G

Gast

  • #1

Dauer der Verarbeitungsphase nach Treuebruch des Expartners

Wie lange dauert es im Schnitt bis sich jemand, der von seinem Partner betrogen wurde (und sich darauf trennte) wieder auf etwas Neues einlassen kann und will? Habt ihr Erfahrungen?
 
G

Gast

  • #2
Gibt keinen Zeitraum in dem Sinne. Manche stecken es weg und andere kommen den Rest ihres Lebens nicht mehr zurecht und können nicht verzeihen und nicht loslassen. Sicher ist es auch ein Unterschied ob man selber noch als Betrogene/r die Trennung in die Hand genommen hat oder dann auch noch schnell für einen neuen vor die Tür gesetzt wurde. Die gefürchteten Warmwechsler eben, die sich schon mal ins nächste Nest gesetzt haben.
 
G

Gast

  • #3
Wie lange dauert es im Schnitt bis sich jemand, der von seinem Partner betrogen wurde (und sich darauf trennte) wieder auf etwas Neues einlassen kann und will? Habt ihr Erfahrungen?

Das ist ganz unterschiedlich - das kann man nicht verallgemeinern. Meine Frau hatte in unserer Ehe ungefähr 8-10 Affären. Habe Schwierigkeiten, die alle aufzuzählen. Ich kam damit trotzdem emotional ganz gut zurecht. Ich hatte genau eine Affäre. Die hat sie mir nie verziehen und sie mir immer wieder vorgeworfen. So verrückt es klingt: Diese eine Affäre war dann auch die Ursache unserer Trennung. Sie wechselte warm zu ihrem Lover. Und ich hatte nach wenigen Monaten auch eine neue Partnerin.

Du siehst, Menschen gehen damit sehr unterschiedlich um. Nicht unwichtig ist dabei sicherlich, inwieweit der Betroffene ein gesundes Selbstwertgefühl hat.

M 49
 
G

Gast

  • #4
Hallo lieber FS,

würdest Du den Hintergrund Deiner Frage bitte etwas genauer schildern? Selbst betroffen oder jemand kennengelernt, der betrogen wurde?

Um Deine Frage zu beantworten:

ich selbst, w, 33, bin über einen Zeitraum von 1,5 Jahren betrogen worden und habe die Beziehung beendet, als es rauskam. Für mich brach eine Welt zusammen, den ich hatte diesen Menschen geliebt und ihm komplpett vertraut. So habe ich mindestens 1 Jahre gebraucht, um alles halbwegs zu verarbeiten und langsam wieder jemanden an mich heran zu lassen.

Mein neuer Partner ist, wie ich meine (man bemerke diesen Satz!) absolut integer und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich immer mal wieder mißtrauisch werde und hinterfrage, ob er immer da ist, wo er mir sagt, dass er ist. Das war vor diesem Vorfall nie so, sonst hätte ich es vermutlich auch schon viel früher bemerkt. Positiv ist, dass ich merke, dass mit der Dauer der neuen Beziehung auch mein Vertrauen wächst und je öfter ich Sicherheit gewinne, dass er mir die Wahrheit erzählt, wo er ist, ich auch wieder innerlich ruhiger und sicherer werde, das alles gut ist. Am Anfang war es eine Katastrophe und ich habe hinter allem etwas vermutet, habe ihm das aber nie gesagt. Aber er hat es wohl gefühlt. Im Nachhinein tut mir das richtig leid, andererseits weiß er auch von meiner Vergangenheit und ich hab da natürlich auch viel mehr Zuwendung gebraucht als normal. Und die hat er mir gegeben. Dadurch sind wir ein Stück weit zusammen gewachsen. Vielleicht kannst Du dieses Gefühl Deinem neuen Partner/in auch geben?

Alles Gute!!
 
G

Gast

  • #5
Liebe FS,

ich knabbere seit 2009 dran herum. Kann mich nicht mehr einlassen, fallen lassen, einfach mal vertrauen dass er es so meint wie er sagt und nicht irgendwas anderes hinter den Kulissen läuft wovon ich Naivling nichts ahne. Habe keine hoffnungslosen Kurzaffären und null ONS Erfahrung.

Ich habe nur eine Fernbeziehung mit einem lieben Mann zustande gebracht. Ich wollte üben jemandem zu vertrauen den ich nicht täglich sehen kann. Mich nervt meine innere Angst selbst. Gebraucht wäre hier ein Partner der einfach stur immer verlässlich und treu ist, dann legt sich diese Hysterie wohl irgendwann. In einer FB ist das mit den beruhigenden Signalen etwas kompliziert.
 
G

Gast

  • #6
Ein echter Treuebruch ist definitiv schneller verarbeitet als ein eingebildeter.
 
G

Gast

  • #7
Mir geht es wie #4, getrennt seit 2008 und ich habe noch nicht mal eine Fernbeziehung zustande gebracht. Ich kann nicht mehr darauf vertrauen, dass ein Mann sich anders verhält als mein Ex.

Ich war über 20 Jahre verheiratet. Mein Exmann hat mich bereits vor der Hochzeit betrogen. Ich habe es allerdings erst erfahren, als ich bereits verheiratet war. Ich hätte ihn nicht geheiratet, wenn ich es vorher gewusst hätte. In der Folge hatte er immer wieder kurzfristige Affären, es waren wohl auch ein paar Bordellbesuche dabei. Ich stand dem ratlos gegenüber, auch passiv - Drama ist nicht mein Ding. Ich verlangte nur, dass er sich zwischen mir und der anderen entscheidet. Wir haten große wirtschaftliche Probleme, er hätte Schulden gemacht und ich stand zu ihm, war mehr mit dieser Problematik befasst, als mit meiner eigenen.
2006 brach ich dann zusammen, hatte einen Burnout, mit nachfolgender Depression und Angststoerung. Es folgten 2 Klinikaufenthalte und die Aufnahme einer Therapie. Da verstand ich dann endlich, dass sein Fremdgehen unglaubliche Existenzaengste in mir auslöste. 2008 trennte ich mich. Jetzt bin ich zwar nicht glücklich, aber ich habe eine beständige Lebenssituation, keine existentiellen Aengste, keine wirtschaftlichen Probleme und das ist sehr viel an neuer Lebensqualität.

Gedanken an seinen unhygienisch-promisken Lebensstil loesen immer noch massiven Ekel bei mir aus. Ich habe mich damit abgefunden, dass es so bleibt. Wenigstens habe ich einen guten Job und kann mir jeden Lebenskomfort leisten, den ich möchte.

Es war kein eingebildeter Treuebruch, denn er hat es immer zugegeben. Insoweit frage ich mich, woher #5 seine Erkenntnis hat.
 
Top