• #61
Letztlich könnte man genauso fragen, ob größere Männer beliebter sind. Auf irgendeiner statistischen Ebene wohl schon.
Wäre es wohl gut in einer Anbahnung sinnvoll vorzeitig vor einem etwas tendenziösen Charakter zu „warnen“, damit es für sie verständlicher wird, warum ich so wenig mit anderen unternehme?
Siehst du dich denn tatsächlich als Extrem mit dieser Ausprägung deines Charakters? Anpassungsfähig scheinst du ja zumindest zu sein, also würde ich nicht aktiv darauf hinweisen.
Ich mag die Einsamkeit auch (sehr), aber das war in keiner Partnerschaft ein besonderes Thema.

Ja, es gibt offenbar mehr „Extreme“ bei Männern (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4364134/).
 
  • #62
Also insgesamt schein ich mich wohl auf eine Reihe von Vorurteilen einstellen zu müssen. Allen voran Unselbstständigkeit und langsames herumkompostieren vor dem Fernseher😆
Es ist einfach Fakt, dass sich die meisten Frauen wie bereits angesprochen die goldene Mitte wünschen. Ein Mann mit einem soliden Freundeskreis, nicht zu viel und nicht zu wenig.

Ich finde sowohl Einzelgänger als auch Männer bei denen ständig und immer etwas laufen muss abschreckend. Aber du musst ja nur eine finden.
 
  • #63
Siehst du dich denn tatsächlich als Extrem mit dieser Ausprägung deines Charakters? Anpassungsfähig scheinst du ja zumindest zu sein, also würde ich nicht aktiv darauf hinweisen.
Danke für den Ratschlag, Anpassungsfähigkeit hatte ich nicht in der Berechnung :)

Ich fühle mich, gerade wenn ich in Gruppen bin, schon manchmal als charakterliches Extrem. Ein Beispiel war die Pandemie: Viele meiner Kollegen haben sich über den Lockdown beschwert und nicht wenigen hat das sichtlich zugesetzt. Mich hat das erstaunt, wie schwer es vielen fällt, eine Zeit lang allein zu sein. Für mich indes änderte sich indes nichts, außer, dass mein Lebensstil zumindest für eine Zeit lang zur gesellschaftlichen Normalität wurde, was ich als angenehm empfunden habe.
Ich habe im Sozialleben folgendes Problem: Ich fühle mich allein definitiv wohler, gleichzeitig sind mir andere Menschen sehr wichtig und jemandem zu helfen macht mir Freude. Oder anders: Läd mich jemand zu einer geselligen Unternehmung ein, reagiere ich drauf mit Desinteresse (ich versuche das oft zu verstecken). Kommt aber jemand mit einem konkreten Problem zur mir, lasse ich sofort alles stehen und liegen.
Dieses paradoxe Verhalten wird Frauen wohl sehr suspekt sein…
 
  • #64
Ich fühle mich, gerade wenn ich in Gruppen bin, schon manchmal als charakterliches Extrem. Ein Beispiel war die Pandemie: Viele meiner Kollegen haben sich über den Lockdown beschwert und nicht wenigen hat das sichtlich zugesetzt. Mich hat das erstaunt, wie schwer es vielen fällt, eine Zeit lang allein zu sein. Für mich indes änderte sich indes nichts, außer, dass mein Lebensstil zumindest für eine Zeit lang zur gesellschaftlichen Normalität wurde, was ich als angenehm empfunden habe.
So ähnlich ging es mir auch. Da war man plötzlich nicht mehr der Exot. Ich kann verstehen, dass es für sehr gesellige Menschen schwierig war, aber gerade sportlich konnte man ja auch alleine was machen. Dass alte Menschen nicht mehr im Heim besucht werden konnten, fand ich viel schlimmer.
Ich habe im Sozialleben folgendes Problem: Ich fühle mich allein definitiv wohler, gleichzeitig sind mir andere Menschen sehr wichtig und jemandem zu helfen macht mir Freude. Oder anders: Läd mich jemand zu einer geselligen Unternehmung ein, reagiere ich drauf mit Desinteresse (ich versuche das oft zu verstecken). Kommt aber jemand mit einem konkreten Problem zur mir, lasse ich sofort alles stehen und liegen.
Dieses paradoxe Verhalten wird Frauen wohl sehr suspekt sein…
Ist mir nicht suspekt weil ich es von mir selber kenne. Ich suche und brauche wenig Kontakt, aber wenn mich jemand um Unterstützung bittet, bin ich sofort da.

Ich denke, bei mir ist das aber weniger eine Frage der Persönlichkeit, es hat sich so ergeben. Ich habe das Beste aus meiner Isoliertheit gemacht und sie irgendwann lieben gelernt. Allein sein konnte ich zwar schon immer gut, aber ich hatte auch immer (sportliche) Interessen, die mich mit anderen zusammengebracht haben. Da ich das als AE nicht mehr regelmäßig machen konnte, habe ich mich eben daran gewöhnt, und während dem Lockdown habe ich mir Hobbies zum alleine ausüben gesucht. Ich glaube nicht, dass ich diesen Prozess wieder umkehren kann.

Du siehst also, es gibt auch entsprechende Frauen. Ich glaube auch nicht, dass man in der Hinsicht genau gleich ticken muss, aber man sollte den anderen halt lassen wie er ist.
 
  • #67
Wie meinst Du das?
Du versuchst Dein Desinteresse zu verstecken. Wie und warum?
Wenn ich über deine Frage nachdenke, habe ich Zweifel ob „Desinteresse“ gut gewählt ist. Mir ist dabei etwas bewusst geworden: Ich beteilige mich aus einem bestimmten Grund so ungern an Freizeit-Unternehmungen mit anderen: Mir fehlt dann ein Rückzugsort, was mich ziemlich anstrengt. Letztens sollte ich mit ins Freibad kommen. Lust darauf hatte ich im Prinzip, aber ich hänge dann einen Nachmittag lang in der Gruppe fest. Wenn ich mich dann nicht kurz zurückziehen kann, vergeht die Zeit gefühlt langsamer als in der Kirche. Und ich drücke mich dann davor zu sagen, dass ich jetzt für 10 Minuten niemanden sehen will - ich möchte die Leute ja nicht angreifen. Ich kann das zwar durchstehen - aber in Summe bedeutet der Nachmittag dann für mich einfach Anstrengung - obwohl ich auch aus dem Sozialen auch viel Positives ziehe. Die Anderen würden es wohl verstehen wenn ich es klar kommuniziere aber bisher habe ich mich nie getraut. Ich druckse dann herum und versuche einen Vorwand zu finden, daran nicht teilzunehmen.
Wie auch immer, ich bin genau so wie Du. Aber das ist hier ja eh schon bekannt...
Hast du mal darüber nachgedacht ob man das therapieren sollte? Ich denke darüber auch ständig nach, aber denke dann, dass es gut ist, so wie es ist. Einfach kurz allein sein und dann mit frischen Ideen zurück zu dem anderen kommen :)
 
  • #68
Lust darauf hatte ich im Prinzip, aber ich hänge dann einen Nachmittag lang in der Gruppe fest. Wenn ich mich dann nicht kurz zurückziehen kann, vergeht die Zeit gefühlt langsamer als in der Kirche.
Ich bin auch so was Gruppen angeht. Eben introvertiert. Aber das kann ich doch den anderen sagen? Meine Freunde und Kollegen wissen, dass ich Workshops, Partys, Feiern nicht mag. Warum bist du da nicht offen? Gehe ich mit zu so einem Event, dann mache ich vorher klar, dass ich jederzeit früher gehen kann wenn ich will und nicht zB auf einen Fahrer angewiesen bin. Das nimmt mir den Druck, und, dass die anderen das wissen. Mein Partner tickt ähnlich. Alles super. Leute alleine oder mal zu viert (zwei Paare) treffen dagegen geht besser, aber auch da sagen wir, wenn es uns reicht. Ich bin früher oft mal länger auf dem Klo verschwunden, mein Rückzugsort. Freibad hasse ich übrigens, zu voll, zu laut, da gehe ich einfach nicht mehr hin ^^
Die Qualität eines Treffens oder einer Freundschaft merke ich auch daran, ob es mich kaum anstrengt und ich mich kaum vom Gespräch losreißen kann. In Gruppen aber fast nie der Fall.
 
  • #69
Hast du mal darüber nachgedacht ob man das therapieren sollte?
Ich nicht, aber jemand anderes! Nein, kein Bedarf, mir geht es auch gut, so wie es ist. Ich habe mich entsprechend arrangiert.

Ich treffe hin und wieder (im Schnitte alle Monat) Freunde und Bekannte für 1-2 Stunden, einzeln, höchstens zu zweit. Das reicht mir, gar nicht wäre auch ok. Irgendwelche "Freizeitaktivitäten" in der Gruppe, wie Du sie beschreibst, habe ich seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht. Daher kann ich zu einem kurzzeitigen Rückzugsbedürfnis meinerseits wenig sagen. Aber ich glaube, das kenne ich noch von viel früher, ja da war das auch so!

Telefonieren mag ich z.B. auch überhaupt nicht, meine liebste Kommunikationsform ist das alte email, da ich gerne schreibe.

Zusammengefasst: Ich bin extrem Introvertiert bis Soziophob. Und glücklich damit!

Die Qualität eines Treffens oder einer Freundschaft merke ich auch daran, ob es mich kaum anstrengt und ich mich kaum vom Gespräch losreißen kann. In Gruppen aber fast nie der Fall.
Treffer, 100 Punkte!

ErwinM, 53
 
  • #70
Ich bin auch so was Gruppen angeht. Eben introvertiert. Aber das kann ich doch den anderen sagen? Meine Freunde und Kollegen wissen, dass ich Workshops, Partys, Feiern nicht mag. Warum bist du da nicht offen? Gehe ich mit zu so einem Event, dann mache ich vorher klar, dass ich jederzeit früher gehen kann wenn ich will und nicht zB auf einen Fahrer angewiesen bin. Das nimmt mir den Druck, und, dass die anderen das wissen. Mein Partner tickt ähnlich. Alles super. Leute alleine oder mal zu viert (zwei Paare) treffen dagegen geht besser, aber auch da sagen wir, wenn es uns reicht. Ich bin früher oft mal länger auf dem Klo verschwunden, mein Rückzugsort. Freibad hasse ich übrigens, zu voll, zu laut, da gehe ich einfach nicht mehr hin ^^
Die Qualität eines Treffens oder einer Freundschaft merke ich auch daran, ob es mich kaum anstrengt und ich mich kaum vom Gespräch losreißen kann. In Gruppen aber fast nie der Fall.
Das Thema hatten wir gerade gestern Abend, mir geht's genauso und das mit dem auf dem Klo verschwinden... ein paar Minuten reichen 😁. Mit ein, zwei Personen gleichzeitig kann ich bis morgens um 6 quatschen (zumindest früher), aber auf Partys oder größeren Events bin ich auch eher die, die früher (ins Bett) geht. Dabei mag ich alle meine Freunde, nur nicht alle gleichzeitig längere Zeit am Stück.

Den Unterschied habe ich das erste Mal bei einer Unterhaltung mit meiner Nichte begriffen, die wegen der Coronaregeln geradezu "verdorrte" - ihr fehlten die vielen Events, das Zusammensein mit größeren Gruppen, weil sie daraus ihre Energie zieht - bei mir genau anders herum.
 
  • #71
Den Unterschied habe ich das erste Mal bei einer Unterhaltung mit meiner Nichte begriffen, die wegen der Coronaregeln geradezu "verdorrte" - ihr fehlten die vielen Events, das Zusammensein mit größeren Gruppen, weil sie daraus ihre Energie zieht - bei mir genau anders herum.
Ich kam in der Lockdownzeit auch ganz gut zurecht.

Da hat man deutlich gemerkt:

Introvertierte Menschen kamen überwiegend zurecht.
Extrovertierte Menschen hatten ganz große Probleme mit den Einschränkungen. Die haben gelitten.

Auf Feiern mit vielen Menschen fühle ich mich auch nicht so wohl. Auch ich brauche meinen Rückzugsort, erst gestern wieder auf einem Geburtstag :) die Toilette. Wenigstens ein paar Minuten für mich.

Ich empfinde es gerade als sehr erleichternd, hier von Usern zu lesen, die es ähnlich wie ich empfinden.
 
  • #72
nd ich drücke mich dann davor zu sagen, dass ich jetzt für 10 Minuten niemanden sehen will - ich möchte die Leute
Muss man nicht sagen, sondern sich einfach zurückziehen
Ich bin früher oft mal länger auf dem Klo verschwunden, mein Rückzugsort.
Oder mal kurz raus, Frischluft, gerade bei größeren Veranstaltungen, oder wenn was draußen stattfindet, mal abseits grhen, und ich bin an sich nicht introvertiert, aber manchmal wird es zu viel, zu laut, und ich bin nicht die einzige, gerade wenn es länger geht.
Die Zigarette ist für manche ein Fluchtmittel.
Freibad hasse ich übrigens, zu voll, zu laut, da gehe ich einfach nicht mehr
Geht mir genauso, ich muss nicht alles.
 
  • #73
Telefonieren mag ich z.B. auch überhaupt nicht, meine liebste Kommunikationsform ist das alte email, da ich gerne schreibe
Ich habe leider Verwandtschaft, die keine E-Mail hat (zu alt) und gern anruft. Ich bekomme jedes Mal Zustände, obwohl ich sie mag, aber ich hasse telefonieren. Auf der Arbeit muss ich, das geht ganz gut, aber das sind kurze Gespräche. Auch wenn ich es nicht grad liebe. Aber ich bin auch ein schriftlicher Mensch und eh ich mich dann durchringen kann, Onkel und andere zurückzurufen… verstehen extrovertierte Freunde gar nicht 😅
Ich empfinde es gerade als sehr erleichternd, hier von Usern zu lesen, die es ähnlich wie ich empfinden
Das hat mir früher auch sehr geholfen, mich so zu akzeptieren.
Hast du mal darüber nachgedacht ob man das therapieren sollte? Ich denke darüber auch ständig nach, aber denke dann, dass es gut ist, so wie es ist
Das ist ein Charakterzug und den muss nicht therapieren, solange keiner darunter leidet. Nachdem ich das Buch „Still“ damals gelesen hatte über Introversion war mir das das erste Mal wirklich klar. Mein Vater ist auch so und im Leben zufrieden. Wenn man natürlich Leidensdruck hat durch Schüchternheit (das ist was anderes) oder richtiggehende Phobien, dann ist Hilfe suchen gut.
 
  • #74
Ich mag Gemeinschaft . Auch Partys . Ich mag keine Festivals , keine Kirmes , keine Discos, wo ich mich nicht unterhalten kann . Keine riesigen Flohmärkte und keine Shoppingcenter.
Ich habe sehr merkwürdige , fast einsame Sommerferien . Seitdem wir aus dem Urlaub gekommen sind mache ich so gut wie gar nichts und das finde ich einerseits schlimm und andererseits heilsam . Ich treffe nur ein bis zweimal die Woche eine Freundin , gehe sonntags in die Kirche und das war es an Sozialkontakten. Mein jüngerer Sohn hatte einige Tage seinen Freund hier .
Wir vertrödeln hier jeden Vormittag und verbringen jeden Nachmittag im Freibad . Mein Sohn hat richtig gut schwimmen gelernt und ich liebe auch schwimmen .
Mehr Aktivitäten braucht er nicht um glücklich zu sein . Ich finde das furchtbar entlastend . Bald fängt die Schule wieder an , dann gibt es Trubel und Sozialkontakt in Hülle und Fülle.
 
  • #75
Wir haben in der Autoclique auch so einen extremen Einzelgänger. Ich glaube, der ist am glücklichsten, wenn er in seinem Kofferraum - ja, richtig gelesen - für klinische Reinheit sorgen kann.
Dennoch - er ist seit vielen Jahren mit einer sehr netten Frau verheiratet, ist ein hilfsbereiter und guter Kerle, den wir als "gehört zu uns" betrachten. Ausfahrten mag er - da sitzt er ja mit seiner Frau im Auto. Die Party danach verbringt er an seinem Auto, zum Essen ist er da. Während sich seine Frau am Trubel erfreut. Er spricht auch - über sein Auto, über unsere Autos und das beste Wachs zur Konservierung der Wagen.
Er macht einen glücklichen und zufriedenen Eindruck - und ja, ich denke, er fühlt sich wohl bei uns, weil wir ihn nicht nerven. Er darf einfach er sein.
Was ich dir damit sagen will, ist, dass du dir einfach deine Nische suchen musst. Dann findest du auch Menschen, die dich einfach so nehmen, wie du eben bist. Das wiederum bewirkt, dass auch die eine oder andere Frau sich mit dir beschäftigt.

Und die Frau, die dich nimmt, wie du bist, das Talent hat, dich auch mal in Ruhe zu lassen und die ihr Leben auch mal ohne dich leben kann ...... die wird in dein leben passen.
Ja, das wird passieren - und während sie tanzt, darfst du in deinem Kofferraum liegen ....
 
  • #76
Mir fehlt dann ein Rückzugsort, was mich ziemlich anstrengt.

Du bist mehr allein. Brauchst das andere nicht.
Das ist ja auch okay.

@Asperience beschreibt es hier aus ihrer Sicht sehr gut:
Sie hat eine Borderlinepersönlichkeit und nutzt eine schizoide Anpassung, weil es im außen nicht anders geht.

Ich selber habe mehr soziale Kontakte als ich emotionale Ressourcen habe weswegen ich in letzter Zeit auch aussortiert habe und mache das auch am liebsten allein, ich mag es nicht wenn ein Partner da mit will.


Und ich drücke mich dann davor zu sagen, dass ich jetzt für 10 Minuten niemanden sehen will - ich möchte die Leute ja nicht angreifen.

Glaubst Du, dass Du andere damit angreifst?

Die Anderen würden es wohl verstehen wenn ich es klar kommuniziere aber bisher habe ich mich nie getraut. Ich druckse dann herum und versuche einen Vorwand zu finden, daran nicht teilzunehmen.

Du wendest jetzt eine passiv-aggressive Verhaltensstrategie an. Du traust Dich nicht Dich klar zu positionieren, man merkt, dass etwas nicht stimmt und damit verunsicherst Du die anderen Menschen. Wie wäre es mit einer klareren Sparche?
Du musst Dich nicht dafür entschuldigen, wie Du bist. Du bist anders wie andere, aber andere sind auch anders wie Du. Du funktionierst ja im außen.

Hast du mal darüber nachgedacht ob man das therapieren sollte? Ich denke darüber auch ständig nach, aber denke dann, dass es gut ist, so wie es ist. Einfach kurz allein sein und dann mit frischen Ideen zurück zu dem anderen kommen

Ich nicht, aber jemand anderes! Nein, kein Bedarf, mir geht es auch gut, so wie es ist. Ich habe mich entsprechend arrangiert.

Solange man sich dabei gut fühlt, weil man halt so ist, sollte man weder von krank, gestört noch von einer Therapienotwenigkeit sprechen.
Persönlichkeitsgestört heißt ja u.a. auch, dass beim Betroffenen und in seinem Umfeld dauerhaft ein Leidensdruck entsteht.
 
  • #77
Läd mich jemand zu einer geselligen Unternehmung ein, reagiere ich drauf mit Desinteresse (ich versuche das oft zu verstecken). Kommt aber jemand mit einem konkreten Problem zur mir, lasse ich sofort alles stehen und liegen.
Och, das geht mir ziemlich genauso.
Hinterher kann ich dann zwar oft sagen, dass es eine schöne Unternehmung war, vorher habe ich oft keinen Bock drauf. Und auch das mit dem „Helfen“ - ist mir oft lieber als ein Treffen „einfach so“.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, ob das jetzt „besonders“ ist… ein bisschen vielleicht. Eindeutig gibt es zumindest Typen, die Gesellschaft per se gut finden. Ich nicht.
 
  • #78
Introvertierte Menschen kamen überwiegend zurecht.
Extrovertierte Menschen hatten ganz große Probleme mit den Einschränkungen. Die haben gelitten.
Und was soll man am besten tun, wenn man gerne mit anderen zusammen ist, Gesellschaft fast schon braucht, um sich wohl zu fühlen, aber man merkt, dass derjenige von sich aus nicht nach einem Zusammensein fragt , man immer derjenige ist, der ein Treffen initiiert?
Wenn in der Mittagspause einige zusammen zum Essen gehen, aber man wird nicht gefragt, ob man mitgehen will, will sich aber auch nicht aufdrängen ?
Das Alleinsein ist schön , aber das Zusammensein ist doch für einige wichtig, um zu spüren, dass man integriert ist . Wenn man nicht oft eingeladen wird , fühlt man sich eben nicht integriert . Wie kann man das Integriertsein an sich fördern ?
 
  • #79
Wie kann man das Integriertsein an sich fördern
Das kann man nicht erzwingen, der Punkt fängt woanders an.
Eine Gruppe hat ihren eigenen Kodex, Interessen, Dynamiken, eine Art der Kommunikation, verbindende Elemente. Möchte man zu einer Gruppe gehören, braucht es genug dieser verbindenden Elemente, es macht auch für Dich keinen Sinn, zu einer Gruppe begeisterter Mountain Biker gehören zu wollen, wenn man Mountain Biken nicht mag.
Zusätzlich braucht es die soziale Kompetenz, wie redet man mit anderen, wie geht man auf sie zu, um neu dazu kommen zu wollen, braucht es Offenheit, ein Gespür für die Dynamiken, die ganzen zwischenmenschlichen Strömungen.
Beispiel, neue Kollegen, die meisten Menschen sind bereit einen neuen Kollegen zu integrieren, verbindendes Element dieser Gruppe der Beruf, es braucht aber doch einiges an Feingefühl, da seinen Platz zu finden, und für sehr ruhige, schüchterne ist sowas schwierig.
Es hilft, sich quasi einen Mentor zu suchen, ein Gruppenmitglird, das man sympathisch findet, mit dem man gut kann, und wenn dieser einen ebenso sympathisch findet und mitnimmt in die Gruppe ist es ein Turöffner.
Ansonsten können gewachsene Gruppen sehr wenig zugänglich sein.
Grundsätzlich ist es auch hier eine Frage der inneren Haltung, mit Ängsten und Selbstzweifeln tut man sich schwer, wem der Kontakt zu einem Menschen schon schwer fällt, wird es mit Gruppen nicht einfacher haben. Ein Kernsatz, Integration ist beidseitig, ich muss mich integrieren wollen, das bedeutet auch Anpassung, Kompromisse, und die anderen müssen mich integrieren wollen, einseitig wird es nicht.
Beim Mittagessen mit den Kollegen wird man über seinen Schatten springen müssen und einen der Kollegen fragen, ob man mit möchte, im gewissen Maße muss man sich "aufdrängen" , woher soll der andere wissen, dass man möchte? An der Reaktion merkt man dann, ob es ok war, aber auch da, strahle ich Unwohlsein aus, Zweifel, dann wird die Reaktion der Gruppe anders sein, als wenn ich gut gelaunt und selbstbewusst, ohne Hans Dampf zu markieren, mitgehe.
Eine Frage an sich ist kein Aufdrängen, das ist ein typisches Frauenproblem.
Immer initiieren würde ich auch nicht, es braucht für mich eine Ausgewogenheit, irgendwann gilt,, wer nicht will, der hat schon, ist manchmal schade.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #80
Würde es die Frauen unter euch abschrecken, wenn außerhalb des Berufs kaum Sozialleben vorhanden ist?

Nein aber ich bin autistisch und daher nicht repräsentativ.
Ja, ich bin Asberger und darum auch nicht repräsentativ.
Was FS also soll Dir das sagen außer: der eine denkt so, der andere anders?

Wenn Du kein soziales Umfeld hast und keins brauchst, dann brauchst Du eine Partnerin, für die das ok ist, denn Du kannst und willst offensichtlich "kein eigenes soziales Umfeld" nicht ändern.
Ich brauche nur wenige Menschen in meinem Leben mit denen ich schon sehr lange befreundet bin, egal wo ich wohne und ich brauche viel Zeit für mich, d.h. einen Partner mit einer vergleichbaren Freiheitsneigung.

Ich habe eher eine abweisende/desinteressierte Art gegenüber Fremden und so liegt es in der Natur der Sache, dass ich auch bei Männern immer schon weniger beliebt war, als Frauen die zugänglicher sind.
Mir war es egal, weil ich von den Männern eh nichts wollte. Bei Dir liest sich ein gewisser Leidensdruck raus. Du hättest es gern anders, willst aber nichts dafür tun und das funktioniert nicht.

Du hast wahrscheinlich eine enorme Ruhe und Stabilität, die Du ausstrahlst.
Das lese ich beim FS in seinen verschiedenen Beiträgen überhaupt nicht - eher sehr viel Unzufriedenheit, so zu sein wie er ist und Unfähigkeit das zu ändern.
Darum hängt er sich an die Partnerin und hat Freude an dem Sozialleben, was sie ihm in mundgerechten Häppchen bietet d.h. auch das Bedürfnis danach, ohne fähig zu sein sich das selber aufzubauen - darum auch Einsamkeitsgefühle.

Läd mich jemand zu einer geselligen Unternehmung ein, reagiere ich drauf mit Desinteresse.... Kommt aber jemand mit einem konkreten Problem zur mir, lasse ich sofort alles stehen und liegen....
Das Verhalten zeigt soziale Ängste. Ist was zu tun, dann bist Du sicher, im absichtslosen Zusammensein liegt Risiko.
Die meisten Menschen mögen halt das Unproblematische, das verständliche Verhalten.
Wenn der Leidensdruck hoch genug ist, dann wirst Du auch eine Therapiemotivationn haben.

Bei Frauen nimmt mit zunehmendem Alter die Bereitschaft ab, die soziale Versorgerin zu sein.
 
  • #81
Und was soll man am besten tun, wenn man gerne mit anderen zusammen ist, Gesellschaft fast schon braucht, um sich wohl zu fühlen, aber man merkt, dass derjenige von sich aus nicht nach einem Zusammensein fragt , man immer derjenige ist, der ein Treffen initiiert?
Wenn in der Mittagspause einige zusammen zum Essen gehen, aber man wird nicht gefragt, ob man mitgehen will, will sich aber auch nicht aufdrängen ?
Das Alleinsein ist schön , aber das Zusammensein ist doch für einige wichtig, um zu spüren, dass man integriert ist . Wenn man nicht oft eingeladen wird , fühlt man sich eben nicht integriert . Wie kann man das Integriertsein an sich fördern ?
In dem man einfach mal dieses Denken „ich möchte mich nicht aufdrängen“ beiseite fegt. Dann geht mein einfach von selber hin, fragt, ob jemand was dagegen hat, wenn man mitkommt, man möchte nicht so alleine Mittagessen. Da dies ein völlig nachvollziehbarer Wunsch ist, und heutzutage in den meisten Firmen Mobbing verpönt ist, wird da sicher niemand eine Abfuhr erteilen.
Und selbst wenn, man wird doch nach einer solchen Frage merken, ob man eine Abfuhr bekommt oder nicht, daran ist doch nichts Schlimmes?
 
  • #82
Eine Frage an sich ist kein Aufdrängen, das ist ein typisches Frauenproblem.
Das finde ich nicht wirklich. Ich bin schon vielen Männern begegnet, die sich hinter einem „ich wollte mich nicht aufdrängen“ verstecken. Ist ja auch irgendwie eine Komfortzone.
Ich denke eher, das ist ein Problem von Menschen, die Zurückweisung nicht aushalten können, die Angst haben vor einer ablehnenden Reaktion auf die Frage, ob man irgendwo mitmachen darf. Es ist ein Problem von Menschen, die eine solche Zurückweisung dann sehr persönlich nehmen, die davon sofort ihren Selbstwert angegriffen fühlen und es dann beim nächsten Mal gar nicht erst probieren und so ewig alleine bleiben.
Dieses Phänomen tritt bei Männern wie Frauen gleichermaßen auf, genauso, wie es bei beiden Geschlechtern das andere Extrem gibt.
 
  • #84
In dem man einfach mal dieses Denken „ich möchte mich nicht aufdrängen“ beiseite fegt. Dann geht mein einfach von selber hin, fragt, ob jemand was dagegen hat, wenn man mitkommt
Da muss ich widersprechen. Mich nervt es unglaublich, wenn sich andere Personen ständig anhängen wollen. Bei grösseren Gruppen okay, aber wenn man alleine oder maximal zu dritt weg wollte, stört das oft schon. Und gerade im beruflichen Kontext darf man da eher nichts sagen und muss die Person trotzdem mitnehmen, weil es sonst als Mobbing ausgelegt wird. Gerade auf der Arbeit hat das bei mir dazu geführt, dass ich von zu Hause aus arbeite, über Mittag Sport mache oder Meetings so lege, dass die Mittagspause wegfällt. Und ins Büro komme ich v.a. dann, wenn ich abends schon was vorhabe und nicht auf irgendwelche Drinks mitgeschleppt werde.
Es ist durchaus eine Belastung, wenn sich andere mehrmals an einen dranhängen wollen und man sie irgendwie sozial verträglich wieder los werden muss.
 
  • #85
Da muss ich widersprechen. Mich nervt es unglaublich, wenn sich andere Personen ständig anhängen wollen. Bei grösseren Gruppen okay, aber wenn man alleine oder maximal zu dritt weg wollte, stört das oft schon.
Sag einfach „nein, wir wollten heute zu dritt essen“, und nenne einen Ausweichtermin.
Und gerade im beruflichen Kontext darf man da eher nichts sagen und muss die Person trotzdem mitnehmen, weil es sonst als Mobbing ausgelegt wird.
Es ist mindestens ausgrenzendes Verhalten. Wer sowas macht, ist zumindest kein guter Teamplayer und und nicht gerade kollegial. Mobbing ist in der Fachliteratur klar definiert, da gehört schon etwas mehr dazu.

Wenn Kollegen unter sich sein wollen, können sie sich gerne in der Freizeit treffen. Der Arbeitsplatz ist kein geeigneter Ort für Cliquenbildung, obwohl das in der Praxis allenthalben passiert.
 
  • #87
ich mich dann nicht kurz zurückziehen kann, vergeht die Zeit gefühlt langsamer als in der Kirche. Und ich drücke mich dann davor zu sagen, dass ich jetzt für 10 Minuten niemanden sehen will - ich möchte die Leute ja nicht angreifen. Ich kann das zwar durchstehen - aber in Summe bedeutet der Nachmittag dann für mich einfach Anstrengung
Das kenne ich auch. Ich bin da zunächst total zurückhaltend und wenn ich keinen Menschen finde, mit dem ich die Zeit gut verbringen kann, fühle ich mich schnell unwohl und würde lieber auf dem Rad sitzen, oder einen Schrank bauen...
Ich habe eine grundsätzliches Problem damit, einfach irgendwo hinzugehen, um neue Leute kennenzulernen.
Mir reichen die zwei drei, die ich habe. Ich verstehe Sylvester nicht: jedes Jahr stundenlanges "künstliches" zusammenhocken, bis es 24:00 Uhr. Ich nehme es heute wie es kommt und gehe auch schon mal deutlich früher ins Bett. Mir ist das irgendwie zu doof. Geburtstag ist ok., wenn es sich ergibt. Wenn nicht dann nicht. Ich bin x-mal umgezogen und daher kommt aus meinem jetzigen Bekanntenkreis kein Mensch einfach so vorbei. Früher war das anders - bis ca. 28. Aber im Nachgang betrachtet, war das wohl nie so meines. Ab und an ja, oft eher nein.
Weihnachten mit den vielen Besuchen: ein Horror - die ganze Fahrerei und die Pseudogespräche mit Menschen, die ich sonst auch nicht treffe.
Ich habe meine festen Sportkumpels: bis zu 8 für den Winter und maximal 3 für den Sommer. Mit denen bin ich dann aber gerade im Winter bei gutem Wetter oft den ganzen Tag (bis zu 12 Stunden) unterwegs. Da bleibt schon deshalb keine Zeit für...

Cho Oyu 52
 
  • #88
Wenn Kollegen unter sich sein wollen, können sie sich gerne in der Freizeit treffen.
Tja, dabei ist allerdings bspw die Mittagspause keine Arbeitszeit, wird ja auch nicht vergütet. Ein normaler Arbeitnehmer muss ja auch kein Telefon zum Mittagessen mitnehmen. Er kann also auch nicht gezwungen werden, jemanden zu ertragen, den er nicht ertragen will.
Was auch sinnvoll ist - eine Pause dient der Erholung. Möchte jemand alleine essen, mit einem Freund oder auch nur mit bestimmten Kollegen, so ist das sein gutes Recht.

Mich persönlich haben allerdings auch schon immer die Menschen genervt, die aufdringlich sind. Meist sind das nämlich genau diejenigen, die niemand dabei haben will.
Und dann habe ich nämlich genau ein wichtiges Kriterium - Kann ich zuhause in Ruhe ein Buch lesen ohne alle 10 Minuten wegen einem zu deutsch Scheissdreck gestört zu werden ? Für mich ein Kriterium um mich wohl zu fühlen. Ähnlich wie die Plappermäulchen, die schon nerven, bevor der erste Kaffee getrunken ist und die erste Ziggy geraucht wurde. Und genau das merken aufdringliche Menschen erst, wenn sie den berühmten Tritt in den Hintern kassiert haben. Kann nun jeder entscheiden - will ich sowas ?
 
  • #90
Ich tu mir schwerer, als sie neuen Leute kennen zu lernen. Allerdings ist nicht nur der häufig Umzug, sondern die Entfernung entscheidend. Bei mir z.B. jeweils mehrere Wohnsitze in Rhein-Main, Stuttgart und schließlich Allgäu. So komme ich auf 8 -10 Wohnsitze in 30 Jahren. da bleibt vieles auf der Strecke. Ganz ehrlich habe ich auch keine Lust freitags 7 Stunden ins Rhein-Main-Gebiet zu fahren, um 1,5 Tage mit alten Freunden zu verbringen, um dann wieder am Sonntag 6 Stunde zurückzugurken. So kommt es dass wir Freunde nur alle 1 - 2 Jahren sehen. Bei Ihr dauert es genauso lang und es sind nochmal 250 km mehr.

Was dazukommt ist die deutlich schwierige Art des Besuches. Früher haben wir uns wenige Stunden gesehen und gegangen. Heute sitzen wir mehre Tage auf einem Haufen. Der beginnt dann irgendwie zu faulen. Das hat zweimal dazu geführt, dass sich "Freunde" von ihr bei uns für einen billigen Urlaub eingenistet haben (wir wohnen ganz im Süden mit den Bergen vor der Tür), sich bedienen ließen, sich breit gemacht haben - sie hatten gefühlt eine Pension mit Dienstleistung gebucht
Es war so offensichtlich. Wir haben Sie rausgebeten / rausgeworfen und nie mehr wiedergesehen.

Von Ihre Seite kommen jetzt noch Ihr Schwester / Eltern und eine Freundin. Von meiner Seite noch zwei Freunde. So what.

Dieses Schicksal teilen viele. Und die "Freunde", die wir jetzt haben sind weniger eng und teilweise auch temporär.

Die Frage die sich mir dabei jedoch schon öfter gestellt hat ist:
Hätte ich es anders machen sollen - immer da bleiben, wo ich herkomme? 1.500 Einwohner und alle kennen mich? Das war mir zu eng. Heute kennen mich bei den jetzt wieder 1.500 EW auch viele. Ich kenne sie nicht, sie aber mich. Aber es ist nicht so eng, da es keine Bindung gibt...
 
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