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  • #1

Die Tochter meines Freundes ist lesbisch. Wie gehe ich mit der Situation um?

Am Wochenende habe ich die Tochter (21 Jahre) meines Partners kennengelernt. Da wir eher konservativ sind, habe ich ein Problem damit, dass sie lesbisch ist.
 
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  • #2
Wer ist WIR?
Du bist konservativ, er hat eine Tochter, egal wen sie liebt.
Es gibt schlimmeres als lesbisch zu sein....

Z, B. schlechter Charakter, Leukämie, Diabetes etc....
 
  • #3
Ganz ehrlich, bevor alle die politisch-korrekte Einheitsantwort geben: Wenn Du persönlich nicht damit leben kannst, ist es Dein gutes Recht. Niemand muss Homosexualität in der eigenen Familie toll finden. Wenn es in Dir revoltiert, mag das für manche altmodisch klingen, aber es ist Dein Leben und wenn Du damit nicht zurecht kommst, dann musst Du rechtzeitig Schluss machen und fertig. Ich kann mir gut vorstellen, dass man keine lesbische Stieftochter mit all den damit verbundenen Problemen haben möchte. Tja, ist blöde gelaufen, aber so etwas gibt es. Jetzt ist die Frage: Wie sehr liebst Du den Mann schon? Kompromisse müssen wir alle gegebenenfalls eingehen... die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
 
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  • #4
Toleranz üben!
 
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  • #5
Da hilft absolut nur eines: Lerne, kein Problem damit zu haben.
Wenn du ein Problem damit hast, das jemand lesbisch ist, bist allein du das Problem, nicht die Frau, die lesbisch ist.
Du hast deine Frage so formuliert, dass ich dir zutraue, so viel Toleranz aufzubringen oder zu lernen.
 
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  • #6
Ganz einfach: ganz schnell umdenken. Homosexualität ist keine Krankheit und auch nichts Unnormales.
 
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  • #7
M38

Bei aller Toleranz nach außen hin. Ich gebe hier offen zu dass ich auch keine Lesbe in der eigenen Familie haben möchte. Wäre mir persönlich unangenehm, gegenüber anderen peinlich. Sorry für meine Ehrlichkeit. Ich glaube es den anderen nicht einmal dass es wirklich allen so egal ist.
 
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  • #8
Ist ja anonym daher wage ich es mal. Mich würde das auch schocken. Klnnte ich meiner Familie auch nicht vermitteln und möchte ich auch nicht. Irgendwo gibt es Grenzen.
 
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  • #9
An Frederika und andere Kommentatoren hier:
Was macht ihr eigentlich, wenn eure eigenen Kinder dann schwul oder lesbisch sind?

Zur Fragestellerin:
99% der Zeit wirst du doch ihre sexuelle Präferenz eh nicht merken...
 
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  • #10
Ich habe keine Probleme mit Lesben, solange sie mich nicht anmachen.
Schwule Männer hingegen finde ich sogar sympathisch, da sie meist sehr gepflegt sind.
 
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  • #11
siri
ich bin 56 Jahre alt und wundre mich manchmal nur.

Was ist dir lieber? Wenn dein Partner eine Tochter hat, die lesbisch ist und so lebt? Oder wenn sie lesbisch ist und trotzdem, um einen guten Eindruck zu machen mit einem Mann verheiratet ist und dem und sich das Leben zur Hölle macht?

Sie könnte rauschgiftsüchtig sein, eine Nymphomanin, eine Diebin, eine Mörderin, einen üblen Charakter haben. Was bitte ist an einer netten Lesbe problematisch?

Wie alle Mütter habe ich mir irgendwann überlegt, wie es für mich wäre, wenn eines meiner Kinder nicht hetero wäre. Das Resultat dieser Überlegungen: lieber ein zufriedener Homo oder eine zufriedene Lesbe als ein unglücklicher Mensch!
 
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  • #12
an die Fragestellerin: wer ist WIR (sind konservativ)?

Vielleicht ist das Deine Chance, Deine Einstellung gegenüber Unbekanntem und Vorurteilen zu überdenken und Toleranz zu entwickeln? Was hast Du mit dem Sexualleben der Tochter Deines Freundes zu tun? Wenn sie einen guten Charakter hat, ihre Umgangsformen okay und ihr Verhalten Dir gegenüber respektvoll ist, sehe ich kein Problem damit. Dann kann sie das selbe von Dir erwarten. Lebe Du Dein Leben mit Deinem Freund und freue Dich, wenn seine Tochter glücklich ist. Möglicherweise verliebt sie sich in 6 Monaten in einen Mann, die Welt wäre für Dich wieder in Ordnung und wenn Du Frederikas Ratschlag folgst, hättest u möglicherweise die Liebe Deines Lebens verpasst! Was meinst Du, was alles hinter verschlossenen Türen läuft. Wieviel "angesehene" Männer bisexuell sind! Die respektirst Du auch, aus dem ganz einfachen Grund, weil Du es nicht weißt! Überdenke bitte Deine Einstellung, bevor Du die Beziehung zu Deinem Freund auf´s Spiel setzt! Wäre schade!

@Frederika:
1. Welches sind denn die "damit verbundenen Probleme"?
2. Ist es keine Stiftochter, sondern die Tochter des Freundes
3. Die Tochter ist 21 Jahre, sozusagen erwachsen! Kein Kleinkind, um das man sich kümmern muss.

w/46*
 
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  • #13
Tja, da sieht man mal wieder, wie oberflächlich wir hier in unserem Lande sind.
Lern doch erst einmal die Tochter als Mensch richtig kennen! Dann wird hoffentlich auch für dich ihre Homosexualität nebensächlich.
Hast du Kinder? Was wäre, wenn sie homosexuell würden? Wären sie dann andere Menschen? Würdest du dich für deine eigenen Kinder schämen, sie verstoßen?
Leben und leben lassen!!
 
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  • #14
Nun ich kann #4 nur zustimmen. Lerne damit umzugehen und Sie erst mal richtig kennen. Am Ende wirst du sehen, dass sich Menschen nicht ausschliesslich über die Sexualität definieren. Du doch sicher auch auch nicht. Es gibt so viel mehr zu entdecken, als dass Sie lesbisch ist. Auch würde ich nicht über die Beziehung zu deinem Freund nachdenken. Denn er kann es sich auch nicht aussuchen. Hören Sie nicht auf Andere oder all die Konservativen. Hören Sie auf ihr Herz. Viel Glück dafür.
 
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  • #15
Wie schwachsinnig sind denn diese tollen Ratschläge/Antworten?? Jeder soll sein Leben leben wie er will, solang er keinen anderen schaden! Und wer wen liebt ist ja wohl die persönliche Sache, da brauch kein Außenstehender rein reden oder sich dafür schämen. Echt armseelig solche Ansichten
 
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  • #16
Ich bin jetzt schon schockiert über einige Meinungen hier!!!
Sicherlich wäre ich erst einmal nicht besonders begeistert, wenn sich eines meiner Kinder zur Homosexualität bekennen würden. Jeder, der "Normalität" leben kann, hat es nämlich leichter im Leben. Aber wenn es so wäre, dann wäre es eben so. Für mich hat das Glück eines Menschen Priorität.
Was die Kinder meines Partner beträfe, würde ich das genau so sehen. Ich weiß auch nicht, welche persönlichen Probleme die Fragestellerin damit hat.
@Frederika: Rätst Du der Fragestellerin verdeckt oder auch nicht verdeckt, ihren Partner zu verlassen?

Claire, fassungslos
 
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  • #17
@Mod: Vielen Dank, daß mein nachhaltiges Eintreten für mehr Toleranz hier offensichtlich nicht gewünscht ist.

___________________________________________________________________
MODERATOR: Der Ton macht die Musik. Beiträge mit Schimpfwörtern und Vergleichen mit dem 3. Reich sind hier nicht gestattet. Drücke den gleichen Inhalt anständig aus und er wird selbstverständlich veröffentlicht. Beachte zudem die Richtlinien.
 
  • #18
@#15: Ich rate hier weder noch. Die Kennenlernphase ist genau dazu da, den Partner kennenzulernen und alle Aspekte bedenken zu können. Es wird sich ja wohl kaum um einen langfristigen Partner, sondern um einen ganz neuen Kontakt handeln. WENN es jemanden so sehr stört, dass die Tochter des Partners lesbisch ist, DANN muss man sich gegebenenfalls wirklich trennen. Das kann nur die Fragestellerin für sich beantworten.

Mich wundert ein wenig, wie sehr in diesem Forum Leute bereit sind, einen neuen Partner ohne weitere Worte zu verlassen, weil er eine Eckbank besitzt oder das Wohnzimmer altmodisch eingerichtet ist, aber eine lesbische Tochter muss einem egal sein. Ganz ehrlich, das ist Pharisäertum hoch drei. Bei nagelneuen Partnern geht es um Gefühle und Gefühlslagen. Wenn die plötzlich nicht mehr stimmen, sollte man die Konsequenzen ziehen. Bezüglich der Eckbank finde ich das krass und absolut albern. Bezüglich Homosexualität könnte ich es schon eher nachvollziehen, weil viele halt wirklich konservativ denken -- egal ob man das nun für gut hält oder nicht, jeder darf seine Ansichten haben.

@alle: Mich schockieren nicht die wenigen ehrlichen Antworten, mich schockiert eher, wie sehr die angeblich Toleranten hier andere Menschen verurteilen. Toleranz arbeitet entweder in beide Richtungen oder sie ist den Ausdruck nicht einmal wert. Fasst Euch an Eure eigene Nase. Tolerant seid Ihr auf alle Fälle nicht. Ganz im Gegenteil.
 
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  • #19
Zu #6 u. #7:
Was sind denn das für Einstellungen in der heutigen Zeit? Was macht ihr denn, wenn sich jemand aus eurem Freundeskreis, der Verwandtschaft oder eines eurer Kinder als homosexuell outen würde? Direkt den Kontakt abbrechen und aus der Familie verbannen?
Es gibt Menschen, die sich plötzlich als Erwachsene, nach Jahren, in denen sie nur heterosexuelle Beziehungen hatten, zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen. Das kann theoretisch jedem passieren. Dann betet schon mal, dass es euch nicht erwischt...
 
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  • #20
@#16 <> Ich bin sehr stolz darauf, daß ich extrem intolerant bin: Gegenüber Intoleranz.
Niemand darf wegen seiner sexuellen Orientierung verurteilt werden. Wenn es für ein OP ein Problem ist, dass die Frau lesbisch ist, dann ist das genau das: Das Problem der Fragestellerin. Natürlich darf sie sagen, dass ihr das nicht passt, dass es nicht in ihr Weltbild gehört, und sie darf das auch von mir aus auf 5 Meter hohen Plakaten kundtun. Wenn sie sich deswegen eine schöne Partnerschaft kaputtmacht, kann ich nur sagen: Selber schuld. Aber genauso darf ich sagen, dass ich es für intolerant, engstirnig und schlichtweg dumm halte, Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung zu disqualifizieren.
 
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Gast

  • #21
@16Jeder darf seine Ansichten haben - dem stimme ich zu. Aber einen Menschen aufgrund der Homosex. abzuurteilen, ohne sich die Mühe zu machen, den Menschen kennen zu lernen, ist menschenunwürdig. Ich weiß ja nicht, in welchem Zeitalter die Fragestellerin noch lebt - aber man sollte sie schleunigst wach rütteln.
 
  • #22
@#19: Ich habe auch nicht den Eindruck gewonnen, dass die Fragestellerin die lesbische Tochter des Partners als Menschen disqualifizieren würde. Ganz im Gegenteil, sie hat sich sehr neutral und gewählt ausgedrückt und betont, dass sie selbst das Problem hat. Insofern seid Ihr beide Euch geradezu einig. Offensichtlich ist der Fragestellerin auch bewusst, dass dies an ihrer konservativen Einstellung liegt. Genau auf die klare Position bezog sich auch meine erste Antwort: Wer so eine Einstellung, einen Glauben, eine Haltung hat, der DARF sie haben. WENN sie Probleme damit hat, dann muss sie schauen, ob sie damit leben kann oder ob es ihr Leben belastet.

Ich oute mich gerne diesbezüglich: Ich kann mir auf unseren Familienfeiern auch keine homosexuellen Paare vorstellen. Das gäbe aufgrund vieler Generationen und Ansichten einen Eklat. Probleme einfach zu ignorieren, ist keine Lösung. Dass familiäre Homosexualität belastend sein kann, sieht man schon an dieser hitzigen Diskussion. Nicht wie man fühlen SOLL, fühlt man. Gefühle kommen einfach. Das hat in erster Linie vielleicht mit einer intoleranten Erziehung zu tun, kann aber nicht einfach abgeschaltet werden.
 
G

Gast

  • #23
Ich finde es schon ÄUßERST bizarr, dass denjenigen, die der Fragestellerin auf ihre eigene Bitte um Meinungen hin raten, mehr Toleranz zu lernen und zu üben, der Intoleranz beschuldigt werden.
 
G

Gast

  • #24
bin ebenso schockiert und fassungslos wie #14 und #15 über die politisch inkorrekten antworten hier - war bisher immer der meinung zur elite gehört auch ein gewisses maß an liberalem denken und zumindest soviel intelligenz, antiquierte und intolerante haltungen bei sich selbst zu reflektieren. ich habe etliche schwule und lesben im kollegen- und sogar im freundeskreis, käme nie auf die idee, mich für ein homsex. familienmitglied zu schämen. mit dieser hier verbreiteten engstirnigkeit jedenfalls kommt die welt nicht weiter.

liebe fragestellerin, der versuch, dich zu überwinden, kann dich nur weiterbringen. und wenn es wirklich liebe ist und nicht nur ein halbherziges zugeständnis, weils eben gerade so passt, sollte euch die sexuelle ausrichtung der tochter nicht auseinanderbringen. lass dir den weg zu einem lieben und wunderbaren menschen, der dein partner hoffentlich ist, dadurch nicht verbauen.
 
A

anoki

  • #25
Solange sie nicht versucht, dich zu bekehren ... was ist daran störend?
"Das macht man nicht" ist ein wirklich schlechtes Argument...
 
  • #26
Eine sehr interessante Frage, zu der ich auch gerne meine Meinung abgebe.

Wenn du das Problem als so gravierend einstufst, dass es einer Beziehung zwischen dir und deinem Freund sehr stark im Wege steht, dann fände ich es nachvollziehbar, dass du die Beziehung beendest. Jeder Mensch entscheidet autonom über sein Glück und wenn du das Gefühl hast, in einer solchen Beziehung nicht glücklich werden zu können, dann halte sie nicht vor lauter politischer Korrektheit aufrecht.

Ein Beziehungsabbruch ist natürlich ein hoher Preis, den du bezahlen würdest. Daher würde mir an deiner Stelle zuvor zwei Fragen stellen: (1) Was genau stört dich wirklich? (2) Wirkt sich die Homosexualität der Tochter wirklich so nachteilig auf die Beziehung zwischen dir und deinem Freund aus?

Zu 1: Wenn sich bei dir alles zusammenzieht, wenn sie ihre Freundin beispielsweise küsst, dann könnte ich verstehen, dass du mit so einem Unbehagen nicht leben kannst. Bei mir zieht sich auch alles zusammen, wenn ich zwei Schwule beim Küssen zusehen muss. Wenn sich solche Gefühle bei dir allerdings nicht einstellen, dann wäre die Homosexualität der Tochter doch eigentlich gar nicht so schlimm, oder? Promiskuität ist bei Homosexuellen wesentlich verbreiteter als bei Heteros. Wenn die Tochter immer wieder mit neuen Partnerinnen aufkreuzt, kann ich mir vorstellen, dass das dein Verhältnis zu ihr zusätzlich belastet.

Zu 2: Die Tochter ist 21 und weiterhin sagst du, dass "wir" eher konservativ sind. Mit "wir" meinst du sicherlich den Vater und dich. Daraus schließe ich, dass auch der Vater kein so blendendes Verhältnis zu seiner Tochter hat. Vermutlich wohnt sie auch gar nicht mehr bei ihm. Von daher ist doch zu erwarten, dass es gar nicht zu so vielen Kontakten mit ihr kommen wird. Wenn sie sich auf den Kuhhandel einlässt, bei Besuchen alleine zu kommen, vielleicht werdet ihr dann doch noch miteinander warm. Vor allem, wenn sie ansonsten ein nettes Mädel ist.

Wenn ich in deiner Situation wäre, würde ich versuchen, mich an die Gegebenheiten zu gewöhnen und der Sache eine Chance geben. Die Beziehung würde ich nur dann beenden, wenn mir die Bedingungen zu schwer fallen.

Eines sollte auch noch gesagt werden: Von der Tochter kann man nicht verlangen, dass sie an ihrer homosexuellen Neigung irgendetwas ändert. Auch sie hat natürlich die volle Souveränität über ihr Leben.
 
  • #27
@#22: Es geht eher um Begriffe wie "schwachsinnig", "oberflächlich", "armselig". Meinungsvielfalt und Demokratie lebt nicht davon, eine Einheitsmeinung zu erzwingen ("Homosexualität ist normal / krank"), sondern beide Meinungen zu akzeptieren, auch wenn es schwer fällt. Das ist Toleranz.

Die Fragestellerin nehme ich deswegen in Schutz, weil sie gleuch gesagt und erkannt hat, dass SIE ein Problem hat. Sie hat ausdrücklich nicht die Homosexualität als Problem bezeichnet. Sie hat die Tochter nicht "abgeurteilt", nicht "disqualifiziert". Deswegen finde ich die Aufschreie hier eben durchaus als intolerant. Wer konservativ oder religiös erzogen wurde, empfindet eben vielleicht einfach so. Das kann er doch nicht auf Knopfdruck oder Zuruf abschalten.
 
V

Vicky

  • #28
Habe gerade die Antworten gelesen - war natürlich klar, daß diese Frage sehr kontrovers diskutiert wird.

Ich persönlich muß sagen, daß ich es nicht sonderlich sympathisch finde, wenn jemand ein solches Problem mit Lesben hat. ABER: Frederika hat insofern schon Recht, daß Toleranz nur in beide Richtungen funktionieren kann. Man kann von jemandem verlangen, daß er Lesben - auch wenn er deren Lebensweise nicht nachvollziehen kann - neutral und höflich behandelt. Denn das ist gelebte Toleranz. Aber genauso darf man diejenigen, die innerlich befremdet reagieren, nicht einfach so anfeinden. Da muß man eben auch mal tolerant sein. Und tolerieren heißt ja nicht, daß man selbst etwas genauso sieht oder für gut befindet, sondern, daß man dem anderen seine Meinung läßt und ihn nicht aufgrund der abweichenden Meinung anfeindet.

Interessant finde ich in diesen Homodiskussionen immer, daß Schwule vor allem bei Frauen insgesamt sehr gut wegkommen, Lesben hingegen nicht. Schwulen werden positive Eigenschaften wie gutes Aussehen, modischer Kleidungsstil, stilvolle Wohnungseinrichtung, interessanter Beruf, gutes Einkommen, Sensibilität usw. unterstellt. Bei Lesben hagelt es oft vor negativen Eigenschaften: Kampflesben, häßlich, hart, dominant, bekommen sowieso keinen Mann ab usw.

Ich frage mich manchmal, warum das so ist. Wahrscheinlich können und wollen sich viele hetero-Frauen einfach nicht vorstellen, lesbisch zu sein und einige lehnen es deshalb rundherum ab. Bei Schwulen betrifft es die Frau aber noch wenigert, weil die einen anderen Körper haben oder so. Denn andersherum ist das ja teils auch der Fall, daß Männern bei Schwulen die Haare zu Berge stehen, sie aber Lesben interessant finden. Wahrscheinlich schon deswegen, weil sie sich zwei Lesben beim Sex vorstellen und das anregend finden. Des weiteren scheinen einige Männer lesbischen Sex einfach nur "niedlich" zu finden. Habe auf jeden Fall schon einige Männer gehört, die vorgaben, nicht eifersüchtig zu sein, sollte sich ihre Freundin mal auf ne Frau für ein sexuelles Abenteuer einlassen. Wahrscheinlich nehmen sie lesbischen Sex gar nicht als "echten" Sex wahr und fassen ihn deshalb nicht als Bedrohung ihrer Beziehung auf...

Wie dem auch sei. Der Fragestellerin würde ich raten, die Tochter erst einmal kennenzulernen. Wenn man bisher niemanden kannte, der homosexuell ist, hat man vielleicht wirklich die krudesten Vorurteile im Kopf - vor allem, wenn man ansonsten sehr konservativ ist. Lern das Mädchen erst mal in Ruhe kennen und versuche, nicht dauernd daran zu denken, daß sie lesbisch ist. Denn bei anderen Menschen stellst Du Dir ja auch nicht dauernd vor, was die im Bett miteinander treiben. Außerdem ist die Tochter ja nun schon 21. Lebt sie noch im Haushalt Deines neuen Partners? Wenn ja, dann wird es wohl kaum mehr lange dauern, bis sie auszieht. Du würdest ihr dann ja gar nicht so oft über den Weg laufen.
 
  • #29
Vielen Dank ThomasHH und Vicky. Es tut gut, einfach mal wieder wohldurchdachte und inhaltsstarke Antworten zu lesen. Ich stimme Euch beiden in allen Punkten zu.
 
B

brave

  • #30
@ Frederika:
Toleranz heisst aber auch, seine althergebrachten Meinungen und Erfahrungen über Bord zu werfen und dem Anderen offen und unvoreingenommen entgegen zu treten. Das gilt auch für dich.
Insbesondere wenn man über das Thema nicht all zu viel weiss. Insofern haben die meisten hier wohl recht, wenn Sie der Fragestellerin dazu raten, erst mal Toleranz zu üben. Niemand hat gesagt, dass das leicht ist. Und Niemand hier hat die Fragestellerin verurteilt, weil Sie ein Problem damit hat.