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Gast

  • #1

Haben "Kopfmenschen" wirklich weniger Emotionen?

Man liest ja öfter, dass Menschen mit hohem IQ meist weniger EQ haben. Habe nun öfter allerdings das Gegenteil festgestellt. Kenne einen Mathematikprof. persönlich näher, dieser Mann ist total romantisch, sensibel und steht sogar auf Gedichte. Hätte ich anfangs nie geglaubt, weil dieser Typ vom Gespräch her total "kopfgesteuert" wirkte. Kenne aber auch andere Leute, die hochgebildet, aber menschlich sehr warmherzig sind. Mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass gerade sehr intelligente Menschen, wenn man sie näher kennt, absolut emotional sind und wohl nur aus der Distanz her kühl und berechnend erscheinen. Früher hatte ich dazu auch eine andere Meinung. Was denkt ihr darüber?
 
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Gast

  • #2
Alle Urteile über andere Menschen trifft man aus einem höchst persönlichen Blickwinkel.
Je näher man einem Menschen kommt, desto mehr seiner verschiedenen Facetten wird man erkennen.
Der Blick aus der Ferne sowie gelernte Vorurteile helfen zur groben Orientierung.
Und irgendwelche Umstände bringen uns dazu, einige Menschen aus unserer Umgebung näher zu betrachten. Das sind dann immer wieder die schönen Momente im Leben, so wie es dir gerade erging.

Bei allen wären wir schlichtweg überfordert.

Genieße also diese Begegnungen und mache keine neuen Schubladen auf.
 
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Gast

  • #3
Dein Thread enthält mir viel zu viele Pauschalisierungen.
Erstmal hat eine emotionale Sensibilität nicht zwingend etwas mit einem hohen EQ zu tun. Diese Sensibilität kann nämlich genausogut nur auf sich selbst bezogen sein.
Und dann gibt es bestimmt auch jede Menge Nicht-Akademiker, welche ihre Entscheidungen eher aus pragmatisch/rationalen Beweggründen treffen und dazu nicht groß ihren Bauch befragen.
Wiederum müsen Akademiker nicht zwingend einen höheren IQ als Nichtakademiker haben und ebenso würde ich Doktoranden niemals Warmherzigkeit absprechen.

Welche Antwort hoffst du mit deiner Frage zu finden?
 
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Gast

  • #4
EQ und IQ korrelieren meiner Meinung nach nicht miteinander, daher können auch sehr intelligente Menschen einen hohen EQ haben. Problem ist bei diesen Menschen aber der Kampf zwischen Herz und Verstand. Man hat bestimmte Gefühle, trägt diese aber nicht nach außen weil es einfach irrational ist und zuerst abwägt, welche Wirkung die Offenbarung dieser haben wird und das wirkt natürlich kühl. Wer nicht weiter drüber nachdenkt, handelt einfach nach Gefühl, zeigt und spricht aus was ihm in den Sinn kommt und gilt als offenherzig. Nur weil man etwas nicht nach aussen trägt ist es noch lange nicht vorhanden.
 
  • #5
Nein, Kopfmenschen haben auf gar keinen Fall weniger Emotionen. Bei der Unterscheidung Kopf-, Herz-, Bauch-Typus geht es eher darum, welcher Komponente man vorrangig folgt, ob man im Zwiefel eher auf Gefühle, Intuition oder Verstand hört. Gerade im Bereich der Partnerwahl sollte es aber so sein, dass man aktiv versucht, alle diese Kompenente zu berücksichtigen -- das Herz muss natürlich zu Sympathie, Zuneigung, Wellenlänge, Chemie ja sagen, im idealen Fall dann Verliebtheit spüren lassen, aber ebenso muss auch der Verstand zustimmen und signalisieren, ja, es bestehen keine Gefahren, eine Beziehung hätte Chancen, es könnte eine erfüllende Partnerschaft daraus werden, wir haben ähnliche Ziele, Interesse, Ansichten.

Wichtig ist zu erkennen, dass das, was man mit dem Modewort "emotionale Intelligenz" beschreibt, ein Mix aus vielen Faktoren ist, die durchaus eben mit rationalen Fähigkeiten zu tun hat. Emotionale Intelligenz sollte nicht laienhaft als Gegenteil von Verstand, Vernunft und Intelligenz verkannt werden. Ganz im Gegenteil erfordert ein hoher EQ ein hohes Maß an rationaler Selbstreflektion und Selbstkontrolle.

Der zentrale Faktor von emotionaler Intelligenz ist EMPATHIE, also die Fähigkeit, fremde Gefühle wahrzunehmen und sich in Gedanken und Persönlichkeitsstruktur anderer Menschen hineinzuversetzen, deren Gefühle nachempfinden und deren Absichten erkennen zu können. Empathie ist damit eine sehr wichtige Fähigkeit des Menschen, um in sozialen Gruppen zu bestehen und erfolgreich zu interagieren. In gewissem Rahmen verfügt jeder darüber und sie ensteht vorallem durch Erziehung und Vorbild, kann aber auch trainiert und geschult werden.

Zur emotionalen Intelligenz gehört darüber hinaus aber auch die Fähigkeit, die EIGENEN Gefühle zu reflektieren, zu erkennen, zu verstehen und beeinflussen zu können, also zum Beispiel Wut und Zorn oder Euphorie und Jubel mäßigen und sozialadäquat und situationsangemessen empfinden, zeigen und verbergen zu können. Die gilt auch für die Selbstkontrolle in Fällen von unglücklicher und gefährlicher Verliebtheit. Gerade auch im Bereich Beliebtheit, Wertschätzung, Ausgrenzung, Ablehnung spielt die Fähigkeit, Gefühle kontrollieren und gezielt beherrschen zu können, eine wichtige Rolle.

Zum weiteren Umfeld der emotionalen Intelligenz gehören dann auch Fähigkeiten wie verbale und nonverbale Kommunikation, Selbstkontrolle, Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Aufrichtigkeit, Zuverläsigkeit -- also der fließende Übergang in grundlegende Charakterwerte.

Ich glaube daher auch nicht, dass emotionale Intelligenz und rationale Intelligenz komplett unabhängige Größen sind. Beides erfordert kognitive Fähigkeiten, und ein hohe rationale Intelligenz und Reflektionsfähigkeit erleichtert Empathie und Selbstverständnis ungemein.
 
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Gast

  • #6
Jemand, der studiert hat und einen qualifizierten Beruf ausübt, muss nicht unbedingt ein "Kopfmensch" sein, finde ich.
Ich finde immer die Vorstellung lustig, der liebe Gott hätte sozusagen die Gaben gerecht verteilt: Wer ein bisschen mehr Hirn mitbekommen hat, hat dann zm Ausgleich weniger Herz abgekriegt.
Wer von der Natur mit einem angenehmen Äußeren beschenkt wurde, muss automatisch einen schlechten Charakter haben.

Ist doch Quatsch, das Leben ist ungerecht.
Es gibt liebevolle romatische Menschen, die auch noch intelligent und erfolgreich sind.
Und es gibt harte, gefühlsarme Menschen (Kopfmenschen), die kaum bis drei zählen können.

w49
 
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Gast

  • #7
Ich bin ein sehr rational und logisch denkender Mensch. Das heißt nicht, dass ich keine Gefühle und keinen Sinn für Romantik habe. Ich bin genauso (wenn nicht gar noch mehr) liebebedürftig wie jeder andere auch. Mein Partner ist ähnlich gestrickt. Wir führen eine sehr harmonische und liebevolle Beziehung.
 
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Gast

  • #8
ja, man verschätzt sich. Es ist ja auch einfach, jemandem, der einen besseren IQ hat, einen anderen Makel unterzuschieben, man gönnt sich ja sonst nichts;)
Ich kenne einen, der ist sehr emotional, aber auf der anderen seite sehr intelligent. Er lebt - sozusagen- in den Extremen. Leider ist er nicht sehr erfolgreich, da er als sehr "berechnend" gilt... aber in Wirklichkeit besser sehen sollte, wo ER bleibt. Oh Widerspruch.
Das mag sich niemand vorstellen:)
 
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Gast

  • #9
das ist ja völliger blödsinn!
das eine hat mit dem anderen nichts zu tun!
das ist wissenschaftlich belegt.

es gibt die, die einen hohen iq und einen hohen eq besitzen.
dann die, wo der eq ausgeprägter ist, als der iq.
und dann die, wo weder eq noch iq zu finden sind.
wie immer gibt es auch hier alles in einer nicht deutlich zu machenden bandbreite.
 
  • #10
Ich bin ein sehr rational und logisch denkender Mensch. Das heißt nicht, dass ich keine Gefühle und keinen Sinn für Romantik habe. Ich bin genauso (wenn nicht gar noch mehr) liebebedürftig wie jeder andere auch. Mein Partner ist ähnlich gestrickt. Wir führen eine sehr harmonische und liebevolle Beziehung.
Dem kann ich für mich nur zustimmen, ich bin sehr emotional mit ausgeprägtem Wahrnehmungsvermögen, ja hypersensibel.

Klassische Musik, Poesie und Lyrik und vieles andere sowie romantische Abende und liebevollen Umgang brauche ich zum Leben, Lieben, auch zum Arbeiten.

Diese Behauptungen bezgl. IQ und EQ sind eher als Verdummung zu sehen als sie ernst zu nehmen.