• #31
Wo fängt Fremdverliebtheit an? Warum fängt sie an?
Ja, genau.
Nein, ich denke auch keineswegs, dass andere Leute hübsch finden "Fremdverliebtsein" ist.

Was ist Verliebtheit und was ist Liebe?
Es gibt ja auch diese Geschichten, wo jemand meinte, er hätte noch nie so viel Verbundenheit empfunden und wisse erst jetzt, was Liebe ist. Hört man selten, aber habe ich hier auch schon gelesen. Mitunter bei Leuten, wo ich denke, dass es doch nur extreme Projektion war.

Aber eigentlich muss man mE aufdröseln: Kann dieser Mensch wirklich lieben oder ist er noch dabei, Projektionen für Liebe zu halten? Ist es nur Besitzenwollen, Sich-lieben-lassen-Wollen, Sex, Romantik, Traumgespinst oder wirklich Liebe?

Ich selbst denke, dass Liebe wirklich was Freies ist. Also ohne Bedingungen wie Besitzenwollen usw.. Bedigungen kommen, wenn ich eine Beziehung eingehen will. Aber wenn der Mann nicht glücklich sein kann mit dem, was ich mir so vorstelle, müsste meine Liebe zu ihm sagen, dass er frei von mir sein sollte, um das Leben zu führen, mit dem ER glücklich sein kann. Es sei denn, ich kann Kompromisse machen.

Das klingt aber leicht gesagt. Schlussendlich finde ich es richtig, weil man ja keine gute und glückliche Partnerschaft führen kann, wenn man einen anderen oder sich selbst verbiegen muss/will. Trotzdem bin auch ich mit Habenwollen und Sehnsucht konfrontiert und denke, es geht anderen auch so.

als ich kurz davor war, ihm meine Gefühle zu gestehen, hat er mir von einer Frau erzählt, die er gerade kennen gelernt hatte
Aua. Das ist hart, aber letztendlich waren Deine Gefühle der Schlüssel, etwas in Deinem Leben zu erkennen.
 
  • #32
Stimme ich zu. Ich kann mehrere gleichzeitig lieben oder Sex haben.

Ich mache es nur nicht, um meinen Partner nicht zu verletzen.

Kritisch wäre es aber mit der daraus resultierenden offenen Beziehung. Um das meinem Partner offen zuzugestehen, fehlt mir ganz ehrlich die innere Größe.


Das was Dir als Bewusstwerdung der Defizite Deiner damaligen Ehe erscheint, ist tatsächlich eine Änderung Deiner Befürnislage gewesen. Diese tritt nicht unmittelbar als das, was sie ist, ins Bewusstsein, sondern sublimiert. Unter-Bewusstsein vs. Wach-Bewusstsein ist hier das Thema.

Stimmt größtenteils. Die Bedürfnisse haben sich nicht zu sehr geändert, vielmehr hatte ich gehofft, dass mein Mann sich auch weiterentwickelt.

Grundsätzlich würde ich mich auch als introvertiert bezeichnen, aber damals war ich eben auch sehr schüchtern und ruhig, was mich selbst störte.

Daran habe ich gearbeitet und es änderte sich mit zunehmendem Alter, beruflicher Qualifikation, etc..

Ich habe fälschlich gehofft, dass es bei meinem Mann ebenso sich mit zunehmendem Alter ändert, er war ja damals auch erst 25.
Es geht ja auch nicht um Schuld, sondern lediglich um Ursachen.
 
  • #33
Und ich wäre am Verzweifeln, wenn ich glauben müsste, dass ich nicht beides in einem Mann haben kann. Denkst Du das? Und wie willst Du das in Zukunft lösen, wenn der sexuelle Traummann eine Partnerin findet, die jetzt all das kriegt, was Du nun wieder nicht in Deinem Leben haben wirst? Du musst irgendwann vermutlich zurück ins Leben, wo Du nur 5-Minuten-ohne-alles-wegdrehen-und-schlafen-Sex haben wirst.

Ich bin ja auch jemand, der mit einem anderen Mann Sex hat und mein Mann weiß davon. Da seine Libido nicht mehr besonders ausgeprägt ist und aufgrund jahrelanger Schichtarbeit kann er nicht mehr so wie er will.

Tatsache ist: mit dem anderen Mann, der übrigens überzeugter Single ist, habe ich im Bett meinen Spaß, aber einen Alltag kann ich mir überhaupt nicht mit ihm vorstellen. Letztens hat er gesagt, dass ich gerne mal über Nacht bleiben könne. Na ja, nach drei Stunden herumwälzen habe ich mich vom Acker gemacht. Ich kann neben diesem Mann beim besten Willen nicht einschlafen.

Und ich bin auch der Ansicht, dass es nicht den einen Menschen gibt, der alles in sich vereint. Wie oft bekommt man mit, dass dieses und jenes hakt? Liest man ja oft genug hier.
 
  • #34
Ich weiß nicht, ob das so in Ordnung ist-moralisch gesehen auf gar keinen Fall-aber ich sehe auch keinerlei Handlungsbedarf mich für einen der beiden zu entscheiden...ich werde auch gar nicht vor diese Entscheidung gestellt derzeit!
Und ja, natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen....
Und wie läuft das ?
Woher hast du wann die Zeit zum tatsächlichen fremdgehen ?
Erklär das mal.

Es kann doch nur eine Frage der Zeit sein, bis Du auffliegst, oder Dein "konservativer" Mann weiß es schon längst.

Wäre meine Partenerin auch (geschäftlich ?) regelmäßig nicht da um eine Affäre zu haben (kann ja im Grunde nur abends sein ,welcher Mann hat denn morgens Zeit) , würde ich das schon irgendwann überprüfen.
Vielelicht hat er sich abgefunden.

Dein Fall wäre übrigens für mich schon eher nachvollziehbar, denn Du hast Dir ja bis zur Affäre Dir (scheinbar) viel Mühe gegeben und die Probleme angesprochen und auch etwas gemacht (Dessous/Vorschläge)

Wenn man als Man diese Chance sausenlässt, hat man natürlich auch schon erheblich versagt.
 
  • #35
Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).
Mit so einer Frau würde ich niemals zusammen bleiben. Sie ist wahrscheinlich so eine die nichtmal eine Zeit lang alleine sein kann. Ich würde nie im Leben mit einer Frau eine Beziehung eingehen die nicht mindestens ein Jahr alleine war.

Icb würde mich sofort trennen wenn sich eine Frau fremd verlieben würde. Oft sind es dann nämlich diejenigen, ich spreche sowohl von Mann und Frau, die dann versuchen zurück zu kommen wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt.

Icb würde so eine Frau niemals wieder zurück nehmen. Wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt würde man doch niemals wieder zur kommen wollen.
 
  • #36
Stimmt, aber es ist ja die Frage, was man damit macht. Verzicht oder wie Du, regeln, oder eben hintenrum.

Man darf aber nicht vergessen, dass es nicht einfach ist einen dermaßen toleranten Mann zu finden. Die anderen Partner, die ich hatte (vor ihm waren es drei an der Zahl), hätten mir den Vogel gezeigt.
Da bleiben einem ja im Prinzip nur Heimlichkeiten oder eben Verzicht.
 
  • #37
Der eine füllt also die Lücke des anderen und umgekehrt!
So kommt es also, dass ich meinen Mann liebe und den anderen begehre und in ihn verliebt bin!
Mir ging es ähnlich wie dir (hatte ich auch schon mal in einem anderen chat geschrieben). Meine Affäre war auch nichts fürs Leben. Es war ein alter Studienkollegen, den ich alle paar Monate getroffen habe. Ich hab meinen Mann geliebt aber mir hat Nähe und Zärtlichkeit und Sex gefehlt, da das am Anfang schon wenig war und dann auf Null zurück ging. Wir waren sonst auf gleicher Wellenlänge, gleiche Interessen und Einstellungen, aber eher wie eine WG. Ganz egal was ich gemacht habe schön angezogen, ihn angemacht oder mich zu ihm auf die Couch gekuschelt, nichts hat ihn interessiert, sogar eher gestört oder war ihm unangenehm. Er war generell eher distanzierter und kühler, wie auch seine Familie.
Meine Affäre hat mir das gegeben, auch wenn es vielleicht einfach mal auf der Couch kuscheln war.
Ich denke etwas fremdverliebt in meine Affäre war ich auch, da sie mir das gegeben hat was mir gefehlt hat.

Ich stimme euch zu, wenn einem etwas fehlt, dann ist man empfänglich für so etwas, weil man die Lücke füllen möchte und sieht, dass es jemand gibt, der sie füllen kann, dass diese Person wahrscheinlich auch Lücken in realen Leben hat, interessiert einen in dem Moment nicht. Man fühlt sich lebendig.
Mit meinem neuen Freund, der alles über meine vorherige Beziehung weiß, hab ich das Bedürfnis nicht, dass mir etwas bzgl. Nähe, Zärtlichkeit oder Sexualität fehlt, also der Grund fürs Fremdverlieben fehlt und auch meine damalige Affäre ist nicht mehr relevant.

Mein Exmann hat auch eine neue Beziehung, bei der er viele Dinge kann/tun kann, die bei uns nicht möglich waren. Ich denke mittlerweile, das uns hat beiden einfach etwas gefehlt, dass der andere nicht wahrgenommen hat, auch wenn wir uns geliebt haben.
 
L

Lionne69

Gast
  • #38
Da bleiben einem ja im Prinzip nur Heimlichkeiten oder eben Verzicht.

Oder, sorry,
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Aber warum wähle ich mir einen Partner, wo es sexuell so wenig passt?

Das kann man doch von vornherein lassen, und dann stellt sich die Frage Betrug oder Verzicht nicht.

W, 50
 
  • #39
Ändert sich diese, erfolgt eine Umjustierung, welche in entsprechenden Rationalisierungen verbalisiert wird. Auf gut Deutsch: Das Bedürfnis nach sexueller Abwechslung tritt zunächst als Defizitdiskurs am Bestehenden auf, bis sodann die Umsetzung in die Lebenswirklichkeit erfolgen, da wenn legitimiert.

Falsch. Ich bin zwar nicht @Joggerin, aber ich habe mich nicht fremdverliebt, weil mir sexuell langweilig war. Und die Fremdverliebtheit war auch nicht darauf ausgerichtet, mit dem anderen ins Bett zu gehen. Nur bei dir geht es immer nur um Sex anstatt um emotionale Verbundenheit.

Icb würde mich sofort trennen wenn sich eine Frau fremd verlieben würde. Oft sind es dann nämlich diejenigen, ich spreche sowohl von Mann und Frau, die dann versuchen zurück zu kommen wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt.

Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.

Wer polygam leben möchte, soll es ehrlich sagen, und sich den entsprechenden Partner suchen - ist doch kein Problem?

Wer sich fremdverliebt, möchte nicht notwendigerweise polygam leben. Man kann auch fremdverliebt sein und trotzdem oder gerade deswegen an der Beziehung arbeiten, ohne die Verliebtheit im geringsten auszuleben.
 
  • #40
Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.
Schon klar. gerade bei @Jochen1 heißt "fremdverliebt" auch gleich Fremdsex. Das hält er nicht auseinander.

Sehr oft wissen ja noch nichtmal die externe Menschen, dass jemand aus einer Beziehung in sie verliebt ist. Die externen Sexafärren müssen ja gar nicht zustande kommen.
Das Problem damit bleibt aber doch.

Für mich ist Fremdverliebtheit vor allem wegen der dann einsetzenden Unterversorgung des eigentlichen Partners (sowohl mit emotionaler Nähe als auch mit Sexualität) das große Problem, welches entsteht.

Wer schreibt "Ich liebe mehrere Menschen" liebt logischerweise keinen mit voller Kraft und vollem Aufwand.
Stimme ich zu. Ich kann mehrere gleichzeitig lieben oder Sex haben.
Aber eben mit schweren Defiziten.
Das ist OK, solange die Protagonisten das alle wissen und einplanen können, wie viel Engagement bei Dir .verbleibt.
In der Realität ist es aber eine heimliche Aufteilung Deiner Anteile.
Es wird vieles verloren gehen, weil Defizite enstehen.
Wir alle haben 24 h täglich. Aber immer nur einmal.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #41
Oder, sorry,
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Aber warum wähle ich mir einen Partner, wo es sexuell so wenig passt?

Das kann man doch von vornherein lassen, und dann stellt sich die Frage Betrug oder Verzicht nicht.

Es gibt doch auch Beziehungen in denen es anfänglich sexuell passt und sich die Schwierigkeiten erst nach einiger Zeit einstellen. Vielleicht ergänzt man sich ansonsten ganz toll, hat mittlerweile Kinder, hat sich etwas aufgebaut und liebt sich.
Warum muss immer davon ausgegangen werden, dass es sexuell von vorn herein nicht gepasst hat? Es gibt auch genügend Paare wo der Eine keine Lust, aus welchen Gründen auch immer, auf Sex hat. Soll dann alles hingeschmissen werden, obwohl man ansonsten glücklich miteinander ist?

Ich bin der Meinung, dass wir weg von diesen gesellschaftlichen Konventionen kommen müssen. Es heißt immer "sowas macht man nicht, das ist böse" "Dann muss man sich halt trennen, wenn es sexuell nicht mehr klappt". Das sagt sich oft sehr leicht, wenn man solche Situationen nicht kennt. Als ob Sex das Einzige wäre, was eine Partnerschaft zusammen halten könnte.

Wären mehr Menschen so offen, wie es mein Partner ist, dann gäbe es sicher wesentlich mehr entspannte Leute. Sex ist Sex, Liebe ist Liebe.
Sexuelle Lust lässt irgendwann nach. Liebe nicht, wenn man sie pflegt.

Mein Vater hatte z. B. Blasenkrebs und dann einen künstlichen Ausgang bekommen. Da war dann nicht mehr viel mit Erotik und Sex.

Und selbst bei so einer Geschichte würde ein Moralapostel sagen "Sex außerhalb der Ehe? Geht gar nicht. Trenn dich gefälligst".

Und am Besten sind sowieso die, die Exklusivität fordern, aber den Partner am langen Arm verhungern lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #42
Falsch. Ich bin zwar nicht @Joggerin, aber ich habe mich nicht fremdverliebt, weil mir sexuell langweilig war. Und die Fremdverliebtheit war auch nicht darauf ausgerichtet, mit dem anderen ins Bett zu gehen. Nur bei dir geht es immer nur um Sex anstatt um emotionale Verbundenheit.

Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.

Wer sich fremdverliebt, möchte nicht notwendigerweise polygam leben. Man kann auch fremdverliebt sein und trotzdem oder gerade deswegen an der Beziehung arbeiten, ohne die Verliebtheit im geringsten auszuleben.

Sehe ich alles ähnlich.

Klar auch sexuelle Unterversorgung kann zum Fremdverlieben führen aber beim Fremdverlieben gehe ich davon aus, dass es im Grunde in der bestehenden Partnerschaft keine Unterversorgung (weder emotional, noch sexuell oder anders) und wirklichen Defizite gibt.

Im Grunde ist bestehende Beziehung gut aber aus einem irgendwie zusätzlich bereichernden Kontakt mit einem Dritten ergibt sich eine emotionale Verbindung die in Verliebheit übergeht bzw. selbst als Verliebt interpretiert bzw. missverstanden wird.

Dies kann aber muss nicht eine erotische/sexuelle Komponente haben. Diese kann ausgelebt werden oder im Verborgenen bleiben.

Z.B. Seelenverwandtschaft wird schnell, nach meiner Meinung oft falsch, als Verliebtheit verstanden und sexualisiert, statt sie als völlig eigenständige Verbindungsform wertzuschätzen.

@Andreas1965 hat aber eine ganz andere Motivation als Fremdverliebtheit oder Seelenverwandtschaft. Er brauch zur Selbstbestätigung viele unterschiedliche wechselnde Sexualkontakte wie andere Luft und Wasser. Mit Fremdverlieben in einer guten Beziehung hat dies nichts zu tun. Er hat ja selbst geschrieben, dass er in seinem Leben eher selten verliebt war.


Der Mensch, dazu gehören auch Frauen, ist nicht für die Monogamie geschaffen. Das ist ein krudes Konzept unserer verkorksten Gesellschaft. Polyamorie ist schaffbar...

So oder ähnlich argumentieren Polyamore gern. Warum?

Es ist nicht einfach die Objekte der Begierde zu einer primär sexuellen Beziehung ohne Exklusivität herum zu bekommen wenn man Lügen vermeiden will oder mit seinen gerade Lügen aufgeflogen ist sein Objekt zu halten.

Eine Masche ist sich als moderne Avantgarde zu verkaufen und die anderen als altmodische Spießer darzustellen. Je (pseudo)wissenschaftlicher und intellektueller man dies es entsprechenden Kandidaten präsentiert um so erfolgreicher ist man vielleicht.

Daneben dient es vielleicht auch dem Ausräumen eigener Zweifel ob der gewählte Weg wirklich konstruktiv ist.
 
L

Lionne69

Gast
  • #43
Ich stelle mir gerade vor, es würde mir passieren. Wenn, wäre es keine Affäre, sondern eine rein emotionale, einseitige Geschichte.
Was würde ich tun?

Ich würde mich sortieren.
Was ist mit meiner Partnerschaft, wo stehe ich da, was fehlt?
Was kann ich tun, damit es wieder rund wird?
Ist etwas zu retten, will ich es retten?

Und dann würde ich mich entscheiden, und entsprechend handeln.
Darüber reden würde ich nicht - im Fall einer Trennung ist es irrelevant, wenn ich daran arbeiten möchte, erst recht kontraproduktiv.

Und nach der Trennung würde ich schauen, ob aus dem Gedankenspiel was werden kann. Dann anfangen, mit diesem Mann zu flirten...
Nicht vorher.

Meist ist Fremdverlieben, meine Meinung, mehr eine Projektion aus einer Mangelstuation heraus, dass daraus real was tragendes wird, kann sicherlich passieren, meist aber ist es etwas flüchtiges.

W, 50
 
  • #44
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.
WANN meinst Du, entdeckt man denn, dass was nicht passt? Wir (unbestimmtes "Wir", ich weiß nicht, ob Du das z.B. auch so siehst) schreiben doch hier immer: Erst nach ca. 1.5 bis 2 Jahren stellt sich raus, ob man passt. Dann ist die Verliebtheit weg und man ist wieder, wie man wirklich ist.

Im Rausch der Verliebtheit ist alles easy und jeder nimmt sich zurück, was macht man, wenn die ersten Probleme auftreten? Oder meinst Du, es gibt niemals welche, wenn man genau den passenden Partner gefunden hat? Das wäre dann ein echter Sechser im Lotto.

Ich denke zwar wie Du, dass je besser man sich selbst (nicht den anderen) kennt, umso besser der Partner passt, einfach durch die Wahl. Aber es gibt auch hier für mich ein "es sei denn", nämlich wenn man wirklich sehr gern einen Partner hätte, und daher Kompromisse macht, die man nach 3 Jahren nicht mehr machen würde.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Genau. Idealerweise sollte man aber auch was Hobbymäßiges zusammen machen können.
Kommt auch immer drauf an, wie eifersüchtig einer ist. Wenns ums Tanzen geht, wird das ja für nicht wenige heikel.
Und wenn ich an den Thread mit dem verrenteten Paddler denke, kommt noch ein ganz anderer Aspekt hinzu - man muss einander vertrauen können.
 
L

Lionne69

Gast
  • #45
WANN meinst Du, entdeckt man denn, dass was nicht passt? Wir (unbestimmtes "Wir", ich weiß nicht, ob Du das z.B. auch so siehst) schreiben doch hier immer: Erst nach ca. 1.5 bis 2 Jahren stellt sich raus, ob man passt. Dann ist die Verliebtheit weg und man ist wieder, wie man wirklich ist.

Nun, so sehe ich es auch nicht - wenn es positiv läuft, dauert es sicher, aber 1-2 Jahre?
Wird sicher auch individuell sein. Ich hoffe auch, dass man von Beginn an man selbst ist.

Wann weiß ich, ob es nicht passt? Das zeigt sich im ganzen Kennenlernprozess, manche möchte ich erst gar nicht kennenlernen, und die überwiegende Anzahl an ersten Dates enden mit dem Fazit passt nicht.

Hobbys, Interessen, Einstellungen zeigen sich schnell, wie sich jemand verhält, wie jemand kommuniziert, welcher Humor. Ist es jemand, der mit mir lacht, der meinen Humor versteht, ich seinen. Sprechen wir die gleiche Sprache.
Wie sieht es mit Nähe-Distanz aus, Zärtlichkeit? Wie läuft es sexuell?
Das sind solche Basics. Die kann ich mir schön reden, aber - da hast Du recht, die Zeit kommt, wo man es nicht mehr akzeptieren kann. Dann kommen hier Threads - man beschwert sich über Kinder, über Geiz, zu wenig gemeinsame Interessen, zu wenig Zeit, zu wenig Nähe... Schlechten Sex, zu wenig, zu viel,...

Ansonsten, Nichtpassung kann sich immer wieder zeigen. Menschen verändern sich, es kommen besondere Situationen, Belastungen, Krisen, etc. Manches entwickelt sich, und durchaus schauspielern einige.
Mein Ex gestand es nach Jahren auch - dass er so getan hatte, als ob, weil er so sein wollte... Gesellig, Nähe, Familienmensch,... Und er riss sich immer wieder zusammen,
wenn er wieder sein wahres Ich zeigte, und es Gespräche deswegen gab. Dann bemühte er sich wieder, bis er wieder schleichend in seine gewohnten Muster fiel.
Diesen Kreislauf gab es etliche Jahre, bis ich es endlich verstand, und er es darauf angesprochen, zugab.
Zu dem Zeitpunkt war es dann auch zu Ende. Es passte nicht, und es hätte nie gepasst, wenn er nicht die Fassade gebaut hätte.
Damit hat er sich selbst massiv geschadet, über Jahre verbogen. Heute hat er eine LAT mit viel Distanz... Und ich den Partner, der Nähe will und mag.
Das ist jetzt extrem, und ich hoffe, es ist nicht die Regel - das war gezielte Täuschung.

Aber ich habe daraus gelernt - danach war ich beim Kennenlernen konsequent -
Ich kann den Menschen entweder so akzeptieren, wie er ist, mit allen Eigenheiten, weiß, dass er genauso unperfekt ist, wie ich, oder ich lasse es.
Ich gehe davon aus, er wird sich nicht grundlegend verändern...
Ja, und ich versuche auch, einfach Ich zu sein.

Das waren meine Lernaufgaben - wer bin ich / Ich bin liebenswert, muss mir Liebe nicht verdienen.

Das ist aber nur ein Randbereich zum Thema der Frage Fremdverlieben? Wobei ich ja Fremdverlieben als Warnsignal sehe - Passung fehlte oder ist gerade am Verschwinden...

W, 50
 
  • #46
Polyamorie ist schaffbar. Man kann mehrere andersgeschlechtliche Menschen lieben, denn Liebe ist niemals exklusiv. Für unser Seelenheil wäre es ratsam viel offener, viel ehrlicher zu werden . . . Es wäre schön, wenn wir unsere Gefühle nicht mehr unterdrücken um sozial angepasst zu bleiben.
Ein reicher, origineller Thread mit vielen mutigen Beiträgen. Für viele möchte ich danken. Besonders Dir, Verum.

"Liebesvielfalt". Ja, warum sollte ich mich nur für eine bestimmte Pflanze interessieren, wenn es überall in allen Farben blüht. Wenn man Liebe teilt, wächst sie.

"Ich bin sehr treu und zwar mir selber. Das ist schwer genug", sagte eine Gefährtin. Treu den eigenen Gefühlen, Wünschen, Impulsen.

Ich lebe mit zwei Frauen und einem Mann. Jede(r) ist mit jeder/m zusammen. Eine der Frauen und der zweite Mann haben noch je einen (monogamen) Partner. (Wir sind alle bi; eine der Frauen und ich sind in der Gruppe dazu geworden.) Wir machen zusammen klassische Kammermusik (nicht professionell aber mit Hingabe) - eine hocherotische Praxis. Wir gehören zu einem lockeren Netzwerk von Gruppen mit ähnlicher Lebenspraxis.

"Fremdgehen", und "fremdverlieben" - das ist nicht, was wir tun. "Neue" sind nicht fremd sondern immer schon verbunden, mindestens durch die eigene Neugier, Sehnsucht.

Nie ist unser Zusammensein "bloß" sexuell (die Vorstellung erzeugt Widerwillen), aber immer erotisch, auf Dauer nie ohne sexuelle Begegnung. Und nie ohne offenen, weichen Blickkontakt.

Immer wieder die spannende Frage: Wer heute mit wem? Wir haben das so geregelt, daß einen Monat die eine Hälfte von uns, den nächsten die andere Hälfte die Wahl hat. (Einladung per am späten Nachmittag; sie ist obligatorisch.)

Unerlässliche Bedingung für Liebesvielfalt ist uneingeschränkte Kommunikation. Wir betrügen einander nicht. Alle wissen Bescheid über die Verbindungen dar anderen. (Nie bitten wir um Genehmigung für eine neue Liebe.) Wir sprechen nicht unbedingt über alle Details (es gibt auch Privatsphäre), sondern über Gefühle, Gedanken.. Kriterium: alles, was mir peinlich ist, dessen ich mich schäme, muss ausgesprochen werden. Das hat reinigende Wirkung.

Zusammenfassend: Nie habe ich soviel Herausforderung, Überraschung, Kreativität, soviel Verbundenheit, Freude, sexuelle Leidenschaft und Lust erlebt als seit ich polyamor lebe.

Das wünsche ich allen.

Vielleicht ein andermal mehr

Quinquin
 
  • #47
Kinder sowie Menschen, die monogam leben möchten, sollten nicht darunter leiden müssen, wenn andere Menschen polygam leben. Alle, die polygam leben möchten, sollen dies also bitte „von Beginn weg“ offen und ehrlich entsprechend kommunizieren und besser keine Kinder zeugen. Letzteres zumindest nicht mit Partnern, für die die Monogamie die passende Form ist, was übrigens auch noch in der heutigen Zeit legitim sein sollte.
 
  • #48
Das waren meine Lernaufgaben - wer bin ich / Ich bin liebenswert, muss mir Liebe nicht verdienen.
Das halte ich für einen Schlüsselsatz. Weil sich ja viel unbeabsichtigt verstellt wird, wenn man verliebt ist, damit der andere nicht gleich wieder wegrennt. Man will so sein, dass er bleibt. Aber kann nicht auf Dauer.
Ich denke, wenn man darauf achtet, passieren auch diese Probleme nicht, dass es erst sehr dicht war und dann aber wieder distanzierter werden musste, weil jeder auch noch allein in seinem eigenen Leben funktionieren muss.

Das ist aber nur ein Randbereich zum Thema der Frage Fremdverlieben?
Macht doch nix, auch ein Thread entwickelt sich mal hierhin, mal dahin. Aber SO randmäßig finde ich es auch nicht.
Wenn man mal dieses Reinrutschen in Beziehungen, in denen man sich passend machen muss, sieht. Manche machen es ja wirklich auf Dauer bzw. keiner durchschaut das "Schauspiel" des anderen wirklich und es wird nicht aufgelöst.
Ich würde fast sagen, die ganzen Midlifecrisisprobleme unter "jetzt bin ich mal dran, ich will noch was FÜR MICH vom Leben haben" sind in dieser Sparte. Denn dann kommt es ja doch hoch, dass man nicht zufrieden ist und sehr viele Kompromisse gemacht hat, die nicht echt sind. (Wären es echte, gäbe es ja jetzt kein Problem.)
Wobei man das auch als Entwicklungsprozess sehen muss: Emotionale Unabhängigkeit haben ja viele nicht, wenn sie jung eine Beziehung eingehen. Und man kann sich auch für Kinder zurücknehmen, also machen, dass die Beziehung wegen der Familie ganz brauchbar funktioniert. Aber wenn sie aus dem Haus sind, rückt man selbst wieder mehr in den Mittelpunkt. Und was ist dann mit dem "passenden Partner", ist die Frage. Ich denke, manchmal passte es nur "für die Familie", aber nicht mehr als Paar allein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #49
Hallo, Ihr Lieben, Ihr Problembeladenen,

in diesem Thread scheint es ein paar Dogmen zu geben.

1) Der Mensch ist, wie er ist, so und so und so. Das wird sich nie ändern. Es gilt für mich und für alle andern. Immer. Daher, wenn zwei einander treffen, "passt es" entweder oder nicht. Das gilt es möglichst früh zu erkennen, damit man sich ggf. rechtzeitig trennt.

Nein! Ich werde, der ich bin durch meine Entscheidungen, mein Handeln. Jede Unwahrhaftigkeit, jedes illegale Verschweigen trübt mich. (Nimmt mir Heiterkeit, Mitfühlen, Lebensfreude, Lust, Zärtlichkeit, Kreativität.) Jedes Ausweichen vor dem anderen (seinen Bedürfnissen, Leiden) oder vor mir selber (meiner Angst, Sehnsucht) mindert meine Liebesfähigkeit Jeder mutige Sprung macht mich stärker. Jedes Aufheben von Selbstkontrolle macht mich offener, weicher. Urteilen macht mich zum Richter. Staunen offener.

Oft weichen Menschen - ich eingeschlossen - vor dem möglichen Übermaß sexueller Lust + dazugehörigem Kontrollverlust aus. Dann wird's langweilig, kommen sog. "sexuelle Störungen". Die Ursache sind ich + der andere, nicht ein vorgegebenes "Nicht-Passen".

In schrankenloser Kommunikation werde ich erst, der ich bin. Der ich gewesen sein werde.

Glücklich, wer rechtzeitig seine Unwahrhaftigkeit merkt und korrigiert (gerade, wenn's peinlich ist). Manchmal brauch ich den anderen, der mich stupst.

2) Wenn wir uns verlieben, idealisieren wir den anderen. Das ist "unrealistisch", wir müssen die "Realität" erkennen.

Nein. Wenn ich jemanden idealisiere, sehe ich ihn richtig. Der andere ist ideal. Mensch mit allem, was dazugehört. Verliebtheit ist hellsichtig. Konventioneller "Realismus" ist depressiv, deprimierend. (Diese Erkenntnis stammt von Verena Kast, einer schweizer Psychotherapeutin. Sie wirft ein anderes, neues Licht auf Schicksale, Verbindungen, Probleme.

3) Wenn jemand sich "fremdverliebe" oder gar "fremdgehe", sei das ein Zeichen, dass in seiner Beziehung etwas fehle oder falsch laufe.

Nein. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass er in seiner Beziehung so überglücklich ist (zum Überfließen), dass seine Fähigkeit, die Schönheit anderer zu sehen, sein Sehnen nach noch größerem Raum weiter wachsen.

Ich kenne eine sehr junge Frau, die mir sagte, das Zusammensein mit ihrem Geliebten sei so unglaublich, ein so großes Geschenk, dass sie es nicht für sich allein behalten dürfe. (Klang fast wie eine religiöse Verpflichtung.) Sie wolle deshalb "die Liebe ausdehnen", konkret: demnächst drei Tage und drei Nächte mit einem Freund verbringen. Nach ausführlichen Gesprächen mit beiden Männern.

Später vielleicht mehr.

Es wünscht Euch unermeßliche Liebesfreude
Quinquin
 
  • #50
Hallo Joggerin,
Ich sehe es mittlerweile so, es gibt nicht DIE Chance meines Lebens. Es gibt nicht den einen. Es gibt viele, in die ich mich verlieben kann.
Und ich möchte sogar behaupten, dass man mehrere gleichzeitig lieben kann, nur irgendwie jeden anderes. Was darüber hinausgeht, ist lediglich sexueller Begehren.
Freu mich sehr, daß Du das schreibst.

Ich gehe noch ein paar Schritte weiter: Es gibt mehrere "Chancen meines Lebens". Auch gleichzeitig. Seit 15 Jahren bin ich mir 2 Frauen zusammen. (1 Jahr Pause, da die eine solang in USA war.) Beide sind eng miteinander befreundet.

Eigentlich hatte ich die weit verbreitete Homophobie. Eines Tages verliebte sich ein sehr viel jüngerer Mann - "mein Knabe" nannte ich ihn am Anfang - in mich; ich blieb abweisend. Er ließ sich nicht abschrecken sondern warb sehr geduldig um mich. Ganz unerwartet, wie durch einen Blitz veränderte sich für mich plötzlich alles: ein großer Schwarm von Schmetterlingen. Mein erstes Zusammensein mit einem Mann. (Er lehrte mich die ungeahnten Liebesmöglichkeiten zwischen Männern.); das ist eher stärker geworden. (Die Schmetterlinge fliegen, sobald er mich berührt. (Anders als bei den Frauen - da beginnt's schon von ferne.)

Diese faszinierende Empfindung - vielleicht eine Mischung aus Begehren, Neugier, Vorfreude - wechselt in ihrer Stärke, verschwindet aber nie. Sie ist bei mir stärker, wenn ich der Einladende bin oder wenn der andere und ich eine neue Entdeckung gemacht haben, die noch mehr verspricht.

Entscheidend: Es besteht völlige Offenheit zwischen allen Beteiligten. Jeder weiß, mit wem die anderen noch zusammen sind. Niemand bittet um Erlaubnis. Jeder ist frei, auch mit anderen zusammenzusein. ("Meine Sexualität gehört mit!") Niemand "geht fremd."Keine Eifersucht: Wir freuen uns über die Lust und Liebe jedes anderen.

Wir sind miteinander verläßlich verbunden. Z.B. haben wir vereinbart, dass jeder je 1 Nacht pro Woche mit jedem der übrigen Beteiligten verbringt. Wer möchte, kann eine weitere Nacht mit einer fremden Person verbringen; ich mache davon oft Gebrauch. Ich liebe es, manchmal Verbindungen mit früheren Freund*innen wieder anzuknüpfen. (Ohne Versprechungen).

Auch wenn ich Pfingstrosen am meisten liebe - ich würde am liebsten jede blühende Pflanze kennenlernen. Daß dies nicht gehr (schlicht aus Zeitgründen) verursacht eine leichte Trauer.

Herzlich
Quinquin
 
  • #51
Hallo @Quinquin, woher kommt dein starkes Bedürfnis, dein zwar unkonventionelles, aber anscheinend ja überaus befriedigendes Liebesleben hier immer wieder zum Thema zu machen?

Du willst missionieren, richtig? Interessiert aber niemanden. Leb einfach dein Leben, wozu brauchst du Gleichgesinnte oder Bewunderer?

Liebe Mods, falls ihr meinen Beitrag offtopic findet, das sind Quinqins eigentlich immer.
 
  • #52
Hallo @Quinquin, woher kommt dein starkes Bedürfnis, dein zwar unkonventionelles, aber anscheinend ja überaus befriedigendes Liebesleben hier immer wieder zum Thema zu machen?

Du willst missionieren, richtig? Interessiert aber niemanden. Leb einfach dein Leben, wozu brauchst du Gleichgesinnte oder Bewunderer?

Liebe Mods, falls ihr meinen Beitrag offtopic findet, das sind Quinqins eigentlich immer.
Das war auch meine erste Überlegung. Der Quinquin ist so dermaßen attraktiv, dass sogar junge Männer ihm nicht widerstehen können 😊. Aber Spaß bei Seite. Eine Öffnung der Beziehung kann nicht die Lösung für alle sein. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass es für alle gleichzeitig vorteilhaft ist. Denn Zeit ist genauso wie Energie eine Konstante. Wenn ein dritter und vierter dazu kommt, dann verbringen alle weniger Zeit miteinander. Außerdem stelle ich es mir auch so vor, dass die Intensität der Beziehung untereinander auch abnimmt. Es hört sich zwar bei Quinquin alles so toll an aber die Frauen haben ihn weniger als vorher, weil er ja jetzt seinen Knaben hat. Ich würde sagen, dass solche Modelle nur für eine Seite gut ist in diesem Fall für Quinquin, während die anderen darunter leiden müssen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
M

MelinaMelina

Gast
  • #53
Hallo, liebe Mitschreibende,

da wir gefühlt ja fast jede Woche einen Thread haben, in dem es um eine Dreiecksgeschichte geht, habe ich mich gefragt, wie es Menschen in Partnerschaften wohl geht, wenn sie wirklich fremdverliebt sind.

In meiner Partnerschaft war ich das nie und wäre ich es gewesen, hätte ich wohl doch meine Beziehung beendet. Mein Ex hat das genauso gehalten. Ob er am Schluss, als die Beziehung am Sterben war und wir uns noch sehr umeinander bemühten, fremdverliebt war, weiß ich nicht, aber während der Partnerschaft war da nichts. Und das ist keine Vermutung von mir, der Mann war ehrlich bis zum Anschlag, es gab zwischen uns keine Unsicherheiten.

Ich meine nicht, dass man nicht auch andere Menschen bemerkt und sie gutaussehend finden kann. Es geht mir um richtige Verliebtheit. Dann ist doch die Beziehung zu Ende, wenn man sich fragt, wie eine Beziehung mit einem anderen wäre, überlegt, ob man DIE Chance seines Lebens verpasst, oder ist das nicht so?

Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).

Was sind eure Erfahrungen und was denkt ihr darüber? Vielen Dank schon mal für eure Antworten.

Deine Bekannte war nicht fremdverliebt, die war nur mit ihrer aktuellen Beziehung unzufrieden und hat sich umgeschaut, ob es eine bessere Option für sie gibt als den aktuellen Mann.
Das heißt nicht, dass sie in den neuen Mann verliebt war.

Eher heißt es, dass sie eben doch noch irgendetwas bei dem aktuellen Mann hält, wenn auch unterbewusst. Sonst würde sie ihn ja einfach verlassen.

Um deine Frage zu beantworten: Fremdverliebt war ich nicht, aber natürlich hatte ich mit Exfreunden auch mal so einen Krach, dass ich mich am liebsten getrennt hätte etc. Das ist aber in langjährigen , intensiven Beziehungen normal, wir leben ja nicht in Disneyland.


Gruss

Melina
 
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  • #54
natürlich hatte ich mit exfreunden auch mal so einen Krach, dass ich mich am liebsten getrennt hätte
Das finde ich normal. Und da ist ja kein Dritter involviert, den man anschmachtet.

Bei der Bekannten ging es darum, dass sie keinen speziellen Krach hatte, sondern die ganze Zeit schon dachte, es passe nicht. Und die Männer, die sie ins Auge gefasst hatte, waren "Umgarner", die keine Beziehung wollten. Einer hatte sogar schon eine.
Ich denke schon, dass sie verliebt war und wenn einer der Männer, die sie da bezirzten, gewollt hätte, hätte sie ihren Partner verlassen. So hat sie es jedenfalls gesagt und auch ihre anderen Aktivitäten, sich eine Beziehung schönzureden durch esoterische Sichtweisen usw., deuteten darauf hin, dass sie nur auf eine Gelegenheit wartet.

Eher heißt es, dass sie eben doch noch irgendetwas bei dem aktuellen Mann hält, wenn auch unterbewusst.
Nein, das ist ganz bewusst. Sie sagt es selbst, was sie hält. Auch wenn sie finanziell gesichert lebt und er nur einen kleinen Beitrag einbringt, ist sie auf den aus, weil er ihr ein angenehmeres Leben ermöglicht.
 
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MelinaMelina

Gast
  • #55
Das finde ich normal. Und da ist ja kein Dritter involviert, den man anschmachtet.

Bei der Bekannten ging es darum, dass sie keinen speziellen Krach hatte, sondern die ganze Zeit schon dachte, es passe nicht. Und die Männer, die sie ins Auge gefasst hatte, waren "Umgarner", die keine Beziehung wollten. Einer hatte sogar schon eine.
Ich denke schon, dass sie verliebt war und wenn einer der Männer, die sie da bezirzten, gewollt hätte, hätte sie ihren Partner verlassen. So hat sie es jedenfalls gesagt und auch ihre anderen Aktivitäten, sich eine Beziehung schönzureden durch esoterische Sichtweisen usw., deuteten darauf hin, dass sie nur auf eine Gelegenheit wartet.


Nein, das ist ganz bewusst. Sie sagt es selbst, was sie hält. Auch wenn sie finanziell gesichert lebt und er nur einen kleinen Beitrag einbringt, ist sie auf den aus, weil er ihr ein angenehmeres Leben ermöglicht.

Tja, traurig, dann klingt es so, dass diese Frau aus anderen Gründen als Liebe mit ihrem Partner zusammen ist.
Das ist aber ihr Thema, nicht deins, oder?

Gruss

Melina
 
  • #56
Mein Thema steht im Eingangspost. Ich wollte Dich nur aufklären, wie es bei dieser Frau ist, weil Du eine Vermutung geschrieben hattest.

Das Thema ist: Wenn man fremdverliebt ist, ist dann die Beziehung zu Ende oder nicht. Für mich wäre sie zu Ende, aber mittlerweile denke ich, man kann das Fremdverlieben auch als Impuls nehmen, seine Beziehung mal zu überdenken, ob sie wirklich nicht mehr passt oder ob man sie vernachlässigt hat. Zusammenbleiben mit Notlösung z.B., bis ein besserer kommt, oder aus finanziellen Gründen wäre für mich nicht machbar.
 
  • #57
Das Thema ist: Wenn man fremdverliebt ist, ist dann die Beziehung zu Ende oder nicht. Für mich wäre sie zu Ende, aber mittlerweile denke ich, man kann das Fremdverlieben auch als Impuls nehmen, seine Beziehung mal zu überdenken, ob sie wirklich nicht mehr passt oder ob man sie vernachlässigt hat. Zusammenbleiben mit Notlösung z.B., bis ein besserer kommt, oder aus finanziellen Gründen wäre für mich nicht machbar.
Sehe ich genauso :) beim Verlieben spielen Projektionen eigener Wünsche und Bedürfnisse eine wesentliche Rolle. Daher muss nicht jedes Fremdverlieben direkt zum Beziehungstod führen. Aber es gibt eben durchaus Aufschluss darüber, dass einem etwas fehlt.
 
  • #58
Zunächst einmal vielen Dank für diese Frage - ich habe mir jede Antwort durchgelesen, was darauf hindeutet, dass es auch "mein" Thema ist: Ich bin verheiratet und seit insgesamt 5 Jahren mit meinem Mann zusammen. Die Beziehung ist eigentlich alles, was ich mir von einer Beziehung wünschen könnte. Eigentlich.

Wären da nur nicht diese nagenden Zweifel, die von Anfang an da waren. Dieses stille Stimmchen in mir, das phasenweise lauter wird und mir zuflüstert: "Es passt nicht!" Ich habe unzählige Stunden damit verbracht, mich zu fragen, woher sie kommt, versucht, an mir zu arbeiten. Ich liebe meinen Mann, ich denke, das kann ich so sagen. Und er liebt mich. Und dennoch: Beim Thema Wertschätzung sind wir sehr unterschiedlich gestrickt. Während es mir ein Bedürfnis ist, sie immer wieder zu verbalisieren, ist mein Mann eher der Typ "solange ich nichts sage, ist es noch so wie gestern". Ich komme und kam mir immer so blöd vor, es auch von ihm hören zu wollen. Was einer der Gründe ist, dass ich irgendwann akzeptiert habe, dass diese Stimme da ist. Über das Thema haben wir unzählige Male gesprochen.

Es war klar, dass ich darauf anspringen würde, wenn ein Mann in mein Leben kommt, der genau dieses für mich fehlende Puzzle-Teil verkörpert. So ist es vor fast einem Jahr geschehen. In diesen Mann bin ich verliebt. Wir kennen uns über die Arbeit und haben uns noch nie "live" gesehen, da wir an unterschiedlichen Standorten arbeiten. Auch würde ich mich davor hüten, ihn jemals aufzusuchen. Es besteht ein sehr intensiver schriftlicher und telefonischer Austausch.
Mein Mann weiß von diesem Anderen, er fragt aber nicht näher nach. Mir ist sehr bewusst, dass dieser andere Mann für mich nicht mehr als "Projektionsfläche" ist und es geht auch in keinster Weise darum, dass wir unsere Partner verlassen würden, um zusammenzusein.

Thema für mich sind diese mich immer wieder heimsuchenden Zweifel an der Beziehung zu meinem Ehemann. Und dass ich immer ahnte, dass ich genau deswegen empfänglich sein würde für Menschen, die mir genau das zu geben scheinen, was ich bei meinem Mann vermisse.
Sie hat mittlerweile einen vergeistigteren Zugang versucht, also nach dem Motto "es ist egal, mit wem du zusammen bist, es stimmt immer irgendwas nicht, also kannst du auch hier bleiben und deine Einstellung ändern".
Das Motto könnte von mir stammen. Und es überwiegt immer die Einsicht: Es passt doch! Ich wünsche mir so sehr, dass es langfristig funktioniert. Und vor allem dies hält mich. Darüber hinaus - und ja, es ist okay, wenn ich dafür gelyncht werde - wünschen wir uns Kinder. Dieser Wunsch ist in mir recht spät entstanden und ich bin in einem Alter, wo ich nicht mehr warten kann. Ich bin überzeugt, dass mein Mann ein ganz wundervoller Vater wäre und wünsche mir eine glückliche Familie. Die Beziehung aufzugeben hieße in meinem Fall wohl gleichzeitig, mich von meinem Kinderwunsch zu verabschieden.
 
  • #59
Ja, das berühmte "eigentlich".
Du bist in einer schwierigen Situation. Ich denke, jeder, der sowas erlebt, ist es. Die Frage ist ja immer: Liegt es an mir und überzogenen Erwartungen ("eierlegendes Wollmilchschwein") oder passt es wirklich nicht.
Und wenn dann einer vorbeikommt, der genau diese eine Sache gibt, verwirrt das manche so weit, dass sie einen Tunnelblick entwickeln und nur, weil dieser Mensch dieses eine geben kann, auf ihn auch projiziert, dass der Rest auch super passt.
Das ist ja nun bei Dir nicht so. Aber die Frage ist halt, ob es das, was Du Dir wünschst, im Gesamten geben kann, also das, was Dein Mann bietet PLUS das, was ihm fehlt.

Es gibt ja echte Nicht-Kompatibilitäten, würde ich sagen. Sexuell kann es nicht passen. Gesprächsmäßig, humormäßig, wie man Liebe gibt, welche Lebensziele man hat (Heirat, Kinder, Haus oder Wohnung, Garten oder nicht, Karriere hier oder da oder gar nicht, ...).
Aber was, wenn das alles stimmt.

Ich finde, Deinen Zustand könnte man als "emotionales Ausgedörrtsein" bezeichnen. Es ist ja nicht jedermanns Sache, das Vermisste in Worte zu fassen. Zeigt er seine Wertschätzung anders? Geschenke, Blumen? Leuchtende Augen, wenn er Dich in einem schicken Kleid sieht? Ich fürchte, das gibt es auch nicht.

Als alltäglich hingenommen zu werden, macht mE auch die Liebe kaputt. Manche fangen an, sich zu rühren, wenn sie merken, dass der andere sich entfernt. Macht Dein Mann auch nicht. Ich finde es seltsam, dass er nichts sagt zu dem anderen Mann. Aber vielleicht wüsste er auch nicht, was, und kann nur "stillhalten" oder ist sich sehr sicher, was Dich angeht, was ja EIGENTLICH was Gutes ist.
Die Frau, deren Zitat Du zitiertest, hatte übrigens wohl mal eine Urlaubskurzaffäre und war schon fremdverliebt in einen Kollegen. Ich weiß nicht, wieviel ihr Partner wusste, aber ich denke, er hat auch nichts gesagt. Das ist auch einer, der mit seiner Frau zumindest nicht viel redet.

Ich kann Menschen nicht verstehen, die Wertschätzung nicht über die Lippen kriegen. Engherzig ist sowas. Für mich hat sich so einer eingemauert und kriegt nichts Positives raus. Es ist vielleicht auch eine Art Kleinhalten: Wenn ich dich lobe, wirst du übermütig und denkst, ich seh dich auf einem Sockel. So besonders bist du nicht, dass ich dich loben müsste.
Es gibt auch Leute, die nicht "ich liebe dich" sagen können, weil sie es einfach nicht für den Partner empfinden und aber denken, es gibt Leute, die sie lieben würden und es dann auch sagen würden. Wäre übel, wenn es mit der Wertschätzung genauso wäre bei euch.
 
  • #60
Und dennoch: Beim Thema Wertschätzung sind wir sehr unterschiedlich gestrickt. Während es mir ein Bedürfnis ist, sie immer wieder zu verbalisieren, ist mein Mann eher der Typ "solange ich nichts sage, ist es noch so wie gestern". Ich komme und kam mir immer so blöd vor, es auch von ihm hören zu wollen. Was einer der Gründe ist, dass ich irgendwann akzeptiert habe, dass diese Stimme da ist. Über das Thema haben wir unzählige Male gesprochen.

Es war klar, dass ich darauf anspringen würde, wenn ein Mann in mein Leben kommt, der genau dieses für mich fehlende Puzzle-Teil verkörpert. So ist es vor fast einem Jahr geschehen. In diesen Mann bin ich verliebt. Wir kennen uns über die Arbeit und haben uns noch nie "live" gesehen, da wir an unterschiedlichen Standorten arbeiten. Auch würde ich mich davor hüten, ihn jemals aufzusuchen. Es besteht ein sehr intensiver schriftlicher und telefonischer Austausch.
Mein Mann weiß von diesem Anderen, er fragt aber nicht näher nach.
Hallo SimplyMe,
ich vermute, du hast das, was man „emotionale Affäre“ nennt. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: nimm das ernst und kümmere dich darum. Thematisiere es weiter mit deinem Mann, sag ihm, wie wichtig dir dein Bedürfnis ist und nehmt ggf. professionelle Hilfe in Anspruch. Eine emotionale Affäre ist mitnichten weniger bedeutend als eine sexuelle. Versuche, ohne den anderen Mann auszukommen. Wenn das nicht funktioniert, ist das ein Alarmzeichen. Dass dein Mann höflich wegschaut und nicht nachfragt, macht es auch nicht besser.
Ich denke, du musst dir darüber klar werden, wie wichtig dir dein Bedürfnis ist. Entweder schaffen dein Mann und du es gemeinsam, es zu befriedigen oder du kannst tatsächlich darauf verzichten und deinen Frieden damit machen. Wenn keine dieser beiden Optionen eintritt wird dir deine Ehe über kurz oder lang um die Ohren fliegen.
Alles Gute!
w45
 
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