G

Gast

Gast
  • #1

Er hat meinen Liebesbrief nicht mehr

Guten Morgen,

wie bewertet Ihr es, wenn der/die Partner/in den Liebesbrief im Ofen entsorgt?

Mein Lebenspartner hat von mir vor einiger Zeit einen wunderschönen Liebesbrief von mir erhalten. Nun habe ich ihn gefragt, ob ich ihn noch einmal lesen dürfte. Mir ging es darum, wie es sich für mich anfühlt, meine ein Jahr alten Gedanken und Gefühle zu lesen.
Nun hat er mir gesagt, er hat den Brief nicht mehr.. Damit kann ich nicht umgehen. Ich frage mich, ob ihm meine Worte nicht wichtig sind? Oder ob ich ihm nicht wichtig bin? Ich fühle mich entwertet, bin ich zu empfindlich?

Lieben Dank Euch allen.
w 34
 
G

Gast

Gast
  • #2
Ich würde an deiner Stelle darauf schauen, wie er dich behandelt, was er tut und wie du dich dabei fühlst. Nur das ist wichtig.

Ja, mich würde es als Mann auch wundern, aber ich würde nicht nach meinem eigenen Brief fragen, um ihn nochmal lesen zu wollen. Wenn ich so gepolt wäre, dann würde ich mir vor dem Versand eine Kopie machen.

Menschen gehen sehr unterschiedlich mit Nachrichten, Briefen, e-mails um. Manche heben alles ein Leben lang auf, andere lesen und löschen dann bzw. zerreissen, verbrennen, werfen weg. Außer, sie müssen etwas aufheben, für die Steuer z.B.

M52
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ich frage mich, ob ihm meine Worte nicht wichtig sind?

Frage dich mal ehrlich, warum du diesen Brief geschrieben hast, welches "Ziel" du damit verfolgt hast.

Ein echter LIEBESbrief sollte doch eigentlich den Zweck erfüllen beim Empfänger etwas Positives zu bewirken. Schreibt man einen ECHTEN Liebesbrief doch eigentlich, um dem geliebten Menschen damit glücklich zu machen.

Deine Reaktion deutet eher auf egoistische Motive hin - als hättest du den angeblichen "Liebes"brief in Wirklichkeit geschrieben, damit für DICH etwas Positives dabei raus springt - nämlich das Gefühl für DICH, dass er DICH damit als etwas Besonderes sieht, dass er beim Lesen DICH und DEINE Worte als wichtig empfindet.

Du machst ihm mit dem Brief vor, ihm diesen zu schreiben, damit er weiß wie wichtig ER dir ist, dabei willst du in Wirklichkeit erreichen, dass DU ihm wichtig bist.

Nur wenn das, was ich gerade beschrieben habe, dein wahres Motiv war diesen "Liebes"brief zu schreiben, dann ist dein Gekränkt-sein über sein vermeintliches Desinteresses natürlich die logische Folge daraus - dein Ziel, dass DU von diesem Brief profitierst, indem dieser bei deinem Freund positive Gefühle FÜR DICH bewirkt, wurde nicht erreicht.

War der Brief dagegen ehrlich IHM gewidmet als Liebeserklärung von dir, um IHM damit etwas Schönes zukommen zu lassen, dann hättest du nun keinen Grund dich "entwertet" zu fühlen. Denn egal wie wichtig IHM deine Worte sind, an DEINER Liebe hätte sich dadurch doch nichts geändert.
Entsprechend würde es DEINE Liebeserklärung trotzdem nicht entwerten.

w, 45
 
G

Gast

Gast
  • #4
Also wenn mir jemand sagen würde: "Gib mal den Brief her, den ich dir mal geschrieben habe, ich will mal sehen, ob die Worte heute noch passen", dann hätte ich den Brief wahrscheinlich auch nicht mehr. ;-)
Mach dir das nächste Mal eine Kopie von den Briefen, die du verschickst.
Übrigens heißt Briefe aufheben auch nicht automatisch Wertschätzung. Ich habe auch noch alte Briefe, obwohl die dazugehörigen Beziehungen längst passé sind. Denn warum soll man sich um solche Erinnerungsstücke bringen, nur weil einem die Person nicht mehr wichtig ist?
 
G

Gast

Gast
  • #5
Ihr scheint nicht so recht zusammenzupassen. Ich finde es auch seltsam jemanden mit einem "Liebesbrief" in Zugzwang zu bringen. Du musst doch noch wissen was du geschrieben hast und wie sich das anfühlt. Sonst hättest du ihn kopieren sollen. Du bist überempfindlich. Mit sensibel hat das für mich eher weniger zu tun. Übrigens: Die Entscheidung ob der Brief "wunderschön" ist liegt im Auge des Betrachters. Vielleicht war er ja nicht wunderschön sondern einfach aus einem kitschigen Poesiealbum abgeschrieben und der Empfänger hat es dir nachgesehen und dich nicht mit dem Schmalz kompromittiert. Alleine das finde ich jetzt schon ein bisschen selbstverliebt. Auch ist es nicht normal das ein Jahr lang zu memorieren und im Blick zu halten wie toll man das doch gemacht hat. Man fragt sich ob du Aufmerksamkeit und Liebesbekenntnisse erzwingen willst. Wenn du wissen willst, warum der Brief nicht mit Schleifchen drum in der Schublade liegt dann musst du ihn wohl oder über selber fragen. Immerhin ist er ja dein "Lebenspartner". Da sollte man drüber reden können und auch wissen wie es um die romantische Veranlagung steht. Ich brauche übrigens auch weder Fotos noch sonstige Dokumente um sie zu archivieren. Für mich ist das inzwischen materieller Ballast. Mir reicht woran ich mich erinnere. Wenn ich es vergesse war es nicht wichtig. Merke: Ein Geschenk ist kein Geschenk mehr wenn man in irgendeiner Form etwas dafür verlangt. Dann ist es ein Tauschgeschäft. w47
 
G

Gast

Gast
  • #6
Ich wäre auch endtäuscht, wenn der Brief im Ofen wäre.
Andererseits müsste er auch nachdenklich werden. Hätte ich einen Partner, der seine Briefe lesen will würde ich mir Gedanken machen, ob er kontrolliert, eifersüchtig ist, wisssen will ob das Ganze noch stimmt etc. Da stimmts irgendwie auf beiden Seiten nicht.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Das ist wieder so ein typisches Frauendings - es ist nichts los, also wird irgendwas konstruiert und dann ein Fass aufgemacht, um daran rumzuinterpretieren und zu hobbypsychologisieren. Für mich ist das immer der Gipfel des unerwachsen seins und der Versuch, ein leeres Leben mit Nervenkitzel zu füllen. Das kann jetzt die neue Partnersuche sein, wegen unüberbrückbarer Unterschiede in der Lebenseinstellung in Form eines vernichteten Leibesbriefes.

Es gibt Menschen, die mögen keine Dinge aufbewahren und sich ihre Wohnung vollmüllen, weder Diddlmäuse noch Briefe, Tagebücher etc. Dazu gehört auch ein vernichteter Leibesbrief und das hat nichts damitzu tun, dasse r Dich nicht liebt - der Leibesbrief passt einfach nicht in sein minimalistisches Ablagesystem. Diese Menschen machen auch nicht unentwegt Fotos, haben keine Fotocloud oder Regalmeter Fotobücher, sondern die bewahren die Erinnerungen in ihrem Kopf und in ihrem Herzen und sind im täglichen Leben mit leichtem Gepäck unterwegs. Das macht sie nicht zu schlechteren, weniger empathischen Menschen. Vielleicht haben sie sogar mehr Empathie, als diejenigen, die mit "Müll"verwaltung beschäftigt sind, weil sie die wichtigen Dinge jederzeit im Kopf präsent haben.

Ich bin ein Mensch, der mit leichtem Gepäck durchs Leben zieht, ich entmülle 2 mal im Jahr Regale und den Kleiderschrank. Ich verhindere, dass überflüssige Dinge sich bei mir ansammeln. Ich will keine Geschenke, die mir die Wohnung vollstellen, meine Konzentration stören und die ich abstauben muss. Meine Freunde wissen das und schenken mir was wirklich wichtige ist, wovon ich mein Leben lang was haben werde: gemeinsame Zeit, gemeinsame Erlebnisse.
Ich brauche keinen Liebesbrief mit gekünstelten, nachlesbaren Worten, weil ich mich jederzeit an einen echten warmen Blick erinnern kann, der mich voller Liebe anschaut. Das ist mir viel mehr wert und wirkt nachhaltiger.

Wenn Du unsicher in Deinen Gefühlen bist und sie zu Papier bringen musst, um sie fassen zu können, später nachverfolgen willst, dann lade das nicht Deinem Partner auf, sondern schreib' für Dich ein Tagebuch.
w
 
G

Gast

Gast
  • #8
Ich würde das nicht auf die Goldwaage legen. Nach meinem Empfinden ist es weniger wichtig, wie lange er diesen Brief aufhebt, wichtiger ist es, wie er ihn aufgenommen hat, hat er ihn nur zur Kenntnis genommen oder, hat er sich wahnsinnig gefreut und in Gedanken, in seinem Kopf trägt er deine Zeilen noch immer mit sich herum.

Sicher, einen schönen Brief sollte man nicht unbedingt gleichgültig wegschmeißen, aber es kann eben doch mal passieren, im Stress, im Aufräumwahn, whatever.

Schaue darauf, wie es ansonsten mit euch läuft!
 
G

Gast

Gast
  • #9
Ich finde beides recht schräg: Von dir, dass du in diesen deinen Brief von "damals" nun "Einsicht nehmen" willst; von ihm, dass er ihn entsorgt hat. So gesehen, könnte man sagen: Ihr seid beide leicht "schräge Vögel"… :)

Hast du ihn gefragt, wie und warum er den Brief entsorgt hat? Ich muss gestehen, bei mir sind auch schon Dokumente, Briefe usw. unbeabsichtigt im Altpapier gelandet. Habe sie dann ewig gesucht und nicht mehr gefunden. Sowas kann passieren. War das Entsorgen also ein Versehen oder Absicht? Und wenn Absicht: warum? Vielleicht ist er einfach kein "Sammler", und geschriebene Worte bedeuten ihm nicht so viel…

Die andere Frage, die ich mir stellen würde, ist: Warum willst du jetzt unbedingt "Einsicht nehmen" in diesen Brief von dir? Wenn es dir so wichtig ist, was du anderen Leuten schreibst, und dies später nachlesen können willst, so könntest du dir ja jeweils auch eine Kopie oder einen Scan von deinen Briefen machen. Mein Verdacht ist ein wenig, dass du deinen Partner damit evtl. "testen" möchtest. Kann das sein?
 
G

Gast

Gast
  • #10
Lasse dir von einer Schriftstellerin sagen: Worte sind nur Momentaufnahmen und ändern sich laufend. Mein Partner hat meine Liebesbriefe auch nicht mehr. Ich habe ihm einmal gesagt, er soll sie vernichten und das hat er getan. Mir waren sie damals sehr peinlich. Du kannst neue Briefe schreiben. Deine Gefühle haben sich doch nicht verändert?! Eventuell kannst du dich heute besser ausdrücken als zuvor.

Überhaupt finde ich es unpassend, Liebesbriefe zurückzuverlangen, um sie lesen zu dürfen. Liebesbriefe sind etwas sehr Persönliches.

Es könnte ja auch sein, er hat dich angelogen und er hat den Brief in einem Tresor versteckt, aus Angst, dass du ihn haben und vernichten willst.
Mein Ex wollte mir damals zwar auch meine Geschenke, aber nicht mehr meine Briefe rausrücken. Er meinte, das ist wichtig für ihn, so etwas zu besitzen als Erinnerung.

Andersrum, würde ich meine erhaltenen Briefe auch niemandem zeigen oder geben. Die Gefahr, dass sie von der Schreiberhand kurzerhand verschwinden oder manipuliert werden, ist einfach zu hoch.

Nächstes Mal rate ich dir, kopiere, scanne, schreibe oder speichere jedes Schriftstück mindestens zwei bis drei mal für dich selber ab, damit du bei Bedarf darauf zurückgreifen kannst.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Nun hat er mir gesagt, er hat den Brief nicht mehr.

Genau dasselbe würde ich (m) auch behaupten, obwohl ich den Brief in meiner Nachtschublade aufbewahre und wie meinen Augapfel hüte. Ich würde nämlich glauben, daß der Wunsch der Frau die Einleitung einer Diskussion über veränderte Gefühle ist. Wenn sie sich schon trennen will, dann will ich wenigstens ihren lieben Brief zurückbehalten, ohne jedwede mündliche "Korrekturen". Oder ihn mir gar wegnehmen lassen, weil voller Irrtümer.
 
G

Gast

Gast
  • #12
Das erinnert mich an das Buch: Anleitung zum Unglücklichsein. Wie mache ich es am besten, dass ich von meinem Partner eine Antwort bekommen könnte, die mir nicht gefällt und die mich bestimmt unglücklich macht. Ich schreibe ihm einen Liebesbrief und bitte ihn ein Jahr später, diesen mir wieder zurück zu geben zum Lesen? Sowas habe ich auch noch nie gehört. Hast du ihm den Liebesbrief mit Auflagen geschrieben, dass er den aufbewahren muss oder mit bestimmten Erwartungen? Das musst du schon ihm überlassen, ob er Briefe aufhebt oder ob er sich einfach darüber freut, wenn er sie bekommt. Das nächste Mal kopierst du einfach deinen Brief, bevor du ihn ihm gibst und dann kannst du jeden Tag wieder lesen, was du geschrieben hast und musst dir nicht Probleme machen, die du sonst nie hättest...
 
G

Gast

Gast
  • #13
Liebe FS, ich kann dich voll und ganz verstehen und finde es auch keineswegs schräg, den Freund nochmals um den Liebesbrief zu bitten, um ihn zu lesen. Ich habe auch schon zusammen mit meinem Freund unsere alten Briefe herausgekramt und nochmals gelesen, wo soll denn hier das Problem sein? Manche Leute sind echt seltsam und erzeugen eine künstliche Distanz. Es geht hier um jemanden, den man liebt, und nicht um einen Bürokollegen.Völlig absurd ist die Begründung "Liebesbriefe sind etwas sehr Persönliches" - sie möchte iihren Brief lesen, den sie persönlich geschrieben hat. Was soll daran denn persönlichkeitsverletzend sein?
Und ja, ich fände es auch mehr als befremdlich, wenn mir mein Freund sagen würde, er hätte den Brief im Ofen verbrannt. Symbolträchtiger geht es ja kaum mehr noch. Bewusstes Verbrennen von sehr persönlichen Schreiben ist ein bewusster Akt, um Erinnerungen auszulöschen. Niemals würde ich einen Freund wollen, der so wenig Feingefühl hat.
 
Top