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Gast

  • #1

Fernbeziehung-zusammenziehen-Angst

Heute habe ich eine Frage an euch.Wir beide 55 führen seit über einen Jahr eine Fernbeziehung.Jetzt möchten wir gern zusammenziehen. Ich möchte nicht zu ihm ziehen, weil ich mich in meiner Heimat wohler fühle, dort auch meine Freundinen habe und Verantwortung für meine 85 jährige Mutter habe.Mein Freund hatte vor 5 Jahren Krebs auch davor habe ich Angst das er wieder kommt. Er möchte das ich zu ihm ziehe, er würde sogar sein altes Haus verkaufen und neu bauen für uns. Aber ich bin mir nicht sicher was die Zukunft bringtI Ich hätte es lieber wenn er zu mir zieht. Aber das möchte er nicht so gern obwohl es für ihn beruflich einfacher wäre, da er freischaffend ist.Ich hingegen bin selbstständig in einem kleinen beschaulichem Ort, müßte woanderst erst mal wieder von vorn anfangen... Wie würdet ihr entscheiden?Was ist euer Rat? Habt ihr Erfahrungen diesbezgl.
 
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Gast

  • #2
Manchmal ist es einfach so, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen und es bestimmte Gegebenheiten gibt, die den eigenen Wünschen im Wege stehen.
Das anzuerkennen ist sicher nicht schön.
Mir fällt aber spontan ein ähnlicher Fall ein, wo ein Zusammenziehen einfach nicht ging und immer noch nicht geht.
Das sind die Risiken des Lebens.
Genieße eure Fernbeziehung so wie sie ist und so lange es gut geht und erzwinge nichts.
Ich kann beide Argumente nachvollziehen.

Ich wünsche dir die richtge Entscheidung, welche auch immer es ist.

w,39
 
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Gast

  • #3
Wie weit wohnt ihr auseinander?

Ich finde, du solltest deine Mutter nicht verlassen. So lange sie noch lebt, würde ich in ihrer Nähe bleiben. Der zweite wichtige Grund ist dein Beruf. Ich würde das nicht aufgeben und woanders wieder neu anfangen. Das ist zu riskant. So schön eine Beziehung ist, sie ist niemals sicher und gehört mit zu den unbeständigsten Dingen in unserem Leben. Geht man eine Beziehung ein, ist das Ende immer und automatisch vorprogrammiert. Wir wissen nur nicht wann und unter welchen Umständen und verdrängen diese Tatsache gerne.

Mein Partner wohnt 100km entfernt (ich auf dem Lande, er in der Stadt) und wir sehen uns nur am Wochenende. Er freut sich auf sein WE auf dem Lande, ich auf meinen Städtekurzurlaub. Das ist immer sehr schön, wir freuen uns dann aber auch immer wieder auf unsere eigenen 4 Wände. Wie es aussieht, wenn wir beide nicht mehr arbeiten, werden wir dann sehen. (w60 + m63)
 
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Gast

  • #4
Ich verstehe nicht, warum man überhaupt eine Beziehung anfängt, wenn man weit entfernt voneinander wohnt und keiner bereit ist sich von der Stelle zu bewegen. Und dann wird gejammert und gefeilscht für wen ein Umzug weniger schlimm wäre. Bevor man eine Fernbeziehung anfängt sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen und entscheiden, wie es denn weitergehen und ob es überhaupt eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft gibt und darauf basierend eine rationale Entscheidung treffen. So groß kann die Liebe ja nicht, wenn es keinem eine Veränderung wert ist.

w 27
 
  • #5
Da ich eine FB führe und wir uns natürlich ebenfalls mit dieser Frage beschäftigt haben:

Das wichtigste Kriterium wo der gemeinsame Wohnort ist muss die berufliche Situation sein. Wer kann leichter woanders hin. In Deinem Falle scheint das in der Tat Dein Partner zu sein.

Alles andere, sorry, gilt ja für beide. Du hast Deine Freunde am Ort, Aha- und er nicht? Verantwortung für Deine Mutter? Klar, doch musst Du dafür am selben Ort wohnen? Wohl eher nicht. Ist manchmal sogar besser wenn nicht, alte Menschen neigen dann gerne dazu Dich irgendwann ganz in Beschlag zu nehmen (Vielleicht ist es ja das was Ihn dazu bringt Dich zum Umzug zu bewegen?) Immobilien? Sind nur Steine und allemal unwichtiger als der Mensch (ist es anders würd ich nicht von Liebe sprechen).

Wie weit wohnt Ihr denn auseinander? Wäre es vielleicht eine Lösung wenn Ihr in einen Ort dazwischen zieht so dass DU Distanz zur Mama bekommst und aber dennoch Dein Örtliches Geschäft weterführen kannst?

Aber bitte etwas mehr MUT- keiner weiss was die Zukunft bringt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Leben ist Veränderung.
 
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  • #6
Auch ich stehe vor der Frage, ob ich zu ihm nach Österreich ziehe. Die Alternative (er zu mir nach Berlin) gefällt ihm nicht so. Warum? Ich glaube er mag als "Bergbua" die Stadt nicht so. Umgekehrt kann ich es mir gut vorstellen, in den Bergen zu leben.

Wir haben beide kein Haus, keine Kinder, keine Eltern zu pflegen. Aber dennoch muss einer den Mut haben, das Gewohnte zu verlassen, Brücken zu Familie und Freunden hinter sich ab- und vor sich aufzubauen. Ich wär bereit dazu. Da wir aber erst 1 Jahr zusammen sind und uns noch nicht so häufig sehen konnten, wären sofortige "Nägel mit Köpfen" wohl übereilt.

Ob es dann im Alltag klappt, ist auch bei uns die große Unbekannte. Aber die kriegst Du vorher eben nicht gelöst, Du musst es ausprobieren. Angst? Was kann passieren? Das Du "umsonst" umgezogen bist, ja. Aber anders findest Du es halt nicht raus!

Was die Distanz zur Mutter angeht, muss ich Kalle zustimmen, der eine solche ja fast schon empfohlen hat. Natürlich ist es schwer und mit schlechtem Gewissen behaftet, eine alte Mutter allein zu lassen. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie Dir alles Lebensglück wünscht und dem nicht im Wege stehen will. Wenn sie anderes äußert, ist das keine selbstlose Mutterliebe, sondern u.U. sogar emotionale Erpressung.

Die zentrale Frage ist m.E.: wenn Mutter und Haus nicht wären - würdest Du dann zu ihm ziehen? Dass er sogar für Euch zusammen ein neues Heim errichten will, find ich ganz toll. Was gibts besseres als einen gemeinsamen neuen Anfang?

Nur Mut!

w36
 
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  • #7
Wenn ich das so durchlese dann komme ich bei Dir auf 3 Pluspunkte und bei ihm auf 1nen. Der durch einen Minuspunkt neutralisiert wird. Wenn er schon sein Haus verkaufen will dann kann er auch in Deinem Ort etwas kaufen. Bei einer problematischen Gesundheitslage würde ich mir den Stress einens Hausbaues nicht antun.
Habt ihr schon mal zusammen (Z.B. im Urlaub) mehrere Wochen probegewohnt?
Ohne diese Erfahrung würde ich keine so weitreichenden Entscheidungen treffen. M 54J
 
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  • #8
Deiner Beschreibung sieht es so aus, als ob ihr ein Zusammenziehen an einem Ort momentan einfach nicht hinbekommt. Wie sieht es denn aus, dass mal du bei ihm von Do - Di und einmal er bei dir von Do - Di bleibt. So hat jeder Mo-Di und Do-Fr die Fahrerei zur Arbeit, das WE verbringt ihr gemeinsam, den Mittwoch genießt jeder für sich in seiner Whg. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und in diesem Alter alles aufzugeben und zum anderen zu ziehen, macht man nicht so einfach. Auch wirst du den Mann nicht einfach verpflanzen können - warum sollte er es tun und du nicht? Nur weil er selbständig ist? Kalle hat schon Recht - es gilt für beide! Wir leben seit vier Jahren getrennt und nähern uns immer weiter an - auch mit den Tagen - und bei uns kommen noch Kinder hinzu. Doch unsere Liebe wird immer größer und stärker, weil wir beide es wollen. Und Organisation ist alles. Mal davon abgesehen, dass ein Jahr Beziehung eigentlich noch nichts ist. Was ist, wenn er nun alles aufgibt und erlebt dich zuhause im Alltag als Zicke o.ä.? Dann muss er neu starten, mit allen finanziellen Konsequenzen. Lasst es langsam angehen, wer mobil ist, kann auch zueinander fahren. Oder ihr sucht euch gemeinsam etwas neues in der Mitte, dann hat jeder die Hälfte zu fahren. w/42
 
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  • #9
Leben ist... dass du intensiv dabei bist, zu planen, während Leben einfach passiert!
Ich wünsche Euch einfach, dass Ihr eine gute Lösung findet,.
Du hast offenbar Eigentum, er auch - also kann das so schwierig nicht sein (sagt ein empathischer Mensch, Frührentner (aber stundenweise weiterarbeitend), der 18J. allein erziehend war/ist und also NIE irgendein "Eigentum" hatte.
Und nu? Danke an '#7! Du bringst das auf den Boden..
Dir, Fragestellerin, alles Liebe und viele gute Impulse, die für Dich greifbar sind!

w, 56
 
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Gast

  • #10
ich würde auch nicht einfach alles aufgeben, was ich in meinem Leben aufgebaut habe, für einen Mann, der viel leichter umziehen kann.
Jedenfalls so wie Du es beschreibst.
Warum kauft er nicht einfach ein Haus in Deiner Nähe?
Wenn er doch sowieso sein altes Haus verkaufen will?

Das kommt mir so vor wie justamend-einstellung: "das will ich doch mal sehen, ob sie nachgibt.."

Da ich in einer ähnlichen Situation wäre (eigene Firma am Land, die Kunden um mich herum)
könnte ich auch nicht einfach hier wegziehen und dort neu anfangen. Nicht in diesem Alter.
Das macht man als Junger, aber nicht mit 50.
Und noch dazu eine 85-jährige Mutter allein lassen - Blut ist dicker als Wasser, sorry.

gute Entscheidung wünsch ich Dir, lg w