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Gast

  • #1

Freundin lässt sich von 4 jährigem Kind alles sagen, wie es läuft

Meine Freundin braucht glaube ich Hilfe. Sie und ihr Mann haben eine 4 jährige Tochter, aber sie lassen wirklich alles die Tochter entscheiden, so als wären die beiden nicht in der Lage, eigenständig wie Erwachsene zu handeln. Das sieht dann wie folgt aus:

-"Soll Mama und Papa noch ein Kind bekommen oder nicht?" Tochter sagt "Nein". Also heißt es "Nein" und wird so klommentarlos entschieden.
-"Soll Mama und Papa zusammenbleiben oder sich trennen?" Tochter: "Zusammenbleiben". Also wird das so gemacht.
- "Sollen wir Urlaub in Österreich oder Schweiz machen?" Tochter: "Schweiz." Die Tochter weiß nicht mal wo das liegt.
- Bei Streits fragt Papa: "Sollen wir uns eine neue Mama suchen?" oder die Mutter "würdest du Papa vermissen, wenn ich ihn rausschmeiße?"

Hinterher hängt mir meine Freundin in den Ohren, ihre Tochter wäre ja so eine Tyrannin. Wie kann man ihr helfen?

Bei beiden steht die Ehe wackelig, aber die Tochter entscheidet das natürlich, wie es bei ihnen läuft und Muttchen fügt sich für ihren "Goldschatz".
 
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Gast

  • #2
Die ersten zwei Beispiele finde ich in Ordnung. Aber das mit dem Urlaub oder sonstiges ... da muss man sich nicht wundern, wenn die Kinder später durchdrehen.
 
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Gast

  • #3
Ist doch prima, wenn in dieser Familie wenigstens einer weiß, wo es lang geht.

Die spielen Vater, Mutter, Kind.
Gerade Kinder mit ihrer gradlinigen, unverdorbenen Sichtweise
sollte man nicht unterschätzen.
Die Eltern scheinen entscheidungsschwach zu sein. Da hilft halt das Kind auf
die Sprünge. Besser als würfeln.
w
 
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Gast

  • #4
oh Mann... das ist ja nicht zu ertragen, sich das nur vorzustellen,... allein die Verantwortung, die sie auf das völlig überforderte Kind abwälzen, ist eine Zumutung. Auf alle Fälle sofort alle 3 zur Familientherapie (meine ich ernst, wenn es wirklich so schlimm ist wie geschildert).
Alleinerziehender Vater, 46 - hat es sich nicht ausgesucht, macht es aber dennoch besser
 
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Gast

  • #5
FS, das Verhalten dieser Eltern grenzt an bzw IST psychische Kindesmißhandlung! Was Du tun kannst: Geh zum Jugendamt und erzähle dort, was Du in dieser Familie erlebst und hör Dir mal an, wie die Leute vom Jugendamt das einschätzen. m44.
 
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Gast

  • #6
Liebe(r) FS,

ich bin immer wieder entsetzt, wenn ich so etwas höre oder lese. Mit dem von dir beschriebenen Verhalten überfordern Eltern ihr (4-!)jähriges Kind völlig. Derartige Fragen/Bitte um Entscheidungshilfen wie hier von dir genannt wären selbst für ein deutlich älteres Kind eine absolute Zumutung. Deine Freundin und ihr Partner verhalten sich in höchstem Maße verantwortungslos ihrem Kind gegenüber, wenn es denn tatsächlich so abläuft wie von dir beschrieben. Fragen wie Familienplanung, Trennung etc. gehören von den Eltern entschieden, ausschließlich von diesen! Fragen wie "Sollen wir uns eine neue Mama suchen?" oder "Würdest du Papa vermissen, wenn ich ihn raus schmeiße?" empfinde ich schon als seelische Misshandlung. Als ob die Antworten für einen verantwortungsvoll und vorausschauenden Erwachsenen nicht absehbar wären!

Wäre es meine Freundin, würde ich mein Entsetzen über diesen "Erziehungsstil" nicht verbergen und sie dahingehend versuchen zu bestärken, sich z. B. bei einer Familienberatungsstelle Hilfe zu suchen oder bei einer/einem Familientherapeuten. Da müsste wohl erst einmal an ganz grundlegenden Dingen gearbeitet werden wie "welche angemessenen Entscheidungen kann eine 4-jährige überhaupt treffen"?
 
  • #7
Ein professioneller Familienberater muss her! Ehrlich, da kann eine gute Freundin auch nicht mehr helfen, denke, die Tochter wurde die ganzen 4 Jahre schon so behandelt und die Karre ist ganz schön verfahren. Das arme Kind, es muss schnell Hilfe her!
 
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Gast

  • #8
Das arme Kind ist völlig überfordert. Die Eltern schieben ihre Entscheidungsschwäche auf das Vierjährige ab.
Ja, Familienberatungsstellen können helfen. Dafür müssen die Eltern erst bereit sein, zwingen kann man sie natürlich nicht. Vielleicht hören sie auf dich. Sie haben ja schon gemerkt, dass sie einen kleinen Tyrannen heranwachsen lassen.
Die Caritas zum Beispiel bietet Familienberatung, soviel ich weiss, auf Spendenbasis.
Es muss also nicht teuer sein.
 
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Gast

  • #9
Nicht lange überlegen, handeln! Das kann böse ins Auge gehen. Ich weiß, wovon ich rede. In meinen 20ern hatte ich (w, Ende 30) eine sehr gute Freundin. Sie war in ihrer Familie die ältere von zwei Töchtern. Anfangs fand ich ihre kleine Schwester zuckersüß. Als ich merkte, dass die Kleine ein total verzogenes Gör war und sich in ihrem Elternhaus benahm wie eine Tyrannin, sagte ich ihr ganz deutlich die Meinung. Reaktion der Eltern und Schwester (also meiner Freundin): "Wie kannst du nur so gemein zu ihr sein, unsere Kleine ist doch soooo sensibel…" Sie nahmen das damals 14jährige Mädchen in den Arm und trösteten es.

Von diesem Tag an besuchte ich meine Freundin nur noch ungern. Ihre kleine Schwester wertete mich jedes Mal mit bösartigen Kommentaren ab. Meine Freundin und ihre Eltern äußerten sich nicht dazu. Wenn ich meinen Mund aufmachte und mich wehrte, fing sie an zu weinen, und die restliche Familie gab mir die Schuld. Eines Tages zerbrach die Freundschaft, und die Familie meiner Freundin war da nicht ganz unbeteiligt an der Sache.

Heute ist die verzogene Kleine von damals 28 Jahre alt, berufstätig und Mutter. Ich weiß von gemeinsamen Bekannten, dass sich an ihrem Verhalten von früher absolut gar nichts geändert hat. Alle müssen nach ihrer Pfeife tanzen. Wer sich ihr widersetzt, der wird gnadenlos fertig gemacht. So läuft das, wenn die Eltern in der Kindheit keine richtigen Grenzen setzen.
 
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Gast

  • #10
Man muß hier zwei Dinge auseinander halten.

1.) die Eltern sind so entscheidungsschwach, daß das Kind als Würfel-Ersatz herhalten muß.
2.) die Eltern fügen dem Kind mit den geforderten Entscheidungen psychischen Schaden zu.

Das erste mag man ja noch durchgehen lassen. Das zweite - Kind soll zur Mama dabei helfen, seinen geliebten Papa zu verstoßen oder umgekehrt - ist seelische Mißhandlung und ein Fall fürs Jugendamt.
 
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Gast

  • #11
So dramatisch sehe ich das nicht. Eine vierjährige zerbricht sich nicht den Kopf, wägt für und wider ab, grübelt über die beste Lösung......die Entscheidung kommt spontan aus dem Bauchgefühl.
Die Frage wäre eher, wenn dem Kind jetzt dieses Gefühl von Wichtigkeit und Kompetenz zugestanden wird - von zwei Erwachsenen - wie wird sich das in 2 Jahren in der Schule auswirken?
Wenn da so ein kleiner Entscheidungsträger in der Klasse hockt und nicht mehr nach seiner Meinung gefragt wird. Erinnert an die früheren Adelskreise, Bedienstete als Befehlsempfänger von Kindern.
Immerhin erlebt dieses Kind nicht das andere Extrem - Ohnmacht und nicht wahrgenommen werden
In seiner Persönlichkeit.
Der Erziehungsstil erinnert aber schon an eine Anleitung: wie züchte ich mir einen Narzissten.
 
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Gast

  • #12
Ich würde auch sagen, vor allem das Kind braucht hier Hilfe!
Das klingt nach einer ziemlich ungesunden Paar- und Eltern-Kind-Beziehung und das Kind kann am allerwenigsten dafür!
Die gehören alle 3 schleinigst in eine Therapie
 
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Gast

  • #13
"Soll Mama und Papa zusammenbleiben oder sich trennen?" Tochter: "Zusammenbleiben". Also wird das so gemacht.

Auch wenn sich deine Freundin so anhört, als wenn sie mit Kritik nicht umgehen kann - tue es für dein eigenes gutes Gewissen, FS: Teile ihr das Ergebnis dessen mit - vielleicht etwas "durch die Blume"-, was Gast 4 vorschlug.
Die Ehe wird wahrscheinlich ohnehin bald zerbrechen, das Kind aber muss sich für den Rest seines Lebens mit den psychischen Folgeschäden durch mangelnde Grenzziehung der Eltern auseinandersetzen.
Frage deine Freundin, ob ihr klar ist, welch existentiell bedrohliche Situation das Mädchen bei jedem Streit der Eltern durchmacht. Ich würde ihr zusätzlich ein hübsch verpacktes Buch überreichen:
Michael Winterhoff ("Warum unsere Kinder Tyrannen werden"). Und dann Kontaktlinks zu Familienberatern mailen.
Deine Freundin und ihr Mann ticken nicht mehr richtig, da kann man ja richtig schlechte Laune beim Lesen deiner Zeilen bekommen - ein Glück, dass du dir wenigstens Gedanken über das Wohl des Kindes machst!
w-42
 
  • #14
Man muß hier zwei Dinge auseinander halten.

1.) die Eltern sind so entscheidungsschwach, daß das Kind als Würfel-Ersatz herhalten muß.
2.) die Eltern fügen dem Kind mit den geforderten Entscheidungen psychischen Schaden zu.

Das erste mag man ja noch durchgehen lassen. Das zweite - Kind soll zur Mama dabei helfen, seinen geliebten Papa zu verstoßen oder umgekehrt - ist seelische Mißhandlung und ein Fall fürs Jugendamt.


Mit 4 ist das weniger ein Problem, weil das Kind keine Konsequenzen aus seinem Verhalten ableiten kann.
Schweiz oder Österreich ist doch egal.

Wenn mit 7 Jahren ein Ich-Bewußtsein entwickelt wird, welches Konsequenzen aus seinem Verhalten antizipieren kann. "Ich treffe eine Entscheidung. Die Zukunft wird dadurch beeinflusst"
kriegt dieses Kind ein massives Problem.

Man kann mit 7 Verantwortung für einen Hund lernen, aber doch kein Familienentscheidungen treffen.

Ausserdem lernt das Kind keine Regeln und Grenzen.

Ich will gar nicht wissen, wie die ihr Kind nach der Scheidung behandeln.
 
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Gast

  • #15
Also "armes Kind" würde ich nicht sagen. Eher "arme Umwelt", die mit dem Kind gezwungenermaßen leben muss.
Vielleicht finden die Eltern das ja gut und wollen das Kind absichtlich so erziehen, dass es sich auch später immerzu gegen alle durchsetzen will. Narzissmus ist in unserer Gesellschaft sehr förderlich für beruflichen Erfolg.
 
  • #16
Mir fällt dazu gar nichts ein, außer dass das Kind wohl einen dauerhaften Schaden aus dieser ganzen Sache davon tragen wird!
Man kann da meines Erachtens nach überhaupt nichts tun, solange die Eltern nicht selber merken, was sie für eine Klatsche haben!
Einfach nur gruselig! :-(
 
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Gast

  • #17

Solchen Menschen ist nicht zu helfen. Denn dazu müßten sie selbst begreifen, das etwas massiv schiefläuft und obendrein(!) in der Lage sein, Konsequenzen zu ziehen. Wer aber derart merkbefreit durch die Weltgeschichte stolpert und solche Verhaltensweisen an den Tag legt, der ist regelmäßig auch damit überfordert, dies zu erkennen und Abhilfe zu schaffen. Denn das sind immerhin zwei Schritte, die zu tun sind.

Ich habe dieses Phänomen seinerzeit bei meiner letzen Freundin erlebt. Da hat das verzogene Kind auch ALLES entschieden. Sie selbst war nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Das ging so weit, daß dieses Kind de facto über die gesamte Patchworkfamilie entschied. Was das Kind nicht wollte, wurde nicht umgesetzt.

Meine Freundin und ich - wir haben auch ganz offen über dieses Problem gesprochen. Ich habe ihr Hilfe angeboten, sie hat sich Literatur gekauft usw. Aber sie kam aus diesem abartigen Verhaltensmuster einfach nicht raus. Den ersten Schritt hatte sie also noch geschafft, aber für den Zweiten hat es nicht mehr gereicht.

Nebenbei: Später habe ich gelesen, daß dieser Rollentausch sehr häufig bei alleinerziehenden Müttern anzutreffen ist. Das Kind übernimmt die Elternrolle und die Mutter die Rolle des Kindes. In gewisser Weise schockiert hat mich, daß die beiden auch tatsächlich immer wieder solche Rollenspiele veranstaltet haben: "Ich spiel jetzt mal die Mutter, und Du bist das Kind." Heute bin ich heilfroh, die Reißleine gezogen zu haben.

m 49
 
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Gast

  • #18
Schon die Fragestellungen an das Kind klingen so verblödet dass man den Eltern, um Schaden vom Kind abzuwenden, das Kind eigentlich wegnehmen müsste. Das ist doch nicht normal eine 4jährige zu befragen zu Beziehungsthemen, sorry selten so etwas blödes gehört. Manchmal frage ich mich wirklich ob manche Eltern befähigt sind ein Kind zu erziehen.

Die 4jährige ist ja völlig überfordert mit so entscheidungsschwachen Eltern. Kann einem nur noch leidtun.

w45
 
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