• #1

Freundin will eine Zweitbeziehung. Was tun?

Wo soll ich anfangen? Am besten mit den Hintergründen.... wir sind seit 21 Jahren zusammen und haben 2 Kinder und ein Haus. Vor 9 Jahren hatte ich einen Unfall und bin seitdem tetraplegiker. Dadurch leider viel auf Hilfe angewiesen (Pflegedienst und Angehörige). Trotzdem Vollzeit arbeitend und einigermaßen mobil und aktiv.
Meine Freundin muss viel erledigen (auch Dinge die man dem Partner nicht zumuten möchte) und ich bin im Haushalt keine große Hilfe.
Sie macht das außergewöhnlich gut, ist aber trotzdem ab und zu einfach überfordert und verzweifelt. Dann gibt es oft Streit. Dadurch habe ich mich die letzten Jahre immer weiter zurückgezogen, obwohl ich sie liebe und mir mehr Nähe wünsche. Diese Nähe ist in dieser Zeit verloren gegangen.
Jetzt hat sie einen anderen Mann kennen gelernt, den sie schon geküsst hat und der ihr gut tun würde. Sie möchte ihn öfter treffen und weiß nicht, wie weit sie gehen möchte.....Mit ihm ist alles leichter, freier und einfacher.
Mir gehts schlecht dabei, aber ich möchte dass sie zufrieden ist. Keine Ahnung was ich tun soll....viele Optionen habe ich nicht, da ich nicht ohne Hilfe leben kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #2
Ich würde es in deiner Situation meinem Mann nicht nur zugestehen, sondern auch gönnen. Nicht jede/e hat die Größe, in so einer Situation wie deiner die Partnerschaft weiterzuführen. Trotz Ehe besitzt man einander nicht. Mir würde das, was deine Frau leistet, schon viel bedeuten. Und ich wollte sie an deiner Stelle glücklich sehen.
 
  • #3
Schwierig. Deine Pflegesituation kann ich nicht beurteilen, deswegen lasse ich das außen vor.

Für mich ist die Frage, wie denn die Beziehung insgesamt läuft und es klingt für mich nicht danach, dass sie gut läuft. Das liegt sicher auch an Deinem Handikap, aber das hilft dann wenig.

Ich befürchte, es läuft dann nicht auf eine "Zweitbeziehung" hinaus (Überschrift) sondern eher auf ein Ende der Beziehung oder interpretiere ich das falsch? Etwas "zu tun" ist in der Phase immer schwierig. Dafür ist es eigentlich dann zu spät, wenn sie sich bereits anderweitig orientiert hat. Im Prinzip müsstest Du die Beziehung an diesem Punkt konsequenterweise beenden und sie rauswerfen. In Deiner Situation ist das aber sicher nicht so einfach zu betrachten. Wo kannst Du Dir Unterstützung holen? Familie? Freunde?
 
  • #4
Du solltest Dir definitiv Prioritäten setzen, also was ist dir wichtiger bzw. am wichtigsten. Ist es dir wichtiger das deine Frau treu ist oder dass sie bei dir bleibt? Stört es dich nur, weil du dich dann weniger wert fühlst oder glaubst du, es tut der Beziehung und den Kindern nicht gut? Du kannst vielleicht nicht ohne Hilfe leben aber das heißt nicht, dass du in einer Opferrolle leben musst oder solltest. Du bist ein wertvoller und liebenswerter Mensch und für jedes Problem in deinem Leben kannst du eine Lösung finden , mit oder ohne Partnerin. Und sobald du dir Klarheit verschafft hast ist es notwendig ein ernstes Gespräch mit deiner Frau zu suchen und zu gucken ob Ihr noch die gleichen Lebensziele habt oder ob ihr euch auseinandergelebt habt. Und mach dich nicht selbst so runter. Es fühlt sich vielleicht jetzt nicht so an aber du bist stärker als du denkst. ich glaube an dich
 
  • #5
Mir gehts schlecht dabei, aber ich möchte dass sie zufrieden ist. Keine Ahnung was ich tun soll....viele Optionen habe ich nicht, da ich nicht ohne Hilfe leben kann.
Lieber Akö

Normalerweise bin ich nicht zimperlich darin, meine Meinung zu sagen. Aber diese Konstellation zwischen euch ist sehr komplex.
Natürlich kann man sich so aufstellen, dass man sagt: Ihr seid ein Paar und fertig. Man muss allerdings auch sehen, dass deine Partnerin seit 9 Jahren keine "normale" Beziehung mehr führt, du dich emotional zurückziehst, körperlich auf Hilfe angewiesen bist und sie gleichzeitig noch die Erziehungsarbeit für zwei Kinder übernimmt.
Und für dich muss es auch sehr hart sein, du hast einen schweren Einschnitt in dein Leben erfahren, kannst nichts dafür und musst nun damit leben. Du kannst deine Partnerin und Angehörige beim besten Willen wenig entlasten und ich stelle mir vor, dass sich das auch nicht einfach anfühlt. Dadurch fallen viele Belastungen an und ich kann mir vorstellen, dass die Lebensfreude irgendwann den Bach herunter geht.
Vielleicht würde ich euch beiden zuallererst wünschen, dass ihr wieder mehr miteinander redet. Vielleicht auch in einer Paartherapie? Ob ihr zusammen bleibt oder nicht, kann man nicht wissen. Aber es kann nicht weitergehen wie bisher, so viel ist klar. Wenn einer solche Wünsche äussert, dann ist ausgesprochen, dass die Beziehung nicht zufrieden macht. Dann kann man das nicht mehr einfach ignorieren und Kopf in den Sand stecken.
Zudem wäre zu überlegen, wie du unabhängiger von deiner Partnerin sein könntest. Es kann ja nicht sein, dass ihr ausschliesslich deswegen zusammen bleiben müsst, weil du auf Hilfe angewiesen bist? Es gibt doch sicher auch Tetraplegiker, die Single sind und irgendwie die Hilfe bekommen, die sie brauchen.. oder nicht?
Du siehst, ich weiss über dieses Thema leider auch zu wenig.
Mein Mitgefühl habt ihr aber beide.
 
  • #6
Lieber Akö

Normalerweise bin ich nicht zimperlich darin, meine Meinung zu sagen. Aber diese Konstellation zwischen euch ist sehr komplex.
Natürlich kann man sich so aufstellen, dass man sagt: Ihr seid ein Paar und fertig. Man muss allerdings auch sehen, dass deine Partnerin seit 9 Jahren keine "normale" Beziehung mehr führt, du dich emotional zurückziehst, körperlich auf Hilfe angewiesen bist und sie gleichzeitig noch die Erziehungsarbeit für zwei Kinder übernimmt.
Und für dich muss es auch sehr hart sein, du hast einen schweren Einschnitt in dein Leben erfahren, kannst nichts dafür und musst nun damit leben. Du kannst deine Partnerin und Angehörige beim besten Willen wenig entlasten und ich stelle mir vor, dass sich das auch nicht einfach anfühlt. Dadurch fallen viele Belastungen an und ich kann mir vorstellen, dass die Lebensfreude irgendwann den Bach herunter geht.
Vielleicht würde ich euch beiden zuallererst wünschen, dass ihr wieder mehr miteinander redet. Vielleicht auch in einer Paartherapie? Ob ihr zusammen bleibt oder nicht, kann man nicht wissen. Aber es kann nicht weitergehen wie bisher, so viel ist klar. Wenn einer solche Wünsche äussert, dann ist ausgesprochen, dass die Beziehung nicht zufrieden macht. Dann kann man das nicht mehr einfach ignorieren und Kopf in den Sand stecken.
Zudem wäre zu überlegen, wie du unabhängiger von deiner Partnerin sein könntest. Es kann ja nicht sein, dass ihr ausschliesslich deswegen zusammen bleiben müsst, weil du auf Hilfe angewiesen bist? Es gibt doch sicher auch Tetraplegiker, die Single sind und irgendwie die Hilfe bekommen, die sie brauchen.. oder nicht?
Du siehst, ich weiss über dieses Thema leider auch zu wenig.
Mein Mitgefühl habt ihr aber beide.
Dem Beitrag kann ich auch nur zustimmen.. Ich finde es etwas schwierig, wie der @INSPIRATIONMASTER einfach zu sagen, trenn dich, sie betrügt dich. Hier spielen so viele Faktoren rein, dass ich denke, da wär ein Forum für Leute in eurer Situation vielleicht besser für Rat. Einerseits denke ich, würde meinem Freund so ein Unfall passieren, wäre ich für ihn da. Aber es ist ja auch klar, dass man nach Jahren trotzdem Bedürfnisse hat, die in der Beziehung nicht mehr erfüllt werden, dafür aber viel mehr Arbeit an ihr hängenbleibt. 9 Jahre sind eine lange Zeit. Ich frage mich, wie das andere Paare hinbekommen mit diesem krassen Ungleichgewicht in der Beziehung plus den Problemen, die die Situation auch psychisch mit sich bringt für dich, aber auch für sie. Hattet ihr mal eine gemeinsame Therapie?
Ich glaube, ich könnte meinem Partner in so einer Situation nicht verwehren, sich anderweitig umzuschauen, auch wenn es mir das Herz brechen würde. Ich würde allerdings auch annehmen, dass das der Anfang vom Ende ist. Das muss ja aber auch mit Hilfen zu bewerkstelligen sein, also eine Trennung kann ja nicht daran scheitern, dass sie dich versorgt.. alles schwierig...
 
  • #7
Deine Frau ist unzufrieden und überfordert, der neue Mann tut ihr gut.
Ich kenne die Situation nur andersrum, wo der Mann, seine Frau pflegt, mitzieht, versorgt und nebenher eine pflegeleichte, nicht fordernde Geliebte hat, die im Hintergrund bleibt und leidet, vor Verständnis und „Frauensolidarität“ oder einfach weil der Mann sagt, mich gibt es nur mit pflegebedürftiger oder auch unselbstständiger Frau, und er in der Versorgerrolle.
Es kommt auf deine Frau an, was deine Frau ihrem Liebhaber vermittelt, dass sie nur in dieser Konstellation zu haben wäre, auch auf die Gefahr hin, dass der Liebhaber sich daraufhin verabschiedet. Es kommt auch auf die Gefühle deiner Frau an, ob sie sich schon in den anderen Mann verliebt hat und sie sich vorstellen kann, wenn es mit dem anderen gefestigt wäre, Dich auszutauschen; es kommt auch auf den anderen Mann an, was er sich von der Beziehung zu deiner Frau verspricht, eine Affäre, weil selbst gebunden oder den Ehrgeiz und Begehrlichkeit deinen Platz im Haus, in der Familie und an ihrer Seite einnehmen zu wollen.
Im Grunde kannst Du gar nichts machen, sie trifft den anderen Mann und schaut was passiert, und wenn es passiert, kommt der nächste Schritt, wo diese beiden entscheiden, nach ihrer Gefühls- und Interessenlage, entweder Zweitbeziehung, wo ihr offen eine Beziehung zu Dritt führt, eine Affäre oder bei Liebe, trennt sich deine Frau oder brennt mit dem anderen durch. Ich würde mich an deiner Stelle trennen, weil halten und mitentscheiden kannst hier nichts, weil du nichts ihr oder ihm vorschreiben oder verbieten kannst.
Ich frage mich wie es sein kann, dass sie bei vom Haushalt und der Gesamtsituation überfordert ist (?), deine Kinder sind einigermaßen groß und können sicherlich im Haushalt sie als Mutter unterstützen, der Pflegedienst kümmerte sich auch um Dich, die anfängliche Umgewöhnung in einen fließenden Alltag müsste sich bei 9 Jahren längst eingespielt haben, auch wäre Haushalthilfe eine Idee, um sie zu entlasten; aber ich denke nach 21 Jahren ist die Luft bei Euch raus, alle Ziele sind erreicht von Ehe, Kinder und Haus; und Du jetzt ein Pflegefall und sie fühlt sich noch attraktiv und jung, jetzt hat sie einen Verehrer, dem es nichts ausmacht, das Du neben ihr existent bist, für eine Zweitbeziehung sehe ich keine guten Prognosen, Männer sind in der Regel nicht so duldsam, abwartend und verständnisvoll, laufen im Hintergrund, wie viele Frauen tun, sondern sind eher auf Konkurrenz und aufs Gewinnen getrimmt.
 
  • #8
Dann teen dich einfach mit komplettem Kontaktabbruch. Wenn sie dich lieben würde hätte sie sich niemals auf einen anderen Mann eingelassen.
Jetzt hat sie einen anderen Mann kennen gelernt, den sie schon geküsst hat
Da wäre für mich der Ofen aus. Vielleicht denkt der ein oder andere so was ist doch nicht schlimm und meine Einstellung altmodisch. Küssen ist für mich fremd gehen.
 
  • #9
Nach an die Jahren ist auch in normalen Beziehung das Bedürfnis nach sexueller Abwechslung übergroß. Der Mensch ist nicht monogam.

Du wirst es ihr nicht verwehren können. Es ist ihr Leben. Also gönne es ihr!
 
  • #10
Dem Beitrag kann ich auch nur zustimmen.. Ich finde es etwas schwierig, wie der @INSPIRATIONMASTER einfach zu sagen, trenn dich, sie betrügt dich.
  1. Was soll es denn sonst sein? Sie hat doch einen anderen Mann geküsst. Ich habe ehrlich gesagt nichts dagegen wenn sich von dem Partner bzw von der Partnerin trennt. Also wenn man ihn bzw sie nicht mehr liebt. Dann soll man sich aber trennen und nicht einfach betrügen.
 
  • #11
Mir gehts schlecht dabei, aber ich möchte dass sie zufrieden ist.
Ich kann dich da gut verstehen. Sprich doch noch mal wirklich intensiv mit ihr und sag ihr, dass du zwar möchtest, dass sie glücklich ist, du aber auch die Nähe zu ihr vermisst. Sprich mit ihr über die Streits der letzten Jahre. Wie es dazu kam, dass du dich zurückgezogen hast. Sprich über deine Ängste und über die Gefühle zu ihr. Zeig oder sage ihr, dass du sie liebst.
Es geht darum, dass sie, falls sie eine Zweitbeziehung führt, die Erstbeziehung zu dir gefühlsmäßig nicht aus den Augen verliert.
Dann gibt es oft Streit. Dadurch habe ich mich die letzten Jahre immer weiter zurückgezogen
Das kann ich verstehen. Es ist nicht leicht auf Hilfe angewiesen zu sein und deiner Frau nicht das bieten zu können, was du gerne bieten willst.
Das überfordert wahrscheinlich nicht nur deine Frau, sondern auch dein Nervenkostüm. Es war eine große Veränderung auf einen Schlag. Das kann erstmal nur überfordern. Es ist auch schwer als Angehöriger damit zurecht zu kommen. Von daher mach dir keinen Vorwurf. Wahrscheinlich würde sich da jeder erstmal zurückziehen. Denn es verletzt ja innerlich immer wieder. Und diesen Verletzungen möchte man aus dem Weg gehen.

Habt ihr denn über die veränderte Situation ausreichend gesprochen? Über die Gefühle, die damit zusammenhängen?
Das wäre schon wichtig. Auch dass sie mal ihren Kummer darüber zeigen darf. UND AUCH DU. Ich denke, sie will immer stark sein für dich. Sich nicht anmerken lassen, dass es sie belastet. (Geht dir vielleicht auch so)
Klar ist, dass sie bei dir bleiben möchte, für dich sorgen möchte. Sonst könnte sie ja einfach gehen, ohne dich zu fragen. Aber du bist auch der Vater ihrer Kinder, auch ihre große Liebe und deshalb will sie eure Beziehung nicht aufgeben.
Sprecht über die Dinge, die viel zu lange ungesagt sind.

Bitte doch jemanden darum, dir einen romantischen Abend mit ihr vorzubereiten. Eins deiner Kinder, wenn sie schon alt genug sind, oder einen anderen Verwandten. Sie sollten eine schöne Atmosphäre schaffen im Wohn- und Esszimmer. Evtl. habt ihr ja einen Kamin usw. Ein schönes Essen vorbereiten, oder du bestellst es ins Haus. Und dann redet doch mal in Ruhe über alles. Habt auch Nähe mal wieder.

Mich würde interessieren, was du für eine Vollzeitstelle hast. Was man da machen kann? Wahrscheinlich irgendwas mit telefonieren?

PS: Der INSPI würde sich übrigens immer, auch wegen jeder Kleinigkeit trennen. Sein Stolz ist ihm wichtiger. Deshalb nimm das nicht so ernst ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
Wenn du sie nie heiraten wolltest, obwohl sie dir zwei Kinder geboren hat - dann würde ich sagen kann sie natürlich eine Zweitbeziehung haben.

Kann ich nicht nachvollziehen. Wir wissen ja nicht, warum sie nicht geheiratet haben und zwei Kinder entstehen nicht zufällig.
Du findest also fremdgehen in einer Beziehung vor einer Heirat normal? Finde ich ziemlich schräg. Für mich beginnt Treue mit einer Beziehung. Ob verheiratet oder nicht, ist nur eine juristische Frage.
 
  • #13
Du wirst es ihr nicht verwehren können. Es ist ihr Leben. Also gönne es ihr!
Ja, und was soll dann werden ?
Das ist immer das Schlimme an Deiner Argumentation, weil sie fast immer klar eine Partei benachteiligt, welche Absprachen und gesellschaftliche Konventionen gerade mehr braucht.
Es gibt da halt je nach Lebensituation fast nie Chancengleichheit auch wenn wir alle freie Menschen sind.
Hier nun sogar ganz besonders.

Wenn man Deiner Argumentataion folgt, ist der FS endgültig nur noch eine Last, die keine positiven Einflüsse auf das Leben der Frau mehr mit sich bringt, weil sie sich anderweitig mit wesentlichen Beziehungsdingen versorgt und dann der FS dann natürlich aussen vor bleibt.

Da kann er sich besser gleich trennen und muss dann sehen ob es für sein Leben Alternativkonzeptes gibt.

Lieber FS,
ja, eine schwierige Situation. Ich weiß echt nicht genau was ich raten soll. Am Besten, Du änderst Dein Lebensmodell und veränderst Euren Beziehungsstatus auf "Freundschaft + Wohngemeinschaft" (also "F+ " mal anders), wenn sie das so mitmacht.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Hättest du sie geheiratet und sie wäre deine Ehefrau hätte ich als deine Ehefrau mehr Skrupel einen Geliebten zu haben als deine Nur-Freundin.
Glaubst Du das wirklich ?
Ich glaube eher, so ein Fall ist davon ziemlich unabhängig zu sehen. Da nützt ein Ehering auch nicht mehr viel.
 
  • #14
Treue ist mir in jeder Beziehung wichtig. Aber wenn mich meine große Liebe 21 Jahre nicht heiraten möchte, obwohl wir sogar gemeinsame Kinder haben, sehe ich auch nicht ein warum ich bis an sein Lebensende ihm treu und ergeben sein muss.

Ich bin da ziemlich altmodisch. Jahrzehntelang unverheiratet mit Kindern finde ich absurd. Eine Ehe ist auch Absicherung für genau solche Fälle. Eine Freundin hat nicht die gleichen Rechte im Krankenhaus wie eine Ehefrau bezüglich Auskünfte, Vollmachten etc.

Ich käme mir richtig blöd vor den Vater meiner Kinder nach 21 Jahren ‚mein Freund‘ zu nennen.
Und dann vielleicht auch noch im Krankenhaus nach Auskunft betteln zu müssen...
 
  • #15
Du, das ist wirklich eine schwere Situation, denn was noch dazu kommen könnte ist dass der andere Mann dann deine Frau auch nicht teilen möchte wenn sie plötzlich verliebt wären.
Eigentlich müsste man das offen und ehrlich zu Dritt gemeinsam bereden.
Raten tue ich allerdings: Tausche Dich mit einer Fachperson aus. Denn schuldig fühlen solltest Du Dich trotz Krankheit nicht.... das ist eine gefährliche " Falle" .... und sie " ausnutzen wegen Pflegebedarf" ist so auch nicht ganz okay.
Vielleicht solltest Du erst einmal mit Dir ganz im Reinen sein? Darum mein Tipp: Tausche Dich mit Fachpersonen aus wo Dir Deine eigenen Verschleierungstaktiken brechen... Du tönt ziemlich versiert und abgeklärt, aber ich bin mir sicher, dahinter versteckt sich ein aufgewühlt Herz!!
 
  • #16
Ich würde es in deiner Situation meinem Mann nicht nur zugestehen, sondern auch gönnen. Nicht jede/e hat die Größe, in so einer Situation wie deiner die Partnerschaft weiterzuführen. Trotz Ehe besitzt man einander nicht. Mir würde das, was deine Frau leistet, schon viel bedeuten. Und ich wollte sie an deiner Stelle glücklich sehen.
Mein Kopf sieht das genauso. mein Bauch leider nicht…
 
  • #17
Lieber Akö

Normalerweise bin ich nicht zimperlich darin, meine Meinung zu sagen. Aber diese Konstellation zwischen euch ist sehr komplex.
Natürlich kann man sich so aufstellen, dass man sagt: Ihr seid ein Paar und fertig. Man muss allerdings auch sehen, dass deine Partnerin seit 9 Jahren keine "normale" Beziehung mehr führt, du dich emotional zurückziehst, körperlich auf Hilfe angewiesen bist und sie gleichzeitig noch die Erziehungsarbeit für zwei Kinder übernimmt.
Und für dich muss es auch sehr hart sein, du hast einen schweren Einschnitt in dein Leben erfahren, kannst nichts dafür und musst nun damit leben. Du kannst deine Partnerin und Angehörige beim besten Willen wenig entlasten und ich stelle mir vor, dass sich das auch nicht einfach anfühlt. Dadurch fallen viele Belastungen an und ich kann mir vorstellen, dass die Lebensfreude irgendwann den Bach herunter geht.
Vielleicht würde ich euch beiden zuallererst wünschen, dass ihr wieder mehr miteinander redet. Vielleicht auch in einer Paartherapie? Ob ihr zusammen bleibt oder nicht, kann man nicht wissen. Aber es kann nicht weitergehen wie bisher, so viel ist klar. Wenn einer solche Wünsche äussert, dann ist ausgesprochen, dass die Beziehung nicht zufrieden macht. Dann kann man das nicht mehr einfach ignorieren und Kopf in den Sand stecken.
Zudem wäre zu überlegen, wie du unabhängiger von deiner Partnerin sein könntest. Es kann ja nicht sein, dass ihr ausschliesslich deswegen zusammen bleiben müsst, weil du auf Hilfe angewiesen bist? Es gibt doch sicher auch Tetraplegiker, die Single sind und irgendwie die Hilfe bekommen, die sie brauchen.. oder nicht?
Du siehst, ich weiss über dieses Thema leider auch zu wenig.
Mein Mitgefühl habt ihr aber beide.
Eine Trennung ist sowohl für mich als auch für sie keine Option. Bevor wir uns trennen, will sie die Affäre beenden.
es ist nicht so, dass ich sie nicht entlaste soweit ich kann. Die Erziehungsarbeit teilen wir uns, beziehungsweise ich übernehme hier einen etwas größeren Teil. Die Hausarbeit ist natürlich schwierig. Und sie kann jederzeit zum Sport oder Freunde treffen, lieber verzichte ich.
Natürlich gebe es Optionen, dass wir uns räumlich trennen, aber das will keiner.
 
  • #18
Hier reden alle von deiner Frau. Du hast aber geschrieben dass sie deine Freundin ist seit 21 Jahren, und ihr zwei Kinder habt.
Warum hast du sie denn in 21 Jahren nie geheiratet?
Das wäre für mich als Frau auch ausschlaggebend.
Wenn du sie nie heiraten wolltest, obwohl sie dir zwei Kinder geboren hat - dann würde ich sagen kann sie natürlich eine Zweitbeziehung haben.
Sie hilft dir und unterstützt dich, ich weiß es fällt unsagbar schwer, aber ich fürchte du musst da ein Auge zudrücken. Wenn ihr keine Sexualität mehr haben könnt wird sie immer unzufriedener werden.
Ich glaube du wirst das auf Dauer nicht verhindern können.
Schmust ihr denn noch miteinander?

Hättest du sie geheiratet und sie wäre deine Ehefrau hätte ich als deine Ehefrau mehr Skrupel einen Geliebten zu haben als deine Nur-Freundin.

Ist leider so.

Ich wünsche dir trotzdem alles Liebe und Gute und viel Kraft.
Wir haben beide gemeinsam entschieden, dass wir keinen Wert auf eine Ehe legen. Für uns macht das keinen unterschied
 
  • #19
Ich empfinde es heuchlerisch, wenn ich Treue an ein Stück Papier knüpfe.
Es gibt Menschen, die heiraten nicht, weil sie das Papier nicht wollen.
Man kann über Vollmachten alles regeln, was man ggf. in Notfällen braucht.

Es ist hier eine besondere Situation, sie macht es jetzt schon 9 Jahre mit.
Er ist Tetraplegiker - d. h. Er kann weder Arme, Hände, Beine, Füße bewegen oder sehr eingeschränkt. .
Da ist alles, was körperliche Nähe und Intimität betrifft, für dieses Paar kaum/nicht mehr gegeben.
Dafür

Sie ist zwischen 40 und 50, an ihr hängt die Familie, Alltag, und was bleibt für sie - vor allem an Paarleben?
Vielleicht war sie am Anfang noch optimistisch, und sie hat sich gesagt, daß klappt schon. Sie wird die psychische Belastung unterschätzt haben.
Und inwieweit diese Pflichtgefühle zusammen mit dem Verlust vieler Komponenten, die Paarbeziehu g ausmachen, ihrer Liebe zum FS gut tun?

Sie sucht nun vielleicht einen Weg, die Liebe zu retten? Über einen Ausgleich für das, was ihr in der Partnerschaft fehlt, und was ihr ihr Partner nicht geben kann, durch einem anderen Mann. Als legitimierte F+.

Realistisch, was ist ihre Zukunftsperspektive? Die nächsten 30 Jahre ein derart reduziertes Leben?
Denn das ist der Stand der Hauptbeziehung-


Ich denke, sie will über eine Zweitbeziehung ihre Hauptbeziehung retten, weil sie realisiert, dass für sie die Hauptbeziehung trotz Gefühle nicht durchzuhalten ist.

Das kann gut gehen, es kann ihr aber auch zeigen, dass für sie die Beziehung nur noch auf Pflichtgefühlen basiert.
Und für Dich, ist am Ende bei Dir die Bedürftigkeit der Hauptträger?

Denn Du hast natürlich trotz den Einschränkungen Möglichkeiten Eure Partnerschaft zu gestalten, Wege zu wieder mehr Nähe finden, Nähe körperlich, seelisch, Über Gemeinsamkeiten, Austausch, Aktivitäten, Interessen - wie es mit den Gegebenheiten möglich ist?
Streit und Distanz sind der Sichere Weg ins Aus.

Vielleicht würde Euch eine Paartherapie helfen, Euch Wege zeigen - mit der Situation umzugehen, zu akzeptieren, den Frieden zu schließen, und Wege zu finden, wie man ein für beide erfüllendes Paarleben entwickelt.

Ob es dann noch eine Zweitbeziehung braucht, wird sich zeigen.

W, 51
Ich denke, das trifft es ganz gut. Sie sucht wieder ein Stück normales Leben als Flucht aus dem Alltag. Unsere Beziehung besteht sicher nicht aus Pflichtbewusstsein und Hilfsbedarf. Es gäbe durchaus Möglichkeiten, sich zu trennen. Das will aber keiner von uns ist.
es gebe auch Möglichkeiten Zu körperlicher Nähe… Das ist aber die letzten Jahre verloren gegangen.
 
  • #20
Für mich bleibt aktuell eigentlich nur die Option, die Kröte zu schlucken, zu hoffen dass es ihr gut geht und und sie irgendwann, sobald die rosabrille weg ist, Wieder erkennt, dass unsere Beziehung vielleicht doch nicht so schlecht ist… Wir werden sehen
 
  • #21
Treue ist mir in jeder Beziehung wichtig. Aber wenn mich meine große Liebe 21 Jahre nicht heiraten möchte, obwohl wir sogar gemeinsame Kinder haben, sehe ich auch nicht ein warum ich bis an sein Lebensende ihm treu und ergeben sein muss.
Warum muss er sie heiraten, warum schlussfolgerst du, dass er sie nicht heiraten wollte oder er sie zu heiraten hat? Normalerweise bespricht oder entscheidet man das gemeinsam. Vielleicht war es beiden nicht wichtig oder sie wollte keine Ehe, weil sie das Konzept ablehnt? Wäre denkbar. Und wenn sie es gewollt hätte, hätte sie es ja sagen oder ihn fragen können. Ich glaube nicht, dass sie seit 21 Jahren auf einen Antrag wartet.

Schwierige Situation, ich kann euch beide verstehen. Ich war selbst mit einem (zwar schwer-, aber weit weniger behinderten Mann als du) zusammen und kann nachvollziehen, dass sie dich zwar liebt, ihr aber auch ein bisschen die Leichtigkeit im Alltag fehlt. Mir dir ist wahrscheinlich vieles in gewisser Weise "anstrengend", muss sorgfältig besprochen und geplant werden. Du kannst wahrscheinlich nicht einfach sagen: "Hey, die Sonne scheint, lass uns zusammen picknicken gehen, ich schmiere uns Sandwiches und dann fahren wir mit den Fahrrädern an den See!" Mit dem anderen Mann kann sie wahrscheinlich einfach spontan schöne Sachen machen und muss nicht über alles nachdenken und sich um alles kümmern, sondern er macht auch mal was für sie. Ich würde mit ihr ein offenes Gespräch über deine Gefühle und Sorgen/Bedenken diesbezüglich führen, es ihr aber zugestehen, denn du möchtest doch, dass es ihr gut geht, oder? Dass sie nicht auf Dinge, die sie gerne erleben würde, für immer verzichten und sich "opfern" muss, oder?
 
  • #22
Dem Beitrag kann ich auch nur zustimmen.. Ich finde es etwas schwierig, wie der @INSPIRATIONMASTER einfach zu sagen, trenn dich, sie betrügt dich.

Weil der Inspi ein Roboter ist, aber mir glaubt ja niemand hier! 🤖
Nun zu echten Themen.

Ich versuche beide beteiligte zu verstehen.
Du lieber FS möchtest deine Frau nicht verlieren weil du bestimmte Bedürfnisse die sie hat nicht pflegen kannst.
Sie, hat trotz der Liebe und/oder Verbundenheit zu Dir, Bedürfnisse die ihr einfach fehlen.
Allein das Du darüber nachdenkst, dass Du dir vorstellen könntest, so Eure Beziehung zu erhalten - vorrausgesetzt es ist Deine Aufrichtige Meinung, finde ich bemerkenswert, wirklich.
Ich sehe hier mehrere Mögliche Punkte, die sich auswirkend auf Eure Beziehung einstellen könnten.
Zum einen, wenn sie diese "Art" Zweitbeziehung eingehen wird und lass uns bitte Ehrlich sein, etwas anderes wie eine Affaire ist es letztendlich nicht, könnte es Dich Emotional zerreissen.
Die Vorstellung und die Tatsache sind zwei völlig verschieden Eindrücke, welche man erhalten kann.
Weiter kann es passieren, dass in dieser Affaire mehr Gefühle entstehen als verrückterweise geplant war.
Dann wird sich die Frage für deine Frau und der Affaire stellen, wie Du in dieses Dreieck noch hineinpasst.

Oder Deine Frau kommt selbst mit einer Affaire nicht klar und lässt die Finger davon und bleibt bei Euch ganz.

Davon, wie sich dies Szenario entwickeln könnte, hängen soviele Faktoren ab, dass es meiner Meinung unmöglich ist diesbezüglich Weise Ratschläge zu verteilen.

Lieber FS, spiel diese Szenarien immer wieder im Kopf durch, prüfe DICH womit Du zurecht kommst, aber versuche Dir auch auszumalen, wie es für Dich ist, den Ernstfall, sprich den Verlust deiner Beziehung zu bewältigen, wenn es denn so kommen könnte.

Deine Frage kannst nur DU selbst beantworten indem das du Vergleichst was Du hast und was Du verlieren oder gewinnen kannst.

Ein Gedankenspiel in alle möglichen Richtungen.

Bedenke bitte ganz besonders.
Du hast ein Leben mit Handicap Körperlich,setze Deinen Verstand nicht auch noch voreilig aufs Spiel indem Du vorschnell entscheidest.

Dir wünsche ich alles Gute und vor allem eine gute Entscheidung

m49
 
  • #23
Meine Freundin muss viel erledigen (auch Dinge die man dem Partner nicht zumuten möchte).... viele Optionen habe ich nicht, da ich nicht ohne Hilfe leben kann.

Lieber FS,
das ist eine harte Lebenssituation für euch beide. Die Freundin hat über 9 Jahre sehr viel Last getragen, jede Intitimität wurde durch die Pflegesituation kaputt gemacht. Das kann man nur zur Kenntnis nehmen - ist unveränderlich.
Genauso muss man zur Kenntnis nehmen, dass sie über viele Jahre nicht nur Job, Pflege, Haushalt gemacht und die Kinder weitgehend allein aufgezogen hat, sondern dass das auch zur Folge hatte: kein eigenes Leben.
So, jetzt sind die Kinder groß, jetzt ist sie mal wieder dran mit Leben, nicht nur mit Pflichten und das sei ihr gegönnnt.

Es ist nicht unfair Dir gegenüber. Sie braucht einfach mal eine Energiequelle - etwas belastungsfreie Zeit für sich, etwas Schönes erleben, was mit Dir nicht geht, damit sie weitermachen kann.
Nun sehe ich auch das zusätzliche Risiko, dass es ihr in der neuen Beziehung so gut gefällt, dass sie ganz dorthin wechselt, um dauerhaft eine schöne und belastungsfreie Zeit zu haben, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Was auch immer passiert - Du kannst es nicht ändern. Also würde ich mich ihr auch nicht in den Weg stellen, sondern sehen, wie ich meine Versorgung organisiert bekomme, dass der Partner keine "Dinge machen muss, die eine Zumutung sind" - gerade wenn der Partner anfängt sich zu entfernen.
Es ist doch auch für Dich nicht gut, wenn sie bleibt, nur weil keiner da ist, der sonst Deine Pflege übernimmt oder wenn die Kinder in Pflegepflichten gezwungen werden.

Dann gibt es oft Streit. Dadurch habe ich mich die letzten Jahre immer weiter zurückgezogen... Diese Nähe ist in dieser Zeit verloren gegangen.
Vielleicht hilft es Dir mit der Situation umzugehen, wenn Du Deinen Eigenanteil erkennt. Es ist nicht nur Deine Behinderung, sondern Du hast auch aktiv dazu beigetragen, dass sie sich Zuwendung woanders suchen musste.
Es ist nach einem Unfall mit Folgen alles sehr nachvollziehbar, dass es Dir nicht gut ging, aber es hilft zu sehen: auch ich war nicht konstruktiv und sie kann für den Unfalll und seine Folgen nichts. Dann kannst Du ihr den benötigten Freiraum besser lassen.
 
  • #24
Für mich bleibt aktuell eigentlich nur die Option, die Kröte zu schlucken, zu hoffen dass es ihr gut geht und und sie irgendwann, sobald die rosabrille weg ist, Wieder erkennt, dass unsere Beziehung vielleicht doch nicht so schlecht ist… Wir werden sehen

Nein.
Du kannst aktiv werden.

Du kannst Dir überlegen, wie Ihr wieder Nähe findet, Nähe in allen Varianten.
Was könnt Ihr gemeinsam machen an Aktivitäten - Aktivitäten verbinden.
Wo könnt Ihr Leichtigkeit, Entspannung miteinander entwickeln.
Und, Vikky hat da recht - gibt es Möglichkeiten, sie zu entlasten? Mute ihr nicht Unzumutbares zu.

Letzter Gedankenanstoß - wie geht es Dir, psychisch? Bist Du mit Dir in Reinen - oder haderst Du, zweifelst, grübelst, verschließt Dich? Depressive Tendenzen?
Da solltest Du für Dich Wege finden, auch das sind Faktoren, die eine Partnerschaft belasten.

W, 51
 
  • #25
Auch wenn es eine intime Frage ist ...wie sieht Euer Sexualleben aus?
Ist Dir der Beischlaf möglich?
Wie weit kannst Du sie mit Hand und Co befriedigen?

Weshalb ich frage ist....sie küsst jemanden, dass ist emotional gefährlicher als zb GV...wenn er bei Euch nicht geht
Ich weiß dass ein mir bekanntes Paar, in einem Krankheitsfall, die Sexualität geändert haben und der Punkt gönnen ist eingebettet in mehr Erotik zwischen den Ehepartnern

Da gäbe es ggf Ideen und Co auch mal wieder ein Mann der begehrt zu werden.
 
  • #26
...sehe ich auch nicht ein warum ich bis an sein Lebensende ihm treu und ergeben sein muss.

Es steht Dir ja frei, eine offene Beziehung zu vereinbaren. Alle Beziehungen ohneEhe als offen zu bezeichnen und nicht treu zu sein, finde ich eigenartig. Das ist wohl auch hier im Forum kaum Konsens. Es ist auch nicht konservativ.

Eine Freundin hat nicht die gleichen Rechte im Krankenhaus wie eine Ehefrau bezüglich Auskünfte, Vollmachten etc.

Doch. Exakt die gleichen wie der Postbote. Rein rechtlich. Alles andere ist Goodwill.


Ich käme mir richtig blöd vor den Vater meiner Kinder nach 21 Jahren ‚mein Freund‘ zu nennen.

Meine Partnerin ist bei diesen Gelegenheiten selbstverständlich meine Frau.
 
  • #27
Lieber Akö,

Ich vermute, dass du einen Pflegegrad hast. Nutzt ihr Entlastungsbeitrag, Verhinderungs-und Kurzzeitpflege?
Das würde ich euch dringend anraten, um die Pflege-Beziehung zu entschärfen und mehr Raum für die Paar Beziehung zu schaffen. Diese Beiträge werden den Pflegepersonen nicht ohne Grund gewährt, sie sollen sie entlasten und Raum schaffen, sich auch mal um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Außerdem würde euch eine Pflegeberatung sicher gut tun, bei der vor allem du klären solltest, wie du allein leben könntest. Ganz unabhängig davon, ob ihr euch trennen wollt oder nicht, wird es dich stärken, eine Sicherheit im Hinterkopf zu haben. Das Gefühl von Abhängigkeit und Hilflosigkeit ist lähmend, für beide Seiten.

Ansonsten glaube ich auch, dass ihr erstmal sehr viel aufarbeiten müsstet. Du wirst aber für dich entscheiden müssen, was du willst und geben kannst.
 
  • #28
Weil der Inspi ein Roboter ist, aber mir glaubt ja niemand hier! 🤖
Doch, ich glaube dir! 🙋‍♀️
Lieber FS, es ist für alle Beteiligten eine schwere Situation. Ich finde, hier müssen Kompromisse getroffen werden, wie auch immer die aussehen mögen.
Denn egal was man tut, deine Situation wird sich nicht ändern und einer von euch beiden wird immer leiden, wenn ihr euch nicht entgegenkommt.
 
  • #29
Lieber Akö,

Ich vermute, dass du einen Pflegegrad hast. Nutzt ihr Entlastungsbeitrag, Verhinderungs-und Kurzzeitpflege?
Das würde ich euch dringend anraten, um die Pflege-Beziehung zu entschärfen und mehr Raum für die Paar Beziehung zu schaffen. Diese Beiträge werden den Pflegepersonen nicht ohne Grund gewährt, sie sollen sie entlasten und Raum schaffen, sich auch mal um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Außerdem würde euch eine Pflegeberatung sicher gut tun, bei der vor allem du klären solltest, wie du allein leben könntest. Ganz unabhängig davon, ob ihr euch trennen wollt oder nicht, wird es dich stärken, eine Sicherheit im Hinterkopf zu haben. Das Gefühl von Abhängigkeit und Hilflosigkeit ist lähmend, für beide Seiten.

Ansonsten glaube ich auch, dass ihr erstmal sehr viel aufarbeiten müsstet. Du wirst aber für dich entscheiden müssen, was du willst und geben kannst.
Ja, ich habe eine Pflegestufe und wir nehmen auch alles mögliche mit. Morgens kommt der Pflegedienst. Am Tag bin ich mobil und selbstständig. Da brauche ich niemanden, Falls mir mein Essen bereitsteht. Ich bleibe auch mit den Kindern über mehrere Tage und Nächte alleine zu Hause. Es ist nicht so, dass ich 24 Stunden Betreuung brauche. Kurzzeitpflege wäre da Overkill 😉
 
  • #30
Aber noch mal, da ich das Gefühl habe, dass hier einiges falsch verstanden wird. Ich brauche Hilfe bei der Körperpflege, kann kein Essen richten und nicht den Haushalt schmeißen. Ansonsten bin ich relativ mobil und aktiv, fahre hand Bike, Auto und kümmere mich auch um unsere Kinder. Die Erziehungsarbeit teilen wir uns, beziehungsweise mache ich etwas mehr. Ich gehe auch zu Elternabenden, fahre die Kinder zu Trainings und so weiter. Es ist nicht so, dass sie alles machen muss.Natürlich war das nicht von Anfang an so, ich musste auch erst trainieren und üben. Zusätzlich werden die Kinder größer. Sie sitzt auch nicht in der Wohnung fest, sondern bekommt auch ihre Freiheiten.
 
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