• #1

Einzelkinder- eure Eindrücke

Hier nun die nächste Frage: Es geht um Einzelkinder.

Also ich bin kein Einzelkind. Ich habe einen Bruder. Meine Mutter hat 3 Brüder, mein Vater hat 2 Brüder. Meine Cousins und Cousinen haben auch alle Geschwister.

Sehr viele Leute sagen, ideal sind so 2 Kinder. Dann haben beide ein Geschwisterchen. Ist da was dran? Es gibt ja auch genug Leute, die total zerstritten sind mit Bruder/Schwester. 2 Kinder sind sicher eine grössere Herausforderung als nur 1 Kind.

Wie seht ihr das? Haben Einzelkinder wirkliche einen Nachteil? Braucht es unbedingt ein Geschwisterchen? Ist hier jemand Einzelkind und kann berichten? Stimmt es, dass man Einzelkinder sofort erkennt?
 
  • #2
Ich habe noch 4 Geschwister und ich habe es gehasst...hab mir immer gewünscht, Einzelkind zu sein und verwöhnt u. verhätschelt zu werden.

Gespielt hab ich nicht wirklich mit meinen Geschwistern trotz ähnlichen Alters, eher alleine oder mit Freunden.

Mein Kind ist Einzelkind und wird verwöhnt und sie hat sich lange ein Geschwisterchen gewünscht.

Als sie mitbekam, wie sich andre Geschwister zoffen, teilen müssen usw., möchte sie nun gerne Einzelkind bleiben. Auch Mama u. Papa teilen möchte sie nicht mit einem Geschwisterchen, das Thema ist durch bei ihr.
 
  • #3
Wie gesagt, gestern habe ich das in größerer Runde diskutiert, wir waren alle Menschen mit Geschwistern und meinten, wir würden bevorzugt zwei Kinder bekommen, damit es keine verwöhnten Einzelkinder werden. Das sagen fast alle, die ich kenne, und tatsächlich beobachten wir gelegentlich auch solche Unterschiede, da wird schon auch was dran sein, jedes Vorurteil hat einen wahren Kern, Ausnahmen gibt es immer.

Ich selbst bin dankbar für meine Schwester, wir verstehen uns gut und es ist toll, einen Menschen meiner Generation zu haben, der meine Erfahrungen teilt, sonst stirbt mit den Eltern irgendwann die Kindheit.
Im Notfall können wir uns immer aufeinander verlassen. Ich bin so aufgewachsen, dass die Kernfamilie immer zusammenhält, egal was ist, und immer Zuflucht und Schutz gewährt. Falls irgendwann mal alle Welt gegen mich sein sollte, würde meine Schwester trotzdem auf meiner Seite stehen und mir helfen, umgekehrt auch. Das ist ein schönes Gefühl.

Klar, wir haben uns heftig gestritten, aber konnten eben auch streiten und anderes soziales Verhalten im Schutze der Familie erlernen, die ja immer verzeiht, also gewissermaßen als Übung ohne zu schlimme Konsequenzen. Es ging auch oft um Fragen der Gerechtigkeit, um Kompromisse und Koexistenz, wir haben heftig diskutiert und gestritten, aber uns immer direkt wieder vertragen. Mit Fremden hätten wir das, was wir untereinander gemacht haben, niemals gemacht, uns niemals getraut. Ich hätte also nie die Gelegenheit gehabt, mich auf sichere Art so vielfältig auszutoben. Es war eine gute Erfahrung, ich wäre nicht gerne ein Einzelkind gewesen.
w27
 
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L

lorelai

Gast
  • #4
Ich bin ein Einzelkind. Meine Tochter ist auch eins. Und glaube mir, noch nie hat mich (oder meine Tochter) jemand kennengelernt und ist aufgesprungen mit den Worten "Ahhh, Du benimmst dich, als wärst du ein Einzelkind!!!". Nein, ehrlich nicht :)

Welchen Nachteil sollen Einzelkinder denn haben? Und woran soll man Einzelkinder sofort erkennen??

Aus meiner Kindheit kann ich sagen - manchmal war mir langweilig, ja. Dann habe ich mich halt verabredet. Oder ich habe gelesen, gemalt, gespielt, Schallplatten gehört, bin mit dem Ball raus oder auf den Spielplatz wo es immer andere gab, kurzum - ich konnte und kann mich mit mir allein beschäftigen. Sich zu zweit langweilen ist doch auch langweilen ;) Und wie oft gibt es bei Geschwisterkindern Terz und Zoff und dann wünscht man sich den Bruder/die Schwester auf den Mond?

Manche sagen, das zweite Kind läuft automatisch mit. Manche sagen es ist mehr Arbeit, kommt sicher auf die Charaktere an.

Ich habe eine Kusine und wir sind mal enger miteinander, mal weiter voneinander entfernt. Ihre beiden Kinder sind 4 Jahre auseinander. Als sie klein waren hat der Ältere seine Schwester gehasst, musste aber auch immer alles abgeben da "sie ja kleiner ist". Jetzt sind sie auch Freunde.

Eine Freundin aus Kindheitstagen hat einen 4 Jahre älteren Bruder, sie konnten noch nie miteinander, damals nicht und heute noch viel weniger. Sie können sich offenkundig nicht leiden.

Meine beste Freundin hat eine Schwester, ein paar Jahr älter. Unterschiedlicher könnten sie kaum sein, kein wirklich guter Kontakt. So zu Weihnachten halt.

Eine andere Freundin hat auch 2. Sie liebt die Tochter über alles und kommt mit ihrem eigenen Sohn nicht so richtig klar und leidet drunter.

"Ideal" ist hier wirklich ein sehr subjektiver Begriff.
Du wirst auch hier die unterschiedlichsten Reaktionen lesen. Schau wie du auf die berichte innerlich reagierst und bei welchen Berichten es eine Art Resonanz gibt.
 
  • #5
Liebe Meltan,

Ich bin ein Einzelkind. Ich muss sagen, habe nichts vermisst.

Besonders ist hervorzuheben, dass ich noch nicht einmal annähernd so egoistische bis asoziale Züge im zwischenmenschlichen Kontakt an den Tag lege, wie manche Menschen mit Geschwistern.

Einzelkindern wird ja oft Negatives nachgesagt. Das stimmt so einfach nicht.
 
  • #6
Ich habe 2 Schwestern und wäre am liebsten Einzelkind gewesen. Es gab viel Streit, Neid, wenig Zeit für jedes einzelne Kind. Geld war auch oft knapp.
Meine Einzelkind-Freundin fand ihre Kindheit toll, hat viel Liebe und Aufmerksamkeit bekommen sowie immer genug Kinder zum Spielen gehabt. Geschwister hat sie nie vermisst.
 
  • #7
Bin auch ein Einzelkind und habe nichts vermisst, hatte ab meinem 5 Lebensjahr eine sehr sehr liebe Nachbarin und beste Freundin, wir waren wie Schwestern. Haben uns täglich gesehen, gespielt, übernachtet, sogar zusammen gebadet als kleine Mädchen, vieles zusammen erlebt.
Ich habe nichts vermisst, ohne ihr - weis ich nicht, kann sein, dass ich mir ein Geschwisterchen gewünscht hätte.
Sie selber hatte zwei ältere Schwester die immer zusammen gehockt haben, waren nur ein Jahr auseinander, sie und die älteste 10 Jahre Altersunterschied, meine Freundin kam ungeplant.

Mein Sohn ist bislang auch Einzelkind und ich habe das Gefühl ihm fehlt nichts.

Könnte mir ein weiteres Kind vorstellen aber habe auch Angst meinen Sohn nicht mehr gerecht werden zu können, ihn nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenken zu können, er ist so eine Schmusebacke 🥰 ich genieße die Zeit mit ihm gerade total.😍

W 27
 
  • #8
Ein Einzelkind wäre für mich nie in Frage gekommen.
Heute gibt es fast nur noch Einzelkinder oder höchstens zwei.
Ich kenne viele Familien mit nur einem Kind. Die Kinder werden maßlos von vorne bis hinten verwöhnt und verhätschelt.
Oft ist es das einzige Enkelkind seiner Großeltern und das Kind darf alles, bekommt jeden Wunsch, wird endlos behütet.

Unsere Gesellschaft wird immer mehr Kinder-entwöhnt. Sieht man ja auch an den Threads hier dass sich Frauen über normal spielende und manchmal laute Kinder aufregen.
Dabei waren wir selber Kinder.
Und auch mal laut. Das vergessen wohl die meisten.

Ein Kind, das alles bekommt und darf, wird auch als Erwachsener egoistisch und selbstbezogen.

Und was auch wichtig ist und was ich gerade erlebe:

Wenn die Eltern alt werden und pflegebedürftig werden, wird man als Einzelkind schnell an seine physischen und psychischen Grenzen kommen.
Alles muss dann das Einzelkind alleine organisieren, die Pflege oder die richtige Wahl des Pflegeheims, die Wohnungsauflösung, die Beerdigung.

Wenn man da Geschwister hat, verteilt sich die Fürsorge und Hilfe auf mehrere Schultern.

Ich habe drei Geschwister, da kann man sich aufteilen bei der Pflege und Fürsorge für die Eltern.

Mein Vater hatte 6 Geschwister. Eine Schwester hat meinen Opa zuhause gepflegt bis er mit 100 gestorben ist. Er war nie im Pflegeheim. Ein Bruder von ihm hat sein Geschäft übernommen und die anderen Geschwister waren ebenfalls immer zur Stelle.

Eine riesige Familie war das.
Die Familientreffen waren toll, und die Geburtstage meiner Großeltern wurden in einem riesigen Saal gefeiert.

Ich habe tolle Erinnerungen daran.
 
  • #9
Wenn die Eltern alt werden und pflegebedürftig werden, wird man als Einzelkind schnell an seine physischen und psychischen Grenzen kommen.
Alles muss dann das Einzelkind alleine organisieren, die Pflege oder die richtige Wahl des Pflegeheims, die Wohnungsauflösung, die Beerdigung.

Wenn man da Geschwister hat, verteilt sich die Fürsorge und Hilfe auf mehrere Schultern.
In Real: Jeder wälzt es auf den anderen ab, so das in Wirklichkeit es keiner macht und die Profis ran müssen...
ErwinM, 52
 
  • #10
Ich glaube, in diesem Thread wird nun jeder das Leben, das er hat, für gut befinden, und letztendlich kennt man ja auch nichts anderes richtig und hat folglich keinen guten Vergleich.
Wenn die Eltern alt werden und pflegebedürftig werden, wird man als Einzelkind schnell an seine physischen und psychischen Grenzen kommen.
Alles muss dann das Einzelkind alleine organisieren, die Pflege oder die richtige Wahl des Pflegeheims, die Wohnungsauflösung, die Beerdigung.
Es kommt natürlich immer auf die individuelle Familie an (es gibt ja auch zerstrittene Familien und solche, wo sich niemand kümmern will) und das sollte vermutlich nicht der einzige Grund für mehrere Kinder sein, aber ich würde diesem Argument aus persönlicher Erfahrung zustimmen. Es muss noch nicht mal gleich ein Worst-Case-Pflegefall-Szenario sein, aber z.B. haben meine Schwester und ich eine alleinerziehende Mutter und sie war schon öfters im Krankenhaus wegen ihrer chronischen Erkrankung, auch mal mitten in der Nacht mit Krankenwagen, dann haben wir zwei schnell zusammen ihre Sachen gepackt und Abläufe besprochen, ist zu zweit irgendwie einfacher, man fühlt sich dann sicherer. Meine Schwester und ich konnten uns dann auch mit den Besuchen und Aufgaben zu Hause abwechseln und gegenseitig helfen. Und auch wenn sie jetzt ganz plötzlich sterben sollte, käme ich mir etwas verloren vor, wenn da nicht noch ein anderer Mensch wäre, mit dem ich mich beraten und wichtige Fragen durchgehen und klären könnte, so was ist ja immer unfassbar viel Arbeit und Papierkram. Ich finde es in solchen Krisensituationen hilfreich, eine andere Person zu haben, auf die ich mich verlassen kann. Es betrifft auch nicht nur die Themen Krankheit und Tod, sondern wenn eine von uns z.B. aus irgendwelchen Gründen plötzlich Geld bräuchte und keines von der Bank bekäme (hypothetisch), würden wir uns innerhalb der Familie sofort helfen; ich hätte kein Problem damit, ihr von heute auf morgen Tausende oder Zehntausende ohne Vertrag einfach so zu überweisen. Bei normalen Freunden würde ich das niemals machen, aber innerhalb der engen Familie vertraut und unterstützt man sich eben.

Das sind alles keine alleinigen Gründe, um mehrere Kinder zu kriegen, klar, aber doch Vorteile (wenn man sich halbwegs gut versteht), zusätzlich dazu, dass man zusammen spielen und voneinander lernen, einander Vorbild, Inspiration oder Konkurrenz sein kann. Und man erlebt natürlich ganz andere soziale Situationen, denn es ist ein Unterschied, ob man nur in der Schule und bei Besuchen Freunde trifft, sozusagen ausgewählte Leute in ausgewählten, zeitlich befristeten Situationen, die man ggf. einfach meiden oder ersetzen kann, oder permanent ein Geschwisterkind um sich hat und sich im Alltag damit arrangieren muss. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt, aber ich behaupte, es ist ein Unterschied.
w27
 
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  • #11
Ich wünschte, ich wäre ein Einzelkind! Aber meine familiäre Geschichte ist auch nicht „normal“. Jedenfalls sollte man nur mehrere Kinder kriegen, wenn man auch allen gleich viel Liebe geben kann.
Ich hätte gerne Geschwister, zu denen ich eine gute Beziehung habe. Ist aber nun mal nicht so, also was soll‘s.

Ich denke, Einzelkindern wird zu unrecht Negatives nachgesagt. Schlussendlich ist die Erziehung entscheidend. Man kann auch drei Kinder verziehen. Oder wie in meinem Fall eines von zwei.
 
  • #12
In Real: Jeder wälzt es auf den anderen ab, so das in Wirklichkeit es keiner macht und die Profis ran müssen...
ErwinM, 52
Ich glaube, es ging hier noch nicht mal explizit um die Pflege selbst, oder nicht ausschließlich, sondern gemeint war auch der ganze bürokratische Aufwand drumherum, das kann sehr viel Arbeit und ggf. belastend sein, auch wenn z.B. Personen sterben. Wir räumen bei uns noch immer den Toten hinterher und kommen gar nicht nach. Gerade wenn die Leute nicht alles perfekt organisiert, sondern gemäß einer ignoranten "Nach mir die Sintflut"-Einstellung gelebt haben, muss man erstmal Ordnung in das Chaos bringen, da kommen so viele Details, mit denen man sich beschäftigen muss, wir beraten uns da immer gegenseitig und diskutieren über alles Anstehende ...

Und Stichwort Geschwister: Meine Schwester und ich besitzen für Notfälle jeweils den Wohnungsschlüssel der anderen, haben Vollmachten für gewisse Tätigkeiten und wissen, wo der geheime Todes-Ordner der anderen mit diversen Passwörtern und Anweisungen steht. Es kann im Ernstfall auch einfach total nervig sein, wenn man das Laptop-Passwort der betroffenen Person nicht kennt oder nicht weiß, welchen Arbeitgeber oder welche Freunde man wie informieren soll. Ich weiß z.B. noch, als meine Schwester ins Krankenhaus kam, da wurden meine Mutter und ich informiert, weil sie unsere Kontakte im Portemonnaie hatte für solche Fälle, und ich habe dann nicht nur ihren Vorgesetzten, sondern auch ihren Partner angerufen und informiert. Er hätte das sonst zunächst überhaupt gar nicht mitbekommen und sich gewundert, dass sie nicht mehr ans Handy geht, unsere Mutter hatte seine Nummer nicht, ich als Schwester kannte ihn aber gut und hatte seine Kontaktdaten ...

Also ich vermute, bei vielen sind in Krisensituationen wahrscheinlich einfach die Ehepartner zuständig, aber wir z.B. sind noch nicht verheiratet, nicht alle Menschen haben ja einen Partner im Haus, dem sie Entsprechendes anvertrauen, gibt ja auch viele Singles oder Alleinerziehende. Und wenn man dann vielleicht irgendwann auch keine Eltern mehr hat, ist so ein Geschwisterkind schon nützlich und vorteilhaft, oder könnte es jedenfalls sein, meiner Meinung nach. Ich habe gute Freunde, aber Vollmachten oder Zugang zu sehr privaten Daten kriegen sie nicht, das bleibt alles in der Familie.
w27
 
  • #13
Ich war die ersten 10 Jahre ein Einzelkind. Ich fand es furchtbar. Ich wurde verwöhnt. Meine Eltern waren sehr auf mich fokussiert. Wollte ich nie. Also habe ich angefangen meine Eltern um ein Geschwisterchen zu bitten, anzuflehen. An jedem Geburtstag, und anderen festen wünschte ich mir ganz penetrant ein Geschwisterchen. Ich bekam eins. Trotz des Altersunterschiedes sind wir ungemein wichtig für einander. Wir halten zusammen wie Pech und Schwefel. Mein Mann und seine Schwester übrigens auch.
Mein Kind wird leider ein Einzelkind bleiben. Ich hätte so gerne ein Geschwisterchen gehabt. Dafür hat sie einen supersüssen Cousin. Beide Kinder sind Einzelkinder. Trotzdem haben sie einander. Das ist wunderschön. Ich denke, dass Eltern viel dafür tun können, wie die Beziehung zwischen Geschwistern sich entwickelt.
 
  • #14
Ich selbst habe einen Bruder, allerdings sind wir fast 5 Jahre auseinander. Und haben daher eigentlich immer in getrennten Welten gelebt.
Er noch Baby, ich Schulbub. Er gerade in die Schule gekommen, ich im Gymnasium.
Heute verstehen wir uns gut, sind auch Vertraute. Und sind ziemlich unterschiedlich. Er Familienmensch ich Halli Galli Typ. Er hat 2 Töchter, ich eine nicht leibliche "Tochter". Ich liebe das Risiko, habe immer den Kick gesucht - er ist viel ruhiger. Ich war mehr auf den Vater fixiert - er mehr auf die Mutter.
Im Grunde wr es lange so - wir hatten nicht viel gemeinsam, haben uns aber auch nicht gestört. Heute suchen wir uns eher.

V s Tochter ist ein Einzelkind. Man merkt es nach meiner Ansicht nur an der grossen Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter.
 
  • #15
Also was @Süsse65 meint: Es ist sicher sehr toll wenn man eine innige tolle Beziehung zu Geschwistern hat. Allerdings haben das viele Leute eben nicht. Vor 1 Woche waren wir Essen mit der Chefin, sie geht in eine andere Abteilung und wir haben ab 01.01.2022 einen neuen Chef. 1 Frau ist 52 Jahre alt, hat 2 Teengaer-Töchter. Die Töchter verstehen sich 0. Ein Mann ist 33 Jahre alt, hat eine jüngere Schwester, ca. 30 ist sie. Er und sie verstehen sich auch nicht. Es gibt unzählige Beispiele wo sich die Geschwister gar nicht verstehen und sogar bekämpfen. Alleine die Frau im Nachbarthread wo sie gesagt hat, ihre Schwester sei eifersüchtig. Oder Brüder/Schwestern die den Partner ausspannen. Gibt es alles.

Ich finde es toll zu hören, dass hier auch Einzelkinder schreiben und nicht von einer riesen Lücke etc. erzählen. In der Schweiz sind die Kosten für die Kita mega hoch, darum bleiben dann viele Mütter doch zu Hause und schauen nach dem Kind. Dann sind sie wiederum frustriert, dass sie nur zu Hause sind etc. Und abhängig....Ach...ich weiss nichjt....in den nächsten paar Jahren ist (hoffentlich!) ein Baby kein Thema bei mir. Aber ich glaube, für meine Gesundheit, Geld und vor allem meine Nerven inkl. Schlaf-->lieber nur 1 Baby. Egal ob Junge oder Mädchen. Hauptsache gesund.
 
  • #16
Ich bin Einzelkind. Und wurde sehr verwöhnt, und das nicht nur materiell, sondern mir wurde alles abgenommen... Ergebnis: Noch heute sehr wenig Frustrationstoleranz, wenig Glaube an die eigenen Fähigkeiten/Selbstwirksamkeit u.a., ich arbeite dran, mir haben mehrere Männer ehrlich gesagt ich hätte was Prinzessinnenhaftes, ich fand das lange Zeit irgendwie lustig, habs auch erst nicht verstanden, ich dachte immer alle sind so wie ich... heute finde ich es furchtbar... Und versuche mich zu verändern, ich denke es klappt auch gut, ich merke schon vorher wenn ich wieder so ein Verhalten automatisch abspulen will...

Meine Eltern haben wirklich viel falsch gemacht, ich kann ihnen alles verzeihen, aber was wirklich schwer zu verzeihen ist, ist dass ich so wenig soziale Fertigkeiten gelernt habe, die andere lernen, wenn sie Geschwister haben... und wenn sie nicht so extrem verwöhnt werden. Und in meinem Fall auch noch überbehütet werden, und auf der anderen Seite sehr viel physische Gewalt erfahren...

Ich kenne aber auch Einzelkinder, die sehr sozial sind. Es liegt an den Eltern. Ich bin das klassische verwöhnte Einzelkind.

Ich war früher schon immer neidisch auf alle die Geschwister haben, und bin es heute noch... Ich stell mir das toll vor, es ist immer jemand da...wenngleich ich auch 1 oder 2 Geschwisterpaare kenne die sich aufs Blut nicht ausstehen können.. kann natürlich auch so enden..
 
  • #17
Das folgende habe ich in einem anderen Thread schon einmal geschrieben, aber da es hier so gut passt:

Mein Freund ist Einzelkind einer alleinerziehenden Mutter gewesen, ich die älteste von drei Töchtern später geschiedener Eltern. Ist interessant, unsere daraus resultierenden Erfahrungen und Prägungen miteinander zu vergleichen.

Sicher, ein Geschwisterkind kann ein hervorragender Spielgefährte sein; ich war mit einer Schwester unzertrennlich. Die jüngste kam aber mit sechs Jahren Abstand und da dauerte es bis ins frühe Erwachsenenalter, bis wir uns miteinander verstanden. Als Kinder führten wir mitunter erbitterte Kämpfe um Ressourcen und Aufmerksamkeit, empfanden tiefe Ungerechtigkeit über Ungleichbehandlung und teils heftige Hassgefühle...

Auch das Geld war immer knapp. Klamotten vom Flohmarkt, keine Reisen, ein Vater, der geschimpft hat, wenn wir die Heizung zu hoch aufdrehten oder zu lange badeten. Keine finanzielle Unterstützung nach dem Auszug mit 18, wodurch ich oft unter Existenzängsten litt und mich übermäßig geizig verhielt.

Während mein Freund, der die Aufmerksamkeit, Liebe und Ressourcen seiner Mutter nie mit jemandem teilen musste, so etwas überhaupt nicht kennt. Er geht mit einer Gelassenheit, Sicherheit und Großzügigkeit durchs Leben, die ich erst durch ihn gelernt habe. Er amüsiert sich sehr darüber, wenn ich mal wieder unbewusst mit misstrauischem Blick darüber wache, ob unser leckeres Essen gerecht geteilt wird. ;)

Umgekehrt ist er für seine Mutter erkennbar der wichtigste Lebensinhalt, fühlte sich oft erdrückt durch ihre Fürsorge und musste sich Grenzen und Freiräume mühsam erkämpfen. Als Einzelkind ruhen auf ihm natürlich auch alle Hoffnungen und Erwartungen, was zB potenzielle Enkel angeht. Dahingehend bin ich schon froh, dass die bei mir auf drei Schwestern verteilt sind.

Unterm Strich hat, denke ich, alles seine Vor- und Nachteile. Eine Variante ist nicht per se besser oder schlechter als die andere. Und es gibt neben Geschwistern haben oder nicht haben noch sehr viele weitere Faktoren, die den Charakter und Lebensweg eines Menschen prägen...

W, 28
 

Laleila

Cilia
  • #18
Im Notfall können wir uns immer aufeinander verlassen. Ich bin so aufgewachsen, dass die Kernfamilie immer zusammenhält, egal was ist, und immer Zuflucht und Schutz gewährt. Falls irgendwann mal alle Welt gegen mich sein sollte, würde meine Schwester trotzdem auf meiner Seite stehen und mir helfen, umgekehrt auch. Das ist ein schönes Gefühl.
Bei mir ist es ein Bruder, 18 Monate jünger als ich. Auch wir wuchsen mit eben diesen Werten auf. Mein Vater sagte immer, Freunde, Partner können sich neu orientieren. Euch habt ihr, auch wenn die Welt Kopf steht.
Und genauso ist es auch. K. und ich waren, sind und wären immer füreinander da. Die Kernfamilie hält immer zusammen. Hundertprozentige Verlässlichkeit.
Ich bin glücklich und dankbar einen Bruder zu haben, auch wenn in unserer Kindheit schonmal, ab und an, derbe die Fetzen fliegen.
Gern hätte ich auch noch eine Schwester gehabt. Aber dafür gibt es ja Wahl-Schwestern. :)
Klar, wir haben uns heftig gestritten, aber konnten eben auch streiten und anderes soziales Verhalten im Schutze der Familie erlernen, die ja immer verzeiht, also gewissermaßen als Übung ohne zu schlimme Konsequenzen. Es ging auch oft um Fragen der Gerechtigkeit, um Kompromisse und Koexistenz, wir haben heftig diskutiert und gestritten, aber uns immer direkt wieder vertragen.
Wieso erzählst Du hier aus meiner Kindheit liebe Inanna? :)
Spaß beiseite, genau so war es in unserem Elternhaus. Wir stritten und verzeihen uns. Vor allen liebten wir uns, selbst nach dem allerschlimmsten Gewitter, noch abgöttisch.
Ging es gegen einen von uns hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel.
Seit der Pubertät gab es keinen Streit mehr zwischen uns. Mein Bruder ist mein bester Freund, mein engster Vertrauter, neben meinen Partnern.

Auch mein Mann hat einen Bruder. Die Beiden sind 5 Jahre auseinander und haben keine sehr innige Beziehung. sie sind nicht zerstritten o.Ä., sie stehen und standen sich nur nicht nahe, as ich mir lange durch den Altersunterschied zu erklären suchte.
Mittlerweile bin ich jedoch überzeugt, dass es an der Erziehung lag, denn meine Neffen sind 8 Jahre auseinander (der "Kleine" ist jetzt 14)
, wuchsen mit den selben Werten auf wie ihr Papa und ich. Sie lieben sich total.

Natürlich habe ich auch geschwisterlose Freunde und Bekannte, sie alle wünschten, Geschwister zu haben. Und tatsächlich ticken Einzelkinder immer etwas anders.

Ja, ich würde mich soweit aus dem Fenster lehnen und sagen, vielen merkt man es an, dass sie nicht mit Geschwistern aufwachsen.
Daher, hätte das mit der Mutterschaft bei mir geklappt, ich hätte alles versucht meine Kinder mit Geschwistern aufwachsen zu lassen.

....und, natürlich können Einzelkinder ebenso soziale, empathische und kompromissfähige Erwachsene werden. Sie haben es wahrscheinlich nur deutlich schwerer..
 
  • #19
Ich habe bisher nur sonderbare Einzelkinder kennengelernt. Natürlich ist das nur meine eigene Erfahrung, aber diejenigen, die ich erlebt habe sind selbst als Erwachsene noch sehr eigen.

Ich habe einen älteren Bruder, den ich immer geliebt habe. Wir hatten natürlich die üblichen Streits und heute sehen wir uns 4 mal im Jahr, aber ich will ihn und unsere gemeinsame Kindheit nicht missen.

Und zu wissen, dass die Last, wenn unsere Eltern mal krank werden oder sterben nicht nur alleine auf meinen Schultern liegt, ist sehr beruhigend.


Jetzt bin ich selbst Mutter und wünsche mir für mein Kind auch ein Geschwisterchen. Derzeit ist mir meine geistige Gesundheit aber wichtiger und ich kann mir noch nicht vorstellen die ganze Babyphase nochmal zu wiederholen.

Also möglicherweise ziehe ich auch so einen Sonderling groß 😄
 
  • #20
Ich bin Einzelkind und weder verwöhnt noch egoistisch oder kann nicht teilen. Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht, die Leute mit Geschwistern waren oft egoistischer und konnten eher nicht teilen.
Ich kenne leider viele Familien, wo Geschwister nicht ein Wort miteinander reden und wenn es um die Pflege der alten Eltern geht, ziehen sich einige komplett raus.
Ich dachte immer es sei ein Vorteil Geschwister zu haben um sich später die Pflege zu teilen, allerdings kann es auch mit Geschwistern passieren, das man später alleine da steht.
Die schlimmsten Geschichten mit Geschwistern waren einige Fälle, wo ein Kind abgegeben wurde zu den Großeltern und die anderen bei den Eltern bleiben durften. Das zieht sich bis ins Erwachsenenalter und das Verhältnis ist schlecht. Schade drum, im Endeffekt kann keiner was dafür, in welche Familie er geboren wird.
Nur weil jmd Einzelkind ist heißt es nicht das derjenige nicht sozial oder dankbar sein kann. Nicht jedes Einzelkind ist maßlos verwöhnt, ich hatte tatsächlich das Gefühl das oft die jüngsten verwöhnt werden und egoistischer sind als die älteren Geschwister. Die waren oft unerträglich und die Eltern völlig vernebelt von ihrem Nesthäkchen.
Mein Sohn ist Einzelkind und ein weiteres käme nicht in Frage auch wenn er sich ein neues Baby wünscht.
Er ist extrem sozial und liebt seine Mitmenschen, er kümmert sich um jüngere und hilft, alles andere als verwöhnt oder egoistsich.
 
  • #21
Ich habe zwei Geschwister, zu meinem Bruder schon lange keinen Kontakt mehr. Letztlich eine Folge von Konkurrenz im Kindesalter. In meinem Umfeld gibt es Familien, die sehr engen Kontakt haben und solche, die fast keinen haben.

Ich denke daher, man kann das nicht pauschalisieren. Einzelkinder können auch mit vielen sozialen Kontakten aufwachsen, mehrere Kinder mit überforderten Eltern im Streit und mit ständigen Konflikten. Eine Expartnerin ist mit drei Geschwistern aufgewachsen, alle ziemlich unselbstständig erzogen mit mehreren Katastrophen in der Familie.

Familien sind heute meist zerstreut - das Pflegeargument gilt da auch nur noch beschränkt.

Ob Einzelkind oder nicht, das ist sicher ein Faktor, aber kein alleine entscheidender.
 
  • #22
Wie gesagt, gestern habe ich das in größerer Runde diskutiert, wir waren alle Menschen mit Geschwistern und meinten, wir würden bevorzugt zwei Kinder bekommen, damit es keine verwöhnten Einzelkinder werden. Das sagen fast alle, die ich kenne, und tatsächlich beobachten wir gelegentlich auch solche Unterschiede, da wird schon auch was dran sein, jedes Vorurteil hat einen wahren Kern, Ausnahmen gibt es immer.
Studien zeigen, dass das wirklich nur ein Vorurteil ist und es keine Daten gibt, die das bestätigen.
Einzelkind sein kann auch gute Verhaltensweisen fördern (genauso wie schlechte), da gibt's auch Studien zu, bei Bedarf schau ich da mal nach.
Ich selbst bin Einzelkind und habe mir immer Geschwister gewünscht. Ich kenne aber Leute, die gern Einzelkind waren, Leute, die lieber keine Geschwister gehabt hätten, obwohl sie welche hatten, und Leute, die ihre Geschwister lieben. Man weiß vorher nicht, wie die Charaktere der Kinder sind und ob es dann eben zusammenpasst oder nicht. Ich würde das dann also eher nach meinem Bauchgefühl entscheiden, ob ich mit einem Kind schon genug eingespannt bin oder nicht, und sicher nicht als Grund für ein zweites Kind, weil es ein Geschwisterchen braucht.
w, 38
 
  • #23
Ich glaube auch, dass es viele Vorurteile gibt. Typische Gesellschaft, verurteilt ohne zu studieren. Auf meiner Arbeit gibt es einen jungen Mann, 25. Er hat mir gesagt, der Hauptgrund bei allen Leuten die nur 1 Kind wollen ist das Geld. Sie wollen Reisen und Karriere machen. So ein Blödsinn! Woher soll er bitte wissen was die Leute alles für Gründe haben? Viele können es sicher wegen Geld nicht, da finde ich es so oder so besser nur 1 Kind zu haben anstatt 2 und die Kinder wachsen in halber Armut auf. Auch finde ich es gescheiter, 1 zu haben dafür nervlich nicht am Anschlag zu sein.

Frage mich sowieso woher die Leute sich das Recht rausnehmen solche Pauschalaussagen zu machen...
 
  • #24
Ich habe zwei Geschwister, zu meinem Bruder schon lange keinen Kontakt mehr. Letztlich eine Folge von Konkurrenz im Kindesalter. In meinem Umfeld gibt es Familien, die sehr engen Kontakt haben und solche, die fast keinen haben.

Ich denke daher, man kann das nicht pauschalisieren. Einzelkinder können auch mit vielen sozialen Kontakten aufwachsen, mehrere Kinder mit überforderten Eltern im Streit und mit ständigen Konflikten. Eine Expartnerin ist mit drei Geschwistern aufgewachsen, alle ziemlich unselbstständig erzogen mit mehreren Katastrophen in der Familie.

Familien sind heute meist zerstreut - das Pflegeargument gilt da auch nur noch beschränkt.

Ob Einzelkind oder nicht, das ist sicher ein Faktor, aber kein alleine entscheidender.
Sehe ich mittlerweile auch so. Viele wollen auch Kinder, damit sie im Alter nicht alleine sind. Aber jeder sollte wissen, dass das gar nicht so sein muss. Man kann auch ohne Kinder im Alter durch Freunde/sonstige Bekannte nicht alleine sein. Viele Leute haben da eine Angst in sich drin.

Vielleicht wird es mit deinem Bruder mal besser. Wäre schön! Ich habe mittlerweile eine tolle, innige Beziehung zu meinem Bruder. Als Kind auch, obwohl er oft eifersüchtig war. Es war trotzdem mehrheitlich gut. Und jetzt sowieso, ich möchte ihn niemals missen :) Bin aber froh, habe ich nur 1 Bruder und nicht noch eine Schwester oder so ;)
 
  • #25
Welchen Nachteil sollen Einzelkinder denn haben? Und woran soll man Einzelkinder sofort erkennen??
Höherer Anteil an Selbstbezogenheit, Egomanie und Narzissmus.
Außerdem können unterscheidliche geschlechtliche Geschwister besser die Eigenarten des anderen Geschlechtes einschätzen.

In meiner Familie kann man gut sehen, wie eher narzisstische, naja zumindest aber egoman angelegte, Charaktere durch Geschwister immer schön wieder eingebremst werden.
Immer ist "Teilen" angesagt.
Eine gute Lektion für das Leben.
 
  • #27
Ich kenne eher das Gegenteil > eogomane, narzistische Geschwisterkinder. Die müssen doch viel mehr kämpfen und eventuell Benachteiligungen erleben, weil sie nicht das Lieblingskind sind.
Ich kenne da eine handvoll Beispiele die mir auf Anhieb einfallen, alles Leute mit Geschwistern, die einen ordentlichen Knacks haben und auch heute noch am lautesten brüllen um Aufmerksamkeit zu bekommen...
Es ist zudem sehr anstrengend mit solchen Leuten zu arbeiten, kann da ein Lied von singen.
Ich bin Einzelkind und war immer recht bescheiden und ganz und gar nicht auf mich fokussiert, verstehe diese Vorurteile nicht. Ich kenne tatsächlich mehr verwöhnte Egos aus Familien mit mehreren Kindern, am schlimmsten die verwöhnten Nesthäkchen...
 
  • #28
Psychologisch gesehen gibt es nicht "die Eigenschaft" die einem Einzelkind zugeschrieben werden kann.
Das wurde doch schon oft genug von Psychologen hinterfragt und untersucht. Das also Einzelkinder eher Narzissten werden ist doch unsinnig.
Ich denke, da gibt es keine pauschale Antwort. Es kann schön werden mit Geschwistern aber es gibt auch welche die einfach unterschiedlich sind und daher wenig Kontakt haben oder sogar zerstritten sind.
Es hat bestimmt beides Vor- und Nachteile. Muss man für sich halt abwägen...
 
  • #29
Ich habe 4 Geschwister, mein Mann 2. Ich denke man merkt es uns an. Mich wundert auch nicht, dass wir überwiegend Menschen mit Geschwistern im Freundeskreis haben.

Wir können uns beide bei dem ganzen komplett unwichtigen Trallalakram zurücknehmen - gekämpft wird nur um Wichtiges und dann mit früh erworbenen Skills dann auch zu gewinnen.

Aus dem Berufsleben kennen wir beide die ständigen Probleme um unwichtiges Kleinklein mit überverwöhnten, sozial weitgehend inkompetenten, überempfindlichen und wenig belastbaren Einzelkindern wie @Dakshina es beschreibt. Was für ein infantiler Nervkram. Davon hält man sich privat fern.

Mein Mann versteht sich hervorragend mit seinen beiden Schwestern, war auch in der Kindheit so. Die sind tief miteinander verbunden/befreundet über ihr ganzes Leben, egal was jeder grad macht.

Bei mir ist es etwas komplizierter, weil ich die Nähe-Distanz-Probleme, die ich mit allen Menschen habe auch mit meinen Geschwistern habe.
Insgesamt kommen wir gut miteinander klar - war auch in der Kindheit nicht anders: man streitet sich und verträgt sich wieder, bewertet das nicht über, ist nicht nachtragend, auch nicht wegen einer offensichtlich sehr ungerechten Erbsache. Haben die Eltern so gemacht - egal. Teilen/nicht alles haben können und gönnen können haben wir von früh auf gelernt, genauso wie Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme für die Jüngeren. Krisenfestigkeit ist bei jedem von uns stark ausgeprägt.
Ich bin jetzt innerlich ähnlich außen vor wie in der ganzen Kindheit, aber eines ist für jeden gewiss: braucht einer Hilfe, weiß man genau, wer von den Geschwistern welche Skills hat. Dann wird alles stehen und liegen gelassen, die benötigte Hilfe erbracht - auch für deren Freunde.

Einer meiner Neffen ist Einzelkind und der ist sozial total kompetent. Seine Eltern (gewerkschaftlich und sozialdemokratisch geprägt) haben aber auch immer drauf geachtet, dass er keine Einzelkinderallüren entwickelt (bekam kleine Aufgaben im Haushalt, wurde nicht mit Materiellem überhäuft), viel mit anderen Kindern zusammen war. Die Eltern haben sich bei Konflikten mit anderen Kindern rausgehalten. Dumm von ihm, wenn er sich mit einer Geschwistergang anlegt - musste er lernen intelligenter zu handeln.
Die anderen Neffen/Nichten waren als Geschwister befreundet und sind sich auch im Erwachsenenleben so nah wie mein Mann mit seinen Schwestern.

Mein Exmann kam auch aus einem kinderrreichen Haushalt und da waren die Geschwisterbeziehungen von Streit und Neid bis ins Erwachsenenleben geprächt. Erstaunlciherweise lief es bei der Next Generation dann komplettt anders Geschwister/Cousins/Cousinen waren ganz eng miteinander.
Es liegt an den Eltern wie es läuft unter denn Geschwistern.
 
  • #30
Höherer Anteil an Selbstbezogenheit, Egomanie und Narzissmus.
Außerdem können unterscheidliche geschlechtliche Geschwister besser die Eigenarten des anderen Geschlechtes einschätzen.

In meiner Familie kann man gut sehen, wie eher narzisstische, naja zumindest aber egoman angelegte, Charaktere durch Geschwister immer schön wieder eingebremst werden.
Immer ist "Teilen" angesagt.
Eine gute Lektion für das Leben.
Echt jetzt??? Mehr Vorurteil geht wohl nicht mehr....icv bin Einzelkind und schon seit der Kindheit gewohnt, meine Bedürfnisse zugunsten anderer zurück zu stellen...hab aber echt nicht gedacht, dass es noch so viele Menschen gibt, die Einzelkinder in einem so schlechten Licht betrachten
 
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