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  • #1

Ist das wirklich so oder ist das nur eine faule Ausrede?

Mir ist es in letzter Zeit häufig passiert, daß ich entweder nach bereits angelaufenem Mail-Kontakt oder aber auch schon in der ersten Mail von den betreffenden Damen zu hören bekam, daß sie gar nicht notwendigerweise auf Partnersuche seien, sondern daß es auch eine Freundschaft täte.

Ist Euch das auch schon passiert oder denkt Ihr genauso? Habt Ihr sowas vielleicht auch schon mal geantwortet? Warum seid Ihr dann kostenpflichtig bei einem Kennenlern-/Partnersuchportal angemeldet? Das ist hier doch kein Portal für Brieffreunde!?

Ich finde das - da mir kein plausibler Grund dafür einfällt, so etwas zu tun - egoistisch und zeitraubend (und zum Teil verletzend) denjenigen gegenüber, die hier ihrerseits Zeit und Geld investieren, weil sie jemanden für eine Partnerschaft suchen. Natürlich überdenke ich diese negative Haltung gern, wenn mir das jemand verständlich erklären kann.
Übrigens: sollte sich aus einem Kontakt letztlich eine Freundschaft ergeben und nicht "mehr", ist das völlig ok, wenn beide Seiten das so sehen. Das kann man aber meines Erachtens nicht nach drei Mails wissen und auch da gehört ein mehr oder weniger intensives Kennenlernen dazu.

Wie gesagt: ich würde das gerne verstehen und/oder Eure Meinung dazu hören.
Danke!
m/31
 
  • #2
Ich glaube, die Damen wollen nur den Druck herausnehmen, dass es gleich sofort funken muss und stattdessen betonen, dass freundschaftsrelevante Werte wie Interessen und Sympathie erst einmal wichtiger sind.

Wer hier das Geld ausgibt, der sucht auch einen Partner und gerade Frauen suchen im allgemeinen schon einen echten Partner und nicht nur einen Freund.

Aber erst befreundet zu sein und sich dann zu verlieben, wäre eigentlich ideal!
 
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  • #3
Ich halte das für eine versteckte Absage dahingehend : du bist es nicht....aber wir können gern locker in Kontakt bleiben nach dem Motto: besser als nichts
 
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  • #4
Ich sehe das so, dass man keine Partnersuche erzwingen kann. Je weniger Zwang, desto besser. Und es stellt sich eben auch die Frage: Was ist genau ein Partner? Nicht für jeden ist eine Beziehung das gleiche. Warum sollte es nicht schön sein, einen guten Freund kennenzulernen? Ich weiß nicht, ob das nur ein "Druck herausnehmen" ist, oder ob manche diesen Druck einfach nicht so stark verspüren.

Ich finde man kann auch mal in sich gehen und überlegen, was man eigentlich vom Gefühl her will. Das war bei mir in Singlezeiten z.B. teilweise der Wunsch nach Sex, der Wunsch sich zu verlieben oder der Wunsch nach einem sehr guten Freund. Wenn alles auf eine Person zutrifft, ist das Ideal, aber wenn nicht alles auf einmal zutrifft, ist das auch gut.

Wenn Leute einfach eine Beziehung um der Beziehung willen wollen, da man das nunmal so macht, da jeder einen Partner braucht, finde ich das abschreckend. Ich denke, das hindert einen auch daran, die wahren Gefühle für andere zu erkennen, weil man sich eben nicht richtig auf die Situation einlässt, sondern irgendeinem Ideal hinterherjagt ("Ich suche aber nach einer Beziehung", "Ich muss aber sofort verliebt sein" usw.). Manche sind gar nicht ehrlich mit sich und ihren Empfindungen, weil sie diese lieber in ihr Schema pressen, wie etwas abzulaufen hat.
 
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  • #5
Zitat von Frederika:
"Aber erst befreundet zu sein und sich dann zu verlieben, wäre eigentlich ideal!"

<MOD: Bitte nutzen Sie selbst die Quote-Funktion.>

Ja, eigentlich schon. Nur, meine eigenen Erfahrungen bei solchen Sätzen sind durchweg negativ. Sowohl online als auch im normalen Leben. Es lief immer darauf hinaus, das Mann warm gehalten und nebenbei munter weiter geguckt wird. Oder es ist eine nett gemeinte Art der Absage. Oder sie war gestört o/u nicht beziehungsfähig.

Wenn eine Frau wirklich Interesse hat, dann will sie mich ohne vorab-Limits "ganz normal" kennenlernen. Alles andere tue ich mir nicht mehr an.
 
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  • #6
Wenn eine Frau wirklich Interesse hat, dann will sie mich ohne vorab-Limits "ganz normal" kennenlernen. Alles andere tue ich mir nicht mehr an.

Es ist die Frage, wer hier das "vorab-Limit" setzt. Nach meiner Interpretation hält sich die Frau alles offen und geht locker und normal an das Kennenlernen heran, während du das Limit setzt.
 
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  • #7
Lieber FS,
ich selber schreibe solche Sätze selbst. Allerdings nur um den Druck aus dem Kennenlernen zu nehmen und potentielle ONS-Sucher zu verschrecken. Niemand meldet sich bei einer Partnerbörse an um nur gute Freunde zu finden. Diese Aussage soll einen Mann nur darauf gefasst machen dass ein längeres Kennenlernen nötig ist bevor man sein Herz verschenkt. Männer, die ein schnelles Abenteuer suchen, sind bei so einer Frau also nicht erwünscht.
Bewerte diesen Kommentar bitte nicht über, denn in dieser Phase des Kennenlernens bedeutet es wirklich nichts als das oben gemeinte.
Der Wunsch, nur Freunde zu suchen, ist hier völlig anders gemeint, als in dem Fall, in dem eine Frau einen Mann schon lange kennt und dann so eine Aussage macht.

Viel Glück!
w, 27
 
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  • #8
Von manchen Freundinnen kenne ich das als Ausdruck von Angst. Ich konnte es bisher keiner ausreden. Wie widersprüchlich das ist und wie unproduktiv merken sie leider nicht.
Ich würde es an deiner Stelle als Hinweis nehmen, dass es sowieso nicht passt, weil ihr der Mut fehlt sich einzulassen.
Es sei denn du suchst ein Freundin fürs Kino und so....
 
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  • #9
Von manchen Freundinnen kenne ich das als Ausdruck von Angst. Ich konnte es bisher keiner ausreden. Wie widersprüchlich das ist und wie unproduktiv merken sie leider nicht.

Na ja, ich finde es eher unproduktiv, jemanden in irgendeiner Form unter Druck zu setzen. Ich denke mir manchmal: Wenn jemand nicht zu einer Freundschaft mit mir bereit ist, wozu will er dann eine Beziehung? Geht es um mich als Mensch oder darum "Hauptsache eine Partnerin". Von manchen kommt bei solchen Themen auch der Ausspruch schon genug Freunde zu haben. Ich habe auch genug Freunde, aber wenn ich jemanden wirklich interessantes kennenlerne, gibt er mir als Person etwas, das andere Freunde mir nicht geben.Sonst wäre er nicht für eine Beziehung interessant.

Wenn der Blitz sofort einschlägt, interessieren solche Überlegungen nicht, das muss ich zugeben. Insofern hat das überhaupt nichts mit Angst zu tun, in so einem Fall lässt man sich direkt ein.

Aber wer eben nicht wie der Blitz einschlägt, hätte durch langsames Zeigen seiner Stärken durchaus noch Chancen, z.B. indem er zeigt, was er für ein Freund sein kann (auch eine Beziehung ist u.a. eine tiefe Freundschaft). Es gibt Fälle, wo sich aus so etwas nichts entwickelt, aber auch genügend Gegenbeispiele.
 
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  • #10
@5 von #4

ja richtig, damit hält sich die Frau alles offen...
und geht in meinen Augen eben nicht locker und normal an das Kennenlernen, sondern will erstmal distanziert schauen. Mit dem definieren dieser Distanz setzt ganz eindeutig sie ein Limit, wohingegen ich ruhig und normal kennen lernen will, ohne Druck und ohne Muss. Es ist eben nur meine Erfahrung und solche Worte hinterfrage ich daher sofort und lasse den Kontakt dann meist, weil es verlorene Liebesmüh wäre. Denn sie will sich nicht richtig auf ein Kennenlernen einlassen.
 
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  • #11
ja richtig, damit hält sich die Frau alles offen...
und geht in meinen Augen eben nicht locker und normal an das Kennenlernen, sondern will erstmal distanziert schauen. Mit dem definieren dieser Distanz setzt ganz eindeutig sie ein Limit, wohingegen ich ruhig und normal kennen lernen will, ohne Druck und ohne Muss. Es ist eben nur meine Erfahrung und solche Worte hinterfrage ich daher sofort und lasse den Kontakt dann meist, weil es verlorene Liebesmüh wäre. Denn sie will sich nicht richtig auf ein Kennenlernen einlassen.

Kann sein, dass du das so wahrnimmst. Du denkst dir also, sie lässt sich nicht genug auf ein potentielles Verlieben ein, könnte mehr in das Kennenlernen investieren an Gedanken, Gefühlen. Nun, es könnte etwas wahres daran sein. Bedenke aber auch, dass der Einsatz sich mit dem Kennenlernen eher steigert. Sie definiert vielleicht gar keine absichtliche Distanz, sondern geht es eben einfach so an, wie ihr Gefühl es in dem Moment für richtig erachtet, ohne etwas zu erzwingen. Und das finde ich genau richtig.

Ich kenne beide Perspektiven. Ich komme aber einfach zu dem Schluß, dass es mal so, mal so laufen kann. Diese "Erfolgstaktik" mit bloß nicht zu viel in einen möglichen "Misserfolg" investieren, finde ich im Zwischenmenschlichen völlig unangebracht. Kann aber sein, dass andere da so ticken wie du. Wobei ich glaube, dass viele, die selbst so ticken, dann doch lieber ein Gegenüber haben, dass nicht so vorgeht. Sollte man sich mal überlegen...
 
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  • #12

Tut es natürlich nicht. Niemand meldet sich bei einer Partnerbörse an, um Freunde zu finden. Das Problem ist aber doch, daß das Kennenlernen anders verläuft, wenn die Intention des Gegenübers bereits vorab bekannt ist. Mit anderen Worten: die Frau kann nicht glaubwürdig „vielleicht” sagen, es ist immer von Anfang an entweder Hopp oder Topp.

Es sei denn, sie äußert sich wie oben.
 
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  • #13
Das ist hier doch kein Portal für Brieffreunde!?

Das hier ist ein Portal für Sozialkontakte. Warum keine Brieffreundschaft, das würde viele bereits glücklich machen.

Ich denke, es gibt viele Menschen die privat kaum mehr Sozialkontakte über den Arbeitsplatz hinaus haben, insbesondere ältere Singles. Ich kann es gut nachvollziehen, dass selbst nur eine persönliche Mail für den einen oder anderen wahnsinnig aufregend ist.
 
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  • #14
@10 von #4, 9

Ich finde gut, daß Du es differenziert siehst. Das tue ich auch, obwohl ich oben recht rigoros schrieb. Ich gebe Dir recht, daß der Einsatz mit der Zeit steigt und manche(r) mehr Zeit zum "Abklopfen" benötigt, bevor die Bereitschaft zum tieferen Kennenlernen beginnt.

Mir geht es nicht um "investieren", das ist sowieso das falsche Wort. Vielleicht eher um den gefühlten Grad der Energie und Gefühle, sich einlassen zu können und zu wollen. Und natürlich darum, mich selbst vor vermeidbarer Enttäuschung und Verletzung zu schützen.

Wenn ich mit einer Frau in Kontakt komme, bei der ich aus ihren Worten und Taten verstehen kann, warum sie z.B. zurückhaltend ist, dann habe ich durchaus Geduld. Beispielsweise habe ich mal fast drei Monate nur telefoniert ohne ein Treffen und heraus kam eine vierjährige Beziehung. Die lange Zeit hatte Entfernungsgründe, aber bei ihr, die durchaus zurückhaltend war, hatte ich von Beginn an das Gefühl, sie kann und will, eben nur in langsamer Gangart und mit Vorsicht. Es ist auch eine Frage der gegenseitigen Kommunikation.

Und manchmal ist es ein schmaler Grat zwischen dem geradzu aufeinander losgehen und dem erzwingen wollen. Im Einzelfall kann es auch sein, daß man aus Ungeduld oder Unverständnis heraus etwas abbricht, was vielleicht eine Chance gehabt hätte.

Aber die pauschale Ankündigung einer freundschaftlichen Annäherung mit vielleicht mehr bevor man sich persönlich begegnet, die ist für mich tendenziell ein Zeichen, daß es mit mir nicht passen wird. Das ist so wie mit Nähe-Distanz und dem Grad von Offenheit. Es sind einfach auch zu viele unterwegs, denen der wohlige Kitzel einer Brieffreundschaft und das Austesten ihres "Marktwertes" schon genug Befriedigung verschafft.
 
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  • #15

Nein, nein und nochmals nein. Das hier ist absolut kein Portal für Sozialkontakte.
Nicht mal ansatzweise.
Wer das so sieht und sich so verhält, der stiehlt einfach ernsthalft Partner Suchenden die Zeit.

Portale für Sozialkontakte gibt es auch. Das sind andere.

Machmal kann ich mich nur wundern, was in den Köpfen so vorgeht.
 
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  • #16
Nein, nein und nochmals nein. Das hier ist absolut kein Portal für Sozialkontakte.
Nicht mal ansatzweise.
Wer das so sieht und sich so verhält, der stiehlt einfach ernsthalft Partner Suchenden die Zeit.

Na und? Wenn es mehrere gibt, die das aber als Portal für Sozialkontakte nutzen wollen, ist das deren Sache. "Ernsthaft Partnersuchenden" die Zeit stehlen, wenn ich das schon höre. Die Ernsthaften stehlen auch denen die Zeit, die vielleicht einen humorvollen und keinen bierernsten Partner suchen, sieh es mal so. Hier gibt es viele Menschen und nicht jeder tickt so, wie man es gerne möchte.
 
  • #17
Man stelle sich doch nur mal kurz folgende Situation vor ...

Frau erhält eine Partneranfrage, liest seine Zeilen, schaut sich anschließend das Profil an und sagt sich spontan: "Wow - den Typen finde ich richtig interessant." Und in der Mail an ihm schreibt sie dann: "Freundschaft täte es auch". Super - an dieser Frau dürften sich dann auch richtig gute Psychologen die Zähne ausbeißen.

Nun sagen hier einige im Forum: Beim Lesen einer Partneranfrage sage ich aber nicht immer "wow - den Typen finde ich aber richtig interessant". Zunächst mal sollte man im Interesse seiner eigenen Zeit und vor allem seiner eigenen Authentiziatät, aber auch im Interesse des Anderen, den Kontakt beenden, wenn kein oder mäßiges Interesse vorhanden ist. Aber auch dann, wenn man sich beim Anblick der Partneranfrage und des Profils sagt: "Ich weiß nicht so recht" wäre es meine Politik, abzusagen - zumindest, wenn die Zweifel überwiegen. Das mag man aber auch anders sehen.

Wenn man in dem "Ich weiß nicht so recht"-Fall die Option raushaut, dass es auch eine Freundschaft täte, ist dies in meinen Augen eher eine verkappte Absicherungesstrategie, Angst vor mehr, die Angst, dass der Andere in einer Datingsituation ein wenig sein Herz öffnet und man damit nicht umzugehen vermag - es lassen sich hier noch weitere Punkte aufzählen. Stets handelt es sich um menschliche Schwäche desjenigen, der in diesem Kontext - Datingkanal mit klarer Intention - das Freundschaftlied schon mal prophylaktisch anstimmt. Ein Mensch mit Selbsbewusstsein, der mit sich im Reinen ist, und morgen zufrieden in seinen Spiegel schau'n kann, würde auf diese Idee überhaupt nicht kommen.

Es gibt im Übrigen Dinge, die man sinnigerweise nicht ausspricht, sondern stattdessen (er-)lebt man sie. Es ist doch klar, dass sich hier auch Freundschaften bilden können und dass aus einem Date nicht zwingend eine spätere Heirat folgen muss. Muss ich das tatsächlich VORAB erläutern? Ich könnte dann auch noch ergänzen, dass - sofern es auch keine Freundschaft wird - doch zumindest ein schöner Abend ganz anstrebenswert wäre. Und wenn auch das nicht klappt, sollte man sich zumindest respektvoll verabschieden. Alles richtig. Aber muss ich vorher dem Anderen wirklich alles sagen und (noch schlimmer) ihm damit indirekt unterstellen, dass er offenbar nicht in der Lage ist, soziale Situation einigermaßen richtig einzuschätzen?
 
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  • #18
Aber muss ich vorher dem Anderen wirklich alles sagen und (noch schlimmer) ihm damit indirekt unterstellen, dass er offenbar nicht in der Lage ist, soziale Situation einigermaßen richtig einzuschätzen?

Na ja, das ergibt sich aus der Situation. Ich spreche eigentlich auch nicht sofort an, was ich mir mit jemandem vorstelle, sondern lasse erst einmal die Situation für sich wirken. Ich kann mir aber z.B. in einem Datingportal Fragen vorstellen, was man "sucht", wie lange man dies tut, was man sich so vorstellt und dergleichen. Und auf so etwas würde ich dann entgegnen, dass ich es locker angehe und eine Freundschaft es auch täte. Sozusagen um dem anderen klarzumachen, mich nicht mit seinen "Vorstellungen" zu nerven.

Das ist hier die Frage, ob die Freundschafts-Frauen dies gleich dem anderen unter die Nase reiben, oder aber ob der Mann die Partnersuche von sich aus thematisiert (oder umgekehrt). Leute, die von Zeitverschwendung und Unverschämtheiten gegenüber "ernsthaft Partnersuchenden" reden, sind aus meiner Sicht diejenigen, die von vornherein Klarstellungen treffen WOLLEN. Das mit der Freundschaft sehe ich persönlich genau so locker, wie es klingt, einfach mal schauen, was sich ergibt. Und ich kann mir vorstellen, dass auch andere deshalb so vorgehen, weil sie keine Lust auf krampfhafte Partnersuche haben.
 
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  • #19
Wenn man in dem "Ich weiß nicht so recht"-Fall die Option raushaut, dass es auch eine Freundschaft täte, ist dies in meinen Augen eher eine verkappte Absicherungesstrategie, Angst vor mehr, die Angst, dass der Andere in einer Datingsituation ein wenig sein Herz öffnet und man damit nicht umzugehen vermag - es lassen sich hier noch weitere Punkte aufzählen. Stets handelt es sich um menschliche Schwäche desjenigen, der in diesem Kontext - Datingkanal mit klarer Intention - das Freundschaftlied schon mal prophylaktisch anstimmt. Ein Mensch mit Selbsbewusstsein, der mit sich im Reinen ist, und morgen zufrieden in seinen Spiegel schau'n kann, würde auf diese Idee überhaupt nicht kommen.

Das sind im Übrigen ein paar küchenpsychologische Unterstellungen. Warum sollte es denn mit Angst zu tun haben, wenn man einfach nicht von irgendwelchen geplanten Beziehungssuchern genervt werden will? Oder wenn man vielleicht Leute aussortieren will, die mehr auf der Suche nach einem Partner sind als auf der Suche nach einem Mensch? Wenn mir jemand entgegnen würde, grundsätzlich sei er erst einmal für jede Form des Kontaktes offen, dann sähe ich darin keine Bedrohung, sondern würde mir denken, ok, dann mal schauen. Wo ist für dich das Problem dabei? Ist es nicht von der anderen Seite Angst, dass es mühseliger werden könnte? Dass der andere nicht den eigenen Zielen dienen könnte?
 
  • #20
Wir reden offenbar gerade aneinander vorbei ...

Es spricht überhaupt nichts dagegen, in das eigene Profil explizit aufzunehmen, dass man Menschen kennenlernen möchte - und auch freundschaftliche Beziehungen eine Option seien.

Die Fragestellerin hat aber explizit Mails thematisiert, die dann die Formulierung "Freundschaft täte es auch" enthielten.

Dafür gibt es für mich drei Gründe, wovon einer für mich durchaus nachvollziehbar ist:

(1) Die FS hätte ihr Gegenüber bereits bedrängt und siniert bereits - übertrieben gesagt - über das Design der Eheringe. In diesem Fall wäre der Verweis auch auf eine freundschaftliche Beziehung vielleicht sinnvoll, um die FS ein wenig von Wolke 7 runterzuholen. Diese Situation hat die FS so zumindest nicht beschrieben.

(2) Es könnte sich um eine verkappte Absage handeln: In dem Fall finde ich eine direkte Absage wesentlich passender.

(3) Das wäre jetzt der von mir beschriebene "Ich-weiß-nicht-so-recht"-Fall. Natürlich wissen wir alle vorher nicht so recht, was sich daraus entwickelt. Aber für diesen Fall gelten meine "küchenpsychologischen Unterstellungen".

Elitepartner hat eine klare Zielsetzung: Partnersuche. Dass man diese Suche möglichst frei von allzu großen Erwartungen und entspannt führen sollte und vor allem offline auch noch diversen anderen Interessen nachgehen sollte, ist komplett mein Crede und meine Empfehlung. Es soll ja tatsächlich Dates geben, wo gleich diverse Rosen ihren Besitzer wechseln.

Man kann, sofern man hier sucht, dennoch nicht Treffen komplett intentionsfrei gestalten - quasi so, also ob man sich im Eis-Café ganz zufällig trifft. Dieser Kunstgriff wird nicht gelingen - auch wenn man den Freundschaftsarie singt.
 
  • #21
Freundschaft statt Partnerschaft/Beziehung ? - Das wäre mir zuwenig. Und ggf. schwer auszuhalten.
Man(n) hat eine Frau vor sich, will sie in den Arm nehmen, sie küssen, - aber darf es nicht, weil sie nur eine Freundschaft erlaubt, mehr nicht.

Ich habe auch Frauen als Freunde = kämen für mich als Partnerinnen nicht in Frage. Aber Alle aus meiner persönlichen Umgebung, nicht via Singlebörse = aus einem völlig anderen Ansatz.

Und dann sieht man Freundinnen unter sich (nicht lesbisch). Küsschen links, Küsschen rechts, sich gegenseitig umarmen, ggf. sogar Händchen halten, oder z.B. privat zusammen auf der Couch kuscheln, und sich gemeinsam einen Film anschauen - und dies ist auch nur Freundschaft.

Kontakte, Mails, Chats, auch via Singlebörsen, aber ggf. alles nur "Freundschaft". Jedem das Seine. Aber für Manche auch merkwürdig und irritierend.

Wenn man anfangs den Anderen als Liebes-Partner gewinnen will, aber Absage, ist der "Trostpreis" Freundschaft i.d.R. kaum möglich, weil doch zuwenig.
 
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  • #22
Wir reden offenbar gerade aneinander vorbei ...

Es spricht überhaupt nichts dagegen, in das eigene Profil explizit aufzunehmen, dass man Menschen kennenlernen möchte - und auch freundschaftliche Beziehungen eine Option seien.
Ach so. Da bist du hier wohl eher die Seltenheit.

Man kann, sofern man hier sucht, dennoch nicht Treffen komplett intentionsfrei gestalten - quasi so, also ob man sich im Eis-Café ganz zufällig trifft. Dieser Kunstgriff wird nicht gelingen - auch wenn man den Freundschaftsarie singt.
Naja, was ist schon komplett intentionsfrei. Ich kann mir aber schon vorstellen, mich relativ locker auf einen Kaffee zu treffen, das hab ich auch schon getan mit Online-Bekanntschaften. Relativ spontan, weil spontan Lust hatte, mal wieder raus zu kommen und dann habe ich eben erzählt, was mich gerade beschäftigt und mich gefreut, mal wieder jemand neuem zuzuhören. Das Treffen, sozusagen der Kaffee, passte mir in dem Moment gerade gut, die Intention war zweitrangig. Das finde ich völlig in Ordnung. Bei so einem "Notnageltreffen" kann man dennoch feststellen, jemand ganz tolles kennen zu lernen, oder eben einen netten Freund, oder gar nichts.
 
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Gast

  • #23
Also wo steht denn geschrieben, dass es bei "EP" immer gleich funken muss und eine Freundschaft kategorisch ausgeschlossen wird? Was ist denn dass für ein Schablonendenken?
Allein schon, wenn man bedenkt, aus wievielen anfänglichen Freundschaften, dann doch die große DAUERHAFTE Liebe geworden ist. Ich glaube, es wird hier einfach zu kurzfristig gedacht, entweder gleich WOW-Effekt, gleich Sex und dann sehen wir mal welche Enttäuschung auf uns zukommt, werde wirklich nie verstehen, wie die meisten Leute ticken. Warum nicht erstmal sich langsam kennenlernen, wenn es nicht funkt okay, dann kann man weitersuchen aber dennoch hat man eine Freundschaft gewonnen und eine Freundschaft ist für mich auch viel, auch wenn ich eigentlich auf Partnersuche bin, denn was anfangs nicht ist, kann immernoch werden - ohne erotischen Druck.
 
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Gast

  • #24
Freundschaft halte ich für die beste Basis in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Selbst wenn es nicht "funkt", kann ein Freund eine Bereicherung in einem sozialen Netzwerk sein, das jeder Single pflegen sollte. Gedankenaustausch und Begegnungen nur auf einen Liebespartner zu beschränken ist meiner Ansicht nach ziemlich engstirnig. Oft kommt es -gerade im fortgeschrittenen Lebensalter - eher in Freundeskreisen zu Begegnungen und Liebesbeziehungen von Menschen, die sich anders nie kennengelernt hätten. Wird aus Freundschaft tatsächlich Liebe, ist das doch wunderbar.
 
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