• #1

Fremdverliebtheit in Beziehungen - wie geht sowas?

Hallo, liebe Mitschreibende,

da wir gefühlt ja fast jede Woche einen Thread haben, in dem es um eine Dreiecksgeschichte geht, habe ich mich gefragt, wie es Menschen in Partnerschaften wohl geht, wenn sie wirklich fremdverliebt sind.

In meiner Partnerschaft war ich das nie und wäre ich es gewesen, hätte ich wohl doch meine Beziehung beendet. Mein Ex hat das genauso gehalten. Ob er am Schluss, als die Beziehung am Sterben war und wir uns noch sehr umeinander bemühten, fremdverliebt war, weiß ich nicht, aber während der Partnerschaft war da nichts. Und das ist keine Vermutung von mir, der Mann war ehrlich bis zum Anschlag, es gab zwischen uns keine Unsicherheiten.

Ich meine nicht, dass man nicht auch andere Menschen bemerkt und sie gutaussehend finden kann. Es geht mir um richtige Verliebtheit. Dann ist doch die Beziehung zu Ende, wenn man sich fragt, wie eine Beziehung mit einem anderen wäre, überlegt, ob man DIE Chance seines Lebens verpasst, oder ist das nicht so?

Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).

Was sind eure Erfahrungen und was denkt ihr darüber? Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
 
  • #2
Ich verliebe mich nicht so leicht und war noch nie fremdverliebt. Ich finde viele attraktiv und habe über das, was die Amerikaner einen "crush" nennen, aber eine tiefe Fremdverliebtheit kenne ich nicht. Ich war vielleicht drei mal in meinem Leben bis jetzt richtig verliebt. Das war's.

Was ich tun würde, wenn ich fremdverliebt wäre? Das ist eine so hypothetische Frage, dass mir auch als Eventualität keine Antwort dazu einfällt.
 
  • #3
Ich bin da pragmatischer, obwohl ich selber noch nie fremdverliebt war in einer Beziehung. Aber ich denke, dass es völlig natürlich ist, nach etlichen Jahren Beziehung plötzlich wieder Schmetterlinge im Bauch zu spüren. Ich meine, nach jahrelanger Beziehung mit derselben Person ist zwar im Idealfall tiefe Liebe da, aber die Schmetterlinge sind halt weg. Wenn man dann einer Person begegnet, die man toll findet, können diese Schmetterlinge dann wiederkommen. Verliebtsein ist schliesslich ein unglaublich belebendes Gefühl.

Wenn ich mich fremdverlieben würde, würde ich deshalb nicht gleich meine Beziehung infrage stellen. Ich würde es als etwas Menschliches nehmen, das mir gerade passiert. Es wäre wohl ein guter Anlass, mich zu fragen, ob meine Beziehung noch gut ist und ich meinen Partner noch liebe. Könnte ich beides bejahen, dann würde ich einfach warten, bis die Verliebtheitsgefühle nachlassen. Das tun sie immer irgendwann. Schliesslich war ich auch schon einseitig verliebt, und weil daraus nichts werden konnte, verschwanden diese Gefühle irgendwann wieder.
Ich würde mir bewusst machen, was ich an meinem Partner habe, und dass in jeder neuen Beziehung die Schmetterlinge irgendwann nicht mehr fliegen.

Etwas anderes ist es natürlich, wenn die bestehende Beziehung sowieso schon am Ende ist. Dann kann die Verliebtheit den Ausschlag geben, sich endlich zu trennen. Jetzt fällt mir wieder ein, dass ich ja doch schon mal fremdverliebt war. Als meine Ehe schon längst am Boden war, entwickelte ich zarte Gefühle für einen Kollegen. Als ich das bemerkte, beendete ich die Ehe sofort. Das Ende wäre sowieso eher früher als später gekommen, da wir unüberbrückbare Differenzen hatten und meine Gefühle für ihn längst abgestorben waren. Aus dem Kollegen und mir wurde kein Paar, aber ich war sehr erleichtert, dass ich mich getrennt hatte.

Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).
Das ist hingegen sehr traurig und dem Mann gegenüber mehr als unfair. So würde ich nicht leben wollen. Dann lieber als Single leben. Allerdings frage ich mich, ob man das dann fremdverliebt nennen kann, wenn sie ihren Partner offenbar gar nicht (mehr) liebt.
 
  • #4
Wenn ich mich in Beziehungen fremd verliebe, ist für mich die Beziehung nicht stimmig und ich trenne mich, wenn die Beziehung für mich stimmig ist, werde ich mich nicht fremd verlieben, so einfach ist das bei mir! Wenn sich die Partnerin fremdverliebt, so würde ich die Beziehung sofort beenden!
 
  • #5
Es geht mir um richtige Verliebtheit. Dann ist doch die Beziehung zu Ende, wenn man sich fragt, wie eine Beziehung mit einem anderen wäre, überlegt, ob man DIE Chance seines Lebens verpasst, oder ist das nicht so?
Also seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin (knapp 7 Jahre) bin ich auch einmal die Situation geraten, dass ich mich "fremdverliebt" habe. Dass die Partnerschaft dann vorbei ist, kann ich nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil.
Wir haben diese Situation als Chance genutzt uns wieder einander anzunähern. Das war eine Phase in der wir rein kommunikativ irgendwie in ein Loch geraten sind und ER hat dieses Loch zu dem Zeitpunkt gestopft.

Mein Mann und ich haben darüber gesprochen und uns seitdem ganz bewusst regelmäßig die Zeit genommen uns miteinander zu unterhalten. Danach hat sich diese "Geschichte" relativ schnell erledigt.


Von einer Bekannten weiß ich, dass sie abgesprungen wäre, wenn der jeweils betreffende Mann sie gewollt hätte. Dreimal schon war sie fremdverliebt in den 20+x Jahren ihrer Beziehung. Sie sagte mal, vielleicht fänd sie irgendwann doch noch die große Liebe, aber solange bleibt sie mit ihrem Partner zusammen (aus diversen Gründen).
Das wiederum ist eine ganz andere Nummer. Deine Bekannte ist mMn so rastlos, weil sie einem Ideal nachjagt, das es höchstens im Hollywood-Film gibt.
Da würde ich schon sagen, dass die Beziehung im Grunde genommen vorbei ist, wenn man sich immer mal wieder von anderen Männern angezogen fühlt und sogar eine Trennung für einen anderen Mann in Erwägung zieht.
 
  • #6
Liebe void,
mir geht es tatsächlich wie dir. Ich war während meiner sehr langen Ehe nicht ein einziges Mal "fremdverliebt". Und in den zwei längeren Beziehungen danach auch nicht.

Klar, man und frau läuft nicht blind durch die Welt und sieht gutaussehende und/oder inspirierende Menschen, aber es gibt ja (eigentlich) einen Grund, warum man diesen einen Menschen, mit dem man eine Beziehung führt, gewählt hat. Und es schweißt einen vieles zusammen, was man mit einem neuen Menschen vielleicht erst aufbauen müsste oder was schlicht mit jemand anders nie entstehen kann.

Ich kann es mir nur so erklären, dass viele Menschen "aus diversen guten Gründen" (Angst, allein zu bleiben; man hat sich ins Aussehen des anderen verguckt; man denkt, man müsse sich jetzt auch mal fest binden; es ist so schön bequem; der andere hat so schön viel Geld) in einer Beziehung sind, aber nicht aus den richtigen Gründen :). Ja, und dann erscheint die Wiese auf der anderen Seite des Zauns eben schnell mal grüner - oder sie ist es vielleicht auch. Da hat man einfach nicht lange genug gewartet, um einen wirklich passenden Partner zu finden, und wenn der dann auf der Bildfläche erscheint, ist man verwirrt. Tja, oder man entdeckt seinen eigenen guten Charakter zu spät und verliebt sich in jemanden, der ein unheimlich toller Mensch ist und entdeckt, dass das große eigene Haus halt doch nicht alles ist.
Andere angeblich Fremdverliebte hier im Forum (behaupte ich mal) sind aber auch schlicht gelangweilt in ihrer Beziehung und bilden sich ein, dieser neue Mensch in ihrem Leben würde alle Probleme lösen.

Lieben Gruß an dich,
w56
 
  • #7
Dann ist doch die Beziehung zu Ende, wenn man sich fragt, wie eine Beziehung mit einem anderen wäre, überlegt, ob man DIE Chance seines Lebens verpasst, oder ist das nicht so?
Das setzt ja erstmal voraus, dass der andere auch verliebt ist, frei und an einer Beziehung interessiert. Das es überhaupt eine Chance gibt.

Ich sehe es mittlerweile so, es gibt nicht DIE Chance meines Lebens. Es gibt nicht den einen. Es gibt viele, in die ich mich verlieben kann.
Und ich möchte sogar behaupten, dass man mehrere gleichzeitig lieben kann, nur irgendwie jeden anderes. Was darüber hinausgeht, ist lediglich sexueller Begehren.

Gerade wenn die Ursprungsbeziehung sonst gut ist, würde ich wohl für eine kleine Verliebtheit nicht alles wegwerfen. Mittlerweile denke ich da anders drüber als früher. Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen tiefer Liebe einem Partner gegenüber und dieser Verliebtheit, wenn man jemanden anderen trifft.
Ich meine, man muss nicht alles ausleben, immer wieder neu beginnen, wenn das alte gut und solide ist.

Ich habe mich in meiner Ehe auch in andere verliebt. Aus heutiger Sicht war das bei dem einen rein sexuelles Begehren, was ich für Verliebtheit hielt. Eine Beziehung mit ihm hätte ich nicht gewollt, da hätte er aufgrund seiner Persönlichkeit nicht zu mir gepasst.
Ich hätte nie was mit ihm angefangen (ein Freund meines Mannes).
Gegenüber dieser ganzen Verliebtheit stand die Realität.
Ich hatte ein kleines Kind, wir hatten gerade das Haus gekauft... und meinen Mann liebte ich dennoch. In meinem Denken war Trennung keine Option.

Der andere, in den ich mich Jahre später fremdverliebte war selbst in einer Beziehung und treu. Also auch keine Chance für irgendwas.

Auch mein Mann hatte sich offenbar in eine andere verliebt. Ich habe nie herausgefunden, ob da was lief, was er empfand. Er hatte zumindest nie Interesse mich zu verlassen, auch wenn er mich betrogen hat (mit einer anderen, was ich irgendwann mal im Nachhinein zufällig erfuhr.

Ich glaube gerade Männer sehen das pragmatischer. Ob diese Frau oder jene ... macht nicht soviel Unterschied, solange sie zufrieden in der Hauptbeziehung sind.

Etwas vorübergehendes Prickeln ist den Aufwand nicht wert, wenn es sonst passt.
 
  • #8
Ich bin der Meinung, dass man sich vor allem dann fremdverliebt, wenn etwas in der Partnerschaft fehlt, vor allem Wertschätzung und Respekt.

Wenn ich in einer Beziehung glücklich bin und meinen Partner liebe, dann lasse ich fremde interessante Männer gar nicht erst an mich ran.

Es ist eine Entscheidung, die man direkt beim Kennenlernen treffen kann. Viele Menschen wollen diese Entscheidung aber nicht treffen, da sie wie im ersten Absatz beschrieben, unglücklich mit ihrem Partner sind und der Egopush und die Bedürfnisbefriedigung durch die fremde Person so gut tut. Diese Menschen kann ich verstehen, die sollten sich aber lieber von ihrem Partner trennen.

Es gibt natürlich auch Menschen, die grds. glücklich sind und sich dennoch fremdverlieben. Das sind diejenigen, die sich von ihren Bauchgefühlen leiten lassen, sich auf die fremde Person einlassen, sprich die Entscheidung, ich lasse keine Gefühle zu, nicht treffen wollen, weil neu/ aufregend/ Egopush. In der Regel schwache Menschen. Wir sind unseren Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Ich finde die Frage auf den ersten Blick, sehr einfach zu beantworten: bin ich in jemand anderen verliebt, ist meine Liebe in der Partnerschaft vorbei und dann trenne ich mich.

Auf den zweiten Blick, finde ich es gar nicht so einfach
Was ist mit verknallt oder dem Kopfkino, wo der Held in Träumen, all das verkörpert, was man sich wünscht?

Ich war noch sehr jung (15) als erstmal völlig fernverliebt war über Monate, bis der Held meiner Träume mir dann auch näher kam und mein erster Freund wurde.
Mein Herz, Hormone oder wie auch immer ihr das betiteln wollt, fuhren 2 Jahre auf Höchstniveau.
Dann wurde es weniger, was mich schon etwas verwunderte und später reanimierte ich diese, mit Träumen von einem aus meiner Stufe.
Ich weiß noch, da lief la boom und ich verstand das Ende von Teil eins.
Den um den sich vorher alles drehte im Arm und nach dem anderen schielen.
Gleichzeitig hatte ich in Philosophie die Liebesformen der Griechen: Eros und Agape
Leidenschaft und Verbundenheit
Wer das erste kennt, der hat es schwer die Verbundenheit....zu spüren.
Diese schlägt nicht bis in den Himmel aus nur Eros weicht halt mit der Zeit

Damals entwickelte ich den Hang zum leichten Drama um wieder Schwung in meine Beziehung zu bekommen.
War natürlich nicht der beste Weg aber mir den aus der Stufe mal genauer anzuschauen und zwar nicht so verblendet, das war gut...kochte er real doch nur mit Wasser

Ich für mich habe daraus gelernt, genauer in mich zu schaun und auf meine Beziehung, wenn ein anderer reizte
Mal ein bisschen träumen und das war's....mich nicht reinsteigern, nicht alle tollen Dinge auf ihn projektieren.

Damit kam ich nicht ins Fernverliebt, höchstens ins leichte verknallen

Was aber wenn es diese Bremse nicht gibt und man sich völlig reinsteigert?
Sich den Kick Eros holen möchte etc...

Ist man dann wirklich fremdverliebt?

Bei Liebe würde ich gehen, bei den anderen "Zeichen" an meiner Beziehung arbeiten, denn irgendwas muss dort dann fehlen oder eingeschlafen sein
 
  • #10
Vielleicht gibt es Leute, die da anfälliger sind, weil sie sich häufiger begeistern, und daher auch häufiger verlieben? Wenn die Beziehung am Ende ist, wundert es mich auch nicht. Ich selbst bin am Ende meinen ersten Beziehung quasi eine Affäre eingegangen, der Arme wusste auch nichts davon, dass ich in einer Beziehung bin. Im Nachhinein ist mein damaliger Freund mir wohl häufig fremdgegangen. Daher muss ich mich da nicht für ewig quälen, aber es war schrecklich, schon bevor es rauskam. Mit der Affäre bin ich heute gut befreundet. Das Verliebtheitsgefühl war danach dann schlagartig weg und ich denke, es war eher ein verzweifeltes jemanden suchen, der mir hilft, diese total verkorkste Beziehung zu beenden, weil ich selbst zu schwach war. Geliebt habe ich meinen Freund bis zum Ende. Daher nehme ich mir hier aber auch das Recht raus, andere mit Affäre zu kritisieren, denn es ist einfach Schwäche und nicht zu entschuldigen. Ich war feige. Ich habe mir vorgenommen, so etwas nie wieder zu tun, da es mich wahnsinnig belastet hat. Danach bin ich jedem, der mich potentiell interessieren könnte (sind nicht viele, war dann ein- oder zweimal der Fall) aus dem Weg gegangen, halte keinen Kontakt usw. Da kann man sowas gut steuern, indem man bewusst die Verliebtheit abbremst. Das gilt sicher nicht immer und für alle, ich kann mir vorstellen, dass man sich auch verlieben kann in einer langen Ehe, obwohl die Beziehung gut läuft. Aber wie man damit umgeht, das liegt eben in der eigenen Hand.
W, 36
 
  • #11
Tja, liebe @void . Mir ist das passiert - fremdverliebt in einer nicht besonders guten Ehe. Ich denke, was dann passiert ist eine Temperaments- und auch Charaktersache.

Wenn Du hier diese Dreiecksgeschichten liest, geht es um Menschen, die sich ihren Gefühlen hilflos ausgeliefert fühlen, den Impulsen nachgeben (ist passiert, bin da so reingerutscht), als hätten sie keinerlei eigene Handlungskompetenz. Wenn man so inkompetent ist, dann lesen wir hier als Folge hier das ganz große Emo-Drama.

Ich kann sehr intensiv lieben, bin aber ein ruhiger und besonnener Mensch, also meinen Gefühlen nicht hirnlos ausgeliefert.

Ich kannte den Mann aus dem Job, ich verheiratet, er seit Jahren liiert - so ein toller Typ: intelligent, lustig, lebenszufrieden, gut aussehend, beruflich erfolgreich.
Wir hatten eng zusammen gearbeitet. Ich wechselte die Firma (wollte vorankommen), wir bleiben freundschaftlich verbunden. Er war immer schon einer der wenigen Menschen, die mir auch körperlich nahekommen durften - Umarmungen, BussiBussi sind ja nicht so mein Ding.
Irgendwann merkte ich, da ist mehr, die Blicke wurden intensiver, die Gesprächsthemen änderten sich.
Zu dem Zeitpunkt war ich 33, seit 5 Jahren verheiratet. Wir waren gerade in einer akuten Krise, nicht nur emotional sondern auch aus sachlichen Gründen, hatten sein erstes fremdgehen hinter uns. Mein Exmann lieferte in solchen schwierigen Situationen selten einen hilfreichen Beitrag, sondern machte sie eher schwieriger.
Es ging mir nicht gut.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das Gespräch über unsere Gefühle zueinander aufkam. Es war klar, das ist keine Frust-/Spassnummer, sondern eine ganz ernsthafte Sache. Wenn ich gehe, wäre es ein echter Warmwechsel gewesen - direkt in sein Haus. Seine Beziehung lief nicht schlecht, aber ihm fehlte die tiefe Verbundenheit, die es zwischen uns gab. Seine hübsche Freundin war nicht die Frau für die Familiengründung.

Ich war in einem Konflikt: ich hätte meinen Exmann in einer schwierigen Situation verlassen und wäre selber auf die Sonnenseite des Lebens gerutscht.
Loyalität gehört zu meiner charakterlichen Grundausstattung.
Bei allem Ärger über meinen Exmann, weiß ich eben auch dass er so geworden ist, weil ihm das Leben nicht gut mitgespielt hat. Er hat daraus keine Stärke und auch keine Schaffenskraft gezogen, sondern sich ein Leben lang benachteiligt gefühlt.
Ich fühlte mich nicht in der Lage ihm einmal mehr einen Tritt zu verpassen - egal wie er zu mir war. Irgendwo hatte er ja auch gute Seiten.
Also habe ich es beendet bevor es angefangen hat.

Für mich blieb es wie es war - ich habe mich nicht gut gefühlt und war eben ein bisschen mehr traurig als sonst. Das verlor sich nach ein paar Monaten.
Ob ich es bereue, weil ich doch noch im passenden Alter für einen Neustart war? Nein. Ich kann nicht Schwein sein und auf der Basis des Unglücks eines anderen glücklich werden.
 
  • #12
Ich glaube gerade Männer sehen das pragmatischer. Ob diese Frau oder jene ... macht nicht soviel Unterschied, solange sie zufrieden in der Hauptbeziehung sind.
Was bedeuten würde, dass auch in der Beziehung Zufriedene fremdgehen. Dann ist es keinesfalls immer so, dass Menschen nur fremdgehen, weil ihnen in der Beziehung etwas fehlt.

Das bedeutet wiederum, es gibt niemals (!) eine Garantie, dass das nicht passieren kann.

Diese Aussichten finde ich gar nicht erstrebenswert. Mich würde das kaputt machen.
 
  • #13
Was bedeuten würde, dass auch in der Beziehung Zufriedene fremdgehen. Dann ist es keinesfalls immer so, dass Menschen nur fremdgehen, weil ihnen in der Beziehung etwas fehlt.

Das bedeutet wiederum, es gibt niemals (!) eine Garantie, dass das nicht passieren kann.

Diese Aussichten finde ich gar nicht erstrebenswert. Mich würde das kaputt machen.
Ja, genauso sehe ich das. Ich habe zu gewissen Zeiten viele Fremdgänger kennengelernt. Mich haben immer die Motive interessiert. Bei den meisten war es der Wunsch nach Abwechslung, nach fremder Haut, einem gewissen Kick.

Ob jemand fremdgeht, hängt mMn vom Charakter ab, seinen Prinzipien. Aber auch von den zu erwartenden Konsequenzen oder Gründen, es vor sich selbst zu rechtfertigen.

Ob man sich fremdverliebt liegt vielleicht auch daran, inwieweit die eigenen Bedürfnisse erfüllt sind oder scheinbar durch das Objekt der Begierde erfüllt werden können.

Ja ich denke dass es keine Garantie gibt. Nie und für nichts im Leben. Diese Denke gibt einem aber auch die Chance loszulassen und frei zu sein von Ängsten.

Als ich geheiratet habe war ich zwar noch sehr jung aber ich dachte auch, er ist der richtige und würde es für immer sein, dass ich niemanden anderen jemals lieben könnte. War so aber nicht.
 
  • #14
Das bedeutet wiederum, es gibt niemals (!) eine Garantie, dass das nicht passieren kann
Liebe Cassel, ich lebe gut damit zu akzeptieren, dass es keine Garantien gibt. Für nichts, bis auf die Tatsache, dass das
Leben endlich ist.

Aber ich habe Vertrauen. Vertrauen vor allem auch, dass ich Enttäuschungen aushalten und erarbeiten kann - und deswegen vertraue ich auch einem Mann, dass Treue für ihn den gleichen Wert hat wie für mich und dass er mich nicht in dieser Hinsicht belogen hat.
Wobei es bei diesem Aspekt jetzt weniger um Fremdverlieben geht, sondern um ONs, Affären.

Das Thema Fremdverlieben ist vielschichtig - die Schwärmerei mal für sich, ein Prickeln, ein paar Phantasien - solange man es bei sich behält, ist für mich ok.
Das Motto - Appetit kann man sich holen, gegessen wird zuhause. 😉
Sowas wie den Chat und das formulierte Gedankenspiel wäre mir zuviel.

Und richtiges Fremdverlieben ginge für mich nur, wenn in der Hauptbeziehung schon eine gewaltige Schieflage existiert. Das letzte Warnzeichen, wenn es nicht schon zu spät ist.
Ich habe das noch nicht erlebt, ich habe beendet, wenn es für mich nicht mehr passte. Und dann war auch der Kopf und das Gefühl wieder frei.

W, 50
 
  • #15
Was bedeuten würde, dass auch in der Beziehung Zufriedene fremdgehen. Dann ist es keinesfalls immer so, dass Menschen nur fremdgehen, weil ihnen in der Beziehung etwas fehlt.
Wovon ist die Rede? Man kann fremdverlieben nicht als Synonym für fremdgehen nutzen.
- Man kann sich einseitig fremdverlieben, dann wird halt nichts draus, weil der andere garnicht interessiert ist - nicht nichtmal für einen ONS
- Man kann sich beidseitig fremdverlieben und muss trotzdem nicht fremdgehen
- Man kann fremdgehen ohne fremdverliebt zu sein

Das bedeutet wiederum, es gibt niemals (!) eine Garantie, dass das nicht passieren kann..... Diese Aussichten finde ich gar nicht erstrebenswert. Mich würde das kaputt machen.
Warum? Seit wann gibt es Leben ohne Risiko? Willst Du niemals mehr das Haus verlassen, ewig im Homeoffice siechen und vom Lieferdienst am Leben gehalten werden, weil etwas Unangenehmes passieren kann? Keine Beziehung, weil der andere fremdgehen könnte?
Ein Leben nur beherrscht von Ängsten "kaputt zu gehen" nur weil was Unerfreuliches passiert?

Du hast doch Handlungskompetenz. Du entscheidest, ob Dich etwas kaputt machen kann oder ob Du diese Macht nicht an jemand andern vergibst.
Das heißt ja nicht, dass es einem egal ist. Die Phase des Leids kann kürzer oder länger sein, mehr oder weniger heftig, aber sie ist auch irgendwann vorbei und selbst in der Zwischenzeit geht man nicht kaputt, sondern das Leben geht weiter und hat trotzdem gute Aspekte.

Man muss sich halt entscheiden, wie man damit umgeht, nicht nur reden, sondern es auch tun. Ich habe sehr lange gezögert, ob ich nach meiner Scheidung nochmal eine Beziehung eingehe und die Latte sehr hoch aufgelegt.
Wenn ich ein Desaster riskiere, dann nur für einen Topmann und wenn der fremdgeht, dann ist das zwar schade, aber trotzdem "Tschüß". Das kann ich genauso konsequent entscheiden, wie bei beidseitiger Fremdverliebtheit nicht zwangsläufig fremdzugehen.

Wenn ich es nicht riskiert hättte, dann hätte mir aber auch sehr viel Schönes gefehlt, auf das ich auf keine Fall verzichten wollte. No Risk, no Fun stimmt halt.
 
  • #16
Tolles Thema, Dank an Hauself, nat und vicky gefällt mir sehr.
"Ich bin der Meinung, dass man sich vor allem dann fremdverliebt, wenn etwas in der Partnerschaft fehlt, vor allem Wertschätzung und Respekt. Wenn ich in einer Beziehung glücklich bin und meinen Partner liebe, dann lasse ich fremde interessante Männer gar nicht erst an mich ran."
Exakt. Ich bin verheiratet und auch wenn wir Probleme haben, liebe ich meine Frau. Ich flirte nicht, suche nicht, lasse mich auf nichts ein, habe auch kein Bedürfnis, ich kann mich nicht fremdverlieben, es ist nicht möglich. Das da manchmal Blicke von Frauen sind, registriere ich, aber ich guck meinen Ehering an und denke nein danke.
Ich habe mich einmal in einer Beziehung fremdverliebt, und siehe oben, es fehlte was, nämlich Liebe sie war ein Freund. ich habe die Beziehung korrekt beendet, am Weihnachtsabend (nicht korrekt), bin warm gewechselt (nicht korrekt) und habe ein ganzes Jahr exakt das was Vicky gesagt hat gedacht.: "Ich kann nicht Schwein sein und auf der Basis des Unglücks eines anderen glücklich werden. Und vor Allem empfunden und geheult. Ich war einmalig in meinem Leben in sagen wir leichter psychischer Beratung, weil es mir richtig schlecht ging und die Schuldvorwürfe nicht aufhörten und die neue Beziehung chancenlos war. Es ging erst wieder besser als ich meine damalige Freundin umarmen konnte und wir wirklich Freunde wurden.
Das heißt nicht das man, einmal entschieden immer bleiben muss, aber erst! redet man mit seinem alten Partner was nicht stimmt, dann trennt man sich ggf. (sie war so nett und hat noch Paartherapie gebucht, aber wenn doch keine Liebe da ist) und zieht aus, dann wohnt man alleine und sagt zu der neuen Frau: „Ich komme gerade aus einer Beziehung und möchte für mich sein, weil ich nicht bereit bin und sein kann für was Neues, das tut dir und mir nicht gut.“ Das würde ich jetzt 100%ig können, das wäre ich mir auch selbst schuldig.
Mir ist völlig bewusst das Menschen verschieden sind und Fremd- und Affärengänger sich kaputt lachen über sowas, und sagen was kann ich dafür, wenn ich mich verliebe oder ich hab doch Bedürfnisse. Guckt doch im Fernsehen diesen Wendler an (mir ist klar,das ist Gossen-Niveau)- Null Gewissen. Aber ich bin froh, dass ich so bin wie ich bin.
 
  • #17
So etwas passiert oft in den Langzeitbeziehungen, wo eine emotionale Loslösung voneinander stattgefunden hat. Jeder hat seine Aufgaben und die Routine bestimmt das Leben. In so einer Phase hilft diese Fremdverliebtheit eine Hoffnung zu haben, dass es irgendwo dadraußen etwas anderes gibt. Es kann auch ein Indikator für die eigene Unzufriedenheit über das Leben sein. Zwei tolle Filme gibt es darüber: "The Revolutionary Road" und "American Beauty".
 
  • #18
Was bedeuten würde, dass auch in der Beziehung Zufriedene fremdgehen. Dann ist es keinesfalls immer so, dass Menschen nur fremdgehen, weil ihnen in der Beziehung etwas fehlt.
Das ist tatsächlich auch meine Beobachtung, liebe @Cassel und @Vikky. Als Frau habe ich das nur bei Männern beobachten können, da aber reihenweise. Alle nach außen in einer "tollen" Beziehung, einer sogar Kirchenvorstand, "spielt" mit seiner Frau bis heute für alle Nachbarn das glückliche Paar. Er ist tatsächlich zufrieden in seiner Ehe, seine Frau ist - wie er immer betont - eine "tolle Frau", aber Sex hatte er über Jahr(zehnt)e mit anderen.
Ah, oder sagen wir es so, menschlicht fehlte ihm nichts, der abwechslungsreiche Sex fehlte ihm, und den holte er sich woanders. Es gab aber auch Männer, die noch Sex mit ihrer Frau hatten, aber nicht "den richtigen", nicht häufig genug ... und dann wurde ("natürlich") fremdgegangen, heißt, die Ehefrauen wussten nichts davon.

Ein Mann, den ich mal kannte, hatte sich tatsächlich in eine seiner Affärenfrauen verliebt und war beleidigt, als sie "Schluss machte" mit ihm, nämlich als sie erkannte, dass er nie nie nie seine Ehefrau verlassen würde. Ziemlich verrückt - er hätte es ja in der Hand gehabt, aber für eine Entscheidung dann doch zu feige. Die Kinder, die Freunde, das Haus ...

Ah, mir fällt gerade eine Frau ein, die ihren Mann seit drei Jahren betrügt. Auch da fehlt der "richtige" Sex und der Humor. Und zum Verlassen fehlt der Mumm.

Doch, es gibt gute Beziehungen, ich kenne einige wenige gut genug, um das sagen zu können, aber Kompromiss-Beziehungen scheinen zu überwiegen.
 
  • #19
In so einer Phase hilft diese Fremdverliebtheit eine Hoffnung zu haben, dass es irgendwo dadraußen etwas anderes gibt. Es kann auch ein Indikator für die eigene Unzufriedenheit über das Leben sein.
Fremdverliebt sein hilft doch gar nicht, ist doch ein großer Irrtum und ein ganz billiger Ersatz für die eigenen Defizite in der persönlichen Zufriedenheit, kein Partner und auch kein neuer Partner kann einem die Zufriedenheit geben, die man sich selber nicht geben kann!!
 
  • #20
Ja, wie geht sowas?
Die Liebe fragt nicht, wo sie hingehen darf. Ich war die letzten 2 Jahre fremdverliebt und habe vor mehr als einem halben Jahr endlich konsequenterweise meine langjährige Beziehung konsequent beendet. Der Mann sagt, er steht zwischen mir und seiner Frau, ist also auch fremdverliebt. Bloß wird er seine Frau nicht verlassen. Sie sind eine Familie. Er liebt sie, sie sind glücklich. Ich glaube, Männer verlieben sich tatsächlich auch fremd, obwohl sie in ihrer Beziehung glücklich sind. Zumindest hab ich das bei Oprah so gehört... 😐
Ich dagegen habe erst bei meiner Fremdverliebtheit gemerkt, dass meine Langzeitbeziehung nicht die Richtige war. Nun liebe ich diesen Mann immer noch, bin Single, was an sich ok ist, und hab das Glück mit meinem Expartner mittlerweile befreundet zu sein.
 
  • #21
Vielen Dank für eure interessanten Geschichten und Ansichten, es ist sehr spannend, es zu lesen.

Also seitdem ich mit meinem Mann zusammen bin (knapp 7 Jahre) bin ich auch einmal die Situation geraten, dass ich mich "fremdverliebt" habe. Dass die Partnerschaft dann vorbei ist, kann ich nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil.
Wir haben diese Situation als Chance genutzt uns wieder einander anzunähern.
Das ist für mich das Ideal. Ich denke, in vielen Fällen (auch wenn man Single ist) ist Verliebtsein eher ein Impuls, irgendwas im eigenen Leben näher zu betrachten, ob es einen Mangel gibt, man in einer Lebenssituation festgefahren ist. Und dass es nicht um "tiefe, innige, echte Liebe" geht, die man eigentlich ja auch zum Partner empfinden sollte.
Aber vermutlich ist dass nur möglich, wenn man hundertprozentig "ja" sagte beim Eingehen der Beziehung oder wenigstens zum "jetzigen Zeitpunkt". Wenn man zwischendurch feststellt, dass es entscheidend nicht passt, aber man bleibt, denke ich, wird das nie ein "Sättigungsgefühl". Also werden immer andere Menschen Chancen haben, dass sich der Verpartnerte (im wahrsten Sinne des Wortes bzgl. der Vorsilbe) fremdverliebt.

Bei meiner Bekannten denke ich das. Sie hat mittlerweile einen vergeistigteren Zugang versucht, also nach dem Motto "es ist egal, mit wem du zusammen bist, es stimmt immer irgendwas nicht, also kannst du auch hier bleiben und deine Einstellung ändern". Es ist ihr nicht bewusst, dass sie immer noch diese emotionalen Bedürfnisse an einen Partner hat und sich das vom Sohn holt, der als Ersatzpartner einspringen muss in den emotionalen und umsorgenden Aspekten, die sie von ihrem Partner nicht erfüllt bekommt. Dabei ist er ja das Kind, und es sollte um seine Bedürfnisse gehen.

Ich denke, man kann bei den tiefsten inneren Bedürfnissen, was eine passende Beziehung für einen selbst sein soll, keine großen Kompromisse machen. Da gibt es keinen Zugang, der das geraderückt.
 
  • #22
Ich meine nicht, dass man nicht auch andere Menschen bemerkt und sie gutaussehend finden kann. Es geht mir um richtige Verliebtheit. Dann ist doch die Beziehung zu Ende, wenn man sich fragt, wie eine Beziehung mit einem anderen wäre, überlegt, ob man DIE Chance seines Lebens verpasst, oder ist das nicht so?
Hallo @void, mal wieder eine sehr interessante Frage von dir :) - aber für mich zu kurz gesprungen in der Ausformulierung .
Wo fängt Fremdverliebtheit an? Warum fängt sie an?

Verlieben hat bei mir generell nichts mit "gutaussehend finden" zu tun. Menschen gutaussehend finden hat bei mir nie irgendwas ausgelöst.
Ich verliebe mich fremd, wenn es mir in meiner Beziehung nicht gut geht und ich Menschen in positiver Interaktion erlebe, ob mit mir oder anderen.
ABER: Das bedeutet in keinster Weise, dass ich eine Beziehung mit meinem "Verliebtheitsopfer" für wünschenswert oder auch nur möglich halte.

Als ich mich während meiner Ehe fremdverliebt habe, lag das daran, dass es mein Mann an grundsätzlicher Wertschätzung mir gegenüber fehlen ließ. Und ein Studienkollege, der öfter zu Besuch kam, hat mich zu der Zeit besser behandelt als er. Ich habe gelitten, geträumt und als ich kurz davor war, ihm meine Gefühle zu gestehen, hat er mir von einer Frau erzählt, die er gerade kennen gelernt hatte. Das war die dringend benötigte kalte Dusche - danach war ich komplett entliebt.

Ist mir in der Form nie wieder passiert, danach habe ich nur noch von grundsätzlich unerreichbaren Männern geschwärmt, auch das wieder aus meiner persönlichen Mangelsituation heraus. Und ich habe noch viele Jahre versucht, aus meiner nicht sehr guten Ehe etwas besseres zu machen. Fremdgehen war dabei aber weder für ihn noch für mich jemals ein Thema.

Deshalb nein, fremdverlieben ist nicht zwangsläufig das Aus für die Beziehung. Ich war ja bereit, an dieser zu arbeiten. Ich wusste, woher die Fremdverliebtheit kam. Das größere Problem war, dass ich allein daran gearbeitet habe. Und DAS hat der Ehe schließlich den Todesstoß versetzt, nicht irgendeine Fremdverliebtheit.
 
  • #23
Was sind eure Erfahrungen und was denkt ihr darüber? Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
Seltsam, darüber können Du und auch ich gar nichts sagen. Du hast von einer langjährigen Partnerschaft keine Ahnung, ich auch nicht. Hab bis jetzt nur 5 Jahre.

Du klebst scheinbar an dem gebundenen Mann, der Dich nicht wollte. Fremdverliebt? Echt jetzt, wenn mein Mann mir mit sowas kommen würde, dann hätte er den Tritt in seinem Hintern ganz present. Rosamunde füttert die so gut die Fantasien der Frauen.
 
  • #24
passiert öfters, ist meiner ex auch schon passiert. Verliebtheit bleibt nicht ewig und irgendwann kommt die Routine. Es gibt zwar viele attraktive Menschen, ich würde persönlich aber nicht in Betracht ziehen jemanden anderen zu nehmen weil Aussehen nichts über den Charakter aussagt. Aber generell sehe ich öfter dass viele die sich fremdverlieben eher auf neue Emotionen aus sind.
 
  • #25
Fremdverliebt sein hilft doch gar nicht, ist doch ein großer Irrtum und ein ganz billiger Ersatz für die eigenen Defizite in der persönlichen Zufriedenheit, kein Partner und auch kein neuer Partner kann einem die Zufriedenheit geben, die man sich selber nicht geben kann!!
Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht, was die Gründe für mein
Fremdverlieben während der Ehe waren.
Ja du hast recht es gab Defizite aber die lagen nicht bei mir bzw sah ich mich in der damaligen Situation nicht in der Lage diese zu ändern. Bei dem ersten Mann war es wohl mein Wunsch nach Lebenserfahrung - Erfahrung mit Männern, da ich ja meinen Mann bereits mit 17 kennengelernt hatte.

Das zweite Mal erfolgt bei mir gegen Ende der Ehe, als mir die Defizite meiner Beziehung bewusst wurden, die für mich zu diesem Zeitpunkt vorrangig in der introvertierten Art meines Mannes lagen, seiner Unfähigkeit irgendwelche positiven Gefühle zu zeigen und einfach mal nett und charmant zu sein.
Genau das war der Mann in den ich mich verliebte, mit ihm konnte ich reden mit meinem Ex überhaupt nicht.
Auch hat dieser Mann bei mir einen gewissen Heiligenschein bekommen. Bis dahin war ich überzeugt, dass alle Männer Fremdgänger sind mein Mann hatte mich da auch schon betrogen, wozu trennen ( und alles verlieren, was man sich gemeinsam erarbeitet hat). So dachte ich mit 28.

Aber bei ihm wusste ich, dass ich ihm wirklich sehr gefalle, dass wir uns gut verstehen aber hat er mich abgewiesen und nicht versucht irgendwas mit mir anzufangen, weil er eine Freundin hatte und dafür hat er letztlich meinen höchsten Respekt bekommen.

Er hat für mich und für meine Trennung eigentlich eine Schlüsselrolle gespielt, also zumindest indirekt. Durch ihn habe ich wieder den Glauben daran gefunden, dass es auch treue Männer gibt und das es auch einen solchen für mich geben kann.

Nach der Trennung habe ich mich sexuell ausgelebt und habe hier war auch viele Fremdgänger kennengelernt. Anfangs war ich wirklich entsetzt, wie viele Männer fremdgehen, ohne dass die Beziehung besonders schlecht ist, sondern einfach nur der Abwechslung wegen. Das hat mich ziemlich ernüchtert. Aber ich weiß eben auch, dass es auch eine andere Sorte Mann gibt, die treu ist, selbst wenn sie die Möglichkeit hätten..

Aber die bestehenden Defizite meiner Beziehung hätte ich nicht durch innere Zufriedenheit ändern können, weil sie im Außen lagen.
 
  • #26
kein Partner und auch kein neuer Partner kann einem die Zufriedenheit geben, die man sich selber nicht geben kann!!
Da kann ich dir leider nicht zustimmen und sehe es anders. Meiner M. n. spielt eine glückliche Partnerschaft im eigenen Glück und Zufriedenheit eine signifikante Rolle. Ich möchte jedenfalls in keiner Partnerschaft sein, wo ich absolut keine Rolle in seinem Leben spiele. Das wäre für mich einfach untragbar. Das würde mich persönlich extrem unglücklich machen. Ich gehöre zu der Fraktion "Zusammen ist schöner" :).

Dies bestätigen auch viele Studien, die über das Thema Glück und Zufriedenheit gemacht wurden. Laut diese Studien sind Gesundheit und eine glückliche Partnerschaft die wichtigste Parameter für die eigene Zufriedenheit.
 
  • #27
Einen schönen guten Abend,
Ich bin in einer 14 jährigen Beziehung, verheiratet und habe mit meinem Mann ein Kind!
Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen-dennoch bin ich seit drei Monaten bis über beide Ohren fremdverliebt!
Wie sowas geht? Kann ich mir nur so erklären:
Vorab: unsere Beziehung-rein zwischenmenschlich gesehen-ist ein Traum!
Das Dilemma:
Ich stehe total auf Sex, den beide Partner zügellos genießen können und dem sie sich voll und ganz hingeben können, ich stehe drauf zu verwöhnen und verwöhnt zu werden...mein Mann aber leider so gar nicht!
Ich dachte immer, dass wir das hinbekommen und miteinander wachsen können...ein Trugschluss: diesbezüglich ist er der konservativste Mann der Welt, mag Sex nur im Dunklen in zwei Stellungen und hat auch keinerlei Interesse an meinem Körper, geschweige denn daran, mich zum Orgasmus zu bringen!
Wenn wir wöchentlich miteinander schlafen, ist das ganze (inklusive Vorspiel) in 5 Minuten erledigt, dann dreht er sich um und schläft sofort ein! Also gibt es weder Vor- noch Nachspiel!
Ich hatte mit ihm zahllose Gespräche deswegen, habe versucht rauszufinden was ihn wirklich triggert, habe mich in Dessous und Kostüme geworfen, Coachings gemacht, die „perfekte Liebhaberin“ rauf und runter exerziert, trainiere täglich meinen Beckenboden und treibe jede Menge Sport und zur Krönung habe ich mir meine Brüste vor kurzem etwas vergrößert, immer in der Hoffnung, ihm nun endlich zu gefallen und für ihn begehrenswert zu sein.
Kurzum: das Resultat bleibt konstant: für ihn ist unser Standard Sex die Erfüllung und ich fühle mich weder befriedigt noch begehrenswert!
Wie ich das die ganze Zeit ausgehalten habe?
Jede Menge Sextoys, Fantasie und Selbstbefriedigung!
Und dann laufe ich vor drei Monaten diesem Mann über den Weg...die beiderseitige Anziehung hat sofort die Luft elektrisiert und wir sind kurze Zeit später derart animalisch übereinander hergefallen...
Seitdem treffen wir uns regelmäßig und haben genau diesen Sex vom andern Stern, den ich mir nicht einmal erträumen hätte können..,wild, heftig, innig, leidenschaftlich, gierig und er hat riesengroße Lust auf mich und auch darauf mich auf alle erdenklichen Arten zu befriedigen- er macht eben genau all das, was ich bei meinem Mann so schmerzlich vermisse!
Der eine füllt also die Lücke des anderen und umgekehrt!
So kommt es also, dass ich meinen Mann liebe und den anderen begehre und in ihn verliebt bin!
Ich möchte gerade auf keinen der beiden verzichten, weil mich jeder auf seine Art und Weise unglaublich glücklich macht!
Ich weiß nicht, ob das so in Ordnung ist-moralisch gesehen auf gar keinen Fall-aber ich sehe auch keinerlei Handlungsbedarf mich für einen der beiden zu entscheiden...ich werde auch gar nicht vor diese Entscheidung gestellt derzeit!
Und ja, natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen....
 
  • #28
Der Mensch, dazu gehören auch Frauen, ist nicht für die Monogamie geschaffen. Das ist ein krudes Konzept unserer verkorksten Gesellschaft. Polyamorie ist schaffbar. Man kann mehrere andersgeschlechtliche Menschen lieben, denn Liebe ist niemals exklusiv. Für unser Seelenheil wäre es ratsam viel offener, viel ehrlicher zu werden und die Masken der diversen Rollen wieder abzusetzen. Es wäre schön, wenn wir unsere Gefühle nicht mehr unterdrücken um sozial angepasst zu bleiben. Unsere Welt ist sowieso eine medienkonstruierte Scheinwelt.
 
  • #29
Das zweite Mal erfolgt bei mir gegen Ende der Ehe, als mir die Defizite meiner Beziehung bewusst wurden, die für mich zu diesem Zeitpunkt vorrangig in der introvertierten Art meines Mannes lagen, seiner Unfähigkeit irgendwelche positiven Gefühle zu zeigen und einfach mal nett und charmant zu sein.
Introvertiertheit ist ein Grundcharakterzug, der für einen Menschen konstituierend ist. Dieser ändert sich nicht im Laufe seines Lebens. Dein Ex-Mann war schon immer introviert, auch als Du ihn kennen lerntest und Dich in ihn verliebt hast.

Das was Dir als Bewusstwerdung der Defizite Deiner damaligen Ehe erscheint, ist tatsächlich eine Änderung Deiner Befürnislage gewesen. Diese tritt nicht unmittelbar als das, was sie ist, ins Bewusstsein, sondern sublimiert. Unter-Bewusstsein vs. Wach-Bewusstsein ist hier das Thema.

Der hier geschilderte Prozess ist typisch für weibliche (Selbst-) Wahrnehmung. Eine Zeitweise Gefühlslage wird im Wachbewusstsein verabsolutiert. Ändert sich diese, erfolgt eine Umjustierung, welche in entsprechenden Rationalisierungen verbalisiert wird. Auf gut Deutsch: Das Bedürfnis nach sexueller Abwechslung tritt zunächst als Defizitdiskurs am Bestehenden auf, bis sodann die Umsetzung in die Lebenswirklichkeit erfolgen, da wenn legitimiert.

Das ist im Übrigen auch ein wesentlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern. Die Männer gehen fremd, weil es ihnen gut tut. Punkt aus. Die Frauen konstruieren Rechtfertigungen. Warum brauchen Frauen Rechtfertigungen? Weil sie stark auf das moralische Umfeld ausgerichtet sind. Das ist psychische Schwäche, sich vom Werturteil Dritter abhängig zu machen. Deshalb steckt auch viel Weiseheit im Ausdruck "das schwache Geschlecht". @realwoman ist das Paradebeispiel hier im Forum.
 
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  • #30
Seltsam, darüber können Du und auch ich gar nichts sagen. Du hast von einer langjährigen Partnerschaft keine Ahnung
Doch schon, ich komme zeitlich auf das Doppelte von Dir. Ich finde, das ist ne langjährige Partnerschaft.
Du klebst scheinbar an dem gebundenen Mann, der Dich nicht wollte.
Welchen meinen wir jetzt? 😜
Es gibt ja nur einen, und das ist über 20 Jahre her, der überhaupt die Chance bekommen hatte zu entscheiden, ob er mich will oder nicht. Bei den beiden anderen bin ich ja gleich auf Abstand gegangen und wollte selbst nicht.
Und ganz ehrlich, nach 3 Jahren habe ich damals gedacht, dass es wirklich gut war, dass er mich nicht wollte. Das war die völlige Verblendung und es wäre auch bald wieder auseinandergegangen. Einfach, weil ich mir was zusammenfantasiert hatte, wie er ist, nur weil ich so viel projiziert hatte auf ihn.

Zum Thema, was Verliebtheit überhaupt ist bzw. sein kann, also dieser Impuls, der eigentlich gar nicht bedeuten muss, dass man eine Beziehung will/könnte mit der Person, habe ich schon geschrieben.