• #31
Um ehrlich zu sein, würde ich meinen Mann dann verlassen, wenn ich spüre ich empfinde für einen anderen Mann mehr als für ihn.
Gerade als wir kaum noch miteinander gesprochen haben, vor einigen Monaten, dachte ich öfters: wenn ich jemanden kennen lernen würde der ähnliche Interessen hat und man sich gut versteht, Glücksgefühle hat, würde ich sofort gehen.
Mir schwirren nach wie vor mehrere Dinge aus der Vergangenheit durch den Kopf die mich sehr verletzt haben und irgendwie auch Wut. Ein Gefühl von Gefangenheit auf der einen Seite, auf der anderen ist er mir schon wichtig mit seinen positiven Eigenschaften, doch alles was je passiert ist kann ich nicht ausblenden... in unserem großen Streit meinte er:“ es wird nie wieder wie vorher, er könnte nicht bla bla..“ doch er kann, nur ich kann nicht.
Er hatte nie Lust was mit mir zu unternehmen, ich musste ihn überreden.. er wollte chillen. (Kann man mal machen, aber nicht nur.. wobei nach Feierabend an den See fahren chillen ist) für seinen Kumpel hatte er Zeit, er konnte da auch 100. €uros fürs Feier oder sonstiges aufbringen.. so viele kleine Diskussionen um alles.. Haushalt hab ich alleine gemacht, wenn ich ihn um was gebeten habe hat er es nie getan, gewartet bis es mich so sehr störte, dass ich es doch selber mache. Einmal hab ich gar nichts mehr gemacht, da hat er sich darüber beschwert.. er hat wenn er früher da war lieber gezockt. Wir kamen uns gar nicht mehr näher. Er im Wohnzimmer, ich war im Schlafzimmer nach Feierabend. Er hat mich nicht in den Arm genommen oder Ähnliches.. mich hat es nicht so sehr gestört, hatte so viel zutun mit der Arbeit und dem lernen, zuhause Haushalt und Sport...

Irgendwie alles kompliziert... 🤷‍♀️
 
  • #32
Polyamorie ist schaffbar. Man kann mehrere andersgeschlechtliche Menschen lieben, denn Liebe ist niemals exklusiv.
Ich denke, dass da etwas Wahres dran ist, da es von der Natur grundsätzlich so vorgesehen ist, dass wir uns mit vielen Menschen fortpflanzen können/ wollen. Wenn für jede Person nur eine Andere vorgesehen wäre, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich begegnet? Unsere Spezies würde schnell aussterben.

Dennoch hat sich das System Familie bewährt. Die Menschen kommen nun mal besser zurecht, wenn sie in geordneten Strukturen/ Verhältnissen leben und einander treu sind. Und unser Verstand hilft uns, dass es so bleibt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #33
Es geht nicht darum, dass ich diesen Mann super gerne an meiner Seite hätte.
Ich möchte keinen Partner, dem ich nur bei seinem Leben zugucken kann.

Ich könnte ihn auch in Schutz nehmen, immerhin hab ich vorallem in jung, selbst den Hang zu diesen waghalsigen Dingen
Beim Bungee gearbeitet, Wellenreiten wo hohe Wellen und scharfzähnige Fische waren, Motorradführerschein und Tauchen etc
Meine Mutter meint heut noch, dass ich ihre grauen Haare Schuld bin.
Heute bin ich schissiger und bete den Rosenkranz wenn ein Sohn vom 10ner springt.

Aber die FS liebt es nicht und es hilft ihr nicht, dass bei ihm ändern zu wollen.
Das mit seiner Liebe zu ihr, auszurechnen hilft ihr auch nicht

Sie liebt ihn dafür und kann damit leben oder sie kann nicht damit leben= sie liebt ihn dafür nicht
 
  • #34
Der eine füllt also die Lücke des anderen und umgekehrt!
Auf das Moralische oder Ethische geh ich mal nicht ein und frage Dich:
Denkst Du, der sexuelle Mister Universum wäre kein guter Partner für Dich? Ich meine, gut, Du hast einen, mit dem alles außer Sex anscheinend gut funktioniert. Aber eurer Sex ist extrem frustrierend in meinen Augen.

Und ich wäre am Verzweifeln, wenn ich glauben müsste, dass ich nicht beides in einem Mann haben kann. Denkst Du das? Und wie willst Du das in Zukunft lösen, wenn der sexuelle Traummann eine Partnerin findet, die jetzt all das kriegt, was Du nun wieder nicht in Deinem Leben haben wirst? Du musst irgendwann vermutlich zurück ins Leben, wo Du nur 5-Minuten-ohne-alles-wegdrehen-und-schlafen-Sex haben wirst.

Vielleicht bist Du auch nicht fremdverliebt, sondern der Mann passt wirklich NUR für Sex und zeigt Dir, dass es noch was ganz anderes gibt als das, was Du zu Hause hast. Aber dann wirst Du eventuell nach dieser Affäre mit Deinem Mann Schluss machen müssen, weil Du seinen Sex nicht bis zur Beerdigung als einziges haben willst, auch nicht mehr Fremdgehen müssen willst. Ich prognostiziere schwere Entzugserscheinungen, sollte Dein Sexaffärenmann sich irgendwann zurückziehen. Und tiefe Eifersucht, sollte es wegen einer Partnerin sein.

Allen an der Stelle hier auch noch mal lieben Dank für das Schreiben eurer Geschichten und Sichtweisen. Ich finde das wirklich äußerst interessant.
 
  • #35
Ja ich war fremdverliebt. ich war in einer langjährigen Beziehung.
Es war die Hölle (nein, nicht meine damalige Freundin, die war sehr lieb und hat mich auch geliebt, kann nichts Schlechtes über sie sagen) .

Eigentlich wusste ich, dass diese Beziehung nicht das Gelbe vom Ei ist, doch ich hatte keine Ahnung, ob das so normal ist oder in andern Beziehungen mehr geht (Ja , ihr ahnt schon, Thema Sex).

Deswegen trennte ich mich erstmal nicht. Viel zu lange nicht.

Dann war ich total in eine Studentin (Semester-Hilfskraft im Büro) verschossen.
Erst wollte ich mich lange nicht trennen, hab das einfach ignoriert, blieb auch treu (war aber weiter völlig in die Hilfskraft verliebt).

Dann ging es nicht mehr und ich trennte mich doch (großes Drama);
nur um dann (als ich frei war) festzustellen, dass die ganze Verliebtheit einseitig war, und die Studentin eigentlich sowirklich gar nichts von mir wollte (weil sie eben auch nie richtig "nein" oder absagen konnte, obwohl nicht ich ihr Chef war oder sonstige "metoo-"Motive vorlagen ).

Mit anderen Worten:
Alles Sch... Wie funktionieren Frauen ? ich begann, hier mal zu lesen.
Die folgende Monate waren hart.

Dann begann ein ganz schöne Zeit in der ich mich als als Single etwas mehr auslebte, bis ich mich bei EP anmeldete. ...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #36
Wo fängt Fremdverliebtheit an? Warum fängt sie an?
Ja, genau.
Nein, ich denke auch keineswegs, dass andere Leute hübsch finden "Fremdverliebtsein" ist.

Was ist Verliebtheit und was ist Liebe?
Es gibt ja auch diese Geschichten, wo jemand meinte, er hätte noch nie so viel Verbundenheit empfunden und wisse erst jetzt, was Liebe ist. Hört man selten, aber habe ich hier auch schon gelesen. Mitunter bei Leuten, wo ich denke, dass es doch nur extreme Projektion war.

Aber eigentlich muss man mE aufdröseln: Kann dieser Mensch wirklich lieben oder ist er noch dabei, Projektionen für Liebe zu halten? Ist es nur Besitzenwollen, Sich-lieben-lassen-Wollen, Sex, Romantik, Traumgespinst oder wirklich Liebe?

Ich selbst denke, dass Liebe wirklich was Freies ist. Also ohne Bedingungen wie Besitzenwollen usw.. Bedigungen kommen, wenn ich eine Beziehung eingehen will. Aber wenn der Mann nicht glücklich sein kann mit dem, was ich mir so vorstelle, müsste meine Liebe zu ihm sagen, dass er frei von mir sein sollte, um das Leben zu führen, mit dem ER glücklich sein kann. Es sei denn, ich kann Kompromisse machen.

Das klingt aber leicht gesagt. Schlussendlich finde ich es richtig, weil man ja keine gute und glückliche Partnerschaft führen kann, wenn man einen anderen oder sich selbst verbiegen muss/will. Trotzdem bin auch ich mit Habenwollen und Sehnsucht konfrontiert und denke, es geht anderen auch so.

als ich kurz davor war, ihm meine Gefühle zu gestehen, hat er mir von einer Frau erzählt, die er gerade kennen gelernt hatte
Aua. Das ist hart, aber letztendlich waren Deine Gefühle der Schlüssel, etwas in Deinem Leben zu erkennen.
 
  • #37
Stimme ich zu. Ich kann mehrere gleichzeitig lieben oder Sex haben.

Ich mache es nur nicht, um meinen Partner nicht zu verletzen.

Kritisch wäre es aber mit der daraus resultierenden offenen Beziehung. Um das meinem Partner offen zuzugestehen, fehlt mir ganz ehrlich die innere Größe.


Das was Dir als Bewusstwerdung der Defizite Deiner damaligen Ehe erscheint, ist tatsächlich eine Änderung Deiner Befürnislage gewesen. Diese tritt nicht unmittelbar als das, was sie ist, ins Bewusstsein, sondern sublimiert. Unter-Bewusstsein vs. Wach-Bewusstsein ist hier das Thema.
Stimmt größtenteils. Die Bedürfnisse haben sich nicht zu sehr geändert, vielmehr hatte ich gehofft, dass mein Mann sich auch weiterentwickelt.

Grundsätzlich würde ich mich auch als introvertiert bezeichnen, aber damals war ich eben auch sehr schüchtern und ruhig, was mich selbst störte.

Daran habe ich gearbeitet und es änderte sich mit zunehmendem Alter, beruflicher Qualifikation, etc..

Ich habe fälschlich gehofft, dass es bei meinem Mann ebenso sich mit zunehmendem Alter ändert, er war ja damals auch erst 25.
Es geht ja auch nicht um Schuld, sondern lediglich um Ursachen.
 
  • #38
Und ich wäre am Verzweifeln, wenn ich glauben müsste, dass ich nicht beides in einem Mann haben kann. Denkst Du das? Und wie willst Du das in Zukunft lösen, wenn der sexuelle Traummann eine Partnerin findet, die jetzt all das kriegt, was Du nun wieder nicht in Deinem Leben haben wirst? Du musst irgendwann vermutlich zurück ins Leben, wo Du nur 5-Minuten-ohne-alles-wegdrehen-und-schlafen-Sex haben wirst.
Ich bin ja auch jemand, der mit einem anderen Mann Sex hat und mein Mann weiß davon. Da seine Libido nicht mehr besonders ausgeprägt ist und aufgrund jahrelanger Schichtarbeit kann er nicht mehr so wie er will.

Tatsache ist: mit dem anderen Mann, der übrigens überzeugter Single ist, habe ich im Bett meinen Spaß, aber einen Alltag kann ich mir überhaupt nicht mit ihm vorstellen. Letztens hat er gesagt, dass ich gerne mal über Nacht bleiben könne. Na ja, nach drei Stunden herumwälzen habe ich mich vom Acker gemacht. Ich kann neben diesem Mann beim besten Willen nicht einschlafen.

Und ich bin auch der Ansicht, dass es nicht den einen Menschen gibt, der alles in sich vereint. Wie oft bekommt man mit, dass dieses und jenes hakt? Liest man ja oft genug hier.
 
  • #39
Ich weiß nicht, ob das so in Ordnung ist-moralisch gesehen auf gar keinen Fall-aber ich sehe auch keinerlei Handlungsbedarf mich für einen der beiden zu entscheiden...ich werde auch gar nicht vor diese Entscheidung gestellt derzeit!
Und ja, natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen....
Und wie läuft das ?
Woher hast du wann die Zeit zum tatsächlichen fremdgehen ?
Erklär das mal.

Es kann doch nur eine Frage der Zeit sein, bis Du auffliegst, oder Dein "konservativer" Mann weiß es schon längst.

Wäre meine Partenerin auch (geschäftlich ?) regelmäßig nicht da um eine Affäre zu haben (kann ja im Grunde nur abends sein ,welcher Mann hat denn morgens Zeit) , würde ich das schon irgendwann überprüfen.
Vielelicht hat er sich abgefunden.

Dein Fall wäre übrigens für mich schon eher nachvollziehbar, denn Du hast Dir ja bis zur Affäre Dir (scheinbar) viel Mühe gegeben und die Probleme angesprochen und auch etwas gemacht (Dessous/Vorschläge)

Wenn man als Man diese Chance sausenlässt, hat man natürlich auch schon erheblich versagt.
 
  • #40
Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).
Mit so einer Frau würde ich niemals zusammen bleiben. Sie ist wahrscheinlich so eine die nichtmal eine Zeit lang alleine sein kann. Ich würde nie im Leben mit einer Frau eine Beziehung eingehen die nicht mindestens ein Jahr alleine war.

Icb würde mich sofort trennen wenn sich eine Frau fremd verlieben würde. Oft sind es dann nämlich diejenigen, ich spreche sowohl von Mann und Frau, die dann versuchen zurück zu kommen wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt.

Icb würde so eine Frau niemals wieder zurück nehmen. Wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt würde man doch niemals wieder zur kommen wollen.
 
  • #41
Stimme 40 voll zu! Um ehrlich zu sein, lese ich hier für mich sehr viel Mi, die Probleme die hier auffällig beschrieben werden, entstehen in der fehlenden Liebe als Kind und später in der fehlenden Eigenliebe, deshalb werden unbewusst genau dafür Menschen Kompensatoren benötigt und gesucht um zu kompensieren, was nur kurzfristig hilft!
Wer polygam leben möchte, soll es ehrlich sagen, und sich den entsprechenden Partner suchen - ist doch kein Problem?
Das ist ja das eigentliche Problem, dass das nicht getan wird, weil diese feigen Leute genau wissen, dass es dann nicht mehr so einfach ist, schnell jemand nur zum fi zu bekommen, solche Menschen machen andere Menschen unglücklich und verletzend sie buchstäblich!
Ich möchte gerade auf keinen der beiden verzichten, weil mich jeder auf seine Art und Weise unglaublich glücklich macht!
Ich weiß nicht, ob das so in Ordnung ist-moralisch gesehen auf gar keinen Fall-aber ich sehe auch keinerlei Handlungsbedarf mich für einen der beiden zu entscheiden...ich werde auch gar nicht vor diese Entscheidung gestellt derzeit!
Und ja, natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen....
Unglaublich, was für ein falsches, heuchlerisches Ehespiel! Dein Mann weiß darüber bestimmt nicht Bescheid! Wäre ich dein Mann ich würde dich sofort verlassen!! Ich gebe mich für eine solche Frau nicht her!
Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen-dennoch bin ich seit drei Monaten bis über beide Ohren fremdverliebt!
Ich nehme dir nicht ab, dass du deinen Man. liebst, du liebstund nimmst lediglich die gewohnten Gewohnheiten excl. mit und treibst auf dem Rücken deines unwissenden Vertrauen Ehemannes dein Unheil, einen unverzeihbaren Vertrauensbruch, ich wünsche dir, dass dir das auch noch so passiert, dann wirst du erst verstehen, was du machst!
 
  • #42
Mit so einer Frau würde ich niemals zusammen bleiben.
Wer schon, ich finde es grauenhaft. Aber ihr Partner weiß es ja nicht, also er kann es nicht entscheiden wie wir hier. Keine Ahnung, ob er mal was gemerkt hat. Ich meine, mit einem der Männer hatte sie sogar Sex.

Sie ist wahrscheinlich so eine die nichtmal eine Zeit lang alleine sein kann.
Musste sie nie rausfinden, weil sie ja seit Anfang 20 mit ihrem Partner zusammen ist. Naja, und ihn behält, bis sie sich verliebt in einen, der sie auch will und nicht nur ein bisschen flirten bis ... "rummachen".

Und ich bin auch der Ansicht, dass es nicht den einen Menschen gibt, der alles in sich vereint.
Stimmt, aber es ist ja die Frage, was man damit macht. Verzicht oder wie Du, regeln, oder eben hintenrum.

Wer polygam leben möchte, soll es ehrlich sagen, und sich den entsprechenden Partner suchen - ist doch kein Problem?
Ich denke mal, die Beziehungen beginnen durchaus mit der Illusion, dass beide einander vollendet glücklich machen. Und dann kommt der Frust und die Frage, was man damit macht. Und das ist eine Charakterfrage.
Einem sehr jungen Menschen würde ich das nicht vorwerfen, dass er noch unreif ist und verantwortungslos handelt, aber diese Frau, von der ich schrieb, ist alt genug und hat ja schon drei Anläufe gemacht, die Beziehung eventuell zu verlassen. Es fehlt ihr einfach was Entscheidendes bei dem Mann und sie klammert jetzt schon am Sohn und macht Winkelzüge, dass er z.B. keine Klasse überspringt. Wenn der mal aus dem Haus ist, ist das Problem wieder präsent.
Nun denken ja viele meiner Bekannten anscheinend, dass es nichts Schlimmeres gibt, als Single zu sein. Und fast alle haben Besitz, der zusammenhält.
 
  • #43
Stimmt, aber es ist ja die Frage, was man damit macht. Verzicht oder wie Du, regeln, oder eben hintenrum.
Man darf aber nicht vergessen, dass es nicht einfach ist einen dermaßen toleranten Mann zu finden. Die anderen Partner, die ich hatte (vor ihm waren es drei an der Zahl), hätten mir den Vogel gezeigt.
Da bleiben einem ja im Prinzip nur Heimlichkeiten oder eben Verzicht.
 
  • #44
Der eine füllt also die Lücke des anderen und umgekehrt!
So kommt es also, dass ich meinen Mann liebe und den anderen begehre und in ihn verliebt bin!
Mir ging es ähnlich wie dir (hatte ich auch schon mal in einem anderen chat geschrieben). Meine Affäre war auch nichts fürs Leben. Es war ein alter Studienkollegen, den ich alle paar Monate getroffen habe. Ich hab meinen Mann geliebt aber mir hat Nähe und Zärtlichkeit und Sex gefehlt, da das am Anfang schon wenig war und dann auf Null zurück ging. Wir waren sonst auf gleicher Wellenlänge, gleiche Interessen und Einstellungen, aber eher wie eine WG. Ganz egal was ich gemacht habe schön angezogen, ihn angemacht oder mich zu ihm auf die Couch gekuschelt, nichts hat ihn interessiert, sogar eher gestört oder war ihm unangenehm. Er war generell eher distanzierter und kühler, wie auch seine Familie.
Meine Affäre hat mir das gegeben, auch wenn es vielleicht einfach mal auf der Couch kuscheln war.
Ich denke etwas fremdverliebt in meine Affäre war ich auch, da sie mir das gegeben hat was mir gefehlt hat.

Ich stimme euch zu, wenn einem etwas fehlt, dann ist man empfänglich für so etwas, weil man die Lücke füllen möchte und sieht, dass es jemand gibt, der sie füllen kann, dass diese Person wahrscheinlich auch Lücken in realen Leben hat, interessiert einen in dem Moment nicht. Man fühlt sich lebendig.
Mit meinem neuen Freund, der alles über meine vorherige Beziehung weiß, hab ich das Bedürfnis nicht, dass mir etwas bzgl. Nähe, Zärtlichkeit oder Sexualität fehlt, also der Grund fürs Fremdverlieben fehlt und auch meine damalige Affäre ist nicht mehr relevant.

Mein Exmann hat auch eine neue Beziehung, bei der er viele Dinge kann/tun kann, die bei uns nicht möglich waren. Ich denke mittlerweile, das uns hat beiden einfach etwas gefehlt, dass der andere nicht wahrgenommen hat, auch wenn wir uns geliebt haben.
 
  • #45
Da bleiben einem ja im Prinzip nur Heimlichkeiten oder eben Verzicht.
Oder, sorry,
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Aber warum wähle ich mir einen Partner, wo es sexuell so wenig passt?

Das kann man doch von vornherein lassen, und dann stellt sich die Frage Betrug oder Verzicht nicht.

W, 50
 
  • #46
Ändert sich diese, erfolgt eine Umjustierung, welche in entsprechenden Rationalisierungen verbalisiert wird. Auf gut Deutsch: Das Bedürfnis nach sexueller Abwechslung tritt zunächst als Defizitdiskurs am Bestehenden auf, bis sodann die Umsetzung in die Lebenswirklichkeit erfolgen, da wenn legitimiert.
Falsch. Ich bin zwar nicht @Joggerin, aber ich habe mich nicht fremdverliebt, weil mir sexuell langweilig war. Und die Fremdverliebtheit war auch nicht darauf ausgerichtet, mit dem anderen ins Bett zu gehen. Nur bei dir geht es immer nur um Sex anstatt um emotionale Verbundenheit.

Icb würde mich sofort trennen wenn sich eine Frau fremd verlieben würde. Oft sind es dann nämlich diejenigen, ich spreche sowohl von Mann und Frau, die dann versuchen zurück zu kommen wenn es mit der neuen Beziehung nicht klappt.
Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.

Wer polygam leben möchte, soll es ehrlich sagen, und sich den entsprechenden Partner suchen - ist doch kein Problem?
Wer sich fremdverliebt, möchte nicht notwendigerweise polygam leben. Man kann auch fremdverliebt sein und trotzdem oder gerade deswegen an der Beziehung arbeiten, ohne die Verliebtheit im geringsten auszuleben.
 
  • #47
Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.
Schon klar. gerade bei @Jochen1 heißt "fremdverliebt" auch gleich Fremdsex. Das hält er nicht auseinander.

Sehr oft wissen ja noch nichtmal die externe Menschen, dass jemand aus einer Beziehung in sie verliebt ist. Die externen Sexafärren müssen ja gar nicht zustande kommen.
Das Problem damit bleibt aber doch.

Für mich ist Fremdverliebtheit vor allem wegen der dann einsetzenden Unterversorgung des eigentlichen Partners (sowohl mit emotionaler Nähe als auch mit Sexualität) das große Problem, welches entsteht.

Wer schreibt "Ich liebe mehrere Menschen" liebt logischerweise keinen mit voller Kraft und vollem Aufwand.
Stimme ich zu. Ich kann mehrere gleichzeitig lieben oder Sex haben.
Aber eben mit schweren Defiziten.
Das ist OK, solange die Protagonisten das alle wissen und einplanen können, wie viel Engagement bei Dir .verbleibt.
In der Realität ist es aber eine heimliche Aufteilung Deiner Anteile.
Es wird vieles verloren gehen, weil Defizite enstehen.
Wir alle haben 24 h täglich. Aber immer nur einmal.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #48
Oder, sorry,
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Aber warum wähle ich mir einen Partner, wo es sexuell so wenig passt?

Das kann man doch von vornherein lassen, und dann stellt sich die Frage Betrug oder Verzicht nicht.
Es gibt doch auch Beziehungen in denen es anfänglich sexuell passt und sich die Schwierigkeiten erst nach einiger Zeit einstellen. Vielleicht ergänzt man sich ansonsten ganz toll, hat mittlerweile Kinder, hat sich etwas aufgebaut und liebt sich.
Warum muss immer davon ausgegangen werden, dass es sexuell von vorn herein nicht gepasst hat? Es gibt auch genügend Paare wo der Eine keine Lust, aus welchen Gründen auch immer, auf Sex hat. Soll dann alles hingeschmissen werden, obwohl man ansonsten glücklich miteinander ist?

Ich bin der Meinung, dass wir weg von diesen gesellschaftlichen Konventionen kommen müssen. Es heißt immer "sowas macht man nicht, das ist böse" "Dann muss man sich halt trennen, wenn es sexuell nicht mehr klappt". Das sagt sich oft sehr leicht, wenn man solche Situationen nicht kennt. Als ob Sex das Einzige wäre, was eine Partnerschaft zusammen halten könnte.

Wären mehr Menschen so offen, wie es mein Partner ist, dann gäbe es sicher wesentlich mehr entspannte Leute. Sex ist Sex, Liebe ist Liebe.
Sexuelle Lust lässt irgendwann nach. Liebe nicht, wenn man sie pflegt.

Mein Vater hatte z. B. Blasenkrebs und dann einen künstlichen Ausgang bekommen. Da war dann nicht mehr viel mit Erotik und Sex.

Und selbst bei so einer Geschichte würde ein Moralapostel sagen "Sex außerhalb der Ehe? Geht gar nicht. Trenn dich gefälligst".

Und am Besten sind sowieso die, die Exklusivität fordern, aber den Partner am langen Arm verhungern lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #49
Falsch. Ich bin zwar nicht @Joggerin, aber ich habe mich nicht fremdverliebt, weil mir sexuell langweilig war. Und die Fremdverliebtheit war auch nicht darauf ausgerichtet, mit dem anderen ins Bett zu gehen. Nur bei dir geht es immer nur um Sex anstatt um emotionale Verbundenheit.

Du setzt Fremdverlieben mit Warmwechsel / sofortiger neuer Beziehung gleich. Bei mir hättest du gar nicht bemerkt, dass ich fremdverliebt war und dich folglich auch nicht trennen können. Da es überhaupt nicht darum ging, etwas "besseres" als die bisherige Beziehung zu finden.

Wer sich fremdverliebt, möchte nicht notwendigerweise polygam leben. Man kann auch fremdverliebt sein und trotzdem oder gerade deswegen an der Beziehung arbeiten, ohne die Verliebtheit im geringsten auszuleben.
Sehe ich alles ähnlich.

Klar auch sexuelle Unterversorgung kann zum Fremdverlieben führen aber beim Fremdverlieben gehe ich davon aus, dass es im Grunde in der bestehenden Partnerschaft keine Unterversorgung (weder emotional, noch sexuell oder anders) und wirklichen Defizite gibt.

Im Grunde ist bestehende Beziehung gut aber aus einem irgendwie zusätzlich bereichernden Kontakt mit einem Dritten ergibt sich eine emotionale Verbindung die in Verliebheit übergeht bzw. selbst als Verliebt interpretiert bzw. missverstanden wird.

Dies kann aber muss nicht eine erotische/sexuelle Komponente haben. Diese kann ausgelebt werden oder im Verborgenen bleiben.

Z.B. Seelenverwandtschaft wird schnell, nach meiner Meinung oft falsch, als Verliebtheit verstanden und sexualisiert, statt sie als völlig eigenständige Verbindungsform wertzuschätzen.

@Andreas1965 hat aber eine ganz andere Motivation als Fremdverliebtheit oder Seelenverwandtschaft. Er brauch zur Selbstbestätigung viele unterschiedliche wechselnde Sexualkontakte wie andere Luft und Wasser. Mit Fremdverlieben in einer guten Beziehung hat dies nichts zu tun. Er hat ja selbst geschrieben, dass er in seinem Leben eher selten verliebt war.


Der Mensch, dazu gehören auch Frauen, ist nicht für die Monogamie geschaffen. Das ist ein krudes Konzept unserer verkorksten Gesellschaft. Polyamorie ist schaffbar...
So oder ähnlich argumentieren Polyamore gern. Warum?

Es ist nicht einfach die Objekte der Begierde zu einer primär sexuellen Beziehung ohne Exklusivität herum zu bekommen wenn man Lügen vermeiden will oder mit seinen gerade Lügen aufgeflogen ist sein Objekt zu halten.

Eine Masche ist sich als moderne Avantgarde zu verkaufen und die anderen als altmodische Spießer darzustellen. Je (pseudo)wissenschaftlicher und intellektueller man dies es entsprechenden Kandidaten präsentiert um so erfolgreicher ist man vielleicht.

Daneben dient es vielleicht auch dem Ausräumen eigener Zweifel ob der gewählte Weg wirklich konstruktiv ist.
 
  • #50
Ich stelle mir gerade vor, es würde mir passieren. Wenn, wäre es keine Affäre, sondern eine rein emotionale, einseitige Geschichte.
Was würde ich tun?

Ich würde mich sortieren.
Was ist mit meiner Partnerschaft, wo stehe ich da, was fehlt?
Was kann ich tun, damit es wieder rund wird?
Ist etwas zu retten, will ich es retten?

Und dann würde ich mich entscheiden, und entsprechend handeln.
Darüber reden würde ich nicht - im Fall einer Trennung ist es irrelevant, wenn ich daran arbeiten möchte, erst recht kontraproduktiv.

Und nach der Trennung würde ich schauen, ob aus dem Gedankenspiel was werden kann. Dann anfangen, mit diesem Mann zu flirten...
Nicht vorher.

Meist ist Fremdverlieben, meine Meinung, mehr eine Projektion aus einer Mangelstuation heraus, dass daraus real was tragendes wird, kann sicherlich passieren, meist aber ist es etwas flüchtiges.

W, 50
 
  • #51
Man sucht sich eine*n Partner*in, wo es nicht solche Lücken bei den Basics gibt.
Nähe, Intimität, Etc.
WANN meinst Du, entdeckt man denn, dass was nicht passt? Wir (unbestimmtes "Wir", ich weiß nicht, ob Du das z.B. auch so siehst) schreiben doch hier immer: Erst nach ca. 1.5 bis 2 Jahren stellt sich raus, ob man passt. Dann ist die Verliebtheit weg und man ist wieder, wie man wirklich ist.

Im Rausch der Verliebtheit ist alles easy und jeder nimmt sich zurück, was macht man, wenn die ersten Probleme auftreten? Oder meinst Du, es gibt niemals welche, wenn man genau den passenden Partner gefunden hat? Das wäre dann ein echter Sechser im Lotto.

Ich denke zwar wie Du, dass je besser man sich selbst (nicht den anderen) kennt, umso besser der Partner passt, einfach durch die Wahl. Aber es gibt auch hier für mich ein "es sei denn", nämlich wenn man wirklich sehr gern einen Partner hätte, und daher Kompromisse macht, die man nach 3 Jahren nicht mehr machen würde.

Ich gehe mit einem Kumpel in die Berge, mit einem anderen segeln - das sind Sachen, die kann man auslagern.
Genau. Idealerweise sollte man aber auch was Hobbymäßiges zusammen machen können.
Kommt auch immer drauf an, wie eifersüchtig einer ist. Wenns ums Tanzen geht, wird das ja für nicht wenige heikel.
Und wenn ich an den Thread mit dem verrenteten Paddler denke, kommt noch ein ganz anderer Aspekt hinzu - man muss einander vertrauen können.
 
  • #52
WANN meinst Du, entdeckt man denn, dass was nicht passt? Wir (unbestimmtes "Wir", ich weiß nicht, ob Du das z.B. auch so siehst) schreiben doch hier immer: Erst nach ca. 1.5 bis 2 Jahren stellt sich raus, ob man passt. Dann ist die Verliebtheit weg und man ist wieder, wie man wirklich ist.
Nun, so sehe ich es auch nicht - wenn es positiv läuft, dauert es sicher, aber 1-2 Jahre?
Wird sicher auch individuell sein. Ich hoffe auch, dass man von Beginn an man selbst ist.

Wann weiß ich, ob es nicht passt? Das zeigt sich im ganzen Kennenlernprozess, manche möchte ich erst gar nicht kennenlernen, und die überwiegende Anzahl an ersten Dates enden mit dem Fazit passt nicht.

Hobbys, Interessen, Einstellungen zeigen sich schnell, wie sich jemand verhält, wie jemand kommuniziert, welcher Humor. Ist es jemand, der mit mir lacht, der meinen Humor versteht, ich seinen. Sprechen wir die gleiche Sprache.
Wie sieht es mit Nähe-Distanz aus, Zärtlichkeit? Wie läuft es sexuell?
Das sind solche Basics. Die kann ich mir schön reden, aber - da hast Du recht, die Zeit kommt, wo man es nicht mehr akzeptieren kann. Dann kommen hier Threads - man beschwert sich über Kinder, über Geiz, zu wenig gemeinsame Interessen, zu wenig Zeit, zu wenig Nähe... Schlechten Sex, zu wenig, zu viel,...

Ansonsten, Nichtpassung kann sich immer wieder zeigen. Menschen verändern sich, es kommen besondere Situationen, Belastungen, Krisen, etc. Manches entwickelt sich, und durchaus schauspielern einige.
Mein Ex gestand es nach Jahren auch - dass er so getan hatte, als ob, weil er so sein wollte... Gesellig, Nähe, Familienmensch,... Und er riss sich immer wieder zusammen,
wenn er wieder sein wahres Ich zeigte, und es Gespräche deswegen gab. Dann bemühte er sich wieder, bis er wieder schleichend in seine gewohnten Muster fiel.
Diesen Kreislauf gab es etliche Jahre, bis ich es endlich verstand, und er es darauf angesprochen, zugab.
Zu dem Zeitpunkt war es dann auch zu Ende. Es passte nicht, und es hätte nie gepasst, wenn er nicht die Fassade gebaut hätte.
Damit hat er sich selbst massiv geschadet, über Jahre verbogen. Heute hat er eine LAT mit viel Distanz... Und ich den Partner, der Nähe will und mag.
Das ist jetzt extrem, und ich hoffe, es ist nicht die Regel - das war gezielte Täuschung.

Aber ich habe daraus gelernt - danach war ich beim Kennenlernen konsequent -
Ich kann den Menschen entweder so akzeptieren, wie er ist, mit allen Eigenheiten, weiß, dass er genauso unperfekt ist, wie ich, oder ich lasse es.
Ich gehe davon aus, er wird sich nicht grundlegend verändern...
Ja, und ich versuche auch, einfach Ich zu sein.

Das waren meine Lernaufgaben - wer bin ich / Ich bin liebenswert, muss mir Liebe nicht verdienen.

Das ist aber nur ein Randbereich zum Thema der Frage Fremdverlieben? Wobei ich ja Fremdverlieben als Warnsignal sehe - Passung fehlte oder ist gerade am Verschwinden...

W, 50
 
  • #53
Polyamorie ist schaffbar. Man kann mehrere andersgeschlechtliche Menschen lieben, denn Liebe ist niemals exklusiv. Für unser Seelenheil wäre es ratsam viel offener, viel ehrlicher zu werden . . . Es wäre schön, wenn wir unsere Gefühle nicht mehr unterdrücken um sozial angepasst zu bleiben.
Ein reicher, origineller Thread mit vielen mutigen Beiträgen. Für viele möchte ich danken. Besonders Dir, Verum.

"Liebesvielfalt". Ja, warum sollte ich mich nur für eine bestimmte Pflanze interessieren, wenn es überall in allen Farben blüht. Wenn man Liebe teilt, wächst sie.

"Ich bin sehr treu und zwar mir selber. Das ist schwer genug", sagte eine Gefährtin. Treu den eigenen Gefühlen, Wünschen, Impulsen.

Ich lebe mit zwei Frauen und einem Mann. Jede(r) ist mit jeder/m zusammen. Eine der Frauen und der zweite Mann haben noch je einen (monogamen) Partner. (Wir sind alle bi; eine der Frauen und ich sind in der Gruppe dazu geworden.) Wir machen zusammen klassische Kammermusik (nicht professionell aber mit Hingabe) - eine hocherotische Praxis. Wir gehören zu einem lockeren Netzwerk von Gruppen mit ähnlicher Lebenspraxis.

"Fremdgehen", und "fremdverlieben" - das ist nicht, was wir tun. "Neue" sind nicht fremd sondern immer schon verbunden, mindestens durch die eigene Neugier, Sehnsucht.

Nie ist unser Zusammensein "bloß" sexuell (die Vorstellung erzeugt Widerwillen), aber immer erotisch, auf Dauer nie ohne sexuelle Begegnung. Und nie ohne offenen, weichen Blickkontakt.

Immer wieder die spannende Frage: Wer heute mit wem? Wir haben das so geregelt, daß einen Monat die eine Hälfte von uns, den nächsten die andere Hälfte die Wahl hat. (Einladung per am späten Nachmittag; sie ist obligatorisch.)

Unerlässliche Bedingung für Liebesvielfalt ist uneingeschränkte Kommunikation. Wir betrügen einander nicht. Alle wissen Bescheid über die Verbindungen dar anderen. (Nie bitten wir um Genehmigung für eine neue Liebe.) Wir sprechen nicht unbedingt über alle Details (es gibt auch Privatsphäre), sondern über Gefühle, Gedanken.. Kriterium: alles, was mir peinlich ist, dessen ich mich schäme, muss ausgesprochen werden. Das hat reinigende Wirkung.

Zusammenfassend: Nie habe ich soviel Herausforderung, Überraschung, Kreativität, soviel Verbundenheit, Freude, sexuelle Leidenschaft und Lust erlebt als seit ich polyamor lebe.

Das wünsche ich allen.

Vielleicht ein andermal mehr

Quinquin
 
  • #54
Kinder sowie Menschen, die monogam leben möchten, sollten nicht darunter leiden müssen, wenn andere Menschen polygam leben. Alle, die polygam leben möchten, sollen dies also bitte „von Beginn weg“ offen und ehrlich entsprechend kommunizieren und besser keine Kinder zeugen. Letzteres zumindest nicht mit Partnern, für die die Monogamie die passende Form ist, was übrigens auch noch in der heutigen Zeit legitim sein sollte.
 
  • #55
Das waren meine Lernaufgaben - wer bin ich / Ich bin liebenswert, muss mir Liebe nicht verdienen.
Das halte ich für einen Schlüsselsatz. Weil sich ja viel unbeabsichtigt verstellt wird, wenn man verliebt ist, damit der andere nicht gleich wieder wegrennt. Man will so sein, dass er bleibt. Aber kann nicht auf Dauer.
Ich denke, wenn man darauf achtet, passieren auch diese Probleme nicht, dass es erst sehr dicht war und dann aber wieder distanzierter werden musste, weil jeder auch noch allein in seinem eigenen Leben funktionieren muss.

Das ist aber nur ein Randbereich zum Thema der Frage Fremdverlieben?
Macht doch nix, auch ein Thread entwickelt sich mal hierhin, mal dahin. Aber SO randmäßig finde ich es auch nicht.
Wenn man mal dieses Reinrutschen in Beziehungen, in denen man sich passend machen muss, sieht. Manche machen es ja wirklich auf Dauer bzw. keiner durchschaut das "Schauspiel" des anderen wirklich und es wird nicht aufgelöst.
Ich würde fast sagen, die ganzen Midlifecrisisprobleme unter "jetzt bin ich mal dran, ich will noch was FÜR MICH vom Leben haben" sind in dieser Sparte. Denn dann kommt es ja doch hoch, dass man nicht zufrieden ist und sehr viele Kompromisse gemacht hat, die nicht echt sind. (Wären es echte, gäbe es ja jetzt kein Problem.)
Wobei man das auch als Entwicklungsprozess sehen muss: Emotionale Unabhängigkeit haben ja viele nicht, wenn sie jung eine Beziehung eingehen. Und man kann sich auch für Kinder zurücknehmen, also machen, dass die Beziehung wegen der Familie ganz brauchbar funktioniert. Aber wenn sie aus dem Haus sind, rückt man selbst wieder mehr in den Mittelpunkt. Und was ist dann mit dem "passenden Partner", ist die Frage. Ich denke, manchmal passte es nur "für die Familie", aber nicht mehr als Paar allein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #56
Hallo, Ihr Lieben, Ihr Problembeladenen,

in diesem Thread scheint es ein paar Dogmen zu geben.

1) Der Mensch ist, wie er ist, so und so und so. Das wird sich nie ändern. Es gilt für mich und für alle andern. Immer. Daher, wenn zwei einander treffen, "passt es" entweder oder nicht. Das gilt es möglichst früh zu erkennen, damit man sich ggf. rechtzeitig trennt.

Nein! Ich werde, der ich bin durch meine Entscheidungen, mein Handeln. Jede Unwahrhaftigkeit, jedes illegale Verschweigen trübt mich. (Nimmt mir Heiterkeit, Mitfühlen, Lebensfreude, Lust, Zärtlichkeit, Kreativität.) Jedes Ausweichen vor dem anderen (seinen Bedürfnissen, Leiden) oder vor mir selber (meiner Angst, Sehnsucht) mindert meine Liebesfähigkeit Jeder mutige Sprung macht mich stärker. Jedes Aufheben von Selbstkontrolle macht mich offener, weicher. Urteilen macht mich zum Richter. Staunen offener.

Oft weichen Menschen - ich eingeschlossen - vor dem möglichen Übermaß sexueller Lust + dazugehörigem Kontrollverlust aus. Dann wird's langweilig, kommen sog. "sexuelle Störungen". Die Ursache sind ich + der andere, nicht ein vorgegebenes "Nicht-Passen".

In schrankenloser Kommunikation werde ich erst, der ich bin. Der ich gewesen sein werde.

Glücklich, wer rechtzeitig seine Unwahrhaftigkeit merkt und korrigiert (gerade, wenn's peinlich ist). Manchmal brauch ich den anderen, der mich stupst.

2) Wenn wir uns verlieben, idealisieren wir den anderen. Das ist "unrealistisch", wir müssen die "Realität" erkennen.

Nein. Wenn ich jemanden idealisiere, sehe ich ihn richtig. Der andere ist ideal. Mensch mit allem, was dazugehört. Verliebtheit ist hellsichtig. Konventioneller "Realismus" ist depressiv, deprimierend. (Diese Erkenntnis stammt von Verena Kast, einer schweizer Psychotherapeutin. Sie wirft ein anderes, neues Licht auf Schicksale, Verbindungen, Probleme.

3) Wenn jemand sich "fremdverliebe" oder gar "fremdgehe", sei das ein Zeichen, dass in seiner Beziehung etwas fehle oder falsch laufe.

Nein. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass er in seiner Beziehung so überglücklich ist (zum Überfließen), dass seine Fähigkeit, die Schönheit anderer zu sehen, sein Sehnen nach noch größerem Raum weiter wachsen.

Ich kenne eine sehr junge Frau, die mir sagte, das Zusammensein mit ihrem Geliebten sei so unglaublich, ein so großes Geschenk, dass sie es nicht für sich allein behalten dürfe. (Klang fast wie eine religiöse Verpflichtung.) Sie wolle deshalb "die Liebe ausdehnen", konkret: demnächst drei Tage und drei Nächte mit einem Freund verbringen. Nach ausführlichen Gesprächen mit beiden Männern.

Später vielleicht mehr.

Es wünscht Euch unermeßliche Liebesfreude
Quinquin