• #1

Drohe zu ersticken in der Beziehung - für ihn ist "alles OK". Was tun?

Moin!
Ich bin total unglücklich mit meiner nunmehr 3.5 jährigen Beziehung. Als wir uns kennenlernten, befand ich mich gerade in einer der glücklichsten Phasen in meinem Leben. An meinem jetzigen Freund gefiel mir damals, dass er ehrlich und offen war. Er gab mir das Gefühl wichtig zu sein, war immer treu und interessierte sich nicht für andere Frauen. Nach 3 Monaten zog ich schon bei ihm ein und erst mal lief es gut. Rosa Brille eben. Ich merkte aber zunehmend, wie vereinnahmend und dominant er ist, und alles gemeinsam machen möchte. Dennoch (ich wurde als Kind gemobbt und hatte wohl Angst vor Zurückweisung und Liebesentzug) - habe ich seinem Nähebedürfnis nachgegeben. Dies hat mich rückblickend immer mehr geschwächt.

Vor 1 Jahr kam (ungeplant schwanger,Verhütungsunfall) unsere wunderbare Tochter auf die Welt. Obwohl ich bereue, durch ein Kind noch stärker an ihn gebunden zu sein, bereue ich meine Tochter nicht. Sie ist wundervoll. Ich habe nach 6 Monaten Babypause wieder zu arbeiten begonnen, bin finanziell unabhängig von ihm und mag meinen Job.

Weil man mit Kind nicht einfach mal so schnell alles hinschmeisst, habe ich versucht, an mir zu arbeiten, damit ich wieder zufriedener werde. Seine Reaktionen auf meine Veränderungsmassnahmen beunruhigen mich aber sehr:

- Ich habe wieder mit Sport begonnen. Im Dezember möchte ich an ein Sportwochenende fahren. (Samstagmittag bis Sonntagmittag) Als ich ihn darüber informierte, sagte er: "Jetzt hat dich all die Jahre Sport nicht interessiert. Und jetzt plötzlich musst Du da unbedingt hinfahren. Jetzt haben wir doch erst alte Boxen mit Whey und Eiweisspulver (Fitnessbedarf) weggeworfen. Und ich sehs schon kommen: Jetzt schaffst Du das wieder an und dann landet es wieder im Müll. Aber wenn Du unbedingt fahren willlst, dann mach das. Dann fällt einfach der Überraschungsurlaub nach Weihnachten ins Wasser, den ich für uns geplant hatte. Das kostet dann alles viel zu viel)

- Einmal wöchentlich treffe ich mich nun mit einer alten Studienfreundin. Wir sind beide sehr engagiert und entwickeln an diesen Abenden neue Geschäftsideen, machen Interviews usw. Seine Reaktion: "Was macht ihr denn da? Ich dachte immer, wir beide wollten zusammen sowas aufziehen? "Macht man das als Mutter so, dass man ständig auf Achse ist und sein Kind alleine lässt?“ Und wenn ich dann gehe, sagt er zu unserer Tochter: "Mami geht schon wieder und lässt uns alleine". Das schmerzt mich wahnsinnig, dass er unsere Tochter da reinzieht.

- Ich lerne "nein" zu sagen. Damit kann er nicht umgehen. Er ist beleidigt, trotzig und manipulativ. ("Dann mach Dein Ding alleine. Ich nehme jetzt unsere Tochter und unternehme was mit ihr, wenn Du nicht mit uns als Familie zusammen sein willst").

Nun habe ich einen wahnsinnigen Roman geschrieben und doch ist es nur ein Fingerhut voll aus meinem Leben. Eure neutrale, ehrliche, schonungslose Meinung und Tipps bedeuten mir wahnsinnig viel. Ich bin so verstrickt, dass ich einfach nicht mehr klar sehen kann.
 
  • #2
Hallo liebe FS,

ich habe erst gestern eine Passage aus einem Buch gelesen wo dieses Thema behandelt wird. Es geht darum, wenn Menschen sich verändern und sich weiterentwickeln und der Partner da nicht mitzieht. Im Prinzip geht es hier einzig und alleine um die Angst des Partners, dass DU dich durch VERÄNDERUNG von ihm weg bewegst und ihr euch nicht mehr annährt. Also es ist nicht DEIN sondern SEIN Problem. Er hat dich damals schwach kennengelernt und jetzt bist du es nicht mehr und das macht ihm Angst. Im Buch sind auch Erläuterungen wie man mit dem Partner sprechen soll und wie man miteinander umgeht, also nicht in den Kind-Modus wechseln. Wenn du da pampig reagierst, machst du es schlimmer. Du kannst ihm also die Angst nehmen und durch richtige Gespräche zu einer Änderung seines Verhaltens bewegen. Falls er nicht mitzieht, denn es kommt auf seine Stärke an, dann musst du der Tatsache ins Auge sehen und die Beziehung (die dir Kraft raubt) beenden. Überlege dir, ob du das als AE schaffst. Glaub an dich! Du bist der Gestalter deines Lebens. Energieräuber braucht man im Leben nicht..die machen nur krank. Was er im Moment macht ist einfach zum kotzen. Er zieht das arme Kind mit rein und macht dir ein schlechtes Gewissen. Zeig ihm einfach, dass er dir wichtig ist und wie gesagt im Buch war 1 zu 1 das gleiche geschildert und würde dir weiterhelfen.

Das Buch kann ich dir nur wärmstens empfehlen und es heisst: Selbstvertrauen gewinnen: Die Angst vor der Angst verlieren (Susan Jeffers)
 
  • #3
Liebe FS,

mir fehlen ein paar Hintergrundinfos. Bist du beruflich erfolgreicher als er? Ich finde nämlich, dass seine Aussagen sehr neidisch klingen. Möglicherweise ist er neidisch darauf, dass du dein Leben trotz Kind gut im Griff hast, beruflich und privat (Sport wieder aufgenommen) aktiv bist während sein Leben nur vor sich hinlebt.

Du musst lernen, Grenzen zu setzen. Sein Verhalten ist einfach nur übergriffig. Ihr seit zwar ein Paar und habt eine gemeinsame Tochter, deswegen hörst du aber nicht auf, als Individuum zu existieren.
Wenn du Sport machen willst, ist das deine Sache. Er hat sich da nicht einzumischen. Auch nicht, ob du an dem Wochenende zu dieser Veranstaltungen gehst oder nicht. Wenn es ihm darum geht, dass er sich währenddessen allein ums Kind kümmern muss, frage deine Eltern, ob sie die Kleine nehmen.

Habt ihr eine gemeinsame Kasse? Falls ja, richtet euch zusätzlich jeder ein eigenes Konto ein, von dem jeder seinen eigenen Bedarf decken kann. Du gehst arbeiten, verdienst dein eigenes Geld und bist ihm daher nicht rechenschaftspflichtig, wenn du dir davon etwas kaufen willst. Ich kenne die Eiweißdosen von meinem Freund. Ist nicht ganz günstig, aber auch nicht so teuer, dass deswegen ein Urlaub ausfallen müsste.

Diese kindischen Bestrafungsaktionen (dann eben kein Urlaub, die böse Mami) gehen echt gar nicht. Lasse dir das nicht gefallen, sondern sage ihm deutlich, dass dir sein Ton nicht passt. Halte dagegen. Ihr seit gleichberechtigt, nur leider hat sich über die Jahre ein Ungleichgewicht zu deinen Lasten ausgebildet. Rücke das wieder gerade, indem du ihm Paroli bietest. Du hast dich schon viel zu lange untergeordnet.

Gibt es positive Dinge in eurer Beziehung? Du schreibst, dass du dich leider durch eure Tochter an ihn gebunden hast. Gibt es noch mehr, was dich bei ihm hält? Ich denke, es ist Zeit zu überlegen, wie es mit euch weitergehen soll und ob man die Beziehung nicht als gescheitert ansehen muss. Gute Eltern könnt ihr auch getrennt sein. Du musst dein Leben nicht mit ihm verbringen, wenn du nicht glücklich bist. Deine Tochter bemerkt die negative Stimmung zwischen ihren Eltern so oder so. Wenn es schlecht läuft, denkt sie es sei normal, sich als Frau unterzuordnen müssen.

W33
 
  • #4
Was man noch dazu sagen muss: Bereits seit rund 2 Jahren bitte ich ihn um eine Paartherapie. Er hat immer vehement abgelehnt mit den Worten "ist zu teuer", "Bringt nichts", "ich vertraue sicher nicht einem wildfremden Menschen mein Privatleben an". Als es mir vor 5 Wochen dann alles zuviel wurde, bin ich kurzerhand ausgezogen. Auf einmal hat er sich enorm bemüht und mich zu einer Paarberatung gedrängt. Ich bin dann wieder zu ihm zurück, vorallem für unsere gemeinsame Tochter - aber nach 2 Wochen ging alles wieder von vorne los. Nun geht es mir so, dass ich keine Kraft mehr habe, um zu reden. Ich möchte einfach meine Ruhe haben, kann nicht mehr klar denken.
 
  • #5
Ach das ist ja schrecklich. Ganz schlimm finde ich diese Zurechtweisungen:
(...)Dann fällt einfach der Überraschungsurlaub nach Weihnachten ins Wasser, den ich für uns geplant hatte. Das kostet dann alles viel zu viel)

- (...) "Macht man das als Mutter so, dass man ständig auf Achse ist und sein Kind alleine lässt?“ Und wenn ich dann gehe, sagt er zu unserer Tochter: "Mami geht schon wieder und lässt uns alleine".
(...)
"Dann mach Dein Ding alleine. Ich nehme jetzt unsere Tochter und unternehme was mit ihr, wenn Du nicht mit uns als Familie zusammen sein willst").
Das ist total kindisch und manipulativ. Erwachsen wäre, mit dir an einen Tisch zu sitzen und dir anständig zu sagen, was ihn stört. Das schafft er offensichtich nicht. Sätze wie die obigen braucht kein Mensch. Super, dass du dich finanziell unabhängig gemacht hast.
Du hast dich bemüht. Anscheinend klappt es nicht. Ich würde mich trennen. Allerdings solltest du dich in dem Fall drauf einstellen, dass er eure Tochter zu manipulieren versucht. Trotzdem würde ich es durchziehen. Was du beschreibst ist ja nicht auszuhalten.
 
  • #6
Du willst eine schonungslose Meinung haben? Bitte hier ist sie. Hast Du Deinen Partner jemals geliebt? So richtig? Hast Du jemals warme, zärtliche Gefühle für ihn empfunden? War Dir jemals wichtig, was er fühlt? Ich lese nur, dass es Dir imponiert hat, dass Du ihm wichtig warst, dass andere für ihn nicht existierten... Warum sollen seine Wünsche weniger wichtig sein als Deine? Kommuniziert ihr liebevoll und wertschätzend miteinander? Deine Geschichte erinnert mich sehr an mich und meinen Exmann. Mindestens 10 Stunden war er in der Arbeit, danach musste er joggen gehen. Nein, er war in keiner stressigen Position. Keine Führungskraft oder so. Verschiedene private Veranstaltungen am Abend und am Wochenende. Familienleben hat immer seltener stattgefunden. (Kinder waren auch da). Wehe, ich habe mal gesagt, dass ich mich so nicht wohlfühle. Da war ich gleich die Schlimme, die ihn einsperrt. Da kamen gleich Vorträge über Freiheit in der Beziehung und was weiß ich noch... Ich habe nie verstanden, wieso er mit mir eine Familie gegründet hat. Übrigens an Verhüttungsunfälle glaube ich nicht. Jede halbwechs Intelligente Frau, die unter gar keinen Umständen ein Kind haben will, weiß, wie sie sicher verhütet. Es gibt auch eine Pille danach. Jetzt hast Du eine Tochter und der Mann passt Dir nicht mehr. Ehrlich? Du hast eine Familie gegründet, steh dazu. Und nimm diesen Mann in Dein Herz auf!
 
  • #7
Er macht Ihnen Vorwürfe dafür, dass Sie sich weiterentwickeln wollen. Das ist schrecklich. Er will Sie manipulieren, indem er Ihnen ein schlechtes Gewissen einreden will für Dinge, die nicht schlecht sind, sondern gut. Er redet mit Ihnen von oben herab. Respektlos. Als würde er nichts von Ihnen halten. Ich empfinde das als ein bösartiges Verhalten. Sein Charakter ist so, er wird sich nicht ändern. Er würde Sie schädigen, wenn Sie weiter bei ihm blieben. Nehmen Sie Ihre psychische Gesundheit bitte Ernst. Ich spreche aus Erfahrung. Irgendwann sind Sie nicht mehr Sie selbst, trauen sich auch evtl selbst nichts mehr zu - das ist in allen Missbräuchlichen Beziehungen so! (Buchtipp: “Die Masken der Niedertracht“) Sie sollten sich sobald wie irgend möglich von ihm trennen. Vor allem auch räumlich. Und am Besten ohne Vorwarnung, denn er würde versuchen, Sie davon abzuhalten. Er ist manipulativ und unterdrückerisch.
 
  • #8
Ach das ist ja schrecklich. Ganz schlimm finde ich diese Zurechtweisungen:

Das ist total kindisch und manipulativ. Erwachsen wäre, mit dir an einen Tisch zu sitzen und dir anständig zu sagen, was ihn stört. Das schafft er offensichtich nicht. Sätze wie die obigen braucht kein Mensch. Super, dass du dich finanziell unabhängig gemacht hast.
Du hast dich bemüht. Anscheinend klappt es nicht. Ich würde mich trennen. Allerdings solltest du dich in dem Fall drauf einstellen, dass er eure Tochter zu manipulieren versucht. Trotzdem würde ich es durchziehen. Was du beschreibst ist ja nicht auszuhalten.
Ich hoffe sehr, dass er sie raushalten kann. Ich habe den Eindruck ihm gegenüber recht sachlich mit dem Thema Trennung umgehen zu können. Er reagiert schnell trotzig und beleidigt.
 
  • #9
Du willst eine schonungslose Meinung haben? Bitte hier ist sie. Hast Du Deinen Partner jemals geliebt? So richtig? Hast Du jemals warme, zärtliche Gefühle für ihn empfunden? ... Jetzt hast Du eine Tochter und der Mann passt Dir nicht mehr. Ehrlich? Du hast eine Familie gegründet, steh dazu. Und nimm diesen Mann in Dein Herz auf!
Hallo Nektarine

Danke für deine Meinung, die ich mir ernsthaft durch den Kopf gehen lasse. Erst mal muss ich sagen, dass ich aufgrund der 3000 Zeichen einiges rauskürzen Ich habe meinen Partner kennengelernt, nachdem ich von einem anderen Mann ganz übel verarscht und betrogen worden war. Der sich immer rar gemacht und mich auf Abstand gehalten hat. Mein Freund war das Gegenteil.
Ob es Liebe war oder einfach Verknalltheit in ein Idealbild, kann ich nicht beurteilen. Er war meine erste grosse Beziehung, vielleicht liegt es auch an meiner Unerfahrenheit.

Ich wollte nie ein Haus kaufen. Dies war jedoch sein grosser Traum. Ich wollte auch keine Rucksackferien durch Afrika, habe ich alles mit ihm gemacht. Während ich für meine Abschlussprüfungen gelernt habe, ist er durch Kolumbien gesurft. Eins kann ich mir mit 1000 % Sicherheit nie vorwerfen: Dass ich seine Bedürfnisse und Wünsche nicht ernst genommen hätte.

Wohl eher denke ich, dass ich es bis zum Exzess getan habe und mich dabei völlig verloren habe. Mein Fehler. Seine dominante und vereinnahmende Art haben dies sicher noch bestärkt.

Einsperren tue ich ihn nicht. Wöchentlich bitte ich ihn, er solle doch auch mal was mit seinen Kumpels unternehmen. Fehlanzeige. Er hängt nur an mir. Jeden Samstag rennt er auf die Baustelle um sein Haus fertigzustellen. Ich versorge in dieser Zeit unsere Tochter. Wirklich Zeit für sie nimmt er sich kaum. Seit sie 10 Wochen alt ist, ordert er mich von abends 21:00 - 23:00 auf seine Baustelle um zu pickeln, zu hämmern, zu tapezieren, was auch immer. Und das für ein Haus in dessen Grundbuch ich nicht stehe. Nix mit Wochenbett. Und wenn ich wage zu kneifen, kommen säuselnde Worte wie "Wir machen das doch für uns als Familie. Lass mich jetzt nicht im Stich. Wir haben das beide gewollt".

Verhütungsunfall hin oder her. Ich habe die Wirkung von Malarone auf die Antibabypille nicht gekannt. Nachher ist man immer schlauer. Dennoch ist mein Kind kein Unfall. Sie ist ein Mensch und ich gehöre nicht zu jenen Frauen, die eine Abtreibung psychisch wegstecken könnten.

Ich habe den Eindruck, Du richtest jene Worte an mich, die Du Deinem Mann damals gesagt hast. Er solle sich bitte zusammenreissen und zu Dir und den Kindern stehen. Was Dir passiert ist, tut mir sehr leid. Bestimmt hat er sich unfair Dir gegenüber verhalten.
 
  • #10
Hallo liebe FS,

ich habe erst gestern eine Passage aus einem Buch gelesen wo dieses Thema behandelt wird. Es geht darum, wenn Menschen sich verändern und sich weiterentwickeln und der Partner da nicht mitzieht. Im Prinzip geht es hier einzig und alleine um die Angst des Partners, dass DU dich durch VERÄNDERUNG von ihm weg bewegst und ihr euch nicht mehr annährt. Also es ist nicht DEIN sondern SEIN Problem. Er hat dich damals schwach kennengelernt und jetzt bist du es nicht mehr und das macht ihm Angst. (...) Falls er nicht mitzieht, denn es kommt auf seine Stärke an, dann musst du der Tatsache ins Auge sehen und die Beziehung (die dir Kraft raubt) beenden. Überlege dir, ob du das als AE schaffst. Glaub an dich! Du bist der Gestalter deines Lebens. Energieräuber braucht man im Leben nicht..die machen nur krank. Was er im Moment macht ist einfach zum kotzen. Er zieht das arme Kind mit rein und macht dir ein schlechtes Gewissen. Zeig ihm einfach, dass er dir wichtig ist und wie gesagt im Buch war 1 zu 1 das gleiche geschildert und würde dir weiterhelfen.

Das Buch kann ich dir nur wärmstens empfehlen und es heisst: Selbstvertrauen gewinnen: Die Angst vor der Angst verlieren (Susan Jeffers)
Danke für den tollen Buchtipp! Ich bin ein Mensch, der versucht an sich zu arbeiten, sich zu verbessern, über den Tellerrand zu schauen. Er ist eher einfach gestrickt und hat Angst vor Veränderung. Aus seinem damals todunglücklichen Arbeitsverhältnis kam er nur raus, weil ich seine Bewerbungen verfasst und an passende Firmen versendet habe. Den Job, den er von Anfang an nie machen wollte, hat er dann bekommen. Heute arbeitet er immer noch dort und ist mega happy und hat noch dazu seinen Lohn massiv steigern können. Aber es kann doch nicht an mir liegen, dass ich seine Veränderungen auch initiiere? Letztes kam mein Vater vorbei und hat uns eine Geschäftsidee präsentiert. Ich sichtlich begeistert, er hat meinen Vater kaum ausreden lassen, da kamen schon die "Aber" und "das geht nicht". Mein Vater war entmutigt. Das tut mir so weh. Er redet immer alles schlecht. Ist so negativ eingestellt. Ich war mal ein positiver Mensch. Habe den Eindruck, ich brauche wahnsinnig viel Kraft um nur halb so positiv zu sein, wie ich immer war. Energieräuber könnte wirklich das Stichwort sein!
 
  • #11
Liebe FS,

mir fehlen ein paar Hintergrundinfos. Bist du beruflich erfolgreicher als er? Ich finde nämlich, dass seine Aussagen sehr neidisch klingen. Möglicherweise ist er neidisch darauf, dass du dein Leben trotz Kind gut im Griff hast, beruflich und privat (Sport wieder aufgenommen) aktiv bist während sein Leben nur vor sich hinlebt.

Du musst lernen, Grenzen zu setzen. Sein Verhalten ist einfach nur übergriffig. Ihr seit zwar ein Paar und habt eine gemeinsame Tochter, deswegen hörst du aber nicht auf, als Individuum zu existieren.
Wenn du Sport machen willst, ist das deine Sache. Er hat sich da nicht einzumischen. Auch nicht, ob du an dem Wochenende zu dieser Veranstaltungen gehst oder nicht. Wenn es ihm darum geht, dass er sich währenddessen allein ums Kind kümmern muss, frage deine Eltern, ob sie die Kleine nehmen.

Habt ihr eine gemeinsame Kasse? Falls ja, richtet euch zusätzlich jeder ein eigenes Konto ein, von dem jeder seinen eigenen Bedarf decken kann. Du gehst arbeiten, verdienst dein eigenes Geld und bist ihm daher nicht rechenschaftspflichtig, wenn du dir davon etwas kaufen willst. Ich kenne die Eiweißdosen von meinem Freund. Ist nicht ganz günstig, aber auch nicht so teuer, dass deswegen ein Urlaub ausfallen müsste.

Diese kindischen Bestrafungsaktionen (dann eben kein Urlaub, die böse Mami) gehen echt gar nicht. Lasse dir das nicht gefallen, sondern sage ihm deutlich, dass dir sein Ton nicht passt. Halte dagegen. Ihr seit gleichberechtigt, nur leider hat sich über die Jahre ein Ungleichgewicht zu deinen Lasten ausgebildet. Rücke das wieder gerade, indem du ihm Paroli bietest. Du hast dich schon viel zu lange untergeordnet.

Gibt es positive Dinge in eurer Beziehung? Du schreibst, dass du dich leider durch eure Tochter an ihn gebunden hast. Gibt es noch mehr, was dich bei ihm hält? Ich denke, es ist Zeit zu überlegen, wie es mit euch weitergehen soll und ob man die Beziehung nicht als gescheitert ansehen muss. Gute Eltern könnt ihr auch getrennt sein. Du musst dein Leben nicht mit ihm verbringen, wenn du nicht glücklich bist. Deine Tochter bemerkt die negative Stimmung zwischen ihren Eltern so oder so. Wenn es schlecht läuft, denkt sie es sei normal, sich als Frau unterzuordnen müssen.

W33
Sorry, ich hatte das nicht so im Griff mit dem Zitieren. Habe unten Deinen Beitrag als Zitat im Zitat beantwortet :) Danke für Deinen präzisen und hilfreichen Beitrag
 
  • #12
Er macht Ihnen Vorwürfe dafür, dass Sie sich weiterentwickeln wollen. Das ist schrecklich. Er will Sie manipulieren, indem er Ihnen ein schlechtes Gewissen einreden will für Dinge, die nicht schlecht sind, sondern gut. Er redet mit Ihnen von oben herab. Respektlos. Als würde er nichts von Ihnen halten. Ich empfinde das als ein bösartiges Verhalten. Sein Charakter ist so, er wird sich nicht ändern. Er würde Sie schädigen, wenn Sie weiter bei ihm blieben. Nehmen Sie Ihre psychische Gesundheit bitte Ernst. Ich spreche aus Erfahrung. Irgendwann sind Sie nicht mehr Sie selbst, trauen sich auch evtl selbst nichts mehr zu - das ist in allen Missbräuchlichen Beziehungen so! (Buchtipp: “Die Masken der Niedertracht“) Sie sollten sich sobald wie irgend möglich von ihm trennen. Vor allem auch räumlich. Und am Besten ohne Vorwarnung, denn er würde versuchen, Sie davon abzuhalten. Er ist manipulativ und unterdrückerisch.
Vielen Dank Eleuthera. Sie sprechen mir aus dem Herzen, ehrlich gesagt, war mir aber die weitreichende Konsequenz und die Schwere seiner Angriffe nicht bewusst. Schleichend habe ich mich an Kritik, Zynismus und Respektlosigkeit gewöhnt. Er lässt seine eigene Unzufriedenheit über seine eigene persönliche und berufliche Weiterentwicklung an mir aus. Ich möchte mich ernsthaft weiterentwickeln, fühle mich aber wie eine Ertrinkende mit Blei am Knöchel.
 
  • #14
Seit sie 10 Wochen alt ist, ordert er mich von abends 21:00 - 23:00 auf seine Baustelle um zu pickeln, zu hämmern, zu tapezieren, was auch immer. Und das für ein Haus in dessen Grundbuch ich nicht stehe.
Nun, das wäre das erste, was ich einstellen würde.
Und im Falle einer Trennung gilt auch bei Euch wohl der Zugewinn? Aber das ist die Sache eines Anwaltes.

Die Posts, die Du nachreichst, machen es zunehmend nicht besser.
@Eleuthera hat es sehr treffend zusammen gefasst.

Hochgradig manipulativ, abwertend, destruktiv.
Menschen verändern sich.
Manche Charakterzüge des anderen realisiert man erst später in einer Partnerschaft, und diese können sich durchaus verstärken.

Wenn Du nun offener, aktiver wurdest, stärker, unabhängiger, dann setzt er aus seiner Persönlichkeit heraus das Gegengewicht, und versucht Dich entsprechend wieder klein zu machen, sein Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren, usw.
Eine Dynamik, die selbst mit Therapie nicht lösbar ist, da müsste er bei sich Grundlegendes ändern wollen.

Also dann beende Du diese Dynamik - steige aus diesen System aus, bevor es Dich gänzlich kaputt macht.
Du bist unabhängig, Du hast Freunde, Du hast Deine Eltern / Familie.

Nochmals alles Gute Dir,
W,49
 
  • #15
Hi,
Beim ersten Post dachte ich, deine Situation habe ich in deutlich leichterer Form und lernte damit umzugehen.
Aber dass du nicht mal im Grundbuch fürs Haus stehst, heißt doch, dass ihm Familie völlig egal ist und er das Argument nur als emotionale Erpressung nutzt.
Wenn du dich eh schon mal getrennt hast, dann ist es für deine Tochter viel zu viel Hin und Her, dass du wieder zurück bist und ihm gegenüber so negative Gefühle hast. Du bist stark, zieh die Trennung komplett durch, denn seine Reue war auch nur eine Farce. Familie scheint ihm egal zu sein, nur Mittel zum Zweck, dich handzahm zu machen.

Ganz kurz zu mir: Seit unserem Kind will mein Partner mich auch deutlich im Freizeitverhalten einschränken. Aber er lebt Familie, seine Argumente gegen Geldausgeben kann er immer konkret begründen (auch wenn ich sie nicht einsehe), und wir erarbeiten uns gemeinsam Eigentum.
Auch wir müssen immer wieder hin und her Tauziehen, wie viel Freizeit ich haben "darf", aber da ich mit ihm ein wichtiges Lebensziel "Familie" erreichen kann und denke, dass wir auch vor den Kindern eine schöne Zeit hatten und einfach die Umstellung auf Familie Konpromisse erfordert, fühle ich mich wohl mit ihm.

Davon sehe ich bei dir leider so gar nichts. Eine harmonische Kindheit wird deine Tochter so oder so nicht haben, also bringt ihr das Zusammenbleiben nichts. Da dein Partner keinen Zentimeter Kompromiss betreibt, hast du im Frieden keine Chance. Ich hoffe, du findest deinen Weg.
w34
 
  • #16
Liebe Mairim,
für dich hast du bereits eine Erkenntnis gewonnen: Dein Freund und Vater eures Kindes hat Probleme mit sich selbst, die er auf bösartige und manipulative Weise in die Dynamik zwischen dir und ihm - leider auch euch dreien - einfließen lässt. Eine temporäre Trennung hat keine Verbesserungen ergeben, du fühlst dich am Ersticken, die Liebe zu ihm schwindet (habt ihr überhaupt noch körperlichen "Kontakt"?), deine Lust auf klärende Gespräche tendiert gehen Null und er setzt das Kind mittlerweile als Waffe ein. Würdest du in das Haus, an dem er / ihr herumbastelt einziehen wollen, selbst wenn du im Grundbuch eingetragen wärst? Kannst du dir weitere 10 - 20 Jahre Beziehung mit ihm vorstellen? Wenn deine Antwort "Nein" ist, macht es keinen Sinn, nur des Kindes wegen an der Beziehung festzuhalten. Dann ist es Zeit für den wake-up call, den dein Freund noch nicht erhalten hat: Eure Partnerschaft ist am Ende, das Herumwerkeln am Haus kann er vorerst einstellen und sich der Frage widmen, wie ihr eine dauerhafte Trennung gestalten könnt. Eine Mediation wäre da sicherlich hilfreich, um im moderierten Rahmen den besonders kritischen Punkt anzugehen, der in der Übertragung seiner Frustration mit der Mutter auf das Kind besteht. Auch ich befürchte , wie Lionne69, das du noch so einigen heftigen emotionalen Stress mit ihm ausstehen musst, auch nach einer Trennung. Aber - ist der langfristige Gewinn an Energie und Befreiung für dich nicht auch ein lohnendes Ziel? Finde die positive und explorative Frau wieder, die du mal warst. Du hast ein Kind mit einem dich hemmenden Mann bekommen, das heißt aber nicht, dafür bis ans Ende aller Tage im Unglück verharren zu müssen. Eine Trennung ist fürchterlich und für das Kind ist es besonders hart, dennoch halte dir vor Augen: Kinder haben sehr gute Coping-Strategien, mit Trennungen fertig zu werden. Wichtig ist doch, deinem Kind ein starkes Vorbild zu sein und das kannst du nicht, wenn du dich wie eine Ertrinkende fühlst.
 
  • #17
Liebe FS,
Dein Fehler war, ohne neue Basis wieder zurückzuziehen. Das ist doch klar, dass sowas nichts wird. Zieh' aus und bleib' beim getrennten wohnen auch während einer Paartherapie, bis Du glaubst, dass bei ihm ein Schalter im Kopf in die richtige Richtung kippt.

Er baut sein Haus. Ergo geht Dich das garnichts an, halt Dich raus, oassvDich damit nicht belasten.
Hör auf, Dich in seine beruflichen Belange einzumischen. Ihr seid kein Ehepaar. Er kann und soll seine Dinge selber regeln. Er arbeitet, er kann sein Kind ernähren. Alles andere geht Dich nichts an. Wenn Du die Geschäftsideen Deines Vaters Klasse findest, dann mach das, halt ihn da raus. Er ist ein eigenständiger Mensch, der seine eigenen Entscheidungen trifft.

Ihr wollt unterschiedliche Leben leben - tut das, beide. Das könnt ihr auch. Eure Schnittmenge ist das gemeinsame Kind. Dafür müsst ihr nicht zusammen leben.
 
  • #18
Dieser Ablauf, erst einen Unzuverlässigen als Partner zu haben, dann einen, der übermäßig Sicherheit gibt, finde ich keineswegs ungewöhnlich. Und dass das, was man in der ersten Bez. vermisste, dann als Gegenteil davon in der zweiten Bez. zum Problem wird, auch nicht.
Das KÖNNTE was Gutes werden, wenn Dein Partner das Problem begreifen würde. Aber für ihn sieht es jetzt so aus, als würdest Du Dich aus seinem Einfluss, seiner "Sicherheit", die erst gut und wichtig war, befreien. Er will nicht sehen, dass es ein erstickender Käfig ist.

Aber bitte sieh, warum Du ihn gewählt hast: Durch sein Geklammer gab er Dir am Anfang Sicherheit. Zwei unerwachsene, verletzte Seelen haben sich gefunden und sich aneinander festgehalten, nun willst Du weiter erwachsen werden, brauchst diese Art Sicherheit nicht mehr, und er gerät ins Rotieren, weil ihm seine Sicherheit weggenommen wird.

Dein Mann ist abhängig von Dir, Du nicht mehr von ihm, und hat leider die sehr unangenehme Eigenschaft, dabei emotionale Erpressung einzusetzen. Und er schreckt nicht mal davor zurück, das Kind mit reinzuziehen und es gegen Dich aufhetzen zu wollen.
Ich seh eigentlich auch nur einen unabhängigen Dritten, der das Ganze durchschaut und ihn beruhigen kann. Und ihm natürlich vermitteln muss, dass er das Kind nicht in seine eigenen emotionalen Schwächen reinzieht, um seine Ziele durchzusetzen.

Ich seh keinen Weg FÜR die Beziehung darin, einfach Dein Ding zu machen. Damit würdest Du nur bewirken, dass Dein Kind in einem Umfeld aufwächst, wo die Eltern unfähig sind, miteinander zu kommunizieren, und auf dem Rücken des Kindes ihren Konflikt austragen. Denn ihr sendet beide konträre Botschaften an es und wollt aber beide geliebt werden von eurem Kind. Wenn jeder von euch ihm vermittelt "Mama ist böse und lässt uns allein" "Papa ist böse und engt Mama ein" (nicht wörtlich, sondern dadurch, dass Dein Kind den Eindruck hat, dass Du es für anderes, was Dir wichtiger ist, vernachlässigst), dann ist schon abzusehen, dass Dein Kind seelisch Probleme bekommen wird.
Wenn Dir was an dem Mann liegt, lässt Du ihn mit seinem Problem allein, wenn Du Dein Ding durchziehst IN der Bez.. Wenn er allerdings nicht will, also z.B. den dritten Neutralen mit hinzuziehen, und weiter die Meinung vertritt, wenn Du alles so machen würdest, wie er will, wärt ihr glücklich, bleibt Dir nur zu gehen. Dass er Deinem Kind dann trotzdem erzählen wird, dass Du schuld an allem bist, wirst Du nicht verhindern können. Aber ich würde gehen, weil man das nicht aushalten kann.
 
  • #19
Mairim,
Dann gehe dieses Mal endgültig.
Du machst Dein Leben kaputt und (!) das Deiner Tochter.
Was bekommt sie für ein Familienbild, wenn solche Abwertungen kommen?

Was er exakt für Probleme hat, ist es wirklich wichtig? Er will keine Gespräche, keine Änderung, und Du leidest.

Also, sei konsequent.
Und in diesem Fall gleich mit Anwalt und sehr exakten Umgangsregelungen, ich befürchte, da kommt noch einiges auf Dich zu.
Er nutzt jetzt schon Euer Kind als Waffe.

Pass auf Euch beide auf,
alles Gute,

W,49
Danke, Lionne! Wenn ich gehe, wird er sich überall als Opfer darstellen und ich bin die böse. Ausserdem fordert er Geld von mir zurück. Er kann nicht einsehen, dass ich in der Zeit der Babypause nicht gearbeitet habe und auch jetzt nur 80% arbeite - damit die kleine auch was von ihrer Mutter hat. Er sagt, ich solle ihm für die vergangene Zeit Miete zahlen. Obwohl ich alle Haushaltskosten übernommen habe und das auch immer so vereinbart war. Ich meinte dann, dann stelle ich ihm auch meine zahlreichen Arbeitsstunden auf der Baustelle in Rechnung. Darauf meinte er nur: „hast du die denn aufgeschrieben? Hast du unterschrieben Stundenrapporte?“. Natürlich habe ich die nicht.
 
  • #20
Ja, Du wirst für ihn die Böse sein. Bist Du aber sowieso schon.
Der Unterschied - Du musst nicht mehr unter einem Dach mit ihm leben.

Und - fordern kann man viel, ob es einem zusteht?
Seine "Miet"forderung ist lächerlich. Aber was Du siehst, ist welcher Ton bereits bei Euch herrscht.

Sichere alle Unterlagen, und mache zeitnah einen Termin beim Anwalt zur Beratung.
Bei einem Kleinkind hast Du irgend auch Anspruch darauf, dieses voll zu betreuen und auf entsprechenden Unterhalt des Vaters an Dich, auch diesbezüglich solltest Du Dich beraten lassen, Dein.Kind ist gerade mal 1Jahr alt.

In Deinem Fall würde ich zusätzlich schauen, dass Du das alleinige Sorgerecht bekommst. Für alles und jedes die Unterschrift von so einem Mann einholen müssen? Wobei Gerichte dann auch irgendwann entsprechend reagieren
Es wird unfriedlich werden - aber ist Bleiben eine wirkliche Alternative?
Abgesehen von Dir, ist diese Atmosphäre für ein Kind Gift.

Was also hält Dich noch?

Das Gerede der Leute? Dass "man" Dich für böse hält?
Das sind nur Äußerungen von ihm, und es berührt wohl Dein Gefühl des Versagt Habens / Deine Schuldgefühle.
Unnötige Gefühle, wir alle können uns irren, wir alle machen Fehler, und manchmal eben auch bei der Partnerwahl.

Wichtig ist, die Fehler zu korrigieren, und daraus zu lernen.
Dein Fehler hat Dir Deine Tochter geschenkt - mein Fehler mir meine beiden Söhne.
Deswegen kann ich es nicht bereuen.
Es war mein Weg, ein Umweg mit den größten Geschenken meines Lebens.

Du schaffst es ohne ihn.
 
  • #21
Er sagt, ich solle ihm für die vergangene Zeit Miete zahlen
hast du die denn aufgeschrieben? Hast du unterschrieben
Er kann nicht einsehen, dass ich in der Zeit der Babypause nicht gearbeitet habe
Das ist doch gerade wirklich nicht war. Ich sitze hier mit ungläubigen Kopfschütteln.

Das ist keine Basis für eine Beziehung oder Ehe, erst recht nicht für eine Familie. Ihr habt ein gemeinsames Kind, ansonsten interessiert er sich nicht für dich. Er lebt finanziell ein Leben, als ob er Single wäre und es euer Kind nicht geben würde.

Es ist auch sein Kind. Er hat 50 % der Gene dazu beigetragen, dann soll er auch die Verantwortung für sein Kind übernehmen. Dazu gehört, nicht nur die positiven Dinge mitzunehmen, sondern auch die Nachteile zu tragen. Bisher schulterst du die Nachteile komplett alleine.

Frauen haben berufliche und finanzielle Nachteile durch Schwangerschaft und Elternzeit. In der Ehe werden diese Nachteile vom Gesetzgeber zum Teil ausgeglichen. Als "Nur-Lebensgefährtin" hast du diesen Vorteil nicht. Kein Zugewinnausgleich, kein Ausgleich der Rentenpunkte.

Du hilfst ihm beim Hausbau, das Haus gehört aber ihm. Er kann dich jederzeit vor die Tür setzen, obwohl du in dem Haus so viel geleistet hast.

Er nutzt dich aus. Ich kann nur sagen, gut dass du wieder arbeitest und dein eigenes Geld verdienst. Auf diesen Mann kannst du nicht setzen. Es gibt keine Zukunft mit ihm. Er sieht nur seinen Vorteil und betrachtet alle Mühen und Geld die er in dich steckt als unnützen Aufwand.

Nach deinem letzten Post kann ich nun doch nur noch zur Trennung raten.
 
  • #22
Liebe Mairim,
für dich hast du bereits eine Erkenntnis gewonnen: Dein Freund und Vater eures Kindes hat Probleme mit sich selbst, die er auf bösartige und manipulative Weise in die Dynamik zwischen dir und ihm - leider auch euch dreien - einfließen lässt. Eine temporäre Trennung hat keine Verbesserungen ergeben, du fühlst dich am Ersticken, die Liebe zu ihm schwindet (habt ihr überhaupt noch körperlichen "Kontakt"?), deine Lust auf klärende Gespräche tendiert gehen Null und er setzt das Kind mittlerweile als Waffe ein. Würdest du in das Haus, an dem er / ihr herumbastelt einziehen wollen, selbst wenn du im Grundbuch eingetragen wärst? Kannst du dir weitere 10 - 20 Jahre Beziehung mit ihm vorstellen? (...)

Eine Mediation wäre da sicherlich hilfreich, um im moderierten Rahmen den besonders kritischen Punkt anzugehen, der in der Übertragung seiner Frustration mit der Mutter auf das Kind besteht. (...)
Wichtig ist doch, deinem Kind ein starkes Vorbild zu sein und das kannst du nicht, wenn du dich wie eine Ertrinkende fühlst.
Liebe beberlin
Danke für Deinen hilfreichen Kommentar. Als ich zu ihm zurückkehrte, war körperliche Anziehung da. Schliesslich hat man den Menschen in den 3.5 Jahren ins Herz geschlossen. Wir haben uns beide anfänglich sehr zusammengerissen, kam mir vor wie ein Eiertanz mit rohen Eiern. Als dann die ersten Massregelungen kamen, ist in mir schlagartig jegliche Hoffnung, Sympathie, Anziehung verschwunden. Und ist auch nicht wiedergekommen. Ich hatte ein Idealbild von ihm, das so lange hielt, wie er sich nicht „auffällig“ verhielt.

Zu Deiner Frage: Nein, 10-20 Jahre mit diesem Mann in diesem Haus kann ich mir nicht vorstellen. Er ist der Typ Haus-Kinder-Hund und ich eher die unabhängige Kosmopolitin. Ich möchte frei sein und das habe ich zu lange unterdrückt. Das Bild einer selbstbewussten, emotional und finanziell unabhängigen Frau möchte ich auch meiner Tochter vermitteln.

Wir haben am Donnerstag den ersten Termin bei der Paarberatung. Ich werde den Therapeuten noch informieren, dass es sich um eine „Trennungsberatung“ handeln wird.
 
  • #23
Ein Nachsatz: Nachdem ich das mit der Forderung von Mietkosten gelesen habe, steht für mich fest, dein Freud tickt nicht mehr ganz richtig oder es eskaliert zwischen euch in beunruhigender Weise. Vergiss meinen Rat mit der Mediation. Hast du dich schon mal gefragt, ob dein Freund narzisstische Züge hat (auch wenn dieses Label für Menschen vorsichtig zu handeln ist)? Gehe bitte zu einer Frauenberatung. Dort könnte man dir den Rücken stärken und Tipps geben, wie du seiner befürchteten üblen Nachrede im Falle einer Trennung begegnen könntest. Vielleicht solltest du die Diskussionen mit ihm einstellen, er macht dich sowieso nur klein und deinen Abgang sorgfältig planen. Hoffentlich liege ich falsch: Dein Freund scheint ein ziemliches Kaliber zu sein, was seine Empathielosigkeit angeht, und einen knallharten Rachefeldzug gegen dich starten, wenn du und das Kind gehen. Beziehe asap deine Familie und Freunde in deine Situation ein, du schaffst das vllt nicht alleine. Und schaue dich mal auf der Webseite von re-empowerment um.
 
  • #24
Liebe FS,

mir fehlen ein paar Hintergrundinfos. Bist du beruflich erfolgreicher als er? Ich finde nämlich, dass seine Aussagen sehr neidisch klingen. Möglicherweise ist er neidisch darauf, dass du dein Leben trotz Kind gut im Griff hast, beruflich und privat (Sport wieder aufgenommen) aktiv bist während sein Leben nur vor sich hinlebt. (...)

Wenn es ihm darum geht, dass er sich währenddessen allein ums Kind kümmern muss, frage deine Eltern, ob sie die Kleine nehmen.

Habt ihr eine gemeinsame Kasse?

Diese kindischen Bestrafungsaktionen (dann eben kein Urlaub, die böse Mami) gehen echt gar nicht. Lasse dir das nicht gefallen, sondern sage ihm deutlich, dass dir sein Ton nicht passt. Halte dagegen. Ihr seit gleichberechtigt, nur leider hat sich über die Jahre ein Ungleichgewicht zu deinen Lasten ausgebildet. Rücke das wieder gerade, indem du ihm Paroli bietest. Du hast dich schon viel zu lange untergeordnet.

Gibt es positive Dinge in eurer Beziehung? Du schreibst, dass du dich leider durch eure Tochter an ihn gebunden hast. Gibt es noch mehr, was dich bei ihm hält? Ich denke, es ist Zeit zu überlegen, wie es mit euch weitergehen soll und ob man die Beziehung nicht als gescheitert ansehen muss. Gute Eltern könnt ihr auch getrennt sein. Du musst dein Leben nicht mit ihm verbringen, wenn du nicht glücklich bist. Deine Tochter bemerkt die negative Stimmung zwischen ihren Eltern so oder so. Wenn es schlecht läuft, denkt sie es sei normal, sich als Frau unterzuordnen müssen.

W33
Danke, Hanna_17 für deinen einfühlsamen und auf den Punkt gebrachten Beitrag. Zu deinen Fragen:

Ich wage zu behaupten, dass ich ihm intellektuell überlegen bin. Natürlich ist dies Ansichtssache. Er ist ein toller Handwerker. Ich Betriebsökonomin, habe bis Stufe MBA studiert und mit 1+ abgeschlossen. Mein Freundeskreis besteht vorallem aus Akademikern, mit denen er leider keine tiefschürfenden Diskussionen führen kann, da ihm dafür der akademische Background fehlt. In Sachen Ausdrucksfähigkeit und Präzision, Themen und Meinungen auf den Punkt zu bringen, sind wir sehr unterschiedlich. Er ist eher der Typ marktschreierischer Koloss, ich das sensible, belesene Mauerblümchen.

Was mich noch bei ihm hält sind meine Schuldgefühle, schuld am
Scheitern der Beziehung und allfälligeb Traumata meiner Tochter zu sein. Im Kopf weiss ich, dass dem nicht so ist. Aber es zu fühlen, fällt mir schwer.
 
  • #25
Nun es wird garantiert Menschen geben, die notfalls bezeugen können, dass du sehr oft abends fleißig auf der Baustelle warst!
Du hast es immer deinen Verwandten erzählt. Du hast es immer deinen Freunden und Bekannten erzählt.Und es gibt Nachbarn, die dich fast jeden Abend dort in Arbeitsklamotten gesehen haben!
Wenn er frech allen Ernstes das Gegenteil behauptet - dann stelle ihm einen Entmündigungs-Antrag.
Ich hoffe dieses Argument stärkt dich und du kommst nun in die Kraft!

Scherz beiseite!

Nimm dir bitte sofort einen Anwalt.
Danke!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #26
Wenn ich gehe, wird er sich überall als Opfer darstellen und ich bin die böse.
Klar, aber das wird er auch in zehn Jahren so machen. Und euer Kind wird dann zehn Jahre ein unverträgliches Elternpaar mit unglücklicher Mutter erlebt haben. Und sein Kind wird er genauso mit Druck erpressen, wie er Dich erpressen will.

Er kann nicht einsehen, dass ich in der Zeit der Babypause nicht gearbeitet habe und auch jetzt nur 80% arbeite - damit die kleine auch was von ihrer Mutter hat. Er sagt, ich solle ihm für die vergangene Zeit Miete zahlen.
Habt ihr denn einen Mietvertrag für Dich? Hast Du Schuldscheine unterschrieben?
Ich meinte dann, dann stelle ich ihm auch meine zahlreichen Arbeitsstunden auf der Baustelle in Rechnung.
Warum lässt Du Dich auf diese schwachsinnige Diskussion ein? Ihr hattet vereinbart, dass Du keine Miete zahlst. Sicherlich nicht schriftlich, aber Du hast ja auch keine Schuldscheine unterschrieben. Also ich seh hier nicht, dass einer irgendwelche Beweise für Schulden Deinerseits hätte und Gegenbeweise für die Verabredung. Ich bin keine Anwältin, aber ich glaube kaum, dass Du was nachzuzahlen hättest.

Ich finde Deinen Partner extrem unangenehm. Dieses Druckausüben mit so hässlichen Mitteln, ist doch völlig unterste Kategorie. Er begreift auch nichts, also dass er sich mal besser, partnerschaftlicher und entgegenkommender verhalten müsste, damit Du wieder Lust haben KÖNNTEST, bei ihm zu bleiben. (Wobei ich denke, dass schon zu viel Schlechtes gelaufen ist, als dass Du noch bleiben wolltest.)
 
  • #27
Was mich noch bei ihm hält sind meine Schuldgefühle, schuld am
Scheitern der Beziehung und allfälligeb Traumata meiner Tochter zu sein. Im Kopf weiss ich, dass dem nicht so ist. Aber es zu fühlen, fällt mir schwer.
Liebe Mairim ,
Kopf und Gefühl zusammen zu bringen ist immer schwer.
Vielleicht magst Du Dir da etwas Unterstützung holen, ein paar Stunden bei einem Therapeuten? Für Dein Gefühl?
Und Anwalt für alles Rechtliche - dringend.

Wenn Du weißt, wo Du stehst, kannst Du natürlich, auch mit Hilfe einer Beratungsstelle - würde ich Dir von Anfang an empfehlen - versuchen, das Ihr zumindest gut Eltern bleibt.
Vielleicht können Profis ihm klar machen, was er(!) für Schäden bei seiner Tochter anrichten kann.

W,49
 
  • #28
Nun, wenn ihm Familie so wichtig ist, dann soll er dich als erstes ins Grundbuch eintragen!
Du hast zu viel eingelenkt am Anfang, das ist das Problem.
Ich denke dass Ihr keine Chance habt, sorry.
Versuche es mit der Therapie und eines musst du von sofort an machen: Dich endlich wehren!
Wenn er dir droht, dich schlecht zu machen dann droh zurück. Sag dass du dann erzählst dass er dich statt Wochenbett abends auf die Baustelle schleppt, du nicht mal im Grundbuch stehst und dass er dir droht, nachträglich Miete für die Zeit in der du schwanger warst, abzurechnen und dass du dich deshalb trennst!
Glaub mir, die Leute helfen dir packen und wer nicht, ist kein Verlust.
Schuld hat er allerdings keine, du wolltest am Anfang nicht sehen dass er so war, daher must du gehen und beim nächsten Mal besser aufpassen.
 
  • #29
Liebe Mairim,
Du liest dich sehr sympathisch, reflektiert und wenn ich deine Kritikpunkt auf die Hälfte runterbrechen würde, würde ich dich dennoch verstehen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen (gut ich kenne euch beide nicht persönlich, aber trotzdem....), dass man sich mit dir nicht unterhalten kann. Aber ohne den Partner geht’s nunmal nicht, da kann man noch so empathisch, motiviert und kompromissbereit sein.
Ich denke es kann definitiv von Vorteil sein, wenn du erstmal den Ball flach hälst und dich für alle eventualitäten vorbereitest (Papiere sichten, sprich auch seine! Kontoauszüge / lohnabrechnung / versicherungunterlagen kopierst und bspw bei deinen Eltern bunkerst). Am besten du nimmst du Dir davor einen Anwalt und lässt dich beraten. Damit hast du nicht geplant und wenn man emotional überlagert ist, denkt man nicht mehr so glasklar wie sonst.
Ich würde raten, dich erstmal zu ordnen, auch damit du das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit wieder zurückerlangst und ihn erst dann in Kenntnis setzt. Wenn es mal hart auf hart kommen sollte, bist du gewappnet. Du bist die organisiertere von euch beiden (du schreibst seine Bewerbungen, hallo?), mach das zu deinem Vorteil! Wer weiß, vielleicht dreht das ganze sich auch nochmal und ihr findet doch einen Weg zusammen. Oder geht erst getrennte Wege bis beide sich neu sortiert haben. Das weiß man nie.
Überlege dir ob die Trennungstherapie tatsächlich jetzt ohne Vorbereitung ankündigen willst! Das kannst du auch noch nach ein paar Sitzungen wenn du deine Schäfchen im Trockenen hast. Ich würde nicht auf ihn bauen, wenn du ihm mitgeteilt hast an welchem Punkt du dich bereits befindest.... Du wirst das schaffen, ob mit oder ohne ihm. Alles gute!
 
  • #30
Liebe FS, lass Dich nicht auf diese bösartigen, manipulativen Spiele ein, die dieser Mann mit Dir spielt. Er nutzt Dich aus und wenn dann SEIN Haus fertig ist, wird er dort auch einziehen. Ob er jetzt bereits vorhat, sich zu dem Zeitpunkt von Dir zu trennen, kann ich nur vermuten. Du hast jetzt schon keine Kraft mehr für diese Beziehung. Tue Dir und vor allem Deinem Kind einen Gefallen und beende diese Beziehung zügig. Lass Dich nicht einschüchtern und diskutieren nicht mehr über Mietkosten, Arbeitsstunden usw. Das bringt Dich nicht weiter und kostet nur Kraft. Es hilft nur ein schneller und konsequenter Schlussstrich. Dann kommst Du mit Deinem Kind erstmal zur Ruhe. Vergiss nicht, Du hast nicht nur Verantwortung für Dich, sondern auch für ein Kind. Die ersten 3 Lebensjahre sind so wichtig und prägen ein Kind. Du schaffst das!
 
Fragensteller Ähnliche Fragen Forum Antworten Datum
G Beziehung 20