• #1

Fernbeziehung und zusammenziehen - Mache ich zu viel Druck?

Hallo zusammen,
mein Partner(42) und ich (34)führen etwas über ein Jahr eine Fernbeziehung (seit Dez 550km,davor 300km).
Ursprünglich war geplant, dass wir uns nächstes Jahr in "seiner" Gegend eine passende Wohnung/Haus suchen, da er dort erst zum Dez 20 hingezogen ist mit Jobwechsel, seine Freunde und Familie dort sind und es ihm schwer fällt sich in einer neuen Umgebung einzugewöhnen (introvertiert mit leichter sozialen Phobie) und mir mein inzwischen Exarbeitgeber im ersten Quartal 21 in Aussicht gestellt hat, dass im nächstem Jahr die Tätigkeit ausschließlich im Homeoffice möglich wäre.
Dann hat sich die Situation geändert als Anfang August die Aussage fiel, dass ausschließliche Tätigkeit im Homeoffice frühestens in 2-3 Jahren möglich ist, habe ich mich recht spontan woanders beworben und dann auch binnen einer Woche nach Bewerbung die Zusage und Arbeitsvertrag gehabt(Mitte August per 01.10.).Es hat mich selbst überrascht, dass alles so schnell ging.
Seit meiner Zusage zur neuen Stelle sind wir praktisch auf Wohnungssuche und ich habe das ehrlicherweise sehr unterschätzt.Es ist kaum etwas zu finden,was in Frage käme,dann gibt es noch hunderte weitere "Bewerber",es meldet sich wenn es mal zu einer Besichtigung kam niemand zurück,man bekommt eine Absage usw. Ich kann damit relativ gut umgehen und nehme das nicht persönlich. Mein Partner nicht.Ihn zieht das ziemlich runter und ist frustriert.
Dazu kommt, dass er darauf besteht,dass wir für eine gemeinsame Wohnung alle Kosten 50/50 teilen.Aber ich weiß,dass er sich das nicht leisten kann.Ich kenne seine finanzielle Situation und er kommt bei seinen aktuellen Ausgaben nur ganz knapp über die Runden, obwohl ich ihm für die Fahrten zu mir etwas beisteuer (ich tanke dann sein Auto unauffällig voll) und großteils auch die Einkäufe oder andere Dinge bezahle.Um seinen Anteil an einer neuen Wohnung und Einrichtung zu tragen,müsste er einen Kredit aufnehmen,er hätte höhere monatliche Ausgaben, längeren Fahrtweg zu seiner Arbeitsstelle etc. Kann also nicht gut gehen.
Nun haben wir aufgrund seiner finanziellen Situation gesagt, dass er bei mir einzieht. Dadurch würden wir beide Geld sparen.
Dafür muss er sich aber hier in der Gegend einen Job suchen, was ihm unglaublich schwer fällt. Ich habe von meinen Nachbarn z.B. bereits 3 Namen und Telefonnummern bekommen, die eigentlich in seinem Bereich ständig qualifiziertes Personal suchen und er dort einfach mal anrufen müsste. Aber es fällt ihm total schwer mit fremden Menschen zu telefonieren und schiebt das schon seit 2 Wochen vor sich hin.
Für mich sieht es dann so aus als würde er das nicht wirklich wollen und ich würde ihn drängen.
Allerdings habe ich auch mitbekommen, dass er sich auch schwer tut, wenn er z.B. bei seiner Bank, Vermieter, Arbeit oder anderen Stellen anrufen muss, weil irgendetwas Wichtiges ist... Selbst da umkreist er immer mehrere Tage das Telefon und versucht das dann irgendwie zu umgehen, wenn er eine Mailadresse findet.
 
  • #2
Was genau ist deine Frage? Ja, offensichtlich hat er Hemmungen und ist schüchtern, schiebt solche Dinge lieber auf, es kostet ihn viel Überwindung. Du hast ja selbst geschrieben, dass dies eben sein Charakter ist ("introvertiert mit leichter sozialen Phobie), insofern ist das ja alles gut nachvollziehbar. Wenn du akzeptierst, dass das seine Art ist, und ihn aber schätzt und liebst, dann sehe ich eigentlich kein Problem, außer dass vielleicht alles etwas länger dauert, als du es dir wünschst. Ich würde sagen, sei geduldig und unterstütze ihn, motiviere ihn, ohne ihn aber zu drängen und zu nerven. Oder vielleicht braucht er auch einen Tritt, das musst du wissen. Ich finde es allerdings wichtig, dass er keine halbherzige Entscheidung trifft, die er später bereut. Will er grundsätzlich bei dir wohnen oder zweifelt er und du überredest und drängst ihn?
w26
 
  • #3
Dieses Verhalten kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut - fast 1:1.
Die Lösung des Problems ist/war eine Unterfunktion der Schilddrüse, die nach einem einfachen Labortest feststand und nach nicht allzu langer Zeit mit dem richtigen Medikament war alles in Ordnung. Ich würde das mit ihm in Ruhe besprechen und vorschlagen. Viel Glück, alles Gute!
 
  • #4
Ich bin halt so, wenn eine Entscheidung getroffen wurde diese auch sehr fix umzusetzen und werde dann schon ungeduldig, wenn zeitnah nix passiert...
unterstütze ihn, motiviere ihn, ohne ihn aber zu drängen und zu nerven. Oder vielleicht braucht er auch einen Tritt, das musst du wissen.
Naja, das mit dem Tritt ist schwer abzuschätzen. Bei einigen Dingen ist das schon so, dass er den auch mal braucht (was er auch selbst sagt), aber bei so einer sagen wir mal weitreichenden Entscheidung will ich jetzt auch nicht wirklich Druck machen, das muss von ihm ausgehen, wenn er das denn wirklich will. Aber vermutlich mache ich ihm dann schon durch mein Nachfragen ob er sich dort schon gemeldet hat auch Druck...

Will er grundsätzlich bei dir wohnen oder zweifelt er und du überredest und drängst ihn
Also grundsätzlich findet er hier das Haus,meine Wohnung, den Garten, das Grundstück, die Lage, keine direkten Nachbarn und trotzdem alles sogar in fußläufiger Reichweite schon sehr schön. Aber die Umgebung und die Mentalität sind für ihn halt gewöhnungsbedürftig (Ruhrpott), da er aus dem Norden kommt und dort auch von der Umgebung her lieber bleiben würde. Das war halt auch sein erster Gedanke, als es dann im August akut wurde
Und für mich entsteht dann eher der Eindruck, wenn er hier nicht aktiv wird "Macht nicht. Will nicht." Und dann frage ich ihn auch ob er das denn wirklich möchte und er sich sicher ist usw. Aber er sagt dann halt, dass er mit mir zusammenleben will und das Leben mit mir will und das alles gut wäre, auch wenn es eigentlich anders geplant war und ihm halt überwiegend der Gedanke an einen neuen Job zu schaffen macht.
Dann zähle ich halt auch die Vorteile und Möglichkeiten auf, die das Leben hier bietet und auch dass er hier auch sehr wahrscheinlich ein höheres Gehalt bekommen kann usw...
 
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  • #5
nach einem einfachen Labortest feststand und nach nicht allzu langer Zeit mit dem richtigen Medikament war alles in Ordnung.

Naja, das ist auch so eine Sache... Er hat schon seit Monaten gesundheitliche Probleme, aber erhält selbst mit einer Eilüberweisung mit der er innerhalb von einer Woche einen Termin bekommen müsste, keinen Termin bei einem entsprechenden Facharzt.(Nehmen keine Neupatienten mehr auf) Naja, okay.. Er brauchte auch erstmal 2 Tage bis er sich zu Anrufen überwinden konnte.
Dazu wurde bei seinem Hausarzt auch nicht mal Blut abgenommen obwohl er schon mehrfach mit Beschwerden dort war. Das kenne ich hier so aus der Umgebung auch nicht...
 
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  • #6
Wenn ich mich recht entsinne, ist er in seine Heimat, weil diese ihm gefehlt hat, als er bei eurem Kennenlernen schon länger in einer eine für ihn fremden Region gewohnt hat. Er ist bei seinen Eltern oder eigene kleine Wohnung in der Nähe seiner Eltern gezogen? Er geht auch in seiner Heimatstadt noch arbeiten. Wo liegen die Stellschrauben, dass er nur mit seinem Geld kaum auskommt, auch weil du ihn finanziell unterstützt? Die Entfernung von 550 km ist schon euer Manko. Jetzt habt ihr beide die Wohnungssuche und/oder nach einem Haus in seiner Heimat abgebrochen. Und euch überlegt, er zieht jetzt 550 km wieder weg aus seiner Heimat in die Fremde, wo er nur dich hat und und noch deine Mutter kennt. So wie ich dich lese, hat er zugesagt, unternimmt aber nichts die Richting. Du hast jetzt spontan deinen Job innerhalb deines derzeitigen Radius verändert, weißt du bereits, wie dein neuer AG zu HO eingestellt ist? Ich meine, war es eine Frage für Dich an deinen neuen AG? Er verlässt wieder seine Heimat und muss sich einen neuen Job suchen. Wie wird dies sich bei ihm finanziell auswirken, mehr Verdienst und geringere Wohnkosten, keine 550km-Pendelei jede Woche und wie plant ihr eure Kostenaufteilung, wenn er bei Dir dann wohnt? Wie sind dann deine Gedanken, wenn es 50/50 nicht reicht, oder reicht es dann doch? Und dann, wenn er seine Eltern und Freunde in seiner Heimat besuchen fährt? Als Testlauf, wie ihr als Paar dauerhaft funktioniert, ist die Idee schon gut und realistisch. Denn er hatte bei eurem Kennenlernen 3 Wochen Urlaub, du warst bei ihm auch jedes lange Wochenende vor Ort, von Donnerstag bis Montag (2 Tage HO), aber das ist kein 100 % Alltag. Ob er Anschluss findet, weiß man nicht oder ob ihn wieder das Heimweh packt. Würdest du dich dann später auch um seine Belange kümmern wollen, damit es rund läuft? Oder das er doch evtl. noch abspringt und eure FB damit auf der Kippe steht, weil sich nichts ändert mit 550 km, evtl. erstmal kein HO und einer WE-Beziehung? Du merkst, du wirst ihn jetzt doch zu einer Entscheidung drängen zu müssen, was du nicht willst. Dann bleibt Dir nur ein Ulimatum und die Konsequenz, wenn er sich nicht um einen neuen Job kümmern will und sich nicht bewirbt oder willst die Bewerbungen für ihn übernehmen? Oder du lässt es so, ohne drängen und es bleibt wie es ist, eine Wochenend-Fernbeziehung. Du kannst nur nochmal seine getroffene Entscheidung für Dich und Umzug hinterfragen, wenn er aber insgeheim dort glücklich ist, soll er es dir sagen (oder zumindest, wo er seine Hemmnisse sieht). Als er damals zurück wollte, ist er ja auch schnell tätig geworden mit Job, Umzug und Wohnung; er kann schon, wenn er will.
 
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  • #7
Für mich sieht es dann so aus als würde er das nicht wirklich wollen und ich würde ihn drängen.
Ja, du drängst ihn, er will nicht, Druck erzeugt Gegendruck!
Allerdings habe ich auch mitbekommen, dass er sich auch schwer tut, wenn er z.B. bei seiner Bank, Vermieter, Arbeit oder anderen Stellen anrufen muss, weil irgendetwas Wichtiges ist... Selbst da umkreist er immer mehrere Tage das Telefon und versucht das dann irgendwie zu umgehen, wenn er eine Mailadresse findet.

Fernbeziehung und zusammenziehen - Mache ich zu viel Druck?​

Ja, du machst Druck?
Typisches Wachstum - Phenonen vieler Frauen! im 21. Jhd. Sorry, was willst du mit so einem Mann, der nicht aus den Quark kommt?
Ich würde sagen, sei geduldig und unterstütze ihn, motiviere ihn, ohne ihn aber zu drängen und zu nerven. Oder vielleicht braucht er auch einen Tritt, das musst du wissen.
Wow, Frau gibt dem Mann einen Tritt, damit er spurt!! Führst du so ein Leben? Geht's noch?
aber bei so einer sagen wir mal weitreichenden Entscheidung will ich jetzt auch nicht wirklich Druck machen, das muss von ihm ausgehen, wenn er das denn wirklich will. Aber vermutlich mache ich ihm dann schon durch mein Nachfragen ob er sich dort schon gemeldet hat auch Druck...
Er will nicht, warum ist das so schwer, das zu verstehen? Lass ihn in Ruhe, das wird mit ihm nichts!
Er brauchte auch erstmal 2 Tage bis er sich zu Anrufen überwinden konnte.
Die Probleme sind doch für weiteres schon hausgemacht, was für eine Zukunft?
 
  • #8
Das Wohnungsproblem: Ihr sucht wahrscheinlich in einer attraktiven größeren Stadt. Das ist nichts Neues, dass es da nichts gibt. Entweder ihr legt ordentlich Geld auf den Tisch, oder ihr geht außerhalb in einen Vorort. Ist leider in deutschen Städten so.

Dein Partner: Würde für mich nicht in Frage kommen. Wie willst du mit einem Mann eine Familie gründen, der nicht mal sich selbst versorgen kann??? Er hat keine Eier, das würde zu mir überhaupt nicht passen.

Mein Tipp: Such dir einen vernünftigen Partner aus deiner Umgebung. LG w32
 
  • #9
Dieses Verhalten kenne ich aus eigener Erfahrung sehr gut - fast 1:1.
Die Lösung des Problems ist/war eine Unterfunktion der Schilddrüse, die nach einem einfachen Labortest feststand und nach nicht allzu langer Zeit mit dem richtigen Medikament war alles in Ordnung. Ich würde das mit ihm in Ruhe besprechen und vorschlagen. Viel Glück, alles Gute!
Wie wirkt sich die SD darauf aus? Höre sowas zum ersten Mal. Ich denke Du meinst die Trägheit und die Müdigkeit, aber beim Freund der FS stecken andere Ursachen dahinter. Es gibt Menschen, sie partout nicht telefonieren wollen. Einen Arztbesuch zu vereinbaren dauert Wochen. Es wird vor sich hingeschonen. Mam weiß, dass es nicht richtig ist. Es kostet eine extreme Überwindung. Ich war früher ähnlich und kenne Menschen, die genauso sind wie der Freund. Aber nichts erledigt sich von alleine und so sage ich mir immer "so, jetzt wirst du da anrufen und den Termin machen" und es klappt.


Liebe FS, sein Verhalten wird sich nicht ändern. Setz dich mit ihm hin und schreibe mit ihm zusammen die Bewerbungen. Mach Druck, aber nicht zu viel.
 
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  • #10
und ihm halt überwiegend der Gedanke an einen neuen Job zu schaffen macht.
Dann zähle ich halt auch die Vorteile und Möglichkeiten auf, die das Leben hier bietet und auch dass er hier auch sehr wahrscheinlich ein höheres Gehalt bekommen kann usw...
Ich muss sagen, ich finde auch, so ein Jobwechsel ist eine ziemlich große Sache. Mir würde es auch sehr schwer fallen, meinen schönen Job "einfach so" aufzugeben und gegen einen anderen zu tauschen, eben weil es ziemlich viel wert ist, wenn man sich bei der Arbeit wohlfühlt, die Atmosphäre mag, sich mit den Kollegen gut versteht und insgesamt zufrieden ist. Da, wo ich arbeite, sind einige, die woanders mehr verdienen könnten, aber trotzdem lieber bleiben, weil es ihnen so gut gefällt und die Arbeitsatmosphäre so super ist. Man kann auch einen "objektiv" besseren Job kriegen und trotzdem unzufriedener sein. Bei deinem Partner sehe ich zusätzlich das Problem, dass er anscheinend nicht so kommunikativ ist und Schwierigkeiten haben könnte, sich in ein neues Umfeld einzufügen, denn dann ist alles neu und ungewohnt und er muss (schnell) handeln, Neues lernen und kriegt ein bisschen Stress. Und wenn er eben eher ein Phlegmatiker ist, dann verstehe ich, dass er nicht gerade scharf darauf ist.
w26
 
  • #11
Ich hätte keine Lust, einen solchen Mann an der Backe zu haben.
Du tankst sein Auto, er kommt kaum über die Runden...aha...

Aber Auto braucht er auch ganz dringend, klar.
Daher kaufst Du ja auch die Lebensmittel etc. und sonst was alles.

Da ist der feine Herr aber an eine spendable Mutti geraten.
Und die Wäsche wäschst Du ihm auch, oder hat er im Norden da noch ne andere Mutti, die das aufopfernd übernimmt?
 
  • #12
Ich sehe es so, wie Undine. Das Zusammenziehen ist nicht das Problem, da hätte sich bestimmt eine Lösung gefunden. Dein Herzblatt ist extrem träge. Nein, er ist nicht "so", er ist faul und bequem. Solange sich immer so eine Mutti wie du findet, braucht er nichts an seinem Verhalten ändern. Kamen dir keine Gedanken, dass eure Beziehung für ihn einfach nicht wichtig genug ist?? Willst du wirklich eine Beziehung, wo du schaltest und waltest und deswegen sie solange Bestand hat? Mach eine Woche Sendepause von wegen bin momentan beschäftigt, wenn er nachfragen soll und schau, was von ihm kommt.
Ich glaube nicht, dass du auf Dauer glücklich sein wirst, einen Mann immer schieben zu müssen, spätestens, wenn Kinder da sind. Kaum zu glauben, dass ER schon 42 ist.
 
  • #13
Ich würde nicht mit ihm zusammenziehen, sondern das Ganze beenden. Er ist ein Problembär. Was ist bei ihm schief gelaufen, dass er sich mit 42 J. nicht selbst versorgen kann , du als 8 J. jüngere Frau deutlich mehr verdienst, ihn finanziell unterstützen musst?! Wenn du die Ältere wärst, könnte ich das ja noch verstehen.

Plant ihr noch Familie? Wie stellst du dir das mit ihm vor?

Dazu seine Sozialphobie. Das lässt sich mE gut behandeln, wenn man sich Hilfe sucht. Macht er aber auch nicht?!
 
  • #14
Wo liegen die Stellschrauben, dass er nur mit seinem Geld kaum auskommt, auch weil du ihn finanziell unterstützt?
Naja, die Stellschrauben liegen in der Vergangenheit. Kurzfassung: Er war nach 20 Jahren in seinem Job mit täglich 250km Fahrerei so durch, dass er eine Auszeit wollte, Kredit aufgenommen und danach für 1 Jahr einen Job zum Mindestlohn hatte bei dem ihm auch fast 1000EUR jeden Monat fehlten... Die Schulden müssen erstmal wieder beglichen werden. Da sein aktueller Job jetzt aber auch nur durchschnittlich bezahlt wird und er sich da meiner Meinung nach auch etwas über den Tisch ziehen lässt, bleibt dadurch am Monatsende nichts übrig. Klar gibt es auch Ausgaben, die nicht unbedingt notwendig sind (z.B. Essen bestellen, was er häufiger macht, wenn ich z.B. erst spätabends bei ihm ankomme obwohl ich ihm sage dass er das nicht machen und sein Geld zusammenhalten soll, Markenprodukte kaufen und natürlich das Rauchen.) Aber alleine wenn man nur die festen mtl. Kosten abzieht bleiben ihm gerade mal um die 400 EUR zum Leben übrig...Damit kann man auskommen, aber so wirklich gut lebt man davon nicht und dann halt die Fernbeziehung bei der jeder Besuch mit den aktuellen Spritpreisen auch so um die 130-140 EUR kostet.
Du hast jetzt spontan deinen Job innerhalb deines derzeitigen Radius verändert, weißt du bereits, wie dein neuer AG zu HO eingestellt ist? Ich meine, war es eine Frage für Dich an deinen neuen AG?
Mein neuer Arbeitgeber ist nochmal 500km weiter im Süden und hat bundesweit Fachkräfte gesucht die dann im HO arbeiten. In meinem Arbeitsvertrag steht auch HO. Das war auch die Voraussetzung für den Jobwechsel. Also für mich hat der neue Job sehr viele Vorteile und ich glaube mein Gehalt habe ich auch gut verhandelt. Zumindest habe ich neben 25% mehr als vorher auch noch einige andere Benefits. Es ist schon ein toller Job sofern sich das nach 2 Wochen sagen lässt.
Wie sind dann deine Gedanken, wenn es 50/50 nicht reicht, oder reicht es dann doch?
Also wenn er bei mir einzieht, dann reicht das und zwar locker. Da würde er sich ausschließlich an den Nebenkosten beteiligen, die wirklich nicht sehr hoch sind. Da hab ich gerade mit allem inkl. Strom, Telefon, Versicherung etc. auf den Monat runter gerechnet insgesamt 400 EUR.
Und dann, wenn er seine Eltern und Freunde in seiner Heimat besuchen fährt?
So häufig sieht er seine Leute da garnicht. Das sind im Monat, wenn es hoch kommt 2x. Wäre auch kein Problem dort für ein Wochenende im Monat hinzufahren. Er möchte mich ja auch so schon immer mit dabei haben.
 
  • #15
Das stimmt. Aber die letzten Monate lief es dann so, dass ich dann dort auch mal 3-4 Tage im HO gearbeitet habe, dann für 2 Tage Zuhause und dann wieder fast eine Woche am Stück dort war+ 4 Wochen Urlaub, die wir zusammen verbracht haben und in denen wir auch weggefahren sind etc. Also wir sehen uns schon mehr als so manches LAT Paar, was gerade mal 10km auseinader wohnt und das läuft auch wirklich gut. Kannte ich so bisher garnicht...
Würdest du dich dann später auch um seine Belange kümmern wollen, damit es rund läuft?
Wie genau meinst du das? Ob ich ihm Termine beim Arzt vereinbare oder Anrufe für ihn tätige? Das mache ich nicht. So eine "Mutti" bin ich dann doch nicht.
Als er damals zurück wollte, ist er ja auch schnell tätig geworden mit Job, Umzug und Wohnung; er kann schon, wenn er will.
Was heißt schnell? Er war damit schon seit seiner Trennung beschäftigt und hat dann aber erst einen Monat bevor wir uns kennenlernten angefangen aktiv zu werden... Und so lange möchte ich das mit einer FB defintiv nicht fortsetzen, da mein Leben außerhalb der Partnerschaft doch schon etwas auf der Strecke bleibt bzw. auch meine Tiere für die ich jedes Mal Betreuung benötige, weil ich die unmöglich einpacken und mitnehmen kann...
 
  • #16
mein Partner(42) und ich (34)führen etwas über ein Jahr eine Fernbeziehung (seit Dez 550km,davor 300km).
Also seid ihr erstmal weiter auseinander statt zusammengezogen.
Ursprünglich war geplant, ...recht spontan woanders beworben
Wenn man plant, zusammenzuziehen, dann passen "spontane" Aktionen (in die andere Richtung? In seiner Nähe?) irgendwie nicht so richtig zum Plan.
Seit meiner Zusage zur neuen Stelle sind wir praktisch auf Wohnungssuche und ich habe das ehrlicherweise sehr unterschätzt.
Verstehe ich nicht. Ihr habt geplant, in seiner Gegend zusammenzuziehen. Warum sucht "ihr" jetzt dort eine Wohnung, wenn Du ganz woanders arbeitest?

Dazu kommt, dass er darauf besteht,dass wir für eine gemeinsame Wohnung alle Kosten 50/50 teilen. Aber ich weiß,dass er sich das nicht leisten kann.
Ist er Partner oder Kind? Die Lösung kann dann eher sein, so zusammenzuziehen, dass beide sich das leisten können. Und nicht eine Abhängigkeiten schafft, die der andere nicht möchte.
Richtig. Ist daher keine gute Lösung.
Nun haben wir aufgrund seiner finanziellen Situation gesagt, dass er bei mir einzieht.
Du hast doch weder eine Wohnung in seiner Gegend noch in der Deines Arbeitsplatzes, s. o.
Nein, dadurch würde eine Abhängigkeit zementiert, gegen die er sich wehrt. Sollte man also vorher klären.
Dafür muss er sich aber hier in der Gegend einen Job suchen, was ihm unglaublich schwer fällt.
Das war doch vorher bekannt.
Die gemeinsamen Pläne hast Du "spontan" und eher rücksichtslos gekippt.
Ich habe von meinen Nachbarn z.B. bereits 3 Namen und Telefonnummern bekommen,
Mama sucht dem Kleinen einen Job...
Für mich sieht es dann so aus als würde er das nicht wirklich wollen und ich würde ihn drängen.
Es sieht nicht so aus. Du drängst ja tatsächlich und bist ziemlich übergriffig. Was spricht dagegen, die weitere Entwicklung der Beziehung abzuwarten und dann den ursprünglichen gemeinsamen Plan umzusetzen? Oder gemeinsam einen neuen Plan zu fassen?
Ich bin halt so, wenn eine Entscheidung getroffen wurde diese auch sehr fix umzusetzen ...
Er ist halt anders. Spontanität ist ja ganz nett, aber wenn sie irgendwie ziellos und chaotisch wirkt, auch hinderlich.
 
  • #17
Wow, Frau gibt dem Mann einen Tritt, damit er spurt!! Führst du so ein Leben? Geht's noch?
Naja, manchmal "braucht" jeder einen Schubser um seine Komfortzone zu verlassen oder sich unangenehmen Dingen zu stellen und das nicht ewig vor sich herzuschieben. Das ist bei mir in anderen Lebensbereichen nicht anders (z.B. Haushalt)...
Entweder ihr legt ordentlich Geld auf den Tisch, oder ihr geht außerhalb in einen Vorort. Ist leider in deutschen Städten so.
Ja in der Stadt in der er arbeitet ist das leider wirklich so... Aber selbst im Umland (70km) ist das der Fall.. Zwar ein wenig günstiger, aber selbst da wollen die für Bruchbuden teilweise 13€/m2 kalt. Völlig verrückt...
Wie willst du mit einem Mann eine Familie gründen, der nicht mal sich selbst versorgen kann???
Wer sagt denn etwas von Familiengründung? Da hatte ich bisher keine Ambitionen zu und seit ich weiß, dass ich da biologisch so ziemlich raus bin, mache ich mir da auch keine Gedanken drum. Ich hatte bisher noch nie den Wunsch Mutter zu werden...
Naja, da gibt es bei seiner aktuellen Stelle eben auch ein paar Dinge, die er nicht so toll findet... Also würde er jetzt sagen, dass alles super ist, dann wäre es ja nochmal was anderes. Aber so wirklich die Erfüllung und wie er sich das vorgestellt hat ist es eben auch nicht... Aber ja theoretisch würde er dort eher verharren als sich etwas anderes zu suchen um sich nicht umstellen zu müssen.
Da ist der feine Herr aber an eine spendable Mutti geraten.
Und die Wäsche wäschst Du ihm auch, oder hat er im Norden da noch ne andere Mutti, die das aufopfernd übernimmt?
Also er ist schon alleine lebensfähig und abgesehen vom Kochen auch sehr häuslich, was ich von mir in der Hinsicht nicht unbedingt behaupt kann... Und ja das Auto braucht er, alleine schon, weil er das für die Arbeit benötigt... ich tanke es auch nur voll bzw. bezahle die Tankfüllung, wenn er bei mir ist.
 
  • #18
Gut du bist mit den neuen Job völlig unabhängig, wo du künftig wohnst und lebst. Kenne ich von 4 Bekannten auch, diese Leben von ihrem AG und theoretischen Arbeitsstelle 400 bis 1.000 km entfernt, klappt ausschließlich mit HO super und das schon seit 2020; okay bei Freelancer im Projektmanagement und Unternehmersberater schon weit vor Corona.
Schulden sind schon ein weiteres Manko, die Entfernung nicht mehr. Warum kannst du nicht zu ihm ziehen, mit allem, auch mit deinen Tieren? Hat sein Vermieter damit Probleme? Würde deine Mutter sich um deine Tiere kümmern können/wollen, wenn Du doch erstmal zu ihm ziehen könntest? Wo siehst du bei Dir Hemmnisse nicht jetzt mit deinem neuen Job zu ihm zu ziehen?
Ich weiß nicht, ob dein Freund einfach jetzt die Entscheidung sein Leben wieder komplett umzukrempeln ins „Ungewisse“ aufschiebt, weil er damit noch hadert und deshalb zögert; oder auch, weil er doch nicht gehen will oder auch erstmal wegen seinen Schulden, Dich gehemmt und wie in einem finanziellen Korsett (Gefängnis) fühlt, es deshalb nicht wagt (eben weil er sich die nächsten Monate nichts leisten kann und sparen muss), oder er einfach abends nach der Arbeit einfach zu platt, erschöpft und müde ist; dass er es nicht schafft, weil er erstmal sich für den nächsten Tag regenerieren muss?
 
  • #19
Mach eine Woche Sendepause von wegen bin momentan beschäftigt, wenn er nachfragen soll und schau, was von ihm kommt.
Also wenn ich mich mal nicht melde, weil ich beschäftigt bin dann kommt von ihm schon sehr viel, fragt ob alles okay ist und ruft dann auch abends an. Wir hatten bisher einmal vor einigen Monaten eine Meinungsverschiedenheit, worauf es uns beiden nicht so gut ging und ich mich etwas zurückgezogen habe. Da hat er sich am nächsten Tage nach der Arbeit- 2 Tage bevor er eigentlich bei mir sein wollte ins Auto gesetzt und ist zu mir gefahren und mir das aber auch erst etwa 1 Stunde bevor er ankam und ich schon ins Bett wollte gesagt. Also ich denke schon, dass ich und die Beziehung ihm wichtig sind... Und auf Spielchen habe ich wirklich keine Lust...
u als 8 J. jüngere Frau deutlich mehr verdienst, ihn finanziell unterstützen musst?! Wenn du die Ältere wärst, könnte ich das ja noch verstehen.
Warum das? Weil ich dann die Sugarmami wäre?
Dazu seine Sozialphobie. Das lässt sich mE gut behandeln, wenn man sich Hilfe sucht. Macht er aber auch nicht?!
Dafür ist der Leidensdruck nicht groß genug... Um sich Hilfe zu suchen muss man auch Hilfe wollen...
Die gemeinsamen Pläne hast Du "spontan" und eher rücksichtslos gekippt.
Das habe ich überhaupt nicht, weil ich schon jetzt regional völlig unabhängig bin und kann praktisch leben wo ich möchte... Ich hab es nur "eher" umgesetzt.
Nicht wirklich. Es sind hier aber nur Stellenausschreibungen in dem Bereich von Zeitarbeitsfirmen und da meine Nachbarn hier sehr gut vernetzt sind und die Frau auch in dem Bereich tätig ist, habe ich einfach mal nachgefragt ob die vielleicht jemanden kennen. Mehr nicht.
Was spricht dagegen, die weitere Entwicklung der Beziehung abzuwarten und dann den ursprünglichen gemeinsamen Plan umzusetzen? Oder gemeinsam einen neuen Plan zu fassen?
Ganz ehrlich: Weil sich seine finanzielle Lage die nächsten 3 Jahre so nicht verbessern wird. Wir sind ja bereits verschiedene Möglichkeiten durchgegangen und landen immer wieder an dem Punkt, Geld und/oder Jobwechsel seinerseits...
 
  • #20
Würde deine Mutter sich um deine Tiere kümmern können/wollen, wenn Du doch erstmal zu ihm ziehen könntest? Wo siehst du bei Dir Hemmnisse nicht jetzt mit deinem neuen Job zu ihm zu ziehen?
Meine Mutter ist die Hälfte des Jahres im Ausland und auch so sehr chaotisch was ihre Pläne wann sie mal vor Ort ist angeht. Die Versorgung der Tiere übernehmen dann meine sehr lieben Nachbarn. Und mit 4 Katzen, die es auch noch gewohnt sind raus zu können, 2 Alpakas und 6 Hühnern kann man schlecht in einer 60m² Wohnung im 4 Stock eines Plattenbaus leben... Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum wir dann in seiner Umgebung zwingend anderen Wohnraum benötigen und das alles so kostspielig macht. Sonst wäre es für mich ja auch in Ordnung erstmal bei ihm einzuziehen...
platt, erschöpft und müde ist; dass er es nicht schafft, weil er erstmal sich für den nächsten Tag regenerieren muss
Ja das kommt vielleicht auch noch dazu... Er hat teilweise 12 Stunden Arbeitstage. Dazu halt noch gesundheitliche Probleme, die uns beiden Sorgen machen, aber die Ursache dort nicht abgeklärt wird, weil die medizinische Versorgung da scheinbar wirklich für den Eimer ist... (Erschöpft, müde, Schwindel, Kopfschmerzen, Schmerzen und teilweise Taubheitsgefühle mit Durchblutungsstörungen im Arm). Er hatte vor fast 4 Wochen ein CT und bisher immernoch keine Auswertung oder einen Termin... Was weiß ich.. Vielleicht ist es ja ein Hirntumor, Blutgerinsel oder keine Ahnung was, ich bin kein Arzt, aber mache mir auch in der Hinsicht schon große Sorgen... Aber ich kann ja auch nicht für ihn anrufen, Druck und Termine machen usw., weil ich da schon weitaus hartnäckiger bin und mir eigentlich sicher bin da auch etwas zu erreichen zu können oder so.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
Es gibt Menschen, die den Kümmerer brauchen. Die den immer finden.
Ob Frau, die den richtigen Mann, Versorger, Entscheider, zu dem sie aufsieht. Ob Mann, der Mutti sucht. Die ihm alles lästige abnimmt.
Menschen, die nie erwachsen werden. Selbstständig, eigenverantwortlich.

Es finden sich die Muttis und Papis. Menschen, die dominant sind, die bestimmen, entscheiden. Oder die Kümmerer, die es gut meinen.

Er wird sich nicht ändern. Er braucht eine Kümmererin. Wenn Du es sein willst, passt es. Ansonsten Trennung. Du solltest da allerdings Deine Seite anschauen. Warum so ein Mann? Weil er ungefährlich ist? Kontrollierbar?
Oder weil es gut tut, gebraucht zu werden?
Es gibt genug Menschen, die sind weder dominant noch unselbständig. Die bessere Wahl.

Konkret. Entscheide Dich. Dieser Mann ist so. Ist es für Dich ok, akzeptiere es.
Macht einen Plan. Was wollt Ihr beide. Wo leben, wie, wo arbeiten. Wann.
Dann geht zusammen an die Umsetzung.

M, 56
 
  • #22
Dazu halt noch gesundheitliche Probleme, die uns beiden Sorgen machen, aber die Ursache dort nicht abgeklärt wird,
Meine Frage ging in die Richtung evtl. deine Tiere wegzugeben, gut ich verstehe, ich liebe auch Tiere und Freigänger bei Katzen mag noch gehen, aber Hühner und Alpakas ist schon was anderes und man hängt auch an ihnen, als wären es die „eigenen Kinder“, will das beste für seine Lieblinge, die im Grunde komplett von ihrem eigenen Wohlergehen, von einem abhängig sind.
Das aber off-Topic.
Wegen seinem Gesundheitszustand, lass ihn 2-3 Wochen krankschreiben, Befund hat er ja, ich meine die Symptome sind unübersehbar. Eine Woche kann er sich ausruhen und für die Rekonvalenz, dann müsste er sich für die Bewerbungen aufraffen, raus aus der Zeitfalle Zeitarbeit. Das hatte ich bei Bekannten auch, 12-13 Stunden täglich arbeiten und dann noch Bewerbungen schreiben? Geht nicht. Aber es gibt auch moderate Zeitarbeitsfirmen und auch besser gestaltete Arbeitsverträge mit den Zeitagenturen (obschon es kommt teilweise auch auf den ausleihendem Betrieb an, aber eine Zeitagentur hat auch Einfluss gute Jobs an ihre guten Mitarbeiter zu vergeben), kommt aber auf den Berufszweig und Ausbildung an. Er bräuchte nur bessere Konditionen (zeitlich, örtlich, finanziell, vlt. auch Möglichkeiten zum HO), deshalb Zeit dafür schaffen für neue Bewerbungen. Bei 2-3 wird es sicherlich nicht allein bleiben. Und oder auch im Ruhrgebiet neben einer unbefristeten Stelle, auch eine bessere Zeitfirma zu finden.
 
  • #23
Wie genau meinst du das? Ob ich ihm Termine beim Arzt vereinbare oder Anrufe für ihn tätige? Das mache ich nicht. So eine "Mutti" bin ich dann doch nicht.
Ich kenne so einen Mann wie Du ihn etwa schilderst. Er ist in einer langjährigen Beziehung, in der die Frau fast alles überimmt. Das macht ihr nichts, sie verwaltet sein Geld, macht den E-Mail Verkehr(Bank, Versicherung, Termine) für ihn. Er ist wohl auch unsicher, allerdings ihr gegenüber oder Menschen, die er gut kennt nicht. Sie macht ihn glücklich, er macht sie glücklich.

An Deiner Stelle würde ich es versuchen, auch Stellen für ihn raussuchen, Arbeitskräfte werden gesucht, weniger als jetzt kann er kaum haben. Und wer weiß, vielleicht blüht er richtig auf, wenn alles mal dank Dir in geordneten und geregelten Bahnen läuft.
 
  • #24
Wenn Du es sein willst, passt es. Ansonsten Trennung. Du solltest da allerdings Deine Seite anschauen. Warum so ein Mann? Weil er ungefährlich ist? Kontrollierbar?
Oder weil es gut tut, gebraucht zu werden?
Es lässt sich nicht bestreiten, dass ich mich gerne kümmere. Jahrelang aktiv im Tierschutz und als Pflegestelle tätig, selbst Handicap Tiere Zuhause... Aber da ist es einfacher sich zu kümmern als bei Menschen. Das kommt dann schnell übergriffig rüber oder ist es vielleicht auch (siehe den Beitrag von @Lebens_Lust)?
Wobei ich mich von der aktiven Tierschutzarbeit auch zurückgezogen habe, weil es teilweise zu frustriend und traurig war, dass mich das dauernd beschäftigt hat und das Gefühl dieser Hilflosigkeit, wenn andere Stellen nicht mitzogen haben (amtliche Stellen, Besitzer/Vermehrer, Landwirte etc.) mir "zu" nahe ging.
Ich bin sicherlich auch kein so einfacherer Charakter und habe meine Macken, aber in Bereichen wo wir nicht gleich ticken ergänzen wir uns gut, finden Kompromisse und kommen mit den Stärken und Schwächen des anderen gut zurecht.

Nur die jetzige Situation ist für mich doof. Es wurde eine Entscheidung getroffen und er zögert mit der Umsetzung. Entweder weil er davon im Innernen doch nicht 100% überzeugt ist, obwohl er mir immer versichert dass er das wirklich will, wenn ich nochmal nachfrage oder weil ihm generell solche Umsetzungen schwer fallen. Schwierig einzuschätzen und ich kann mich da auch nicht so leicht hineinversetzen, weil mir Veränderungen leichter fallen und ich halt keine "Angst" vor dem Telefon habe oder schüchtern bin...

Nein. Das ist keine Option. Die Tiere sind eine Verpflichtung, für die ich mich vor Jahren entschieden habe und gilt für mich das Tierleben lang, es sei denn ich komme mal in eine Situation in der ich Verantwortung für das Wohl zu sorgen nicht mehr tragen kann und es ihnen woanders besser geht. Das ist eine Einstellung, an der sich bei mir nicht rütteln lässt und eine Abgabe steht und stand auch nie zur Diskussion und das will er auch garnicht. Er fragt ja auch immer nach den Tieren, deren Befinden, mag sie, beschäftigt sich mit ihnen wenn er bei mir ist und kümmert sich, erzählt auch seiner Familie und den Freunden von ihnen usw.
 
  • #25
lass ihn 2-3 Wochen krankschreiben, Befund hat er ja, ich meine die Symptome sind unübersehbar.
Ich bin ja kein Arzt und eine Diagnose hat er ja auch noch nicht, nur die Symptome, die eher schlimmer werden als besser... Und länger krank schreiben lassen will er sich auch nicht unbedingt, weil bei seinem aktuellen Arbeitgeber ständig Personalmangel herrscht... Ab Freitag hat er allerdings zwei Wochen Urlaub, die er bei mir verbringt, will hier in der Wohnung auch schon mal etwas machen (Wohnzimmer streichen), aber ob er sich dann mit der Jobsuche beschäftigt oder eher mit dem "Renovierungskram" davon ablenkt, weiß ich natürlich noch nicht...

An Deiner Stelle würde ich es versuchen, auch Stellen für ihn raussuchen, Arbeitskräfte werden gesucht, weniger als jetzt kann er kaum haben. Und wer weiß, vielleicht blüht er richtig auf, wenn alles mal dank Dir in geordneten und geregelten Bahnen läuft.
Naja, ich kann aber schlecht irgendwo für ihn anrufen nach dem Motto "Hallo, haben Sie einen Job für meinen Partner?" und die Konditionen verhandeln usw.
Naja, ich hab ihm schon sein Finanzchaos der letzten Jahre etwas geordnet, bei den laufenden Kosten geschaut was sich wo einsparen lassen könnte und was sich so hinter mancher Versicherung verbirgt, wovon er nichts wusste, Bezugsberechtigungen ändern lassen (Nein. Nicht auf mich) usw. Mehr möchte ich da eigentlich nicht machen...
 
  • #26
Und mit 4 Katzen, die es auch noch gewohnt sind raus zu können, 2 Alpakas und 6 Hühnern kann man schlecht in einer 60m² Wohnung im 4 Stock eines Plattenbaus leben...
Ok, das ist speziell. Was mir ein bisschen unfair vorkommt: Er soll alles aufgeben, was er hat, und du nichts. Du hast/behältst deine eigene Wohnung, die du dir gesucht hast, und den Job, den du dir gesucht hast und gut findest. Er dagegen soll seine Heimat und seinen Job aufgeben und gerät in ein Abhängigkeitsverhältnis.

Ich sehe es so: Du bist flexibel, tatkräftig, dynamisch. Er ist träge, hat Schwierigkeiten und Hemmungen. Also wäre es doch viel logischer, wenn du die großen Veränderungen machst und zu ihm ziehst oder da eben was Neues suchst. Für dich scheint Umziehen ja kein Problem zu sein und mit deinem HO-Job hast du alle Möglichkeiten, easy. Das mit den Tieren bekommst du bestimmt auch geregelt. Also du bist doch viel eher die, die Dinge organisieren und regeln kann, also lass ihn doch in Ruhe und zieh zu ihm, das dürfte deutlich leichter und schneller gehen. Und wenn man sowieso nicht heimatverbunden ist ....
w26
 
  • #27
Und auf Spielchen habe ich wirklich keine Lust...
Keine Ahnung, warum du das als Spielchen abtust. Du warst bloß diejenige, die am Machen war, deswegen bin ich der Meinung, dass du dich zurück lehnen solltest und schauen was von ihm kommt - aus ihm raus und freiwillig. Schön, wenn du meinst, er kommt schon auf dich zu, der Punkt ist aber deine ungesunde Nähe - du kannst schlecht differenzieren, ob er unsicher und scheu ist oder nur bequem. Du hast ihm genug Möglichkeiten gegeben, sich zu positionieren und zu entscheiden, ein s
unsicherer Mensch greift dankbar zu und handelt, deiner verharrt immer noch im Wartemodus.

Er war nach 20 Jahren in seinem Job mit täglich 250km Fahrerei so durch, dass er eine Auszeit wollte, Kredit aufgenommen und danach für 1 Jahr einen Job zum Mindestlohn hatte bei dem ihm auch fast 1000EUR jeden Monat fehlten... Die Schulden müssen erstmal wieder beglichen
Wer 20 Jahre täglich 250 km pendelt, der ist in der Regel in einem gut bezahlten Job und folglich hat ein Polster aufgebaut, um ein Jahr und ohne Kredit und Niedriglohnjob durchzustehen. Auch wenn er 1000 Euro verdient, braucht er nicht noch zusätzlich 1000 Euro monatlich, das wären 2000 und damit komme ich mit einem volljährigen Sohn und Teenager Tochter wunderbar zurecht. Wenn seine Wohnung eventuell teuer ist, dann reichen ihm locker 1500 monatlich und - 1000 Verdienst +500 Kredit (6000 im Jahr Kredit), du willst mir sagen, dass er nach 20 Jahren Berufserfahrung keine 6000 auf der Kante liegen hat? Was verstehe ich nicht?
 
  • #28
Dazu kommt, dass er darauf besteht,dass wir für eine gemeinsame Wohnung alle Kosten 50/50 teilen.Aber ich weiß,dass er sich das nicht leisten kann.Ich kenne seine finanzielle Situation und er kommt bei seinen aktuellen Ausgaben nur ganz knapp über die Runden
Warum kasperst Du Dich mit so einem Problembären ab? Der Mann ist 42, da ändert sich nichts mehr. Er lebt, wie er leben will.

Du beschreibst übrigens auch keine leichte soziale Phobie, so wie er die notwendigen Telefonate meidet, sondern eine ausgeprägte mit richtiger Depression. Dazu passt auch die Unfähigkeit, irgendwie umdenken zu können und zu handeln wenn es sich als notwendig erweist.

Entweder ist er total unflexibel im Denken (wird toll mit so jemandem zusammenzuwohnen) oder er sabotiert aktiv euer zusammenziehen, weil das nur Dein Wunsch ist.

Sorry, aber ich tippe auf Letzeres, weil er dann sein letztes bisschen persönliche Freiheit verliert und Du komplett sein Leben übernimmst.
Du machst ihm jetzt schon als deutlich jüngere Frau zu sehr die Mutti, die ihm das Auto betankt und den Kühlschrank füllt. Da verliert er nunmal jeden Respekt vor sich selbst und wird mit seinem Losertum konfroniert.

Entsprechend als Obermutti legst Du los, was das Zusammenleben angeht: Du sagst ihm, wo es langgeht - in Deine Wohnung, in Deine Möbel, so sucht man einen Job, zack, zack.
Einen Mann in den mittleren Jahren zum Kind zu machen, führt nicht in eine gute Beziehung wie Du schon seit längerem feststellst.

Lass ihn seine Probleme selber lösen und nimm die Lösung und die Geschwindigkeit als Zeichen dafür, wie wichtig ihm eure Beziehung ist.
Sag ihm das genau so und eier da nicht rum, damit er die Leitplanken sieht.

Und für mich entsteht dann eher der Eindruck, wenn er hier nicht aktiv wird "Macht nicht. Will nicht."
Das ist so und es ist nicht gut, sich selber was anderes einreden zu wollen.

Ich würde sagen, sei geduldig und unterstütze ihn, motiviere ihn, ohne ihn aber zu drängen und zu nerven.
Der Mann ist Mitte 40. Der hat sein Leben und muss damit selber klarkommen. Er braucht keine Unterstützung dabei, dass er sein Leben führt wie er es führen will.
Er braucht Respekt dafür, dass er so leben will und die FS braucht einen anderen Partner, der will was sie will.
 
  • #29
täglich 250 km pendelt, der ist in der Regel in einem gut bezahlten Job und folglich hat ein Polster aufgebaut, um ein Jahr und ohne Kredit und Niedriglohnjob durchzustehen.
Er ist davon etwa 4 Jahre gependelt, als er mit seiner Ex zusammen gezogen ist, weil er sich schwer tat in der Nähe einen Job zu suchen und die Fahrerei für ihn das geringere "Übel" war.
Und wirklich gut hat er da auch nicht verdient (waren auch nur 2100 netto abzüglich Fahrtkosten ist das auch nicht so prall) dazu dann noch ein Problembus den er finanziert hatte und der wohl dauernd in der Werkstatt war, aber sich davon zulange nicht trennen wollte bis das Teil endgültig hinüber war. Dann mit der Ex zusammen ein WoMo gekauft - Oldtimer, was auch noch einige Reparaturen nötig hatte und sie nach der Trennung behalten hat, dann der Job im Mindestlohnbereich+ zusätzlich neue Wohnung, dann den nächsten Job mit etwas mehr (1900 netto), wieder neue Wohnung und Umzug über 300km usw. Natürlich hätte er mit dem Geld auch anders umgehen können, sich klüger verhalten, besser planen können.. Hat er aber nicht und ist jetzt so wie es ist: Gekauft wie gesehen mit Schulden, die er aber wirklich konsequent abzahlt und das als Lehre sieht.
dass du dich zurück lehnen solltest und schauen was von ihm kommt - aus ihm raus und freiwillig
Ach so meinst du das. Ich habe es so verstanden, dass ich einfach mal eine Woche lang in die Funkstille abtauchen sollte.
leichte soziale Phobie, so wie er die notwendigen Telefonate meidet, sondern eine ausgeprägte mit richtiger Depression
Meinst du? Ich kenne mich da ehrlich gesagt nicht so sehr aus und habe auch nur ein wenig drüber gelesen um so manche Situation evtl. etwas anders einschätzen zu können.
Da verliert er nunmal jeden Respekt vor sich selbst und wird mit seinem Losertum konfroniert.
Hm.. So hab ich das noch garnicht gesehen.
Ich bin halt am nächsten Tag mit ihm zusammen einkaufen gegangen, wenn ich ankam und abgesehen von dem Essen was er dann meist für uns beide bestellt hat nur noch Haferflocken, Milch und Äpfel in den Schränken zu finden war und er schon Leitungswasser getrunken hat, was er normalerweise überhaupt nicht mag. Und ich koche halt auch gerne, brauche Abwechslung beim Essen usw.
 
  • #30
in Deine Wohnung, in Deine Möbel, so sucht man einen Job, zack, zack
Hm... Ich sehe da vom finanziellen Standpunkt aus aber auch keine andere Möglichkeit, wenn wir zusammen leben wollen. Seine Möbel sind fast alle wild zusammengewürfelt, die er geschenkt bekommen hat oder halt irgendwo aus Kleinanzeigen geholt hat. Nur zweckmäßig- nicht schön. Es gibt wenige Stücke, wo er auch emotional dran hängt, weil damals selbst gebaut o.Ä. und die kommen natürlich mit, auch wenn sie jetzt nicht so 100% meinem Geschmack entsprechen. und er findet auch nicht alle meine Möbel schön, wo wir dann auch gemeinsam was anderes aussuchen wollen, wenn es soweit ist...
Sag ihm das genau so und eier da nicht rum, damit er die Leitplanken sieht.
Naja, das habe ich ihm gestern schon klar gesagt, dass ich mir bis Anfang nächsten Jahres anschauen werde, ob und was er unternimmt und danach beurteile ob wir in die selbe Richtung wollen...
dass er so leben will und die FS braucht einen anderen Partner, der will was sie will.
Aber er sagt ja, dass er so in der Konstellation wie es bisher ist garnicht leben will, aber es irgendwie auch nicht schafft aus dem trott rauszukommen... Das ist ja das Verwirrende ob er einfach nicht kann, weil diese Ängste und Hemmungen wirklich so stark ausgeprägt sind und er für Veränderungen allgemein sehr viel zeit braucht oder ob er einfach nicht will...
 
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