• #1

Ich habe keinen Respekt mehr vor Männern

Hallo,

ich habe aufgrund vieler Enttäuschungen keinen Respekt mehr vor Männern, gleichzeitig sehne ich mich trotzdem immer wieder nach einer Beziehung zu einem Mann.

Ich weiß, dass die Ursachen in meiner Kindheit liegen, ich arbeite mit Analyse, Literatur und Therapie schon länger an dem Thema, kann es dennoch immer und leider nicht lösen!

Hat jemand Ideen/Erfahrungswerte/ whatever...? Das wäre eventuell nochmal hilfreich - so kann es dauerhaft nicht weiter gehen.
 
  • #2
Ich bin der Überzeugung wenn Fachpersonal es nicht schafft, in der persönlichen Zusammenarbeit mit dir, ein Aufarbeiten und Umdenken hervor zu rufen, dann auch sicher kein Forum einer Partnervermittlung.
 
  • #3
Du kannst nur dann eine Beziehung aufbauen, wenn Du Dein Gegenüber respektierst und magst. Lies mal das Buch "Vertrauen wagen" von David Richo. Es hat mir die Augen geöffnet.
 
  • #4
Hallo Sandy
Ich denke, zu viel Kindheitsanalyse kann ein unnötiges Verhaften in der Vergangenheit bewirken. Man bleibt gefühlsmässig und gedanklich in einer Situation stecken, die sich auch nicht mehr ändern lässt, und dreht sich im Kreis. Ich kenne das von mir selber - man kann, je nachdem, mit welchen Materialien, Therapeuten etc. man arbeitet, in eine "arme Opfer"-Haltung kommen. Man sieht nur die Verletzungen, die man selber erlitten hat und wen man alles für seine Misere beschuldigen könnte. So wächst man aber auf Dauer nicht, auch wenn es sich so anfühlt, als hätte man ganz viele "Erkenntnisse". Es gilt letztlich, den eigenen Anteil an den Schwierigkeiten zu sehen und dabei verdammt ehrlich mit sich zu sein. Weiterhin finde ich es falsch, wenn wir unsere Vergangenheit schwarz malen und nicht mehr differenzieren, sondern unsere Erfahrungen in einen Topf werfen. "Schon wieder enttäuscht", "immer ich".. Wenn du genügend Energie auf die positiven Erinnerungen lenkst, werden dir auch schöne Erlebnisse mit Männern einfallen, die deinen Beziehungswunsch geprägt haben.
 
  • #5
Hallo,
ich habe aufgrund vieler Enttäuschungen keinen Respekt mehr vor Männern, gleichzeitig sehne ich mich trotzdem immer wieder nach einer Beziehung zu einem Mann.
Die eine Seite ist der Verstand, geprägt durch Kindheit und spätere Erfahrungen und die andere Seite sind die Hormone.

Liebe Sandi, es gibt auch genug Frauen, die ohne traumatische Erfahrungen in der Kindheit viele Enttäuschungen mit Männer gemacht haben.

Daher gebe ich der einen Foristin recht, dass es manchmal nicht viel bringt, ewig!, in der Vergangenheit rumzuwühlen. Ich weiss, wovon ich rede.

Hilfreich wäre vielleicht zu verstehen, das wir in einer Männer dominierten Welt leben. Sehen wir das Thema Trump, die derzeitigen Kriege auf der Welt, Frauenhäuser werden immer voller, die Dunkelziffer von sexuell missbrauchten Kinder ist enorm hoch usw. und so fort.

Was ich in meiner über 30jährigen Berufszeit an männlicher fachlicher und sozialer Inkompetenz erlebt habe, ist erschreckend. Unsere Wirtschaft könnte viel besser dastehen, wenn die Firmenmänner vorausschauend mehr für die Angestellten getan hätten, dass es heute halt nicht in einigen! Branchen den Fachkräftemangel gibt.

Es gehört also viel Glück und Zufall dazu, einer der wenigen sozial und Reife mässig gut kompetenten Männer im frühen Alter für sich dauerhaft gewinnen zu können.

Wer das Glück nicht hatte, wie ich... hatte aber das Glück zu verstehen, dass das draussen viel männliche Ungemach vorhanden ist und ich daher froh sein, mit nur einigen Herzschmerzen davon gekommen zu sein. Im Gegensatz zu Frauen, die geschlagen, missbraucht, ausgenutzt und im Alter dann für eine Jüngere auf H4-Niveau verlassen worden zu sein.

Manche Dinge kann man nicht ändern, sondern es gilt anzunehmen, was geht und was nicht geht und das Beste daraus zu machen, als einer Illussion hinterher zu laufen und wertvolle Lebensenergie zu vergeuden.

Habe mehr Respekt für dich selbst und lebe deine Leben so, dass du den Respekt für dich erholst. Den Respekt bei Anderen zu suchen ist meistens vergebliche Müh. Schau doch, wie schlecht viele Menschen mit sich selbst und der Natur und unserere Welt umgehen.

W
 
  • #6
Das Problem bei der klassischen Analyse ist, dass alles auf die frühe Kindheit und damit auf Dinge zurückgeführt wird, die man nicht einfach ändern kann. Das führt dann zu jahrelangen Sitzungen, bei denen Du Dich immer besser verstehen wirst, die aber in der Praxis erstmal nichts ändern.

Wenn Du schnelle Ergebnisse willst, solltest Du eine Lösungsorientierte, Verhaltenstherapie oder auch systemische Familientherapie machen.

Sehr zu empfehlen: "IRRE! Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen. Eine heitere Seelenkunde - Lütz, Manfred".

Und wenn Du jetzt Respekt lernen willst, würde man in anderen Therapieformen z.B. Deine Aufmerksamkeit für respektvolles Verhalten von Männern schärfen und Dich mit Männern zusammen bringen, die eben anders sind. Damit Du siehst dass es ein Pauschalurteil ist. Dann Deine eigenen Beiträge zum Verhalten der Männer beleuchten (da gehört nämlich auch dazu, es mit sich machen zu lassen) und einzuüben, wie Du Grenzen setzt und Grenzen verteidigst.
 
M

Michael_123

  • #7
Hallo,

ich habe aufgrund vieler Enttäuschungen keinen Respekt mehr vor Männern, gleichzeitig ....
Das ist jetzt nicht wirklich zielführend.

Vielmehr finde ich den gesamten Post von @annie83 wertvoll und möchte den folgenden Satz unterstreichen:

Es gilt letztlich, den eigenen Anteil an den Schwierigkeiten zu sehen und dabei verdammt ehrlich mit sich zu sein.
Gefährlich wird es, wenn Du Dich auf die negativen Dinge fokussierst - das vermiest im übrigen auch die Ausstrahlung.

Das Projekt Beziehung sollte erst dann gestartet werden, wenn Du reflektiert und aufgeräumt hast. In der Zwischenzeit am besten Dinge unternehmen die Spaß machen, sich mit positiven Menschen umgeben, Sport treiben.

Das ist jetzt mit Geduld und Arbeit (an sich selber) verbunden.

Alles gute!
 
  • #8
Hallo Sandy
Ich denke, zu viel Kindheitsanalyse kann ein unnötiges Verhaften in der Vergangenheit bewirken. Man bleibt gefühlsmässig und gedanklich in einer Situation stecken, die sich auch nicht mehr ändern lässt, und dreht sich im Kreis. Ich kenne das von mir selber - man kann, je nachdem, mit welchen Materialien, Therapeuten etc. man arbeitet, in eine "arme Opfer"-Haltung kommen. Man sieht nur die Verletzungen, die man selber erlitten hat und wen man alles für seine Misere beschuldigen könnte. So wächst man aber auf Dauer nicht, auch wenn es sich so anfühlt, als hätte man ganz viele "Erkenntnisse". Es gilt letztlich, den eigenen Anteil an den Schwierigkeiten zu sehen und dabei verdammt ehrlich mit sich zu sein. Weiterhin finde ich es falsch, wenn wir unsere Vergangenheit schwarz malen und nicht mehr differenzieren, sondern unsere Erfahrungen in einen Topf werfen. "Schon wieder enttäuscht", "immer ich".. Wenn du genügend Energie auf die positiven Erinnerungen lenkst, werden dir auch schöne Erlebnisse mit Männern einfallen, die deinen Beziehungswunsch geprägt haben.
Hallo Annie,

da hast du Recht, ich sehe das wie du. Die Frage "Warum" ist sinnlos, genauso wie dauerhaftes Selbstmitleid.

Ich arbeite schon eine ganze Weile an dem Thema, Literatur hat mir viel geholfen, trotzdem komm ich nicht zu Potte - ich weiß auch, was ich gern lösen würde. Ich weiß nur nicht wie. Manches Mal denk ich, dass es dann so sein soll. Andererseits kanns das ja auch nicht gewesen sein... Schwierig!
 
  • #9
Geh auf Youtube und guck dir den Film 'Dear Woman' an (Original englisch mit dt. Untertiteln). Er dauert nur ein paar Minuten. Aber diese Männer dort, werden dir all das sagen und heilen, was andere Männer in deinem Umfeld nicht sagen oder heilen konnten.
Bedenke: Der Film und auch jede Therapie und auch jede Liebesbeziehung kann anfangs weh tun. Weil auch im Gefühlskörper wunde Punkte weh tun, wenn sie berührt werden oder wenn der Stachel gezogen wird.
Auch Narben einer ansonsten gut verheilten Wunde können noch weh tun, sie brauchen manchmal eine spezielle Salbe. Auch wenn sie nicht die Wunde selbst waren, so sind sie im Heilungsprozess entstanden.
Schau den Film oft an, alle paar Wochen. Und immer mehrmals hintereinander. Lasse ihn wirken. Die Erde braucht 'Dear Woman' auch aus internationalem Anlass. Und wir Frauen brauchen von Zeit zu Zeit solche Männer, die sich hinstellen und ihr Herz öffnen und auf dieser Erde heilen, helfen und beschützen.
Es geht nicht darum wie unsere Helfer aussehen, sondern dass es sie gibt.
Auch gute Hilfe zur Selbsthilfe: Robert Betz Meditations CD's
z.B. 'Der Vater deiner Kindheit - die Tür zur Freiheit' 'Die Beziehung zu Expartner klären' oder ... viele andere. Such dir aus was passt. Die kannst du jederzeit selber hören. Sie wirken ziemlich schnell.
 
  • #10
Liebe Sandi, wenn ich mich hier im Forum umschaue, bist du beileibe nicht die Einzige, die keinen Respekt vor Männern hat... Immerhin ist dir aber bewusst, dass diese Haltung und dein Wunsch nach einer Beziehung sich beissen, und das ist schon viel!

Männer sind in erster Linie Menschen. Kannst du Frauen gegenüber Wertschätzung empfinden? Und dir selbst gegenüber?

Frau 50
 
  • #11
Hallo,

was meinst Du damit, dass Du keinen Respekt vor Männern hast?

Du kannst Dich selbst therapieren, in dem du anfängst, Männer respektvoll zu behandeln. Behandle sie so, wie du Frauen behandelst. Im Laufe der Zeit wird sich dein Männerbild verändern und du wirst merken, dass Männer, von allen individuellen Charaktermerkmalen mal abgesehen, auch nur funktioneiren wie Frauen: Wie man sie behandelt, so behandeln sie einen zurück.
Ausnahmen gibt es immer, bei Männern und Frauen.
 
  • #12
Klingt sehr oberflächlich, niemand hier weiß, warum es geht. Der Lösungsvorschlag wäre vielleicht, mal in die Tiefe zu gehen und alles aufzuschreiben, was dich an Männern bedrückt.

Was sind die Situationen, bei denen du den Respekt verlierst? Und wie könntest du dich in den Momenten anderes verhalten, dass es dazu nicht mehr kommt?

Andere ändern kann man nicht, und man wird auch von keinem respektvoll zurückbehandelt und die meisten Menschen sind tatsächlich verachtungswürdig, aber man kann selber sein Verhalten verändern und damit viel bewegen.
 
  • #13
Mein Tipp: achte einmal für eine Zeit nur auf jene Männer, die Du nicht begehrst, sondern die einfach angenehm sind ( Kollegen, Nachbarn, Fremde, die Dir die Tür aufhalten). Führe innerlich ein kleines "Konto", dann kannst Du alles etwas entkoppeln und stellst nicht mehr alle unter Generalverdacht.
 
  • #14
Ich arbeite schon eine ganze Weile an dem Thema, Literatur hat mir viel geholfen, trotzdem komm ich nicht zu Potte - ich weiß auch, was ich gern lösen würde. Ich weiß nur nicht wie. Manches Mal denk ich, dass es dann so sein soll. Andererseits kanns das ja auch nicht gewesen sein... Schwierig!
Nun ja, ich bin unsicher, worum es hier geht. Ob es um ein Trauma geht, das du erlebt hast mit deinem Vater und dann mit anderen Männern. Oder ob du negative Glaubenssätze mitbekommen hast, die dich daran hindern, in Männern respektable Wesen zu sehen. Oder ob das "nicht zu Potte kommen" sich auf dein Datingleben bezieht.
Vielleicht ist es dir zu intim, uns mehr zu erzählen, also noch folgende 2 Tipps und du kannst damit machen was du möchtest:
1) Wenn du ein Trauma erlitten hast, mach' eine spezifische Traumatherapie. Keine Analyse! Analyse ist oftmals drüber reden, sich in den Dingen verlieren. Traumatherapie hilft beim "Auflösen", bei dem Gefühl "es" bewältigt zu haben.
2) Wenn es darum geht, dass du in Beziehungen verletzt wurdest, ohne traumatisches/missbrauchendes Ausmass, kann es m.E. sehr helfen, mehr zu kommunizieren, Verständnis für den anderen aufzubauen. Oftmals bilden wir uns ein, hinter einer Verletzung, die wir mit uns herumtragen, stehe die fortwährende böswillige Absicht und kalte Rücksichtslosigkeit eines anderen. Wir sehen nicht, wieviel Hilflosigkeit oder eigenes Unvermögen vielleicht beim anderen beteiligt war, oder dass vieles ein Missverständnis war. Das erschwert das Verzeihen und Vergessen ungemein. Manchmal wäre es gut, nochmal mit der betreffenden Person direkt zu reden.
Wenn dies nicht geht, würde ich dir empfehlen: Im Alltag mit Männern in Kontakt zu kommen und versuchen, Verständnis aufzubauen; oder Familienaufstellung; Psychodrama, ein Hobby wo man mit Männern zu tun hat. Oder auch ein Buch lesen, das sich an Männer richtet (mal eine andere Perspektive erhalten) z.B. "Männerseelen. Ein psychologischer Reiseführer".
 
  • #16
Schau mal ich hab auch mehrere Fehlschläge als Mann hinter mir.

Das ist nicht schön und das ist auch frustrierend, aber mach einfach weiter. Aber ich würde auf keinenfall den Respekt vor anderen Menschen verlieren, egal Mann oder Frau, denn fremde Menschen können nichts für deine Vergangenheit oder Erfahrungen. Klingt erstmal blöd und leider tendieren wir (viele Menschen) dazu die Vergangenheit in die Zukunft mitzunehmen.

Ich denke du willst einfach wieder zufrieden und glücklich werden. Versuch erst einmal deine Welt für dich gut zu gestalten. So mache ich es jetzt auch nach meiner Trennung und dann mal sehen was kommt...

Ich sag mir immer selbst: "Du wirst nicht so ein Arsch wie die anderen werden", egal was passiert.
 
  • #17
Sandy,

@annie83 schreibt es sehr richtig, auch in Bezug auf Traumatherapie.
Mir auf jeden Fall hat sie sehr geholfen, abzuschließen, Verhaltens- und Denkmuster aufzulösen, Grundlegendes zu verändern.
Vor allem mit mir Frieden zu schließen.
Einen eigenen Anteil an dem was war, habe ich als Säugling, Baby, etc. sicher nicht.
Wofür ich aber verantwortlich bin, ist, was ich mit diesen Erfahrungen mache. Es ist mein Leben, meine Zukunft.

Und damit fängt es immer bei einem selbst an - was habe ich für eine Haltung mir selbst gegenüber.
Habe ich Respekt vor mir?
Was ist mit Achtung, Wertschätzung, Zuneigung, Liebe?
Gestehe ich mir meine Gefühle zu, auch negative? Meine Grenzen, meine Bedürfnisse?
Es gehört zusammen, nur wenn ich mit mir selbst gut umgehen kann, kann ich es auch mit anderen Menschen.

Pauschalisierungen schaffen, weil nicht konkret und damit nicht widerlegbar, Mauern, Sicherheit.
Wenn ich generell alle Männer verurteile, bin ich sicher, dann lasse ich mich nicht ein, dann gibt es keine wirkliche Beziehung, kein Risiko, verletzt zu werden. Aber ist so ein Leben lebenswert - immer in Schutz- und Abwehrposition?
Mir hat ein Gedanke sehr geholfen - es reicht, was (bei mir) beide Elternteile angerichtet haben in der Vergangenheit, aber damit ist Schluss, jetzt ist es mein Leben. Sie dürfen / sollen nicht gewinnen, und wenn ich heute hinschaue, sage ich, ja, ich habe gewonnen.

Konkret noch ein Gedanke, falls Du gerne schreibst.
Erinnere Dich an gute Kontakte, Erfahrungen mit Menschen, spezieller Männern, schreibe sie auf.
Ein Lächeln, ein Danke, eine Hilfestellung, egal, führe diese Liste als Positivtagebuch.
Und ergänzend für Dich selbst - auch ein Positivtagebuch für Deine persönliche Anerkennung.

Für das Positive haben mir die Bücher von Anselm Grün geholfen, für das Verstehen, u.a. Jochen Peichl.
Gerade das Thema Innere Anteile Jazz mir sehr viel erklärt, und mit diesem Modell klappte dann auch - über Akzeptanz - die aktive Veränderung

Es wird anders, wenn Du es willst. Es braucht den Mut und den Willen.

Dir alles Gute, es lohnt sich.
 
  • #18
@Lionne69

dein Beitrag gefällt mir sehr gut, etwas ähnliches wollte ich auch eigentlich schreiben.

Was ich noch sagen wollte: Ich bin auch von vielen Männern enttäuscht worden, aber ich sehe die Ursächlichkeit nicht in der Eigenschaft des Mannseins. Eigentlich müsste es heißen: ich bin von vielen Menschen enttäuscht worden. Und das Problem war deren Charakter oder einfach nur andere Prioritäten als meine.

Mir hilft es immer, wenn ich versuche, mich in die Position des Gegenübers zu versetzen und nachzuvollziehen, warum derjenige so handelt, wie er es denn tut.

Meist ist das Ergebnis, dass der andere auch nur in seinen Ängsten und Erfahrungen gefangen ist und versucht, diese zu kompensieren.

Ich könnte pauschalieren und sagen: alle Männer sind Fremdgeher. Ich könnte aber auch differenzieren und sehen, dass einer keine anderen Erfahrungen ausser mir hatte und fremdverliebt war, dass der nächste keine Nähe zulassen konnte, dass er glaubte, dass Sex das einzige ist, was er gut konnte und worauf er auf selbst stolz war und Nummer drei wohl voll in der Midlifecrisis war - seine Frau war 20 J. älter als ich.

Ich muss das nicht rechtfertigen oder hinnehmen, aber ich finde es eigentlich bemitleidenswert und kann es verzeihen.

Und ich kenne eine Menge Männer, die offenbar treu sind. Also sind nicht alle gleich und es liegt nicht am Mannsein an sich.

Fragen muss ich nur mich, warum ich nicht eher die Reißleine ziehen konnte, warum ich nicht auf mein Bauchgefühl hören wollte und wie ich das letztlich in der Zukunft besser machen kann. Letzteres ist das einzig wesentliche.

Enttäuscht worden bin ich im übrigen auch von Frauen, die mir nahe standen. Aber ebenso gibt es eine Menge Menschen, auf die ich zählen kann, auch wenn sie mich vielleicht schon in bestimmten Bereichen enttäuscht haben. Niemand ist perfekt und man sieht immer nur das, was man sehen will.

Ich bemühe mich, die positiven Dinge zu sehen. Gelingt mir auch nicht immer, aber ich versuche es wenigstens.

Liebe Fragestellerin, vielleicht kannst du deine Lebengeschichte mal aus diesem Blickwinkel betrachten ?
 
  • #19
ich habe aufgrund vieler Enttäuschungen keinen Respekt mehr vor Männern, gleichzeitig sehne ich mich trotzdem immer wieder nach einer Beziehung zu einem Mann.
Ändern kannst Du nur Dich selbst. Enttäuschungen haben auch etwas mit Erwartungen zu tun. Vielleicht sind Deine einfach unrealistisch? Vielleicht bist Du einfach auch nicht in der Lage, Dir einen passenden Partner auszusuchen? Es ist wahrscheinlicher, dass der "Fehler" bei Dir liegt, als dass "alle anderen Geisterfahrer" sind. Du bist nicht die einzige hier im Forum, der es Männer ziemlich pauschal nicht recht machen können. Lamentieren, was Männer doch alles falsch machen, ist hier an der Tagesordnung. Es wird nicht nur an uns Männern liegen, auch wenn das natürlich eine wunderbar einfach Lösung ist...
 
  • #20
Meiner Erfahrung nach halten wir oft an unseren Problemen fest, weil diese uns auch manchen Vorteil verschaffen. Das ist uns natürlich in dem Moment nicht bewusst. Bei Vertrauensproblemen spielt die Angst vor Verletzung eine entscheidende Rolle. Wir wünschen uns dann zwar eine glückliche Beziehung, aber schaffen es nicht uns zu öffnen. Anstatt immer wieder darüber zu jammern, dass kein Vertrauen aufgebaut werden kann und so jede Beziehung schon in der Anbahnungsphase wieder zerstört wird, sollte man sich fragen, ob man sich nicht auch ein bisschen an diesem Zustand festkrallt. Nicht angreifbar zu sein ist immerhin auch nicht so schlecht. Leider besteht auch die Illusion, dass irgendwann der "Richtige" kommt, der unsere Mauern durchbricht.
Man muss verstehen, dass sich einfach keiner die Mühe machen wird. Keiner holt dich aus deinem Schneckenhaus, läuft dir so lange hinterher bis du vertrauen kannst, wenn du vorher kalt bist wie ein Stein. Du musst selbst lernen dich zu öffnen und zu vertrauen.
 
  • #21
Nach meiner Einschätzung gibst Du "den Männern" eine viel zu große Macht. Du sprichst "den Männern" einen größeren Einfluss auf Dein Leben zu, als "die Männer" tatsächlich haben.
Nimm Dein Leben wieder selbst in die Hand und verschiebe die Verantwortung nicht mehr an "die Männer". Nein, lass Dich nicht behindern und ziehe Dein Ding durch.

Tatsächlich sind Männer weder besser noch schlechter als Frauen. Sie sind einfach nur Menschen, mit guten und schlechten Eigenschaften. Und bei manchen sind die schlechten Eigenschaften bei anderen die guten in der Mehrheit. Wie bei Frauen eben auch.

Es kann tatsächlich sein, dass Du aus der Übung gekommen bist, wenn es um den Umgang mit Männern gibt. Nämlich - da bin ich schon bei Dir - "die Männer" - also die große Mehrheit der Männer - verhält sich schon anders, spricht anders, riecht anders als wir Frauen. Und diese Unterschiede muss man kennen und den Umgang ein bisschen einüben. So ein wenig wie beim Tanzen, wenn die alten Tanzschritte ein wenig eingerostet sind.
Kann aber Spass machen.
 
  • #22
Ach Sandi,
du beschreibst zwei verschiedene Probleme. Zum einen eine negative Sicht auf Männer, zum andern, keinen passenden Partner zu finden.

Für das erste hast du ja schon viele Ratschläge erhalten. Da schließe ich mich an, dass du dir mehr "Positivbeispiele" vor Augen führen solltest. Sozusagen Obama vs. Trump.

Ich hatte letztens ein Schlüsselerlebnis, bei dem ich als Mutter ziemlich in Panik geriet. Ohne es weiter auszuführen, es ging um eine unerwartete Straßensperrung, bei der Durchlasskontrolle ein Mann und eine Frau. Die Frau zeigte kein Verständnis für meine Situation, der Mann verstand sofort, dass ich mich in einer Ausnahmesituation befand, bot mir sein Handy an (weil ich meins vergessen hatte) und war so fürsorglich wie ein guter Freund, bis ich mein Problem lösen konnte. Ähnliche Beispiele an Tatkraft, Lockerheit, Beschützerinstinkt und "klasse - kumpelhaftem", manchmal ein wenig sehr direktem, aber ehrlichem Verhalten kenne ich auch von anderen Männern im Freundeskreis. Das sind für mich wahre Männer, tolle Familienväter und die sind natürlich schnell vergeben und lange gebunden. Solche Männer kennst du mit Sicherheit auch.

All die Maulhelden, Wichtigtuer, Frauenherabwürdiger, Egoisten wie sie uns beispielsweise aus hohen Kreisen der internationalen Politik und Wirtschaft einfallen, sind nur ein kleiner Teil der "Spezies" und brauchen natürlich Geld, Macht und Status auch für die Partnersuche.
 
  • #23
Liebe FS, je älter man wird, desto öfter wurde man schon von Menschen enttäuscht. Von Männern UND Frauen. Je näher einem die Personen standen, desto größer waren die seelischen Schmerzen. Ich hatte eine negative Kindheit voll psychischer Gewalt. Keine Übertreibung. Trotz alldem merkt man doch, dass einem (eher selten natürlich) wirklich tolle Menschen begegnen - mit Herz & Verstand & Rückgrat. Ist dir noch nie so jemand begegnet? Dann wünsche ich es dir. Das sollte dir Hoffnung geben. Halt die Augen offen und schau nach den Perlen für dich zwischen den Kieseln.
 
  • #24
.....ich habe aufgrund vieler Enttäuschungen keinen Respekt mehr vor Männern.....
.....Ich weiß, dass die Ursachen in meiner Kindheit liegen, ich arbeite mit Analyse, Literatur und Therapie schon länger an dem Thema, kann es dennoch immer und leider nicht lösen!
Mir gefällt nicht, dass du dir die Schuld gibst und meinst dich mittels Psychotherapie usw. verändern und verbiegen zu müssen. Es könnte nämlich sein, dass dein Gefühl in deinem Fall und auf Grund deiner Erlebnisse durchaus berechtigt ist.

Meine Vorschläge:
Männer und Frauen kommunizieren und denken nun einmal anders. Da kann man sich einlesen, erlernen dies zu verstehen und passend handeln.
Mangelnden Respekt zu haben tut jedenfalls nicht weh. Du könntest dies mit "keine Erwartungen haben" tauschen und so vielleicht ein weniger destruktives Denkmuster versuchen.
Sich auf sich selbst und seine persönlichen Werte und Wünsche zu besinnen und an diesen festzuhalten, ist jedenfalls ein heißer Tipp um enttäuschende Erlebnisse mit ungeeigneten Männern fernzuhalten.

Vertrau dir doch selbst mehr und deinem Bauchgefühl!
 
  • #25
Die Psychoanalyse kann ein brauchbares Mittel sein, um sich und die familiäre etc. Vergangenheit, die uns mit konditioniert hat, in der Tiefe kennen zu lernen. Wenn man dann aber die Ursachen erkannt hat - und das schreibst Du ja -, dann darf man das Nachdenken darüber entlassen und sich der Gegenwart und Zukunft zuwenden.
Ein Umschwenken auf ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten (nach systemischen Ansätzen) scheint mir bei Dir durchaus an der Tagesordnung zu stehen.
 
  • #26
Mein Tipp: achte einmal für eine Zeit nur auf jene Männer, die Du nicht begehrst, sondern die einfach angenehm sind ( Kollegen, Nachbarn, Fremde, die Dir die Tür aufhalten). Führe innerlich ein kleines "Konto", dann kannst Du alles etwas entkoppeln und stellst nicht mehr alle unter Generalverdacht.
Das hilft wirklich sehr!
Damit habe ich auch beste Erfahrungen gemacht.
Meinen Focus auf die Männer ausgerichtet, die einfach nur gut bei mir angekommen sind und eine positive Wirkung bei mir hinterliessen.

Man muss das ein bisschen trainieren und den Blick schärfen.
Aber es funktioniert.

Es gibt sie, die wirklich tollen und guten Männer und wenn Du, liebe FS, sie wahrnehmen willst, dann wirst Du das auch.

Ich kann Dich aber dennoch gut verstehen.
Man hat manchmal das Gefühl, dass es keine anständigen Männer zu geben scheint, wenn man sich so umhört und liest.

Aber davon darf man sich nicht beirren lassen, auch wenn man das Gefühl hat, dass es zwischen all den Kieseln keine Edelsteine zu geben scheint.

Man tut sich selbst und den Männern keinen Gefallen damit.