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Gast

  • #1

Hilfe, was stimmt nicht mit mir?

Hallo zusammen,

seit einigen Tagen "geistere" ich hier durch's Forum... ich glaube, ich bin auf der Suche nach Hilfe und "Leidensgenossen" (bitte nicht falsch verstehen, eigentlich hoffe ich, dass es niemandem so geht wie mir...)

Ich (w, 27) bin seit knapp 9 Jahren mit meinem Freund (28) zusammen. Waren also beide noch recht jung (für mich der erste und einzige Partner) und haben viele Höhen und Tiefen erlebt. Eigentlich könnte alles perfekt sein - wir haben die gleichen Zukunftsvorstellungen, den gleichen Humor, eine schöne Wohnung - und trotzdem fühle ich mich seit Wochen irgendwie unzufrieden und unglücklich. Ich weiß nicht, warum das so ist, denn eigentlich habe ich alles, was ich mir wünsche/gewünscht habe.

Es ist nur so, dass ich das Gefühl habe, dass mir ein riesengroßer Kloß im Hals steckt, dass mich irgendwas total runterzieht und unzufrieden macht und ich weiß nicht, was es ist. Ich kann nicht mal sagen, ob es an ihm, der Beziehung oder meinem sonstigen Umfeld liegt...

Ich wollte jahrelang immer nur Zeit mit ihm verbringen, wir haben nur was mit seinen Freunden gemacht, meine habe ich total vernachlässigt. Seit ich vor einiger Zeit mein Hobby wieder angefangen habe, habe ich endlich auch wieder Mädels, mit denen ich allein weggehen und Spaß haben kann und mit der Zeit habe ich gemerkt, wie sehr ich das eigentlich vermisst habe. Nachdem ich nun auch endlich abgenommen habe und mich wieder halbwegs wohl in meiner Haut fühle, merke ich auch, dass ich wieder die Blicke anderer Männer auf mich ziehe und das unheimlich genieße.

Mein Freund ist eigentlich ein toller Mensch und würde alles für mich tun - warum bin ich so undankbar?
Mir ist durchaus bewusst, dass eine so lange Beziehung immer irgendwie "Arbeit" bedeutet, aber ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, dass ich die ganzen Jahre immer "kämpfen" musste, damit es einigermaßen läuft. Dann klappt es wieder eine zeit lang gut und dann muss man wieder kämpfen...

Ich/wir wollten immer Kinder, eigentlich auch heiraten... so mit Ende Zwanzig... jetzt bin ich in dem Alter und fühle mich überhaupt nicht bereit dazu, während in unserem Freundeskreis plötzlich alle anfangen zu heiraten und Kinder zu kriegen... dabei sind wir eigentlich am längsten von allen zusammen.

Ich habe das Gefühl, dass ich langsam verrückt werde, weil ich eigentlich überhaupt gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich will... kennt das jemand? Oder ist es die gerade so populäre "Quarterlife Crisis"? Und wie komme ich da wieder raus?!

Über eure Antworten bin ich sehr dankbar!

Liebe Grüße

(PS: und sorry, ist alles ein bisschen wirr geschrieben, aber hoffentlich trotzdem verständlich :) )
 
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Gast

  • #2
Mit Ende Zwanzig kommt das Leben auf so eine Art Prüfstand. Man guckt, was man schon alles verpasst hat, was man mal wollte usw.
Ich denke einfach, dass Du in den Momenten das "wir" satt hast und vermisst, einfach das zu machen, wonach Dir ist, ohne Rücksicht nehmen zu müssen, ob es zur Beziehung passt. Das ist Neugierde auf was anderes, auch wenn man alles mögliche Gute hat.
Ich hab nochmal angefangen zu studieren mit 27, weil ich meine Arbeit nicht mehr mochte, obwohl der Beruf toll ist. Aber gleich nach der Lehre dachte ich, das ist mir zu langweilig. Nur gaben es die Umstände nicht her, dass ich gleich anfangen konnte.

Du willst vielleicht auch mal wissen, wie Sex mit einem anderen Mann ist, könnte ich mir vorstellen. Oder woanders hinziehen, einen anderen Job machen, was auch immer.
Das ist normal und hat nix mit Undankbarkeit zu tun. Alles, was gut ist, wirst Du auch erhalten. Nur die Umstände, die Dich hemmen und die Dich einengen, die merkst Du jetzt deutlich und willst eine Lösung finden, die loszuwerden.
 
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Gast

  • #3
Soweit ich es beurteilen kann, sagt alles in Dir, dass Du zunächst mal frei sein und alle Anpassungen an Deinen Freund über Bord werfen willst. Das solltest Du dann auch konsequent tun. Es kann sein, Du bereust das irgendwann, weil er eigentlich ein toller Mann ist. Aber was nutzt das, wenn alles in Dir derzeit eine deutliche Sprache spricht, Dich nicht mehr anzupassen, sondern Dich auf den Weg zu Dir selbst zu machen. Ich denke, das ist wichtig für Deine Entwicklung.

w 49
 
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Gast

  • #4
Auf die allerwichtigste Frage gibst du in deinem Text leider keine Antwort: liebst du deinen Freund noch, oder es ist nur noch Gewohnheit zwischen euch? WIe fühlt es sich an, wenn du dir ein (Single)leben ohne ihn ausmalst?

Wichtig finde ich auch die Frage, ob du dich momentan generell noch nicht bereit für Hochzeit und Kinder fühlst (was ich vollkommen legitim fände!), oder ob du dir das (derzeit) nur mit deinem Freund nicht vorstellen kannst? Die Antwort auf diese Frage wäre ein Hinweis darauf, wie es um deine Gefühle für ihn steht...

Dass man in einer langen Beziehung immer wieder Phasen hat, in denen man "kämpfen" muss, ist total normal und gehört dazu. Dass du in deiner speziellen Situation nun Zweifel bekommst, ob er wirklich der richtige fürs Leben ist (oder gar, ob du was verpasst / hast...?) ist ebenfalls normal.

Ich habe das Gefühl, dass du eure Beziehung derzeit so hinterfragst, weil (zumindest gedanklich) ein weiterer grosser Schritt anzustehen scheint, nämlich Hochzeit und Kinder. Vor so einem Schritt hat wohl jeder Zweifel, egal, wie lange die Beziehung schon andauert.

Es ist gut und wichtig, dass du deine Gefühle für deinen Freund hinterfragst. Ich hoffe, du findest heraus, wie du dir deine (nahe und ferne) Zukunft am besten vorstellen kannst - mit oder ohne ihn. Das ist nicht leicht! Deshalb solltest du diese Entscheidung auch keinesfalls überstürzen. Alles Gute für dich!
 
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Gast

  • #5
Ich denke, dass Du ihn vielleicht nicht mehr liebst. Vielleicht, möchtest Du auch wissen, ob es Liebe ist bzw. wie sich Liebe anfühlt.

Es mag sein, dass er ein toller Mann ist und Du die Entscheidung bereuen wirst, wenn Du dich trennst. Aber im Alter bereut man eher die Dinge, die man nicht getan hat im Leben.

Vielleicht brauchst Du auch einfach mal eine Auszeit und das finde ich nicht schlimm.

Wenn ihr für einander geschaffen seid, wird ihr Euch am Ende wieder zueinander finden.

Hast Du das Gefühl auszubrechen, tue es! Denn Du lebst nur einmal.

Aber, wenn es wirklich nur ein momentanes Gefühl ist und sonst ist alles in Ordnung, dann versuch öfter Alleine etwas zu unternehmen und frischt gemeinsam Eure Beziehung auf.
 
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Gast

  • #6
Das geht vielen so. Wenn man in einer Beziehung ist, vermisst man manchmal die Freiheit des Singlelebens und malt sich aus, was man alles verpasst. Ist man dann Single, vermisst man die Partnerschaft.

Aber bedenke, dass Du 27 bist. Du kannst da nicht mehr so einfach alles ausprobieren, wie mit 17:

Erstens, weil viele interessante Männer jetzt schon vergeben sind, und auch Deine Altersgenossen nicht mehr die Dinge machen, die Du möglicherweise gerne nachholen würdest.

Zweitens weil Deine Attraktivität in den nächsten Jahren wahrscheinlich stark nachlassen wird. Der Normale Weg - Partner finden, Familiengründung etc... - wird damit immer schwieriger. Eine Jugendliche hat dieses Problem nicht: Sie kann noch über Jahre hinweg ausprobieren und die Freiheit genießen, da ihr Attraktivitätshoch noch vor ihr liegt und sie noch lange Zeit hat, sich einen dauerhaften Partner zu suchen. Mit 27 geht das NOCH, aber es wird bald wesentlich schwieriger: Während Frauen in jungen Jahren gewöhnt sind, ihre Ansprüche nach oben schrauben zu können, weil es stets genug Interessenten gibt, bist Du dann in einer Situation: Die dann hohen Ansprüche treffen auf schwindende Möglichkeiten.

Mein Tipp: Bleib bei Deinem Freund. Das Leben, das Du glaubst, verpasst zu haben, wirst Du nicht wiederbekommen, dafür ist es zu spät. Aber Du hast eine Menge zu verlieren. Möglich wäre höchtens, dass Du in Abrache mit Deinem Freund noch einige Sachen ausprobierst... vielleicht merkst Du dann selbst, was für Dich das Beste ist.

m36
 
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Gast

  • #7
Du hast ein Zwischenziel erreicht.

Mit Ende 20 ist man endgültig erwachsen mit Ausbildung, Beruf und allem drum und dran. Vorher kann man noch alles auf die Zeit nach dem Studium, nach dem Berufseinstieg verschieben. Das ist jetzt vorbei. Während des Studiums scheint alles noch offen. Jetzt mit Ende 20 hat sich vieles schon gesetzt und sieht so fertig und bestimmt aus. Wenn Du jetzt mit dem 1. Kind schwanger wirst, bist Du keine Teenie-Mutter mehr, sondern gehst eher richtig Spätgebärende. ;-)

Das kann schon alles bedrücken und einengend wirken. Aber das ist eine Phase. Du bist also ganz normal.

Du bist ja schon lange mit Deinem Freund zusammen und weißt, dass es verschiedene Phasen gibt. Die Prüfungsstressphasen waren vielleicht auch nicht schön für Dich.

Natürlich macht es Angst, wenn Du jetzt mit Ende 29 meinst, Dich für den Rest Deines Lebens festlegen zu müssen. Das musst Du aber nicht.

Willst Du die nächsten 10 Jahre mit Deinem Freund verbringen? Ist Dein Leben schöner mit ihm? Für die Kinder hast Du noch 2-3 Jahre Zeit. Die Frage ist, was Du als Person, wenn Du unabhängig von allen Verpflichtungen wärst, in den nächsten Jahren machen wolltest.

Diese Fragen kann Dir niemand beantworten.
 
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Gast

  • #8
Liebe FS,

das ging mir auch so, mit Ende 20. Nachdem ich mit 17 meinen Mann kennenlernte, mit 19 heiratete und ein Kind bekam. Ich liebte ihn damals wirklich sehr. Mit 25 haben wir ein Haus gekauft, mit 28 hatte ich alles, womit andere in dem Alter erst anfangen. Mann, Kind, Hund, Haus zwei Autos vor der Tür.

Das ist das eine, die Fakten, das Materielle. Aber das andere, das viel wichtigere, sind die Gefühle. Und die sind bei dir gerade in Alarmbereitschaft. Dem solltest du auf den Grund gehen.

Und das war bei mir so: Mein Mann war kein schlechter Kerl, aber ich fühlte mich total unverstanden von ihm, konnte nicht wirklich mit ihm reden, er konnte keinerlei positive Gefühle zeigen. Meine Interessen belächelte er, so dass ich sie irgendwann sein ließ.. er selbst hatte nicht wirklich welche... dennoch machten wir meist das, was er wollte, denn sonst hatte er schlechte Laune oder verdarb mir meine Erlebnisse. z.B. in der Oper: Geächze, Gestöhne, "Wann ist der Mist bald vorbei?" Gehen wir dann ?" Er fand sich noch lustig dabei... ich war unglücklich...

Wir hatten schon irgendwie eine Wellenlänge, ich verstand ihn wortlos, er mich aber nicht... und manchmal will man als Frau auch nette Worte hören, liebevolle Gesten erleben. Wir haben nie wirklich gestritten, aber emotionale Nähe war ein Fremdwort. Ich verhungerte emotional.

Irgendwann begriff ich, dass andere Männer doch anders sind, dass es durchaus auch welche gibt, die auch z.B. Kultur mögen. Mein Mann war zwar intelligent, was das rational logische betraf, aber das gewisse Intellektuelle ging ihm ab, ebenso eine bestimmte emotionale Intelligenz. Beides ist mir mittlerweile wichtiger für eine Beziehung, als z.B. die Fähigkeit, komplizierte Gleichungen lösen zu können.

Ich hab mich mit 32 getrennt und es nie bereut. Ich konnte endlich ich selbst sein und wieder werden. Ich hatte mich selbst total verloren und wirklich geliebt habe ich ihn auch nicht mehr, es war eher die Angst vor Veränderung, Konsequenzen, den Reaktionen des Umfeldes.

Ich rate dir, deinen Gefühlen genau auf den Grund zu gehen und vor allem zu schauen, ob es dein Freund direkt oder indirekt ist, der dich unter Druck setzt, ein Leben nach seinen Vorstellungen zu leben oder ob durch dir dies selbst auferlegst, weil du GLAUBST, dass du dich so verhalten sollst oder musst.

Fantasiere doch einmal vor dich hin, stelle dir alle Möglichkeiten vor, die du für dich selbst siehst. Also z.B. mit ihm eine Familie zu gründen, dich zu trennen, Single zu sein, eine Beziehung mit einem anderen Mann, ein ganz anderes Leben, was dir gefallen könnte, z.B. im Ausland ?

Schau dabei aber nur auf deine Gefühle, wobei du lächelst und bei welchem Gedanken du dich wohlfühlst, aufatmest und dich leicht fühlst. Lass rationale Gedanken beiseite.

Vielleicht findest du so die richtige Lösung für dich.

Alles Liebe.
 
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Gast

  • #9
Mit Dir, liebe FS, stimmt alles. Das, was Du beschreibst, nennt man ein paar Jahre später Midlifecrisis. Das macht jeder mehrmals im Leben durch, gesetzt den Fall man trennt sich nicht gleich, wenn der Wind ein bisschen stärker weht.

Woher kommt Dein Gefühl, in der Beziehung nur noch kämpfen zu müssen? Du schreibst, dass Du Deine Freunde aufgegeben hast, als Du die Beziehung mit Deinem heutigen Freund eingingst. Hat das Dein Freund von Dir verlangt oder kam diese, Verzeihung, dämliche Idee von Dir? Wenn Dein Freund das verlangt hat, dann kannst Du getrost auf Deiner Liste einen Strich unter "Trennung" machen. Hast Du Dich selbst eingeschränkt, dann mache den Strich unter "Mein Problem".

Jetzt gehst Du wieder aus mit Freunden und genießt die Blicke der anderen Männer. Das muss doch ein schönes Gefühl sein, muss Dich glücklich machen. Ist es Dein Freund, welcher da ein Problem draus macht, dann mache in Deiner Liste wieder einen Strich unter "Trennung". Machst Du Dir selbst das Problem, dann natürlich unter "Mein Problem". Um mal meine eigene Erfahrung einfließen zu lassen: Ich freue mich immer, bin glücklich, wenn meine Frau die Blicke anderer Männer auf sich zieht. Tut sie es nicht, bin ich eher unglücklich.

Verlangt Dein Freund, dass Du ihn jetzt heiraten und Kinder kriegen sollst, obwohl Du innerlich gerade nicht dazu bereit bist oder setzt Du Dich selbst unter Druck. Eintrag in der Strichliste wie oben.

Arbeite so Deine Probleme Schritt für Schritt ab und sag uns dann, wo auf Deiner Liste die meisten Probleme sind. Eine wichtige Sache noch, weil Du alles so ich-bezogen schreibst. Denke daran, dass Dein Freund in der gleichen Krise sein kann, die gleichen Gedanken hat wie Du. Genau wie Du Deine Probleme nicht ihm diskutierst, könnte er seine Probleme auch bloß runterschlucken, also rede mit Deinem Freund, verdammt noch mal.

Hier wurde in einem Beitrag vorgeschlagen, beidseitig eine Auszeit zu nehmen. Ich bin kein Freund von Auszeiten, aber wenn es wirklich hilft, dann tut es. Und formuliert genau aus, was in der Auszeit jedem zugestanden wird. Wenn in der Auszeit einem mehr erlaubt wird als dem anderen, dann bringt die Auszeit gar nichts. Einer will lieber die Auszeit zeitmäßig begrenzen, der andere die Anzahl der ONS, die auf Lebenszeit zugestanden werden. Eine Auszeit bringt meines Erachtens nur neue Probleme.
 
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Gast

  • #10
Vielleicht ist die Liebe einfach gegangen und Du willst es Dir noch nicht eingestehen.

Ich würde an Deiner Stelle mal für 2 Wochen alleine verreisen. Nur für mich, vielleicht mit ner Freundin, oder einer Gruppe, aber auf jeden Fall ohne mich nach anderen Männern umzuschauen. Einfach um zu sehen, ob es mir mir mir alleine besser geht als mit ihm. Ob ich ihn vermisse. Wenn nein, dann würde ich eine Trennung in Erwägung ziehen - es kann aber auch sein, dass Du entdeckst, dass Du ihn doch noch liebst und nur der Alltag zu alltäglich geworden ist....und as in so jungen Jahren.

Ich wünsch Dir gute Entscheidungen....

W46
 
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Gast

  • #11
Ich kann das nachvollziehen, ging meiner Freundin und mir ähnlich.
Wir waren beide sehr jung (ich 18 sie 16) als wir zusammen kamen. Es war für uns beide Liebe auf den ersten blick und es war eine wunderschöne Zeit und eine tolle Erfahrung.
Nach 8-9 Jahren dann aber haben wir uns immer mehr voneinander entfernt, ähnlich wie du das beschreibst, unbegründbare Unzufriedenheit auf beiden Seiten, immer weniger Zuneigung und Aufmerksamkeit, eigentlich nur mehr nebeneinander her gelebt, man dachte sich das kanns doch nicht schon gewesen sein, man lebte wie ein altes Ehepaar zusammen.
Die Trennung war hart und ich bin jetzt seit 3,5 Jahren alleinstehend und muss sagen, dass ich als single zwar nicht diese 100% Höhenflug Glücksgefühle hab, im schnitt geht es mir jetzt aber VIEL besser als in der damaligen Beziehung. Man könnte sagen damals war es ein up and down zwischen totalem glück und extremer depriphase/Enttäuschung/stress, jetzt bin ich so dauerhaft auf 85% glückseeligkeit :)
In der Zeit nach der Trennung habe ich mich viel mit mir selbst, meinen wünschen, meiner Weltanschauung usw. beschäftigt und meine Persönlichkeit stark geprägt, ich bin jetzt sozusagen das wahre ich, das ich immer sein wollte und jeden tag gefalle ich mir besser.
An deiner Stelle würde ich als erstes versuchen frischen Wind in die Beziehung zu bringen, egal wie, vllt. hilft da ein Tapetenwechsel.
Ansonsten würde ich danach offen mit dem Partner darüber sprechen und vllt. braucht ihr einfach mal eine beziehungspause, wenn man mal ein halbes jahr "frei" ist bekommt man vllt kopf und herz frei um festzustellen wie sehr man doch die Partnerin liebt.
Ich hoffe dass es dir nicht nur darum geht mit mehreren anderen Männern Sex zu haben, die meisten Frauen die so denken kommen irgendwann e zum entschluss dass das auch nicht die Erfüllung war und haben sich dadurch nur den Weg in eine glückliche Beziehung mit einem liebevollen, treuen Partner stark verbaut.
Aber eine Auszeit für eine Selbstreflektion um festzustellen wie stark die Gefühle füreinander noch sind wenn man nicht in dem Alltagstrott ist wäre sicher eine gute Chance für euch
M30
 
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Gast

  • #12
Hallo zusammen, hier die FS :)

erstmal vielen lieben Dank für eure ganzen Antworten! Hat mich sehr gefreut, dass sich so viele gemeldet haben! Hab auch schon 2x versucht zu antworten, aber mit dem Handy hat das wohl nicht so richtig geklappt!

Was mich jetzt ein bisschen "erschreckt" ist die Aussage, dass ich mit 27 ja auch nicht mehr ganz jung bin... muss ich mir ernsthaft Sorgen machen, im Falle einer Trennung vllt keinen "gescheiten" Partner mehr zu finden? Das macht mir jetzt echt ein bisschen Angst. Andererseits will ich auch nicht nur mit meinem Partner zusammen sein, weil ich vllt keinen anderen mehr finde...

Er hat nie verlangt, dass ich meine Freunde vernachlässige, dass kam schon von mir. Aber er wollte halt immer nur was mit seinen machen und weil wir uns früher unter der Woche eh nur höchstens 1x gesehen haben, wollte ich dann wenigstens die Wochenenden mit ihm verbringen... also bin ich halt immer mit seinen Freunden mit und habe meine dann vernachlässigt.

Er will jetzt auch nicht unbedingt in 2 Wochen heiraten, aber er versteht auch nicht, warum ich "plötzlich" nicht so recht will...

Woher das Gefühl kommt, dass ich immer kämpfen muss? Ich bin eine sehr unsichere Person und habe nicht so viel Selbstbewusstsein, wie man vielleicht von mir denken könnte, wenn man mich sieht (Aussage der Freunde...). Ich brauche das, dass man mir sagt, dass ich toll aussehe und das er mich liebt etc und vorallem, dass er es der "ganzen Welt zeigt", dass ich seine "Frau" bin. Und er tut es leider nicht. Das höchste an Gefühle in der Öffentlichkeit ist Händchen halten, küssen oder gar knutschen kommt eigentlich nie vor, geschweigedenn das er mich mal so richtig in den Arm nehmen würde. Er ist halt einfach so. Er meint, dass gehört nach Hause. Ich muss ihm immer sagen, was mich stört und was ich gut finden würde, er kommt nie von allein drauf.
Als Beispiel: habe im letzten Jahr 10 Kilo abgenommen, weil ich mich selbst nicht mehr wohlgefühlt habe. War hart, aber jetzt hab ichs geschafft. Aussage von ihm dazu: "Ja, jetzt siehts ganz ok aus". Ich weiß, dass er das nicht böse meint, aber verletzend ist es doch irgendwie... und dann kommen andere Männer in der Disko auf mich zu und sagen, was ich für ne Wahnsinnsausstrahlung hab und wie toll ich aussehe... ja warum sagen mir das andere und nicht er selbst?!

Das schlimme ist grad einfach, dass ich fühle, dass ich total gefrustet bin wegen irgendwas und ich nicht mal 100% sagen kann, ob es nur an der Beziehung liegt. Ich hab total Angst davor, eine falsche Entscheidung zu treffen. Was, wenn ich tatsächlich keinen mehr finde? Und was, wenn ich mich trenne und merke, dass es tatsächlich falsch war?

Vielen lieben Dank und viele Grüße
 
G

Gast

  • #13
Liebe FS,
ich denke, ich bin in einer ähnlichen Situation wie du: Seit fast 6 Jahren in einer Beziehung, davon 2 Jahre gemeinsame Wohnung.

Seit mehr als einem Jahr stecke ich selbst in dieser Sinnkrise "Wars das nun?" "Kommt da noch was?" Ich habe mich eingeengt gefühlt, wurde immer verzweifelter, die Beziehung hat mich nicht mehr ausgefüllt - weder emotional, noch sexuell. Ich fühlte mich unverstanden von meinem Partner, für den scheinbar alles in Ordnung so war.

Wir haben nie konkrete Zukunftspläne für die nächsten Jahren gemacht, da er auch aus dem Ausland kommt, sind aber beide freiheitsliebende Menschen mit eigenen Freundeskreisen und Hobbies. Und irgendwie hat genau das das Band zwischen uns zum bröckeln gebracht. Ich bin nun emotional so weit weg von ihm, dass ich ihn körperlich nicht mehr an mich ranlassen kann. Er jedoch zu ich-fixiert, um nicht nur seine Bedürfnisse im Blick zu haben.

Ich wusste, dass es so auch für ihn nicht weitergehen konnte und bin nun ausgezogen, wohne also wieder in einer WG. Das tut mir erstaunlich gut, er leidet. Wie es weiter geht? Gute Frage, er will kämpfen und ich weiß noch immer noch, ob ich mein Leben mit DIESEN Mann verbringen möchte.

Mein Wunsch nach Freiheit, mich auszuprobieren, mich selbst finden ist gerade stärker. Ob man diesen Konflikt überhaupt innerhalb einer Partnerschaft lösen kann, ist sicherlich fraglich und manchmal ist vielleicht die Trennung das Beste? Was mich daran hindert: die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen.


W26 (selbst überfragt)
 
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Gast

  • #14
Ja das ist schlecht. Im Prinzip hast du nur einen Konflikt mit deiner offenheit. Ich kenne aus ErfahrungfFrauen die heimlich ihren Mann betrügen um neues und spannendes zu erleben. Oder paare die andere paare treffen und sich gegenseitig tauschen, aber es gibt auch andere wege zum beispiel mit dem partner etwas neues verrucktes zu erleben macht Urlaub und treibt es auf dem mannerklo in einem Restaurant oder andere Nervenkitzelnde Dinge. Du darfst dir nicht sicher sein dass dein partner alles für dich tun würde. Das was du beschreibst ist Langeweile und Lust auf ein Abenteuer. Darüber solltest du mit deinem partner reden damit er weiß wo er dran ist. Ich bin auch so wie du im Moment ich brauche immer abwechslung aber mach nicht den Fehler wie ich und suche die abwechslung bei wechselnden partnern. Such die abwechslung mi mdem partner
 
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Gast

  • #15
Was soll man hier für einen Rat geben? Für mich klingt es so, dass Du die Entscheidung für eine Trennung schon getroffen hast. Jetzt hast Du kalte Füße, dass nichts besseres kommt. Trenn dich und gut ist. Als Erwachsener muss man die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst tragen.

Ehrlich gesagt ist, die von dir selbst diagnostizierte Unsicherheit für mich das größte KO-Kriterium bei Frauen. Anfangs kann es noch irgendwie nett sein, wenn man sieht wie die Bestätigung, die man ihr gibt, ihr gut tut. Mit der Zeit ist es allerdings eine ziemlich undankbare Rolle. Wie hier schon einige Frauen schreiben, ist man dann trotzdem nicht davor gefeit, dass die Dame ein nicht näher definierbares Unzufriedenheitsgefühl bekommt und sich auf die Suche nach sich selbst begibt. Für eine Familie ist eine Frau für mich damit ungeeignet. Wenn Du das anstrebst, solltest du also nicht nur nach sich selbst suchen sondern auch an sich selbst arbeiten.

M32
 
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Gast

  • #16
"Ich habe das Gefühl, dass ich langsam verrückt werde, weil ich eigentlich überhaupt gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich will... "

Bezieht sich das nur auf alles was mit der Partnerschaft zu tun?

Bleibst Du in allen anderen Fragen cool , gelassen , behälst den Durchblick, bist zufrieden mit Dir und der Welt??

Es ist schon merkwürdig das jeder dein Problem sofort mit deinem Partner in Verbindung bringt obwohl deine Symphtome auch von einer "allgemeinen" Unzufriedenheit her rühren.

Wenn man wirklich so durcheinander ist wie Du es beschreibst dann liegt die Ursache nicht nur am Partner oder in der Partnerschaft.

Bei anderen suchen ist jedoch leichter als bei sich selbst.

m48
 
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Gast

  • #17
Hallo zusammen, hier nochmal die FS :)

nochmal danke für eure Antworten!

@Gast Nr. 12: krass, dir gehts ja echt ähnlich wie mir! Gehts dir jetzt besser seit du ausgezogen bist? Und was meinst du, wie es weiter geht? Ich hab echt Angst, dass mein ganzer Traum mit eigener Familie etc "platzt" weil sich vielleicht keiner mehr findet...

An den Rest: wie gesagt, ich hab ja nicht gesagt, dass die Unzufriedenheit NUR mit meinem Partner zusammenhängt, wobei er sicherlich der größte Faktor ist. Ich hab allerdings viel gelesen und oft ist es nicht direkt der Partner, der einem "Probleme" bereitet, sondern oft liegt die Ursache woanders aber man projiziert es auf die Partnerschaft, weil man keinen Plan hat, woher diese Unzufriedenheit kommt. Werde jetzt mal mit meinem Hausarzt sprechen, vielleicht hat der ja nen Tipp, wie man mir helfen kann.

Schluss machen will ich erstmal auf keinen Fall, ich denke, es ist nach 9 Jahren nur fair, wenn man sich nochmal eine Chance gibt. Wir haben die letzten Abende eigentlich immer nur geredet (und ich geweint) und wir sind uns darüber klar, dass das jetzt unsere letzte Chance ist. Natürlich geht die Änderung nicht von heute auf morgen, aber ich denke im nächsten halben Jahr wird sich abzeichnen, ob es klappt oder nicht. Dann bin ich immer noch "erst" 27 und habe bestimmt noch ein bisschen Zeit, um jemand neues zu finden, sollte es im schlimmsten Fall nicht klappen (ich hoffe natürlich, dass sich wieder alles einrenkt).

Trotzdem freue ich mich über weitere Antworten und eure Offenheit...

Liebe Grüße und noch einen schönen Abend...