nicht immer alle Möglichkeiten haben, aber mit oder ohne Glück empfinden wir trotzdem nicht immer das, was wir wollen.

Früher war nichts besser, heute ist nichts besser. Die Erde dreht sich weiter. Was die Menschen umtreibt ist damals wie heute das Gleiche. Geh raus, sei dankbar dass du lebst und schwadronier nicht so viel über irgendwelche Lifestyles, sondern lebe einfach und das so gut wie möglich.
 
  • #28
Die Gesellschaft hat sich stark verändert. Männer und männliche Verhaltensweisen wurden immer stärker angegriffen und gesellschaftlich sanktioniert. So bekommen Jungen bei gleicher Leistung in der Schule schlechtere Noten, da weiblich angepasstes Verhalten bevorzugt wird und Jungen als anstrengend und störend sanktioniert werden.

Das ging dann weiter mit einem Unterhaltsrecht, bei dem bis vor sehr kurzer Zeit derjenige mit dem höheren Einkommen (in aller Regel ein Mann) seine Ex-Frau bis zum Lebensende alimentieren musste und eine Trennung mit Kindern ihn in den meisten Fällen an die Armutsgrenze gebracht hat.

Während Frauen nicht mehr gesellschaftlich genötigt wurden, eine Ehe oder Beziehung mit Kindern aufrecht zu erhalten, wurden Männer nicht mehr genötigt eine fest Beziehung mit Aussicht auf Kinder einzugehen.

Entsprechend vorsichtig und zurückhalten sind viele Männer heute, wenn es darum geht, sich zu binden oder Kinder in die Welt zu setzen.

Umgekehrt ist es bei Frauen heute so, dass sie sich um ihre Kariere, Party und Selbstverwirklichung kümmern und dann so ab Anfang 30 den Partner suchen, der nun im Schnellgang ihre Kinder zeugt und den angemessenen Lebenstil finanziert.

Und diese Frauen sind dann nicht selten frustriert, weil die Top-Männer im gleichen Alter eher jüngere Frauen suchen, die gleichalten Männer es mit der Bindung und Familiengründung nicht eilig haben und sehr genau hinterfragen, ob sie nicht einen riesen Fehler machen, wenn sie eine solche Frau schwängern, die sie möglicherweise nur als Mittel zum Zweck nutzt.

Und die Männer, die nun sozioökonomisch nicht so gut darstehen und keine großen finanziellen Risiken bei einer Scheidung oder Unterhaltszahlungen hätten, werden von den meisten bessergestellten Frauen als potentielle Partner nicht in Betracht gezogen.

Das führt aber wiederrum dazu, dass für die studierten Frauen, eben zu wenige heiratswillige Männer mit schneller Bindungsabsicht und Kinderwunsch da sind.

Und die die nun trotz allem für 80% der Frauen in Frage kommen, die nutzten das auch nicht selten für schnellen unverbindlichen Sex mit sehr vielen Frauen aus.

Und daher ist heute die Situation für Frauen nicht unbedingt einfacher als früher. Zumal eine Familie vor der Globalisierung z.B. Anfang der 80er den gleichen Lebensstandard wie heute mit zwei Vollzeiteinkommen mit einem Einkommen gehabt hätten.

Die Folge der Globalisierung ist, dass Erwerbsarbeit im Vergleich zu Kapitaleinkünften immer weniger wert ist und der Lebensstandard angestellt arbeitender Menschen bei zunehmender Arbeitsverdichtung und Anforderungen sinkt. Gleichzeitig ist der Druck auf Frauen Kariere machen zu müssen, heute extrem groß, denn ein Einkommen ist für den gleichen Lebensstil der Eltern einfach zu wenig.

Auch das trägt dazu bei, dass Männer heute wesentlich hinterfragen, ob ohne eine wahrscheinlich scheiternde Beziehung mit Kindern langfristig nicht besser dran sind.
 
  • #29
Lieber FS,
die Frage ist, welche Relevanz das von Dir beschriebene Phänomen gesamtgesellschaftlich hat, d.h. nicht nur im Bezug zum Onlinedating.
Teilweise höre ich sowas von jungen Kolleginnen oder eben von 40+ Bekannten, dann aber immer in Verbindung mit gezielter Partnersuche (Onlinedating, Speeddating etc).

M.E. Gibt es im Hinblick auf Partnerschaften die gleiche gesellschaftliche Spaltung wie bei Bildung und Wirtschaft - bei dem einen Teil läuft es super, bei den anderen nicht.

Ich wundere mich immer, wenn ich solche einseitigen Beschreibungen lese, denn in meinem direkten Umfeld gibt es das überhaupt nicht. Da haben die jungen Leute wenige Partner, Leben mit Mitte 20 zusammen, ein paar Jahre später wird geheiratet und dann kommt der Nachwuchs. Da ust auch keiner nach 2,3 oder 5 Jahren geschieden, wie es hier immer beschrieben wird.
Und in dem gleichen Umfeld meiner Generation sind die Menschen seit mehr als 30 Jahren verheiratet und reden immer noch miteinander. Da leidet keiner unter seiner Beziehung und fühlt sich freiheitsberaubt. Als Geschiedene bin ich dort ein echter Exot.

immer mehr Fernbeziehungen gibt wo aber meist einer unglücklich ist da einer nicht umziehen will oder kann
Das ist der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet. Wer nach dem Studium einen gut bezahlten und sicheren Arbeitsplatz hat, gibt diesen nicht so schnell auf, zieht in die Pampa und wird Bäckereihilfsverkaeuferin. Und kaum ist man da, verschlägt es den Partner anderswo hin, weil seine Firma ihn versetzt, er den Job verliert etc.
Meistens ziehen Frauen für die Liebeum, Männer trauen sich da weniger, bzw. ist ihnen die Beziehung nicht so wichtig. Seit Frauen sich dem männlichen Verhalten annähern, wird daraus ein Problem.

viele die Ansprüche an den Partner so hochschrauben, das dem fast keiner gerecht wird.
Ach, wieder diese männliche Jammernummer. Ja, das Leben ändert sich - es reicht nicht mehr, Mann zu sein. Dem müssen sich die Männer mal anpassen und Eigenschaften entwickeln, die Frauen nachfragen. Sie sind und wollen keine Unterhaltszahler für Frauen mehr sein - zu Recht. Warum also soll eine Frau sie wollen? Höchstens wegen guter Charaktereigenschaften, diein einer Partnerschaft in der Neuzeit wirken. Da liegt dann wohl der wahre Mangel.
Die Frauen mussten sich ja auch dem Wandel anpassen, sind berufstätig, bestreiten ihren Lebensunterhalt selber. Sie brauchen und suchen keinen Mann mehr als Finanzier sondern einen Verbindluchen/Verlässlichen für eine lebendige Partnerschaft und gegenseitige Unterstützung.
Wie so ziemlich alle Frauen halte ich das für das unterste Level und nicht für unerfüllbare Ansprüche.

Mehr Rücksicht und Verständnis füreinander? Nicht labern und von anderen fordern sondern selber anfangen.
 
  • #30
Woher kennst du uns denn so genau? Ich habe sehr gute und lange Beziehungen geführt, aber ich höre auf, Beziehungen zu führen, zu Männern, die keine Beziehung mit mir eingehen wollen oder mich hinhalten. Ich muss abschätzen, ob ich mir 7 Jahre mit einem Mann leisten kann, der angibt, nichts für mich leisten zu wollen, was in einer Beziehung normal wäre.

viele die Ansprüche an den Partner so hochschrauben, das dem fast keiner gerecht wird.
Beispiele zu deinem Argument? Ich stelle keine Anspruche. Treue und Ehrlichkeit kann wohl jeder erwarten, sonst bleibt man eben Single. Ist moralisch nicht verwerflicher.

sich immer mehr Individualisten herauskristallisieren, die scheinbar alles können - nur nicht auf Menschen eingehen
Was heißt eingehen für dich? Beispiele? Ich gehe auf alle Art von Menschen ein, aber ich stehe nicht auf Unterdrückung als Frau. Wir sind wohl die erste Generation an Frauen, die überhaupt so frei leben darf. Andere Frauen haben für unsere Freiheiten gekämpft, das vergisst du! Und ich kann nichts dafür, wenn Männer unverbindlich bleiben wollen.

oder lernen wir irgendwann wieder, mehr Rücksicht und Verständnis füreinander.
Vielleicht sollte der Staat allgemeine Förderprogramme und Therapien für Männern anbieten, bevor man sie auf die Menschheit los lässt?
Die Frauen sind nach wie vor beziehungswillig, eher treu, eher familienorientiert, eher traditionell.