• #1

Freundschaft beibehalten

Hallo liebes Forum,

ich (34w) habe mich vor Kurzem von meinem Lebenspartner getrennt. Die Entscheidung war wohlüberlegt und ich stehe weiterhin dazu. Wir sind im Guten auseinandergegangen.

Da wir beide während der Beziehung mit der Wohnsituation nicht glücklich waren, habe ich beschlossen, mir die Wohnung nebenan zu mieten, als diese frei wurde. Jetzt nach der Trennung wohne ich da freilich immer noch.

Da wir uns weiterhin gut verstehen, essen wir z.B. manchmal miteinander und helfen uns gegenseitig aus. Ich möchte die Freundschaft beibehalten, weil ich ihn definitiv als Mensch in meinem Leben haben möchte.

Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass er bald neue Bekanntschaften mit nach Hause bringen könnte, geht es mir nicht gut dabei. Versteht mich nicht falsch, es ist freilich sein gutes Recht. Früher oder später wird es ja auch bei mir soweit sein.

Ich möchte gerne wissen, wie ihr die Situation einschätzt. Wie verhalte ich mich am besten?

Dankeschön im Voraus!
 
  • #2
Ich möchte gerne wissen, wie ihr die Situation einschätzt. Wie verhalte ich mich am besten?
Am besten ist es für alle Beteiligten immer, wenn man zuerst eine richtige Trennung vollzieht mit Kontaktabbruch usw. Bis man den "Entzug" geschafft hat und emotional so weit ist, dass man tatsächlich den anderen mit neuen Partnern erleben kann und das beste wünscht. Alles andere sind solche Konstellationen wie eure, dass man jahrelang noch aneinander klebt und die neuen Partner vergrault, weil man sich mit dem/der Ex "soo gut versteht".
 
  • #3
Naja, ich sag mal so: Wer A sagt, muss auch B sagen.

Die Wohnsituation bleibt ja nach wie vor so. Ihr wohnt nebeneinander. Wenn du nun mit ihm NICHT befreundet wärest, würdest du seine Damenbesuche ja auch mitbekommen. Was macht es dann also für einen Unterschied? Es würde dir anfangs so oder so nicht gut gehen. Dann kannst du ja auch mit ihm befreundet bleiben, wenn er ansonsten ein netter Kerl ist.

Um dir dieses komische Gefühl zu nehmen, wenn eine andere Bekanntschaft zu ihm kommt (steht das denn überhaupt in nächster Zeit zu befürchten?), würde ich raten, eventuell erst einmal Anstand zu nehmen, und dich mit diesem Gefühl auseinanderzusetzen. Ihr habt euch getrennt, im gegenseitigen einvernehmen offenbar, versteht euch noch gut, aber der Ofen ist aus, also wieso kannst du es nicht ertragen, wenn er mit einer anderen Dame den Ofen wieder anmacht?

Geeignet wäre, vielleicht wirklich mal ein/zwei Monate auf gemeinsame Essen und Hilfe und sonstige Budenkriecherei zu verzichten, um sich ein bisschen zu entwöhnen. In zwei Monaten hast du auch genug reflektiert, WAS dich genau daran stört, obwohl du ihn ja nicht mehr haben willst, und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Vielleicht kann man auch gemeinsam für den Übergang Regeln aufstellen, wann oder wie oft man sich sieht.
Irgendwann entspannt sich das, und alles ist in Butter.
 
  • #4
Hallo liebes Forum,

ich (34w) habe mich vor Kurzem von meinem Lebenspartner getrennt. Die Entscheidung war wohlüberlegt und ich stehe weiterhin dazu. Wir sind im Guten auseinandergegangen.

Da wir beide während der Beziehung mit der Wohnsituation nicht glücklich waren, habe ich beschlossen, mir die Wohnung nebenan zu mieten, als diese frei wurde. Jetzt nach der Trennung wohne ich da freilich immer noch.

Da wir uns weiterhin gut verstehen, essen wir z.B. manchmal miteinander und helfen uns gegenseitig aus. Ich möchte die Freundschaft beibehalten, weil ich ihn definitiv als Mensch in meinem Leben haben möchte.

Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass er bald neue Bekanntschaften mit nach Hause bringen könnte, geht es mir nicht gut dabei. Versteht mich nicht falsch, es ist freilich sein gutes Recht. Früher oder später wird es ja auch bei mir soweit sein.

Ich möchte gerne wissen, wie ihr die Situation einschätzt. Wie verhalte ich mich am besten?

Dankeschön im Voraus!
Also ich find's schön, dass du mit deinem Ex noch befreundet bist, und wenn ihr euch weiterhin gut versteht und du deine Wohnung magst, besteht ja auch kein Grund, von dort wegzuziehen. Ich bin mit meinem Exfreund -- wir haben uns ebenfalls im Guten getrennt -- auch immer noch gut befreundet, obwohl schon länger mit jemand anderem zusammen. Ich fange allgemein nur was mit Männern an, die ich so gut finde, dass ich auch mit ihnen befreundet sein kann. Er wohnt auch nach wie vor als Mieter im Haus meiner Mutter. Wenn ich sie besuche, schaue ich immer kurz dort vorbei und sage Hallo, er wird dann auch zum Essen eingeladen oder wir gehen mal spazieren. Am Anfang haben wir außerdem noch oft telefoniert, aber ich kann dir erfahrungsgemäß zu deiner Situation sagen: Der Kontakt wird wahrscheinlich automatisch im Laufe der Zeit weniger werden, erst recht, wenn neue Partner auftauchen. Spätestens, wenn du selbst einen neuen Partner hast und in einen anderen verliebt bist, wird dich dein Ex nicht mehr so sehr interessieren, du wirst ihn immer seltener treffen und es wird dich auch nicht stören, wenn er andere Frauen kennenlernt, im Gegenteil, du wirst dich dann hoffentlich für ihn freuen.

Was mich hier noch interessiert: Du schreibst, du hast dich wohlüberlegt getrennt. Wie steht dein Exfreund denn dazu, wie fand der die Trennung? Ich meine, hat er irgendwie die Hoffnung, er könnte dich zurückbekommen, liebt er dich immer noch? Dann nämlich fände ich die Treffen mit ihm schon etwas schwierig, denn du würdest ihm vielleicht Hoffnungen machen und ihn daran hindern, loszulassen und nach einer neuen Partnerin Ausschau zu halten.

w26
 
  • #5

Da seid ihr den meisten Menschen ein großes Stück voraus.


Das klingt so nach on off Beziehung in den Startlöchern. Nähe Distanz hat nicht gestimmt bei euch.
Das ist verdammt nah nach einer Trennung.

Ich möchte die Freundschaft beibehalten, weil ich ihn definitiv als Mensch in meinem Leben haben möchte.

Stand heute. Das kann sich ändern.

Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass er bald neue Bekanntschaften mit nach Hause bringen könnte, geht es mir nicht gut dabei.

Du bist da noch nicht ganz durch denke ich. Das wird sich einfach komisch anfühlen. Und dann willst du der Ratgeber für ihn sein? Dir fehlt die Trennungskompetenz.

Ich bin so ähnlich gestrickt. Ich möchte Menschen auch nicht einfach so wegschmeißen. Das gelingt aber nur wenn keine Gefühle mehr im Spiel sind.

Lass es erstmal so wie es ist, schau ob es funktioniert und wenn ein neuer Partner da ist, bei Dir oder bei ihm, dann ändert es sich ohnehin.
 
  • #6
Die Entscheidung war wohlüberlegt und ich stehe weiterhin dazu. Wir
Du hast leider vergessen Deine Gefühle zu fragen, nun bist Du etwas in Sorge um Dein Wohlbefinden was ist, wenn er eine neue mitbringt.
Ich möchte die Freundschaft beibehalten, weil ich ihn definitiv als Mensch in meinem Leben haben möchte.
Weil Du keinen Abstand bekmmst von diesem Mann, deswegen kommt hier die Freundschaftsschiene ....
Mit 34 Jahren darfst Du diese Verbindung getrost loslassen. Glücklich hat sie Dich ja nicht gemacht, diese Liebe zu ihm Das Du ausgerechnet die Wohnung nebenan genommen hast war ein Fehler, Du bist immer noch auf ihn fixiert. Wenn Du frei sein möchtest, dann such Dir eine andere Wohnung.
Das dauert auch noch etwas. Wie sieht er denn die Wohnsituation. Habt ihr euch mal darüber ausgetauscht.
 
  • #7
Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass er bald neue Bekanntschaften mit nach Hause bringen könnte, geht es mir nicht gut dabei.
Ich halte das ganze für eine totale Schnapsidee. Vorbei ist vorbei. Nach einer Trennung noch Nachbarn zu sein, ist komplett unvorteilhaft. Und man sieht doch an deinem Zitat, das absolut menschlich ist, dass das nicht funktioniert.

Such dir eine neue Wohnung und minimiere den Kontakt. Jeder von euch wird über kurz oder lang neue Partner mit nach Hause bringen.

Ganz ehrlich: Würde mir ein Mann sagen, dass seine Ex in der Wohnung gegenüber wohnt und er noch mit ihr isst, kocht usw hätte ich ein massives Problem damit. Das klingt so: Wenn ich gerade niemanden habe, kann ich zum Sex zu ihr gehen. Und andersrum die Männer sicher auch. Es ist einfach seltsam und unnötig. Vorbei ist Vorbei. LG w31
 
  • #8
Das Problem hier könnte sein, dass sich nicht viel geändert an an vielem der Situation. Ihr versteht euch nach wie vor, ihr wohnt nach wie vor. Also es fühlt sich gar nicht vollständig nach Trennung an.
Ich glaube, jeder, der sich im Guten trennt, würde gerne das mit in die Zukunft nehmen, was er an der Beziehung gut fand. Bei manchen scheint das auch geschmeidig zu gelingen. Es kommen bei niemandem Fragen auf. Aber es gibt auch andere Paare, da gibt es ein Zuviel an Ex in der neuen Beziehung und die Aussage "wenn meine Freunde dem neuen Partner nicht passen, ist er nicht der Richtige". Immer gucken, ob man selbst das vom anderen so gern hätte, wie man es anbietet.

Mal was aus meinen jungen Jahren: Wenn sich ein Mann in mich verliebt hatte, den ich mochte, aber nicht mehr, dann dachte ich, dass man doch befreundet sein könne. Das wollte aber kein Mann. Es scheint, als ob manche Männer nur EINE Frau in ihrem Leben haben wollen, auf die sie ihre Aufmerksamkeit konzentrieren wollen. Freundschaften mit anderen Frauen sind für sie sinnlos. Also wenn Dein Ex und alter neuer Freund nun auch so tickt, bist Du bei einer neuen Frau auch raus und kannst Dich nicht drauf versteifen, dass ihr doch mal sagtet, Freunde bleiben zu wollen, und Du nun selbst neue potenzielle Partnerschaften mit dieser Freundschaft zum Ex belastet hattest und Dir einen Kopf gemacht hast, wie Du den Ex-Freund noch als Freundin betuddeln kannst, obwohl Dein neuer Partner damit ein Problem hat.

Wenn ihr jetzt noch nebeneinander wohnt, er tut was für Dich wie immer, Du tust was für ihn wie immer, weil ihr ja befreundet seid, so wird sich das wahrscheinlich ändern, wenn einer von euch jemand anderen kennenlernt. Und das SOLLTE sich auch ändern, weil ihr ansonsten neuen Menschen in eurem Leben zu wenig Platz bietet. Dh. Du wirst irgendwann hoffentlich damit konfrontiert, dass er Dir keinen Gefallen tut, weil er gerade lieber mit seiner neuen Freundin zusammen ist. Sonst vergrault ihr beide diese Frau gleich wieder. Was auch bedeutet, dass Du Dich zu seinem Glück von selbst zurückziehen solltest, wenn da wer auftaucht.
Und umgekehrt natürlich auch - wenn Du einen neuen Mann hast, solltest Du ihn als erste Adresse sehen, auch was für ihn zu tun bzw. ihn was für Dich tun zu lassen.

Eure Situation ist mit Bedacht zu handhaben, finde ich. Denn eure Vertrautheit, die sich nun fortsetzen könnte, kann auch eine neue Beziehung belasten. Wenn Dein Ex Dir als erstes einfällt, wenn Du was erzählen willst oder einen Rat brauchst, dann festigst Du das jetzt in dieser neuen alten Freundschaft. Und das stößt neue Partner auch vor den Kopf.

Ich finde die Sache wirklich schwierig, denn einerseits ist es schwer, einen guten Freund zu finden, andererseits ist es schwer, mit so einem guten Freund, mit dem man schon mal in einer Beziehung war, einen neuen Partner platzmäßig in sein Leben zu lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Trennung heißt für mich, nicht nur Trennung mit dem zweck- und fremdkonditionierten Kopf, sondern Trennung heißt für mich auch Trennung mit dem ureigenen Bauchgefühl! Wer das nicht hinkriegt, ist emotional noch nicht erwachsen!
Wer sich ein wenig trennt, steht sich selbst im Weg und ist nicht getrennt!
Mit einer solchen Nichttrennung wird er keinen Erfolg in der neuen Partnerfindung haben können, welcher Mensch möchte einen Partner kennenlernen, der immer noch mit dem alten Partner verbandelt und verpartnert ist??
 
  • #10
Also mein Rat ist:

1. Wenn es losgeht, dass wer anderes kommt, muss man (er oder Du) wissen, dass es Zeit ist, noch ein Stück mehr zu gehen. Damit kriegt ein neuer Partner auch gleichzeitig Sicherheit und das Signal, dass hier niemand noch Restbeziehungsleben haben will und umkämpft.

2. Eine gute Freundschaft schon im Verdacht, bald eine neue Beziehung zu haben, zu kappen, ist falsch. Ihr seid ja auch Nachbarn. Vielleicht findet ihr die nächsten Jahre niemanden, mit dem ihr zusammen sein wollt, also wozu jetzt schon den Kontakt künstlich ganz einstellen, wenn man jemanden hat, der im Urlaub die Blumen gießen kann. Allerdings sollte klar sein, dass es keine gemeinsamen Urlaube und Ausflüge mehr geben sollte. Dh.:

3. Echt trennen. Keine gemeinsamen Abendessen wie früher, kein Beziehungsverhalten mehr wie früher, also Alltagsgedöns bequatschen, Insiderwitze, kleine Geschenke usw. (auch wenn gute Freunde sowas normalerweise machen). Sonst entstehen Rituale und Gewohnheiten, die irgendwann, wenn einer wen Neues hat, wegfallen müssen, und es entsteht dann ein Loch und Einsamkeit beim anderen. Vielleicht geht das aber auch gar nicht anders, weil man nicht alles abchecken kann, das man nun eigentlich "neu definieren und machen" müsste, wo ihr getrennt seid.

4. Schon vorher abklären, dass der mit dem neuen Partner keinerlei Rücksicht auf die Exensituation zu nehmen hat. Sonst macht ihr euch neue Beziehungen gleich im Ansatz kaputt. Oder kriegt Partner, die sich an euch und eurer Exenfreundschaft emotional abarbeiten, aber das will man normalerweise ja auch nicht.

5. Wenn einer einen neuen Partner hat und erfährt, dass der Ex noch nebenan wohnt, ist das kurios genug. Also ich würde sagen, ihr müsstet wirklich eine Menge Überzeugungsarbeit bei einem neuen Partner leisten. DANN noch eine supergute Freundschaft zu präsentieren, bei der nicht mal F+ läuft, nichts Internes von der neuen Beziehungsanbahnung ausgetratscht wird und man nicht noch aneinander hängt, wird ein ziemlicher Klopper für viele, glaube ich. Zumal die neuen Leuten gleich begutachtet werden vom Ex.

Also sei Dir bewusst, dass ihr es neuen Leuten vermutlich schwer machen werdet, insbesondere dann noch mit zu vertrautem Verhalten.
Man kann nicht alles haben, will ich auch noch dazu sagen. Man hat auch nur begrenzt Energie und Zeit und muss Prioritäten setzen, und das klug. Wenn Du diese Freundschaft über alles stellst, machst Du woanders Chancen in Deinem Leben kaputt. Wenn Du fallengelassen wirst, wenn er sich neu verliebt, tut er für sich das Richtige und Du kannst nicht enttäuscht sein oder was einklagen, falls Du Deine neuen Männerbekanntschaften nicht an erste Stelle gesetzt hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #11
Liebe FS,

ich finde es schön, dass ihr die Freundschaft beibehalten wollt. Nur ist es jetzt noch zu früh, damit es sich auch um eine platonische Freundschaft handeln kann.
Ihr solltet die Trennung auch emotional vollziehen. Die Gefühle sind ja immer noch vorhanden weshalb dir der Gedanke ihn mit einer anderen Frau zu sehen Unwohlsein bereitet.

Meine Empfehlung: Bringt da erstmal ein paar Monate oder ein halbes Jahr wirklich Abstand rein ohne gemeinsame Unternehmungen, kochen, Hilfestellungen, ständigen Kontakt usw., damit jeder sich erstmal auf sein Leben konzentrieren kann, man auch verarbeiten kann, dass das gemeinsame Leben mit der Beziehung auch vorbei ist und die Trennung auf der Gefühlsebene vollzogen wird.
Und danach kann man auch eine Freundschaft entstehen lassen, wenn daran auch noch wirklich Interesse besteht und diese Freundschaft zum Ex nicht nur dazu dient, weil man nicht loslassen kann.

So wie es jetzt läuft blockiert ihr euch doch beide ein gutes Stück gegenseitig und für evtl. neue Partner ist dieser Zustand auch nicht sonderlich erfreulich.
 
  • #12
Mal noch was anderes: Ging die Trennung eigentlich von Dir aus?
Dann kann es sein, dass Dein jetziger Impuls, Deinem Ex diese superschöne Freundschaft und, dass er in Deinem Leben bleiben soll, anzubieten, nur von einem schlechten Gewissen Deinerseits herrührt.

Mein Ex hatte mit mir Schluss gemacht und redete dabei davon, dass er sich nicht vorstelle könne, dass ich nicht mehr in seinem Leben sei, ich sei so ein toller Mensch usw.. Er wollte den Kontakt unbedingt behalten. Scheinbar.

Ich denke, das kommt nur, weil man meint, dem anderen jetzt durch das Gehen eine tiefe Wunde zu reißen und man ihm natürlich durch das Schlussmachen nicht sagen will, dass man ihn verabscheut und wegschmeißt. Man will auch nicht, dass einer mit Groll und Rachsucht wegen der Verletzung zurückbleibt.

Allerdings wird hier auch eine andere Sache nicht gesehen: Der Nun-Ex kann schon lange fühlen, dass die Beziehung nicht mehr passt. Aber er macht aus irgendwelchen Gründen selbst nicht Schluss.

Ich bin drauf reingefallen auf dieses Freundschaftsangebot. Für mich hätte er das gar nicht anzubieten brauchen, Schluss ist für mich Schluss und da wir vorher nicht wie Freunde waren - was sollte das nachher.

Unsere Beziehung war schon seit einiger Zeit nicht mehr passend. Aber ich hatte gedacht und hätte noch weiter gedacht, das wird wieder "irgendwie".
Als Schluss war, war ich total überrascht, wie erleichtert ich war, auch wenn ich todtraurig war. Es war richtig, dass es zu Ende gegangen war.

Da mein Ex das mit der Freundschaft dann wohl gar nicht so empfand, war ich es dann auch, die nach Telefonaten fragte, die ich aber gar nicht wollte. Ich tat es nur seinetwegen, weil er das so gewollt hatte.

So war ich dann sauer, als ich erkannte, dass er den Kontakt einschlafen lassen wollte, weil ich dachte, dass er es sich leicht gemacht hatte mit dem Schluss (wusste ja nun, dass ich ihm ohne Groll gesonnen war) oder mich vielleicht sogar noch ein bisschen warmhalten wollte (er wollte nach kurzer Zeit noch mal zurück und es wieder probieren, aber da wollte ich nicht mehr).

Also FALLS Du Schluss gemacht hast, frage Dich mal, ob Du wirklich mit diesem Mann eine Freundschaft willst oder ob Du es Dir und ihm nicht nur leicht machen willst mit dem Ende.
 
  • #13
Vielen Dank für eure Antworten.

Die Wohnung möchte ich aus verschiedenen Gründen unbedingt behalten. Somit bleibt mir nur übrig, mich mit der Situation zu arrangieren.

Die Trennung ging von meiner Seite aus. Wenn wir ehrlich zueinander sind, wissen wir auch, dass diese aus verschiedenen Gründen längst überfällig war.

Ich werfe ihm insgeheim vor, dass er für eine Trennung nur zu bequem war bzw. Bedenken hatte, dass ich ungehalten reagieren und die Wohnsituation sehr unangenehm werden könnte.

Ich bin mir nicht sicher, worin das Problem bei einer neuen Bekanntschaft seinerseits genau bestehen würde. Zum einen müsste unser Verhältnis dann freilich anders aussehen. Zum anderen kann ich den Gedanken schwer ertragen, dass er eine andere Frau begehrt. Er selbst hätte im Gegenzug wohl kaum Probleme damit, wenn ich neue Bekanntschaften mache. So ist er gestrickt. Eine offene Beziehung wäre für ihn denkbar gewesen, für mich keinesfalls. Da ist ein Ungleichgewicht da, das mir nicht gefällt.

Durch meinen Expartner hatte ich immer viel Gesellschaft (abgesehen von der aktuellen Situation), da er viele Bekannte und Freunde hat. Ich war zumindest in der Vergangenheit lieber eher für mich und hatte nur gelegentlich Besuch. Teilweise wurden mir die Besuche sogar zu viel, was auch ein Grund war, warum ich eine eigene Wohnung gesucht habe.

Ich vermisse es allerdings aktuell sehr, dass einfach mal jemand spontan vorbeikommt. Er empfängt weiterhin Besuch, bindet mich aber - was klar ist - nicht mehr ein. Ich kann mit dem Alleinsein nicht umgehen und fühle mich oft einsam.
 
  • #14
Zum anderen kann ich den Gedanken schwer ertragen, dass er eine andere Frau begehrt.
Du merkst, dass ihr euch noch nicht in einer platonischen Freundschaft befindet?

Ich kann mit dem Alleinsein nicht umgehen und fühle mich oft einsam
Das solltest du lernen.
Beginne dein eigenes Leben zu leben und baue dir deinen eigenen Freundes- und Bekanntenkreis auf.
 
  • #15
Ich kann mit dem Alleinsein nicht umgehen und fühle mich oft einsam.
Mache dir einmal Gedanken darüber und werde dir klar, welche Vorzüge und Vorteile man hat, wenn man sich dazu trainiert hat, fähig zu sein, das Leben glücklich und zufrieden mit sich alleine leben kann, sich selbst zeitunabhängig und wann auch immer wunderbar ertragen kann, was für ein großes Geschenk und Glück, was für ein wunderbares Gefühl, völlige Freiheit, völlige Unabhängigkeit leben zu können, zu dürfen, einfach herrlich!
Wenn du mit deiner Persönlichkeitsentwicklung weiterkommen willst, dann solltest du dringend an dir arbeiten, an deiner Geisteshaltung, an deiner Einstellung, das ist deine Kern-Problematik, das ist deine große Big-Baustelle, das kann man ändern, wenn einem das wichtig genug ist!! Die meisten Beziehungen sind nicht glücklich, werden nicht glücklich, wenn die Partner nicht alleine sein können, die Zweckorientierung, die fremden Konditionierungen, vor der Liebe mehr Bedeutung haben, dann geht die Beziehung immer schief!
 
  • #16
Die Trennung ging von meiner Seite aus. Wenn wir ehrlich zueinander sind, wissen wir auch, dass diese aus verschiedenen Gründen längst überfällig war.

Ich werfe ihm insgeheim vor, dass er für eine Trennung nur zu bequem war bzw. Bedenken hatte, dass ich ungehalten reagieren und die Wohnsituation sehr unangenehm werden könnte.
Wenn er mit einer offenen Beziehung kein Problem gehabt hätte, Du aber Dir aber einen Kopf machen musst, wenn er eine andere begehrt, sehe ich eine ziemliche Schieflage. Ich meine, es kann sein, dass Du ihm einfach egal bist. Schluss machen will er aus Bequemlichkeit oder Stressvermeidung nicht, jeder darf seiner Wege gehen, Du aber nimmst die Beziehung noch ernst und musst einen Schlussstrich ziehen. Willst Du wirklich mit ihm befreundet sein oder vermisst Du einfach nur das gesellschaftliche Leben? Ich finde, so bedeutungslos, wie Du vielleicht von ihm gesehen wirst, da er selbst ja x Freunde hat und es für mich alles recht gleichgültig seinerseits klingt, könntest Du auch sagen, dass Du auf diese Freundschaft verzichten kannst und Dir mal ein Herz fasst, Dein eigenes gesellschaftliches Leben erstmal zu akzeptieren und dann zu versuchen, eine eigene Truppe zu finden, z.B. über ein Hobby.
 
  • #17
Dein Sozialverhalten ist ganz schön ambivalent, FS!
Einerseits bist Du gerne alleine, andererseits hast Du die Energie von seinen ganzen Besuchen bezogen. Aber ja nicht zu viel, deshalb hast Du Dir eine Wohnung neben genommen, damit seine Besucher immer auch für Dich zur Verfügung stehen können, wenn Dir danach ist. Und jetzt hat er Dich doch weitgehend gekappt und fühlst Dich einsam.

Du bist schlicht und einfach ein Energievampir, kommst mit Dir selber überhaupt nicht klar, sondern brauchst andere Menschen für Deinen Energiehaushalt. Aber genau in der richtigen Dosis, ansonsten gehts ab in die eigene Wohnung!

Lebe mal eine gute Zeit lang alleine, oder geh für 6 Monate ins Kloster. Das mit einer neuen Partnerschaft hast Du ja eh nicht auf dem Radar, gut so. Du siehst Deine Baustellen ja andeutungsweise selber.

ErwinM, 52
 
  • #18
Hallo liebes Forum,

es ist nun zwei Monate her, seit ich meinen Beitrag verfasst habe. Es hat sich einiges getan.

Als er Anfang Juni Damenbesuch hätte, hat mich das wie erwartet sehr getroffen. Er war cool mit der Trennung, ich nicht.

Ich habe seitdem den Kontakt stark reduziert und bin so gut es eben geht auf Abstand gegangen.

Ich bin dabei, mein Leben neu zu ordnen, neue Hobbys auszuprobieren bzw. alte wiederaufzunehmen. So kann ich dem Ganzen langsam auch etwas Gutes abgewinnen. In der Beziehung hätte ich diesen "Neustart" nicht gemacht.

Auch erweitere ich meinen Bekanntenkreis und umgebe mich mit Menschen, die ich mir selbst ausgesucht habe. Ich lerne auch wieder, für mich allein zu sein und kann das auch wieder mehr genießen.

Nichtsdestotrotz sitzt die Trennung immer noch tief. Ich habe zeitweise eine Stinkwut auf ihn und heule.

Ihm geht es hingegen gut. Er genießt sein Leben und lädt ständig Leute zu sich ein. Zumindest akzeptiert er mittlerweile meinen Wunsch nach Abstand. Ob es ihm gleichgültig ist, ob wieder ein freundschaftliches Verhältnis entsteht, kann ich nicht einschätzen. Der Gedanke daran, dass es ihm egal sein könnte, schmerzt sehr.
 
  • #19
Als er Anfang Juni Damenbesuch hätte, hat mich das wie erwartet sehr getroffen. Er war cool mit der Trennung, ich nicht.

Das ist der Deal.
Es funktioniert (noch ) nicht.

Ich habe seitdem den Kontakt stark reduziert und bin so gut es eben geht auf Abstand gegangen.

Du siehst selbst, dass Du es nicht hin bekommst. Die Wohnung wirst Du immer mit ihm verbinden.

In der Beziehung hätte ich diesen "Neustart" nicht gemacht.

Auch erweitere ich meinen Bekanntenkreis und umgebe mich mit Menschen, die ich mir selbst ausgesucht habe.

Das klingt so abhängig.
Er hat die Beziehung dominiert?
Ist viel selbstbewusster wie Du, autark?

Ihm geht es hingegen gut. Er genießt sein Leben und lädt ständig Leute zu sich ein.

Die Nähe funktioniert nicht. Denk darüber nach wegzuziehen.

Ob es ihm gleichgültig ist, ob wieder ein freundschaftliches Verhältnis entsteht, kann ich nicht einschätzen. Der Gedanke daran, dass es ihm egal sein könnte, schmerzt sehr.

Du bist noch viel zu sehr verletzt.
Das tut Dir nicht gut. Geh!
 
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