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  • #1

Einen Menschen kennenlernen, der unter Depressionen leidet

Hallo,

ich (Mann, 45) habe über eine Online Partnerbörse eine Frau (40) kennengelernt. Wir haben durch das Schreiben viele Gemeinsamkeiten entdeckt, uns Online sehr gut verstanden und wollten uns somit auch Treffen. Das erste Treffen war wunderschön, wir waren auf einer Wellenlänge, haben viel geredet und gelacht, sind Spazieren gegangen mit einem anschließenden Essen. Am Ende des Treffens haben wir direkt ein 2. Treffen ausgemacht.

Beim 2. Treffen hat sie mir gestanden, daß sie schon über viele Jahre unter Depressionen leidet, deswegen auch regelmäßig Medikamente nimmt und schon einige Male den Arbeitgeber gewechselt hat. Bisher hatte ich mit dem Thema nur wenig Kontakt, mußte mich damit nie auseinander setzen. Da ich die Frau deswegen nicht vor den Kopf stoßen möchte, sondern trotzdem kennenlernen möchte, stellen sich mir deswegen natürlich viele Fragen. Leider konnte ich über das Thema im Internet nicht wirklich Hilfe finden. Es gibt einige Seiten mit Hilfestellungen, wenn der eigene Partner in eine Depression rutscht. Was ist aber, wenn man einen Menschen kennenlernt, der eine Depression hat? Man ist sich anfangs ja noch völlig fremd, kennt sein Gegenüber nicht und ich möchte hier jetzt auch nichts falsch machen. Kennt jemand diesen Umstand und kann mir ein paar Tipps geben?

NurEinGast
 

Laleila

Cilia
  • #2
Hallo NurEinGast, sie geht sehr offen damit um, das sind sehr gute Vorraussetzungen, dass es auch Dir gelingt damit umzugehen.
Wenn sie medikamentös gut eingestellt ist, sollten ihre Depressionen den Großteil des Alltages nicht berühren.

Falls Sie einen depressiven Schub bekommt, sich temporär zurückzieht, in der Situation kaum Interesse zeigt, hat das nichts mit Dir zu tun. Signalisieren, dass Du da bist, aber Gib ihr die Zeit und den Raum den sie braucht. Vor allem Gib ihr keine guten Tipps wie: "Du musst Mal raus" , unternimm etwas Schönes", "Versuche es Mal mit Sport". Es ist der Depression inhärent, dass sie das nicht kann. Falls Du es aushältst die Situation nicht ändern zu können, zu ihr etwas Gutes, ohne sofortige "Spontanheilung" zu erwarten. Schenk ihr eine Blume, einfach so, bring ihr, ihr Lieblingseis vorbei etc. Belastet es Dich, akut nicht helfen zu können, reicht das, oben genannte Signal, dass Du ihren vorübergehenden Rückzug vorwurfslose akzeptierst.

Wenn es endogene Depressionen sind, muss es für einen Schub auch keinen sichtbaren äußeren Anlass geben, also es muss nichts "passiert" sein, dann spielt einfach die Hirnchemie kurzzeitig verrückt. Auch wenn es ein völlig anderes Prinzip ist, vergleiche es mit einem Reizhustensnfall, gegen den man, wenn er kommt, nicht viel machen kann, der aber vorüber geht. 🙂
Mach den Umgang mit ihr nicht zu einem Tanz auf rohen Eiern, da sie Medis nimmt, dürfte es in der Regel nicht relevant sein.
Vielleicht bittest Du sie, Dir klar zu signalisieren, wenn es ihr nicht gut geht und sie ihre Ruhe braucht. Oder Frage sie, ob es Trigger gibt, woran Du erkennst, dass es ihr gerade nicht gut geht und welchen Umfang sie sich in der Akutsituation wünscht.

Da sie die Depression offen ansprach, kannst Du es auch tun. Mach es nur nicht zum Dauerthema, sondern überlege Die, was Du wissen möchtest und sprich es gezielt einmal an.

Alles Liebe Dir 🙂
 
  • #3
Lieber NurEinGast,
ich selbst leide unter einer Depression bzw. eher unter einer Angsterkrankung und kenne das ganze. Laleila hat eigentlich schon viel richtiges gesagt. Erstmal ist es sehr mutig von ihr, so offen zu sein, daher denke ich solltest du das auch sein. Die Depression hat ja nichts mit dir zu tun, daher solltest du da keine Angst haben. Wenn sie wirklich so offen ist, ist es durchaus sinnvoll mal ganz offen mit ihr darüber zu reden wie es ihr zu Zeit geht und wann diese depressiven Phasen kommen. Aber wie Laleila schon sagt, in der Regel ist man, wenn man Medikamente nimmt, gut eingestellt. Auch dann ihre Bedürfnisse akzeptieren, sprich wenn sie sich zurückziehen möchte dann lass es.
Das wichtigste ist, und das hat Laleila schon super gesagt. NIE solche "Tipps" geben wie "Das wird schon wieder" oder "Mach mal ne Woche Urlaub", sowas ist blanker Hohn gegenüber Menschen mit Depressionen und verschlechtert deren Situation. Meist wissen wir Menschen mit psychischen Erkrankungen schon wie wir damit umgehen und anscheinend hat sie auch keine Hemmungen diesen Umgang mit dir zu teilen.
Alles Gute
Tobi
 
  • #4
Was ist aber, wenn man einen Menschen kennenlernt, der eine Depression hat?
Wenn Dir die Frau gefällt, setze das Kennenlernen einfach ganz normal fort. Es wird sicher mal das Gespräch drauf kommen und dann kannst Du erfahren, wie es ihren Alltag beeinflusst.
Es schaut mir nicht danach aus, dass diese Diagnose - und den bisher nicht erkennbaren Symptomen! - eine Problem im Alltag darstellen könnte.
Also, einfach weiter kennenlernen, viel Freude aneinander!
ErwinM, 53
 
  • #5
Im Forum ist das immer wieder Thema. Vermutlich kann am besten sie selbst Tips dazu geben, weil es wohl sehr viele unterschiedliche Arten von Depressionen gibt.
Es schaut mir nicht danach aus, dass diese Diagnose - und den bisher nicht erkennbaren Symptomen! - eine Problem im Alltag darstellen könnte.
Davon würde ich wiederum nicht ausgehen, sondern mir das wirklich sehr genau ansehen.
 
  • #6
Vielen Dank für eure Aufklärung, die Hinweise und Tipps. :)

NurEinGast
 
  • #7
Entgegen den anderen Foristenn würde ich einen Partner mit einer psychischen Erkrankung ausschließen. Ich kenne einige Fälle von psychischen Erkrankungen im Umfeld, da möchte ich nicht dabei sein. Auch wenn die Person medikamentös gut eingestellt ist, so ist die krankheit doch immer anwesend. Manchem Menschen können damit gut umgehen, ich persönlich will das nicht. Auch chronische körperliche Erkrankungen sind nicht wirklich das, was ich noch einmal in Angriff nehmen würde, man ist hinterher oft schlauer als am Anfang. Und nein, das ist nicht oberflächlich gedacht, der andere Partner hat halt auch das Recht auf ein Leben. Wer psychische Erkrankungen des Partners aushalten kann, Hut ab. Das weiß man aber erst im Laufe der Zeit, wie bei den meisten Dingen. Die Vorstellung und die Realität sind 2 ganz verschiedene Paar Schuhe.
 
  • #8
Auch wenn die Person medikamentös gut eingestellt ist, so ist die krankheit doch immer anwesend.
Ja aber man weiß ja nie als Außenstehender warum die- oder derjenige eine Depression hat. Hat die Dame z.B. eine Depression weil sie starke Beziehungsängste hat und in einer Beziehung nicht mit anderen zurecht kommt, könnte es tatsächlich schwierig werden. Liegt die Depression an etwas anderem und sie hat gelernt damit umzugehen bzw. befindet sich in einer unterstützenden Therapie, sehe ich keinen Grund warum es nicht klappen sollte.
Daher wie geschrieben mein großer Tipp: offen und ehrlich mit ihr darüber sprechen, so offen wie die Dame ist wird sie dir es erklären und dann wirst du immer noch sehen wie es dir damit geht. Aber wichtig ist schonmal dir eins klar zu machen: Wir Menschen mit einer depressiven Erkrankung sind nicht "anders" wie manchmal der gesellschaftliche Eindruck ist. Es gibt schon bestimmte Gründe warum man eine Depression entwickelt, da reicht nur wenn man als Scheidungskind aufwächst und es nicht verarbeiten kann.
Daher: Rede mit ihr drüber und habe keine Vorurteile
Alles Gute
 
  • #9
Jahrelange Depressionen und Medikamente sprechen nicht für eine leichte Form der Depression . Am besten schaust du dir das in Ruhe an . Wenn ihr nicht zusammen wohnt und keine Familie gründen wollt hast du ja auch genügend Abstand . Jeder 3. in Deutschland hat in seinem Leben mal eine psychische Erkrankung , die alle als Partner auszuschließen wäre ein Drittel.
Ich fand in Zeiten wo es mir psychisch nicht gut ging Platitüden besonders schlimm . Verzichte auf jeden Fall darauf und auf gute Ratschläge. Ich habe schon genug psychische Auffälligkeiten in meiner Familie erlebt , ich hätte ungern einen Mann mit Depressionen , da er wahrscheinlich eher nicht so belastbar ist und in einer akuten Phase überhaupt nicht . ansonsten war ich mal in einer psychosomatischen Akutklinik , es gab von einigen umgänglichen Frauen auch sehr viele schwierige , wo der Alltag sehr belastend war . Ich denke letztendlich fühlt sich die Frau bereit für eine Beziehung also probiert es aus .
 

Laleila

Cilia
  • #10
Menschen mit endogenen Depressionen müssen ihr Leben lang Medikamente nehmen, die meiste führen , wenn sie gut eingestellt sind, ein psychisch weitestgehend unauffälliges Leben mit ein vereinzelten depressiven Episoden.
Davon abgesehen sind Depressionen eine Art "Volkserkrankung". In den letzten Jahren verdoppelten sich die Anzahl der betroffenen Menschen fast.
Es gibt eigentlich keinen Grund einen Menschen, der reflektiert mit seiner depressiven Erkrankung umgeht und gut medikamentös eingestellt ist, als potentiellen Partner auszuschließen.

Ich finde es gut, dass @NurEinGast versucht sich über den Umgang mit Depressionen beim angehenden Partner, zu informieren. So kann man überflüssige Berührungsängste abschaffen.

Ein tendenziell narzisstisches Verhalten , was nur auf den eigenen Vorteil in der Partnerschaft ausgerichtet ist, ist ein weitaus belastender er Aspekt. Solche Menschen sollte man sich wirklich nicht ans Bein binden.
 
  • #11
Leider konnte ich über das Thema im Internet nicht wirklich Hilfe finden.
Warum nicht? Es gibt Unmengen an Informationen und sehr viele sind auch sehr findiert.

Am Besten lässt Du erstmal die Finger von Betroffenenforen jeder Art sondern liest Dich fachlich schlau was chronische oder stark rezidivierende Depression bedeutet, denn eines von beiden liegt bei andauernder medikamentöser Behandlung und Langjährigkeit des Problems (mehrere krankheitsbedingte Jobwechsel mit 40) vor.

Ich rate ab von Foren jeder Art ohne fundiertes Wissen über das Krankheitsbild, weil dort viel in alle Richtungen katastrophisiert wird und man ohne fundiertes Wissen um die Krankheit nichts davon gut einschätzen kann.

Und wenn Du ausreichend informiert bist, dann fängst Du Dir an Gedanken zu machen, ob Du diese Art von Probleme in einer Beziehung haben möchtest.
Denn eines ist klar: wenn sie es Dir mit langfristiger Krankheitserfahrung bereits beim 2. Date anvertraut, dann hat sie eine starke/immer wiederkehrende Symptomatik und weiß, dass sie es nicht verbergen kann. Das wiederum zeigen auch die von ihr thematisierten mehrfachen krankheitsbedingten Jobwechsel.
Man muss sich entscheiden, ob man das will, bevor man sich rüstet in die Rolle des Helfenden zu springen.

Ich selber halte nichts von so schlecht ausgewogenden Beziehungen, die von vornherein so ausgelegt sind "wie kann ich es ihr/ihm dem armen Hascherl recht/leichter machen", statt unbefangen zu gucken, ob es passt und wie in jeder Kennenlernphase immer wieder neu zu entscheiden ob es weitergeht.
Dem Helfenden geht schnell die Luft aus wenn man zu früh und zu unreflektiert diese Rolle übernimmt und damit ist beiden nicht gedient.

Was ist aber, wenn man einen Menschen kennenlernt, der eine Depression hat?.... ich möchte hier jetzt auch nichts falsch machen.
Es gibt auch keine Tipps für den Kennenlernprozess, weil Menschen(Du und sie) verschieden sind und gerade auch die Depression sehr unterschiedliche Gesichter annehmen kann. Darum käme ein band mit 10.000 Seiten raus, der kaum was taugt.

Gib als erstes den Gedanken auf, nichts falsch machen zu wollen, sondern geh es an wie jedes Kennenlernen - etweder es passt oder es passt nicht, bzw. es gibt Dinge mit denen Du gut leben kannnst oder nicht.
Wichtig ist darin unbefangen zu bleiben, sich nicht zu früh wegen Mitleids zu irgendwas verpflichtet zu fühlen und wenn man ein anständiger Mensch ist: ihre Schwächen nicht zu eigenen Gunsten ausnutzen zu wollen.
 
  • #12
sie geht sehr offen damit um, das sind sehr gute Vorraussetzungen, dass es auch Dir gelingt damit umzugehen.
Mit der Einschätzung wäre ich vorsichtig. Üblicherweise wird man von seinen Behandlern so beraten, dass man mit der Info zurückhaltend umgehen soll bis es eine Vertrauensbasis gibt und man selber spürt: meine Beeinträchtigung ist relevant, hat Einfluß auf diesen Kontakt.

Wer hingegen früh so ein Thema rauslässt ohne dass es einen Grund dafür gibt, ist entweder beratungsresistent (ganz schlecht bei der Erkrankung) oder fährt Richtung Krankheitsgewinn/Mitleid und dann ist beide Male Vorsicht angesagt.

Wenn sie medikamentös gut eingestellt ist, sollten ihre Depressionen den Großteil des Alltages nicht berühren.
Stimmt auch nicht, denn sie hat wegen Depressionen bereits mehrfach den Job wechseln müssen, weil es in der Alltagsbewältigung erhebliche Probleme gab.
Die 100% Wirksamkeit bei Medikamenten gibt es nicht, eine Garantie, dass sich daran nichts ändert auch nicht und die Rabatttverträge der Krankenversicherungen mit den Herstellern geben alles, um eine gute Medikamenteneinstellung zu unterlaufen.

Relevanter ist, ob und mit weclher Motivation sie Therapien macht (diese auch durchhält) und wie ihr sonstiges Selbstmanagement mit der Krankheit ist, ob sich selber meint, dass sie die Dinge gut im Griff hat.
Ihr frühes Thematisieren spricht erstmal nicht dafür.

Ja, ja und nochmal ja. Diese gutgemeinten Tipps sind das Allerletzte was man bei dieser Erkrankung brauchen kann.
FS, Du musst für Dich Rückzug und schweigen, aber auch weinen (je nachdem welcher Typ sie ist) aushalten können, ohne es auf Dich oder Dein Verhalten zu beziehen.

...sie ihre Ruhe braucht. Oder Frage sie, ob es Trigger gibt, woran Du erkennst, dass es ihr gerade nicht gut geht.... Da sie die Depression offen ansprach, kannst Du es auch tun.
Das ist das richtige Vorgehen - sie muss selber aktiv mit dem Thema umgehen und Dir Hilfestellungen geben, nicht umgekehrt, denn sie ist das Sondermodell, nicht Du.

welchen Umfang sie sich in der Akutsituation wünscht.
Diese Frage würde ich zu diesem Zeitpunkt des Kennenlernens nicht stellen, weil sie eine Hierarchie schafft: Hilfsbedürftiger und Helfer, welche die Beziehung prägt.
Dieses Vorgehen empfiehlt sich, wenn man sich gut kennt und zur Beziehung entschlossen ist, nicht im frühen Kennenlernen.
 
  • #13
Bitte lass es, bei Depression verordneten Medikamenten, werden die Gefühle gedeckelt, sowohl positiv als auch negativ, und bei längerer Medikation stellt sich eine Gelassenheit ein, etwas wie ein „Ist-mit-doch-egal-Haltung“. Zudem gehen alle diese Medikamente auf die Libido und dämpfen diese, sowie die Orgasmusfähigkeit. Manche Medikamente gehen auf die Herztätigkeit oder das Blutbild, da ist man regelmäßig in ärztlicher Behandlung. Andere Psychopharmaka wirken beruhigend und stark einschläfernd, die Tabletten machen manche Menschen lethargisch, apathisch und sehr stark müde, auch noch anhaltend am nächsten Tag, wo aber schon die nächste Dosis kommt. Ihr normales natürliches Verhalten siehst du aktuell nicht, nur ihr genormtes, stimmungsgedeckeltes, ausgeglichenes Verhalten, was sehr angenehm ist (auch für den Patienten), da die Simmungs-Akzentuierungen nur gebremst ausgelebt werden.
Also auch brennend in dich verlieben wird sie nicht können, eher milde und ein Beziehungsdrama bei Trennung ist auch nicht zu erwarten, Frau nimmt es hin, wie es kommt.
Wenn die Frau berufstätig ist und parallel noch in psychotherapeutische/psychosomatische Behandlung, wird sie ein Zeitproblem haben, es sei denn, sie ist länger krankgeschrieben, in Wiedereingliederung oder arbeitet Teilzeit, sonst bekommt sie die Termine mit ihrer Arbeitszeit und Haushalt, Hobbies, Freunde, Familie, Alltag…. schlecht geregelt, und meist fallen Treffen mit Freunden oder geregelte Hobbies flach.
Häufig ist bei Depressiven das Kennenlernen nicht oft, weder telefonieren, noch Treffen und nicht so intensiv, und sie haben auch meist Baustellen, die mit zeitweiser Überforderung, Lustlosigkeit (bzw. eingeschränktem Engagement) und weniger Belastbarkeit einhergehen.
Erfahrungsberichte stehen genug im Netz, verstehe nicht, dass Du da nicht fündig wurdest?
 
  • #14
16-20% der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Depression (Lebenszeitprävalenz), unter denen, mit einer chronischen Erkrankung sind es sogar fast die Hälfte. Depressionen sind also sehr weit verbreitet und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Partner daran erkrankt, nicht klein.

Richtig schwierig wäre eine unerkannte, unbehandelte Depression. ZB Jemand, der sich seine Lage nicht eingestehen will und Hilfe ablehnt, somatisiert, darauf beharrt, dass er körperlich krank ist und von Arzt zu Arzt rennt. Oder Jemand, der still und düster über Jahre vor sich hinleidet und mit Niemandem darüber reden will. Das ist eine riesen Belastung für Partner und Angehörige.

Von daher würde ich es als positiv bewerten, dass die Frau, die du kennengelernt hast, offen damit umgeht und in Behandlung ist.

Wie du es beschreibst, hat sie durch ihre Erkrankung jedoch wiederholt Probleme im Berufsleben. Das wiederum sehe ich kritisch, weil es zeigt, dass sie nicht sonderlich belastbar ist. Das könnte sich auch im Alltag und in der Beziehung zeigen. Manchmal ist es sogar so, dass - wenn es zB zur Erwerbsunfähigkeitsrente kommt (hierfür sind Depressionen eine häufige Ursache) - danach die Negativspirale und Rückzug ins Schneckenhaus erst recht beginnt, da Erwerbstätigkeit häufig doch ein gesundheitsprotektiver Faktor ist und es ohne nicht unbedingt alles besser wird, wie manche sich erhoffen.

Ich würde sie dennoch weiter kennenlernen, denn Kennenlernen ist ja kein Versprechen auf eine lebenslange gemeinsame Zukunft, keine Verpflichtung auf ewige Bindung. Du kannst in einem halben Jahr immer noch beurteilen, ob bzw. inwieweit sich die Erkrankung auf euch auswirkt und ob du das mittragen kannst und willst.

W37
 

Laleila

Cilia
  • #15
Mit der Einschätzung wäre ich vorsichtig. Üblicherweise wird man von seinen Behandlern so beraten, dass man mit der Info zurückhaltend umgehen soll bis es eine Vertrauensbasis gibt und man selber spürt: meine Beeinträchtigung ist relevant, hat Einfluß auf diesen Kontakt.
Das stimmt so nur teilweise, zu solch einem Vorgehen wird gern geraten, um den Betroffenen vor einer Destabilisierung durch mögliche vorurteilsbehadtete Reaktionen der Umwelt, auf diese Information, zu schützen.
Menschen die schon sehr lang um ihre depressive Erkrankung wissen, bewusst damit umgehen, bringen das Thema auch häufig offen und selbstbewusst zur Sprache, einfach um Missverständnissen, welche ein unkommentiert es Rückzugsverhalten mit sich bringen könnte, zu vermeiden.
Sie agieren hier oft aus Erfahrung und in dem Fall ist das sehr gut.
Wer hingegen früh so ein Thema rauslässt ohne dass es einen Grund dafür gibt, ist entweder beratungsresistent (ganz schlecht bei der Erkrankung) oder fährt Richtung Krankheitsgewinn/Mitleid und dann ist beide Male Vorsicht angesagt.
S.o.
Stimmt auch nicht, denn sie hat wegen Depressionen bereits mehrfach den Job wechseln müssen, weil es in der Alltagsbewältigung erhebliche Probleme gab.
Ja, das war in der Vergangenheit und sie schließt nicht aus, dass soetwas wieder passieren könnte. Wie auch?
Die Medikamente verringern das Risiko für depressive Episoden, weil sie den Hirnstoffwechsel regulieren, der für die meisten Depressionen ausschlaggebend ist. Sie schützen nicht vor eigenen Triggern. Daher ist es durchaus sinnvoll, diese Erkrankung zu thematisieren, wenn man eine solide Basis für einen tiefergehenden zwischenmenschlichen Kontakt schaffen will.
Ja, ja und nochmal ja. Diese gutgemeinten Tipps sind das Allerletzte was man bei dieser Erkrankung brauchen kann.
FS, Du musst für Dich Rückzug und schweigen, aber auch weinen (je nachdem welcher Typ sie ist) aushalten können, ohne es auf Dich oder Dein Verhalten zu beziehen.


Das ist das richtige Vorgehen - sie muss selber aktiv mit dem Thema umgehen und Dir Hilfestellungen geben, nicht umgekehrt, denn sie ist das Sondermodell, nicht Du.
Das ist ein sehr wichtiger Tipp.
 
  • #16
Da ist denke ich jeder anders. Ich selbst hatte genug chronisch psychisch kranke Menschen im Freundeskreis um zu wissen, dass ich das einfach in einer Beziehung nicht von Anfang an in Kauf nehmen würde. Wenn sie bereits Jahre damit zu tun hat, Medikamente nimmt und es schon mehrfach im Alltag zu Problemen führte (Arbeitgeberwechsel), ist das was anderes als bei Menschen, die an einer Depression erkranken und sich dann wieder erholen (habe ich auch im Freundeskreis).
Wenn mein Mann jetzt eine chronische Depression entwickeln würde: wir sind ja bereits zusammen und ich würde ihn natürlich unterstützen. Aber von vornherein einen Partner auswählen, der voraussichtlich lebenslang auf einen mehr oder weniger angewiesen sein wird, d.h. man selbst muss immer stark sein - würde ich persönlich nicht machen. Ich sehe das an gleich drei Bekannten von früher, wie schwer das ihr Leben macht, und eben auch für ihre Partner viel Kraft kostet.
Daher würde ich auch raten: informieren, was das bedeutet, in sich gehen, ob man das auf sich nehmen kann und aushalten und für sich selbst entscheiden. Wenn noch Kinder geplant wären, würde ich mir das doppelt gut überlegen.
w, 38
 

Laleila

Cilia
  • #17
Bitte lass es, bei Depression verordneten Medikamenten, werden die Gefühle gedeckelt, sowohl positiv als auch negativ, und bei längerer Medikation stellt sich eine Gelassenheit ein, etwas wie ein „Ist-mit-doch-egal-Haltung“.
So, hier widerspreche ich vehement.
Durch eine manifestierte Hirnstoffwechselstörung bin ich seit über 25 Jahren auf Antidepressiva angewiesen.
Die Bandbreite der gewünschten und ungewünschten Wirkungen ist groß,
Mit dem richtigen Medikament passiert nichts davon, was Du hier aufzählt.
Ich bin weder lethargisch, noch kann ich keine intensiven Glücksmomente empfinden.
Zudem gehen alle diese Medikamente auf die Libido und dämpfen diese, sowie die Orgasmusfähigkeit.
Orgasmusprobleme hatte ich noch nie
Manche Medikamente gehen auf die Herztätigkeit oder das Blutbild, da ist man regelmäßig in ärztlicher Behandlung. Andere Psychopharmaka wirken beruhigend und stark einschläfernd, die Tabletten machen manche Menschen lethargisch, apathisch und sehr stark müde, auch noch anhaltend am nächsten Tag, wo aber schon die nächste Dosis kommt. Ihr normales natürliches Verhalten siehst du aktuell nicht, nur ihr genormtes, stimmungsgedeckeltes, ausgeglichenes Verhalten, was sehr angenehm ist (auch für den Patienten), da die Simmungs-Akzentuierungen nur gebremst ausgelebt werden.
Also auch brennend in dich verlieben wird sie nicht können,
So ein Unsinn. Wenn ein Mensch so auf Psychopharmaka reagiert, muss er neu eingestellt werden. Es ist eine fragile Angelegenheit den Serotonin- Dopaminhaushalt, mit Medikamenten ins Gleichgewicht zu bringen.
Deine Aufzählungen sind lediglich Hinweise darauf, dass ein Patient suboptimal medikamentiert ist.

sonst bekommt sie die Termine mit ihrer Arbeitszeit und Haushalt, Hobbies, Freunde, Familie, Alltag…. schlecht geregelt, und meist fallen Treffen mit Freunden oder geregelte Hobbies flach.
Das alles traf vor vielen, vielen Jahren auf mich zu. Bevor ich die richtigen Medikamente bekam und lernte auf mich zu achten und mit mir umzugehen. Ich habe ein sonniges Gemüt, lache viel und gern, bin unternehmungslustig, habe einen tollen Freundeskreis und seit Ewigkeiten keine depressive Episoden mehr gehabt. Trotz schwerer Erkrankungen und wenig rosiger gesundheitlicher Zukunftsaussicht.

Lieber @NurEinGast, lass Dich von solchen restriktiven Meinungsbildern nicht verunsichern. Achte auf Dein Gefühl und Deine persönlichen Grenzen. Vorauseilenden Schwarzmalerei ist unangebracht. 🙂
 
  • #18
Das Hauptproblem ist, viele Menschen sind unfähig den passenden Partner auszuwählen, da sie sich selbst zuwenig kennen, wegen "S" Wert Defizite!
Folgende 5 Punkte fallen mir auf, beim Lesen und beim Studieren deines Threads:
1. Dein Nickname: NurEinGast sagt, dasss du dich vom Selbstwert selbst schwächst, lass das Nur also weg!
2. Die Depression wird als Krankheit bezeichnet, ich möchte keine Beziehung eingehen, mit einem kranken Menschen, ich weiß es ist sehr hart aber wahr und dazu mein gutes Recht!
3. Wer oft die Tätigkeit wechselt, der wird auch sehr wahrscheinlich oft den Partner wechseln, ich erkenne da Zusammenhänge, da diese Person mit sich selbst psychisch nicht stabil ist!
4. Für mich kommt ausschließlich eine Beziehung in Leichtigkeit in Frage, die fehlt mir hier!
5. Eine Beziehung sollte beidseitig passen, wenn nicht, geht es einfach nicht!
Jeder 3. in Deutschland hat in seinem Leben mal eine psychische Erkrankung , die alle als Partner auszuschließen wäre ein Drittel.
Darum geht es überhaupt nicht!
Es geht einzig alleine um die beidseitige, kompartible Passung von 2 Personen und nicht um ALLE!
Auch bei den Beiträgen hier ist wieder viel Blauäugiges zu lesen!
 
  • #19
Ich war selber mal mit einer Frau zusammen die unter Depressionen gelitten hat. Es ist richtig schwierig. Am Anfang war natürlich alles gut. Also in der Phase in der man noch richtig verliebt war. Allerdinngs sehr ich hier gute Chancen. Sie war ehrlich zu dir. Sie ist sich bewusst, dass due krank ist. Das ist meiner Meinung nach so wie bei einem Alkoholiker. Da ist es ja meistens auch so, dass es vielen nicht bewusst ist, dass sie süchtig sind.

Ich habe übrigens richtig Respekt von so viel Ehrlichkeit. Da kann man sich echt eine Scheibe davon abschneiden. Ich habe ADS. Ich habe das immer erst viel später angesprochen. War natürlich ein Fehler von mir. Selbst bei meiner Frau habe ich es erst nach ein paar Monaten abgesprochen. Gut ADS hat nichts mit Depressionen zu tun. Trotzdem hätte ich es gleich machen sollen. Bin jetzt seit 2007 verheiratet.
 
  • #20
Ich möchte die Frau auf jeden Fall besser kennenlernen, deswegen Danke für die Hilfestellung. :)

Hallo INSPIRATION MASTER,
das "Nur" bei meinem Forennamen bezieht sich auf meine Aktivität hier im Forum. Ich werde hier kein aktives Mitglied werden, deswegen "nur" ein kurzzeitiger Gast.

Es hat diesem Fall nichts mit den "S"-Werten zu tun.
 
  • #22
Ich bin ebenfalls für das normale Kennenlernen.

Ich selbst hatte im Winter 17/18 meinen ersten Schub Depressionen, und die Chronologie,die dazu geführt hat, recht gut im Blick, da ich sehr reflektiert über mein Leben im Bilde bin.

Ich bin damals 6 Wochen ausgefallen, wurde medikamentös eingestellt und habe einzig durch Anpassung des Alltages und bessere Selbstfürsorge nahezu meine volle Arbeitsleistung zurück erhalten.

Ich war teilweise auch ohne Medikamente stabil, nehme aktuell wieder geringste Dosis und arbeite Vollzeit im gleichen Bereich.

Der "richtige" Partner hat sehr wohl einen positiven Einfluss auf mein Leben. MIT, fühle ich mich besser. Ich lasse mich aber nicht durchs Leben tragen von ihm. L übernimmt halt selbstverständlich seinen Anteil im Haushalt, wir teilen Aufgaben je nach Situation regulär ein oder sprechen uns ab. MEHR, muss mein Freund trotz meiner Depressionen nicht leisten. Mir reicht es als Benefit, dass er ein verlässlicher, liebevoller, Freund ist.

Und ja, ich habe mit ihm vertrauliche Gespräche schon zu Beginn geführt.

Es kommt wirklich auf die Kombination Mann vs. Frau an, welchen Einfluss der Partner auf das eigene Wohlbefinden hat. Sei einfach ein verlässlicher, loyaler und liebevoller Mensch. Der Rest weist sich dann schon.

W36
 
  • #23
Besteht noch ein Kinderwunsch? Wenn nicht habt ihr alle Zeit der Welt euch kennen zu lernen.
 
  • #24
Wir beide haben keine eigenen Kinder. Ein Kinderwunsch besteht nicht mehr.
 
  • #25
Leider konnte ich über das Thema im Internet nicht wirklich Hilfe finden. Es gibt einige Seiten mit Hilfestellungen, wenn der eigene Partner in eine Depression rutscht. Was ist aber, wenn man einen Menschen kennenlernt, der eine Depression hat?
Wenn ich die Antworten so lese, verstehe ich eigentlich nicht, warum Du hier fragst.

Die Frau hat offenbar eine schwere psychische Erkrankung, so schwer, dass sie dauerhaft von Medikamenten abhängig ist. Mit ein paar Bonbons lutschen gegen "Depressiönchen" wäre das wohl eher verharmlost. Psychische Probleme haben sicher immer auch potentiell eine Auswirkung auf eine Beziehung. Das muss nicht sein, aber es kann und schwebt mit den entsprechenden "Schüben" wohl wie eine tickende Zeitbombe über einem. Auch das lesen wir in den Antworten hier.

Das spricht nicht grundsätzlich gegen eine Beziehung, aber es gibt reichlich Fachforen dazu, das Internet ist voll von Informationen und dazu ist wohl auch noch der individuelle Fall gezielt einzubeziehen. An Deiner Stelle würde ich also da fachlich etwas tiefer einsteigen, bevor Du Dich emotional zu sehr da rein hängst. Du lernst jetzt sicher nicht den vollen Menschen kennen.
Ich frage ja auch nicht im Gartenforum, wie man Gasleitungen schweißt...
 
  • #26
Hallo @NurEinGast

Borderline
PTBS
Depressionen

Dazu schwer chronisch Krank, mit chronischen Schmerzen, zwei Autoimmerkrankungen (man gönnt sich ja sonst nichts), Blutbildungsstörungen mit permanenter Thrombosegefahr.

Ist also allerhand.

Ich habe dennoch meine 7 Sachen im Griff und gehe meinen Weg ohne zusätzliche Medikamente.

Das war meine Entscheidung und für mich persönlich auch die Richtige.

Dafür sind Kalender, Timer, Schrittzähler und 'Fly Lady' meine treuesten Weggefährten.

In meinem Fall sind meine Erkrankungen im Chaos geboren und gegen Chaos hilft Ordnung.
Ins Gleichgewicht zu kommen, war eine echte Herausforderung für mich.

Ich bin reflektiert, entwickle mich ständig weiter und habe ganz besonders in den letzten Jahren viel über meine wahren Werte, Bedürfnisse und Wesenszüge gelernt.

Ich bin absolut in der Lage, gesunde und tragfähige Beziehungen zu pflegen und Vertrauen aufzubauen.

Ich würde mir an deiner Stelle viel Zeit für das Kennenlernen nehmen und schauen, wie sie insgesamt mit ihrer Erkrankung umgeht und darauf besierend meine Entscheidung treffen.

Ich erkenne heute phlegmatische Phasen schon nach kurzer Zeit und steuere aktiv dagegen.

Natürlich muss ich auch immer schauen, ob ich gerade körperlich erschöpft bin, was vorkommen darf, oder ob es psychisch ist.

Im Falle einer Partnerschaft spreche ich bestimmte Dinge auch klar an, aber unterstützen muss mich ein Partner wirklich nicht.

Er muss halt nur damit klar kommen, dass ich direkt sage, was Sache ist und darf nichts persönlich nehmen und alles ständig auf sich beziehen.

Damit habe ich persönlich die besten Erfahrungen gemacht.

Viel Glück für dich 😊
 

Laleila

Cilia
  • #27
Wenn ich die Antworten so lese, verstehe ich eigentlich nicht, warum Du hier fragst.

Die Frau hat offenbar eine schwere psychische Erkrankung, so schwer, dass sie dauerhaft von Medikamenten abhängig ist.
Depressionen sind in erster Linie eine neurologische Stoffwechselerkrankung ( keine schwere psychische Störung) die gut medikamentös einstellbar ist und bei einer begleitenden Verhaltenstherapie, in der man lernt mit den Tiefs umzugehen, durchaus handhabbar.
Fettstoffwechselerkrankungen, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Blutdruck müssen auch langfristig medikamentös behandelt werden.
Mit ein paar Bonbons lutschen gegen "Depressiönchen" wäre das wohl eher verharmlost. Psychische Probleme haben sicher immer auch potentiell eine Auswirkung auf eine Beziehung.
Jede chronische Erkrankung hat Auswirkungen auf Beziehungen, genau wie intensive Hobbies, oder solche mit einer überdurchnittlichen Unfallhäufigkeit, meinetwegen auch ausgeprägte Sparsamkeit.
Das verharmlost das Krankheitsbild Depression nicht.
Aber gut eingestellt, ist man mit einer neurologischen Stoffwechselerkrankung nicht weniger beziehungsfähig als oben erwähnte Kohorten.
Das muss nicht sein, aber es kann und schwebt mit den entsprechenden "Schüben" wohl wie eine tickende Zeitbombe über einem.
Wie beim Motorradfahrer, gestressten Manager, leidenschaftlichen Skifahrer, Raucher etc.pp. auch
 
  • #28
Diagnostizierte Depressionen haben eine Todesrate im einstelligen Prozentbereich, stellen damit eine der häufigsten Todesursachen und sind nebenbei der häufigste Auslöser für Arbeitsunfähigkeit. Man sollte also wissen, dass man es mit einer knallharten Krankheit zu tun hat.
 
  • #29
Depressionen sind in erster Linie eine neurologische Stoffwechselerkrankung ( keine schwere psychische Störung) die gut medikamentös einstellbar ist und bei einer begleitenden Verhaltenstherapie, in der man lernt mit den Tiefs umzugehen, durchaus handhabbar.
Ich kenne mich da nicht aus und verwende daher Begriffe sicher falsch und laienhaft. Die Stoffwechselerkrankung löst aber offenbar schwerwiegende psychische Probleme aus, in Schüben z. T. immer wieder mal mit akutem Behandlungsbedarf. Auch wenn die „handhabbar“ sein mögen, was auch immer das bedeutet. Wenn ich hier insgesamt so lese, habe ich den Eindruck, dass viele Menschen ihre psychischen Probleme überhaupt nicht handgehabt bekommen. Ein Beispiel hatten wir parallel im „Reha-Thread.
Fettstoffwechselerkrankungen, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Blutdruck müssen auch langfristig medikamentös behandelt werden.
Ja, für mich sind auch das schwerwiegende Erkrankungen. Aber eher mit körperlichen Folgen.
Jede chronische Erkrankung hat Auswirkungen auf Beziehungen, genau wie intensive Hobbies, oder solche mit einer überdurchnittlichen Unfallhäufigkeit, meinetwegen auch ausgeprägte Sparsamkeit.
Ja, deswegen genau informieren und dann überlegen, ob man das möchte. Auch unter Berücksichtigung des Einzelfalles.
Das verharmlost das Krankheitsbild Depression nicht.
Aber gut eingestellt, ist man mit einer neurologischen Stoffwechselerkrankung nicht weniger beziehungsfähig als oben erwähnte Kohorten.
Das magst Du als Betroffene besser beurteilen können als ich. Mich schrecken erhöhte Cholesterinwerte weniger als regelmässig notwendige Verhaltenstherapie mit Medikamention.
Wie beim Motorradfahrer, gestressten Manager, leidenschaftlichen Skifahrer, Raucher etc.pp. auch
…klingt für mich dann doch eher verharmlosend.
 
  • #30
Vermutlich kann am besten sie selbst Tips dazu geben, weil es wohl sehr viele unterschiedliche Arten von Depressionen gibt.
Genau das. Und man sollte es dann nicht unreflektiert tun, sondern immer fragen: will und kann ich dauerhaft so eine Beziehung in dieser Rolle?

befindet sich in einer unterstützenden Therapie, sehe ich keinen Grund warum es nicht klappen sollte.
Weil es für Therapien keine Erfolgsgarantie gibt sondern die Versagensquote hoch ist.

Ganz wesentlich sind Einstellung und Motivation, mit welcher man dorthin geht
- weil man was ändern will
- nur die Gelegenheit nutzt, sich den Kummer von der Seele zu reden und nichts ändern will.
Die sehr frühe Offenbarung kann auf Letzteres hindeuten.

ansonsten war ich mal in einer psychosomatischen Akutklinik , es gab von einigen umgänglichen Frauen auch sehr viele schwierige , wo der Alltag sehr belastend war
Genau das kann ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen und auch die Relation.

Bitte lass es, bei Depression verordneten Medikamenten, werden die Gefühle gedeckelt, sowohl positiv als auch negativ..... Andere Psychopharmaka wirken beruhigend und stark einschläfernd, die Tabletten machen manche Menschen lethargisch, apathisch und sehr stark müde....
Antidepressivea wirken auf den Botenstofftransport im Gehirn, weil dieser gestört ist, lässt sich gut mit Diabetes vergleichen. Da wird garnichts gedeckelt, sondern versucht die richtige Verdrahtung wieder herzustellen.

Antidepressiva sind was anderes als Beruhigungsmittel. Diese können in Krisen teilweise und zeitlich befristet dazugegeben werden und können dann die beschriebene Wirkung haben - ist aber keine zwangsläufige Konsequenz wie beschrieben. Die langfristige Gabe dieser Medikamente ist ein Behandlungsfehler und wird übrigens von vielen Krankenkassen routinemäßig über die Abrechnungsdaten kontrolliert, weil so nämlich teure Medikamentenabhängigkeiten produziert werden.

Erschreckend, was hier in großer Ahnungslosigkkeit aber mit großem Selbstbewusstsein kundgetan wird.

Die Frau hat offenbar eine schwere psychische Erkrankung, so schwer, dass sie dauerhaft von Medikamenten abhängig ist....
Na und? Jeder Diabetiker ist genauso von seinen Medikamenten abhängig, viele KHK oder sonstwie Erkrankte auch.
Viele können trotzdem gute Beziehungen führen und andere können es wegen ihres Verhaltens welches sich auch im Umgang mit ihrer Erkrankung (undiszipliniert) zeigt nicht.
Man muss auf den Einzelfall gucken.
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