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Gast

  • #1

Habe einen Mann kennen gelernt der unter Epilepsie leidet? Wie kann ich damit umgehen?

 
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  • #2
Hallo,

hat er schwere Epilepsie, also oft Anfälle? Oder hat er die "Anfälle" im Griff? Mein Ex-Mann wurde auf Medikamente eingestellt und hatte dann keinen Anfall mehr. Vorher gab es den ein oder anderen, bei ihm Gott sei Dank nur in der Nacht, das ist schon schwer, aber man kann eigentlich nur aufpassen, dass er sich nirgendwo stößt und danach für ihn da sein. Mein Ex-Mann hatte danach immer ein sehr großes Kuschelbedürfnis.
w40
 
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  • #3
Habe da eine Frage an die FS:
Hat er Dir das gebeichtet oder hast Du es schon live erleben "dürfen"?? Wenn jemand behandelt wird, halten sich ja meist die Auswirkungen in Grenzen...
 
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  • #4
Informiere dich ausführlich, besprich mit ihm, was du im Erlebensfall tun kannst/musst. Wenn er medikamentös regelmäßig versorgt ist, lässt sich damit gut leben.
 
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  • #5
Informiere dich ausführlich, besprich mit ihm, was du im Erlebensfall tun kannst/musst. Wenn er medikamentös regelmäßig versorgt ist, lässt sich damit gut leben.
 
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  • #6
Immer wieder treffe ich beruflich solche Menschen. Zwar nur vereinzelt aber doch immerhin. Ich arbeite in Trainingsbereich und die TeilnehmerInnen haben es mir immer vorher gesagt. Ich kläre dann ab, ob sie Medikamente nehmen in Behandlung sind und was ich bei einem Anfall tun soll, denn sie selber können die Lage am besten einschätzen. Bis jetzt gab es gottseidank noch keinen Vorfall in meinem Unterricht.

Denke auch so wie die vorigen Antworten, wenn er in Behandlung ist und seine Medikamente nimmt, wird es nicht so schlimm sein. Oder darf er deswegen auch nicht Autofahren? Am Besten ihm selber fragen, er ist der Spezialist für seine Krankheit.

Machst du dir Sorgen, ob es sinnvoll ist, mit ihm eine Beziehung zu beginnen? Dann sei offen zu ihm und sag ihm, du weiß nicht wie du damit umgehen sollst.
 
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  • #7
Es kommt darauf an, wie oft und wie schwer die Anfälle sind.
Auf jeden Fall - auch wenn er medikamentös gut eingestellt ist - darf er KEINEN Alkohol trinken, denn dann wirken die Medikamente nicht mehr zuverlässig.

Ausserdem: es kann sein, dass bei grosser Aufregung, gepaart mit Alkohol, und da genügt ein Achtel Wein zB, dass er einen Anfall hat. Zu der Aufregung kann auch Sex zählen! (ich bin RS und hatte einen entsprechenden Einsatz).
Es kann auch zu einem Anfall kommen in der Disco vom blitzenden Licht, oder - zwar selten, aber doch - bei Fahrten durch eine Allee bei tiefstehender Sonne zB.
Das alles wird er aber selber ohnehin wissen.
Jedenfalls ist das eine Krankheit, die man im Griff haben kann, wenn man denn konsequent ist.
Es kommt auch drauf an, wie schwer es sich auswirkt, warum er die Anfälle hat (ob von Geburt an oder durch eine Kopfverletzung oder durch eine Vergiftung zB)
Informiere Dich via Internet über die "Krankheit", sie ist jedenfalls nicht so Lebensbeeinträchtigend wie zB Diabetes das sein kann.

Und es wäre - jedenfalls für mich - kein Ausschliessungsgrund für eine Beziehung mit ihm. Warum auch? Du kannst nichts tun, als bei einem Anfall darauf zu achten, dass er sich nirgends anstösst, ihn NICHT festhalten während der Krämpfe, NICHT versuchen, ihm etwas zwischen die Zähne zu schieben WÄHREND einem Anfall (das kann Dich Deinen Finger kosten) und nach den Krämpfen in die stabile Seitenlage bringen, damit er gut atmen kann und ihn in dieser Phase - der sogenannten Nach-Schlaf-Phase - in Ruhe lassen und abschirmen vor Lärm etc. Ihn zudecken, um seinen Körper nicht auskühlen zu lassen und warten, bis er wieder wach ist. Und wenn es Dir zu viel Angst macht oder er sich doch verletzt (Bisse in die Zunge oder in die Lippen sind nicht selten), oder nicht gut atmen kann nach einem Anfall, den Arzt rufen.
wünsch Dir alles Gute - lg, die Rot-Kreuz-Frau, die auch Erste Hilfe unterrichtet, auch hier......
 
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  • #8
@#6
Einiges, was du schreibst, stimmt so nicht ganz. Es gibt nämlich nicht DIE Epilepsie, sondern sehr viele verschiedene Formen und Äußerungen von Epilepsie. Deshalb trifft es auch nicht für jeden Epilepsiepatienten zu, dass er keinen Alkohol trinken darf. Genauso ist es mit der sog. Photosensibilität, d.h. Flackerlicht als Anfallsauslöser - das trifft nur auf manche Epilepsiepatienten zu. Sowas kann beim EEG getestet werden, ob jemand photosensibel ist, allermeistens jedoch wissen Epilepsiepatienten selbst, ob es bei ihnen spezielle Anfallsauslöser gibt, und wenn ja, welche das sind. Aufregung ist bei vielen E.patienten anfallsauslösend, aber auch längst nicht bei jedem ... so könnte man die Liste fortsetzen. Schlafmangel gehört bei manchen ebenfalls dazu, bei anderen aber nicht.
Epilepsie hat sehr individuelle Ausprägungen und in der modernen Behandlung spricht man keine pauschalen Verbote hinsichtlich der Lebensführung mehr aus. Man schaut immer individuell, was beim konkreten Patienten wirklich an Einschränkungen nötig ist.

Fazit: Man muss den Epilepsiepatienten fragen, sich dafür interessieren, was er selbst darüber berichtet - wie schon jemand hier erwähnte: Er ist selbst der beste Experte für seine Krankheit.

Das "Besondere" (im negativen Sinne) an der Krankheit Epilepsie ist für den Erkrankten, dass er selbst, in den meisten Fällen, seinen Anfall nicht mitbekommt. Er gebärdet sich also komisch bis beängstigend für seine Umwelt, kann es aber weder beeinflussen noch selbst bewusst mitbekommen. Dies kann natürlich zu großer Verunsicherung beim Erkrankten führen - er weiß ja nie, wann es wieder passiert. Und es ist ihm peinlich.

Ansonsten wurde das meiste schon richtig geschrieben. Viele E.patienten haben, Dank guter Medikamenteneinstellung, über Jahre keinen Anfall. Nicht jeder epileptische Anfall ist mit "Umfallen und am ganzen Körper krampfen" verbunden. Es gibt auch "kleine" Anfälle. Aber das muss man alles mit dem Betroffenen selbst besprechen.
Die Bandbreite bei dieser Krankheit reicht von Menschen, die sehr intelligent und tüchtig sind und ein ganz normales Leben führen bis zu Menschen, die doch sehr eingeschränkt und belastet sind, nicht arbeitsfähig usw. Dazwischen ist praktisch alles zu finden.

LG - w, "vom Fach"
 
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  • #9
Liebe FS,

ich war 2,5 Jahre lang Berufsschullehrerin in einem Berufsbildungswerk in Klassen für Körperbehinderte, in erster Linie waren es Epileptiker. In den 2,5 Jahren hat bei meinen ca. 30 Schülern kein Anfall stattgefunden. Alle waren gut medikamentös eingestellt. Es gab Konzentrationsschwierigkeiten und Depressionen, aber alle Schüler war sehr aufgeschlossen und ehrgeizig. Mir ist in der Zeit aufgefallen, dass diese jungen Menschen sehr viel mehr Tiefgang und emotionale Intelligenz hatten.

Was ich damit sagen will, ist, dass man in einer Beziehung sicher mehr Rücksicht auf einen Epileptiker nehmen muß, aber dass man auch sehr, sehr viel zurück bekommt auf einer Ebene, mit der man nicht rechnet und die man bei sog. gesunden Menschen nicht oder selten vorfindet.

Nur Mut, wenn alles andere stimmt, lass Dich nicht abhalten.

Alles Gute, w/53