• #31
Just do it! Man bereut in der Regel immer nur das, was man nicht getan hat. Außerdem weißt du nach einiger Zeit, ob dir das was bringt oder nicht.
Ich habe selbst auch darüber nachgedacht, mich aber dagegen entschieden. Aber ich habe bereits einen Diplom- und einen postgradualen Abschluß. Ein neuerliches Studium (vor allem auf Bachelor-Niveau) würde mir kaum etwas bringen. Selbständiges Denken und Arbeiten, Entwickeln von neuen Strukturen und Analyse von bestehenden, das kann ich auf einem ziemlich hohen und abstrakten Niveau. Mich mit 20jährigen zusammenzusetzen, würde nichts bringen, außer Egomassage. Mir würde eher eine Diss etwas bringen.
Für dich sieht das ganz anders aus. Du hast in der Praxis viel erreicht, auf Kosten der Ausbildungshöhe. Für viele bedeutet das auch, immer den kleinen Zweifel, das Fehlen der formalen Bestätigung des Status zu haben. Das Nachladen von breitem Wissen, raus aus der Spezialisten- und Selfmade-Ecke zu kommen, finde ich für dich gut.
Gemessen an der Länge unserer Lebensarbeitszeit und unter Beachtung deiner Existenz als Selbständige finde ich es nicht zu spät. Du gehörst schließlich nicht zu den Frauen, die eher für die Familie arbeiten oder zu den Arbeitnehmern, die schon mit Mitte 40 Ruhestandsmodelle entwerfen können.
 
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Gast

  • #32
...oder zu den Arbeitnehmern, die schon mit Mitte 40 Ruhestandsmodelle entwerfen können.
Ich bin so ein Arbeitnehmer, an Ruhestand denke ich noch lange nicht, dafür an eine gute Lebensqualtität. Gestern z.B. in Ruhe in der Sonne bei sehr milden Temparaturen den ersten Kaffee in eins meiner Lieblingscafe getrunken, in Ruhe Zeitung gelesen, von sehr zufriedenen Menschen umgeben, kein Druck, kein Zeitplan, einfach mal nur geniessen können und sich auf den Frühling und den Sommer freuen können, endlich wieder ausreichend Zeit für sich haben können und nicht irgendeinem Ziel nachhetzen müsssen, wo man eh nicht weis, ob es einen wirklich glücklich macht, wenn man das Ziel dann geschafft hat.

Aufwand und Nutzen stimmen für mich im Fall der FS überhaupt nicht, schon gar nicht, wenn da noch andere wichtige Menschen involviert sind, die dann auf die FS verzichten müssten, weil sie von einem Termin zum nächsten Termin hetzten muss.

w
 
  • #33
@31 Dann ist das doch wunderbar, wenn du als Arbeitnehmerin nicht an Ruhestand denkst. ;) Um mich herum erlebe ich so einige, die ab Mitte 40 ihren Ruhestand planen, das habe ich mir nicht ausgedacht.
Aufwand und Nutzen stimmen für mich im Fall der FS überhaupt nicht, schon gar nicht, wenn da noch andere wichtige Menschen involviert sind, die dann auf die FS verzichten müssten, weil sie von einem Termin zum nächsten Termin hetzten muss.
Damit habe ich ein Problem. Die Fragestellerin möchte etwas Neues erreichen und sich weiterentwickeln, dafür möchte sie diese Belastung in Kauf nehmen. Sie schreibt selbst, sie möchte sich endlich wieder um sich kümmern (und nicht mit Mutti-Selbstverwirklichungs-Placebos wie Seidenmalerei, Bauchtanz oder Töpfern in der Toskana).
Der Duktus vieler Aussagen hier geht wie deine auch dahin, dass sie sich dann aber nicht mehr ausreichend um andere Leute kümmern kann. (Das eine Selbständige soviel Verantwortungsgefühl besitzt, ihre Firmen nicht in den Sand zu setzen, davon gehe ich aus.) Wie abhängig sind ein Lebensgefährte und ein Teenagerkind denn tatsächlich? Das Kind geht bald aus dem Haus und ein Mann steht entweder zu einem oder macht sich aus dem Staub, wenn es anstrengend wird. Dafür gibt es leider keine Garantie, auch ohne Studium. Und schon gar keine ist es, so weiterzumachen wie bisher und zu verzichten. Das ist eine typische Frauenkonditionierung. Man würde mit keinem Mann so reden.
Natürlich könnte es sein, dass sich ihre Weltsicht mit dieser Weiterentwicklungsmöglichkeit ändert. Das wäre doch nicht das Schlechteste. Wenn man sich selbst bewegt, bewegen sich andere Dinge.
Ich mache das auch nicht als Pauschalaussage. "Au ja, studieren ist immer gut!" Meiner besten Freundin habe ich abgeraten, nach einem Pädagogik-, Architektur-, zweitem Pädagogik- und Literatur-Studium nun noch Psychologie ranzuhängen.
 
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Gast

  • #34
Damit habe ich ein Problem. Die Fragestellerin möchte etwas Neues erreichen und sich weiterentwickeln, dafür möchte sie diese Belastung in Kauf nehmen. Sie schreibt selbst, sie möchte sich endlich wieder um sich kümmern (und nicht mit Mutti-Selbstverwirklichungs-Placebos wie Seidenmalerei, Bauchtanz oder Töpfern in der Toskana).
Der Duktus vieler Aussagen hier geht wie deine auch dahin, dass sie sich dann aber nicht mehr ausreichend um andere Leute kümmern kann.
Ich lese bei der FS was anderes. Sie möchte in sich endlich das Gefühl nicht anerkannt zu werden, von anderen Menschen wohlgemerkt, was angeblich nur daran liegt, weil sie kein abgeschlossenes Studium vorweisen kann.

Gegen was neues erreichen habe ich gar nichts im Gegenteil. Aber hier sehe ich ein Missverhältnis und noch ist das Kind nicht ausser Haus, noch hat die FS nebenbei zwei Firmen, wo sie sich kümmern muss, jünger wird sie auch nicht, also wie will sie all diese Baustellen stemmen? Der Tag hat nur 24 Stunden und auch für einen Partner muss man sich täglich Zeit nehmen und auch für ein Teenie, den Haushalt und für sich selbst eh.

Ein Studium, gerade als Frau über 40zig, ist doch kein Zuckerschlecken, was man einfach mal so nebenbei macht.

Mein Ansatz war nicht, dass die Fs das Studium nicht machen soll, weil sie sich dann nicht ausreichend um andere Menschen kümmern kann. Darum geht es mir in keinster Weise.

Ich denke, das Studium ist unter den gegebenen Bedingungen die die FS hat, nicht der beste Weg, um sich endlich um sich selbst kümmern zu können. Damit hätte sie schon viel früher anfangen können. Ich habe es ja als Single-Mutter mit Kind auch geschafft. Ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln und bin daher heute so relativ gelassen und muss mich halt nicht mehr um irgendwelches Pläne kümmern, die mir angeblich mehr Anerkennung von aussen geben.

Die Anerkennung, die die FS in sich sucht, wird ein Studium nicht bringen. Wer sich über einen Studienabschluss, ein dickes Auto, teuere Designer Klamotten, super teure Reisen usw. definieren will, hat Mängel in sich, die anders "geheilt" werden müssen bzw. nur anders "geheilt" werden können.

w
 
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Gast

  • #35
Ein Studium, gerade als Frau über 40zig, ist doch kein Zuckerschlecken, was man einfach mal so nebenbei macht.
[...]
Die Anerkennung, die die FS in sich sucht, wird ein Studium nicht bringen. Wer sich über einen Studienabschluss, ein dickes Auto, teuere Designer Klamotten, super teure Reisen usw. definieren will, hat Mängel in sich, die anders "geheilt" werden müssen bzw. nur anders "geheilt" werden können.

w
von so mal nebenbei ein Studium machen wollen, habe ich bei der FS auch nichts gelesen, sie überlegt gewissenhaft, ob ein Studium für sie Sinn macht und ob ihre Beziehung das aushält. Bei diesen Überlegungen bei Leuten nachzufragen, die in einer ähnlichen Situation ein Studium absolviert haben, erscheint mir sinnvoll. Diese Frage wird in ähnlicher Weise auch bei studis online häufiger diskutiert.

Ein Studium kann durchaus berufliche und auch persönliche Anerkennung bringen. Ein Beruf spiegelt die Persönlichkeit effektiver wider als Klamotten und schicke Autos - und das ist auch gut so. Was ist daran so negativ, wenn Frauen über eine Berufsausbildung zusätzlich Anerkennung finden?
Es gibt gerade unter Studentinnen, die eine Familie haben, z.T. noch sehr kleine Kinder, hohe Belastungen, die erfolgreich bewältigt wurden. Davor kann man gelegentlich "den Hut ziehen".
w
 
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  • #36
Naja sehen wir es doch mal realistisch. Die FS ist über 40. Wahrscheinlich sogar Mitte 40. Und wenn sie mit dem Studium fertig ist. Ist sie sicherlich ende 40. Und wer stellt denn eine fast 50 Jährige Berufsanfängerin ein? Die FS will sich über diesen weg ihre Anerkennung erkaufen. Das wird aber nichts. Anerkennung bekommt man über das was man Leistet und nicht für ein Studium.

Auch wenn es einige anders sehen, der Zug ist weg. Die FS sollte stolz auf das sein was sie bisher erreicht hat. Ist ja auch nicht wenig.
 
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  • #37
Keine Ahnung, warum mein Beitrag zu diesem Thema vor einigen Tagen nicht veröffentlicht wurde. ich bin nämlich so eine AE Frau, die mit ü30 das 1. Studium begonnen und auch abgeschlossen hatte und mit ü40 das 2.Studium. (komplett selbst finanziert!)

Ich könnte nicht behaupten, dass ich dadurch mehr Anerkennung bekommen habe. Wenn überhaupt, dann von meinen Eltern, die aber gar nicht Bildung als einen ihrer obersten Werte sehen.

Die FS sollte sich darüber im Klaren sein, was es genau heißt diesen Weg zu gehen. Wieviele und welche Veranstaltungen sie besuchen muss. Wenn ich lese. "etwas für mich tun" Da kann ich nur sagen: das wird ein riesen Stress und vieles von dem, was Du bis zum Abschluss tun musst, wird Dir möglicherweise gar nicht gefallen. Zum Semsterende hin ein gnadenloser Stress. Was ich immer ziemlich hart fand, war die Tatsache, dass die jüngeren Studis viel mehr Zeit für ihr Studium aufbringen können und somit meist auch bessere Noten haben und dazu noch ein super Leben.

Was auch zu bedenken ist: man kann ja an den Hochschulen nicht machen was man will, sondern ist X Gesetzmäßigkeiten unterworfen. Ich persönlich würde es nicht mehr tun. Und in der von der FS beschriebenen Situation schon mal gar nicht.
 
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  • #38
Ich glaube, egal was für Argumente für und wider Zukunft oder Stress hier noch kommen - die FS muss es zumindest versucht haben. Wer noch nie an der Uni war, für den kann die Uni eine Aura des Erhabenen ausstrahlen. Nur wer selbst drin war weiß, dass auch dort nur Menschen sind, die auch mit Wasser kochen.
Stellen Sie sich vor, Sie wären noch nie im Flugzeug geflogen. Da träumen Sie doch auch davon, endlich auch mal zu fliegen. Und später nach dem 10. Flug sagen Sie sich dann, so besonders ist das doch gar nicht, und so ein Stress am Flughafen, und Zugfahren war mit Landschaftsaussicht viel gemütlicher...

w 25+ studiert und froh darüber
 
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Gast

  • #39
Wow, hier nochmal die FS. Vielen lieben Dank für Eure tollen Kommentare, Anregungen und Diskussionen. Ich werde alles in Ruhe nochmal durchlesen und für mich "bearbeiten". Leichtfertig treffe ich keine Entscheidung, denn ich beginne immer etwas, um auch zum Ziel zu kommen, sprich erfolgreich zu sein. Da ist mir der Perfektionismus in die Wiege gelegt. Deshalb prüfe ich vorher, was ist möglich, was bleibt auf der Strecke, wo muss umorganisiert werden. Und dafür sind all eure Anregungen auch so wertvoll für mich! Danke!
 
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Gast

  • #40
Bin die 13)
Finanziere das Studium durch meinen Selbständigkeit und teilweise Rücklagen, da ich ohne LG bin. Mein Ex zahlt für unseren Sohn.
Bin auch nicht der Turnschuhtyp. Im 1 Semester würde ich noch von den Jüngegeren beobachtete. Im 2 kamen sehr schnell Anfragen für gemeinsame Lehrngruppe usw. Immerhin habe ich gelebtes Leben und Berufserfahrung in dem zu studierenden Fach. Am Partyleben nehme ich nicht Teil. Aber wenn wir Klausuren bestehen gehen wir schon was zusammen Essen.
Der tägliche Umgang mit jungen Menschen tut gut. Viel Ü 40 arbeiten schon auf die Rente hin, sind hier am jammern und klagen und schon fast tot. Mir geht es um Welten bessern seit dem ich an der Uni bin.
Dein LG könnte damit vielleiht nicht klar kommen, wenn deinen denkweise auf einmal einen andere wird. Ich erwische mich schon dabei, dass mir meinen Freundinnen so alt so unbeweglich vorkommen.

W43
 
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Gast

  • #41
Leichtfertig treffe ich keine Entscheidung, denn ich beginne immer etwas, um auch zum Ziel zu kommen, sprich erfolgreich zu sein. Da ist mir der Perfektionismus in die Wiege gelegt.
Liebe FS-diese Einstellung finde ich gut und ich ticke auch ähnlich. Dennoch-Du wirst erst dann tatsächlich merken, ob das Studium was für Dich ist, wenn Du damit anfängst. Im Vorfeld mag man alles durchgedacht haben und perfekt organisiert haben-und es kann ganz anders kommen als man denkt.

Fang mit dem Studium an und nach einem Semerster bist Du deutlich klüger und erst dann weißt Du, ob es was für Dich ist.

Manche Erfahrungen im Leben bedürfen der Praxis, um sie wirklich beurteilen zu können-und zwar der eigenen gelebten Praxis. Ich mache momentan neben meinem Job eine Weiterbildung-an zwei Abenden in der Woche. Sehr viel Stoff und sehr komplex-ich weiß aber, dass ich dadurch eine bessere Position und mehr Geld haben werde. Ganz nebenbei gehöre ich zu den Menschen, die dafür sorgen, früher mit dem Erwerbsleben aufhören zu können. Über seine Freizeit verfügen zu dürfen ohne die Notwendigkeit, diese mit Erwerbsarbeit ausfüllen zu müssen, ist gerade das, was den Sklaven vom Herrn unterscheidet.
Am Ende des Lebens bereuen die Menschen oft, dass sie sich viel weniger Freizeit und Muße gegönnt haben-in jungen und mittleren Jahren fehlte die Einsicht der letzten Stunde.

Wir haben alle eine begrenzte Lebenszeit und jeder muss selber wissen, womit er sie ausfüllen möchte.

Theorie ist gut und schön-nur die Praxis zeigt aber, welche Entscheidungen für einen gut sind und welche weniger gut. Hab Mut, fang an und lass uns nach 1-2 Semester wissen, was Dir die Praxis gelehrt hat.

Mein Selbstwertgefühl ist davon unabhängig, was ich für einen Bildungsabschluss habe und wieviel ich verdiene. Und wenn ich was für mich tun möchte-na dann gönne ich mir Freizeit und Hobbys. Studium und Erwerbsarbeit sind eine wichtige Basis und sollten optimalerweise Freude und Spaß machen-das Leben hat aber viel mehr als das zu bieten. Bedenke dass Du beim Studieren genau so "funktionieren" musst, Deine Präsenzveranstaltungen besuchen musst und Deine Studiumarbeiten fristgerecht eingereichen musst-auch wenn Studieren Freude machen kann, es ist auch "Arbeit" und "Funktionieren", wenn man es ernsthaft angeht.

Ein Studium in Deiner Lebenssituation bedeutet auch, dass Du am WE/abends viel weniger Freizeit für den LG und die Tochter haben wirst, falls Du unter der Woche zur Uni gehst UND Deine Unternehmen führst-irgendwann mal brauchst Du ja auch die Zeit für Deine Studiumarbeiten und selbstständiges Lesen und Forschen außerhalb der Präsenzveranstaltungen an der Uni.

w/39