• #1

Die X-Akten öffnen? Über die Expartner und Exbeziehungen sprechen

G

Gast

  • #2
Ich habe noch nie nach den Exxen gefragt. Wenn es zu einem Gespräch über sie kam, dann hat das meine jeweilige Freundin initiiert. Prinzipiell interessiert's mich nicht wirklich.
 
  • #3
Mich interessiert in dieser Hinsicht nichts. Ich spreche nicht über meine Ex-Beziehungen, sondern allenfalls allgemein über Erfahrungen, sofern es nötig sein sollte.Für mich sind das abgeschlossene Kapitel. Wenn meine Freundin, sofern es wieder eine gibt, über ihre Ex-Männer reden möchte, kann sie es tun. Ich nehme es als gegeben und als einen Bestandteil ihres Lebens zur Kenntnis, ohne daß es mich in irgendeiner Form beeindrucken könnte.

Mich interessiert diese Akte des Vorlebens einfach nicht sonderlich.
 
  • #4
X-Akte... Sehr schöne Formulierung.

Mich interessiert alles. Da ich ein Kopf-Mensch bin und manche Dinge nicht so schnell auf der emotionalen Ebene mitbekomme, kann ich meinen Partner so besser einschätzen lernen.

Allgemein: Mich interessieren Menschengeschichten, soziale Biografien, Entwicklungen, Veränderungen, Wertewechsel, Rollenverhalten, kulturelle Normen - das hat auch etwas mit meinem Beruf zu tun.

Deshalb höre ich meinem Partner gern zu, wenn er seine alten Liebesgeschichten erzählt.
Allerdings mag ich sie gerne wertungsfrei. Ich möchte weder, daß über die Ex als Alleinschuldige hergezogen, noch daß von ihr geschwärmt wird.
 
G

Gast

  • #5
Interesse für sein Vorleben habe ich schon. Ich frage nach, wenn sich eine Situation ergibt. So geschehen neulich. Mein neuer Bekannte erzählte offen und meinte, es gäbe da gar nichts, was ihn aus der Ruhe bringen könne. Tja und dann tauchte sie auf, sie, an die er gar nicht mehr dachte, eine Beziehung, die er nicht verabeitet, nur verdrängt hatte. Tja und seitdem war alles anders. So anders, dass ich eine Kontaktsperre initieren musste. Also ist auch Interesse und ein entspanntes Gespräch über die X-Akte keine Garantie, dass noch irgendwo nicht abgelegter "Papierkram" auftaucht.
 
G

Gast

  • #6
Man muss wissen, was der Partner hatte,
damit man weiß, was man (vom Partner) bekommen kann.
 
  • #7
Ich bin grundsätzlich durchaus an den X-Akten interessiert, vor allen an den Fragen, wie viele Beziehungen es waren und wie lange sie dauerten, weil das zumindest Hinweise über Beständigkeit und Tiefgang geben kann.

Außerdem ist interessant, wie die Beziehungen zu Ende gingen: Ist immer er derjenige, der Schluss macht, besteht die Gefahr, dass er schnell aufgibt? Oder musste er mit der Erfahrung fertig werden, verlassen zu werden und hat vielleicht nun Schwierigkeiten, einer Frau zu vertrauen?

Drittens ist mir wichtig, wie er heute zu den Frauen steht und von ihnen spricht. Daraus kann man durchaus erkennen, ob die Beziehungen verarbeitet sind, welchen Einfluss diese Frauen ggf. gegenwärtig noch auf ihn haben und ob ich mich gar darauf einstellen muss, dass er noch viel Zeit mit ihnen verbringt und ich sie wahrscheinlich persönlich kennenlernen werde.

Diese Punkte konnte ich bislang zu meiner Freude auch immer sehr rasch klären. Ich frage nicht nach weiteren Details, so dass der Mann es in der Hand hat, was genau er mir erzählen will. Im Laufe einer Partnerschaft, so meine Erfahrung, erfährt man ohnehin nach und nach mehr, teils große Linien, die eine Partnerschaft geprägt haben, teils kleine Begebenheiten. Es wird erwähnt, wenn es zur Situation passt. Dass er mit X schon mal dorthin gereist ist. Dass es mit Y immer Streit über diesen Punkt gab etc.

Hinsichtlich meiner X-Akten gehe ich grundsätzlich parallel dazu vor. Wenn mein Partner mir Fragen stellt, erhält er Antworten; bei Bedarf entscheide ich im Einzelfall, was ich vielleicht nicht erwähne, weil es in den schützenswerten intimen Bereich der Ex-Beziehung gehört. Eigentlich bin ich in diesem Punkt ziemlich locker. Nun habe ich aktuell einen Partner, der besonderen Wert darauf legt, nichts über die Ex-Akten zu erfahren. Das fällt mir durchaus schwer, überhaupt keine Bemerkung zu machen und mich in manchen Situationen auch nicht mit Verweis auf vorangegangene Erfahrungen besser erklären zu können...
 
  • #9
Gehört doch auch zum anderen dazu. Nun, ich wolte immer wissen wie lange es ging und wieso es dann am Ende nicht mehr funktioniert hat. Einfach um Sie einschätzen zu können wie Sie mit Schwierigkeiten umgeht. Ich wollte keine die wegen Kleinigkeiten die Trennung haben will.

Was ich nicht wissen will ist was im Schlafzimmer geschehen ist.
 
  • #10
Mir selbst geht es genauso wie Serendipity, die das sehr schön zusammengefasst und erklärt hat. Wichtig sind mir folgenden Punkte:

+ Wie lange ist er schon Single?
+ Wieviele Beziehungen waren es und wielange dauerten sie?
+ Hat er mit der vorigen oder einen anderen Partnerin zusammengewohnt und wie lange?
+ Wie gingen die Beziehungen zu Ende? Wurde er verlassen oder hat er verlassen?
+ Wie spricht er über die Ex? Wer hat in seinen Augen "schuld"?
+ Hat er die Beziehungen verarbeitet? Hängt er noch an einer Ex?
+ Lästert er über Expartner? Wahrt er deren Intimssphäre?
+ Hat er noch Kontakt zu Expartnerinnen?

Ich stimme Serendipity auch dahingehend zu, dass man im Laufe der Partnerschaft sich ja doch über viele weitere Erlebnisse unterhält und schrittweise immer mehr herauskommt und sich ein Mosaikbild des bisherigen Lebens ergibt, das eben unvermeidbar auch frühere Partnerschaften umfasst. Zum Beispiel frühere Urlaube, Wohnorte, Freundeskreise.

Ich selbst beantworte selbstverständlich Fragen dazu, versuche es aber stets ausgewogen zwischen ihm und mir zu halten, und stets die Intimssphäre meiner bisherigen Partner auch weiterhin zu wahren.
 
G

Gast

  • #11
Vom letzten Ex möchte ich nur wissen wer es war, wie lange die Beziehung dauerte, und wann es endete, und warum. Und nach ihrer längsten Beziehung frage ich, sofern es nicht die letzte war. Von allen anderen Ex möchte ich nichts wissen. Jede Erwähnung von weiteren Ex-Partnern empfinde ich eher als Belastung, ich kann dem nichts abgewinnen. Alle Erzählungen aus dem Leben der Partnerin wünsche ich mir am liebsten in Ich-Form, auch wenn sie von gemeinsamen Unternehmungen mit ihren Ex erzählt.

Ich selber habe überhaupt kein Bedürfnis von meinen Ex zu erzählen, es sei den meine Partnerin fragt danach. Falls sie danach fragt, interessiert mich aber auch, welche Schlüsse sie glaubt daraus ziehen zu können. Küchenpsychologie ist hier fehl am Platz.

m
 
  • #12
Jede Erwähnung von weiteren Ex-Partnern empfinde ich eher als Belastung, ich kann dem nichts abgewinnen.
Details dazu brauche ich auch nicht.

Alle Erzählungen aus dem Leben der Partnerin wünsche ich mir am liebsten in Ich-Form, auch wenn sie von gemeinsamen Unternehmungen mit ihren Ex erzählt.
Ja, und das ist ja auch das empfohlene Vorgehen. Man erzählt aus seinem Leben, nicht gefühlt von früheren Beziehungen.

Ich selber habe überhaupt kein Bedürfnis von meinen Ex zu erzählen, es sei den meine Partnerin fragt danach.
Geht mir auch so.
 
  • #13
Ich will von ihm nichts Persönliches über seine Ex wissen. Ausser:

1. warum die Beziehung gescheitert ist und wen er dafür verantwortlich hält
2. wie lange seine Beziehungen gedauert haben
3. wer die Beziehung beendet hat und aus welchem Grund
4. mit welchem Ton er über sie redet und welche Wortwahl er dabei benutzt
5. ist noch eine Sehnsucht nach der Ex spürbar, oder spricht er in neutralem Ton über sie

Doch man muss dabei immer beachten, dass ich nur seine Sichtweise erzählt bekomme. Er würde wahrscheinlich mehr über die Fehler seiner Ex erzählen aber seine eigenen verschweigen. Daher wäre ich immer skeptisch, was mir ein Ex-Partner über seine vergangenen Beziehungen erzählt besonders aber, wenn er nur schlecht über seine Ex-en reden sollte.
Wer räumt schon freiwillig seine Fehler ein? Und für das Scheitern einer Beziehung, sind meistens beide verantwortlich - mit wenigen Ausnahmen.


[Mod.= Themenabweichung gelöscht, da nicht hilfreich in Bezug auf die Frage.]
 
  • #14
Ich will da gar nichts wissen. Falls allerdings die Möglichkeit bestünde, real einer Ex aus der Vergangenheit zu begegnen (bei gleichen Wohnorten z. B.), würde ich schon gern wissen, dass es eine Ex ist.

Mich interessiert der Mensch, der da jetzt bei mir ist. Wenn ich erst einmal so weit bin, mich mit diesem Mann wohl zu fühlen, dann brauch ich keine Informationen aus der Vergangenheit mehr. Keine Zahlen und schon gar keine Trennungsgründe. Das fördert nur Pojezierung auf die gegenwärtige Partnerschaft.

Natürlich ist es auch nicht förderlich, die 'X-Akten' verkrampft zu meiden. Man setzt sich doch nicht hin und öffnet diese - wie vor Gericht! Es wird immer mal Situationen Gelegenheiten geben, wo die eine oder andere Bemerkung über den/die Ex hinpasst. Das ergibt sich einfach mal nebenbei.

Das gilt für beide Seiten. Ich will auch nicht, dass mer Partner in meiner Vergangenheit herumstochert. Er kann alles wissen, zu gegebener Zeit, aber ich hasse diesen Tribunalcharakter. Offenbarungseide (ich weiß, dass man das heute nicht mehr so nennt) gehören nicht ins Privatleben.
 
  • #16
Ich überlasse der Partnerin, ob und was sie über ihre Ex-Partner, Liebhaber, Affären, ONS sprechen will, oder nicht. Ich achte sie, wenn sie darüber sprechen will. Ich respektiere es, wenn sie nichts darüber sagen will. z.B. weil ihr peinlich, oder aus Rücksicht und Diskretion.

Mich interessiert auch nicht, mit wievielen Männern sie vor mir Sex hatte. Mit 100 Männern ? - Glückwunsch, dann hat sie hoffentlich viel Spass dabei gehabt (ehrlich gemeint).
m.E. tabu: Über den Sex sprechen, die man mit dem/der Ex etc. erlebt hat.
 
  • #18
Mich interessieren folgende Punkte:

+ Zur letzten Beziehung:
Wann, wie und nach welcher Beziehungsdauer endete sie? Hat er mit der Frau zusammengelebt?

+ Zu seiner Beziehungserfahrung:
Hat er überhaupt schon einmal mit einer Frau zusammengelebt? Wie lange dauerte seine längste Beziehung?

+ Zum Umgang mit den Exen:
Wie redet er über seine Exen? Lästert er, trauert er einer nach oder klingt er dabei halbwegs neutral? Hat er zu einer Ex noch engeren Kontakt? Warum und in welcher Form?

Alles andere interessiert mich nicht wirklich und nach anderen Dingen habe ich auch noch nie gefragt.
Aber selbst die von mir genannten Punkte habe ich nie in dieser Form abgefragt, sondern einfach die im Gespräch erhaltenen Informationen registriert und bei passender Gelegenheit die "Lücken" aufgefüllt.

Was ich auf keinen Fall hören will, sind sexuelle Praktiken, Vorlieben etc. mit Bezug zu einer konkreten Ex. Als normal empfinde ich es dagegen, wenn man ganz abstrakt erzählt, dass man in der Vergangenheit schon einmal xyz probiert oder erlebt hat.
 
G

Gast

  • #19
1. warum die Beziehung gescheitert ist und wen er dafür verantwortlich hält
2. wie lange seine Beziehungen gedauert haben
3. wer die Beziehung beendet hat und aus welchem Grund
4. mit welchem Ton er über sie redet und welche Wortwahl er dabei benutzt
5. ist noch eine Sehnsucht nach der Ex spürbar, oder spricht er in neutralem Ton über sie
Genau so sehe ich es auch. Wenn das Thema "Ex" nicht ständig hochkocht, ist es ok und man sollte darüber reden. Natürlich kann man die Probleme mit dem/der Ex ansprechen. Wenn es jedoch in Richtung "schmutzige Wäsche" abrutscht, sollte man vorsichtig sein.

Wer räumt schon freiwillig seine Fehler ein? Und für das Scheitern einer Beziehung, sind meistens beide verantwortlich - mit wenigen Ausnahmen.
Nicht umsonst gibt es das Sprichwort "Zum Heiraten gehören zwei, zur Scheidung reicht einer." Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen
 
G

Gast

  • #20
Das halte ich für sehr gefährlich und naiv. Wie ein Mann über seine Ex redet sagt m. E. schon viel über seinen Charakter aus. Das sind jedenfalls meine praktischen Erfahrungen mit 2 Männern. Letztendlich haben die mich genauso mies behandelt, wie sie ihre Ex behandelt haben. Und natürlich war ich wieder die Böse und die Ex auch.

Von Selbstreflexion und Emphathie keine Spur.

w 48
 
  • #21
Herumstochern lassen oder vermeiden wäre bei mir ohnehin schwierig. Ich führe meine Beziehungen zu 100%, das heißt, sie sind ein bestimmender Bestandteil meines Lebens. Sie im Nachhinein zu verdrängen oder in einen kleinen Gedächtnissarg zu legen, erscheint mir nicht gesund.
Man erzählt sich bei Kennenlernen viel voneinander. Würde ich die X-Akten auslassen oder nur auf Nachfrage davon erzählen, wären meine Themen: meine Kindheit und Jugend bis 15, Arbeit, Arbeit, Arbeit, meine Urlaube, Kajaktouren und Mittelstrecken-Schwimmwettbewerbe und mein Kind (unter Auslassung des Vaters). Da würde mein Leben mit extrem vielen Schwärzungen und "Beeps" vorbeiziehen.
Das ist sicher bei Leuten, die lange Single waren oder denen Beziehungen immer früh abbrachen, weil die Ziele doch unterschiedlich waren, anders.
 
  • #22
Und was soll er dazu sagen? Muss jeder eine Schuld einräumen, damit du es akzeptierst?
Nun ja, ich hab schon kritisch reagiert wenn eine Dame sich selbst nicht hinterfragt hatte. Nur so kann man lernen. Ich würde aber nicht von Schuld reden sondern das Bewusstsein eigener Fehler herausfinden.
Ich weiss welche Fehler ich gemacht hab, "Schuld" am scheitern der Ehe fühle ich mich aber überhaupt nicht. Und ich rede hier nicht von einer offenen Zahnpastatube.
 
G

Gast

  • #23
Man muss wissen, was der Partner hatte,
damit man weiß, was man (vom Partner) bekommen kann.
Mit dieser Einstellung negierst Du jede Entwicklungsmöglichkeit - also auch Deine eigenen!


Ich gehe davon aus, dass man mit jedem Partner die Beziehung nach bestem Wissen und Gewissen gestaltet. Und jedes Mal lernt man wieder etwas neues über sich und das Leben.

Das ist, was mich - ähnlich wie Bäärbel - von meinem Partner interessiert: was hat er erlebt und welche Erkenntnisse hat er daraus gewonnen?
 
  • #24
Was ein potentieller Partner mit wem wann und wie gemacht hat, ist mir eigentlich relativ egal. Es geht mir nicht darum, in seinen früheren Beziehungen herumzuschnüffeln.
Worauf es jedoch ankommt, ist ein Gesamtbild des Mannes zu erfassen.
Ist er früher oft fremdgegangen? Ist er sogar ein notorischer Fremdgänger? Früheres Fremdgehen ohne eine sehr gute Begründung wäre ein Ausschlusskriterium.
Wie oft war er schon verheiratet? Ein Mal geschieden ist ok. Zwei Mal geschieden: nein. Aber ein Mal geschieden und einmal verwitwet wäre in Ordnung. Drei Mal geschiedene Männer können bei mir nicht landen.
Was für ein Leben hat er bis jetzt geführt?
War und ist er ehrlich, gesund, gut aussehend, schlank, gebildet?
Hat er eine persönliche Ausstrahlung?
Hat er eine Arbeit, die ihn erfüllt?
Hat er Freunde, ein soziales Netzwerk?
Wie ist er zu seinen Kindern?
Wie waren seine Relationen und sein Verhalten in früheren Beziehungen?
Ist er schon mal zu Prostituierten gegangen? Das wäre eines meiner vielen Ausschlusskriterien.
Haben immer die anderen Menschen Schuld an eventuellen Missständen in seinem Leben?
Welche Einsicht in sein eigenes Leben hat er?
Bildet seine Persönlichkeit eine Einheit?
Klingt es logisch und nachvollziehbar, was er erzählt?
Ich erwarte nicht den perfekten Menschen, aber es ist interessant, wie man sich zu sich und seinem Leben, hierunter zu früheren Beziehungen, verhält.
 
G

Gast

  • #25
Früheres Fremdgehen ohne eine sehr gute Begründung wäre ein Ausschlusskriterium.
Wie bitte? Du enttäuschst mich, Angele. Fremdgehen ist Fremdgehen, ob nun mit Begründung oder ohne. Und sei bitte vorsichtig mit Schlußfolgerungen, die nur auf Vermutungen beruhen. Wie leicht kann einer zum Fremdgänger abgestempelt werden, der gar keiner ist.
 
  • #26
Mir geht es darum, daß ich kein Verhör benötige, also kein penetrantes Herumstochern und Schnüffeln. Beziehungen sind eine Privatangelegenheit und deren Verläufe unterliegen zudem auch bestimmten Rahmenbedingungen und in die Zeit eingebettete Umstände, mal ganz davon abgesehen, daß die vorherigen Partnerinnen ganz andere Charaktere waren. Ein Außenstehender kann die Qualität früherer Beziehungen nur richtig einordnen und beurteilen, wenn er die dazugehörigen Partner auch einigermaßen kennt. So sind z. B. Fernbeziehungen nicht mit klassischen Beziehungen vergleichbar. Darüber hinaus entwickelt man sich im Laufe der Zeit weiter, würde manche Fehler aus früheren Zeiten nicht mehr wiederholen.

Ich nehme die Person, die mich interessiert im Hier und Jetzt wahr. Da fallen mir möglicherweise schon bestimmte Verhaltensweisen schon auf, ohne daß ich da noch in den tiefen der Vergangenheit herumstöbern müßte.

Alles andere fördert lediglich falsche Rückschlüsse und falsche Projektionen auf dem neuen Partner. Ich würde z. B. niemals auf die Idee kommen, eine künftige Partnerin mit den ehemaligen Partnerinnen vergleichen zu wollen.

Ich kann allenfalls Eckdaten über die Beziehungen benennen, oder allgemein von Beziehungserfahrungen sprechen, sofern es denn wirklich erforderlich sein sollte. Um einen Sachverhalt oder eine Epoche wirklich fair und besonnen einordnen zu können, bedarf es die Begutachtung mehrerer Ansichten.
 
  • #27
Liebe "24".
Das mit dem Fremdgehen hast du richtig gelesen. Ich bin eigentlich zu 100% gegen jedes Fremdgehen. Jedoch ist das Leben bunt, die Menschen unterschiedlich, und es KANN extreme Ausnahmesituationen geben, wo ich ein Fremdgehen möglicherweise und unter gewissen Umständen nachvollziehen kann.
Wenn ein Mann oder Frau im Laufe der Jahre und der Ehe erkennen muss, dass die Sexualität nicht mehr so ist, dass der/die andere zufrieden ist bzw. der Sex ganz zum Erliegen gekommen ist, können möglicherwei-se Argumente für ein Fremdgehen gefunden werden.
Stell dir vor, dein Partner hat dich jahrelang nicht angerührt. Das passiert viel häufiger, als man es sich gemeinhin vorstellt. Es gibt Kinder und/ohne andere sehr plausible Argumente, die für ein (vorläufiges?) Verbleiben in der Ehe sprechen.
Eventuell könnte man sich die Lösung vorstellen, dass man nach jahrelangem "Trockendock" einen Menschen neben der Ehe hat, mit dem man gut auskommt und auch Sex hat. Aber bitte ohne irgendeinen anderen Menschen dabei anzulügen! Es gibt solche Arrangements, und gelegentlich funktioniert es sogar so, dass alle Beteiligten damit zufrieden sind.
In einer seriösen Kopenhagener Zeitung las ich mal eine Kontakt-Annonce einer Ehefrau, die für ihren Mann eine Geliebte suchte. Die Annonce schien in ihrer Wortwahl usw. aufrichtig.
An solche oder so ähnliche Konstellationen und Beispiele habe ich gedacht.
 
  • #28
Und was soll er dazu sagen? Muss jeder eine Schuld einräumen, damit du es akzeptierst?
Nun er kann erzählen, wie er das sieht, wen er als den Hauptverantwortlichen für das Scheitern hält, z.B. wenn es stimmt, dass seine Ehefrau kaum Lust auf Sex hatte und er sich scheiden liess, um sich ein Glück zu suchen und nicht zu betrügen.
Man könnte sich auch fragen, warum sie keine Lust mehr hatte? Hat er was falsch gemacht, oder ist es ihre persönliche Einstellung und schwache Libido der Grund dafür.

Sonst muss er ja nichts von sich erzählen, wenn er nicht will, selbst wenn ich ihn frage. Alles ist selbstverständlich freiwillig! Auch das Reden ;-)

Wenn er aber bereits fremdgegangen ist, dann wird er das nicht verraten, aus Angst von der neuen Kandidatin nicht gewählt zu werden. Statt dessen wird er sagen: "die Frau wollte schon seit langem keinen Sex mehr und nun bin ich frei, eine neue Liebe zu suchen." Deshalb würde ich die Aussagen und Erzählungen betreff. seiner früheren Partnerschaften mit Vorsicht geniessen.
 
  • #29
@ Heute 12:46

Ich bin weder naiv, noch lebe ich gefährlich(er) als andere Menschen. Die Fragestellung bezieht sich auf einen neuen, aktuellen Partner.

Bevor ich jemand als meinen Partner benenne, bin ich natürlich über seine Eckdaten im Lebenslauf informiert (Familienstand, Kinder usw.). Aber ich ewarte, das mir solche Dinge in der Kennenlernphase auf die eine oder andere Art mitgeteilt werden (ich bin ja auch nicht stumm).

Aber, dabei bleibe ich, ich brauche keine Beichten und auch keine Einzelheiten aus der Vergangenheit. Und schon gar keine Erklärungen oder Behauptungen, die ich nicht nachprüfen kann und will. (Wenn er z. B. behauptet immer treu gewesen zu sein. Wie soll ich das bestätigt bekommen oder als Lüge entlarven?)

Andere Pesonen über seine Vergangenheit auszufragen, fände ich einfach nur entwürdigend. Eine 100 %ige Sicherheit gibt es für gar nichts im Leben. Ein gesunder Menschenverstand, Beobachtungsgabe und auch ein gelegentlich sprechender Bauch, helfen bei der Einschätzung eines anderen Menschen.

Was ich genau sagen wollte ist: Sobald ich einen anderen Mann als meinen Partner sehe und akzeptiere, gibt es keine gegenseitigen Fragen mehr. Davor haben wir uns kennengelernt und alles Nennenswerte besprochen. Ohne Inquisitionscharakter. Und ich brauche ziemlich lange, bis ich jemand als zu mir gehörend sehe.

Ich bin zum Glück mit intakten Sinnen geboren und habe gelernt, sie ihrem Zweck entsprechend zu nutzen. Bisher hat das auch gut funktioniert. Dabei haben mir natürlich auch negative Erfahrungen im Leben geholfen, denn auch diese sind nützlich. - Man kann auch nicht jedes Risiko im Leben ausschließen. Ein Restrisiko besteht immer - man hat ja die Wahl und kann sich auch für das Alleinsein entscheiden.
 
  • #30
Weshalb die Ex-Beziehungen gescheitert sind. Interessiert mich grundsätzlich schon. ..

Selbst habe ich aber schon erlebt. Dass da ganz viel falsch verstehen werden kann!! Dass gewisse Männer welche ich kennenlernte, sich dann versuchten anders zu verhalten mir gegenüber. Deswegen erzähle ich nun diesbezüglich weniger offen. Ich erzähle ganz knapp in allgemeiner Formulierungen davon. Damit habe ich die besseren Erfahrungen gemacht.