• #1

Existiert der "Jagdinstinkt" wirklich?

Es heißt ja immer wieder, Männer hätten einen Jagdinstinkt. Sie würden immer die Frau wollen, die sie nicht haben können.

Aber ist das nicht bei Frauen ganz genau so? Auch Frauen wollen das, was sie nicht haben können? Das ist doch normale menschliche Natur? Selbst im Verkauf usw gut prüfbar:)

Also wieso heisst es dann nur bei Männern, sie hätten diesen Jagdinstinkt?
 
  • #2
Ich finde, dass Jagdinstinkt und der Wunsch nach dem, was man nicht haben kann, aber zwei voneinander unabhängige Dinge sind.
Ich habe keinerlei Interesse an Männern, die mir wie ein Hündchen hinterherlaufen. An denen, die mir komplett die kalte Schulter zeigen, allerdings auch nicht. Es muss schon eine gesunde Mischung aus Interesse und Zurückhaltung seitens des Mannes vorhanden sein, damit mir dieser gefällt. Dann gehe ich auch gerne auf ihn zu, ohne dass ich das dann aber gleich als Jagen bezeichnen würde.

Ich denke nicht, dass man deine Frage so pauschalisieren kann.

Liebe Grüße,
w36
 
  • #3
Sogenannte Triebe oder Instinkte existieren nur bei Personen,die in der Evolution irgendwo hängen gebliben sind. Der Verstand arbeitet dagegen kontrollierend an, sodass die Triebe an Bedeutung verlieren.
Es ist zB in der selbsterklärten ElitepartnerOberschicht ( junge Ärzte) usus Monogamie schlecht zu reden. Das wird dann auf Triebe zurückgeführt,ist eigentlich aber eher Camouflage für die eigene Egozentrik und latente Psychopathie.
 
  • #4
das liegt in der Natur des Mannes.... sie jagen und erlegen und die Frau bringt die Kinder und braucht Schutz. SO habe ich ganz platt einen Teil der Steinzeit in einem Satz geschildert. Psychologisch liegt es einfach in der Natur des Mannes, zu erobern wobei so EINIGE etwas degeneriert sind... die Frau sucht sich ein starkes Männchen wo sie ihr "NEST" aufbauen kann und der Mann sorgt für die Familie. Die Frau entscheidet so oder so wen sie will :) Und hier meine ich nicht die Kaputten und Entarteten
 
  • #5
Aber ist das nicht bei Frauen ganz genau so? Auch Frauen wollen das, was sie nicht haben können? Das ist doch normale menschliche Natur?

Die Theorie finde ich nicht nachvollziehbar, insbesondere nichtim Hinblick auf die Natur. Da geht es wohl eher nach sinnvollem Kräfteeinsatz: "wozu um was bemühen, worauf man keine Erfolgschance hat".
Wer wegrennt soll das tun, ich lauf ihm nicht nach, sondern warte gelassen auf die nächste Option und mache mir dabei eine gute Zeit.

So einen sinnlosen Jagdinstinkt, gerichtet auf das nicht Erreichbare habe ich ganz gewiss nicht - weder für Männer noch beim shoppen.
Ich habe vermutlich garkeinen Jagdinstinkt, weder bei Männern noch beim shoppen. Da fehlt wohl das grundsätzliche Interesse, sich großartig um eines von beiden bemühen zu wollen - ich habe andere Prioritäten..

Warum soll ich beim shoppen meine Zeit auf Dinge verplempern, die ich nicht haben kann? Warum soll ich mich an Männern abkaspern, die ich nicht haben kann und mir Ablehnungen einholen?

Ich bemühe mich um was auch immer nur, wenn ich eine Aussicht auf Erfolg habe. Andernfalls überlasse ich gern anderen das Feld. Ich schau nach dem, was meinen Anspruch erfüllt und was ich mir ohne besonderen Aufwand/Einschränkungen leisten kann - strikt ressourcenschonend. Schließlich kann ich mit meiner Zeit und Energie was sinnvolleres anfangen - gilt für Männer und shoppen.
 
  • #6
Hm. Ich fand das schon immer Blödsinn (also nicht dich, liebe FS, sondern diesen elenden Diskurs um die vermeintlich menschliche Natur, mit der alle widerlichen Verhaltensweisen erklärt werden sollen, und jeder zieht sich so seins raus, wie es ihm grade passt).
Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch ein Individuum ist und sich eben verschieden von anderen verhält. Da wir mehrere Milliarden Menschen auf dieser Welt sind, ist es hochwahrscheinlich, dass es immer Leute gibt, die sich genau so verhalten wie andere, aber daraus würde ich noch keinen Rückschluss auf typisch männlich oder typisch weiblich ziehen wollen.
Was ist eigentlich dieses "Jagen"? Wir leben doch nicht mehr im Urwald. Wir können unsere Triebe mit Vernunft steuern (ja auch Männer können das), das ist u.a. eine Sache, die uns vom Tier unterscheidet. Es ist seltsam, soziologische Zusammenhänge evolutionsbiologisch erklären zu wollen. Mitten in einer hochentwickelten Gesellschaft von "Jagen" zu sprechen, als hätte es die letzten 2000Jahre Kommunikationsentwicklung nicht gegeben.

Zweiter Fehler in der Fragestellung (meiner Ansicht nach): Menschen wollen immer Menschen die sie nicht haben können. Hä?
Macht für mich absolut keinen Sinn. Ich (w) zumindest, will und wollte niemals jemanden, den ich nicht haben kann. Wozu sollte ich das wollen, wozu sollte das gut sein? Ich will niemanden, der mich nicht will, das wäre doch absolut hirnrissig, damit erschafft man sich doch seine Mängel im Leben selbst.

Sicherlich gibt es immer mal im Leben Situationen, in denen man/frau sich in einen Menschen verguckt, der gebunden/ beziehungsunfähig/ etc. ist. Aber sobald dann geklärt ist, dass das zu nichts führt, kann man doch von diesem Menschen ablassen, erstens, um selbst gesund zu bleiben und zweitens, um sich auf wichtigere Dinge im Leben konzentrieren zu können.
 
  • #7
Ja, manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, dass man als Frau den Mann haben möchte, der aus verschiedenen Gründen unerreichbar ist... Aber so einen tatsächlichen Jagdinstinkt? Da glaube ich nicht dran. Wenn man sich verliebt, dann verliebt man sich und fertig. Und natürlich versucht man sich dann auch für diese Person interessant zu machen, das liegt in der Natur des Menschen. Aber wenn ich so überlege und immer höre, man muss sich unerreichbar machen, finde ich das schwachsinnig ;-). Unerreichbarkeit bringt niemanden dazu, sich zu verlieben. Eher im Gegenteil. Wenn es funkt versuche ich der Person irgendwie näher zu kommen, aber jagen muss ich nicht. Also wenn es sofort auf beiden Seiten funken würde und ich nicht jagen muss, ist dieses Gefühl des Interesses doch nicht sofort weg ;)
 
  • #8
Mein Eindruck ist, dass eher die weniger Selbstbewussten nachjagen, das Komm-Her-Geh-Weg-Spiel mitmachen und von Zurückweisung zu erhöhtem Einsatz angespornt werden. Einfach ausgedrückt: Sie laufen hinterher.
Die Selbstbewussten tun sich das nicht an (oder nur in geringem Maße). Ich kenne keinen selbstbewussten Mann und keine selbstbewusste Frau, die solche Spielchen mitmacht.
Wer sich seines Wertes bewusst ist, ist nicht auf der Hut, vom anderen Geschlecht ab und zu etwas zu erhaschen, bevor es wieder entfleucht.
Diese seltsamen Ratgeber zu dem Thema halten allenfalls die bei Laune, die trotz Zurückweisung und Rarmachen der/des Angebeteten weiter hinterbetteln.

Ich kenne kein glückliches Paar, bei dem der/die eine dem/der anderen hinterherjagt. Auch spielen die keine Spielchen, wer denn wie lange mit einer Antwort auf eine SMS wartet. Diese Zappeln-Lassen-Spiele sind dort nicht vorhanden.

Jetzt mal praktisch gedacht:
Ein Ehepaar mit minderjährigen Kindern hat beispielsweise wirklich anderes zu tun, als sich gegenseitig nachzujagen. Da sind Teamarbeit und Verlässlichkeit wichtig. Außer, man hat Langeweile
 
  • #9
Was ist eigentlich dieses "Jagen"? Wir leben doch nicht mehr im Urwald. Wir können unsere Triebe mit Vernunft steuern (ja auch Männer können das), das ist u.a. eine Sache, die uns vom Tier unterscheidet. Es ist seltsam, soziologische Zusammenhänge evolutionsbiologisch erklären zu wollen. Mitten in einer hochentwickelten Gesellschaft von "Jagen" zu sprechen, als hätte es die letzten 2000Jahre Kommunikationsentwicklung nicht gegeben.

Das alte Problem der sog. "Geisteswissenschaftler" - sie mögen die Realitäten der Naturwissenschaften nicht.
Dazu kommt, dass gerne Erklärungsansätze "erfunden" werden, die entweder absolut beliebig sind oder aber Lösungsansätze nur vortäuschen. Soziologie ist im Grunde nix anderes als polit. Correctness mit Statistik als Unterbau.

Natürlich haben Menschen wie Tiere ihre Instinkte, ihre genetisch programmierten Verhaltensweisen. Dass diese heute teilweise weniger zum Einsatz kommen - stimmt.
Egal ob neugeborener Mensch oder Hund oder Bär - die Lungen müssen mit Luft gefüllt werden. Direkt nach der Geburt. Und ja, das ist ein solcher Instinkt, der dies steuert.
Der Bär sucht sich eine Höhle - der Mensch baut sich ein Haus. Der Vogel ein Nest. Die Soziologie kann so etwas beschreiben - mehr aber auch nicht.
Ganz einfaches Beispiel - der Soziologe kann dem Bären einen Vortrag halten, was für den Bären so wichtig wäre. Der Bär kann Tatzenhiebe verteilen - wer hat nun gewonnen?
Der Wunsch nach dem Unerreichbaren wird bspw. von der Werbung ausgenutzt - es gibt Männer, die sich einen aufgemeckerten VW Golf kaufen, weil die Werbung diese Karre mit hübschen, halbnackten Mädels auf der Haube zeigt. Sie denken unbewusst, genau solch eine Traumfrau auch in diese Kiste zu bekommen. Und wundern sich in der Realität, dass die Damen lieber in den alten Mercedes steigen. Das ist übrigens angewandte Verhaltensforschung, Psychologie und Soziologie.
Insofern - ja, die Jagd nach dem vermeintlich unerreichbaren Covergirl gibt es.
Bei Frauen ists eher der Schauspieler, der die Herzen entflammen lässt. Und das ist übrigens der Punkt, warum männliche Stars das Doppelte verdienen - sie locken die Frauen ins Kino. Und die Männer werden eben in solche Filme wie Titanic mitgeschleppt.

Frauen verlieben sich oft deshalb in den vergebenen Mann, weil dieser genau das bietet, was sie sich wünschen. Dummerweise nur einer anderen Frau. Männer dagegen schauen die Bildhübsche an der Bar meist nur an - sabbern ein wenig, und baggern dann die Normalofrauen an.
Alles gesteuert durch Instinkte und Gene. Nur die Art des Anbaggerns ist zivilisiert.
Und zum zweiten Teil der Frage - der Mann muss aktiv etwas TUN - darum jagt er. Die Frau wartet eher passiv ab, wählt aufgrund der Darbietung aus. Daher ist sie die Beute. So einfach ist die Welt.
 
  • #10
"Jagdinstinkt" ist wieder so ein einfaches Schlagwort für ein eigentlich komplexes inneres Geschehen.

Menschen wollen gern hochwertige Dinge haben, so auch einen hochwertigen Partner (m und w nehmen sich da nichts).
Wer sich uns vor die Füße wirft, ist quasi der 50-ct-Artikel im 1-Euro-Laden.
Was wir uns selbst erarbeitet bzw. teuer bezahlt haben, hat außerdem einen besonders hohen Wert für uns.
Dazu gibt's Sprichwörter, z. B. "Was nichts kostet, ist nichts wert" usw.

Ein Mensch, der von mehreren Kandidaten/innen umgeben ist, erscheint uns begehrenswert. Ein potentieller Partner, der sich beim ersten Anzeichen unseres Interesse nicht bedürftig vor uns im Staub wälzt, sondern nunmehr uns auf unsere Eignung prüft, stellt häufig einen großen Anreiz für das eigene Ego dar, sich hier behaupten zu können.

Werbung und Medien machen sich das Exclusivitätsprinzip ebenfalls reichlich zunutze (Stichwort künstliche Verknappung, Sonderauflagen etc.).
So macht ein leeres Restaurant einen weniger gehobenen Eindruck - einen Tisch in einem auf Monate ausgebuchten Restaurant zu ergattern ist für viele hingegen ein großartiger Erfolg. Leere Wartezimmer bei Ärzten implizieren wenig Fachkompetenz - Ärzte, die immer voll belegt sind, suggerieren uns das Gegenteil.
Vielleicht sind aus demselben Prinzip auch gebundene (unerreichbare) Männer für manche Frauen so attraktiv.

Ob der Partner, der sich gut verkauft, dann letztlich auch wirklich passt, stellt sich später heraus. Das wissen wir vorher natürlich nicht - woher auch. Erst einmal suggerieren uns aber verschiedene Kriterien "haben wollen".
 
  • #11
Klar gibt es auch Frauen, die den "Jagdinstinkt" haben. Es ist das Bedürfnis, sich aufzuwerten mit der Beute. Wenn sie schwer zu haben ist, wenn sie teuer ist, wenn nicht jeder sie kriegen kann, steht man ja als was Besonderes da, wenn man es "geschafft" hat. Funktioniert auch bei Menschen, die sich was auf einen akademischen Titel einbilden. Das ist was für Ego-Aufbau.
Ich denke, dass solche Menschen sich auch irgendwo als Beute vorkommen, also meinen, sie seien eine besonders gute Partie.

Menschen, die schon weiter sind in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, gucken nicht darauf, für andere Leute Begehrliches zu kriegen, sondern suchen sich das, was zu ihnen passt und kriegen das ganz entspannt, weil es sich fügt.
Damit ist nicht gemeint, dass einer hinterherrennt und sich anklammert und deswegen unattraktiv ist und als zweite Wahl und Notnagel genommen wird.

Jagen kann man immer nur ein Objekt. Wer versucht, mit einem Objekt eine Beziehung zu führen, muss zwangsläufig scheitern, weil erstens ein neues Objekt um die Ecke kommen wird, das Begehrlichkeit wecken wird, und zweitens der Partnermensch nicht aus Liebe und Passung gewählt wurde und eigentlich nur eine Funktion im persönlichen Aufwertungsprogramm zu erfüllen hat.
 
  • #12
Auf mich trifft das mit dem Jagdinstinkt sicher nicht zu. Wenn eine Frau erwartet, dass ich "Männchen mache", ist sie für mich uninteressant.
Ich denke aber schon, dass es Frauen gibt, die dieses "Jagen" geniessen und Männer, die es betreiben. Bekannt dafür ist z. B. die ganze "Pickup"-Szene. Da tauschen sich aus meiner Sicht arme Würstchen, die als solche kaum eine Frau interessant findet, darüber aus, wie sie ihr Erfolgsquote systematisch verbessern. Eigentlich komplett lächerlich, aber erfolgreich bei Frauen, die dann meinen, das vorgetäuscht Interesse sei ernst und der Mann bemühe sich wirklich um sie.
Unter erwachsenen Menschen, erst Recht denen, die meinen, "Elite" zu sein, ist sowas komplett überflüssig. Auch wenn es dort ebenfalls solche Fälle gibt, Frau Klatten ist ein schönes Beispiel.
Für mich ist dieses ganze "Jagd"-Theater ein Spielchen für Menschen mit gestörtem Selbstbewusstsein, dass dann durch erfolgreiche Jagd oder gejagd werden gesteigert wird. Ein Spielchen, das nur auf ONS hinausläuft, über die sich die Frauen dann nicht beklagen sollten...
 
  • #13
Ich denke der wichtigste Punkt ist doch, jagt man 1. nur um der Jagd willen - Nervenkitzel, kriege ich sie/ihn rum - oder 2. weil man nun mal extrem interessiert und verknallt ist in diesen einen bestimmten Menschen.
Im ersteren Fall ist das Objekt der Begierde nahezu austauschbar und wenn es Pech hat, verliebt es sich auch noch in den Jäger, nachdem es erlegt wurde. Der Jäger verabschiedet sich aber sehr bald nach erfolgreicher Jagd, denn es ging ihm eben nur um die Jagd, der Nervenkitzel ist dann weg.
Im zweiten Fall ist es eher so, dass der ernsthaft am Jagdobjekt interessierte (er/sie ist ggf rasend verknallt u verzehrt sich in Sehnsucht!) Jäger selbst emotional in Gefahr ist: kann der eine, ersehnte Mensch nicht erlegt (natürlich immer im Sinne von erobert) werden, dann wird der Jäger in Kummer gestürzt.
Beziehungsuntauglich macht nur die erste Variante.
Beide Formen von Jagd gibt es m. E. sowohl bei M als auch bei W!
 
  • #14
Es heißt ja immer wieder, Männer hätten einen Jagdinstinkt. Sie würden immer die Frau wollen, die sie nicht haben können. Also wieso heisst es dann nur bei Männern, sie hätten diesen Jagdinstinkt?

Es gibt natürlich auch Jägerinnen, - früher eher seltener, - seit einer oftmals falsch verstandenen Emanzipation immer öfter.

In allen Zeiten begeben sich aber immer schon Männer auf die Pirsch.

Einige wollen nur das Wild zu erlegen - und ziehen dann weiter.
Andere wollen gerne spielen und sind, wenn das Spiel sie langweilt, ebenfalls bald wieder verschwunden.
Seltenere Exemplare schleppen die auserwählte Beute in ihre Höhle, wollen für sie sorgen, beglücken sie mit der Aufzucht von ihren Nachkommen und übernehmen Verantwortung.

Frauen, die von sich aus initiativ werden, Männer ansprechen, zum Kaffee einladen etc., müssen sich meistens auch später in der Beziehung anstrengen, wenn es dazu kommen sollte. Die Verantwortung alles regeln zu müssen, ständig dafür zu sorgen, dass die Dinge gut laufen, frustriert allerdings mit der Zeit, wie man auch hier im Forum öfter lesen kann.
 
  • #15
.... Instinkte und Triebe hat wissenschaftlich nachgewiesen einfach jeder Mensch... es gibt eben Dinge, die einen Menschen zum Menschen machen. Hätten wir keine Instinkte und normale Triebe wären wir Roboter :)
 
M

Michael_123

  • #16
Es heißt ja immer wieder, Männer hätten einen Jagdinstinkt. Sie würden immer die Frau wollen, die sie nicht haben können.

Aber ist das nicht bei Frauen ganz genau so? Auch Frauen wollen das, was sie nicht haben können? Das ist doch normale menschliche Natur? Selbst im Verkauf usw gut prüfbar:)

Also wieso heisst es dann nur bei Männern, sie hätten diesen Jagdinstinkt?

Das Wort Jagdinstinkt kommt aus der Steinzeit, in der die Männer jagen waren.

Generell will jeder Mann und jede Frau ein möglichst attraktives Gegenstück - nenne es "erbeuten". Dabei klaffen Anspruch und Realität nicht selten auseinander - das gilt ebenfalls wieder geschlchterunabhängig.

Frauen achten zudem noch sehr auf den Status / das Einkommen ihres Partners zwecks "Nestbau" und "Sicherheit" - auch das ist evolutionär bedingt.

Ob ein potentieller Partner sexuall attraktiv empfunden wird läuft über Instinkte / Chemie. Der Verstand - sofern vorhanden - filtert unpassende Partner heraus. Wenn Du den Verstand ausschaltest, bekommst Du ein temporäres hormonelles Hochgefühl beim Ausleben der Triebe und endest als Drama. Ob das lohnend ist muss jede/r für sich selber entscheiden. Beispiele liest man hier im Forum...

Umgekehrt funktioniert die Partnersuche über den Verstand nur sehr selten - sie endet dann als freudlose Zweckgemeinschaft (was jedoch für vermutlich nicht wenige ein passables Lebensmodell ist).
 
  • #17
Liebe FS
Was man im Alltagsjargon als "Jagdinstinkt" des Mannes bezeichnet, würde ich korrekterweise "Paarungstrieb/Fortfplanzungstrieb" nennen und ja klar, haben wir Frauen den auch.
Die Überreste des tatsächlichen Jagdinstinkts leben Männer und Frauen auf Schiess-Ständen, beim Fischen, bei gewissen Sportarten, Glücksspiel oder auf Safari aus. Da merkt man den Nervenkitzel, aufzulauern, zu zielen, zu erlegen etc. aber das hat nichts mit Partnerwahl und Sexualität zu tun.
Es liegt in der Natur, dass wir uns tendenziell zu den attraktiveren Exemplaren unserer Gattung hingezogen fühlen und dass diese attraktiven Menschen häufig umschwärmt und daher schwer zu "haben" sind.
 
  • #18
Jagen und Partnerschaft sind meines Erachtens Begriffe, die nicht zusammenpassen. Wir waren wahrscheinlich alle einmal in ein unerreichbares Objekt verliebt und haben geschmachtet und rotiert, um es zu bekommen. Echte Beziehungen auf Augenhöhe fangen jedoch auch auf Augenhöhe an, und beide Partner haben Selbstvertrauen und sind authentisch. Da wird nicht gejagt und nicht gespielt, sondern offen und ehrlich kommuniziert. Aus diesem Grund bin ich befremdet über die vielen Anleitungen, wie man angeblich einen Mann oder ein Frau "fängt".
 
  • #19
Jagdinstinkt finde ich schon sehr übertrieben. Ein Instinkt? Ja mit Sicherheit. Aber das dieser beim Mann nur auf die Frau bezogen ist glaube ich nicht. Die schöne Frau die mich verzaubert würde ich vielleicht gerne als Partnerin haben und versuche es dann auch diese zu "erobern" weil ich überzeugt bin das sie mir gut tut im Leben. So mein Unterbewusstsein. Aber ich jage sie doch nicht. Als ich als kleiner Bengel in der Bäckerei gestanden haben und die leckeren Plunder hinter der Glasscheibe sah, hab ich auch nicht die Scheibe eingeschlagen, sondern gesagt. Bald darf ich arbeiten und dann kaufe ich mir gleich zwei davon. Ok, hab mir dann Tatsächlich was ganz anderes gekauft, aber so in etwa ist das doch mit allem. Man(n) bemüht sich darum etwas aus seiner Sicht besonderes für sich zu gewinnen. Klar gibt es auch diejenigen die einfach ihr dickes,dummes Ding in alles hineinstecken wollen. Aber meine Güte, dass ist doch kein Universalzustand der Menschheit.
m46
 
  • #20
Jagen und Partnerschaft sind meines Erachtens Begriffe, die nicht zusammenpassen.
Ich sehe hier schon einige Parallelen.
Zur Jagd gehört ja nicht nur das Abschiessen der Beute. Also die Verführung im übertragenen Sinne.
Zunächst kommt das Lernen. Jagdschein machen bzw das, was wir alle in der Pubertät getan haben.
Die ersten Schritte bzw das praktische Umsetzen des Gelernten - also erste Kontakte und auch Sex bzw. weg von der Theorie und ab in den Dschungel.
Ich beschäftige mich mit dem "Objekt meiner Begierde" - spüre auf, lerne Verhaltensweisen. Und komme so zum Erfolg - entweder habe ich ein leckeres Essen oder Sex.
Betreibe ich eine Jagd, muss ich mich darum kümmern. Zeit aufwenden. Ist ähnlich, wie mich um eine Familie zu kümmern. Hege und Pflege gehört ja auch zur Jagd - Wildbestand füttern, für den Lebensraum sorgen, kranke Tiere, um die man sich zu kümmern hat, alles im Gleichgewicht zu halten.
Sinnlichkeit, Vergnügen und Genuss sind ebenfalls Bestandteile, die sowohl die Jagd als auch die Partnerschaft bieten sollen. Es gibt sogar Dresscodes - und Erfolg / Misserfolg sowieso.
So gesehen - ist der Vergleich wirklich derart abwegig? Ohne den passenden Instinkt kommt man weder bei der Jagd nach Wild noch nach Sex wirklich weiter....
 
  • #21
Es heißt ja immer wieder, Männer hätten einen Jagdinstinkt. Sie würden immer die Frau wollen, die sie nicht haben können.

Aber ist das nicht bei Frauen ganz genau so? Auch Frauen wollen das, was sie nicht haben können? Das ist doch normale menschliche Natur? Selbst im Verkauf usw gut prüfbar:)

Also wieso heisst es dann nur bei Männern, sie hätten diesen Jagdinstinkt?

Hm, habe ich bei mir so nicht feststellen können (bin männlich)!

Ich gebe eher auf als das mich Spielchen wie "playing hard to get" anspornen (mal ehrlich, es gibt nichts blöderes! Ich spiele nicht mit!)! Ich mache mich ungern zum Affen, egal für wen oder was (wenn das nötig ist, dann ist das was man dafür bekommt es meist nicht wert!)!
 
  • #22
Wenn ein Mensch wirklich ein Jäger oder eine Jägerin ist und Jadginstinkt auch in Bezug auf Sexpartner hat, würde ich ausschließen, dass er beziehungsfähig ist. Denn einer, dem Jagd ein Trieb ist, wird immer wieder neue Jagden brauchen. Sobald er/sie also "die Beute" sicher hat und die Verliebtheitsphase übergeht in die Phase, in der sich die Beziehung festigt, ist das Interesse an "der Beute" weg.
 
  • #23
Wenn ein Mensch wirklich ein Jäger oder eine Jägerin ist und Jadginstinkt auch in Bezug auf Sexpartner hat, würde ich ausschließen, dass er beziehungsfähig ist. Denn einer, dem Jagd ein Trieb ist, wird immer wieder neue Jagden brauchen. Sobald er/sie also "die Beute" sicher hat und die Verliebtheitsphase übergeht in die Phase, in der sich die Beziehung festigt, ist das Interesse an "der Beute" weg.

Nee, so schwarz-weiss sollte man das nicht betrachten.

Ich als Frau schätze sehr wohl, was ich mir so im Leben an Wertvollem erbeutet habe. Ich weiss nämlich genau, wie schwer es war, zu bekommen. Warum sollte ich erneut diesen Weg gehen, ich habe doch jetzt, was ich an Gutem suchte .-)?

W
 
  • #24
Sobald er/sie also "die Beute" sicher hat und die Verliebtheitsphase übergeht in die Phase, in der sich die Beziehung festigt, ist das Interesse an "der Beute" weg.
Das würde immerhin die Zahl an Frauen erklären, die sich nach der Werbungs-(Jagd-)phase des Mannes vernachlässigt fühlen und sich fragen, wo dieser einstmals aufmerksame und liebevolle Mann wohl abgeblieben ist.
Insofern gar nicht soo abwegig... aus dieser Sicht betrachtet zumindest.
 
  • #25
, ich habe doch jetzt, was ich an Gutem suchte .-)?
Dann hast Du aber nicht den Jagdtrieb. Ein Trieb taucht doch immer wieder im Menschen auf und muss befriedigt werden, sucht ein Erfolgserlebnis für das Belohnungszentrum im Kopf. Ich würde das, was Du gemacht hast, eine gute Auswahl und Arbeit dafür nennen.

@ Jana
Kann schon sein. Allerdings seh ich die von Dir beschriebenen Verhaltensweisen auch bei Männern, die den Punkt "Frau" in ihrem Leben einfach abhaken und nicht weiter "jagen", sondern ihren geliebten Hobbys nachgehen und sich lieber mit Kumpels treffen. Viele denken ja auch, Beziehung laufe von allein gut und rühren deswegen keinen Finger mehr.

Ich glaube, die wirklichen Jäger sind auch Narzissten, denn einen anderen Menschen in der Liebe erobern und sich dadurch Befriedigung zu verschaffen, hat ja eine Menge damit zu tun, den anderen zu umgarnen und zu verführen, damit er darauf reinfällt. Wenn das passiert ist, muss das nächste Eroberungsobjekt her, weil dieser Zustand für den Verführer ja nicht aufrecht erhalten werden kann, dass er sich so verleugnet und immer nur daran denkt, womit er die Frau rumkriegen kann (zu Anbetung, Sex, Beziehung, was auch immer).
 
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