• #1

Hat das mit uns eine Zukunft?

Ich, w40, habe meinen 9-jährigen Sohn die Hälfte der Woche bei mir. Ich bin seit 1 Jahr mit meinem Partner zusammen, m46, auch teilzeit-alleinerziehend mit 7-jähriger Tochter.. Wir wohnen in 50km Entfernung zueinander.

Leider merke ich immer mehr, dass mir etwas in der Beziehung fehlt. Da wir beide ziemlich fest im jeweiligen Wohnort verankert sind, wird es so bald keinen Zusammenzug geben. Wir haben wenig Zeit füreinander, weil wir immer zwischen Job, Kind, sonstigen familiären Verpflichtungen und allem anderen jonglieren müssen. Anfangs war noch alles wunderbar, wir waren sehr verliebt und hätten am liebsten gleich im ersten Monat geheiratet, Kinder bekommen, ein Haus für uns gesucht. Aber der Verstand schaltete sich ein und wurde immer stärker, sodass ich immer weniger eine gemeinsame Zukunft sehe.

Soll es das jetzt gewesen sein? Ohne die Kinder wären wir so ein tolles Paar gewesen. Aber so gibt es so viele Probleme. Mir fehlt im Alltag ganz klar die Nähe, manchmal bin ich auch eifersüchtig auf die Ex. Ich sehe irgendwie nicht mehr, was diese Beziehung eigentlich bringt.

Was kann ich tun, um herauszufinden, ob es Zeit zu gehen ist?
 
  • #2
Was kann ich tun, um herauszufinden, ob es Zeit zu gehen ist?
Liebe FS,
ist doch ganz einfach: achte auf Dich und Dein Wohlbefinden. Wenn Du Dich in der Beziehung mehr unwohl als wohl fühlst, dann ist es der richtige Zeitpunkt zu gehen. Eine Beziehung hat man nur, wenn sie einem mehr schöne als unschöne Momente beschert.

Wir wohnen in 50km Entfernung zueinander..... Leider merke ich immer mehr, dass mir etwas in der Beziehung fehlt. Da wir beide ziemlich fest im jeweiligen Wohnort verankert sind, wird es so bald keinen Zusammenzug geben. Wir haben wenig Zeit füreinander...
Du beschriebst nichts Ungewöhnliches - geht doch allen so mit jüngeren Kindern und Berufstätigkeit.Es gibt ja nicht nur die Beziehung, die man unterbringen muss, sondern auch anderes soziales Leben (Sport, Freunde, Familie.
Ihr habt beide noch recht junge Kinder, die ihr noch ein paar Jahre lang abends nicht einfach allein lassen könnt, wenn ihr in der Betreuungspflicht seid. Das ist einfach so - außer Akzeptanz bleibt einem nichts.

Wenn Belastung und Frust für Dich größer sind, als die Freude am seltenen Zusammensein sowie die die Perspektive, dass es noch lange so bleibt, dann gib es auf.
Tu Dir selber den Gefallen, und erspare Dir beim nächsten Versuch eine frustbringende Fernbeziehung. Du siehst es selber: auch 50 km funktionieren nicht.
 
  • #3
Zuallererst: Wie ist Dein Gefühl, wenn Du an diesen Mann denkst? Danach entscheide!

Jetzt konkret: Wie oft seht ihr euch, verbringt ihr die Wochenenden wechselweise beieinander?
In dieser Lebensphase hat jeder viele Verpflichtungen, dieser Mann wird möglicherweise ähnlich denken wie Du.

Das "Problem" bei euch ist auch, dass ihr gleich am Anfang gigantische Luftschlösser gebaut habt (Heirat, Kind, Haus, alles sofort), ohne an die Umstände zu denken. Jetzt nach einem Jahr schaut es nicht mehr so rosig aus, wie Du selber weißt.
Gehe in Dich, und schau, ob Du unbedingt noch ein Kind möchtest. Schaue, ob Du unbedingt gleich zusammenziehen musst. Heiraten könntet ihr jedenfalls ohne größere Umstände.
ErwinM, 50
 
  • #4
Du hast nur 24 Stunden des Tages zu Verfügung und kannst nicht alles gleichzeitig haben. Wenn die Zeit knapp ist, dann muss du Prioritäten setzen. Weder dein Partner noch du scheinen an der Beziehung zu hängen, wenn alles andere wichtiger ist. Der Job muss gemacht werden, ja, die Kinder auch, aber welche " familieren" Verpflichtungen oder Hobbys, wenn du nicht mal Zeit für eine Beziehung hast? Du hast hälfte der Woche kinderfrei, dann nutze das auch - Wäsche waschen, einkaufen etc. Ihr könnt euch so absprechen, das ihr zu gleichen Tagen Kinder habt und mit euren Exen ausmachen, es ist sowieso vernünftiger, sich wochenweise zu abwechseln, so hat jedes Eltern Teil freie WE und Kind wird nicht mitten in der Woche herausgerissen. Ausserdem ein 7-jähriger ist kein Säugling und kann vieles auch allein machen, ohne permanent von Mama gehätschelt oder umsorgt zu werden. Und es muss ja nicht jedes WE Aktion sein. Kriege ein vernünftiges Zeitmanagement her und überlege, was wichtig ist und was nicht.
 
  • #5
Du hast deinen Alltag so vollgepackt da bleibt für EINE Beziehung sowieso kein Platz. Die Sichtweise vom Mann erwähnst du auch nicht wie er so zu eurer Verbindung steht. Will er dich überhaupt, scheint so als wenn er nicht unbedingt darauf brennt mit dir zusammen zu wohnen. Du hättest hier irgendetwas erwähnt in der Richtung. Aber mal ganz nüchtern betrachtet ist das Feuer zwischen euch zweien eher auf eine Sparflamme heruntergebrannt und wartet nur darauf das einer von euch dieses Flämmchen austritt.
 
  • #6
Ich sehe irgendwie nicht mehr, was diese Beziehung eigentlich bringt.
Siehst du wirklich keinen Grund mehr mit diesem Mann zusammen zu sein, oder bist du frustriert über die Situation?
Telefoniert ihr denn z.B. nicht täglich? Der Austausch über das gemeinsame Leben, über die Probleme des Alltags, ist eine wertvolle Komponente in einer Beziehung. Man muss sich schon auch gegenseitig in den Alltag integrieren, selbst wenn die Zweisamkeit selten ist.
Gibt es diese Komponente nicht? Den Austausch über den Alltag, die Kinder, über andere Themen...? Eine Beziehung besteht doch nicht nur aus kuscheln und alles was im Bett stattfindet.

Dein Freund könnte ja auch ständig beruflich unterwegs sein, wenn ihr zusammen wohnen würdet. Das ist bei vielen Paaren der Fall.
Wichtig ist doch die Liebe zueinander.
Die Liebe kann solche Probleme eigentlich überbrücken. "Verwurzelt" am Wohnort. 50 Kilometer ist nun wirklich nicht die Welt.
Kann sich tatsächlich keiner von euch beiden einen Ruck geben, dass ihr zusammen wohnt?

Ich würde vorschlagen, ihr plant mal eine gemeinsame Auszeit. Einen Kurzurlaub. Ein gemeinsames Wochenende. Dann kannst du mal deine Gefühle aushorchen und ggf. auch mit dem Partner über diese Problematiken sprechen.
 
  • #7
Hallo!

Also ich bin seit nun fast 4 Jahren in einer ähnlichen Situation wie du.

Mein Partner und ich wohnen knapp 30km voneinander entfernt.
Meine Tochter ist 5, sein Sohn 7.
Er ist ein sehr engagierter Papa und sein Sohn schläft mindestens 2x/ Woche bei ihm.
Er arbeitet Vollzeit, ich 35h.
Wir sehen uns, mit einzelnen Ausnahmen (v.a. Schichtdienstbedingt), tgl.
Mal kommt er zu mir oder umgekehrt. Wenn er seinen Sohn hat, sind wir bei ihm, weil er ein größeres Haus hat.
Wenn ich arbeiten muss, bringt er die Kinder in Schule und kiga.
Wenn er arbeiten muss, bringe ich seinen Sohn in die Schule oder hole ihn von seiner Mama.
Zusammenziehen kommt für uns beide derzeit nicht in Frage.
Aber wir haben uns arrangiert.
Klar ist es eine organisatorische Herausforderung...
Aber:
1. Wir lieben einander und es ist uns den Aufwand wert.
2. Haben wir das große Glück, dass sich die Kinder super verstehen, natürlich auch mit Streits- wie echte Geschwister eben.
Unternehmungen mit beiden Kindern, etc...
3. ist es hin und wieder auch ganz schön, wenn Kind schläft, in den eigenen 4 Wänden mal komplett seine Ruhe zu haben

Ich denke, Bzw bin ich mir fast sicher, dass in Patchworkfamilien ein übereiltes Zusammenziehen oft der Anfang vom Ende ist. V.a die Kinder brauchen Zeit um sich an die neue ‚Ordnung‘ zu gewöhnen und ihren Platz zu finden. Da kommt man m.M. um ein paar Jahre Pendelei nicht herum.

Lg
 
  • #8
Ich hatte es ähnlich, fast 7Jahre, allerdings nur kinderfrei jedes 2te Wochenende und später noch einen Wochentag.
Mein damaliger Freund hatte 3 Kinder, Vollzeit und mind 2 Tage bzw 14Tägig 4 Tage seine Kinder bei sich.
Am zusammenziehen ist es ua auch gescheitert, allerdings hat er immer wieder verschoben und zum Schluss zugegeben, dass er mit mir ohne Kinder zusammenziehen würde.

Das ist aber schon speziell und wohl eher die Ausnahme, ihr habt ja zusammen keine 5.

Ansonsten bin ich bei @ErwinM, prüfe deine Gefühle und nenn vielleicht auch hier, wie ihr es aufteilt.

Wir sahen uns lange einen Freitagabend bei mir und alle 14Tage am Wochenende.
Das war aber "fix" und selten gab es Ausnahmen.
Für mich hiess es: ich habe die Kinder oder meinen Freund. Zeit für mich alleine oder alleine mit Freunden war selten bis nie. Ab und zu Oma und Opa fragen oder eben als die Jungs älter waren.
Es war mit den Exehepartnern eine logistische Leistung aber machbar
Ab und zu ein längers Wochenende und 1 Woche im Jahr gemeinsamen Urlaub.
Zu den jeweiligen Freunden ging man dann oft gemeinsam

Das muss einem aber auch liegen und der andere muss einem schon wichtig sein.
Ich sass allerdings selten gelangweilt zuhause und wenn hätte ich das ohne Partner auch getan, da die Kids noch nicht alleine gelassen werden konnten.
Probleme gab's eher wg seiner Art, Nachrichten und telefonieren war nicht so sein Ding.
 
  • #9
Ich finde TE Du hast es super gemacht. Einen Mann kennengelernt, Dich verliebt. Beide habt Ihr kein Patchwork gespielt, Eure Kinder sind jeweils in ihrem Umfeld und bei ihren Bezugspersonen geblieben, haben ihren Alltag weiter leben können.

Nach einem Jahr zu schauen wohin die Reise geht ist richtig. In Eurem Fall könnte ich mir gut ein richtiges Wechselmodell vorstellen, es gibt Euch als Paar Freiräume und den Kindern Sicherheit. Dann spielt Ihr zwar kein Patchwork, aber könnt etwas Alltag miteinander leben.

Ich möchte auch mal meinen Senf bezüglich des Pendelns zugeben. Ich hab unsere Söhne alle 14 Tage nur am WE bei mir gehabt. Trotzdem fing das schon vor der Schule an, dass sich mit Freunden zum spielen getroffen wurde, zu dem ersten Sportverein gegangen wurde. Unsere Jungs sind zwar Zwillinge, aber zweieiig, der eine zog nach links, der andere nach rechts. Der eine wollte Fußball, der andere Handball. Der eine wollte nach Opa Willi, der andere zum Kevin nach Hause mit Lego bauen.

Bestimmt dreimal die Woche war ich nach der Arbeit unterwegs um ein Kind von A nach B zu bringen. Als sie älter wurden und auch mal alleine zum Sport oder so fahren konnten, verschoben sich die Aktivitäten aber zeitmäßig nach hinten. Das Training oder der Vereinstreff war erst um 19Uhr oder 20Uhr zu Ende. Wie pendelt man dann noch, wenn wie im Falle der TE jeder ein Kind hat?

w/36