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Gast

  • #1

Für Deine Gefühle bist Du selbst verantwortlich...

So eine Aussage von einem vermeintlichen Partner zu bekommen , finde ich extrem. Er nervt ,meckert usw. Und wenn ich mich wehre ,kommt eine solche Aussage . Was meint Ihr ? Er 60 ,ich 52 , seit 8 Jaharen liiert .
 
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Gast

  • #2
Er hat ja Recht; so hart es auch klingen mag.
Nur du bist für deine Gefühle verantwortlich.
Wenn er nerv, meckert oder unverschämt wird, musst du ihm Grenzen setzen. Vielleicht wirst du traurig, weil er sich daneben benimmt.
Du kannst dich fragen, ob seine Kritik berechtigt ist. Man ist ja nie selber perfekt.
Wenn du jedoch der Ansicht bist, er habe Unrecht, dann weise ihm auf mündige und klare Weise seine Grenzen.
Männer mögen es nicht, wenn Frauen heulen und jammern und das ganze Gefühlsregister einer verletzten Frau zeigen.
Man kann sich zusammen reißen, sich im Griff haben, also für sich Verantwortung tragen und erwachsen reagieren. Dann zeigt einem der Partner auch sehr schnell Respekt.
 
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Gast

  • #3
Seit 8 Jahren lässt du dir so ein Verhalten bieten? Er scheint dir gegenüber jeglichen Respekt, jegliches Gefühl verloren zu haben. Du solltest dir überlegen, ob du dir das länger bieten lassen willst. Ich wünsche dir viel Kraft und Mut für die richtige Entscheidung.
 
  • #4
Na ja, das ist ein sehr komplexes und kompliziertes Thema -- bei einer solchen Aussage hängt es sehr stark davon ab, in welchem Kontext sie fällt. Also worüber ihr gesprochen habt, welche Vorwürfe Du gemacht hast, ob Ihr gestritten habt.

Auch rein faktisch ist die Sache nicht leicht zu entscheiden. Natürlich sollten Partner füreinander da sein und sich gegenseitig für das Gefühlsleben ihres geliebten Partners verantwortlich fühlen und eben auch die richtigen Gefühle in dem Partner wecken können -- sei es beruhigen, erregen, trösten, erfreuen, Hoffnung geben, Leid lindern. Gefühle haben eben viel mit Interaktion, mit Aktion und Reaktion zu tun, auch z.B. Liebe und Zuneigung, Eifersucht und Sorgen, sich abgelehnt oder geborgen zu fühlen. Das sind einfach Aspekte, die im Wechselspiel zweier Menschen entstehen und auch nur entstehen können.

Andererseits ist man natürlich immer für sich und seine Gefühle und vorallem durch die davon ausgehenden Handlungen letztlich verantwortlich und viele Gefühle kann der Partner eben auch nicht aktiv beeinflussen. Wenn Du ihm zum Beispiel gesagt hättest, dass Du Dich nicht mehr hingezogen fühlst oder ihn nicht mehr liebst, dann wäre eine entsprechende Antwort überaus verständlich. Auch viele unbegründete (!) Ängste und Eifersüchteleien wären ein Grund, so einen Satz von sich zu geben.

Du müsstest schon mehr erzählen und sehr ehrlich zu Dir selbst dabei sein, wenn Du von uns eine konstruktive, konkrete Interpretation erwartest.
 
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Gast

  • #5
Liebe FS,
dieser Satz stimmt natürlich. Dennoch ist mir nicht ganz wohl dabei, wenn ihn ausgerechnet derjenige ausspricht, der einen verletzt hat. Dieser Satz kann nämlich auch sehr respekt- und rücksichtslos gemeint sein. Ob das so ist, kannst nur Du wissen, weil wir hier die genaueren Hintergründe nicht kennen. Das erfordert natürlich auch ein bisschen Selbstkritik: Bist Du zu empfindlich und machst Deinen Partner für Deine Gefühlslage verantwortlich? Oder trampelt er tatsächlich auf Deinen Gefühlen herum und bringt dann diesen Spruch?
 
  • #6
Wenn er meint jeder wäre für seine Gefühle verantwortlich, dann würde ich ihm an deiner Stelle genauso sagen: "Dein Meckern zeigt deutlich, dass Du mit irgend etwas in deinem Leben nicht zufrieden bist und für Deine Gefühle der Un(zufriedenheit) bist Du selber verantwortlich." Seine Unzufriedenheit, wenn das zutrifft, soll er auch nicht an Dir rauslassen.

Nicht jeder ist für seine Gefühle selber verantwortlich sondern es entsteht immer eine Resonanz zw. 2 Menschen, d.h. die Worte und die Taten eines Anderen lösen bestimmte Gefühle beim Anderen aus, auf die Du dann in entsprechender Weise reagierst. Wenn er Dir z.Bsp. einen Wochenendausflug verspricht und sein Versprechen nicht hält, dann bist Du traurig und enttäuscht, was normal und verständlich ist.

Verantwortlich bist Du nicht dafür, was dein Partner sagt und tut (darauf haben wir Menschen überhaupt keinen Einfluss), aber Du kannst Dich z.Bsp. für eine unfaire und ungerechte Behandlung währen, indem Du deinem Partner - ohne Vorwürfe - sagst, welche Gefühle sein positives oder negatives Verhalten in Dir auslösen. Was Du allerdings beinfussen könntest ist, wie Du mit den negativen Gefühlen umgehst. Entweder Du gehst alleine einen Spaziergang machen, oder einen Film im Kino anschauen, um Dich von seinem Meckern zu distanzieren. Wenn Dir aber so ein Partner die Lebensfreude ständig vermiest, dann kannst Du Dich von ihm trennen.
 
  • #7
@2 Das stimmt nicht! Wir Menschen sind NICHT verantwortlich für unsere Gefühle, denn wir erzeugen sie nicht willentlich, wenn wir verantwortlich sind dann nur wie wir damit umgehen. Für ihre Entstehung gibt es immer ein Auslöser. Das kann ein eigener Gedanke sein (Tod eines Freundes -> Traurigkeit), ein Ereignis (Geburt eines Kindes -> Freude), ein Betrug (Seitensprung des Partners -> Wut, Enttäuschung).

Die Gefühle entstehen im ständigen Wechselspiel der zwischenmenschlichen Beziehungen, werden meistens von der Aussenwelt ausgelöst, und sie der GANZEN Eigenverantwortung des Partners in die Schuhe zu schieben ist feige, ungerecht und respektlos!!! Wir sind einzig für den Umgang mit den Gefühlen verantwortlich!!! Aber nicht für mehr.
 
  • #8
@#6: Ja, da hast Du durchaus zum Teil recht. Gefühle entstehen primär, ohne dass wir etwas dafür können -- allerdings kann man auch das Entstehen von Gefühlen durchaus bewusst beeinflussen. Man kann zum Beispiel Ängste überwinden lernen, Empathie schulen, Lampenfieber und Aufregung durch Training mildern, Eifersucht durch Rationalisierung schwächen oder verhindern und man kann sich auch bewusst entlieben und so weiter. Der Mensch ist zwar manchen Gefühlen ausgeliefert, jedoch steht er ihnen selten völlig ohnmächtig gegenüber.

Du hast aber vorallem auch insofern recht, als dass der entscheidende Anteil in unserer Reaktion auf Gefühle besteht, also wie wir damit umgehen, wie wir sie ausleben, wie wir andere daran im positiven Sinne teilhaben oder im negativen Sinne darunter leiden lassen. Wir sind auf jeden Fall für den Umgang mit unseren Gefühl voll verantwortlich -- aber wie gesagt, in einem gewissen Rahmen auch für die Gefühle selbst.
 
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  • #9
@2
"Wenn er nerv, meckert oder unverschämt wird, musst du ihm Grenzen setzen."
"Männer mögen es nicht, wenn Frauen heulen und jammern und das ganze Gefühlsregister einer verletzten Frau zeigen."

Das ist aber eine sehr einseitige Sichtweise.
Es ist doch in erster Linie ein Fehlverhalten des Mannes, wenn er "meckert".
Er reißt sich doch nicht zusammen, er übernimmt keine Verantwortung.

Die Lage dann so zu drehen, als läge es in der Verantwortung der Frau, ihm das aufzuzeigen und das dann auch noch ohne zu heulen, finde ich ungerecht, eigentlich macht mich das sogar ziemlich wütend.

Also, liebe FS, ich finde sein Verhalten absolut nicht in Ordnung!!
 
  • #10
@7 Hmmm habe ich gerade überlegt, aber auch für Ängste, welcher Art auch immer, gibt es immer ein oder mehrere Auslöser. z.Bsp wenn jemand fürchterliche Angst vor Wasser hat, dann ist in der Vergangenheit etwas Traumatisierendes passiert z.Bsp das ein Mensch als Kind im Wasser fast Ertrunken wäre. Wenn die Kinder sehr klein waren, dann erinnern sie sich selber nicht daran, sondern nur die Eltern, sofern sie anwesend waren.

So kann man das Entstehen auch nicht bewusst beeinflussen. Das geht deswegen nicht, weil die Betroffenen die Ursachen ihrer entstandenen Gefühle nicht kennen. So wie Du schreibst kann man tatsächlich erst in einer Therapie versuchen, auf den Grund (Trigger = Auslöser) der Gefühle zu gehen. So kann die Person selber, sobald sie die Auslöser ihrer Gefühle erkannt und bewusst gemacht hat, sie künftig schon beim Entstehen im Keim ersticken.
 
  • #11
@6 und FS
Und doch ist der Satz richtig. Ganz besonders in der Situation der FS. Zum einen kann man Gefühle (nicht Phobien) kontrollieren und durch entsprechende Techniken auch gar nicht erst hochkommen lassen. Vor allem aber kommt es darauf an welche Lehren man aus diesen Gefühlen zieht.
Wenn er nervt und meckert und sich dann so aus der Affaire zieht.... und Du ärgerst Dich dann halt anstatt Ihm klarzumachen dass er sichs nicht so einfach machen sollte. Oder dass er nervt. Du musst Dich schon mal fragen wieso Du Dich als gestnadene Frau so behandeln lässt.
 
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Gast

  • #12
Hallo FS,
melde dich, damit das Forum eine konstruktive Stellungnahme abgeben kann ( Grins....So wie ich deinen Texst lese geht es bei euch seit langem so zu:
Er lässt seine Socken auf dem Wohnzimmersofa liegen.
Du sagst räum sie weg
Er sagt hör auf zu meckern
Du sagst, mich stören sie.
Er sagt Für deine Gefühle bist du selbst verantwortlich.

Wenn der Ablauf so ist dann kommt die klare Frage W A R U M lebst Du immer noch mit jemand zusammen, der dich tagtäglich abwertet, dein Selbstwertgefühl untergräbt

und und und.
Wie ist der Ablauf vor dem berühmten Satz?
 
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Gast

  • #13
Kleiner Beitrag zu der Theorie der Gefühle.
Das Entscheidene was wir Menschen tun: Wir bewerten unsere Emotionen und die Bewertung hängt vom sozialen Umfeld ab. Nun, die Emotionen (Freude, Wut, Angst usw.) haben wir - daran lässt sich nicht viel ändern, aber wie wir sie bewerten - dies lässt sich in einem Prozess verändern.
 
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Gast

  • #14
Ich bin die FS . An 11 .das ist es,genau auf den Punkt gebracht .So läuft es ab .

Sowas braucht keiner .

Warum ? Wenn ich das weiß,dann ist auch klar ,wie es weitergeht,oder nicht.................
 
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Gast

  • #15
Nun, wahrlich keine Lust mit so Verbrauchten Bedingungen, den Tag zu verbringen.

Hier lässt sich nichts erzwingen, frag IHN öfter um Seine Meinung, .........(Socken ,,,,, Ich halte es für ordentlicher, wenn du die Socken gleich wegräumst, wozu entledigst du sie nicht im .......?? )

Gebt einander eine Neue Chance, für ein "WIR", und das sollte er sich mal überlegen, oder entscheiden,
ewiges nörgeln ist Gift für die Partnerschaft.
 
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Gast

  • #16
Mein Freund sagt immer treffend: Für seine Gefühle kann man nichts, aber für das Gesicht, das man dazu macht. Gefühle haben und zeigen sind also immer zwei verschiedene Dinge. Mehr Infos wären gut, um das Problem zu verstehen.

Gruß, w36
 
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  • #17
Liebe FS,
es kommt darauf an, wie Du Dich wehrst.
Der Satz stimmt als solches. Viele Gefühle entstehen letztendlich im Kopf, indem man das Verhalten anderer bewertet. Dann solltest Du denn Auslösern und Ursachen auf den Grund gehen. Und wenn Du Dich verletzt fühlst, musst Du das auch klar erklären und Dir abwertende Bemerkungen verbitten. Das begründest Du ihm auch. Das gleiche gilt für ihn, wenn er an Dir rummeckert, soll er das bitte auch begründen. Nur wenn man miteinander redet, kann man solche Gefühle besprechen und Änderungen herbei führen.
Allerdings, wenn die Liebe am Absterben ist, hat das vielleicht nicht mehr viel Sinn.
 
  • #18
@10 Das wir am Entstehen der Gefühle verantwortlich sind ist nicht richtig. Sie entstehen IMMER durch ein Auslöser und natürlich sind es dabei immer unsere Gefühle. Z.Bsp durch ein Geruch (verdorbenes Essen -> Ekel). Auslöser muss nicht immer eine andere Person sein, auch die eigene Erinnerung an etwas kann Gefühle auslösen, oder ein Film, Musik usw. In einer Zweierbeziehung sind wir für die Auslöser nicht verantwortlich, oder nicht IMMER. Sondern, wie mehrmals erwähnt, nur für den Umgang mit unseren Gefühlen. Andererseits muss sich jeder Beteiligter fragen, was er dazu beigetragen hat, dass es zu einer verfahrenen Situation gekommen ist, dass die Beziehung in einer Sackgasse steckt. Die Frage wer als erster angefangen hat, ist schwierig zu beantworten. Ich meine damit: ist z.Bsp. die Reaktion (Handeln) der FS ein Auslöser für das Meckern (Gefühle der Unzufriedenheit) ihres Partners ODER ist das Meckern ihres Partners Auslöser für ihre Gefühle? Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? So kann man(n) /Frau sich ewig im Kreis drehen.

Aber in den zwischenmenschlichen Beziehungen ist alles viel komplexer und undurchsichtiger. Wenn ein Partner fremdgeht, DANN hat die Partnerin Gefühle der Wut, Demütigung, Enttäuschung. (Wenn sie sich darüber freuen würde, dann würde mit ihr etwas nicht stimmen!!!) Oder die Partnerin hat weniger Lust mit ihrem Partner intim zu sein und für sie ist die Frequenz völlig ok, DANN lebt er die Sexualität von Zeit zu Zeit aussen, weil er sich vernachlässigt oder gar ungeliebt fühlt. Auch hier: Wo ist die Ursache, wo die Wirkung??? Wenn aber dieser Mann in allen früheren Beziehungen wiederholt fremdgegangen ist, dann kann man davon ausgehen, dass keine Frau für seine notorische Untreue verantwortlich war/ist.

So oder so sind wir bzw. unser Handeln und Tun, unsere verbale und nonverbale Sprache Auslöser für die Gefühle des Gegenübers und die des Anderen genauso Auslöser für unsere Gefühle. Wie @2 meint am besten "erwachsen reagieren". So gesehen können wir in zwischenmenschlichen Beziehungen nur miteinander reden, bzw. unseren Partnern unsere Gefühle mitteilen, und entweder wir stossen dabei auf Empathie und Verständnis oder nicht. Davon hängt ab, ob und wie die Partnerschaft weitergeht.
 
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Gast

  • #19
Liebe Fragestellerin, wenn ich es richtig weiß, wird häufig in Selbsterfahrungsgruppen und Therapien kommuniziert, dass man nicht für die Gefühle anderer verantwortlich ist.

Ich weiß selbst auch nicht, was ich davon halten soll und fühle mich durchaus verantwortlich, wenn sich jemand von mir verletzt, gekränkt o.a. fühlt. Ich versuche dann, es wieder gut zu machen.

w/48