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  • #31
Liebe FS,

"alle haben Kinder, nur ich nicht". Ja, aber warum?
Ich verstehe Dich gut, 50plus. Kinderlos. Weil ich gut überlegt habe im Sinne meines Kindes, gewartet und gewartet, ob ich einen Mann treffe, mit dem ich mich verstehe, wir lieben uns (altmodisches Wort), der genauso eines will, und deshalb habe ich keines. Ich war einmal schwanger, vor mehr als 20 Jahren.

Und krank. Und es ist nicht gut gegangen.
Und ohne Vater wäre es auch gewesen, ich bemerkte die Schwangerschaft erst, als alles vorbei war. Natürlich habe ich nicht gebettelt und bin danach wieder angekommen.
So ein Leben hätte ich für mein Kind nicht gewollt.

Und alle anderen in den mir jetzt (bin verheiratet) zwei angeschlossenen Familien haben Kinder, 1-3 Kinder.

ABER, UND DIES IST WICHTIG: Willst Du Kinder, weil Du selbst welche willst oder weil alle anderen welche haben?
Schau mal hinter die Fassade, da ist nicht alles Gold was glänzt. Man trägt die Probleme ja nicht nach aussen. Ich hatte mir immer die sprichwörtliche Rama-Familie vorgestellt. Also Vater, Mutter, 1-2 Kinder. Auf der Terrasse glücklich frühstückend. Oder auch kein Kind.

Niemals hatte ich einen ausgeprägten Kinderwunsch. Zu 99% Nein. Das 1% habe ich mir frei gelassen für den richtigen Mann zur richtigen Zeit. Ich wollte eine vollständige, glückliche Familie. Beides kam irgendwie nicht. Mein Nicht-Kinderwunsch stiess auf grosses Unverständnis. "Aber eine Frau MUSS doch Kinder haben. Wenn sie keine will, das ist nicht normal. Du musst doch an die Rente denken!"
Nirgends steht in Stein gemeisselt, dass eine Frau Kinder haben muss, nur weil sie es kann.

Ein Kind, um jeden Preis. Ist das wirklich das Wahre? Wer sorgt für das Kind, wenn Dir etwas passiert und Du es allein bekommst? Bitte denke nicht egoistisch. Bitte denke im Sinne Deines (noch) nicht vorhandenen Kindes. Du bist 41. Das ist einerseits noch jung, andererseits nicht ganz mehr so superjung.
Das Leben verpasst hast Du nicht, Du hast es nur anders geführt als andere. Und jetzt kommen Dir Zweifel und Torschlusspanik. Das ist ganz normal.

Das Glück besteht aus so vielen kleinen Teilen, das stets zu jeder Zeit irgendeines fehlt. Finde das Glück in den Dingen, die Du jetzt hast. Du kannst eine prima Nenn-Tante, Patentante und sonstwas sein.

Doch Mutter um jeden Preis, ganz schnell noch, mit "Samenbank"? Überlege gut.

Alles Gute für Dich, und NEIN, Du hast das Leben nicht verpasst, nur anders gelebt.
 
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  • #32
Ich finde man hat eindeutig etwas verpasst. Die Liebe eines Kindes, das normal, gerecht und ordentlich erzogen wird ist wirklich etwas tolles. Die vielen schönen Momente überwiegen weitaus die sicher auch vorhanden negativen Seiten (besonders im Anfangsstadium der Versorgung - gut sage ich mal so als Mann).
Aber Kinder sind für Karrieristen kontraproduktiv. Das verträgt sich keineswegs.Entweder stecken beide in der Beziehung zu Gunsten der Kinder zurück, oder zumindest einer von beiden.
Ich würde mit 40+ nicht mehr ein eigenes Kind anstreben, weil die Gefahr einer Mißbildung extrem ansteigt - besonders ab 45 (auch wenn es mittlerweile präventive Voruntersuchungen gibt, die aber nur einen kleinen Teil der möglichen Mißbildung abdecken)

Ein Mann mit Kind suchen wäre sicher die Beste Lösung. Ein Kollege von mir hat sich eine Frau mit 3 Kindern (damals 6,8,10 Jahren) genommen! und ist seit 6 Jahren glücklich mit ihr verheiratet...
 
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  • #33
Willkommern im Club der Singles.
Mach was aus deinem Job, geniesse die Singlefreiheit.
 
  • #34
Ich finde den Beitrag #25 von mimi sehr schön, auch wenn bei mir sich die Situation als Mutter bei weitem nicht so positiv darstellt wie bei ihr und ich mich eher durch Tiefen kämpfen muss, aber auch und gerade wegen der Kinder immer wieder Grenzen überwinden und wachsen darf. Was definitiv einen ganz großen Unterschied ausmacht, ist das Erleben einer völlig anderen Form der Liebe. Diese Erfahrung ist in Worten kaum vermittelbar, gemeint ist wie mimi schreibt
o lange Mann keine Liebe zum Kind erfahren hat, hat Mann keine tiefe unconditional Love erfahren. Ich wurde erst Anfang 30 Mutter.
Was noch dazu kommt ist, dass man lernen darf, die Welt ganz neu und mit ganz anderen Augen zu betrachten, dabei alles in Frage zu stellen (nun gut, ich war schon immer so veranlagt aber dadurch wurde dies noch mal intensiver).

Der Traum, das mit einem passenden Partner hinzubekommen, bleibt wohl eher allgemein ein Traum. In meinem Fall war es eben so, dass dies schnell ausgeträumt war, wie bei vielen anderen auch.
Kinder sind immer eine sehr große Verantwortung, nicht etwas das man hat um sich damit zu spielen, finde ich, und schon gar nicht zur Selbsterhöhung.

Aber ich denke nicht, dass das was für den einen (oder die eine) richtig ist auf jeden passen muss. Natürlich stimmt das, was #7 schreibt, auch:
Neiden Sie den anderen Frauen jetzt wirklich all die negativen Erfahrungen in Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt? Das dauernde Geschrei, die stinkenden Windeln, das Gefangensein im Tagesablauf der Kinder, den ständigen Streit oder die Gleichgültigkeit des Partners, mit dem man nur mehr der Kinder wegen zusammen ist. Die gescheiterten Patchwork-Versuche nach der Scheidung, die wintzige Rente im Alter?

Wieviel rundherum glückliche und zufriedene junge Mütter mit Universitätsabschluss kennen Sie denn? Vielleicht trennen Sie sich einfach von der Vorstellung einer Bilderbuchfamilie.

Letzteres stimmt eindeutig.

Wenn jemand diesen tiefen Wunsch spürt, etwas mehr zu leben als Karriere und Freizeit, dann gibt es genügend soziale Aufgaben, die anstehen. Unsere Gesellschaft, mit Verlaub gesagt, k***t gerade ab aufgrund diverser Faktoren, und wir Menschen brauchen alle als Gesamtgesellschaft MENSCHEN mit Menschlichkeit. Alleine dafür die Augen zu öffnen wäre schon wesentlich. Es gibt so viel, wo Engagement mit Herz und tiefer Motivation gefragt ist.
 
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  • #35
auch männer haben diese Probleme
ich habe mein leben verpasst genaso ging es mir nie wollte mich eine Frauen haben denn immer hieß es was will ich mit einem Mann der impotent ist eine disktion die leider nicht abeist.
was soll ich sagen die Meziner können nicht allen helfen für mich kam jede hilfe zu spät heute leben ich ein leben was ich niemanden wünsche ich weiss dass ich einsam sterben werden doch man findet sich damit ab so ist dass leben halt traurig und ungerecht
 
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  • #36
Also, ich bin 43 geworden und bin Mutter einer süßen Tochter, 9,5 Monate. Ich habe gerade keinen Partner und habe mir diesen Wunsch durch eine Samenspende aus Dänemark erfüllt.
Ich war mir früher nicht sicher, ob ich Kinder haben will, habe es also gelassen und mich auf meine Arbeit konzentriert und bin viel gereist. Da wäre ein Kind nicht gut aufgehoben.
Später wollte ich Kinder, traf aber nur Männer, die keine Kinder wollten, oder mich hingehalten haben.
Dann habe ich mich von meinem damaligen Partner getrennt, da er plötzlich doch mit Kindern warten wollte, obwohl ich bereits 39 war. Dann kamen Jahre, wo ich Single war und nach einem passenden Partner gesucht habe. Ich wollte nicht bloß ein Kind mit irgendeinem Mann haben und wollte auch einen Mann, der auch Kinder will. Leider hatte ich Pech, hätte mich früher von meinem Ex trennen sollen.
Ich wollte keinen Mann reinlegen, oder mit irgendwelchen Typen Sex haben, nur damit sie mich schwängern. Also habe ich, nach reifer Überlegung, diesen Weg gewählt und bin, wieder erwarten, sehr schnell schwanger gewesen. Ich bin überglücklich und bereue meine Entscheidung nicht.
Mein Kind hat später die Möglichkeit den Vater kennenzulernen, das kostet nur mehr als eine anonyme Spende. Wenn du ein Kind haben möchtest, dir das Kind finanziell alleine leisten kannst, dann mach es!
Eine Frau wird sehr unglücklich, wenn sie ein Kind möchte, darauf aber aus unterschiedlichen Gründen verzichtet. Einen Partner kannst du später trotzdem haben, ein Kind nicht mehr, wenn du noch langer damit wartest.
Übriges hat ein befreundetes schwules Pärchen sich ihr Kinderwunsch per Leihmutter aus der Ukraine erfüllt. Sie sind überglücklich und es ist ihnen egal, was Andere darüber denken. Sie sind tolle Eltern für das kleine Mädchen.
Es ist dein Leben!
 
  • #37
Ich bekomme die Krise, wenn ausgerechnet Männer einer Frau einreden wollen, sie hätte nichts von Wert hinterlassen, wenn sie nicht Ihren Uterus genutzt hat. Ich bin w44 und heule gerade Rotz und Blasen während ich das hier schreibe. Für mich war immer klar, dass ich eine große Familie will. Hab sogar meinen Beruf danach ausgesucht, zur Not auch gut alleinerziehend über die Runden zu kommen. Einen tollen Partner gefunden, ein Haus ausgebaut, Garten mit Kletterbaum und ungiftigen Pflanzen. Eine Psychotherapie um eine gruselige Kindheit auszuputzen und nicht unbewusst weiterzugeben. Die Therapeutin meinte, ich solle bis zum Abschluss der Therapie warten. Da war ich 30. Mit 35 brach ich ab, und wir versuchten alles. Eine Fehlgeburt, Gebärmutterkrebs. Mit 37 verließ mich mein Partner. Ich ging nach Afrika und Lateinamerika und arbeitete mit Kindern. Kam mit 39 nach Deutschland zurück und war eineinhalb Jahre im Krankenhaus: Schwere Depressionen, vermutlich vererbt und chronisch. Egal, ich ging nach Lateinamerika zurück und arbeitete weiter mit Kindern. Mit 42 lernte ich schließlich einen Mann kennen, mit dem ich mir wieder eine Familie vorstellen konnte. Wir legten sofort los - ohne Erfolg. Und dann, mit Mitte 43 der nächste enorme Depressionsschub. Ein halbes Jahr brauchte ich diesmal. Mein Partner, der das mit angesehen hat, möchte nun lieber keine Kinder mehr mit mir, fühlt sich auch zu alt. Und nun? In Lateinamerika oder in Deutschland eine Samenspende nutzen und es mit der Erkrankung allein versuchen? Ohne familiären Rückhalt? Ich wäre dann - nach Trennung, neuer Wohnung, Behandlung und Schwangerschaft 46, allein und krank. Das wäre doch Wahnsinn für das Kind! Ich bin unfassbar traurig, denn ich habe tatsächlich mein Leben auf einem Kinderwunsch aufgebaut, den ich sogar noch realisieren könnte, aber das für falsch halte. Ich weiß schon jetzt, dass ich das in spätestens zwei Jahren unendlich bereuen werde.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #39
Ich bekomme die Krise, wenn ausgerechnet Männer einer Frau einreden wollen, sie hätte nichts von Wert hinterlassen, wenn sie nicht Ihren Uterus genutzt hat.
Verstehe ich gut. Aber das ist eine absolute Minderheit, die Du heranziehst..

Nur für wenige Männer unserer Zivilation ist es im Leben tatsächlich wichtig, eine Folgegeneration zu hinterlassen. Wenn es so ist, ist es meist für Männer OK (und schön), wenn nicht, auch kein Beinbruch.

Die wirklichen Treiber sind die Frauen.

Dein Post zeigt das überdeutlich. So stark in der Motivation dieses Fortpflanzungstriebes und brutal in den Auswirkungen auf das Leben hat hier noch keine Frau gepostet.

Deswegen wird die Reproduktion der Gesellschft ja auch als Fertilitätsrate je Frau gemessen und nicht je Mann.
 
  • #40
Und nun? In Lateinamerika oder in Deutschland eine Samenspende nutzen und es mit der Erkrankung allein versuchen?

Ich hätte auch gerne Kinder gehabt. Partner(in), Umfeld und Gesundheit müssen dafür passen. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, da etwas zu erzwingen. Das Leben kann auch ohne Kinder schön sein. Der Wert eines Menschen bemisst sich sowieso nicht daran, wie viele Nachkommen er in die Welt setzt.
Ich denke, Du solltest Dich auf ein Leben ohne Kinder einrichten und das so leben, dass es Dir Freude macht. Kinder in die Welt zu setzen, wenn Depressionen Dich regelmäßig außer Gefecht setzen und ein Partner dazu fehlt, halte ich für keine gute Entscheidung.
 
  • #41
Oach, liebe Franziska, ich möchte grad mit dir heulen. So viel Trauer... Ich wünsche dir ganz, ganz fest, dass du deinen Frieden finden kannst.

Frau 51
 
  • #42
Es tut mir Leid, dass es Dir schlecht geht, liebe Franzi. Ich habe mich hier angemeldet, um Dir Folgendes zu schreiben, was mir oft hilft. Ich habe mal eine ältere Bekannte gefragt, ob sie irgendwas in ihrem Leben bereut. Sie sagte mir, sie bereue nichts, denn man tue in den einzelnen Phasen seines Lebens ja sowieso immer sein Bestes - so gut wie man eben in der jeweiligen Lebenssituation und seinem Wesen, seinen Kräften und Fähigkeiten nach eben tun konnte. Seither kann ich viel milder mit mir selbst und dem Schicksal umgehen. Ich wünsche Dir alles Gute!

w30
 
  • #43
Bei ca. 8 Milliarden Menschen verkraftet es der Planet locker, wenn eventuell 10 oder 15 % keine Kinder hat. Vielleicht tun die kinderlosen Menschen dem Planeten sogar einen Gefallen.

Nüchtern betrachtet: der Planet ist überfüllt. Nicht nur außerhalb Europas. Wenn jemand Kinder in die Welt setzt, um ein persönliches Lebensziel zu erreichen, ist das natürlich in Ordnung. Dann zu meinen, man habe einen großen Beitrag zur Weiterentwicklung der Menschheit geleistet und etwas Gutes getan und sich damit über Menschen zu erheben, die keine Kinder haben konnten oder wollten, ist ziemlicher Unsinn.
An Beiträgen wie dem von #35 sieht man doch, dass es vielen nur um die Erfüllung eines persönlichen Wunsches geht. Dann erfülle ich mir lieber den Wunsch nach ein paar Fernreisen und erhöhe damit meinen CO2-Abdruck.
 
  • #44
Klar ist ein Kind umwälzend, verstörend, hinreißend, schön, alles. Aber das Leben hat viele Möglichkeiten. Auch für dich. Ich glaube, dass beide Seiten Erfüllung bieten, wenn man es nur kreativ gestaltet. Wir haben bewusst nur ein Kind und nach wie vor einen bunten Freundeskreis mit Alleinerziehenden, Singles, Familien, Paaren. Ich genieße das sehr. Jede Lebensform hat etwas, das den Horizont erweitert. Vielleicht erweiterst du deinen Bekanntenkreis oder machst irgendetwas Ehrenamtliches? Oder sogar einen Babysitterjob? Bindungen können auf so viele Weisen entstehen. Wir verpassen alle immer etwas. Das ist auch gut. Wie sollten wir mit allen Optionen, die uns offenstehen, erfüllt leben? Leben heißt auch Weglassen-Können. Ich liebte meine intensive Freiheit und liebe jetzt Mann und Kind. Aber auch noch meinen Job, meine intellektuellen Hobbies, die Musik etc. Wir sollte aufhören, uns ständig zu beschränken. Vieles ist möglich, wenn man unkonventionelle Wege wagt. Viel Glück dir! Und ja, du hast etwas verpasst, aber das ist nicht schlimm, das haben wir alle, ständig.
 
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