• #1

Ich, w29, habe depressiven Freund. Was tun?

Hallo liebe Forums-Mitglieder,
ich bin 29 Jahre alt und bin seit 6 Jahren mit meinem Freund zusammen. Hiervon hatten wir die letzen 3 Jahre eine Fernbeziehung (ich zog in eine andere Stadt wegen meines Jobs), vor 2 Monaten sind wir zusammen gezogen (ich habe den Job gewechselt und wollte zurück in die Heimatstadt - er war natürlich auch ein Grund).
Ich habe studiert und arbeite seit 4 Jahren während mein Freund noch immer studiert (gleiches Alter). Zusammen gekommen sind wir, als wir beide noch Studenten waren.
Vor dem Umzug war noch alles toll! Ich habe mich auf die gemeinsame Wohnung und das Zusammenleben sehr gefreut.


Kurz nach dem Einzug haben wir uns dann aber fast jeden Tag gestritten - vor allem habe ich mich über ihn aufgeregt. Dass er nicht mal Vollgas gegeben hat und immer alles auf morgen geschoben hat.
Am Ende habe ich selber angefangen, die Bohrmaschine in die Hand zu nehmen, um irgendwelche Bilder aufzuhängen.
Es hat mich genervt, dass er nur "chillen" wollte. Ich kam von der Arbeit nach Hause und die Kisten lagen noch immer unausgepackt in der Gegend herum. Er lag im Bett...oder auf der Couch.
Nun habe ich von ihm erfahren, was eigentlich mit ihm los ist. Er leidet unter Depressionen. Vor einigen Jahren war er deshalb auch schon in einer Klinik - durch die Fernbeziehung habe ich nichts davon mitbekommen.
Nun bin ich völlig überfordert mit der Situation und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Natürlich habe ich mich schon im Internet über die Krankheit informiert. Aber wie geht es jetzt weiter? Er sagt selber, dass er sich jetzt um sich kümmern muss und eigentlich merke ich jetzt, dass er so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass er gar keine Beziehung führen kann.
Ich bin verwirrt und würde mich über Erfahrungen mit depressiven Partnern/Ratschläge/usw sehr freuen.
Leider kann ich das Thema "Depressionen" nicht mal eben so mit meinen Freundinnen besprechen, meinem Freund habe ich versprochen, mit keinem drüber zu reden.
Danke im Voraus!!!
 
  • #2
Betrachte das ganze mal mit folgendem Hintergrund:
1. du kannst an seiner Krankheit nichts ändern.
2. wenn er die Krankheit nicht behandeln läßt bzw. aktiv daran arbeitet, kannst du nichts machen.
3. Übernimm keine Verantwortung für sein Leben.
Dann entscheide, ob du die Beziehung weiterführen kannst oder nicht. Sei ehrlich zu dir und zu ihm.
 
  • #3
Guten Morgen lieb FS,

du benötigst professionellen Rat, den du aber bekommen kannst. Es gibt Beratungsstellen und auch Selbsthilfegruppen für Menschen, die mit depressiv Erkrankten zusammenleben.

Ich wünsche Dir viel Glück für das neue Jahr !
 
  • #4
Hallo Anonymous,

lass mich das mal kurz zusammen fassen. Dein Freund studiert seit 8, 9 oder gar 10 Jahren und ein Abschluß ist in weiter Ferne. Er ist schwer depressiv. Kriegt sein Leben nicht auf die Reihe und sein Studium dann sicher erst recht nicht. Dir ist schon klar, dass sich das so schnell nicht ändert und der Mann auch so leicht keinen Job finden wird. Wovon lebt er? Hat er noch reiche Eltern, die ihn finanzieren? Solch eine Abhängigkeit macht dann die Depression sicher nicht leichter. Dir ist hoffentlich bewusst, dass Du Dich auf eine noch sehr lange Leidensphase einstellen musst, wenn Du weiter bei ihm bleibst. Depressionen vergehen nicht so schnell wie eine Erkältung. In Behandlung ist er offenbar ja noch nicht, wenn ich das richtig gelesen habe. Wäre aber schleunigst anzuraten, wenn sich da was ändern soll. Und ist das Studium überhaupt noch zu schaffen, oder sollte auch eine Studien- und Lebensberatung angestrebt werden?

Ihr hattet eine Fernbezeihung, bei der Du nicht gemerkt hast, dass er in klinischer Behandlung war? Na da wart Ihr Euch ja nicht besonders nahe.

Ich würde Dir (nach den bisherigen Informationen) raten, schnellstmöglich eine eigene Wohnung zu suchen. Vielleicht gibt das Deinem Freund auch einen Ruck, mal über seine Situation nachzudenken. Und vor allem gibt es Dir die Möglichkeit, die Beziehung noch mal mit Abstand zu betrachten. Aus meinen Blickwinkel tust Du Dir nichts Gutes, wenn Du so weiter machst.

Viel Glück für Dich.

Mann43
 
  • #5
Er war in einer Klinik und du hast es nicht mitbekommen ?

Mein Ex-Freund / Kindesvater ist seit locker 25 Jahren depressiv, ich kann also ein kleines bißchen mitreden.

Wenn er einen stationären Aufenthalt hatte, dauerte das jedes mal Monate, ein halbes Jahr vielleicht.
Manchmal waren es in der Tat nur wenige Tage in einer bestimmten Klinik. Das war dann eine geschlossene Abteilung, in die er eingewiesen wurde, wenn er sich einen besonderen Kracher geleistet hatte und daher von der Polizei eingeliefert wurde.
Danach kam dann aber der eingangs genannte längere Aufenthalt.
IMMER. Das kannst du nicht übersehen haben.

Oder er meint eine ambulante Therapie, die mein Typ immer in den Zeiten dazwischen machte, die kann man verschleiern.

Obwohl mein Typ eine wirkliche Diagnose und eine sehr lange Depressions-Geschichte mit nachweisbaren Eckpunkten wie z.B. dem Bezug von Krankengeld, das die Kasse ganz sicher nicht ohne intensive Prüfung locker macht, erst recht nicht über so viele Jahre, vorweisen kann, denke ich oft und immer noch, dass er ein schlichter Gammler und Schmarotzer ist.
Bei deinem Freund würde ich das als allererstes und nur das denken.
Depressionen sind ein gute Ausrede, insbesondere wenn die Frau, die das aushalten und auffangen soll, emphatisch, sympathisch und verliebt ist.

Falls er wirklich Depressionen hat, bzw. du ihm das glaubst, würde ich dir aber erst recht raten, dich zu trennen.
Ich habe viele Jahre Geduld und Verständnis gehabt ( daher bitte ich die geneigte Leserschaft von frei-bashing abzusehen, bzw. mir nachzusehen, dass ich darauf nicht eingehen werde ) und es im Nachhinein bitter bereut.
Ich hätte Jahre früher gehen sollen.

w 48
 
G

Ga_ui

  • #6
Ich glaube, du weißt nicht, was Depression heißt! Diese Diagnose stellt man nämlich nicht einfach so und hat auch nichts mit Faulheit zu tun!
Was dein Freund hat, ist einfach reguläre Männer-Faulheit, wenn es um den Haushalt geht.
Dein Freund war schon immer so, du weißt es bloß nur nicht, weil ihr ja eine Fernbeziehung hattet. Da kann man viel aus seinem Leben vertuschen!

Du kannst deinen Freund auch nicht ändern. Männer machen sowieso ihr Ding in Beziehungen, sei es arbeiten oder chillen. Glückwunsch, dass du heute deinen Traummann endlich so siehst, wie er wirklich ist!

Zusammenleben ist nun mal so kompliziert und die Frau ist für alles zuständig. Ich würde sagen: Pech gehabt. Arrangieren oder ausziehen!
 
  • #7
Naja, dein Freund war dir gegenüber nicht ehrlich, er hat dir deine Depressionen verschwiegen und du sollst jetzt mit niemanden drüber reden? Finden ich nicht ok, eine Depression ist sehr belastend.
Das kannst du nicht alles mit dir allein ausmachen.
Dann muss er eben dazu stehen, du brauchst Unterstützung durch Freund oder Verwandte. Man sollte es nicht in alle Welt hinausposaunen. Dein Freund hat sich unfair verhalten.
Er sollte eine Therapie machen. Wenn er nichts unternimmt, hast du alles Recht, dich zu trennen, denn er hat nicht mit offenen Karten gespielt. Lass dich nicht von ihm erpressen und oute dich.Das wird ihm gar nicht gefallen, aber es ist besser, als wenn du ihn deckst.
 
  • #8
Hallo liebe FS, eins ist klar, er wird sein Verhalten nicht ändern, solange sich sein innerer Zustand nicht ändert bzw. therapeutisch behandelt wird. Zunächst mal finde ich es unfair, dass er Dir nicht schon lange vor dem Zusammenziehen erzählt hatte, was mit ihm los ist. Er hat Dich ja ins offene Messer laufen lassen. Ich würde mich aber nicht gleich trennen. Wäre es für Euch eine Option, wieder in getrennten Wohnungen zu leben, aber ganz in der Nähe? Dann wärst Du nicht so stark durch sein Verhalten beeinträchtigt und er hätte seinerseits mehr Freiraum für sich und könnte sich vielleicht besser um sich selbst kümmern. Vielleicht könntet Ihr diese schwierige Phase so überwinden? Vorausgesetzt, es sind noch Gefühle da und der Wille, es zu versuchen - beiderseitig.
 
  • #9
1) Die Frage ist doch: Was will er ? Sich endlos vor dem Studienabschluß herumdrücken ? Sich endlos von jemand anders finanzieren lassen (Du, seine Eltern ?) Vom einen Seelenklempner zum nächsten gehen ohne zu realisieren, daß nur er sein Problem lösen kann ? Wenn er keine Ziele hat, hat er auch keinen Willen, da raus zu kommen. Er wird sein Leben nur ändern, wenn er es ändern will - wenn er mit seiner Art zu leben durchkommt, wird er so weiter machen. Chillen, kein Verpflichtungen und fürs Examen plagen (das hast Du schon lange hinter Dir) is auch eine Sache von irgendwann einmal.

2) Was willst Du ? Was sind Deine klassischen Ziele ? Beziehung auf Augenhöhe ? Liebe ? Familie ? Ehe ? Kinder ? Zusammenleben ? Und sind die Ziele mit ihm in der aktuellen Situation realisierbar ? Jedenfalls solltest Du aber eines für Dich klar stellen: Du läßt Dich nicht von ihm runterziehen - wenn es anfängt, dann trennst Dich.

3) Nur wenn Ihr in all den Jahren wo er "depressiv" ist Dir nichts gesagt hat und Dir seinen Klinikaufenthalt auch noch verheimlicht, dann ist Schluß mit lustig, denn als seine Freundin wärst für sowas zuständig, zumal sich Euere Leben arg weit auseinander entwickeln: Du bist erfolgreich im Job und willst nun - wohl - Ehe und Kinder ? Und er ? Ist er fähig, Dich zu ernähren, bist mal ein paar Jahre Hausfrau und Mutter wegen der Kleinen ?

Ich würde mir deswegen einen Erfolgsplan überlegen für ihn, der konkrete Erfolge in sein Leben bringt.

Sport / Gesundheit. Wenn er Zeit hat, kann er da was machen.
Job: Macht er das Studium fertig ? Wenn ja, wann macht er den Abschluß und was ist der Weg dahin
Haushalt: Er übernimmt alles - so lange er keinen Job hat.

Das wird alles schriftlich fixiert. Wenn er es nicht packt, trennst Dich, denn nur diese Härte bringt ihn dazu, seinen Hintern anzuheben und die Probleme anzupacken. Ich tendiere aber eher dazu, zu sagen "trenn Dich gleich" weil die Chancen auf eine Beziehung auf Augenhöhe in den nächsten 5 Jahren arg gering sind und weil Du nicht kostbare Lebenszeit mit ihm vertun solltest.
 
  • #10
Ein Aufenthalt in einer Klinik bedeutet nicht automatisch ein halbes Jahr, wo kommt das her? Eine Freundin haben wir für zwei Tage ins LKH einliefern lassen, weil sie suizidal war, sie hatte einfach ihre Medikamente abgesetzt. Ich habe sehr viel persönliche Erfahrung mit Depressionen und wenn man sich nicht in Behandlung begibt und medikamentös eingestellt wird, dann ist das Leben nicht wirklich schön, weder für einen selbst noch für den Partner noch für Familie und Freunde.

Hat er die Diagnose schwarz auf weiß oder ist es nicht doch eine Ausrede für seinen Phlegmatismus und Faulheit? Mit dem Wort "Depression" sollte man sehr vorsichtig umgehen, eine Selbstdiagnose würde ich nicht gelten lassen.
 
  • #11
Nun habe ich von ihm erfahren, was eigentlich mit ihm los ist. Er leidet unter Depressionen. Vor einigen Jahren war er deshalb auch schon in einer Klinik - durch die Fernbeziehung habe ich nichts davon mitbekommen.
Da muss man aber schon auf beiden Augen emotionsblind sein um in 6 Jahren nicht mit zu bekommen, dass mit dem Partner was nicht stimmt, dass er in einer Klinik war... das finde ich schon SEHR komisch. Davon abgesehen hätte auch er etwas sagen müssen denn das ist auch keine Kleinigkeit. Ich finde das sagt schon auch etwas über die Qualität der Beziehung aus wenn solch relevante Details dem Partner gegenüber ausgespart werden. Ihm mujss auch klar sein was er dir damit zumutet. Ich denke, Erfahrungsberichte sind da wenig hilfreich, denn es steht hier nicht nur eine Erkrankung im Raum sondern ein Mensch. Jeder ist anders. Es gibt Beziehungen die daran zerbrechen und welche die daran wachsen. Er täte gut daran sich weiter therapieren zu lassen, dich miteinzubeziehen und je offener er mit seiner Erkrankung umgeht umso besser wäre es, für ihn und für euch. Heimlichkeiten treiben ihn langfristig maximal in die Isolation.
 
  • #12
Uha, das kommt mir bekannt vor. Der Vater meines Kindes war auch depressiv (nach eigener Angabe) und hatte es mir verschwiegen (Gruß an frei). Meiner subjektiven Meinung nach war er durchaus nicht depressiv, sondern hatte schlicht weltfremde Ansichten vom realen Leben, gepaart mit einer nicht allzugroßen Erwerbsneigung/Ehrgeiz. Daher scheiterte er nach dem Studium im ersten Anlauf. Nach seiner Meinung war die Depression dran schuld, nach meiner Meinung bräuchte er einen täglichen Tritt in den Allerwertesten, um wenigstens mal eine Bewerbung zu schreiben. Sonst wirkte er mir gegenüber nämlich ziemlich normal. Du bist eine tüchtige Frau im besten Familiengründungsalter. Du solltest Dir klarmachen, daß seine depressive Episode nicht erst seit gestern besteht und sicher auch nicht die nächsten fünf, sechs Jahre weggeht. Solltest Du Dir eine Familie wünschen, muß Dir klar sein, daß Du das Geld verdienen, das Kind erziehen und den Haushalt machen wirst. Und diese extrem einseitige Lastenverteilung (im besten Erwerbsalter) wird Deine Zuneigung und Deinen Respekt ihm gegenüber nicht unbedingt zum Wachsen bringen.
Ich hatte mich damals gegen diesen Mann entschieden, rein aus dem Bauchgefühl heraus (damals wußte ich noch nicht alle Details) und beglückwünsche mich noch heute dazu.
FS, überlege Dir gut, wie Du Dir die nächsten fünf Jahre vorstellst.
 
  • #13
Also mal ganz ehrlich: Du willst nicht mit einem depressiven Mann zusammen sein. Depressionen kann man in gewissem Rahmen behandeln, aber heilbar ist die Erkrankung nicht. Eine Depression hat auch zur Folge, dass er wenig fühlt, auch keine Liebe. Ich war selbst zwei Jahre mit einem depressiven Mann zusammen. Wir haben ausgiebig über das Problem gesprochen, das der "Seelenaids" nannte, d.h. es ist eine Krankheit, die den Menschen im Laufe der Zeit auffrisst. Es gibt keine Rückkehr zu einem gesunden Zustand. Wenn Du Dich von ihm trennst, spürt er es möglicherweise nicht einmal so sehr, weil er einfach komplett nach innen gekehrt ist.

Was seine "Chillerei" betrifft. Klar sind depressive Menschen manchmal antriebsschwach, ich denke aber er ist schlicht und ergreifend faul und schiebt das auf seine Depression. Verschwende nicht Dein kostbares Leben an ihn, sondern trenne Dich und suche Dir einen gut gelaunten dynamischen Partner. Du hast für Deinen Freund keine Verantwortung, sondern nur für Dein eigenes Leben.
 
  • #14
Ich lese schon länger mit und habe durchaus Erfahrung mit Depressionen. Am allermeisten würde mich an deiner Stelle stören, dass er nie etwas davon erzählt hat - ich würde ihm das enorm ankreiden, sozusagen unwissend gehalten worden und in einen gemeinsamen Alltag gestolpert zu sein. Mich fragen, was mein Anteil daran war, denn immerhin hattet ihr ja nicht ausschließlich eine Fernbeziehung. Würde mich fragen, warum ich nichts gemerkt habe. Und dann würde ich vehement fordern, dass er etwas dagegen unternimmt: Medikation vom Psychiater plus konsequente Psychotherapie. Weiters würde ich mir - allem Mitgefühl zum Trotz, Depressionen sind schrecklich - verbitten, zum Schweigen genötigt zu werden. Diese Krankheit belastet die Angehörigen extrem, auch sie brauchen Unterstützung. Wenn er darauf eingeht, würde ich versuchen, die Beziehung zu erhalten und ihn zu unterstützen. Aber das wird davon abhängen, wie groß deine Liebe einerseits und deine Wut andererseits ist.
 
  • #15
Ich würde mich aber nicht gleich trennen. Wäre es für Euch eine Option, wieder in getrennten Wohnungen zu leben, aber ganz in der Nähe?
Die Fragestellerin ist 29. Sie hat ein ganzes Leben vor sich. Weshalb soll sie sich um etwas bemühen, was nicht besser wird? Das fällt doch auch in die Kategorie "Wenn Frauen zu sehr lieben". Der Fall ist aussichtslos. Da gibt es nur eine Lösung, und das sind getrennte Wege. Es wäre sicher etwas anderes, wenn sie mit dem Mann seit 15 Jahren verheiratet wäre und sie gemeinsame Kinder haben. Das ist jedoch nicht der Fall.
 
  • #16
Betrachte das ganze mal mit folgendem Hintergrund:
1. du kannst an seiner Krankheit nichts ändern.
2. wenn er die Krankheit nicht behandeln läßt bzw. aktiv daran arbeitet, kannst du nichts machen.
3. Übernimm keine Verantwortung für sein Leben.
Dann entscheide, ob du die Beziehung weiterführen kannst oder nicht. Sei ehrlich zu dir und zu ihm.
Ich kenne solchen Fall aus dem Umfeld.
Liebe FS, sei keine Mutter Theresa, Du wirst es bereuen, Dein Leben zerrinnt und am Ende hat er seine "Krankheit" nicht besiegt.

Depressive bleiben es auch meist, sie haben mal "lichte" Momente, aber die dunklen überwiegen.
Aus diesem Grunde hatte ich mal zwei Freundschaften zu Frauen beendet, sie sogen mir meine Energie raus, ich wollte helfen und tat viel, aber es war wie Perlen vor die Säue, sorry, aber Depressive gehören in Profi-Hände.

Ich gebe Dir offen den Rat, trenne Dich und lebe nicht sein, sondern Dein Leben.
 
  • #17
Liebe FS,
Du bist 29, seit 6 Jahren mit dem Mann zusammen, der Dir im Moment ein großes Ärgernis ist. Was ist Dein Lebensplan, mal ganz unabhängig von ihm? Es gibt Dinge im Leben, die kannst Du nicht weitere 10 Jahre verschieben, z.B. Familienwunsch. Sowas musst Du jetzt entscheiden.

Ganz ehrlich: besonders nah könnt ihr euch nicht gewesen sein, wenn Du nicht gemerkt hast, dass er wegen Depression in einer Klinik war. Darauf musst Du auch mal achten. Wenn man eine gute Beziehung hat, kann man sowas auch in einer Fernbeziehung nicht verbergen.
Fazit: gut und vertrauensvoll war eure Beziehung nie.

Du bis zurückgezogen, hoffentlich nicht nur seinetwegen. Das muss kein Fehler gewesen sein, wenn Du nicht an einer schlechten Beziehung festhältst.
Lass' Dir von ihm keinen Maulkorb verhängen. Du sollst und darfst mit Deinen Freunden über Deine Sorgen und Deinen Unmut über sein Verhalten reden. Das hilft Dir Deine Gedanken sortieren und Du bekommst Rückmeldung und Unterstützung von anderen. Die brauchst Du genauso dringend wie er.

Wenn er alles blockiert, was zur Folge haben kann, dass es ihm besser geht, bist Du nicht verpflichtet, das ewig zu ertragen. Er hat eine Depression? Ist er in Therapie, nimmt er Medikamente? Wenn nicht, dann ist er nicht depressiv, sondern hat sich bequem in der Chillerei eingerichtet. Das machen viele "ewige Studenten", weil es bequemer ist, sich selber als depressiv zu etikettieren, statt einzugestehen, dass er zu leistungsschwach und unmotiviert ist, sein Studium zu beenden und sich dem Berufsleben zu stellen.

Beim Expartner meiner Nichte war es das Gleiche: jahrelang auf der Sinnsuche, selbstdiagnostizierte Depression und Angststoerung (Prüfungsangst) hinderten ihn, die Komfortzone zu verlassen. Als sie sich trennte weil endlich mal ihr Leben stattfinden sollte, ging es bei ihm auch ganz schnell: Studiumversuche abgebrochen und Ausbildung gemacht, weil ihm plötzlich die Finanzeuse fehlte.

Mach' ihm einen Tagesplan für Hausarbeiten und Studium. Chillt er weiter, schmeiss' ihn spätestens in 3 Monaten aus Deinem Leben, sonst wirst Du depressiv.
 
  • #18
Depression hin oder her, ihr scheint nicht zusammen zu passen. Mach nicht den typischen Frauenfehler, ihm deinen Lebensplan überzustülpen und dann zu jammern, dass er bei der Umsetzung wenig motiviert ist. Entweder akzeptierst du, dass er eine andere Art zu leben hat als du, oder du trennst dich und suchst dir einen angepassten Mann, der genauso "Vollgas" gibt wie du.

Nicht jeder ist im Leben mit "Vollgas" unterwegs - Gottseidank, sonst würde es verdammt eng auf der Überholspur.
 
  • #19
Ich möchte mich bei euch allen für die Antworten bedanken!!

Um auf einige Antworten noch einzugehen: dass er Depressionen hat, habe ich schwarz auf weiß gesehen. Es handelt sich also nicht um Faulheit. Ich weiß, dass man schnell von Depressionen spricht, aber in seinem Fall ist es nicht so. Einen mehrmonatigen Klinik-Aufenthalt hatte er BEVOR wir zusammen gekommen sind. Danach ging es ihm auch einige Zeit gut, daher hatte ich nichts mitbekommen.

Erst nachdem wir zusammen gezogen sind, kamen die Depressionen wieder. Nicht unbedingt das schönste Gefühl zu wissen, dass das Zusammenziehen diesen Schub(?) ausgelöst hat. Er sagt, er hat es mir nicht erzählt, weil er damals nach der Klinik dachte, das käme nie wieder.

Als es wieder anfing, hat er direkt wieder Kontakt zu seinem Arzt aufgenommen. Hatte einige Sitzungen, es wurde aber nicht besser. Jetzt geht er ganz frisch wieder in eine Klinik, also nun das zweite Mal (nachdem ich hier meine erste Frage gepostet habe.) Wie lange der Aufenthalt sein wird, wissen wir nicht. Es tut mir einfach unglaublich Leid für ihn, aber ich weiß, dass ich nicht helfen kann und dass er professionelle Hilfe braucht.

Ja ich bin 29 und habe noch mein ganzes Leben vor mir. Da habt ihr Recht. Natürlich wünsche ich mir einen starken Mann an meiner Seite und mein Lebensplan ist auf jeden Fall in den nächsten 5 -6 Jahren Heiraten/Kinder kriegen.

Ich nutze die Zeit seines Klinikaufenthalts, um mir weitere Gedanken zu machen. Außerdem habe ich nächste Woche einen Termin bei einem Psychotherapeuten, da mich das Ganze wirklich extrem belastet.

Warum sind wir überhaupt noch zusammen? Es sind die Gefühle und nur das. Natürlich möchte ich nicht in die Kategorie fallen "wenn Frauen zu sehr lieben". Genau so will ich nicht so oberflächlich sein und sagen "mein Partner hat Depressionen ...oh das gibt Probleme ...Und Tschüss!"
 
A

Ares

  • #20
Egal ob selbstdiagnostiziert oder nach längerem Klinikaufenthalt, egal ob Faulheit oder echte Depression: das Zusammenleben ist nicht zufriedenstellend und das wird es auf Dauer nicht sein, wenn es schon am Anfang nicht funktioniert. Ganz abgesehen davon, dass man auch diskutieren kann, ob man so gravierende Krankheiten in einer Beziehung 6 Jahre verschweigen sollte.

Meine Partnerin hat einen depressiven Noch-Mann (selbst eine Scheidung wírd dann schwierig), der mittlerweile in einen Burnout geschlittert ist und sich um nichts mehr kümmert (stimmt nicht ganz, Urlaub buchen geht trotz Arbeitslosigkeit und chronischer Pleite noch). Ich würde mir an Stelle der FS einen depressiven Partner nicht antun. Vielleicht bekommt sie nach 50 Jahren einen Mutter-Teresa-Orden, aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass sie ihre Träume von einer glücklichen Beziehung und einer Familie auf Dauer begraben kann.