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Gast

  • #1

Erbrecht bei Patchworkfamilien

Hallo,

weiß jemand rein theoretisch Bescheid über Erbrecht bei Patchworkfamilien?

Mein Freund und ich haben beide Kinder in die Beziehung gebracht. Weitere Kinder sind nicht geplant, wir möchten aber heiraten und uns gemeinsam etwas aufbauen.

Jetzt überlege vor allem ich (weil wesentlich jünger und erwartungsgemäß stirb der Mann stirbt eben leider früher :-( ) wie sich das Erbrecht in solchen Fragen verhält? Vor meinem inneren Auge stellt sich folgendes Szenario dar:

Ich sitze mit 63 Jahren, gerade frisch verwitwet mit gebrochenem Herzen in meinem Omalehnstuhl (okay, vermutlich arbeite ich da noch, also ist es eher ein Omabürostuhl) in meinem Wohnzimmer (Arbeitszimmer), werfe während ich meinen neurotischen Malteser streichle (als Oma steige ich von Schäferhunden auf Malteser um, ist fest geplant ;-) ) einen tränengesäumten Blick aus unserem Energiesparhaus auf die Weide, wo mein Rentnerpony zufrieden grast als die Haustür klingelt und meine Stieftochter mit ihrer triumphierend grinsenden Mutter und einem Gerichtsvollzieher steht und ihren Pflichtteil einfordert. Dann muss ich mein Rentnerpony zum Schlachter bringen, mein Malteser muss ins Tierheim (und ganz ehrlich, wer adoptiert schon einen neurotischen Teppichflitzer) und ich in ne zwei Zimmer Stadtwohnung mit Wohnwand. Jetzt will ich meiner Stieftochter natürlich nichts Böses unterstellen - sie ist eine kleine Zaubermaus - aber wer weiß wie sich der geldgeile Charakter ihrer Mutter vererbt bzw. wie sie später beeinflußt werden wird.

Ums kurz zu machen: bevor ich mein erarbeitetes Geld in ein gemeinsames Eigenheim investiere möchte ich wissen ob das überhaupt sinnvoll ist. Es gibt zwar das Berliner Testament, nachdem man den Partner zum Alleinerben einsetzen kann, aber die leiblichen Kinder des jeweils verstorbenen Ehepartners können ja trotzdem ihren Pflichtteil einfordern? Wer sagt dass ich mir diesen leisten kann? Kann man das irgendwie verhindern so dass die leiblichen Kindern natürlich beteiligt werden aber eben erst nach dem Tod des übrigen Elternteils?
 
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Gast

  • #2
Bevor du dir noch mehr so komische Szenarien überlegst, würde ich eher zu einem Notar oder Anwalt gehen und mich beraten lassen (oder ihr beide euch beraten lassen).
Natürlich gibt es Möglichkeiten (jedenfalls bei uns in der Schweiz, so denke ich auch in Deutschland), aber die müssten ZUSAMMEN angeschaut werden.
 
  • #3
Variante 1
Die Partner möchten dass alle Kinder, gleich ob gemeinsam, aus früherer Ehe, im Haushalt lebend oder nicht, gleich behandelt werden.
Dann bietet sich wieder das Berliner Testament an, allerdings mit eindeutiger Formulierung in Bezug auf die Kinder, z.B. mit dem erläuternden Zusatz, wer mit „unsere Kinder" gemeint ist:
„Wir setzen uns gegenseitig zu unserem alleinigen Vollerben ein. Erben des letztversterbenden von uns sind unsere Kinder. Unsere Kinder, sind sowohl unsere gemeinsamen Kinder, als auch die Kinder aus unseren vorherigen Beziehungen."
Gleichzeitig sollte fest gelegt werden, dass dies auch für den Fall des gleichzeitigen oder kurz hintereinander liegenden (innerhalb eines Monats) Versterbens der Ehegatten gelten soll.
Probleme gibt es hier wegen den unterschiedlichen Pflichtteilsansprüchen der Kinder aus den vorherigen Verbindungen.
In meinem Beispiel setzten sich Heinz und Hilde als Alleinerben ein und nach dem Tod des Letztversterbenden die Kinder Tatjana (Tochter von Heinz) und den Sohn Sebastian (Sohn von Ehefrau) zu gleichen Teilen. Nun verstirbt der Ehemann zuerst. Alleinerbin wird Hilde. Tochter Tatjana kann ihren Pflichtteil einfordern in Höhe von ¼. Nach dem Tod von Hilde erben Tatjana und Sebastian wieder zu gleichen, allerdings wurde der Nachlass zuvor von Tatjana um ¼ geschröpft, so, dass die Kinder doch wieder ungleich bedacht werden.
Hier wäre es am sinnvollsten die Kinder vorab zu Pflichtteilsverzichten zu bewegen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Aufnahme von so genannten Pflichtteilsstrafklauseln im Testament.
„Wer dennoch den Pflichtteil geltend macht, ist einschließlich seiner Abkömmlinge von der Schlusserbfolge ausgeschlossen."
Um die gerechte Verteilung zu gewährleisten, sollten diese Testamente auch Bindungswirkung ausgestaltet werden, so dass der überlebende Ehegatte das gemeinschaftliche Testament nicht nach dem Tod der Erstversterbenden einseitig ändern kann.
Bei größeren Vermögen sollte zum Ausglich der steuerlichen Nachteile mit Drittbestimmungsvermächtnissen zugunsten der Kinder auf den ersten Todesfall gearbeitet werden, um die Freibeträge nach dem Tod des Erstversterbenden gegebenenfalls ausnutzen zu können. Insoweit behandelt das Erbschaftssteuerrecht die Stiefkinder wie die Kinder der Freibetrag liegt bei 400.000 €.
 
  • #4
Variante 2
Die jeweils eigenen Kinder sollen begünstigt werden. Das Vermögen des jeweiligen Partners soll also letztendlich an seine eigenen leiblichen Kinder aus der vorherigen Verbindung fließen bzw. an gemeinsame Kinder fließen, nicht jedoch an die Stiefkinder.
Meistens ist noch gewünscht, dass der Partner zu Lebzeiten abgesichert ist, die Begünstigung der eigenen Kinder also erst nach dem Ableben der Letztversterbenden eintritt.
Hier bieten sich Regelungen an, nach denen der Ehepartner nur zum Vorerben wird, das Vermögen also treuhänderisch hält und lediglich die Früchte daraus, wie Selbstnutzung einer Immobilie, Mieteinnahmen oder Zinsen behalten darf.
In unserem Beispiel stirbt Heinz zuerst. Hilde wir Vorerbin. Sie bewohnt das Haus von Heinz und zieht die Zinsen von seinen Wertpapieranlagen ein. Nach dem Tod von Hilde geht das Vermögen von Heinz im Bestand ungeschmälert an dessen Tochter Tatjana. Das Eigenvermögen von Hilde geht an deren Sohn Sebastian. Damit erhält schlussendlich jedes Kind nur das Vermögen des leiblichen Elternteiles.
Ähnlich wäre auch eine Nießbrauchvermächtnislösung für den Partner. Die leiblichen Kinder werden Erben, der Ehepartner erhält im Vermächtniswege aber den lebenslangen Nießbrauch und kann so Immobilien, Geldvermögen nutzen und Erträge für sich verbrauchen.
 
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Gast

  • #5
Wenn ihr Eure Kinder nicht gegenseitig adoptiert, erben sie von dem Partner nichts.

Wenn ihr heiratet und der Mann stiebt zuerst, dann bekommst du (glaube ich) die Helfe von dem was er vererben kann, die andere Helfe wird auf seine Kinder gleichmäßig aufgeteilt, Deine Kinder bekommen nichts. Wenn Du dann nach Deinem Mann stirbst, erben nur Deine Kinder alles von Dir seine Kinder bekommen nichts.

Wenn Du nach der Heirat mehr in die Zukunft investierst, als Dein Lebenspartner, dann jooo... ist halt so, alles was in der Ehe erarbeitet wurde, wird Halbe Halbe geteilt - das was vor der Ehe an Vermögen da war, gehört weiter Dir.

Wenn Du Deine Stieftochter dann nicht auszahlen kannst, dann kann sie drauf bestehen, dass das Haus verkauft wird.

Das Haus gehört Dir eh schon zur Hälfte, Dein toter Ehemann kann nur seine Hälfte vererben. Also bekommst Du ein Viertel und Deine Stieftochter auch ein Viertel. Auf dieses Geld hat sie einen Anspruch. Wenn ihr Vater sie enterbt, dann ist der Pflichtteil, die Hälfte vom eigentlichem Erbe (soweit ich weiß), also 1/8, vom Wert des Hauses.

ABER ich finde es echt traurig, weil Du dem Mädchen sowas unterstellst? Sie wird auch durch Dich geprägt und gerade solche Hintergedanke bekommen Kinder mit. Vielleicht sollte man lieber IHR Erbe vor Dir schützen.

Zu Deiner Fragen! Nein soweit ich weiß, kann man das Erbe nicht soweit verschieben. gerade ein Haus verliert in der Zeit an Wert. Vielleicht solltet ihr dementsprechend Geld ansparen, damit das Erbe ausbezahlt werden kann.
 
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  • #6
Hallo,

grundsätzlich behältst Du, was Du einbringst. Zusätzlich bekommst Du bei einem Ehemann die Hälfte seines Erbes. Ich würde das aber beim Anwalt oder Notar klären.

m, 46
 
  • #7
Ja, die Möglichkeit gibt es, man kann einen Vor- und Nacherben einsetzen. Dann würdest du das Vermögen deines Mannes erben, nach deinem Tod dann allerdings die Tochter deines Mannes. Ich weiß aber nicht, wie das genau aufgeteilt wird, wenn du eigene Erben hast.
 
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  • #8
Hallo FS,

eine Kollegin und ihr Mann haben sich u.a. gegen Wohneigentum entschieden, weil beide jeweils einen Sohn mit in die Ehe gebracht haben. Sie erzählte mir, dass ihr Stiefsohn nach dem Tod ihres Mannes (auch wesentlich älter als sie) den Pflichtteil in jedem Fall von ihr fordern könne.

Da ich jedoch keine Juristin bin und dies hier auch kein entsprechendes Fachforum, tust du wohl gut daran, dir fachlichen Rat zu holen.
 
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  • #9
Einfaches Beispiel:
Er 100000 Vermögen + 1 Kind, Sie 100000 Vermögen + 1 Kind. Beide heiraten.
Er stirbt zuerst: Sie bekommt die Hälfte, das LEIBLICHE Kind die andere Hälfte.
Hinterher also: Sein Kind 50000, Sie 150000, Ihr Kind 0.
Sie stirbt irgendwann: Ihr LEIBLICHES Kind kriegt alles.
Hinterher also: Sein Kind 50000. Ihr Kind 150000.
Krach ist bei der gesetzlichen Erbfolge praktisch vorprogrammiert, daher unbedingt einen Anwalt einschalten.

M
 
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  • #10
Mit einer schönen Geschichte umschrieben :)

Ich fürchte Hochzeit plus Berliner Testament ist schon die höchste Sicherheitsstufe. Und ich kann Dein Ansinnen auf mehr Sicherheit sehr gut verstehen. Ich habe das gleiche Problem.

Es gibt garantiert noch Tricks, um diese Wahnsinnsgesetze auszuhebeln, ich hoffe, einer nennt hier noch ein paar davon. Warum Kinder ein Recht zu so einem Zeitpunkt haben, entzieht sich all meiner Vorstellungskraft. Die leben die letzten Jahre in der Regel nicht mit dem Elternteil zusammen, also warum so ein Pflichtteilrecht???

Bitte liebe (Halb-)Juristen helft uns doch mal ein wenig bei dieser Frage auf die Sprünge, es ist ein sehr interessantes Thema. Danke der Fragestellerin.
 
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  • #11
Um eine Beratung bei einem spezialisierten Anwalt werdet ihr wohl nicht herum kommen.

Beachtet bitte auch die steuerlichen Aspekte!

In meinem Umfeld wurde es über einen Grundbucheintrag zu Lebzeiten geregelt, spart auch Erbschaftssteuer - an die gemeinsame Tochter (jeder hatte Kinder aus erster Ehe + das gemeinsame "Kind" von 30 Jahren). Es sollte natürlich dabei eine verträgliche Regelung für die anderen späteren Erben gefunden werden.
 
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  • #12
Die einzigste Antwort, die ich Dir geben kann. Heirate nicht! So mach ich es und fertig ist die Laube. Mietet euch ein Haus, so gibt es keinen Streit ums Erbe.
 
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  • #13
Bei einem gemeinsamen Eigenheim, das ihr zusammen baut/kauft wo du notariell als 50% Hauseigentümer miteingetragen bist, kann dir das natürlich kein Kind weg nehmen, bis du nicht selber tot bist.

Wenn dein Partner stirbt, geht das Haus erstmal zu 100% in dich über, später dann an das Kind/oder unter den Kindern aufgeteilt.

Es ist generell sinnvoll, so etwas im Vorfeld abzusichern und gemeinsam auch abzuklären, wem was überlassen wird. Auch wenn das Kind älter ist, zu fragen, was sie überhaupt machen möchte... im Haus mitleben, ein eigenes Haus, vielleicht will sie ja im Ausland leben? Das kann man heute alles noch gar nicht wissen. Aber man kann die Richtung schon ein bisschen einlenken.
Da ist der Vater die springende Kraft.

Selbstverständlich wird seine Tochter eines Tages die Erbfolgerin von euch beiden sein. Eben als nächste Angehörige. Genauso gibt es aber Kinder, die (pardon) schei.... auf das Erbe und wollen gar nix und sind froh, wenn sie damit nicht belastet werden.

Dein Mann soll ein Testament schreiben und hinterlegen lassen, wem er was vererbt. Also, wenn er ein Haus alleine kommt, soll er schreiben, dass er wünscht, dass nach seinem Ableben, du das Haus behalten darfst bis du stirbst. Du solltest ebenfalls ein Testament schreiben. Du könntest ja auch vorher sterben oder jederzeit einen Unfall haben, und das passiert häufiger als man denkt. Es muss nicht immer der alte Partner sein.

Schon mal was von Enterbung gehört? Natürlich kann er die Kinder auch aus dem Erbe raushalten. Die Kinder bekommen nur ihren Pflichtanteil, wenn kein Testament/letzter Wille vorhanden ist.

Auch solltest du dich anderswie versicherungstechnisch absichern. Wer sagt, ob ihr überhaupt so lange zusammen bleiben werdet? Du könntest mit 50 oder 60 auch sagen: "so, nee, ich will jetzt gehen und hab die Nase voll" Dann brauchst du ebenfalls einen Plan B für dein Leben.

Ich würde diese ganzen Punkte also mit deinem Partner absprechen, was später im Falle des Falles mal ist.
 
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  • #14
Vielleicht hast du schon mal in den Medien gehört, wo der reiche Mann, seiner jungen Geliebten alles vermacht hat und die eigenen Kinder in die Röhre geguckt haben. Per Testament kann man alles festlegen. Das Testament sollte aber beim Notar sicher verwahrt werden, damit es nicht zufälligerweise von gierigen Händen abhanden kommt oder manipuliert wird. Der Bestatter fragt ja auch immer im Erstgespräch, ob der Lebenspartner ein Testament hinterlassen hat.
 
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  • #15
Die Spielregeln in Österreich, korrigiert mich, wenn ich falsch bin:
ohne Testament erbt die Ehefrau 2/3 und die leiblichen Kinder teilen sich 1/3. Da dir ohnehin die Hälfte gehört, geht es um 1/6 eures Hauses.
Du kannst außerdem ein lebenslanges Wohnrecht vereinbaren. Dann werden die Erben im Grundbuch eingetragen, du bleibst aber im Haus. Deine und seine Kinder machen sich das dann später aus.
Keine Ahnung, wie die Situation in Deutschland aussieht, aber ganz ehrlich - egal, wo ihr wohnt, wie viele Kinder wer hat u.s.w - bei so großen Anschaffungen wie einem Haus solltet ihr einen Vertrag miteinander machen. Darin sollte geregelt sein, wie das ist, wenn ihr euch trennt, wenn einer stirbt, ... Ganz nüchtern und kopflastig an das Thema Geld herangehen, da ist Verstand gefragt.
 
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  • #16
Wenn Du hälftig im Grundbuch stehst, geht es für Stiefkinder nur noch um die andere Hälfte.
Ohne Gütertrennung (normal) bleiben Dir bei seinem Tod einmal sowieso Deine Hälfte und die
Hälfte von seiner Hälfte. Sprich ein Viertel des Hauswertes steht den Kindern zu. Bei einem 400Teuro Objekt musst Du also 100Teuro rausrücken, mit Berliner Testament den Pflichtteil 50Teuro.
Daher lohnt sich eine Lebensversicherung in entsprechender Höhe, irgendwas müssen Kinder schließlich erben. Berliner Testament besagt im Grunde, der Überlebende erbt - fordern die Kinder ihren Anteil, gibt's nur den Pflichtteil, ansonsten später volles Erbe. Wobei Kinder natürlich gekniffen sind, wenn der Überlebende alles verjubelt oder für Pflege braucht. Als Stiefkind würde ich persönlich den Pflichtteil fordern, da ich für spätere Pflegekosten des Stiefteils nicht herangezogen werden kann und ansonsten keine Sicherheit habe, ob am Ende was übrigleibt.
 
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  • #17
Das Vermögen der Partner verteilt sich unterschiedlich, je nachdem, ob die (Stief-) Mutter oder der (Stief-) Vater zuerst verstirbt. Beim Tod eines Partners erben dessen leibliche Kinder, sei es dessen einseitiges Kind und/ oder das gemeinsame Kind. Der Partner erbt im Regelfall daneben die Hälfte, wenn die Partner verheiratet waren. Waren die Partner nicht verheiratet, erben nur die leiblichen Kinder. Stirbt der 2. Partner erben nur dessen leibliche Kinder.

Hat die (Stief-) Mutter ein Haus, erbt der überlebende Ehepartner 50 % vom Haus und die leibliche Tochter der Mutter ebenfalls 50 % vom Haus. Stirbt später der (Stief-) Vater, erbt dessen leiblicher Sohn das Vermögen seines Vaters. Dazu gehört dann auch die geerbte Haushälfte, die ursprünglich der Stiefmutter gehörte. Die Stieftochter erhält beim Tod des Stiefvaters nichts.

Wäre zuerst der (Stief-) Vater gestorben, hätte die Tochter das gesamte Haus ihrer Mutter allein geerbt sowie die Hälfte des Vermögens des Stiefvaters.

Die Höhe des geerbten Vermögens ist für die Kinder also vom Zufall abhängig - je nachdem wer zuerst verstirbt: Der leibliche Elternteil des einseitigen Kindes oder der Stiefelternteil. Die Kinder des länger Lebenden sind in der Patchwork - Familie klar bevorzugt.

Am besten einen Fachanwalt aufsuchen und ein Testament aufsetzen.
 
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  • #18
Liebe FS,
dazu gibt es ohne Ende Ratgeber.
Wenn Ihr ein gemeinsamen Haus kaufen und es finanzieren wollt, dann tut das erst nach der Heirat und lasst Euch zu gleichen Teilen ins Grundbuch schreiben. In dem Fall gehört Dir die Haelfte des Hause, von seiner Haelfte bekommst Du ebenfalls 50%. Die anderen 50% gehen an sein Kind. D.h. Dir gehören 75% des Hauses, seiner Tochter 25%. Wenn sie ihren Pflichtteil haben will sind das 10% von ihren 25%. Hierin bin ich aber nicht ganz sicher - musst Du googlen. Deine Tochter würde ohne weiteres Testament 75% des Hauses erben.

Über das Berliner Testament kannst Du Dir das alleinige Nutzrecht bis zu Deinem Lebensende sichern. Nutzrecht ist was anderes als Wohnrecht. Beim Nutzrecht kannst Du das Haus vermieten, z.B um eine chice Seniorenwohnung zu bezahlen. Verkaufen kannst Du das Haus nicht, weil seine Tochter zu 25% im Grundbuch steht.

Alternative: das Haus wird zu Deinem alleinigen Eigentum (nur Du im Grundbuch), wenn er Dich absichern will.

Sinnvoller als ein Geschwurbel über Rentnerponys und vererbte Gier sind Fakten im Beitrag, was Euer gemeinsamer Wille ist und wie man den vertraglich gestaltet, bzw. konkret sagen, was Du willst und durch welches vertragliche Konstrukt Du es bekommen kannst.

Solche Fragen stellt man übrigens nicht in einem Partnerschaftsforum. Da klärt man den gegenseitigen Willen und geht zu einem Notar zur Beratung. Das kostet ein paar Hundert Euro, die Bedeutung, die das Thema hat, sollte es einem Wert sein.
w, 50 (Informatikern, keine Juristin oder Notarin)
 
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  • #19
Danke für die Antworten, teilweise sehr interessant.

Ich möchte (vorausgesetzt dass wir unser Leben wirklich bis zum Ende miteinander teilen) natürlich kein Kind aus der Erbfolge ausschliessen, auch nicht meine Stieftochter. Ich hab nur gerade im Zuge seiner Scheidung erlebt was Geldgier auslösen kann und das hat mich sehr schockiert. Auf meiner Familienseite gibt es sowas nicht.

Deswegen habe ich mir natürlich Gedanken gemacht. Ich denke aber mit dem Berliner Testament und dem Nutzrecht (das habe ich ganz vergessen) wäre dieses Problem schon gelöst. Dann verliere ich unser fiktives Eigenheim im Alter nicht und alle Kinder werden beteiligt. Mehr will ich doch gar nicht ;-)

Mein Partner sieht das natürlich genauso wie ich und wir werden uns wenn der Hauskauf aktuell wird entsprechend beraten lassen. Es war nur vorab eine Überlegung meinerseits ob sich ein gemeinsames Eigenheim für mich überhaupt lohnt, denn wenn seine Tochter so wird wie seine Ex hätte sie kein Problem damit mich später zu einem Verkauf zu zwingen solang nur ein Cent dabei raus springt. Und nein, ich hab keine Probleme mit dem Kind, im Gegenteil wir kommen wunderbar klar. Aber wer weiß wie sie sich unter Einflußnahme von Menschen, die den Hals nicht voll kriegen können entwickelt.
 
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  • #20
Sorry aber so wie du über deine Stieftochter redest und v.a. Über ihre Mutter würde ich die Finger von einer Patchworkfamilie lassen, dafür bist du wohl nicht geeignet; das hat bei deiner Einstellung ein ziemliches Aschenputtelpotential mit Dir als böser Stiefmutter. Von wegen Zaubermaus das arme Kind wird von Dir ja schon mit negativen Charakterzügen ausgestattet. Überlege dir echt noch mal , ob du das Stiefmutter sein drauf hast, bevor du in 20 Jahren deine Stieftochter auf dem Gewissen hast, klingst eigentlich ganz nett, ich glaube nicht, dass du so etwas willst.

Lass dem Kind seine Mutter und zwar wertneutral.

Damit meine ich keinesfalls die Überlegung zur Erbschaft , das finde ich gut sich vorher Gedanken zu machen gerade bei einer Patchworkfamilie.
 
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  • #21
Man wird Dir vermutlich Geldgier unterstellen. Die Bedenken sind aber gerechtfertigt. Ich kenne mehrere Beispiele, in denen die zweite Ehefrau und ein "Stiefkind" den Mann gepflegt haben und er immer gesagt hat, dass sie die Einzigen sind, die sich um ihn kümmern und denen er etwas bedeutet. Dann gab es kein Testament und die Kinder aus erster Ehe haben einen "Rachefeldzug" gegen die zweite Frau geführt. Ich persönlich habe das im Interesse meiner Frau nicht riskiert. Wir haben unser Haus gemeinsam erworben, stehen zur Hälfte im Grundbuch, ihre Tochter adoptiere ich (das Verfahren läuft) und nach dem Tod des ersten Ehegatten erbt der andere Ehegatte alles, nach seinem Tod alle Kinder gleich viel. Wer zuvor etwas will, bekommt nur den Pflichtteil. Unsere Kinder erhalten eine ausgezeichnete Ausbildung, wer schon auf sein Erbe schielt, hat Strafe verdient. Ich bin zunächst mal für meine Frau verantwortlich, die immer viel gearbeitet hat.
 
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  • #22
Das gibt doch nur böses Blut unter den Geschwistern.

Ich bin dafür, das alle gleich behandelt werden.

Was können die Kinder denn dafür, wenn sich dein Partner zb. von seiner ersten Frau getrennt hat.

Oder willst du deine Kinder bevorzugen?
 
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  • #23
Sorry aber so wie du über deine Stieftochter redest und v.a. Über ihre Mutter würde ich die Finger von einer Patchworkfamilie lassen, dafür bist du wohl nicht geeignet; das hat bei deiner Einstellung ein ziemliches Aschenputtelpotential mit Dir als böser Stiefmutter. Von wegen Zaubermaus das arme Kind wird von Dir ja schon mit negativen Charakterzügen ausgestattet. Überlege dir echt noch mal , ob du das Stiefmutter sein drauf hast, bevor du in 20 Jahren deine Stieftochter auf dem Gewissen hast, klingst eigentlich ganz nett, ich glaube nicht, dass du so etwas willst.
Ich verstehe mich blendend mit meiner Stieftochter und habe noch nie ein schlechtes Wort über ihre Mutter verloren vor ihr oder meinen anderen Kindern, obwohl sie ihrerseits ziemlich gegen mich und den Vater des Kindes hetzt. Ich möchte mir das nicht unterstellen lassen.

Die Mutter ist sehr materiell orientiert und hat kein Problem damit um Geldbeträge zu streiten, seien sie noch so klein, obwohl es um ihre Einkommensverhältnisse gut bestellt ist. Und ich denke die Einstellung zu Geld und Geiz ist schon ein Wert, den man sehr stark von seinen Eltern übernimmt.

Natürlich sollen alle Kinder Anspruch auf ein Erbe haben wenn es mal eins gibt. Das steht gar nicht in Frage. Ich möchte nur nicht mein gesamtes Geld in ein Eigenheim stecken dass ich im Fall des Todes meines Partners nicht halten könnte wegen solcher Erbgeschichten.
 
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  • #24
Was ich bei vielen hier nicht nachvollziehen kann, warum haben die Kinder ein automatisches moralisches Recht auf ein Erbe.

Natürlich sollte erst der Partner alles erhalten, selbst wenn er es dann verjubelt und nichts verbleibt. Gibt es wirklich eine "moralische" Pflicht, etwas an die Kinder zu vererben???

Ich würde der FS auch raten zu heiraten, ein Berliner Testament plus Niesbrauchrecht und im Zweifel bereits Kinder zu enterben, falls hier tatsächlich schon auf Erbe geschielt wird kinderseits. Viel mehr Möglichkeiten gibt es rechtlich ja auch nicht. Und wirklich alles auf den Partner übertragen, inkl. Mobiliar und Auto etc.. Ich denke auch, die zweite Frau oder auch der zweite Mann sind sonst die Dummen.
 
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Gast

  • #25
Sorry liebe FS,

Was du in deiner Rechtfertigung zu den Äußerungen über deine Stieftochter sagst, ist doch Blödsinn, alles die böse geldgierige Mutter. Beziehungen scheitern nicht an einer Person, dein aktueller Mann hat seinen Anteil daran und er hat mit der Frau ein Kind.

Du rechtfertigst damit gerade nur deine eigenen Versuche jetzt schon deine Stieftochter auszubooten , indem du ihre Mutter schlecht machst , perfider geht's nich mehr.


Ich habe auch Stiefkinder und ein gutes Verhältnis zu Ihnen und inzwischen auch zur leiblichen angeblich damals auch ach so bösen Mutter. Ich habe meinem Gatten allerdings ins Gewissen geredet damals.

Wenn du nicht neutral und kritisch seiner Vergangenheit gegenüber sein kannst , werdet nie eine harmonische Patchworkfamilie haben.

Du klingst sehr auf deinen Vorteil bedacht.
 
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Gast

  • #26
Sorry liebe FS,

Was du in deiner Rechtfertigung zu den Äußerungen über deine Stieftochter sagst, ist doch Blödsinn, alles die böse geldgierige Mutter. Beziehungen scheitern nicht an einer Person, dein aktueller Mann hat seinen Anteil daran und er hat mit der Frau ein Kind.

Du rechtfertigst damit gerade nur deine eigenen Versuche jetzt schon deine Stieftochter auszubooten , indem du ihre Mutter schlecht machst , perfider geht's nich mehr.


Ich habe auch Stiefkinder und ein gutes Verhältnis zu Ihnen und inzwischen auch zur leiblichen angeblich damals auch ach so bösen Mutter. Ich habe meinem Gatten allerdings ins Gewissen geredet damals.

Wenn du nicht neutral und kritisch seiner Vergangenheit gegenüber sein kannst , werdet nie eine harmonische Patchworkfamilie haben.

Du klingst sehr auf deinen Vorteil bedacht.
Du kennst weder mich noch ihre Mutter und über das Kind habe ich kein böses Wort verloren. Es ist mir egal was in deren Beziehung schief gelaufen ist, das geht mich nichts an und ist mir auch egal. Mich geht es aber an, wie sie sich jetzt verhält. Mir gegenüber, meinem Mann gegenüber, meinen Kindern gegenüber, ihrem Kind gegenüber. Es gibt Gründe, warum ich mich ablehnend verhalte. Ich bin absolut kein streitsüchtiger Mensch. Mein Partner und ich haben alles versucht um ein wohlwollendes Verhältnis herzustellen. Du schätzt mich hier gerade ganz falsch ein.

Ich hätte gern ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Eins wo man nicht drauf warten muss bis sie wieder alle paar Wochen explodiert und es an ihrem Kind und ihrem Expartner auslässt (was beides auch mich betrifft).
 
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  • #27
Wie 11 bereits schrieb:
Das einfachste - mieten. Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit.
Vorteil mieten: verschwinden bei nervigen Nachbarn, trennen ohne Problem, LV - neuer Bezugsberechtigter jederzeit möglich.
Niemand schielt auf Erbe.
Im Pflegefall wird nix verramscht,
So spät noch, mit Stiefkinder, da würde ich mir kein Eigentum mehr anschaffen.
Maximal eine gemeinsame Ferienwohnung über eine ausländische SA, bei der das deutsche Erbrecht in die Röhre schaut.
Ihr wollt in D. kaufen? Da sag ich nur, Pflegefall des einen, Erbansprüche von der anderen Seite usw.-
viel Spaß und einen guten Anwalt.
 
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Gast

  • #28
Interessantes Thema. Seht ihr folgendes als verwerflich an: Mein Mann hat einen Sohn aus vorheriger Beziehung. Verhaeltnis mit Mutter schwierig, sie beeinflusst ihn derzeit und er kommt nicht mehr so oft zu uns. Wir haben gemeinsame Kinder, wollen Haus bauen. Ich bin Hausfrau, habe monatliche Mieteinnahmen und geerbt. Wenn wir uns nun ein Haus kaufen waere mir wohler wenn das auf mich eingetragen wird damut unsere leiblichen Kinder es erben ( Absicherung Scheidungsfall fuer den Mann ist selbstverständlich). Es ist schliesslich das Elternhsus unserer Kinder. Vom Rest (ETW) soll sie ihren ganz normalen Teil kriegen. Die Mutter hat uebrigens eine sehr reiche Familie, hier wird er auch einiges erben. Ansonsten wuerde er ja doppelt und dreifach erben oder? Wie seht ihr das?
 
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Gast

  • #29
Ich finde es völlig in Ordnung , was Du vorschlägst. Du schließt das Kind aus erster Ehe ja nicht aus. Es sollte eben aus dem Geldvermögen erben und zwar gleichberechtigt . Ich finde es nur deinem Mann gegenüber nicht fair, dass er nicht im Grundbuch steht. Über ein Testament lässt sich das doch regeln, so dass auch er abgesichert ist.

Schade finde ich es halt, dass da so ein Unterschied gemacht wird. Als ich mich für meinen Mann und seine Kinder entschied, war mir klar , es sind jetzt auch meine und das sind sie auch geworden, auch wenn sie ihre Mutter haben. Ich liebe sie wie unsere und deshalb werden sie alle gemeinsam Erben. Was sie daraus machen, liegt ohnehin in ihren Händen.
Wieviele leibliche Geschwister zerstreiten sich dabei?

Ich hoffe , sie bekommen es ohne hin. Wir konnten ihnen hoffentlich zeigen, wie es geht. Auch wenn es nicht einfach war und viel Arbeit an sich selbst gekostet hat.
 
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Gast

  • #30
Verlass Dich nicht auf den Alersunterschied: Meine Mutter ist mit 73 gestorben, ihr Mann ein halbes Jahr später mit 88 Jahren. Damit war er Alleinerbe nach Testament und seine Kinder aus erster Ehe haben noch einmal gleichberechtigt mit den gemeinsamen Kindern aus zweiter Ehe geerbt, auch wenn die Erbschaft wirklich gering war.