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Gast

  • #1

Depression in der Kennenlernphase - gehen oder bleiben?

Ich habe vor einigen Monaten einen Mann kennengelernt. Am Anfang lief es wunderbar, er umwarb mich und plante einiges für die Zukunft und schien glücklich. Wir wollten ein gemeinsames Wochenende verbringen, doch er verschob es immer und immer wieder, zog sich zurück, weil er glaubte, dass seine Depressionen wiederkommen würden. Erst zeigte ich mich verständnisvoll, informierte mich über die Krankheit u. mich schreckte es nicht im geringsten ab. Wenn mich das Gefühl überkam, dass er vielleicht doch einfach das Interesse verloren hat, zog ich mich zurück - worauf er teilweise panisch reagiert, mich sofort anrief, wenn ich nicht antwortete etc. Als es ihm ein Wochenende besser ging, verbrachten wir das schon länger geplante WE, er übernahm alle Reisekosten und wir hatten 3 schöne Tage, auch wenn er ein wenig reservierter wirkte, als noch zu Anfang.
Ich dachte nun, dass es ihm tatsächlich wieder besser ging und verstand nicht, wieso er mich nicht nochmal sehen wollte. Wir streiteten uns und heute Mittag bekam ich einen ellenlangen Text von ihm: dass es ihm nach wie vor nicht besser geht und er sich auf sich konzentrieren muss und im Moment keine Beziehung eingehen kann. Er kann verstehen, dass ich nicht "bleibe", denn mehr außer telefonieren,schreiben u. unregelmäßigen gemeinsamen Wochenenden könnte er mir im Moment nicht bieten, da er eben Depressionen hat und zudem Angst hat nochmal jmd. zu verletzen, da seine letzte Beziehung u.a. wegen seiner Depressionen scheiterte. Er sagte mir, dass er mich sehr sehr lieb habe, mich toll und warmherzig,klug und hübsch etc. findet, aber noch nicht verliebt sei. Ich wäre ein wichtiger Teil seines Lebens aber er wisse nicht, ob als Freundin oder potenzielle Partnerin.

Was ist eure Meinung dazu - Kontakt halten oder beenden?
 
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  • #2
Abbrechen!
Der Mann möchte nicht, deutlicher geht's doch wohl gar nicht....
 
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Gast

  • #3
Liebe FS,

eine fast ähnliche Geschichte habe ich vergangenes Jahr erlebt. Ich denke, dass die Depressionen schon vorher da waren, ER nur in einer ruhigen Phase war. Mein "Mann" hat sich garantiert in mich verliebt, aber diese starken Gefühle haben ihn total durcheinander gebracht und seine Depressionen noch verstärkt. Dann ist angeblich seine Mutter auch noch krank geworden, er ist ein Einzelkind....

Ich habe mich von ihm verabschiedet und den Kontakt beendet. Es fiel mir nicht leicht, aber da ich früher selber Depressionen hatte und meinen Weg gegangen bin, wusste ich, dass ich ihm nicht helfen kann und darf. Ausserdem reicht meine Kraft nur für mich und eine Beziehung soll mir gut tun. Ein kranker Mensch kann mir nicht gut tun. ER muss also seinen weiteren Weg ohne mich gehen. Er hat sich prof. Hilfe geholt.

Er wollte sich wieder bei mir melden, wenn er mehr Energie und Lust hat. Ich denke, ich werde nie wieder was von ihm hören oder lesen. Übrigens ist mir die Geschichte schon mal passiert. Es laufen da draussen viele kranke Männer rum, oder sie nutzen Depressionen, um geschickt eine Bekanntschaft zu beenden, sich als Opfer darzustellen, oder mehr Zuwendung zu erhalten, oder sind tatsächlich krank.

w
 
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Gast

  • #4
Es ist nicht einfach, aber aus Mitleid würde ich wohl nicht bleiben. Überleg es Dir gut, ob Du so etwas jahrelang mit auf und ab und ungewissen Ausgang ertragen könntest. Und wenn e schreibt, dass er noch nicht mal wisse, ob er Dich überhaupt will, na ja ....

m/46
 
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  • #5
Liebe FS

Der Mann schleppt ordentliche Probleme mit sich rum und will sich auf sich selber konzentrieren.

Das heisst anstrengend wäre es sowieso. Und er will nicht dass ihm jemand "hilft".

Willst Du das?

Und neben all dem was schon ziemlich ein Grund ist die Reissleine zu ziehen, ist er nicht interessiert. Hm.

Fazit: Du lässt Dich warmhalten von einem der nicht wirklich interessiert ist und der ziemliche Probleme hat (und sollten diese Probleme nur vorgeschoben sein, wirft dies auch kein besseres Licht auf die Sache).

Er kann verstehen, dass Du nicht bleibst. Eine relativ direkte Ansage. Dass heisst, Du kannst gehen oder musst Dich mit dem Brotkrumen, den er Dir ab und an hinwirft zufrieden geben. Weil besser als nichts bist Du wohl, aber er will was besseres.

Gehen oder bleiben? Ich wüsste was ich tun würde. Und sollte meine Einschätzung stimmen (was ich wirklich nicht hoffe für Dich), hoffe ich mal wir haben die gleiche Meinung.

Und weshalb so böse direkt? Ich wurde mal mit vorgeschobenen Poblemen (labile Persönlichkeit, existenzielle Probleme bei der Arbeit blabla) warmgehalten. Ich wünschte ich hätt früher die Reissleine gezogen. Sowas wird i.d.R. nichts.
 
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  • #6
Vergiss es. Er weiß doch nicht einmal ob als Freundin oder Partnerin... daran alleine siehst Du doch, dass er sich nicht verliebt hat.
 
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  • #7
Du tust dem Mann und dir keinen Gefallen mit deinem dermaßen überhöhten Mitleid. Du bist nicht seine Mama, auch nicht seine Pflege, die sich um seine Gesundheit zu kümmern hat!
 
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Gast

  • #8
Mir ist im letzten Jahr etwas ähnliches passiert wie der FS und Schreiberin von Beitrag 2. Ich lernte einen Mann kennen, mit dem zunächst alles perfekt schien. Dann wurde er immer komischer, im Verhalten wechselhaft, gefühlsmäßig kälter, zog sich zurück, kam mit alltäglichen Dingen seines Lebens nicht mehr klar usw.

Irgendwann dann das Geständnis, dass er Depressionen habe, er wäre auch schon mal stationär in einer Klinik gewesen. Ich gehe davon aus, dass er durch die Beziehung zu mir diesen neuen Schub bekommen hat. Er wollte alles perfekt machen, setzte sich unter Druck, kam mit der neuen Lebenssituation nicht klar.

Zunächst wollte ich ihm helfen und beistehen, habe dann aber doch den Kontakt abgebrochen, weil es immer schlimmer wurde. In seiner Gefühlskälte sagte er mir hässliche, fiese Dinge, mit denen ich nicht klar kam. Mal hieß es, er liebe mich, dann wieder, er könne keine Beziehung führen, empfinde nichts für mich. Das war für mich sehr verletzend.

Als mir das Ausmaß der Krankheit klar wurde (er litt schon 20 Jahre unter Depressionen), wurde mir bewusst, dass ich nicht die Kraft habe, mich dauerhaft an einen chronisch kranken Menschen zu binden. Mir geht es alleine gut, warum soll ich mir eine Beziehung aufbürden, in der ich nur leide.

Ich würde dir, aus meiner Erfahrung heraus, dazu raten, den Kontakt abzubrechen. Du kannst ihm nicht helfen und wirst in der Beziehung nicht glücklich werden. Tu dir das nicht an.
 
  • #9
Ich kann diese Aussage mit Depressionen, Bindungsangst etc.. nicht mehr hören. Männer Haben auf einmal keine Depressionen oder Bindungsängste mehr bei der Richtigen.

Der Mann hat klar gesagt, dass er keine Beziehung möchte und dass er nicht in dich verliebt ist. Das ist doch deutlich, dass er dich nicht will.

Vergiss ihn!
 
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  • #10
Lies mal etwas zum Thema "Emotionaler Vampirismus".
w
 
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  • #11
Liebe FS

Vergiss ihn! Das hat keinen Wert, er ist ja nicht nur zurückhaltend, sondern sagt dir auch klar, dass er im Moment keine Beziehung eingehen kann. Das kann auch eine Lüge sein, aber das solltest du in jedem Fall respektieren. Wenn du mehr als Freundschaft willst, breche den Kontakt ab. Wenn du dir eine Freundschaft vorstellen kannst, bleib dran.
 
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  • #12
Liebe FS,

ich, W/39 habe die gleiche Geschichte hinter mir. Der Mann, den ich kennengelernt habe, hat mir versichert, er ist wieder gesund. Er war sehr lieb, aufmerksam, wollte meine Kinder kennenlernen, war sehr nervös über deren "Urteil", hat mir erzählt, ich könne ich noch biegen, wie ich möchte, der ist noch in der Sache Beziehung ausbaufähig. Ach ja, und ich soll mir kein Kopf machen, er würde mich nie verletzen. Es hat ca. 8 Wochen gedauert, dann zog er sich mehr und mehr zurück. Telefonate waren kürzer, sehen wollte er mich schon, aber er war ständig müde und vielleicht doch noch nicht so erholt von seinem Bornout. Dann meldete er sich gar nicht und ging auch nicht ans Telefon. Und ist von mir in dem warsten Sinne des Wortes weggelaufen. Ich wollte eine klare Aussprache, habe ihm lange Emails geschrieben, mein volles Verständnis für seine Gefühlslage ausgesprochen, bat ihn um ein einziges Treffen. Er hat mir alles versprochen, aber nie mehr angerufen oder ein Wort mit mir geredet. Wir sind in einem Fitnessstudio, da flieht er auch von mir, wenn er mich sieht, ganz schnell in die Umkleide und weg ist er.

Vergiss ihn. Er wird sich nie, nie ändern. Egal, ob er wirklich krank ist od Dir es vormacht. Wenn Du bleibst, wird er Dir immer wieder sagen, er hätte Dich gewarnt. Eine superschöneangenehme Einstellung, nicht wahr? Denk bitte an Deine innere Ruhe und Deine Gefühlslage. Ich weiss, es ist schwer. Aber Du sollst keine Zeit und Hoffnung daran verschwenden. Wenn er wirklich krank ist, kann er auch nichts dafür. Die können mit sowas nicht umgehen und die haben nicht mal schlechtes Gewissen. Die fühlen nix. Ausser, wenn denen besser geht und die suchen sich ein neues Versuchskaninchen.

LG,

w/39.
 
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  • #13
Ich würde Dir raten, zu gehen. Es kann(!) natürlich eine verpackte Lüge sein, um Dir indirekt zu sagen, dass er kein weiteres Interesse an Dir hat. Willst Du Dir das Ganze aufbürden oder aus Mitleid bleiben, um Dir ab und zu das Zuckerle zu holen, dass er Dir gelegentlich hinwirft? Weshalb solltest Du Dich in einer Beziehung begeben, die schon von Anfang an mit Problemen behaftet ist?

Ausserdem hat er Dir geschrieben, dass er noch nicht weiss, ob er Dich als Partnerin oder gute Freundin sehen will. Mir wäre der Ausgang zu ungewiss.

Wenn Du Dich nicht ganz unglücklich machen willst, zieh Dich komplett zurück und wünsche ihm alles Gute.

w
 
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Gast

  • #14
Ich glaube der hat gar keine Depressionen und hat die nur vorgeschoben um Eure Beziehung zu beenden. Letztendlich hat er Dir ja gesagt, dass er noch nicht verliebt sein.
Schau nach vorne und such Dir jemanden der mehr für Dich empfindet.
Alles Gute für Dich
 
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  • #15
An die FS.

Ich würde an deiner Stelle gehen. Ein guter Freund von mir hat ziemlich genau das gleiche wie du erlebt. Die Frau war in ihrem Zustand nicht Beziehungstauglich. Wenn man nicht an einem ausgeprägten Helfersyndrom leidet, bringt einem so eine Beziehung nichts. Er hat es leider erst nach zwei Monaten gemerkt.

Eine Beziehung sollte das eigene Leben bereichern und nicht erschweren. Zumindest bzw. gerade in der ersten Phase.
 
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