• #1

Hoher Auszahlungsbetrag nach Trennung?

Hallo, nach über einem Trennugsjahr kommt nun die vermögensauseinandersetzung. Ich habe während der Ehe meine Eigentumswohnung verkauft , um die Schulden für das gemeinsam angeschaffte Haus etwas zu tilgen. Mein Mann hat zwar sein höheres Einkommen zur Abzahlung eingebracht , hat aber seine ETW und sein 2FamHaus vermietet , ich hatte wegen der Kinder Teilzeit gearbeitet und damit weniger zur Kredittilgung monatlich abbezahlt.
Da mein Mann zum Ende der Ehe handgreiflich wurde, ist er ausgezogen . Nun möchte er einen hohen AuszahungsBetrag von mir, damit ich ihm die Hälfte des Hauses abkaufe . Er möchte 200.000€. Ich habe mit Rechtsanwalt das alles durchgerechnet und komme auf eine niedrigere Summe von 68000€ .
Mein Mann droht , wenn ich nicht zustimme , würde er es noch höher mit Gutachten ansetzen lassen , dann wäre es noch schwieriger für mich den Betrag mit Kredit abzuzahlen .
Ich wohne mit Kind im Haus und mein neuer Freund würde nach der vermögensteilung auch einziehen .
Mein Anwalt rät , alle Immobilien begutachten zu lassen . Die Zugewinne sind fraglich in der Höhe.
Nießbrauch evtl. ? Den hohen Betrag müsste ich über viele Jahre mit Kredit tilgen , dies wäre extrem belastend .
Was kennt ihr noch für Möglichkeiten , welche klugen Erfahrungen habt Ihr ?
 
  • #2
@Power77
Meine Tanten standen beim Erbe meiner Großeltern vor einem ähnlichen Problem. Die Großeltern hatten ein Baugeschäft in Oberbayern und es gab viele Immobilien aufzuteilen. Ja, die Immobilien wurden alle vom Gutachter geschätzt. Die Gutachten waren noch viele Jahre später in etwa gültig, als dann mein Bruder und ich das Erbe erneut aufteilen mussten. Und dennoch gab es Streit. Also, ich würde zu einem Gutachten raten und schätze dein Ehemann liegt mit seinen Forderungen richtig bzw. tatsächlich unter Wert. Die Immos deines Ex fallen ja nicht in deinen Bereich, wenn er sie vor der Ehe hatte oder geerbt hat. Renommierte Immobilienbüros bieten übrigens oft in Aktionen kostenlose Schätzungen an. Sie sind natürlich nicht so genau und aussagekräftig wie ein Gutachten, aber auf eine grobe Hausnummer kommt man schon. Der Immobilienmarkt erlebt zurzeit ein Hoch aufgrund der niedrigen Zinsen. Daher stehen die Preise sehr hoch.
 
  • #3
Nun möchte er einen hohen AuszahungsBetrag von mir, damit ich ihm die Hälfte des Hauses abkaufe . Er möchte 200.000€. Ich habe mit Rechtsanwalt das alles durchgerechnet und komme auf eine niedrigere Summe von 68000€ .
Mein Mann droht , wenn ich nicht zustimme , würde er es noch höher mit Gutachten ansetzen lassen , dann wäre es noch schwieriger für mich den Betrag mit Kredit abzuzahlen .

Dein Mann muss belegen können, warum er 200.000 € fordert und Dein Anwalt muss belegen können, warum es nur 68.000 € sind.
Also lass Deinen Mann drohen was er will und lass Du Dich davon nicht ins Boxhorn jagen.
Du hast einen Anwalt. dieser soll ihm darlegen, warum 68.000 € angemessen sind und warum 200.000 dagegen nicht.

Wenn das Haus nicht mehr wert ist, kann Dein Mann es auch nicht per Gefälliigkeitsgutachten "höher ansetzen" lassen. Er wäre nicht der erste Mann, der sich in der Trennung in Großmannssucht versucht und kläglich damit scheitert.

Entscheidend ist, was im Grundbuch steht, wie die Anteile des Hauses sind, nicht wer was für das gemeinsame Haus in der Ehe gezahlt hat. Wenn Du belegen kannst, dass Du Deine ETW vor der ehe angeschafft hast und den Verkaufpreis ins Haus eingebracht hast, dann wird dieser Anteil als Dein vorehelicher Besitz herausgerechnet und Dir zugeschlagen.
Du bekommst auch noch einen Zugewinn aus der Wertsteigerung seiner Immobilien in der Zeit der Ehe. Dein Anwalt hat Recht: alle Immobilien begutachten lassen und dann rechnen, ob Du was zu zahlen hast oder was bekommst.
Nießbrauchrecht? Bloss nicht - was Deins ist, ist Deins. Wenn Du ihn nicht auszahlen kannst, dann gib das überdimensionierte Haus auf und such Dir eine Immobilie, die zu Deinen Finanzen passt. Du trennst Dich von einem wohlhabenden Mann, kannst den Lebensstil allein nicht halten, der neue brinbgt nicht so viel Geld mit? Dann musst Du Deinen Lebensstil halt downsizen.

Er hat Dich geschlagen? Das ist die Gelegenheit zur Revanche. Schlag auf der finanziellen Ebene zurück ohne Emotion mit hinzugeholter externer Kompetenz. Es trifft ihn am härtesten, dass er Dich nicht mehr beherrschen und unterdrücken kann und Dir tut es gut, zu erfahren, dass Du wehrhaft bist.
 
  • #4
Dein Anwalt hat schon Recht. Auch seine Immobilien sind im Wert gestiegen und können gegen gerechnet werden. Ich würde ihm sagen, dass ich für 50.000 auf weiter Gutachten über seine anderen Immobilien verzichten würde. So ähnlich habe ich das damals auch gemacht. w58
 
  • #5
Grundsätzlich solltest Du den Anwalt fragen.

So weit ich weiß, ist Einkommen, das für die Tilgung bezahlt wurde, bei der Trennung nicht relevant für den Zugewinn. Dein eingebrachtes Kapital aber schon. Laienhaft gesehen: Du wirst wohl den Wert des Hauses nach Abzug von Krediten und Deinem eingebrachten Kapital zur Hälfte zahlen müssen, um das Haus zu bekommen. Bei Streit bleibt wohl nur, das Haus gutachterlich schätzen zu lassen oder gleich zu verkaufen...
 
  • #6
Mein Anwalt rät , alle Immobilien begutachten zu lassen .

Das würde ich dir auch raten!

Der einzige Grund, dass du das nicht einfach machst, sondern hier im Forum fragst, kann doch nur sein, dass du Angst hast, dass die Gutachten und die finale Berechnung am Ende doch eher bei dem geforderten Betrag liegen, als bei der Wunschberechnung deines Anwaltes.

Worum geht es überhaupt? Geht es darum, dass du meinst, mehr in die Immo investiert zu haben, als dein Ex dir anrechnet? Oder geht es darum, dass du den Wert der Immobilie geringer einschätzt, als dein Ex? Das geht aus deinem Posting überhaupt nicht hervor!

Letzten Ende könntest du nur mit einer sog. "Teilungsversteigerung" den echten Wert ermitteln. Dabei wird ermittelt, was jemand Unbeteiligtes wirklich und wahrhaftig dafür aus den Tisch legen würde. Das ist natürlich auch ein wenig Gezocke! Wenn keiner kommt, oder nur welche, die nur billig Immos schießen wollen, dann kannst du ein Schnäppchen machen. Wenn aber jemand kommt, der richtig scharf auf deine Immobilie ist und hoch bietet, dann musst du richtig berappen um sie nicht zu verlieren. (aber bist natürlich auch an dem hohen Gewinn beteiligt)

V.m49
 
  • #7
Wir haben damals einen Vertreter des Gutachterausschusses engagiert. Das ist ein amtlicher Gutachter, der den Wert eher zurückhaltend schätzt. Bloß keinen Makler als „Gutachter“ akzeptieren!
Dir viel Erfolg!
w56
 
  • #8
Es geht besonders darum, weil er seine Immobilien als sehr niedrig bewertet mittels Ferngutachten und das gemeinsame Haus jedoch immer höher. Außerdem arbeitet er nur noch halbtags aufgrund eines Gutachtens wegen Depressionen, so muss er nicht Unterhalt an mich zahlen . Auch die Kinderbetreuung liegt bei mir , auch höhere Zahlungen , da mir ein Wohnwert angesetzt wird für das EFH, das ich mit Kind bewohne. Er zählt jetzt Miete, da er ausgezogen ist.
Insofern bedroht er mich mit der Forderung nach höheren Zahlungen.
Was habt Ihr für Abwehr-Ideen ?
Danke
 
  • #9
Erstmal ganz ruhig bleiben und tief durchatmen! Mit einem Anwalt bist Du gut beraten und ich würde nichts mit deinem Ex ohne Anwalt abstimmen. Das kostet zwar Geld, ist aber am Ende hilfreich. Und lass' dich durch nichts erpressen!!!! Gibt es einen Gutachterausschuss für Grundstückswerte in deiner Gegend? Die können gute Aussagen bezüglich eines Grundstückswertes geben. Gutachter müssen neutral sein und dürfen nicht beeinflussen werden.
Ich hatte das selbe mit meinem Ex. Wenn es nach seinen Drohungen gegangen wäre, würde ich jetzt in der Gosse sitzen mit nur einem Schlüpper. Dem ist aber nicht so, da ich mir professionelle Hilfe geholt habe, die ich am Ende gerne bezahlt habe.
 
  • #10
Außerdem arbeitet er nur noch halbtags aufgrund eines Gutachtens wegen Depressionen, so muss er nicht Unterhalt an mich zahlen . Auch die Kinderbetreuung liegt bei mir
Dass er Dir keinen Unterhalt zahlt ist nachvollziehbar, wenn euer Kind älter als 3 Jahre ist. Dann kann man von Dir erwarten ganztags zu arbeiten. Das ist nicht zu beanstanden.
Weil er Depressionen hat, empfiehlt es sich nicht, ihn in die Kinderbetreuung stärker einzubinden.

Es geht besonders darum, weil er seine Immobilien als sehr niedrig bewertet mittels Ferngutachten und das gemeinsame Haus jedoch immer höher.
Hier gibt es nur eine Massnahme, nämlich das tun, was Dein Anwalt sagt: alle Immobilien von einem Gutachter bewerten lassen. Die preiswertesten Gutachter, die in der Regel auch gerichtlich anerkannt werden bekommst Du bei Deiner Hausbank.

höhere Zahlungen , da mir ein Wohnwert angesetzt wird für das EFH, das ich mit Kind bewohne. Er zählt jetzt Miete, da er ausgezogen ist.
Insofern bedroht er mich mit der Forderung nach höheren Zahlungen.
Was habt Ihr für Abwehr-Ideen ?
Auch das ist ok. Du nutzt das Haus weiter, welches er mitfinanziert. Er wohnt auf Deinen absolut nachvollziehbaren Wunsch nicht mehr dort. Insoweit ist eine Mietzahlung an ihn berechtigt. Die Miete kann er nicht beliebig ansetzen, wenn auch Du das Haus mitfinanzierst. Auch hier ist Dein Anwalt der richtige Ansprechpartner, der weiß über welche Objekte ihr redet.

Überlege Dir, ob das Haus die Streitereien wirklich wert ist und ob Du Dich daran nicht finanziell verhebst. Auch wenn Dein Neuer bei Dir einzieht und sich an den Kosten beteiligt - das kann schnell zuende sein.
Achte darauf, dass Du das Haus allein finanzieren kannst. Wenn es zu viel ist für Dich, zieh in eine Wohnung. Dann brauchst Du ihm keine Miete mehr zahlen. Wenn alles geregelt ist und er Dich ausgezahlt hat, dann kaufst Du Dir eine Immobilie, die finanziell passt.
 
  • #11
Im Grunde kann dir hier keiner etwas brauchbares schreiben, weil niemand die Immobilien, die gesamten Vermögensverhältnisse und die Gutachten kennt. Auch wenn eine Dame hier wieder Emotionen in das Thema reinbringen möchte.

Wenn das Gutachten etwas älter ist und die Lage der Immo gut und in einer attraktiven Stadt liegt, wirst Du aufgrund des steigenden Immomarktes bei einem neuen Gutachten eher schlechte Karten haben. Trotzdem ist es schwer für Außenstehende etwas zu sagen. Wenn Du einen guten Anwalt hast, dann gehe mit ihm die Sachen durch und handele so, wie er dir das vorschlägt.
 
  • #12
Wir haben damals einen Vertreter des Gutachterausschusses engagiert. Das ist ein amtlicher Gutachter, der den Wert eher zurückhaltend schätzt.

Da geht das Gezanke dann schon los. "Zurückhaltend" wird dann unter Umständen als "über den Tisch ziehen" empfunden. Letztlich ist es ja nur fair, den realen Marktwert zugrunde zu legen.

Außerdem arbeitet er nur noch halbtags aufgrund eines Gutachtens wegen Depressionen, so muss er nicht Unterhalt an mich zahlen .

zeigt ja klar, in welche Richtung es hier geht.

... höhere Zahlungen , da mir ein Wohnwert angesetzt wird für das EFH, das ich mit Kind bewohne.

Du bewohnst das Haus, er zahlt den Kredit noch mit ab, hat aber keinen Nutzen. Ich würde hier klar und deutlich empfehlen, einen guten Anwalt zu konsultieren. Und darüber nachzudenken, ob Du es dir leisten kannst, ihn auszuzahlen. Also mit dem Gutachten ab zur Bank.
 
  • #13
Er hat doch das Haus selbst verlassen? Wie kann er jetzt was fordern?
Mein Rat wäre, ihn keinenfalls zu reizen und nicht emotional zu reagieren. Wäre man nicht im Streit auseinander gegangen, hättest du dir das vermutlich alles sparen können.
Mit ihm ausschließlich über Anwalt kommunizieren! Zudem erwähnen, dass er dir körperlich gegenüber gewalttätig wurde. Das ist ein sehr wichtiger Hinweis!

Den Betrag finde ich lachhaft. Kein normaler Mensch kann das bezahlen.
Was tut er, wenn du morgen arbeitslos wirst?

Sorry, aber bevor ich ihn ausbezahle, hätte ich das Haus längst abgebrannt!
 
  • #14
Wirklich gut gemeinter Rat aus persönlicher Erfahrung:
Nimm bloß Abstand von einem Nießbrauchrecht! Das ist schon nicht immer toll, wenn sich alle lieb haben.
Aber auch noch mit einem krawalligen Ex? Lass die Finger von sowas.
Ärger vorprogrammiert!

W, 46
 
  • #15
Meine berufliche Erfahrung:
Meist geht es gar nicht um ein paar Mark, sondern darum, dass der/die "Neue" nicht profitiert.
Die Streitereien haben meist sehr schnell ein Ende, wenn das Haus (oder auch die Firma) auf das gemeinsame Kind übertragen werden. Denn das Kind lieben beide - sehr oft.
Du bekommst ein lebenslanges Wohnrecht im Haus - fertig.
Überlegs dir - du zahlst ansonsten anteilig Gerichtskosten, Gutachterkosten und vor allem alleine deinen Anwalt.
Sprich deinen Ex darauf an. Natürlich über die Anwälte. Dein Kind bekommt das Haus - du das lebenslange Wohnrecht. Dein Ex nichts, dafür trägst du Instandhaltung und Reparaturen.
Vielleicht nicht, was du dir momentan vorstellst - aber überlege gut.

Ohne Unterlagen kann ich die Zahlen nicht wirklich kommentieren. Oft ist es allerdings so, dass beide Anwälte ihre Mandanten mit realitätsfernen Preisen in einen Prozess treiben wollen - oft genug gesehen.
 
  • #16
...nicht emotional zu reagieren. Wäre man nicht im Streit auseinander gegangen, hättest du dir das vermutlich alles sparen können.

Guter Vorschlag. Fangen wir doch da mal an.

Er hat doch das Haus selbst verlassen? Wie kann er jetzt was fordern?

Die Ehe ist beendet, nach Beschreibung der FS damit, dass er handgreiflich wurde. Sie wird vermutlich eher froh sein, dass er ausgezogen ist als dass sie ihn jetzt auffordert, wieder einzuziehen, damit er wieder Forderungen stellen kann. Er fordert rein sachlich seinen Anteil am gemeinsamen Eigentum. Da gibt es wenig zu diskutieren, außer der Wertermittlung.

Sorry, aber bevor ich ihn ausbezahle, hätte ich das Haus längst abgebrannt!

Das wäre eine Lösungsmöglichkeit. Dann steht ihm aber immer noch die Hälfte des Hauswertes zu und sie sitzt wegen Brandstiftung oder Versicherungsbetruges im Knast. Das bringt die Genugtuung, dass er nicht mehr über das Haus verfügen kann. Sonst eigentlich nichts.
Wenn er genauso "sachlich" denkt, steht er dann mit einer Eisenstange vor der Türe...

Den Betrag finde ich lachhaft. Kein normaler Mensch kann das bezahlen. Was tut er, wenn du morgen arbeitslos wirst?

Wenn der Betrag (von 200.000 Euro?) lachhaft oder nicht aufzubringen ist, bleibt der Verkauf des Hauses und die Teilung des Erlöses. Wenn ich mir die Hauspreise heute so anschaue, kostet selbst ein mittleres Reihenhaus in mittelprächtiger Stadtrandlage schnell 500.000 Euro. Sorry, beide haben ein Haus zusammen gekauft und investiert. Das Haus gehört beiden, bei Vorwegabzug eingebrachten Vermögens im Rahmen eines Zugewinnausgleichs. Man mag über die Wertermittlung diskutieren, aber nicht über die anschließende Aufteilung. 200.000 Euro sind außerdem mit einem mittleren Aklademikereinkommen schon zu finanzieren. Ich würde das aber ohne Einbeziehung des neuen Partners rechnen.

Wenn sie morgen arbeitslos wird, wird das Haus vermutlich verkauft. Wird sie übermorgen arbeitslos, tut er gar nichts. Dann tut die Bank den Gerichtsvollzieher schicken. Zu ihr, weil er dann sein Geld bekommen hat. Deswegen sollte sie sich überlegen, ob sie das Haus finanzieren kann. Leider gibt es viel zu viele AE, die das kaum gestemmt bekommen, weil sie vorher nicht überlegt haben.

Und ansonsten: vernünftig bleiben, im Zweifel den Anwalt machen lassen. Schon wegen mehrerer Kinder.
 
  • #17
Ich finde Ihr seid beide nicht besser:
Er will Dich übervorteilen und Du Dir etwas leisten, was Du offensichtlich (alleine) nicht kannst.

Wir haben uns damals auf einen Wert des Hauses einigen können und ich habe sie ausbezahlt, weil ich es mir leisten konnte und wollte, auch der Kinder wegen, die bei mir geblieben sind.

Ihr könnt Euch nicht einigen also bezieht alles Trennungsrelevante in das Gutachten ein und überlasst das Bewerten sachverständigen Dritten. Dein Anwalt scheint ein kluger und passender Mann zu sein.

Im Ergebnis bin ich bei @Vikky:
Wenn dabei herauskommen sollte, dass Du Dir das Haus alleine nicht leisten kannst, verkauft die Hütte und leiste Dir etwas entsprechend Deinen Möglichkeiten und verlasse Dich nicht schon wieder auf andere. Auch Dein Mann soll mal die Bälle ganz flach halten. Ich sehe auch da ganz viel heiße Luft.
 
  • #18
Er hat doch das Haus selbst verlassen? Wie kann er jetzt was fordern?
Was ist denn das für eine Logik ? Wer gerade im Haus wohnt, hat das größere Recht darauf ?
Trotzdem verstehe ich auch nicht ganz, warum er etwas fordert ("Auszahlbetrag"), es sei denn Du sollst ihm seinen Anteil am Haus einfach abkaufen. Dann macht es natürlich Sinn. Das ist aber keine Auszahlbetrag sondern ein Kaufpreis.
 
  • #19
Als aller Erstes, Gefühle und Emotionen ausblenden, auch wenn es schwer fällt. @Tom26 hat schon vom Grundgedanken her Recht. Es ist in erster Linie meistens so das es um den neuen Partner geht, denn Du ja offensichtlich hast. Und ohne hier in irgendeiner Art und Weise eine Rechtsberatung zu tätigen sind die Parameter auf den Punkt runter gebrochen eigentlich einfach.

Vermögen vor der Ehe vs. Vermögen nach Beendigung dergleichen Ergibt den Zugewinn. Nicht dazu gehören Erbschaften.

Auch greift nicht ansatzweise wer was bezahlt hat und wie viel, weil die Zahlungen in der Absicht getätigt wurden die Ehe zu führen und das tägliche Leben zu finanzieren. Das wird nicht gegeneinander aufgerechnet. Einzig ausschlaggebend der Eintrag im Grundbuch zu welchen Teilen. Her gehen wir von 50:50 also zu gleichen teilen aus.
400k für ein EFH je nach Lage sind realistisch. Wertsteigerungen durch die Nachfrage am Markt, Ausstattung Renovierungstau ja oder nein, sind wir Ruck Zuck bei 500k. Das bildet dann auch den Streitwert nur für die Immobilie, wenn alles andere "unstrittig ist" betrage die RA-Kosten pro Partei 1. Instanz! ca. 35k zuzüglich Gerichtskosten 40k - außergerichtliche Einigung mit Anwälten 5k (fast Peanuts). bei 2. und 3. kommen noch erhebliche dazu.

Es lohnt sich also wirklich, sich nicht zu streiten. Es zahlt sich sogar aus es nicht zu tun. Noch dazu kannst Du alle Empfehlungen wie es andere gemacht haben vergessen. Da jeder Fall ein Einzelfall ist. Vor Gericht und auf hoher See bist Du in Gottes Hand. Keiner wird Dir sagen können, wies es läuft. Und verdienen tun die Anwälte, es gewinnt immer die Bank.

Von 2 Erwachsenen kann ich eigentlich erwarten, besonders wenn sie in der Lage waren derartige Vermögenswerte aufzubauen und erfolgreich zu verwalten, dass man sich 1-2 Stunden hinsetzt und sich einigt. Nicht um dem anderen Recht zu geben, sondern um nicht gutes Geld, schlechtem hinterher zu werfen.

Merke: Wenn Ihr Euch um nichts streitet, errechnet sich der Streitwert nach den Einkommen (Nettoeinkommen) in Eurem Fall Dein Einkommen netto + Seins - Freibetrag Kind (€250) mal 3 rechnen musst Du das dann selbst. (Quelle: Prozesskostenrechner)

Viel Glück und sei nicht verbittert, sondern freue Dich auf das Leben mit Deinem neuen Partner danach. Es lohnt sich!
 
  • #20
Immobilienmakler und Fachmagazin halten entsprechende Preisspiegel für Immobilien in einer bestimmten Lage und Alter bereit. Diese Preisspiegel werden jährlich aktualisiert. Google das einfach für Eure Region. Und beim Landratsamt gibt es den aktuellen Bodenrichtwert als Auskunft. Diese Infos fragt ein Gutachter auch ab. Die Idee die Immo auf das Kind zu übertragen ist natürlich Gold wert. Ich denke aber der Ex Mann ist zurzeit in Geldnot und wird daher nicht verzichten. Sich über seine Depression lustig zu machen finde ich übrigens nicht in Ordnung. Wenn ein offizieller Gutachter das so bescheinigt, dann liegt die Krankheit ja bereits länger vor und er ist seit Jahren in Behandlung. So einfach bekommt man sonst kein Gutachten. Die Hauspreise im Süden liegen in der Regel bei über 1 Mio., wenn man nicht gerade ein Nachkriegs Reihenhaus geerbt hat. Aktuell sind Immos unbezahlbar. Wenn Ihr Euch jetzt nicht einigen könnt, dann zahle ihm doch Miete vorübergehend und warte bis die Preise wieder sinken.
 
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