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Gast

  • #1

Ehrlich sein oder lieber nicht?

Hallo, liebes Forum,

ich habe ein Problem. Ich bin total verliebt in einen Mann, der in mich höchstwahrscheinlich nicht verliebt ist. Und falls doch, gäbe es sowieso keine Chance, da er verheiratet ist.

Ist okay, würde ich verarbeiten können, wenn ich ihm nicht mehr begegnen müsste. Das muss ich leider, bin auch beruflich abhängig von ihm noch einige Monate, und kann auch nicht weg.

So gehe ich ihm aus dem Weg, meine Arbeit leidet nicht darunter.
Aber ich bin mir sicher, er wird irgendwann mal fragen, warum ich mich so rar mache. Es kamen auch schon Äußerungen dazu, dass er es nicht versteht, er war auch schon mal ärgerlich, glaube ich, weil er auch auf mich zugehen will und mir helfen will.

Vielleicht hält er mich auch für eine Eremitin oder Sozialphobikerin. Find ich jetzt auch nicht so schön, aber ich weiß nicht, wie ich dem beikommen soll. Mir ist ständig nach Heulen, und da bin ich lieber allein, auch wenn das schon mal im Zug passiert, wenn ich ihm begegnen musste.

Falls er nun mal fragt, sag ich dann die Wahrheit, woran es liegt, damit er nicht weiter denkt, ich bin seltsam oder dröge?
Es geht mir nicht darum, ihn für mich zu gewinnen, ich weiß nur nicht, ob man in so einem Fall was gewinnt, wenn man ehrlich ist.

Vielen Dank für eure Antworten.
 
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Gast

  • #2
Nein, auf gar keinen Fall würde ich so etwas sagen. Halte noch die paar Monate durch oder suche dor gleich eine neue Arbeit. Was er über dein "seltsames" Verhalten denkt, kann dir doch egal sein.
 
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Gast

  • #3
Er ist dein Chef und du musst noch einige Monate durchhalten? Warum kannst du das dann nicht ganz professionell durchziehen?

Ich würde ihm nicht sagen wo ich gefühlsmäßig stehe, das könnte etwas peinlich werden. Vor allem wenn er wirklich nichts für dich empfindet. Manchmal ist es besser seine Gefühle für sich zu behalten in so einer abhängigen Situation, sich zu schütteln mit Augen zu und durch.

Prinzipiell finde ich Ehrlichkeit ganz o.k., aber was machst du wenn er dir sagt er findet dich nett aber mehr ist da nicht. Das ist dann nochmal so ein Gong, den du jetzt zwar schon ahnst, aber dann hättest du es bestätigt. Das tut weh und unter Umständen ist dir das nachher noch unangenehmer. Versuch einfach mal diese Verliebtheit etwas hinten anzustellen und deinen Job zu machen.

Du scheinst mir noch sehr jung zu sein.


w45
 
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Gast

  • #4
Liebe FS,
nein, Du gewinnst rein garnichts, wenn Du ihm Deine aussichtslose Lebe gestehst. Das einzige was dabei rauskaeme, ist eine Affäre mit einem verheirateten Mann, die Dich noch unglücklicher macht.

Ich gehe mal davon aus, dass Du eine erwachsene Frau bist und frage mich schon, was Du für ein Verhalten im Beruf zeigst, dass Du meinst, er hält Dich für einen Sozialphobiker oder für eine Eremitin. Ehrlich gesagt, mir gehen diese von Frauen offen gezeigten und infantil ausgelebten Befindlichkeitsstoerungen bis Dramen unglaublich auf den Keks. Mehr Souveränität im Job bitte und Dramen zuhause lassen.
 
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Gast

  • #5
Dir ist ständig nach Heulen klingt nach Wechseljahren oder Depression oder beidem, sehr übersteigert jedenfalls. Er ist ein Mann wie jeder andere. Das würdest Du spätestens merken, wenn ihr eine Weile zusammen wäret. Dieses "Ich kann ihn nicht kriegen" scheint bei manchen Frauen eine derartige Hysterie auszulösen. Ich finde das schlimm. Schraub Dich runter, Du lebst nur einmal.

w
 
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Gast

  • #6
Liebe FS,

so eine Zuneigung, die aber nie Erfüllung finden wird, ist schon eine schlimme Sache. Aber bisher machst du es ganz richtig, in dem du ihm so gut wie möglich aus dem Weg gehst und auch in einigen Monaten den Arbeitsplatz wechseln wirst.

Ich habe als "Trick" folgendes, wenn ich bestimmten Menschen nicht ausweichen kann und trotzdem Haltung bewahren muss. Ich schicke zu der Begegnung immer mein Schauspieler-Ich, welches mich vertritt und dann für mich handelt, aber ohne Emotionen. Bisher hat das immer geklappt. Nicht mir passieren dann irgendwelche Dinge, sondern das Schauspieler-Ich vertritt mich und so bleibe ich außen vor und kann dieses "Ich" beobachten, wie es die Situationen managt.
Als zweites würde ich dir raten, nimm jetzt im Winter Johanniskrauttabletten, die haben keine Nebenwirkungen (Bis auf eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Sonne) und helfen nachweislich trübe Stimmung aufzuhellen.
Den weiteren Abstand wird die Zeit bringen, erst recht, wenn du die Firma bald verlässt.
Alles Gute für dich, es kommen auch wieder hellere Zeiten!
 
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Gast

  • #7
Hier die FS
Ich bin nicht mehr jung und das ganze hat mich einfach erwischt. Es geht mir auch nicht um ein Liebesgeständnis, es sollte eine sachliche Erklärung sein, dass ich eben mit allem, was unnötig ist, in Ruhe gelassen werden will.

Ist mir schon klar, dass mein Anliegen komisch klingt. Vielleicht hängt auch noch eine andere Krise da dran, die ich gerade nicht erkennen kann.
Eine Affäre wäre der Supergau und dazu ist das auch kein Mann, glaube ich jedenfalls (und ich auch keine Frau).

Warum kannst du das dann nicht ganz professionell durchziehen?
Was meinst Du, frage ich mich die ganze Zeit. Keine Ahnung. Wenn er in meiner Nähe ist, bin ich emotional.
Es ist ja wohl klar, dass ich nichts lieber täte, als diese Gefühlssache zu Hause zu bearbeiten und den Rest sachlich zu sehen. Manchmal klappt das auch, aber nicht immer. Und in diesen Phasen habe ich das Bedürfnis mich zurückzuziehen und zu Hause zu arbeiten. Ich will nicht im lockeren Kreis Konversation betreiben, die mich null interessiert und die doch nur Oberflächenblabla ist. Ich will auch nicht, dass jemand mitkriegt, dass ich dann rote Augen habe.

Ich gehe mal davon aus, dass Du eine erwachsene Frau bist und frage mich schon, was Du für ein Verhalten im Beruf zeigst, dass Du meinst, er hält Dich für einen Sozialphobiker oder für eine Eremitin.
Ich gehe solchen Begegnungen, die nicht unbedingt nötig sind, aus dem Weg. Wenn ich zu Hause arbeiten kann, nehme ich das wahr.

Ehrlich gesagt, mir gehen diese von Frauen offen gezeigten und infantil ausgelebten Befindlichkeitsstoerungen bis Dramen unglaublich auf den Keks.
Das ist keine Befindlichkeitsstörung, das ist ein Gefühl und mit "infantil" hat das nichts zu tun. Wenn Du das so gut unter Verschluss halten kannst, ist das gut für Dich.

Mehr Souveränität im Job bitte und Dramen zuhause lassen.
Ich bin souverän im Job. Und mit Drama hat das auch nichts zu tun, weil ich kein Anliegen habe, ihm irgendwas vorzuführen oder ihm gefühlsmäßig irgendeine Reaktion entlocken will. Ich will meine Ruhe, soweit das geht, weil ich es eben derzeit nicht verbergen kann, dass ich unglücklich bin.
 
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  • #8
Solange Du Deine Arbeit gut machst, ist es doch vollkommen egal, was er sonst über Dich denkt, dauert doch eh nur noch ein paar Monate.
 
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Gast

  • #9
Um Gottes Willen, NEIN.
Sowas muß man mit sich selber ausmachen. Er kann denken, was er will.
Im Job gehört emotionale Intelligenz mit dazu. Was meinst Du, wieviele Männer ihre Kolleginnen im Geiste nackt vor sich sehen, wenn die das dauernd gestehen würden...uh.
Mache nicht ein Drama daraus! Augen zu und durch. Das Ende ist ja absehbar!
w.
 
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Gast

  • #10
Gerade in einem romantischen Kontext - aber auch in vielen anderen Situationen bzw. dem ganzen Leben - glaubt man stets, man wisse was möglich und was unmöglich ist. Die Liste meiner Erfahrungen ist endlos.

Ich dachte früher z.B.:


-Diese Frau da vorne, ist bestimmt vergeben
-Diese Frau hat einen Freund und sie wird ihn sicher nicht für mich verlassen
-Diese Frau steht nicht auf Typen wie mich sie datet solche, solche und solche Männer

Das waren ein paar Highlights. Wie gesagt ich könnte nach hunderte dieser Vorstellungen/Zweifel nennen. Und als ich irgendwann begonnen habe dieses 'Wissen' auf die Probe zu stellen, habe ich germerkt, dass ich ständig falsch lag. Bei fast allen Dingen. Dass ich absolut keine Ahnung hatte was möglich ist und was nicht.

Ich weiss nicht in was für einer Situation du bist aber du solltest immer entsprechend deiner Neigungen, Wünsche und Gefühle handeln. Es ist sehr viel leichter mit einem Korb umzugehen - selbst, wenn das 'der' Traumann ist und du total verknallt - als mit der Unsicherheit, dir nie Gewissheit verschafft zu haben. Glaub mir, das würde ich nicht einfach so erzählen, ich habe es selbst erlebt, immer und immer wieder. Nimm diesem Mann die Entscheidung nicht ab, sondern zeig ihm, dass du auf ihn stehst. Wenn du all diese Chancen im Leben an dir vorbeiziehen lässt, wirst du dich irgendwann nicht nur ärgern, sondern dich am liebsten selbst bestrafen. Man hat nur begrenzt Zeit und jede diese Gelegenheiten kommt genau ein Mal.

Vor ein paar Jahren war ich in eine gute Freundin verknallt, die später weggezogen ist. Damals hatte ich gerade begonnen mutiger zu werden und (mit Blick auf Frauen) nicht immer den Schwanz einzuziehen. Ich stand total auf sie, von Anfang an, aber hab mich einfach nicht getraut irgendwas zu zeigen/sagen. Also waren wir gute Freunde. Als ich ihr dann am Telefon sagte, dass ich seit Jahren total auf sie stehe, ist sie wie aus allen Wolken gefallen und meinte das hätte sie nie gemerkt. Und sie riet mir zukünftig immer genau zu zeigen, wen ich mag. Sie war allerdings vergeben und daher weiss ich nicht, wie sie als Single reagiert hätte.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich war super erleichtert. Diesen 'Stein' auf meiner Brust endlich los zu sein. Und das obwohl nichts aus uns wurde. Aber danach waren diese Gedanken weg. Und jetzt, Jahre später, bin ich einfach nur froh, das ich reinen Tisch gemacht habe.

Verschaff dir Gewissheit. 1. hast du keine Ahnung wie er reagiert. 2. Kannst du ihn du dann wirklich mit der Sache abschließen. Viel leichter als man denkt. Wenn man wirklich verstanden hat, dass daraus nichts wird, schließt man viel viel schneller und leichter mit solchen Dingen ab. Angst vor Ablehnung (Korb) oder, dass du dann traurig bist, sollte dich nie davon abhalten dein Interesse an den Menschen zu zeigen, die du toll findest. Der Frust wird sonst am Ende und nach Jahren 1000 Mal so schlimm sein wie 100 gebrochene Herzen auf einmal.
 
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  • #11
Ich finde es schade, dass den meisten unglücklich Verliebten immer als erstes einfällt, dem Objekt der Begierde mit allen Mitteln aus dem Weg gehen zu wollen. Es ist auch unfair, weil derjenige, dem aus dem Weg gegangen wird, oftmals gar nichts von den Gefühlen des/der Anderen weiß und sich natürlich über so ein Verhalten wundert bzw. grübelt: Was habe ich der/dem getan?

Mir geht seit letztem Jahr auch ein Mann permanent aus dem Weg. Erst schien er interessiert, preschte vor. Als er merkte, ich bin nicht abgeneigt, flüchtete er regelrecht und auffallend vor mir. Ich empfinde so etwas - gerade bei Erwachsenen - als ungehöriges Verhalten. Zumal ich lange gegrübelt habe: Liegt es daran, dass er meint, ich bin verliebt, und er will mir keine Hoffnungen machen, oder hat er sich womöglich doch in mich verguckt und kann oder will diese Gefühle - warum auch immer - nicht zulassen. Ich weiß es bis heute nicht, aber ich habe ihm vor einigen Monaten durchaus meine Verärgerung über sein Verhalten zum Ausdruck gebracht. Er hat natürlich wieder nur geschwiegen.

Unerwiderte/unerfüllte Liebe ist immer traurig. Aber statt dem aus dem Weg zu gehen, sollte man souverän sein und vor allem ein zuvor möglicherweise GUTES Verhältnis nicht wegen so einer kindischen Aus dem Weg-Geherei oder womöglich Flucht und Weglaufen auf's Spiel setzen.

Wollen doch immer alle so erwachsen sein. Dann benehmt euch auch bitte entsprechend (mein "Aus dem Weg-Geher ist übrigens 60 Jahre - und offenbar kein bisschen weise)
 
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Gast

  • #12
Du hast dich in einen verheirateten Mann verliebt. Wenn ich einen Mann attraktiv finde oder interessant und mitbekomme, dass er vergeben oder verheiratet ist, ist er für mich sofort aus meinem Kopf ausradiert. Das bringt alles nur Probleme mit sich, und heutzutage hat man mehr oder weniger genug um die Ohren.

Ich würde mich auf keinen Fall rechtfertigen, wieso weshalb wie auch immer du dich ihm so gegenüber verhältst. Sei doch selbstbewusst und sei du "Selbst".
Es gibt so viele Männer, die Single sind, aber klammere dich nicht an einen verheirateten/vergebenem Mann, das ist verschwendete Zeit.

W42
 
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  • #13
Hier die FS. Erstmal vielen, vielen Dank für eure Beiträge. Es hilft mir sehr zu reflektieren. Z.B. denke ich wirklich drüber nach, ob nicht noch was anderes dranhängt. Wenn man in so einem Nebel steckt, ist es schwierig, sich in seiner Motivation zu durchschauen.

Ich treffe sehr selten Männer, die mich reizen, sowohl charakterlich als auch sexuell. Von daher klammere ich mich wohl an das Gefühl, weil ich auch Angst habe, es loszulassen und wieder emotional "leer" und ohne Hoffnung sein zu müssen.
Ich muss auch sagen, dass ich noch nie mit einem Mann zusammen war, in den ich richtig verliebt war. Ich hatte drei Beziehungen, darunter eine sehr gute, lange. Aber ich habe mich sozusagen wählen lassen. Das richtige Feuer war es nie und ich dachte, das gibt es eben für mich nicht, dass ich mit so einem Mann zusammenkomme. Naja, stimmt ja auch.

@5
Interessante Technik. Sowas ähnliches hatte ich mir auch mal zurecht gelegt, aber in dieser Sache spüre ich meine Emotionen so sehr. Es fällt mir generell schwer, mich zu verstellen. Sonst wäre ich vermutlich souveräner.

@9
Sicher, genau kann ich es nicht wissen, wie er reagiert. Ich versteh völlig, das Du meinst. Aber es ist schon aussichtslos in meinem Fall, insofern würde es schmerzhaft werden, falls er dann auch noch was dazu sagt. Das wird ein Satz mit „aber“.
Manchmal fühle ich mich auch so, als sei es abgeschlossen, aber das war schon einige Male und reißt bei Begegnung wieder auf.
Ich finde es interessant, dass Du geschrieben hast, dass ich ihm die Entscheidung nicht abnehmen soll. Läge die Sache anders, hätte mich das nachdenklich gemacht.

Warum gehen die Verliebten dem Begehrten aus dem Weg? Das ist nichts Kindisches, das ist einfach Selbstschutz. Ich habe ja massive Probleme, meine Gefühle zu verbergen. Das ist auch für den anderen unangenehm, wenn er nichts von einem will, wovon ich in meinem Fall ausgehen kann, da es beruflich und auch weil er verheiratet ist, blöd für ihn wird.

Aber statt dem aus dem Weg zu gehen, sollte man souverän sein
Naja, sollte. Man sollte so manches und kann es nicht. Ich wäre sehr gern souverän, denn so was kommt auch immer besser an als alles andere.
Dass der andere dann denkt, er hätte was verbrochen, ist leider eine Begleiterscheinung. Aber auch hier muss man die Selbstschutz-Gefühle akzeptieren, egal wie doof sie einem vorkommen. Manchmal ist Verliebtsein auch eine Projektion und es ist besser, wenn man die allein in den Griff kriegt. Und eine anderweitig gute Beziehung mit jemandem, in den man total verliebt ist, würde ich auch nicht wollen, sonst heilt das ja nie.

Irgendwie muss ich das Gefühl loswerden oder umlenken, damit ich mich normal verhalten kann. Und ich wäre echt gern mal glücklich mit einem Mann, der solche Gefühle in mir auslöst.