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  • #1

Geht man sich nicht langsam durch das Homeoffice auf die Nerven?

Ich(45) ist glücklich seit 16 Jähen verheiratet und liebe meinen Mann und die beiden Kinder sehr, aber mir fehlt die Zeit, wo ich alleine bin.
Jetzt ist man 24 Std. zusammen und macht alles zusammen. 2019 war mein Mann vielleicht 2 oder 3 Tage in der Woche beruflich außer Haus und ich freute mich darauf, ihn wieder zu sehen. Vielleicht nervt es auch meinen Mann, dass er mich immer sieht, aber er sagt dazu nichts.

Jetzt bin ich Lehrerin für die Kinder und berate die Kunden via Telefon. Zur Unterhaltung sehen wir gewisse Dinge im TV und ich war 2020 noch in keinen Museum oder Konzert. Gut die Musiker finden es wahrscheinlich auch nervend, weil es keine Zuschauer mehr gibt.

Was soll ich machen?
Soll ich warten, dass mein Leben wie früher 2021 wieder kommt oder es gibt kein Leben mehr wie früher in Zukunft.

Wie gehen die anderen mit dem Homeoffice um, falls sie es haben?
 
  • #2
Seit wann bedeutet Home-Office Knast?

Du kannst weiter raus in die Natur, Sport treiben, Freunde treffen.
Dasselbe gilt für deinen Göttergatten!

Mein Mann ist ebenfalls im Home-Office, aber rumgammeln nur daheim ist bei ihm nicht- bei mir ebenfalls nüscht!
 
  • #3
Ich kann dich sehr gut verstehen.
Wir sind auch beide daheim. Eigentlich haben wir es noch relativ gut im Shutdown, denn wir haben keine Kinder zu bespaßen, die Geschäfte laufen sogar noch besser als vorher und wir haben ein sehr großes Heim. Jeder hat ein eigenes Zimmer zum Arbeiten und zurück ziehen, aber es nervt zumindest mich trotzdem gewaltig.

Ich bin gerne mal alleine. Und zwar ganz alleine. Ich gehe noch viel vor die Türe in meiner Freizeit und verbringe auch Zeit mit zumindest 2 engen Freunden. Ich bekomme also noch etwas input.

Mein Partner hingegen arbeitet mehr als vorher und verlässt oft tagelang das Haus garnicht und wenn, dann nur mit mir.

So fehlt mir vor allem an den Abenden einfach mal die Gewissheit, dass niemand da ist. Da mein Partner wirklich außerhalb der Arbeit so garkeinen Input hat und ich auch das Gefühl habe er verkümmert geistig ein wenig, haben wir uns natürlich auch wesentlich weniger zu sagen als unter normalen Umständen.

Ich liebe ihn und ich vertraue darauf, dass es 2021 wieder besser wird. Bis dahin muss ich selbst meine Unzufriedenheit im Zaum halten. Es ist keine einfache Zeit, aber die überleben wir auch noch.

Jeder geht eben anders mit der Situation um und ich kann und will meinen Partner nicht dazu zwingen raus zu gehen und Menschen zu treffen, wenn er sich damit derzeit nicht gut fühlt.
 
  • #4
Du kannst weiter raus in die Natur, Sport treiben, Freunde treffen.
Dasselbe gilt für deinen Göttergatten!
Dies geht vielleicht noch in Deutschland, aber ich wohne in Innsbruck und da darf man das nicht. Sogar die Schulen wurden wieder geschlossen und am Freitag hat meine Tochter Geburtstag und sie kann ihren Geburtstag nicht mit Freundinnen feiern, weil ja die Mädchen nicht in meinem Haus wohnen. Alles, was am 1.11. noch ging, geht am 17.11 nicht mehr.

Und in Deutschland werden sich auch die jetzigen Regeln ändern. Die Bundeskanzlerin möchte lt. ZDF auch härtere Regeln, aber die Landesminister waren gestern noch dagegen. Mal sehen, wie dies am 22 oder 25 November ist. Möchte ich z.B. nach Rosenheim, dann geht dies nur wenn es beruflich ist, aber nicht privat. Ein Vorteil haben ja die härten Regeln in Österreich. Möchte ein Polizist in mein Haus, dann muss er draußen bleiben, weil er ja dort nicht wohnt.:)
 
  • #5
aber ich wohne in Innsbruck und da darf man das nicht.
Dann hast Du halt Pech gehabt oder auch nicht, sondern bekommst nun die Folgen von Undiszipliniertheit zu spüren. Manche Österreicher haben sich eifrig daran beteiligt und das Virus mit ihrem Apres Ski Zirkus in Windeseile in Europa verteilt. Da waren die Geldgier und Vergnügungssucht vorrangig.

In der gesamten Zeit seit Februar ist man in Österreich sehr schlampig mit den Coronaregeln umgegangen - zuletzt vor dem Shutdown: alle nochmal in die Stadt, richtig Party machen. Wer so unvernünftig ist, den trifft der Hammer der massiven Einschränkungen nun zu Recht.

am Freitag hat meine Tochter Geburtstag und sie kann ihren Geburtstag nicht mit Freundinnen feiern.... Alles, was am 1.11. noch ging, geht am 17.11 nicht mehr.
Dann frag Dich mal, woran das liegt, was Du/ihr dazu beigetragen habt und erkläre es Deiner Tochter so, dass sie es versteht.
Die Welt geht nicht unter, wenn einmal ein Geburtstag nicht gefeiert werden kann - wohl aber wenn sich dabei das Virus ausbringt und ein geliebter Mensch einen schweren Verlauf hat oder sogar stirbt.

Möchte ich z.B. nach Rosenheim, dann geht dies nur wenn es beruflich ist, aber nicht privat.
Dann bleibst Du halt zuhause (Innsbruck ist auch eine schöne Stadt) und fährst 2022 nach Rosenheim. Wir werden die Stadt zwischendurch nicht zerstören - versprochen.
Du wirst es Dir in Deiner Egozentrik kaum vorstellen können: die Rosenheimer legen vermutlich sehr wenig Wert darauf, dass gelangweilte Österreicher angesichts der dortigen Infektionszahlen in ihre Stadt kommen und dort das Virus streuen.

Möchte ein Polizist in mein Haus, dann muss er draußen bleiben, weil er ja dort nicht wohnt.
Sehr spaßig. Das ist genau die Haltung, mit der ihr euch in die Situation manövriert habt und nun habt ihr zu Recht den Salat.
 
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  • #6
Ich wohne seit 2017 allein bin aber seit 2018 in einer LAT. Wir übernachten aber am WE und meistens einmal in der Woche gemeinsam in eine der beiden Wohnungen.

In meiner Wohnung habe ich ein eigenes Arbeitszimmer mit professionell ausgestatteten Arbeitsplatz. Ich muss nicht kurz arbeiten o.ä. und bin daher finanziell überhaupt nicht beeinträchtigt. Ins relativ Grüne ist es nur wenige Minuten zu Fuß. Gesundheitlich geht es mir auch gut.

Mir geht es also wesentlich besser als anderen Menschen.

Trotzdem fühle ich mich eingeknastet. So eine Art offener Vollzug.

Maximal 15 Fahrrad Minuten entfernt sind 11 Musik Locations, 5 Kinos(center), 10 oder mehr Theater und ähnliche Bühnen, zahllose Gastronomie Betriebe. Alles dicht. Ich bin auch hier her gezogen weil es dieses Angebot hier gab und nicht weil ich meine Wohnung nicht mehr verlassen will.

Meine Sorge ist, dass ein Großteil dieses Angebots in 2022 nicht mehr existiert. Das macht mich tief traurig.
 
  • #7
Dies geht vielleicht noch in Deutschland, aber ich wohne in Innsbruck und da darf man das nicht.
Du darfst jederzeit raus in die Natur. Und jederzeit Alleinsport betreiben (wandern, walken, laufen, skaten, radeln etc.). Es wird nur davon abgeraten, eher gefährliche Dinge zu machen (Bergsteigen, Klettern), damit Rettungskräfte etc. im Notfall nicht unnötig gebunden werden. Und außerdem möchte ich nicht stationär in einem Spital voll mit Covid-Patienten enden, wenn es möglich ist.
Du hast aber recht, Freunde treffen ist zur Zeit nicht!
ErwinM, 51
 
  • #8
... bekommst nun die Folgen von Undiszipiniertheit zu spüren. Die Österreicher haben sich eifrig daran beteiligt und das Virus mit ihrem Apres Ski Zirkus in Windeseile in Europa verteilt.
Länderbashing geht ein bisschen weit, liebe Vikky. Da kannst du auch gleich mal auf Leipzig (7.11.) oder die ständig wiederkehrenden Demos hier in Berlin schauen. Alles Superspreadingevents!

Ich kann verstehen, dass vielen von uns die Einschränkungen (z.B. Homeoffice) auf die Nerven gehen. Dennoch geht es den meisten von uns - vergleichsweise - noch gut: es hilft, wenn wir uns vor Augen halten, wie es Großfamilien in kleinen Wohnungen gehen mag; denen, die kein »Homeoffice« machen können, weil sie einen Job haben, der das nicht ermöglicht (Restaurants, Theater usw.) und die nicht nur nervlich sondern auch finanziell an ihre Genzen geraten.
Was für »ein mildes Los«, Kunden weiterhin telefonisch beraten zu können, Lehrerin für die eigenen Kinder zu sein und für ein paar Monate die ganze Familie um sich zu haben, liebe FS.

Völlig richtig, du sitzt in keinem Gefängnis
kannst raus gehen, alleine im Wald spazieren, dich an der frischen Luft austoben. Du kannst dich mit einem Buch in einen stillen Sessel zurückziehen und dabei lernen, mit dir selbst klar zu kommen.

Mir fehlt auch einiges - vergleiche ich mich aber mit einer aus einem Kriegsgebiet geflohenen Frau mit kleinen Kindern: bin ich verdammt reich und gut dran. Trotz Corona!
 
  • #9
Hm .... Also dass man gern mal allein ist, verstehe ich schon, aber nicht, dass man sich bei genügend Platz als Paar so auf die Nerven geht und sich nicht ertragen kann. Irgendwann kommt die Rentenzeit und das sind dann vielleicht noch mal 20 Jahre SO. Und OHNE Kinder, die dann als Grund zum Ertragen dienen können oder als Ablenkung.

Ich konnte durchaus mit meinem Partner 24 Stunden 7 Tage die Woche aufeinander hocken. Wenn einer Zeit für sich allein brauchte, dann war er "im anderen Zimmer" oder ich fuhr ne Stunde Fahrrad, machte einen langen Spaziergang, er machte auch irgendwas.

Vor der Rente gehen noch die Kinder aus dem Haus, dann kommt die Frage auf, ob ihr "als Paar" überhaupt funktioniert oder ob ihr nur "als Familie" funktioniert habt. Man kann sich ja gut ablenken, wenn noch andere Menschen im Haus sind.

Vielleicht ticken andere Menschen einfach anders, aber für mich wäre es ein Warnzeichen, wenn mir mein Partner auf die Nerven ginge, wenn er durch äußere Umstände mit mir so dicht zusammen ist.
Es kommt so leise daher und sieht aus wie "kein Problem", weil man sich gut aus dem Weg gehen kann mit den Ausreden "Arbeit", "Leute treffen, die du. Partner/in, nicht treffen würdest" usw.. Dass man vielleicht gar nichts gemeinsam machen kann und die Nähe des anderen nicht schön findet, könnte man hier aber schon erkennen. Oder, ob einer dem anderen immer reinquatschen muss und die Führung übernehmen will, also gar nicht anerkennt, dass seine Meinung nicht die "des Hauses" ist.

Mein Rat wäre: Nutze die Zeit und finde raus, ob Dich nervt, dass Du persönlich eingeschränkt wurdest durch die Umstände, oder ob eure Beziehung nur funktioniert, wenn jeder von euch gar nicht "als Paar" lebt. Wenn man sich nur ein paar Tage mal so dicht ertragen kann wie bei Feiertagen oder Urlauben, liegt für mich was im Argen.
(Gibt doch auch das" Phänomen", dass sich Leute in den Feiertagen besonders zanken. Und dann atmen alle auf, wenn sie wieder zur Arbeit dürfen und gar nicht merken müssen, dass sie in für Paare wichtigen Bereichen nicht zueinander passen, sondern nur nebeneinander her leben können, aber nicht miteinander.)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Also, ich versteh, dass es Leute gibt, die es sehr nervt, und dass es Paare gibt, bei denen das Aufeinanderhocken zum Streitpunkt wird. Grad mit Kindern ist das sicher sehr anstrengend.
Ich find es sehr schön; wir sind seit über 5 Jahren zusammen und haben uns im März verlobt. Wir scherzen immer, dass das jetzt sozusagen der Härtefalltest vorm Heiraten ist, aber wir gehen uns überhaupt nicht auf die Nerven, obwohl wir beide zuhause arbeiten seit März, ohne Unterbrechung. Wir haben aber zwei Zimmer zur Verfügung, daher sehen wir uns nur mal kurz zwischendurch in der Küche während des Tages oder wenn wir Pause machen. Ich geh tagsüber im Wald joggen, das ist hier erlaubt. Langweilig wird uns auch nicht. Es fühlt sich eher alles entschleunigt an. Wir machen gemeinsam Sportübungen daheim, schauen Filme, skypen mit Freunden, lesen, spielen Playstation, basteln manchmal was, lernen Japanisch, kuscheln und haben Sex spontan, weil man ja eh daheim ist :D ,... Klar fehlen uns Museum und Kino, aber ich bin einfach froh, dass wir nicht jobtechnisch betroffen sind und meine Eltern noch gesund sind. Und meine Single-Kollegen leiden teilweise sehr, weil sie eben den ganzen Tag niemanden sehen. Und: Wie gesagt, mit Kindern stell ich mir das aber nochmal ganz anders vor.
Generell wäre es für mich, wie @void sagt, aber ein Alarmsignal, wenn mir der Partner total auf den Keks geht. Klar, wenn man dauerhaft LAT lebt, ist das vielleicht anders, aber sonst kommt wirklich irgendwann die Rente und man wird im Alter eingeschränkt, so dass man nicht mehr so aktiv sein kann; und ich möchte einfach mit jemandem zusammen sein, den ich dauerhaft um mich haben möchte, und bei dem ich keine Pausen zwischendurch benötige.
w, 37
 
  • #11
Rosenheimer legen vermutlich sehr wenig Wert darauf, dass gelangweilte Österreicher
Wenn die Rosenheimer so wenig Wert auf das langweilige Österreich haben, dann frage ich mich, warum über 250.000 Deutsche in Österreich arbeiten und leben. So ist dies der deutsche Part, der größte Part der Ausländer. Vielleicht sind dies nur die langweiligen Deutschen.

Heute Morgen gas es einen Bericht im ORF, dass die Schulen bis zu 06.12. geschlossen sind und bei der staatlichen Hilfe wären der Pandemie, ist dies prozentual, der größte Beitrag in der EU.


An der UNI in Salzburg nehmen auch viele Studenten aus Oberbayern teil. Da sind die 30 oder 40 Km näher, als die 100 Km nach München oder bekommen wir auch nur die langweilen deutschen Studenten.

Vielleicht sind ja die Österreicher so langweilig, weil man bis 2019 in den letzten 8 Jahren musste, wer den Gesamtweltcup gewinnt. – Hirscher.
Jetzt gewinnt ja 2021 kein Österreicher und auch kein Deutscher.:) Vielleicht auch ein Norweger.
 
  • #12
Uns nervt das Ganze auch.
Wir waren immer gern und viel aus - geht nicht. Ist ja alles dicht. Am WE ging wenigstens noch Cabrio fahren, weil das Wetter gut ist. Aber mit Freunden was machen ? Wenig Möglichkeiten. Ganz auf der Pelle sitzen wir uns nicht - wir haben ja 2 Wohnungen. Aber dennoch ......
Ja, spazieren gehen geht , wir wohnen ja nicht mitten in der Stadt.
Allgemein ist die Stimmung schlecht - obwohl doch nun Impfstoffe am Start stehen. Und nein, sobald diese da sind lassen sich viele Bürger nicht weiter einsperren. Dann wird den Politikern Feuer unterm Arsch gemacht - ich sehe nicht, dass die Einschränkungen der Grundrechte und der Rechte der Parlamente vor Gericht Bestand hat. Danke an die Väter des GG für die unabhängige Justiz.
Angst habe ich keine - aber es nervt. Gewaltig. Und ja, 2021 im Frühjahr geht das Leben wieder los. Ich freue mich darauf, denn wir werden haufenweise Arbeit haben. Und ja, das Thema Wirtschaft wird diese unselige Klimahysterie endlich nachhaltig zurück drängen.
Aber der Winter wird scheisse. Ganz einfach, weil die Stimmung mies ist, das Leben oft langweilig, das Wetter grau und trübe und man sich ja wenig bis nichts zu erzählen hat.
Ich danke den Wissenschaftlern, Forschern und Unternehmen, die auch diese Krise überwinden werden. Und dann bauen wir uns unser Leben wieder auf und ich hoffe, die Menschen haben dazu gelernt. Wir wollen unser Leben zurück, wir werden es uns zurückerobern und uns Freiheit und Wohlstand nicht mehr nehmen lassen.
 
  • #13
Für mich bedeutete das Homeoffice keine Pendelei mehr und damit drei Stunden täglich mehr Zeit für mich. Konzerte habe ich viele besucht, wenn auch die Gegebenheiten anders waren. Ich war viel am Walken und habe meine Pfunde purzeln lassen. Ich wollte schon immer meine Terrasse überdachen, das habe ich gemacht. Viel mit Freunden getroffen, aber im Garten mit Abstand um der Feuerkorb herum. Leider waren die Schwimmbäder lange geschlossen, das hat mich wirklich gestört. Ich habe das mehr an Zeit mit meinem Partner sehr genossen. w59
 
  • #14
Liebe TS, das was du erzählst, ist für mich mit kurz mit dem berühmten Jammern auf hohem Niveau zusammengefasst. First World Problems.

Ihr habt keine finanziellen Probleme, weil ihr problemlos von zuhause arbeiten könnt? Schätze dich glücklich. Du bist kognitiv in der Lage deinen Kindern die Lehrer zu ersetzen? Schätze dich glücklich. Ihr seid gesund? Schätze dich glücklich. Du bist Teil einer Familie, vereinsamst also nicht? Schätze dich, du errätst es sicher, einfach sehr glücklich.

Auch ich habe zwei Kinder, die jetzt viel zuhause sind. Wir leben in einer Stadt, die den maßgeblichen Inzidenz-Wert schon im Oktober riss. Mein Sohn hatte gerade seine Geburtstags-Einladungen verteilt, da mussten wir wieder absagen. Es wäre nichtmal direkt verboten gewesen, mit 15 Kindern zu feiern. Aber der normale Menschenverstand sagt mir, dass solche Zusammenkünfte von Kindern Teil verschiedener Schulen momentan unangebracht sind.

Natürlich war der Geburtstag meines Sohnes in diesem Jahr anders. Aber er sagte abends, es war schön. Da ist es an uns als Eltern, die bedrückende Realität in das bestmögliche Licht zu rücken und unseren Kindern eine unbeschwerte, schöne Zeit zu schenken.

Ein Bekannter meines Mannes bangte tagelang um seine Frau, die man nicht zur Hochrisiko-Gruppe zählen würde. Auch deshalb fehlt mir inzwischen jedes Verständnis für all jene, die nach Vergnügungen schreien und alles so furchtbar finden.

Dass dein Mann dich nervt, zeigt sich nur durch das Homeoffice. Grundsätzlich war das in der Beziehung sicher vorher schon so angelegt, nur verdeckt. Nimm es doch als Chance an euch zu arbeiten.

Alles Gute nach Österreich
 
  • #15
Ich habe schon länger teilweise Homeoffice. Man muss lernen, damit umzugehen, sich Freiräume zu schaffen, auch mit Deinem Partner musst Du ja nicht am gleichen Tisch sitzen. Geh raus an die frische Luft.

Dies geht vielleicht noch in Deutschland, aber ich wohne in Innsbruck und da darf man das nicht.
Das stimmt nicht. Spazieren und Individualsport sind erlaubt. Selbst der Kontakt zu einzelnen wichtigen Bezugspersonen ist erlaubt.

Wo möglich, ist Homeoffice erwünscht. Aber wenn ihr beide im Homeoffice seid, bedeutet das ja, dass ihr zu Hause 8 h arbeiten solltet.

Und in Deutschland werden sich auch die jetzigen Regeln ändern.
Schauen wir mal. Ich erwarte nicht, dass Kontakte hier komplett eingeschränkt werden, wenn Schulen nicht geschlossen sind. Sinn machen würden nur 2 Wochen Komplettlockdown über Weihnachten. Aber da sollen wir ja dann mit der Großfamilie Weihnachtsgans essen und in die Kirche gehen dürfen...
 
  • #16
Ich verstehe dich total gut... Auch wenn es bei mir so ist:
Ich wohne seit 2017 allein bin aber seit 2018 in einer LAT. Wir übernachten aber am WE und meistens einmal in der Woche gemeinsam in eine der beiden Wohnungen.
Die Wochenenden sind total langweilig... Mein Freund ist sowieso eher Couchpotato, durch Corona hat er natürlich noch eine bessere Ausrede. Das heißt er liegt hier rum und guckt TV und isst Chips. Was mich ärgert, ist, dass ich in der Zeit ja schlecht meinen Interessen in der Wohnung nachgehen kann. Wir wohnen ja nicht zusammen, insofern ist er mein Besuch und da kann ich schlecht was anderes machen in der Zeit, in der er hier ist. Ausstellungen, Kino und Freunde treffen geht nicht. Spazieren geht auch nicht, da er chronische Schmerzen hat. Auch ohne die Verbote würde ich das (Kino Freunde usw) sowieso alles momentan nicht tun, weil ich es nicht genießen könnte. Ich hoffe, dass es irgendwann besser wird... Solange bin ich froh wenn ich in meiner Wohnung allein bin und meinen Kram machen kann. Ich hoffe, die Leute nehmen sich zusammen. Meine Oma ist leider an dem Virus gestorben.

w32
 
  • #17
das was du erzählst, ist für mich mit kurz mit dem berühmten Jammern auf hohem Niveau zusammengefasst. First World Problems.
Habe ich auch erst gedacht, aber jeder hat ja nunmal SEINE Probleme, mit denen er klarkommen muss. Die Aufforderung, mal woanders hinzusehen, ist trotzdem gut in meinen Augen. Dann sieht man, dass man vielleicht doch noch Kapazitäten hat, mit seinen eigenen Problemen fertig zu werden, als dass man nur drinsteckt, jammert und denkt, "ich will es aber anders".

Was mich derzeit extrem irritiert, ist der Umgang mit den sinkenden Zahlen und dem Gerede vom Plateau, ohne dazuzusagen, wieviel weniger jetzt getestet wird im Vergleich zur vorigen Woche, mit deren Zahlen aber immer verglichen wird. Ich denke, es wird sich wohl sowieso daran orientieren, wie die Intensivbetten belegt sind.

Das tut mir sehr leid, wirklich. Wenn man Berichte über Kranke im KH sieht, ist das kaum auszuhalten.

Was Deinen Freund angeht, Mintgrün, das klingt für mich auch nicht prickelnd. Nicht, dass ich sein Rumhängen kritisieren würde, wenn er das gut findet, aber Du findest ja keine Freunde dran. Und er nicht an Deinen Interessen.
 
  • #18
Ich bin sowieso der komplette Exot hier als Einzelgänger. Die Beschränkungen schränken mich überhaupt nicht ein, da ich keinerlei sog. Unterhaltungsangebote nutze.
Dennoch schränke ich mich bereits seit einiger Zeit bei meinen alleinigen Außenaktivitäten ein, bzw. ich führe sie gar nicht mehr durch. Ich möchte keine Rettungskräfte etc. binden müssen und auch nicht in einem übervollen Corona-Spital landen. So fallen diese Aktivitäten einfach aus und werden durch Hausarbeit jedweder Art ersetzt. Es gibt da Altlasten sondergleichen! Wobei Hausarbeit vielleicht sogar gefährlicher als Außenaktivitäten sind.... Aber zumindest bin ich dann selber Schuld und wurde nicht auf der Straße von jemand anderem "abgeschossen".
Ja, generell Jammern auf hohem Niveau hier, aber einige haben schon mehr im Leben erlebt und waren auch schon tiefer unten, damit sie die jetzige Lage im Wohlstand zu schätzen wissen. Die meisten hier wissen nicht, wie gut es uns wirklich geht, mich eingeschlossen.
ErwinM, 51
 
  • #19
Wenn ich im Moment richtig Frust bekomme, dann kann ich es auch zum grössten Teil mir in die Schuhe schieben....

Zb das Abends nach Home Office Ende, meine Couch viel zu nah ist.....wenn ich also 2020 zu wenig gemacht habe, dann eindeutig weil ich von mir aus zu wenig draussen war.
Und da gab es genug Möglichkeiten, die innerhalb des Rahmens durchaus gingen.
Ich hab Campingurlaub gemacht, meinen Garten umgestaltet und war auf Strandkorbkonzerten.
Die Zeit genutzt die ging und da war genug von.


Ich hatte aber mit meinem Sohn auch Corona im Haus und es gehörte schon viel Toleranz dazu, 2 20 jährige mit schlechter Laune, lieb das Essen vor die Tür zu stellen.

Aber ich habe immer die Erzählungen meiner Grosseltern im Ohr...neben spanischer Grippe gab es Kriege...
Angst, wenig zu Essen und mangels Wohnraum: wohnen mit 3 Generationen und noch Einquartierern.
Und wie die eher vom Spass beim Pilze sammeln im Wald erzählten.

Ich telefoniere mit Freunden und geh spazieren und Fahrradfahren.
Schöne Fluchten
Lese in meiner Ecke Bücher und bin froh,
100% arbeiten zu dürfen und kein homeschooling machen zu müssen.
Meine Jungs haben jetzt ihren Basketballkorb, einen Boxsack und eine gebaute skatebordrampe ( in ihrem Alter hab ich Party erlebt).
Wenn Home Office wie wohl geplant für mich bleibt, gibt's endlich Hund!...da bleib ich auch nicht faul liegen

Und wie gesagt, bevor ich zickig werde....geh ich um den Block
 
  • #20
Da ja in Deutschland man anders umgeht wie in Österreich, dann muss man den 1.12 abwarten. Sollte die Neuinfizierungen in D höher sein als in AT, dann werden auch Maßnahmen in D sich ändern.

Was mich so auch gewundert hat, war die Hygienevorschläge von manchen Wissenschaftler 2020. Ich wurde in dem 20. Jahrhundert so erzogen, was man sich täglich die Hände waschen sollte, aber eines hat sich dadurch auch bei mir geändert. 2019 habe ich jeden meine Hand zur Begrüßung gereicht und 2020 nicht mehr. Tja, vor dem 01.03.20 war es noch unhöflich, wenn man den Fremden die Hand bei der Begrüßung nicht reicht und jetzt ist wieder ganz normal. Jetzt heißt es ja “Denke erst an dich und dann an mich.“ Früher waren solche Menschen egoistisch und jetzt ist vielleicht auch ganz normal, wenn man egoistisch ist.
 
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