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Gast

  • #1

Ist der Mensch mit dem man zusammen ist oft nur 2. Wahl?

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich weiß nicht ob das hierher passt, aber ich weiß auch nicht so genau wohin sonst mit meinen Gedanken. Also erstmal zu meiner Person, ich bin w 25 Jahre alt und befinde mich Momentan wohl in einer Sinneskrise was die Liebe betrifft.

Ich habe früh meine Eltern verloren und war dadurch schon immer etwas nachdenklicher und zurückhaltender als andere, vorallem was die Liebe angeht.

Ich war natürlich schon verliebt aber richtig geliebt habe ich noch nie.

Nun hatte ich neulich eine Unterhaltung mit ein paar Freunden die mich nicht mehr loslässt, einer meiner Freunde trennte sich vor ein paar Monaten von seiner großen Liebe. Sie waren 7 Jahre zusammen und er ist sich sicher das er nie wieder einen Menschen so tief lieben wird, er sagte das er schon glaubt wieder lieben zu können, irgendwann. Doch nie mehr so tief und bedingungslos.

Die Mehrheit war der Meinung das man nur einmal im Leben richtig liebt, aber dieser Gedanke macht mir nun furchtbar Angst.

Ich frage mich einfach ob mich jemals, jemand wirklich tief lieben wird. Natürlich kann mir diese Frage hier niemand beantworten aber ich bin in einem Alter in dem die meisten schon einmal geliebt haben und viele von Ihnen nach eigener Aussage nie darüber hinweggekommen sind.
Und alle anderen Menschen jetzt sozusagen nur Ersatz sind.

Mich würde einfach mal interessieren wenn Ihr schon eine große Liebe hattet, wie alt Ihr wart als Ihr sie gefunden habt und ob Ihr glaubt, falls Ihr sie verloren habt, jemals wieder so tief lieben zu können?

Und die unter Euch in einer festen Beziehung oder die, die schon einmal verheiratet waren, habt ihr Eure Partnerin oder Euren Partner mehr geliebt als die Vorgänger oder gab es da jemanden der immer einen höheren Stellenwert hatte?

Ich würde mich wirklich über ein paar Antworten freuen.
 
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Gast

  • #2
Hallo,
das ist wirklich ein sehr interessanter Ansatz.

Meine erste große Liebe hatte ich mit 15 und es war über viele Jahre innige tiefe Liebe, die sogar glücklicherweise erwidert wurde. Wir trennten uns zwar, sind aber heute noch sehr gute Freunde.

Und ja, ich habe mich auch noch ein 2. Mal so richtig doll verliebt (mit 28). Das Gefühl war nicht stärker oder schwächer als beim ersten Verliebtsein, es war einfach "Liebe". Wenn es Liebe ist, ist einfach immer stark. Die ständige Sehnsucht, bei ihm zu sein, an ihn zu denken, wenn er nicht da ist, was er wohl gerade macht, das Kribbeln, wenn eine SMS kam, glücklich sein und lachen, wenn man zusammen ist und das Gefühl, man will alles perfekt machen, gut aussehen und eigene Bedürfnisse zurückstecken, wenn es ihn glücklich macht.

Aber auch die rosarote Brille ist irgendwann schwächer geworden und ich habe erkannt, dass er nicht zu mir passt, die Lebensziele und Inhalte zu unterschiedlich sind.

In meinem Bekanntenkreis wird einhellig die Meinung vertreten, dass man 3 mal richtig lieben würde im Leben. So habe ich noch Hoffnung, dass ich jetzt mit 40 auch noch einmal auf den Mr. Right treffe.

Es wird natürlich nicht einfacher. Man wird zum einen nicht schöner und jünger (es ist leicht sich in einen schönen Menschen zu verlieben)... Zum anderen schützt jeder seine Seele vor den Verletzungen, die er schon einmal erlebt hat und geht nicht mehr so unbedarft und unvoreingenommen in eine Beziehung. Man läßt sich nicht richtig darauf ein.

Jeder denkt natürlich nur positiv über die Beziehungen, in denen man liebte, weil man das Schlechte schlicht vergißt. Das heißt aber nicht, dass man den aktuellen Partner nicht liebt oder weniger liebt. Liebe ist Liebe.

Niemand ist nur "Ersatz" für jemanden.
Das Problem ist natürlich der Zeitraum, bis man den Richtigen trifft. Ich bin jetzt 40 und natürlich froh, wenn ich überhaupt noch jemanden finde, der zu mir "passt". D.h. irgendwann schaut man mehr danach, ob man jemanden findet, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen will und wartet nicht bis man sich verliebt. In diesem Zeitraum ist der neue Partner eine Liebelei, wohl in der Tat nur 2. Wahl, aber ich glaube ganz fest, dass man richtige Liebe dann auch aufbauen, entstehen lassen kann.

Wer liebenswert ist, wird geliebt. Man muss seinen Partner einfach dazu bringen, sich darauf einzulassen. Ich möchte mich gern darauf einlassen. Du solltest es auch - Liebe ist ein Wahnsinnsgefühl.

Vergiß einfach die Angst verletzt oder verlassen zu werden. Sage Dir, wenn es so ist, dann ist es eben so. Dafür hattest Du eine Wahnsinnszeit.

Du bist noch so jung (ergo schön ;)) und hast alles noch vor Dir! In Deinem Alter gibt es eine Unmenge an Singles.Natürlich wirst Du noch richtig geliebt werden und selbst richtig lieben!! Fahr die Antennen aus, Du hast es in der Hand ;-)!
Alles Gute für Dich!!
 
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Gast

  • #3
Ich halte sowas für sentimentalen Unsinn. Klar gibt es Menschen die ihren Partner als "Notlösung" oder "2. wahl" sehen, aber meistens merkt man das auch am Verhalten (schau nur mal in diverse Threads hier über unmögliches Beziehungsverhalten). Ich halte es aber für eher selten. Denn meistens gibt es in der Frage der Liebe nur 0 oder 1, aber nicht 0 - 10. Jede Beziehung ist zwangsläufig anders, auch dafür muss man offen sein. Anders bedeutet nicht schlechter. Ich kenne reihenweise Paare die sich gegenseitig als Hauptgewinn betrachten, die aber vorher schon in anderen "grossen" Lieben Schiffbruch erlitten haben oder sogar einen geliebten Partner durch Tod verloren haben. Mit Mitte 20 dachte ich auch dass ich meine 1. Liebe niemals vergessen würde - ich wäre vor Trennungsschmerz fast verrückt geworden. Doch dann kam mein nächster Freund mit dem ich einfach viel glücklicher war, auch wenn ich am Anfang nicht ganz so verliebt war. Als das vorbei war (mit 30) dachte ich auch "nie wieder werde ich lieben" und ein Jahr später war ich bis über beide Ohren verliebt. Der Mensch verändert sich ständig, deshalb passt auch manche Beziehung zu einem bestimmten Zeitpunkt perfekt und wann anders nicht oder nicht mehr. Lass Dir also nichts einreden, damit versaust Du Dir nur Dein Leben.
 
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Gast

  • #4
Eine sehr spannende Frage, die ist mir auch schon häufiger in den Sinn gekommen.

Also ich habe meine große Liebe im Alter von 22 Jahren gefunden und - Trommelwirbel für die große Überraschung - natürlich auch wieder verloren (Ta-Da!). Die Beziehung hielt insgesamt fünf Jahre und hatte eigentlich mehr Tiefen als Höhen. Dennoch war sie zweifelsohne ein sehr besonderer Mensch in meinem Leben und ähnliche Gefühle für eine andere Frau sind für mich kaum denkbar. Hoffentlich irre ich mich.

Da für mich keine "zweite Wahl" in Frage kommt, ich diese Entscheidung als unfair gegenüber einer neuen Partnerin empfände und zudem auch ganz gut alleine zurechtkomme, habe ich mich seit 5 Jahren auf keine neue Beziehung eingelassen.

Ich habe mich zu dem Thema auch schon mit anderen Männern und Frauen unterhalten, welche die große Liebe gefunden und verloren haben und seitdem auch wieder in neuen Beziehungen stecken. Das Ergebnis war ziemlich erschreckend, denn die empfinden ihre neuen PartnerInnen tatsächlich als Notlösung um der Einsamkeit zu entgehen.
 
  • #5
Ich würde sagen, bedingungslose Liebe, erfordert eine gute Portion Naivität und die legen die meisten, mit zunehmenden Alter und weiter Liebeserfahrungen/Eskapaden, ab.

Ich hatte mich auch erst mit 29 das erste mal so richtig verliebt, aber nur einseitig, also weiß ich nicht mal, wie es ist, im anderen voll aufgehen zu können, trotzdem würde ich behaupten, die nächste hat es schwer etwas ähnliches auszulösen.
 
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Gast

  • #6
Liebe FS,

mir (36) ging es ähnlich.... Erst seitdem ich meinen jetzigen Freund kenne (1,5 Jahre), weiß mich, wie sich Liebe anfühlt.
Früher dachte ich, dass es Liebe sei und das da nicht mehr geht. Heute weiß ich: Das war keine Liebe, das war Sympathie, Vertrauen und Verantwortungsbewusstsein. Deshalb würde ich meinen Ex aber nicht als 2. Wahl bezeichnen, wir waren immerhin fast 10 Jahre zusammen. Aber ich habe nie das für ihn empfunden, was ich heute für meinen neuen Freund empfinde. Und da ich nicht wusste, dass es das gibt, würde ich aiuch nicht von Vorsatz sprechen, der bei der Betitelung "2. Wahl" irgendwie drinsteckt.
 
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Gast

  • #7
Also ich denke, dass der Mensch mit dem man zusammen ist nicht zweite Wahl ist.
Wenn man liebt, dann liebt man. Wenn diese Liebe nicht bedingungslos ist, dann ist es nicht der/die Richtige.

Ich glaube auch nicht an die EINZIGE wahre Liebe. Ich glaube man kann mehrere haben.

Aus Erfahrung kann ich sagen: Als ich mich von meinem langjährigen Freund getrennt habe (ich war 16 als wir uns kennenlernten) dachte ich auch dass ich niemals mehr jemanden so lieben könnte. Er war ja immerhin meine erste große Liebe.
Tja, die Zeit hat mich eines anderen belehr.

Das wichtigste ist nur, dass man mit der vorhergehenden Beziehung richtig abgeschlossen hat. Sich Zeit lassen für was neues. Sich nicht immer zu fragen was wohl wäre wenn..
Ansonsten ist es schwehr bedingungslos zu lieben.

Ich habe jetzt sein 2 1/2 Jahren wieder einen Partner - meine 2. große Liebe.
Ich liebe ihn bedingungslos und würde alles für ihn tun. Ich sehen ihn nicht als meine 2. Wahl, sondern als meine 1. Wahl!!

Deshalb glaube ich bin ich der lebende Beweis dafür, dass man deshalb nicht umbedingt die 2. Wahl sein muss, nur weil man schon mal so tief und innig geliebt hat.
 
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Gast

  • #8
Ich denke viel Menschen nehmen die 2. Wahl. Bei eine ehemaigen Romanze von mir weiß ich das er seine Freundin nur hat weil er mich nicht haben konnte.

Ich habe glücklicherweise meine 1. Wahl. Als Teenie schwärmte ich fùr ihn, ich war ihm damals zu jung. Zusammen kamen wir als ich 20 und er23 waren. Ich war im 7. Himmel. Wir hatten beide schon Beziehungserfahrung. Heute sind wir 10 Jahre zusamm, 1 Jahr verheiratet und haben eineb 5Monate alten Sohn. Alles gut.
 
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Gast

  • #9
Liebe Fs
Angst lähmt. Daher bist du gut beraten keine Angst zu haben dass irgendwas nie sein wird.

Mein Beispiel: Sehr verliebt in einen Schulfreund. Mit 18 endlich kurz vor dem Studium Plan mit ihm zusammen in eine grosse Metropole zu gehen. Zum Studieren. Ein Monat vor Semesterbeginn verunglückt er tödlich. Danach war ich auch wie dein Bekannter in dem Glauben ich könnte nie wieder lieben, was fast auch eingetreten wäre.

Mit irgendwem wollte ich nicht zusammen sein. Die Folge wenn du sehr tief verliebt warst und denjenigen verlierst: du kannst dich nicht lösen. Ich war 10 Jahre (bis 28) so eine Art trauernde Witwe. Auch heute noch besuche ich 1 mal pro Jahr sein Grab. Aber es tut nicht mehr so weh, der Schmerz hat sich mit Dankbarkeit vermischt ihn überhaupt geliebt zu haben. Die meisten Leute hier im Forum stellen enorme Ansprüche an Traumpartner. Aber glücklich werden kannst du nur mit einem irdischen Partner. Der ist nicht automatisch "zweite Wahl" weil er nicht so ist wie der erste Partner oder wie dein Wunschbild. Die Fähigkeit zu lieben kannst du trainieren.
 
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Gast

  • #10
Ich lieb(t)e jeden meiner langjährigen Partner anders. Da gab und gibt es keine erste oder zweite Wahl. Es gab allerdings Männer die besser und solche die weniger gut zu mir gepasst haben.

Die 2. Wahl wäre für mich ein Mann, den man aus Vernunft nimmt, weil er zum Beispiel gut für einen sorgt und noch dazu nett ist. Man liebt nicht, fühlt sich aber gut aufgehoben.
 
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Gast

  • #11
Lass dir gesagt sein, über seine große Liebe kommt man hinweg, keine Sorge. Auch wenn man das mit 25 noch nicht glauben mag. Ich habe das damals auch nicht geglaubt. Es wäre ja auch für die eigene Entwicklung wahnsinnig schlecht, man käme über einen Verlust nicht hinweg. Mit Körben muss man lernen, umzugehen. Wir haben alle mal eine große Liebe verloren und leben trotzdem noch und lieben auch wieder intensiv und tief - vielleicht bei der nächsten Liebe sogar noch viel tiefer, aufrichtiger und ehrlich, da man weiß, wie schnell jedes gute Beziehungsverhältnis beendet sein kann und man dankbar für die Zeit ist und diese noch intensiver auskosten möchte.

Ich könnte mir jedoch nicht vorstellen, heute noch mit einer meiner damaligen großen Lieben zusammen zu sein - also bin ich sozusagen froh, dass es beendet ist. Man ändert sich selbst ja auch als Typ. Kein Mensch ist mit 35 noch der Mensch, den er mit 25 war! Und im Laufe des Jebens steht man (meiner Erfahrung nach) auf unterschiedliche Menschentypen, die so eigentlich gar nichts miteinander gemein haben.

Eine verlorene Liebe ist scherzlich, das wissen wir alle. Manche übertreiben es auch gerne, wenn sie erst kürzlich getrennt sind und sagen: "darüber komme ich nie hinweg". Man kommt sehr wohl darüber hinweg! Ist alles nur Geschwätz!
 
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Gast

  • #12
Es kommt auf die Umstände an. Ich denke, je öfter und stärker man von einem Partner, den man liebt, enttäuscht und verletzt wurde, desto mehr verliert man das Vertrauen. In diesem Fall glaube ich, dass "Liebe" nur einmal im Leben da gewesen sein wird, da das Grundvertrauen je nach schwere der Enttäuschung erschüttert ist und diese Erfahrung begleitet einem das restliche Leben. Wer noch nie verletzt wurde, kann viel intensiver das Gefühl der partnerschaftlichen Liebe empfinden. Wurde aber das Grundvertrauen einer Person verletzt, so trägt sie das auch in die nächste Beziehung mit (wenn es überhaupt nochmal zu einer kommt) und das Misstrauen wird immer im Unterbewusstsein da sein.
Wenn allerdings eine Beziehung, in gegenseitigem Einverständnis auseinander geht bzw. beide merken, dass es nicht passt und sich aber trotzdem noch freundschaftlich gut verstehen, dann kann dieses Gefühl von Liebe in der nächsten Beziehung genauso da sein und diese wird dann nicht die 2. Wahl darstellen.
 
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Gast

  • #13
Ich habe mich mit Mitte 20 (w) sehr in meinen Ex verliebt und schwebte auf Wolke 7. Er war der erste und bisher der einzige Mann bei dem ich dachte: ach, es könnte ewig so weitergehen mit uns, ich also Zukunftspläne geschmiedet habe.

Seitdem wir uns getrennt haben, weil ich für ihn nicht die Richtige für eine Familiengründung war, bin ich Dauersingle. Natürlich bin ich längst über ihn hinweg und war danach mehrfach verliebt gewesen, aber nichts davon war von Dauer. Ich habe trotz teilweise starker Gefühle mit Höhen und Tiefen keine solchen Pläne "ohne Wenn und Aber" für keinen Mann geschmiedet, weil ich jedesmal skeptisch war, irgendwas hat immer nicht gepasst. Das ist mir fast schon unheimlich.

Trotzdem würde ich niemanden, den ich in der Zeit danach geliebt habe, als 2te Wahl bezeichnen, oder meine Liebesfähigkeit deswegen in Frage stellen. Im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass die oben beschriebene große Liebe gar nicht so gut zu mir gepasst hat wie zunächst vermutet. Diese Vergötterung einer einzelnen Person war möglicherweise einem riesigen Anflug von Hormonen zu verdanken. Vielleicht lag es an meinen Erwartungen, die ich in der damaligen Lebensphase an Männer gehabt habe. In Retrospektive, war diese Liebe doch nicht so viel anders wie ihre Nachfolger. Es war, im Großen und Ganzen, eine misslungene Romanze. Es gäbe objektiv betrachtet keinen wirklichen Anlaß, sie aufs Podest zu heben.
 
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Gast

  • #14
Du scheinst sehr reif und sehr weit als die besondere Ausnahme zu sein, mit deinen jungen Jahren! Ich unterschreibe das blind, was du hier geschrieben hast, ja es ist auch so für mich. Für meine Begriffe kann man nur einmal richtig und tief lieben. Für die oberflächlichen, meist verkopften Menschen, geht das oft und immer wieder. Die meisten Menschen in Beziehungen sind eh mit jemand zusammen, da sie nicht alleine leben können und/oder eben in ausschließlicher Zweck/Notgemeinschaft. Für mich käme das alles nicht in Frage. Entweder es geschieht in Liebe oder ich bleibe allein. m/52
 
  • #15
Ruhig Brauner!

Also klar- es gibt Menschen die eine zweite Wahl als Partner haben. Und wohl jeder kennt solche. Besser als nix ist da oft das Motto. Kommt dann jemand den man wirklich liebt sind diese Beziehungen auch ganz schnell Vergangenheit.

Auch wenn ich selbst mal zweite Wahl war (20 Jahre lang) weiss ich dass es immer eine zweite oder dritte oder vierte grosse Liebe geben kann. Auch verändert man sich, ich bin mir ziemlich sicher dass meine grosse Liebe (meine Liebste) vor 20 Jahren nicht zustande gekommen wäre.

Du wirst Ihr aber nicht begegnen wenn Du nicht daran glaubst.

Deine Freunde aber quatschen einen ziemlich romantisch verbrämten Blödsinn daher. Das Leben ist kein Pilcher-Roman.
 
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Gast

  • #16
_Die_ eine grosse Liebe, über die man nie hinweg kommt, gibt es nicht. Ein mental gesunder Mensch ist durchaus in der Lage, mehrmals im Leben zu lieben. Voraussetzung ist natürlich, dass man die Beziehung verarbeitet hat. Mit 17 war ich mit meiner "grossen" Liebe zusammen, der leider an an einer Krankheit verstorben ist. Für mich war das damals ein unglaublicher Schock und meinte, mich nie mehr verlieben zu können (was sich natürlich als Unwahrheit rausstellte). Ich hatte mehrere, teilweise auch langjährige Beziehungen, jede Beziehung war anders und sah diese Männer nie als Ersatz für einen Expartner.

Wenn man schon etwas älter ist, hat man nicht mehr die rosarote Brille auf und wird auch vorsichtiger. Man verändert sich ja auch und entwickelt sich weiter. Ich könnte mir die ein oder andere, frühere Beziehung heutzutage für mich gar nicht mehr vorstellen, beispielsweise.

Heute bin ich verheiratet und liebe meinen Mann bedingungslos, wir würden füreinander auch alles tun. Also, ist er auch meine große Liebe.

Gut finde ich, dass Du Dir in Deinem Alter schon solche Gedanken machst.

w/42
 
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Gast

  • #17
Du scheinst sehr reif und sehr weit als die besondere Ausnahme zu sein, mit deinen jungen Jahren! Ich unterschreibe das blind, was du hier geschrieben hast, ja es ist auch so für mich. Für meine Begriffe kann man nur einmal richtig und tief lieben. Für die oberflächlichen, meist verkopften Menschen, geht das oft und immer wieder. Die meisten Menschen in Beziehungen sind eh mit jemand zusammen, da sie nicht alleine leben können und/oder eben in ausschließlicher Zweck/Notgemeinschaft. Für mich käme das alles nicht in Frage. Entweder es geschieht in Liebe oder ich bleibe allein. m/52
Ich halte das offengestanden nicht für reif sondern für weltfremd und letztlich neurotisch und ausgesprochen lebensfeindlich.

"man kann nur einmal richtig und tief lieben". Toller Glaubenssatz! Aus (Deiner) Erfahrung kommt das ja wohl nicht. Und falls doch; dann hast ja Dein Pulver bereits verschossen und braucht gar nicht mehr suchen.

Alleine schon der Begriff "2.Wahl"!
FS: Und wenn andere nicht über den Verlust ihrer GROSSEN LIEBE hinwegkommen: muss das auch für Dich gelten?

Ich ziehe ein Leben mit einem passenden Partner- den ich von mir aus "nur" mag- einem einsamen Leben auf der Suche nach dem heiligen Gral vor.
 
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Gast

  • #18
Liebe Fs,

so ganz verstehe ich nicht den Zusammenhang zwischen deiner gestellten Frage und dem dazugehörigen Inhalt.

Um deine Eingangsfrage zu beantworten; sowas kann man nicht pauschalisieren. Wenn Zwei sich lieben, steht der Partner immer mit an erster Stelle. Wenn eine Beziehung unglücklich ist, kann es schon sein, dass da andere Dinge in den Vordergrund rücken.

Aufgrund deiner Vergangenheit vermute ich, dass du solch eine positive und schöne Erfahrung, nämlich die, bedingungslos und aufrichtig geliebt zu werden, so noch nicht machen konntest/durftest!? Du hast in deiner Kindheit/Jugend ein schweres Trauma erlitten. Du hast die Menschen, die du am meisten liebst BEIDE verloren. Das tut mir sehr leid! Warst du deshalb in Therapie? Wer hat sich nach dem Tod deiner Eltern um dich gekümmert? Wie waren diese Beziehungen? Hast du gute Freunde? All das sind Faktoren, die darüber Aufschluss geben können, warum du dich gefühlsmäßig, innerlich so „leer“fühlst.

So oder so ist es aber nun einmal leider im Leben, dass sich die Wege Zweier trennen können-aus welchen gründen auch immer. Leider ist unsere Gesellschaft sehr schnelllebig geworden und aufgrund dessen, haben viele Dinge im Leben ihre Beständigkeit verloren. Die Liebe der Eltern hingegen ist bedingungslos. Und da du deine Eltern schon früh verloren hast, hat dies eine große Leere in dir hinterlassen. Eine Leere, die man nicht so einfach und so schnell füllen kann.

Ich bin mir sicher dass du lieben könntest, wenn du den Richtigen kennenlernen würdest und wenn du, mit Hilfe einer Therapie, den Leben aufarbeiten würdest. Zweifle nicht an dir!

Alles, alles Gute!

w,34
 
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Gast

  • #19
Liebe FS,
JEIN, zu es gibt nur eine große Liebe.
Ich hatte meine erste und einzige gelebte große Liebe mit 19 Jahren - es hat mich weggefegt, gerade weil ich aus dem Elternhaus keine Liebe kannte. Als es auseinander ging - von seiner Seite aus, habe ich Jahre sehr gelitten, obwohl ich da ein paar Affären zu durchaus attraktiven Männern hatte. Sie bedeuteten mir nichts, weil ich einen Schutzpanzer um meine Seele gelegt habe - sie hatten keine Chance, an mich heranzukommen.

Ich habe eine 2. Wahl geheiratet, einen Mann, der ok war, aber mir nicht wirklich viel bedeutete. Daher konnte ich mich nach über 20 Jahren von ihm trennen und vermisste trotzdem nichts. Es machte für mich einfach keinen Unterschied aus, dass er von heute auf morgen in meinem Leben nicht mehr existierte.

Mit 35 habe ich mich dann noch mal ganz heftig verliebt. Aber ich war verheiratet und wir waren geschäftlich in einer schwierigen Phase, mit der mein Exmann nicht allein klar gekommen wäre. Da habe ich Moralvorstellungen und bin bei ihm gebieben. Ich denke aber auch, dass tief in mir die alte Verletzung wirkte und ich Angst davor hatte, dass es noch mal zu so einem Schmerz kommt, wenn ich mich darauf einlasse.

Mit Anfang 50 passierte es wieder und da konnte ich meine Angst vor dem Schmerz spüren. Er war ein toller Mann und mir war das Risiko zu hoch, dass er nach ein paar Monaten weiterzieht und es mir wieder so schlecht geht. Da habe ich ihn mit seinen Bemühungen gegen die Wand laufen lassen - einfach nicht reagiert.

Aus der gescheiterten ersten großen Liebe ist eine unglaubliche Angst vor Nähe und Verletzung geworden. Ursache ist die fehlende stabile Bindung in der Kindheit. Deswegen hat mich das härter getroffen als andere Menschen - so, dass ich es nie verarbeiten und wegpacken konnte.
Nun weiß ich, dass für mich das Thema Partnerschaft erledigt ist und empfinde eine große Erleichterung, dass ich mich damit nicht mehr befassen muss, sondern mein Single-Leben leben kann.
 
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Gast

  • #20
Ich war mit 18 auf dem Höhepunkt meiner Gefühle und wäre wegen diesem Kerl fast wahnsinnig geworden. Ich war beinahe krankhaft in ihn verliebt, wenn ich das aus heutiger Sicht beurteile. Wir waren dann auch 2 Jahre zusammen, haben uns dann allerdings getrennt, weil sich viele Differenzen bemerkbar gemacht haben. Wir konnten uns auch nie gut unterhalten und haben eigentlich generell nicht zusammengepasst.

Trotzdem war er für mich die große Liebe und ich habe seitdem für niemanden mehr das gleiche empfunden. Das beschäftigt mich bis heute, vor allem weil ich weiß, dass er eigentlich ein arroganter Kerl war, der mich sehr verletzt hat und ich mit jedem dahergelaufenen glücklicher gewesen wäre. Auch wenn ich eigentlich nicht so rational denke, aber in dem Fall war es glaube ich wirklich jugendlicher Leichtsinn wie man so schön sagt. So verliebt könnte ich heute nicht mehr sein, weil mir die Naivität dazu fehlt. Seitdem war ich zwar ein paar Mal verliebt, aber immer auf andere Weise. Ich würde zwar sagen weniger intensiv aber nicht unbedingt "schlechter".

Generell glaube ich fest daran, dass man mehrmals im Leben richtig verliebt sein kann. Man muss es einfach zulassen. Bei mir wurde das Verliebtsein zwar ein ganz kleines bisschen mehr zur Kopfsache als mich einfach blind zu verlieben und dann total enttäuscht zu sein, aber dadurch wurde es besser, weil ich mir jetzt Partner suche, die wirklich zu mir passen.

Aber um deine Frage mit der 2. Wahl zu beantworten: Ich gehöre zu den Menschen, die sich einfach nicht mit jedem einlassen können. Bei mir kommt eine zweite Wahl daher nicht in Frage. Ich weiß aber aus meinem Freundeskreis, dass sich bei vielen die Phasen, in denen sie single sein wollen und die in denen sie jemanden an ihrer Seite brauchen, abwechseln. Bei manchen ist der "Druck" dann hin und wieder so groß, dass sie sich einfach jemanden angeln und sich manchmal dabei noch zurechtreden dass es der Traumpartner wäre.
Du musst jedoch für dich selbst entscheiden ob du immer den absolut perfekten Partner suchst oder nicht. Man kann Menschen keine Vorwürfe machen wenn sie sich nach Nähe sehnen.
 
  • #21
Man kann unendlich oft lieben. Liebe hängt NIE vom anderen Menschen ab, sondern von einem selbst. Liebe ist ein tiefes Gefühl wo man den anderen so annimmt wie er ist, mit guten und schlechten Seiten. Dazu muss ich erst sehen wer der andere ist, offen für ihn sein und mich ganz auf ihn einlassen. Selbst Schwerstverbrecher, Massenmörder können geliebt werden (Eltern z.B.)
Leider stelle ich fest, dass sich viele Menschen gar nicht mehr richtig auf Beziehungen und damit andere einlassen, ständig Partner wechseln oder fremdgehen. Als Grund wird angegeben, sich nicht an eine Ehe ketten zu wollen, nicht monogam sein zu können, manche können sich auch eine gewisse Langeweile oder Leere nicht erklären und wechseln dann lieber den Partner. In Wahrheit sind es Blockaden oder Verletzungen aus der Vergangenheit, oft aus der Kindheit. Angst! Angst wieder verletzt zu werden, abgelehnt zu werden. Also besser gar nicht richtig einlassen, nicht öffnen und keine Verletzungen erleiden.
Wenn man lieben will muss man sich öffnen und wird verletzlich, dafür kommt man aber einer innigen Beziehung die Seelen heilen kann näher. Risiko bleibt!
 
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Gast

  • #22
Ich war mit 18 auf dem Höhepunkt meiner Gefühle und wäre wegen diesem Kerl fast wahnsinnig geworden. Ich war beinahe krankhaft in ihn verliebt, wenn ich das aus heutiger Sicht beurteile. Wir waren dann auch 2 Jahre zusammen, haben uns dann allerdings getrennt, weil sich viele Differenzen bemerkbar gemacht haben. Wir konnten uns auch nie gut unterhalten und haben eigentlich generell nicht zusammengepasst.

Trotzdem war er für mich die große Liebe und ich habe seitdem für niemanden mehr das gleiche empfunden.
Ich finde es schon fast tragisch, dass die Gefühlswelt von Heranwachsenden/Pubertierenden so einen nachhaltigen Einfluss auf das weitere Leben hat. Offensichtlich werden da einige Schaltkreise im Gehirn dauerhaft geprägt.
 
G

Gast

  • #23
Ich beobachte das auch so in meinem Umfeld: Viele Paare haben sich nicht wirklich mehr was zu sagen, streiten entweder oder öden sich gegenseitig an, viele bleiben nur wegen den Kindern zusammen oder aus Angst, dann auf Dauer ganz alleine zu bleiben. Nach dem Motto: "Besser der/die als gar keine(n)!"
Ich schätze, dass ca. 40% aller Paare sich auf solch einem Niveau bewegen, nur zugeben tut es natürlich niemand.
 
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Gast

  • #24
Liebe FS,

meine (subjektive) Erfahrung ist hier schon, dass man meistens nicht mit dem zusammen ist, den man eigentlich gerne gehabt hätte. Da die "Wunschperson" meist aber unerreichbar ist, macht Mann und Frau Abstriche. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach zu gering, beim Traumpartner auch der Traumpartner zu sein. Jedenfalls so meine subjektive Erfahrung persönlich und auch so im Bekanntenkreis. Man fängt sich dan anzugiften, sinnlos zu streiten und frustriert zu sein.

Letztens wieder bei meinem Kumpel gesehen, wie ihn angegiftelt hat - trotz meiner Anwesenheit, bin ich froh Single zu sein :)
 
  • #25
Meines Erachtens ein deutliches JA.. allerdings OHNE das abwertend zu meinen ..

der "Wunschpartner" ist ein Konstrukt.. ein virtuelles, nicht reales Konstrukt, selbst bei Personen die man kennt. Da weiss man zwar um die momentane Aussenansicht, aber dieser Person schreiben wir meistens Attribute zu die wir gerne dort hätten aber nicht notwendigerweise dort auch vorhanden sind..

Bisweilen sind die Wunschpartner auch Zusammenschnitte aus diversen Einzelpersonen die so niemals existieren würden.

Beispiel: der Mann möchte bitte aussehen wie Lazar Angelov.. Und einen Beruf haben wie Investmentbanker, eine Charakter wie ein Abentuerer und ein treusorgender Vater und dazu noch am best4en Musich begabt sein wie Nigel Kennedy und sportlich wie (jetzt hätt' ich beinahe Jens Ulrich gesagt ^^) ein Leistungssportler.

Problem: die meisten Menschen sind mit "Leben" und "Beruf" schon ausgelastet, kommt dann noch "Beziehung" dazu ist oft schon Ende der Fahnenstange was Zeit und Energie angeht. Eine Woche hat nunmal nur 7 Tage und davon verbringt der Mensch schon 5 auf Arbeit. Erwartet man einen Spitzenkörper dazu (was durchaus in der momentanen Erwartungshaltung der meisten U20 Damen liegt.. ) dann ist der Mann mit Arbeit und Fitnessstudio komplett ausgebucht.. denn so einen Körper kriegt man nicht mit 2 Stunden pro Woche..

Wenn mann aber damit beschäftigt ist seine Muskeln zu stählen und Fett abzubauen, wo soll denn das Training für das Hirn herkommen, Sudoku auf dem Klo? Musische Fähigkeiten kriegt man ebenfalls nicht für 2 Stunden die Woche nachgeschmissen da muss man teilweise täglich mehrere Stunden üben..

wir orientieren uns zunehmend an den herausragenden Spitzen. Und unsere Gesellschaft hat hervorgebracht das alles andere erst gar nicht erstrebenswert ist.. Mein Geigenlehrer meinte mal das ich viel zu alt sei um virtuos spielen lernen zu können. als ich ihm sagte das es mir vollkommen reicht, fehlerfrei zu spielen und es meinem Publikum gefällt und es Spass hat, war er erstmal etwas sehr irritiert..

Generalisten können viele Dinge, aber keines davon perfekt. Im Zeitalter von Youtube und Co, sieht man aber genau diese Spezialisten, die herrausragend sind überall.. man vergisst nur leicht das der Gitarrenspieler der so virtuos auf dem Video spielt, evtl keine Ahnung hat wie man Rad fährt oder nicht eine einzige Schaltung berechnen kann oder einen PC installieren . für die Show muss es das Herausragende Supertalent sein , für den Alltag ist der Universalist eher zu gebrauchen..
 
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Gast

  • #26
Nein, ich glaube nicht, dass man nur einmal im Leben tief lieben kann.
Ja, ich glaube, dass mancher mit dem Partner zweiter Wahl zusammen ist.

Die romantische Ehe gibt es ja sooooo lange noch nicht. Und aus einer nicht liebenden Partnerschaft kann trotzdem Liebe werden. Ich glaube auch, dass es mehrere mögliche Partner gibt und nicht nur den einen.

Als meine erste Tochter auf die Welt kam. dachte ich, dass ich kein zweites Kind so liebn kann wie dieses. Irrtum. Natürlich liebte ich auch die zweite, ohne der ersten Liebe einen Abbruch zu tun.