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Gast

  • #1

Hat einer Schuld? Was ist Schuld? Wie sagen wir es den Kindern?

Meine Frau hat, laut Ihren Worten 12 Jahre versucht mich zu lieben. Nach 2 Kinder und einem selbst gebauten Haus ließ Sie mich wissen, das Sie mich noch nie richtig geliebt hat. Sie hatte schon vor der Ehe zweifel und dachte oft darüber nach, Sich von mir zu trennen. In den vergangenen Jahren fühlte ich mich nicht mehr begehrt und Ihre Unzufriedenheit hätte nichts mit mir zu tun. Sex war schon lange nicht mehr möglich. Sie liebte mich nicht. Was soll ich den Kindern sagen? Die meisten raten: Wir haben uns auseinander gelebt oder wir lieben und verstehen uns nicht mehr. Das fällt mir sehr schwer, denn ich fühle nicht so, im Gegenteil. Obwohl ich nicht weiß, was ich an Ihrer Stelle gemacht hätte, fühle ich mich 12 Jahre betrogen. Sogar jetzt fühle ich mich sehr gehasst. Normales Reden ist nicht möglich. Wie seht Ihr das?
 
G

Gast

  • #2
Eine Ehe hat 2 Aspekte: Emotion und Liebe und einen Vertragsaspekt mit dem Ziel, Alt zu werden und Kinder zu haben. Der eine Aspekt steht in Wechselwirkung zum andern.

Bei ihr war es anscheinend alleine der Vertragsapekt, der ausschlaggebend war. Was ist mit Dir ? Zu Dir schreibst ja nichts. Hast Du sie geliebt ?
 
G

Gast

  • #3
Zu den Kindern: ehrlich sein. Sagen dass es mit dem zusammen Leben nicht mehr klappt und deswegen die Trennung sein muss. Und sehr wichtig: ihnen auch das Recht einräumen, traurig, wütend udn hilflos darüber sein zu dürfen. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich sieben Jahre alt war. Und im nachhinein kann ich sagen, dass ich damals nur weiter funktionieren musste, bzw. das Gefühl hatte es zu müssen.

Es ist natürlich bitter, nach 12 Jahren zu hören, sie hätte dich nie wirklich geliebt. Es bringt aber nichts, nach Schuld zu suchen, damit bringst du dich keinen Schritt weiter. Es bringt aber viel, sich darüber klar zu werden, welche Fehler du selbst gemacht hast. Es gibt immer Anzeichen dafür, wenn in einer Beziehung was nicht stimmt ("Sex war schon lange nicht mehr möglich"). Nur ist man selbst oft zu blind dafür, es zu erkennen. Oder es wird aus Bequemlichkeit verdrängt. Kenn' ich nur zu gut, vor einem guten halben Jahr ist meine 9-jährige Beziehung auseinander gegangen. Und ich habe genug "Warnzeichen" erhalten...

Ein Wechselbad der Gefühle - Wut, Traurigkeit, sogar Hass usw. - ist normal. Denke dran, dass auch das vorbeigehen wird, wenn du es so willst. Das braucht Zeit und Geduld. Und nie vergessen: auch oder besonders aus einer Krise kannst du, wenn du dafür offen bist, viel Gutes mitnehmen. (Oder verbittern und das Leben für immer hassen, aber das willst du ja wohl nicht...) Es ist halt schwierig, das in den Augenblicken zu glauben, in denen alles so weh tut und so schwer erscheint. Dafür hast du jetzt die Chance wirklich was zu Lernen im Leben. Es hört sich vielleicht blöd an, aber versuche, mal dankbar für die Situation zu sein: immerhin verändert sich nun was, du hast eine Illusion verloren, die Wirklichkeit hat dich enttäuscht. Tausendmal besser, als weiter in einer "Scheinwelt" zu leben. Wer weiß, was in drei, vier oder zehn Jahren bei dir los ist? Du hast jetzt nochmal die Chance, dein Leben richtig zu ändern, mach was draus!
Alles Gute!
 
G

Gast

  • #4
Keine Schuldzuweisung, es ist wie es ist und irgendwann könnt Ihr bestenfalls darüber reden.

Ich habe die Situation auch erlebt, es ist viele Jahre her. Dem Vater meiner Kinder hab ich vor der Ehe schon gesagt, daß ich ihn wohl besser nicht heirate, denn meine Liebe würde dafür nicht reichen. Er meinte, er hätte Liebe für zwei und wir heirateten. Jahre später ging es dann nicht mehr - die Kinder waren da. Ich habe lange gebraucht, bis ich das alles verstanden habe. Heute verstehen wir uns und sind gute Eltern, aber kein Paar. Die Vergangenheit ruht und den Kindern haben wir damals lediglich gesagt, daß wir uns getrennt haben, weil wir uns nicht mehr verstanden haben.
 
G

Gast

  • #5
Ich kann verstehen, dass Du Dich betrogen fühlst. Du könntest es auch so sehen, dass Deine Frau all die Jahre versucht hat Dich zu lieben und sich das Gefühl dennoch nihct eingestellt hat.
Sie wollte auch bei Dir sein, wahrscheinlich bist Du ein wundervoller Mensch und manchmal will man so einen Menschen lieben und schafft es trotzdem nicht.

Es würde Deinen Kindern nichts bringen, wenn Du Ihnen Deine Wahrheit erzählst. Laß sie ihre Mutter lieben wie sie auch dich lieben sollen.. Es wird schwer genug für die Kinder zu akzeptieren, dass ihr nicht mehr zusammen bleiben wollt.
Das Aufarbeiten solltest Du für Dich übernehmen. W41
 
H

Hieronymus

  • #6
Na ja, ich würde ehrlich sein zu den Kindern und sagen, dass die Mutter nicht mehr will und dich belogen und ihre Liebe nur vorgetäuscht hat. Warum solltest du deine Kinder anlügen, nur weil deine Frau eine Lügnerin ist? Ich kann nicht verstehen, wie man heiraten und Kinder kriegen kann, ohne den Partner wirklich zu lieben. Was ist in der Frau bloß vorgegangen?
 
G

Gast

  • #7
Ich bin eine Frau und was Hieronymus vom 16.11. schreibt, vergiss bitte ganz, ganz schnell. Kinder sind Kinder und kein Medium für die Probleme ihrer Eltern. Möchtest du, dass sie sich entscheiden, zwischen dem Guten und dem Schlechten oder sollen sie vielleicht sogar Position beziehen? Kinder gehören außen vor. Sag ihnen nur kindgerecht wie du dich fühlst..... "ich fühle mich...." - und bitte ohne: "weil Mama...." - sie fühlen es eh schon meist eher, als wir es wissen. Mein Mann hat mich vor Jahren ebenfalls betrogen, gegangen bin dann ich. Warum? Weil er genauso enttäuscht von mir war, wie ich von ihm. In dem Wort Enttäuschung steckt doch täuschen und ent-täuschen. Es war seine Art zu gehen. Die Wahrheit beginnt immer zu zweit und Kinder wollen zu allererst wissen, dass sie Papa und Mama beide lieben dürfen, nebeneinander und nicht in einer besseren oder schlechteren Reihenfolge. Es ist ihnen gar nicht so wichtig, wer Schuld hat. Sie wollen vor allem und nur eines wissen, werden wir noch geliebt???? Und was bedeutet Schuld überhaupt? Ist es schlimmer jahrelang nicht hinsehen zu wollen, oder jahrelang auszuhalten. Wer will das beurteilen? Freundlichen Gruß, Judith
 
H

Hieronymus

  • #8
@#6: Ich wäre dir dankbar, wenn du nicht meine Meinung verunglimpfen würdest, sondern einfach deine eigene Meinung schreiben würdest.

Ich bleibe dabei: Man soll seine Kinder nicht anlügen. Wenn die Mutter Scheiß gemacht hat, dann ist das eben so. Am besten erklärt sie ihren Kinder das ehrlich selbst. Ich kann gar nicht schlecht genug über die Frau aus der Titelfrage denken, denn ich finde das Verhalten absolut mies. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so eine Frau eine gute Mutter ist. Hoffentlich werden die Kinder dem Vater zugesprochen.
 
V

VirginiaWoolf

  • #9
Fragesteller, ich verstehe Deine Trauer, Deine Wut - nicht Deinen Hass. Hasst Dich Deine Frau?

Sie hat oft angedeutet, dass sie Dich nicht richtig liebt? Und Ihr habt beide gehofft, das wird schon. Doch Liebe kann man nicht erzwingen
Kann es sein, dass Du das nicht wahrhaben wolltest?.
Ich weiß wie es ist, jahrelang nicht mehr geliebt zu werden, doch meine Kinder waren volljährig, als ich mich getrennt habe, sie konnten eher selbst einschätzen, wie manches gelaufen ist.

Dir würde ich empfehlen, was die meisten Dir empfehlen, vergiss die Schuldfrage. So wie Du schreibst : "Wir haben uns auseinander gelebt oder wir lieben und verstehen uns nicht mehr."

bzw. ich schließe mich #3, #4 und #6 an, und damit belügst Du m. E. die Kinder nicht, lässt ihnen jedoch die Chance, Mutter und Vater zu lieben, das ist wichtig.

Viel Mut und einen erträglichen Fortgang

PS: #6 hat ihre Meinung gesagt, ziemlich gut sogar.
Die Mutter/Frau hat keinen "Scheiß" gemacht, und diese Frau kann eine gute Mutter sein und war es vermutlich auch, denn dazu hat sich der Fragesteller nicht abwertend geäußert. Deine Hasstirade ist völlig daneben.
 
G

Gast

  • #10
Angie
Wenn ich mir die Antworten so durchlese, bin ich wirklich erstaunt, welches Verständnis einige Damen der Frau des Fragestellers entgegenbringen.
Es ist eine Riesensauerei, einem Menschen Gefühle vorzuheucheln, ihn zu heiraten, mit ihm eine Familie zu gründen und ihm nach 12 Jahren eiskalt die Wahrheit um die Ohren zu schlagen.
Dieser Mann ist von seiner Frau betrogen worden und zwar auf die hinterhältigste Art und Weise. Das muss man nicht schönreden mit Erklärungen wie "du bist ein wunderbarer Mensch und vermutlich hat sie es einfach nicht geschafft dich lieben zu lernen" und ähnlichem Blödsinn.
Ich möchte nicht wissen, wie diese Frauen im umgekehrten Fall reagieren und schreiben würden.

@ Fragesteller
Lass die Kinder besser außen vor,sie können ja nichts für die Hinterhältigkeit deiner Frau. Ihr liebt euch nicht mehr und habt deswegen beschlossen, nicht mehr zusammen zu leben, das reicht für den Anfang. Mehr brauchen sie nicht zu wissen, das ganze wird sowieso schon schwer genug für sie werden. Wichtig ist vor allem, dass du es schaffst, wieder einen halbwegs erträglichen Kontakt mit deiner künftigen Ex zu pflegen, im Interesse der Kinder. Vielleicht solltest du mal ein paar Stunden einen Therapeuten konsultieren und dir alles von der Seele reden, denn du steckst zur Zeit wirklich in einer üblen Patsche. Zumindest hättest du dann jeweils 45 Minuten lang einen Menschen, der ganz für dich da ist und zuhört bzw Dinge mit dir gemeinsam aufdröselt. Deine Frau scheint ja nach deinen Angaben zur Zeit nicht bereit für ein konstruktives Gespräch zu sein.
Alles Gute für dich!
 
H

Hieronymus

  • #11
Super Beitrag, #9, so sehe ich das auch. Das ist das allerletzte, was da passiert ist und mir völlig unverständlich. Wie kann man das Ja-Wort geben und Kinder mit jemandem kriegen, den man nicht liebt? Wie kann man, wenn das schon passiert, dann auch noch so dreist sein, ihm das 12 Jahre später so eiskalt zu sagen?