• #1

Findet ihr Anschreien ok?

Mein Partner und ich sind recht temperamentvoll und werden beim Streit lauter. Hin und wieder schreien wir uns auch an. Wie läuft bei euch ein Streit ab? Findet ihr anschreien ok oder no-go?
 
  • #2
Das ist für mich ein absolutes No Go. Weder in einer Beziehung noch als Eltern zu Kindern. Man kann sich streiten, aber der Respekt darf nie verloren gehen. Wenn es zum schreien kommt, dann lieber den Ort des Geschehen verlassen, tief durchatmen und später miteinander sprechen.
 
  • #4
Was für eine Frage? Was du schreibst geht absolut gar nicht! Du kannst den negativen Kontakt gleich beenden, mehr ist das nicht, außer Ärger und Stress mit Zeit- und Energieverlust! Punkt!
 
J

JuIia

Gast
  • #6
Natürlich wird es auch mal lauter, klar.
 
  • #7
Ich finde anschreien nicht gut, wenn man sehr impulsiv ist und laut wird, wird mit Sicherheit nichts dabei rum kommen.
Besser in Ruhe und möglichst sachlich miteinander sprechen.

Mein Mann nennt sich selber Schreihals - sagt schon alles.
Bei einem Streit wird er schnell laut aber auch ganz normal im Alltag. Wenn ich ihn darauf hinweise, dass ich direkt neben ihn bin und ihn laut und deutlich verstehe wird er auch nicht leiser „na und“, ich glaube das nervt ihn dann noch mehr.

Ich glaube die Kunst ist es Herr über seine Gefühle zu sein, sich kontrollieren zu können, sich ins Gedächtnis zu rufen: was dich gerade wütend macht, ist vielleicht nicht so dramatisch wie du das gerade siehst, also bleibe ruhig.
Ich glaube anschreien ist irgendwie sowas wie Hilflosigkeit, man möchte sich mitteilen, den anderen seinen Standpunkt nah bringen (auch wenn er dich im normalen Ton genauso versteht) es ist vielleicht Druck oder Dampf ablassen dem anderen gegenüber, nur weil dein gegenüber schreit sollte man nicht auch einsteigen und selber laut werden.

Besser ruhig bleiben, das Gespräch verschieben und im ruhigen alleine darüber nachdenken und dann nochmal versuchen ein ruhiges, sachliches Gespräch miteinander zu führen. Wenn man in rage ist und rumschreit dann kann man nicht so klar denken, man steigert sich vielleicht hinein, nicht gut.

Man ist so viel stärker wenn man ruhig, entspannt bleibt, kontrolliert ist, als wie ein Ungeheuer rumzuschreien auch wenn es einen vielleicht triggert und man gerne mal schreien möchte.

W 27
 
  • #9
Jaaa! Ich liebe Anschreien! Anschreien ist sooo romantisch. Eine Beziehung ohne Anschreien kann ich mir gar nicht vorstellen! Anschreien gehört einfach dazu! Ein Mann, der mich nicht anschreit, ist kein Mann! Auch ich schreie meinen Mann grundsätzlich an, wenn mir was nicht passt. Anschreien ist die erfolgreichste Konfliktlösungsstrategie, das lehren wir doch schon den Kleinsten im Kindergarten. *ironie off

Merkste was?
 
  • #10
Ich bin mit einem cholerischen Vater aufgewachsen, der uns Kinder gerne mal vor dem Haus rund gemacht hat - das Geschrei hat man sicher im ganzen Dorf gehört. Wahrscheinlich hab ich deswegen eine sehr starke Aversion dagegen entwickelt.

Es kann gerne lauter und temperamentvoller werden beim Diskutieren - das finde ich zwar auch unangenehm, aber manchmal tut das auch gut, insbesondere weil wir noch jedesmal den Turn zum Versöhnungssex gefunden haben. Aber ein inbrünstiges Anbrüllen und Beschimpfen wie es mein Vater bei uns Kindern weiland praktiziert hat, werde ich niemals mehr hinnehmen. Das und die "g'sunde Watschn" sind Respektlosigkeiten, die ich meinen Eltern nicht verzeihe. Eine cholerische Partnerin käme deshalb für mich nicht in Frage, also definitiv No-Go.
 
  • #11
In Deutschland ist jedes laute Wort ein Fall für den Staatsanwalt, in der Mittelmeerregion oder da wo ich her komme, heißt das schlicht: mir ist das wichtig, ich habe Temperament, ich lass das auch raus, gehört zum Lebensgefühl dazu. Deshalb bin ich heilfroh, dass das meine Familie genauso sieht.
 
  • #12
Ich habe das (zu) lange aushalten müssen. Sollte ich künftig merken, daß dies bei einem potentiellen Partner Teil seiner Streit"kultur" ist, würde ich das Kennenlernen beenden. Einmal habe ich dies bereits getan - es fühlte sich gut an.

Dies bin ich mir wert.
 
  • #13
Mein Partner und ich sind recht temperamentvoll und werden beim Streit lauter. Hin und wieder schreien wir uns auch an. Wie läuft bei euch ein Streit ab? Findet ihr anschreien ok oder no-go?
OK finde ich es nicht, aber es haut mich nicht um. Ich gehöre nicht zu Fraktion "wir lieben uns alle und sind alle erwachsen und vernünftig", ich bin der Meinung, dass man nicht immer gut gelaunt sein kann und manchmal liegen die Nerven eben blank.
Was für mich absolut nicht geht - grundsätzliches Anschreien beim Streit, aber wenn es mal vorkommt, kann ich es aushalten.
 

Laleila

Cilia
  • #14
Schreien geht gar nichts mein Mann hätte genau einmal die Gelegenheit, dann nie wieder.
Ähnlich wie bei @Vikky gibt es bei uns auch keinen Streit, worum sollte man sich denn streiten?
 
  • #15
In meiner Kindheit mit meiner Schwester fand ich es ok, wir haben uns öfters heftig gestritten, aber auch schnell wieder vertragen, dann war alles vergeben und vergessen. Andere Menschen habe ich noch nie heftig angeschrien, ich finde das sehr aggressiv und barbarisch und bin eher ein ruhiger, höflicher Mensch. Ich komme auch nicht in solche Situationen.
Aber wenn ihr damit klarkommt und eben sehr temperamentvoll seid und es nicht dauerhaft schlimm findet, ist doch in Ordnung.
w26
 
  • #16
Es ist immer besser bevor man laut wird, dass man mal etwas raus geht und dann gegen später nochmal darüber redet. Ansonsten gibt doch ein Wort das andere. Das erinnert mich noch an den Thread den kürzlich erst @Schokokuchen erstellt hat. Das macht doch keinen Sinn wenn man sich zu dem Zeitpunkt die Köpfe einschlägt.

Man sieht es doch bei den Politikern. Wenn sie eine Rede halten sind sie oft auch richtig laut. Da muss ich dann ehrlich gesagt den Kopf schütteln. Sie stehen ja schon am Mikrofon. Das versteht doch jeder.

Gibt allerdings auch viele cholerische Menschen. Ich weiß nicht ob das vielleicht krankhaft sein kann. Bestes Beispiel ist Klaus Kinski.
 
  • #17
Geht gar nicht. Ich bin mittlerweile herzkrank, mein Partner auch, unter anderem von diesem lebenslangen Stress und Gekeife. Meinen letzten Job musste ich wegen einem cholerischen Chef niederlegen, ich lag jede Nacht mit Herzrasen im Bett. Mein Partner wäre mit mir nie zusammen gekommen, wenn ich laut wäre.
Solche Unsitten hören im Alter von ganz alleine auf... glaub es mir. Werde mal 50 oder 60, dann merkst du, was es heißt, noch ein gesundes Herz zu haben oder auch nicht.

Schreien hat übrigens nichts mit Temperament zu tun, sondern dass man sich selbst nicht im Griff hat und leicht psychotische Tendenzen hat. Temperamentvoll kann man in anderen Dingen sein, nicht immer nur im Draufhauen und Zerstören.

Für mich ein No-Go, ich meide aus gesundheitlichen Gründen sowieso alle lauten Menschen und Orte. Ich brauche extrem viel Ruhe, nicht nur bei der Arbeit, sondern allgemein im Leben.
 
  • #19
Ich weiß nicht ab wann anschreien bei @Walnuss gilt.

Bei einem genervten etwas lauterem Ausbruch...mit nach dem Gewitter..ruhiger Klärung
Habe ich noch nie wirkliche Verletzungen erfahren.

Und auch ich kann an manchen Tagen Tsunami spielen.
Wenn ich die Papp auf habe, fliegen Mediator und Gesprächsrunde bilden, als erstes.

Und das darf man auch bei mir
Es gibt natürlich Grenzen...nur anbrüllen, cholerisch werden, beleidigend und fies unter die Gürtellinie gehen.

Letzteres habe ich übrigens viel öfters in ruhig und gut vorbereitet erlebt.
Und das ist mein völliges No-Go

Wenn mein Sohn/Partner mich also anranzen mit: Man gehts Du mir auf die Nerven, mit Thema xy...
Kann ich sicher sein, dass ich auf die Nerven gehe.

Und manchmal nerv ich auch mit weniger wichtig Dingen.
 
  • #20
Schreien geht gar nichts mein Mann hätte genau einmal die Gelegenheit, dann nie wieder.
Ähnlich wie bei @Vikky gibt es bei uns auch keinen Streit, worum sollte man sich denn streiten?
man kann sich trefflich über viele Dinge streiten, keine Partnerschaft kann immer harmonisch sein, da muss einer etwas unterdrücken damit immer alles eitel Sonnenschein ist. Ich hatte mal einen Freund, der derartig harmoniesüchtig war, es war eine Plage. Hatte, deshalb.
 
  • #21
Man sieht es doch bei den Politikern. Wenn sie eine Rede halten sind sie oft auch richtig laut. Da muss ich dann ehrlich gesagt den Kopf schütteln. Sie stehen ja schon am Mikrofon. Das versteht doch jeder.
Ich finde dieses künstliche Schreien vieler Politiker mit den eingeübten Handbewegungen auch eher peinlich und unangenehm. Wenn man sich mal wirklich authentisch aufregt -- ok. Aber oft ist es irgendwie so möchtegern zum Betonen der Wichtigkeit der eigenen Position, dann wird jedes Wort geschrien und dazu wild gefuchtelt, obwohl es mehr Sinn ergeben würde, nur ausgewählte Wörter und Sätze zu schreien, aber doch nicht die ganze Rede, das ist mega anstrengend zum Zuhören, außerdem oft mit nerviger, schriller Stimme. Manche sollten vielleicht mal Stimm- und Rhetoriktraining machen.
w26
 
  • #22
Wie läuft bei euch ein Streit ab? Findet ihr anschreien ok oder no-go?
Für mich ein absolutes No-Go.
Betrachte das mal von außen. Wie zwei Kinder, die sich streiten.
Was gibt es denn so Wichtiges, dass man derart streiten muss?
Weil einer die Socken hat liegen lassen? *gg

Wahrscheinlich geht sinnlose Kritisiererei voraus.
"Du machst dieses nicht und jenes nicht"
"Immer muss ich...:" usw.
Dann richtig Dampf ablassen, weil jemand den Müll nicht rausgebracht hat, oder so....
Woah langweilig....
Eine solche Beziehung würde ich meiden.
 
  • #23
Schreien hat übrigens nichts mit Temperament zu tun, sondern dass man sich selbst nicht im Griff hat und leicht psychotische Tendenzen hat. Temperamentvoll kann man in anderen Dingen sein, nicht immer nur im Draufhauen und Zerstören.
Ich habe letzte Woche auch darüber gesprochen weil mein Partner absolut allergisch reagiert und schon behauptet ich hätte geschrien wenn ich nur leicht lauter werde, weil ich früher (also nicht vor Monaten sondern vor Jahren) oft tatsächlich geschrien habe weil ich mich nicht im Griff hatte (er damals aber eh auch ab und zu ).

Meinst du mit nicht im Griff haben und psychotische Tendenzen eigentlich dasselbe ? Also dass es leicht verrückt ist sich nicht im Griff zu haben, weil wer hat da wen nicht im Griff .... Also so ein Spaltung des ich ist ja an sich schon gestört, ein gesunder Mensch tut was er will sozusagen, ohne dass da ein Teil der Persönlichkeit gegen einen anderen kämpft .....
 

Laleila

Cilia
  • #24
man kann sich trefflich über viele Dinge streiten, keine Partnerschaft kann immer harmonisch sein, da muss einer etwas unterdrücken damit immer alles eitel Sonnenschein ist. Ich hatte mal einen Freund, der derartig harmoniesüchtig war, es war eine Plage. Hatte, deshalb.
Vielleicht definieren wir auch "Streiten" nur unterschiedlich. So etwas passiert mir nicht selten.
Ein Streit ist für mich eine Auseinandersetzung welche nicht auf positiven Gefühlen füreinander beruht, wobei diesen Gefühlen dann auch über die Intonation, Lautstärke, hartes Wortgut, derbe Missfallensäußerung, abwertende Bemerkungen und/oder im Extremfall herabsetzenden Sprachgebrauch und Schreigewalt Gewicht verliehen wird.
SOLCHE Streite gibt es bei uns nicht.
Wenn ich Mal verärgert bin verdrehe ich Mal die Augen und sage sowas wie: ich weiss nicht, ob es Dir bewusst ist, aber Du verletzt mich gerade mit Deinem Verhalten.
Meist ist das ein Einstieg in ein klärendes Gespräch.
Bei den uns wichtigen sozialen, gesellschaftlichen, politischen, humanitären Gründen und Weltanschauungen, liegen unsere Sichtweisen so nah beieinander, dass es da auch nie zu Streit kommt.
In einem Nebenthread geht es gerade darum, ob die Foristin, der Freundin einer Online-Flirt-Bekanntschaft, diese darüber aufklären sollte was er so treibt oder nicht.
Ich persönlich würde es wissen wollen.
Und wäre dem so... Dann ist das der erste Punkt, wo ich mir richtig Streit vorstellen könnte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Laut werden, gar anschreien, absolutes NoGo für mich. Laute Menschen finde ich irritierend, sie erwecken bei mir den Eindruck, sich nicht unter Kontrolle zu haben und unberechenbar zu sein - das kann mir je nach Situation richtig Angst machen (davor dass der Brüllende ausrasten und gewalttätig werden könnte). Gleichzeitig kann ich sie nicht ernst nehmen und finde das Gebrüll peinlich. Eine Schwäche, eine Blöße, ein Gesichtsverlust.

Ein Exfreund von mir wurde laut, wenn er die Nerven verlor. Wegen absoluten Nichtigkeiten. Wenn er nicht gekriegt hat, was er wollte. Wenn ihm bei der Autovermietung der Wagen zu klein war. Wenn kein Restaurant in der Nähe war, wenn er Hunger hatte. Wenn er die falsche Ausfahrt genommen hat. Alles Dinge, die absolut gar kein Problem darstellen. Vielleicht habe ich auch null Verständnis dafür wenn Jemand wegen sowas die Nerven verliert- zu dem Zeitpunkt war ich die Ruhe selbst, weil ich da gerade 60 Wochenstunden auf der Intensivstation gearbeitet habe und nicht mal nervös wurde wenn ich nachts um 3 zwei Patienten gleichzeitig reanimieren musste. Da muss man einfach ruhig bleiben. Alles andere waren erst Recht keine Probleme für mich.

Und dann kommt dieser Typ und meint, die falsche Ausfahrt sei jetzt ein Problem und brüllt mich deshalb an! Wahlweise kriegte es auch mal die Kellnerin oder der Taxifahrer ab. Sein Gebrülle und wie er mit Menschen umging, ekelten mich dermaßen an, dass er deshalb mein Exfreund wurde.

Also schreien? Niemals. Mein Mann und ich werden nie laut, nie. Wir streiten auch nie, diskutieren höchstens mal.

Das ist aber auch Typsache. Meine Mitarbeiterinnen jetzt staunen auch, wie ich im größten Chaos und Stress gelassen bleibe. Sie sagen, ich würde eine unglaubliche Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Und damit alle anderen beruhigen können. Schreien würde gar nicht zu mir passen.

W37
 
  • #27
Ich kann anschreien überhaupt nicht ab. Dieser Kelch ging auch zum Glück bisher an mir vorüber.
Mir reicht schon mein sich nicht im Griff habender Schwager in der Familie.

Aber von meiner Seite kann es dann doch -ich nenne es mal temperamentvoller -zugehen.
W 56
 
  • #28
Ich bin früher in Beziehungen oft laut geworden , schäme mich da heute für . Mit meinem Sohn gab es in der Pubertät oft lautstarke Auseinandersetzungen auch schrecklich . In der Schule bleibe ich extrem gelassen sehr sehr selten dass ich laut werde und dann sind die Schüler wirklich betroffen . Verstehe auch nicht wie manche Kollegen wegen nichts die Nerven verlieren beispielsweise wenn ein Schüler zu spät kommt , keine Hausaufgaben macht . Den Junglehrern sage ich immer, dass sie ihre Nerven schonen sollen . Glücklicherweise bin ich mit meinen Kindern sehr geduldig . Mein Stiwfvater brüllt gerne herum und deshalb konnte ich cholerische Männer noch nie ertragen . In meiner Nachbarwohnung wohnt eine junge Familie aus Syrien , die schreien sich den ganzen Tag an . Da denke ich mir auch muss doch nicht sein , sein Leben gerettet und dann nur Krach und Dramen . Ich habe keine Kraft mehr zu schreien und erst recht nicht für Menschen , die mich anschreien .
 
  • #29
Es kommt auf den Inhalt und die Intention an. ☝ Ist es nur unkonstruktives Gekeife oder Gebrüll, bringt es nix, ist asozial und tendenziell soziopathisch, evtl. sogar psychopathisch.

Ich komme aus dem Rheinland, dort sind die Leute generell freier mit sämtlichen Emotionen (auch Freude!) als im verkrampften Westfalen. Die Streitkultur (=Uneins sein) ist anders. Das find ich gut. Bei Uneinigkeit sollte aber die KONFLIKTLÖSUNG im Vordergeund stehen und nicht, dem anderen seine Meinung AUFZUZWINGEN. Wenn man dies beherzigt, kann es auch msl etwas hitziger/lauter werden. Die deutsche Kultur wurde leider weit verbreitet sehr lange zur Stille, zum Schweigen erzogen. DAS macht am neusten krank. 🙏
 
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