• #1

Dating mit Depression, Burnout & Co.

Depressionen gelten mittlerweile als Volksleiden und karrierebewusste Menschen sind immer häufiger mit Burnout konfrontiert. Aber auch Zwangsstörungen oder schwerwiegendere psychische Störungen sind ein Teil der Gesellschaft.

Frage an Betroffene: Nutzen Sie die Online-Partnersuche? Wie offen gehen Sie mit Ihrem psychischen Handicap um? Wann ist der richtige Zeitpunkt, den anderen über die eigene Krankheit zu informieren?

Frage an Singles ohne psychisches Leiden: Wie offen sind Sie für ein Date mit einem Betroffenen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wie sind Ihre Erwartungen an denjenigen, mit seiner Krankheit umzugehen?

Vielen Dank für Ihre Antworten!
 
G

Gast

  • #2
Wer schon mal einen richtigen Burnout hatte oder eine Depression weiß dass das Letzte an was man in so einem Moment denkt "Dating" ist. In so einer Phase wirkt man für das andere Geschlecht fast unsichtbar und möchte eigentlich auch seine Ruhe. Weil man da nicht das Außen sucht.

Bei einer Zwangsstörung ist das sicherlich was anderes. Allerdings glaube ich nicht, dass die meisten dies bereits beim ersten Date rauslassen würden. Ich habe so einen Mann mal kennengelernt, bereits beim 3. Date war mir klar so ganz normal ist sein Verhalten nicht.

Ich denke es kommt immer auf die Hintergründe an, ein Burnout oder eine Depression kann ein vorübergehender Zustand sein. Eine Zwangsstörung, wie Kontroll- oder Waschzwang, kann eine Beziehung auf Dauer sehr belasten. Schizophrenie oder Borderline sind sicherlich keine einfachen Erkrankungen, die beeinträchtigen in einer Beziehung schon sehr.

Wenn ich so einen Menschen treffe gehe ich davon aus dass er in therapeutischer Behandlung ist und an dem Problem arbeitet. Wenn nicht würde ich sicherlich, wenn es sehr beeinträchtigend ist für die Beziehung, Abstand nehmen.

Man kann das wirklich nicht pauschal sagen wie man damit umgehen würde. Kommt auf das Problem und den Menschen an. Auf alle Fälle werden Menschen mit einem psychischen Leiden nicht von vorneherein von mir stigmatisiert oder ausgegrenzt bei der Partnersuche. Nur weil jemand mal ein Burnout hatte und vielleicht noch Antidepressiva nimmt hat er ja nicht gleich einen an der Klatsche.


w45
 
G

Gast

  • #3
Ich wäre überhaupt nicht offen für ein Date oder gar mehr mit einem Menschen, der an einer schweren psychischen Erkrankung leidet; da würden bei mir alle Alarmglocken schrillen. Ich war selber jahrelang psychisch erkrankt und bin der Meinung, der-/diejenige sollte sich erst einmal um seine Genesung kümmern und dann auf Partnersuche gehen. Ich glaube nicht, dass jemand, der an schweren Depressionen o.a. erkrankt ist, ernsthaft offen für eine gleichberechtigte Partnerschaft sein kann, weil er viel zu sehr mit sich selbst und seiner Erkrankung beschäftigt ist.
 
G

Gast

  • #4
Ich (w, Mitte 20) leide unter Bindungsängsten, kann mein Verhalten aber gut reflektieren und versuche keine leeren Hoffnungen zu machen und dann das altbekannte Nähe-Distanz-Spielchen zu spielen. Ich weiß inzwischen dass diese Ängste aus verdrängten frühkindlichen Erfahrungen entstanden sind. Daraus resultieren auch depressive Phasen.

Früher habe ich das selbst nicht wahrgenommen und auch meinen Partnern nicht mitgeteilt. Inzwischen gehe ich sehr offen damit um, allerdings muss dafür die richtige Basis da sein, ich erzähle das also niemals bei den ersten paar Dates oder bevor es eindeutig auf eine Beziehung zugeht. Erst wenn mein Gegenüber mich gut genug kennt um zu wissen, dass ich mein Leben trotzdem im Griff habe und nicht völlig neben der Spur bin, rede ich auch darüber. Alles andere überfordert den Partner.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass man auch bereit sein muss seine Fehler bei sich zu suchen, die meisten werfen nämlich den Partnern vor, sie hätten zu wenig Verständnis. Man sollte die eigenen Probleme mit Humor nehmen und nicht die Mitleidsschiene fahren, denn dann sind die meisten Männer sofort weg.
Und obwohl ich selbst etwas "psychisch angeknackst" bin, will ich niemanden als Partner, der genau so ist, bzw. mein Verständnis einfordert ohne an sich zu arbeiten oder mitleidig wirken zu wollen. Habe ich schon erlebt und es ging nicht gut aus.
 
G

Gast

  • #5
Ich litt viele Jahre an sehr schwerer Depression. Um genau zu sein, fing das mit 23 an, und endete erst mit 29-31. In dieser Zeit hatte ich natürlich keinen festen Partner. Ich wollte alleine sein und Verehrer haben mich genervt. Zwischen 29 und 31 waren es dann nur noch Zwangsgedanken. Zähle aber auch zu den Risikogruppen. Wenn ich wollte, konnte ich das alles sehr gut vertuschen, so dass keiner etwas davon mitbekam. Habe ja mittlerweile auch Mittel und Wege, wie ich es vermeiden kann, wieder in solche tiefe Spiralen zu sinken.

Mir hat man lebtags immer gesagt, ich wäre "so ein fröhlicher Mensch". Man sieht also, die Menschen haben wenig Feingefühl und keine Antennen für so etwas. Also wissen nur die Menschen, die mir besonders nahe stehen von meinen wahren Problemen und wie es mir geht. Mit den normalen Menschen kann man auch wenig über so etwas reden. Man erntet Unverständnis oder wird nicht ernst genommen oder es fallen lustige Sprüche. Sogesehen sind diese oberflächlichen Leute keine Hilfe und keine guten Zuhörer.

Potentielle Beziehungskanditaten binde ich so etwas natürlich nicht auf die Nase und ich glaube kaum, dass es Menschen gibt, die das tun. Menschen die das tun, die möchten viel mehr alleine gelassen werden. Es ist eher ein höflicher Wink wie: "geh weh, du störst". Ich habe das früher öfters gesagt, dass ich Depressionen habe, in der Hoffnung ich werde nicht genervt. Manche bekommen da aber ein unglaubliches Samaritersyndrom. Das ist gar nicht mehr auszuhalten.

Depressionen haben ja einen Grund. Und es ist oftmals eine persönliche Krankheit, wo die Menschen sich nicht helfen lassen möchten. Ein Außenstehender sollte da also nicht auf Biegen und Brechen was versuchen und den "Patienten" mit Kletterei nerven.

Während meiner Krankheit habe ich Singlebörsen 2-3 mal für paar Wochen besucht. Die Leute waren mir aber zu stressig und hyperaktiv/oberflächlich (lustig, hibbelig, laut, wild). Das ist für einen depressiven Menschen mit enormen Stress verbunden. Stress bedeutet dabei = sofort ausgelaugt sein und schlafen legen müssen für Tage. Das ist eben Depression.
 
G

Gast

  • #6
Ich hatte eine Zeit mit sehr hoher Arbeitsbelastung und Stress, in der es mir auch aufgrund Zeitmangel nicht gut ging.

In dieser Zeit hatte ich keinen "Nerv" für einen Partner und hätte einen solchen nie gerecht werden können, erst recht nicht hätte ich mich selbst einem Mann zumuten wollen. Überarbeitet, gereizt und unzufrieden sind Eigenschaften, die nicht gut sind, um sich für einen anderen Menschen zu öffnen.

Mittlerweile bin ich wieder auf dem Damm und in einer Partnerschaft.

Ich würde keinen Menschen mit Depressionen etc. daten, da es mich selbst zu sehr herunterziehen würde, und ich jemanden brauche, der mit beiden Beinen fest im Leben ist, mit optimistischer Lebenseinstellung und Zuversicht in die Zukunft. Alles andere belastet mich selbst zu stark und ich kann und will niemanden mittragen, der mit sich selbst nicht im Allgemeinen im Reinen ist.

Stressige Phasen im Job oder Privat sind etwas anderes, denn ein Ende dieser ist absehbar bzw. lässt sich langfristig auch etwas dagegen tun.

w, 41
 
G

Gast

  • #7
Ich glaube nicht, dass man willens und in der Lage ist, mit einem Burnout oder einer mittleren bis schweren Depression ernsthaft auf Partnersuche zu gehen. Da hat man vermutlich andere Probleme. Auf der anderen Seite trifft man tatsächlich im mittleren Alter recht viele Leute, die schon "ein paar Beulen an der Seele" haben. Ich halte mich da so gut es geht zurück, wenn ich bestimmte Verhaltensmuster beim Gegenüber finde. Dennoch mag es von Einzelfall abhängen, wie man als Betroffener mit der eigenen Erkrankung umzugehen weiß. Manches mögen Medikamente regeln, manches ist vermutlich von Hoch- und Tiefphasen begleitet. Aber in einer aktuen Situation ist der Betroffene meiner Meinung nach nicht in der Lage, auf andere zuzugehen.
 
G

Gast

  • #8
Interessant, die Antworten bisher. Ich gehöre auch zu der "Betroffenenfraktion" und habe gerade vor zwei Wochen geheiratet, trotz generalisierter Angst- und Zwangsstörung, verbunden mit depressiven Episoden. Meine zwei Beziehungen davor sind deswegen in die Brüche gegangen. Im Nachhinein das Beste, was mir passieren konnte.
Man darf auf alle Fälle den Fehler nicht machen und alles, was irgendwie mit der Psyche und/oder dem Geist zu tun hat, in den gleichen Topf werfen, von daher finde ich den Titel sehr ungünstig gewählt. Meinem Mann habe ich gleich zu Anfang die Fakten auf den Tisch gelegt, nicht um ihn zu verschrecken, wie eine Vorposterin meinte, sondern um Klarheit zu schaffen. Das Schlimmste, was man tun kann, ist, seine Krankheit verstecken zu wollen. Dieses krampfhafte "Normal-sein-Wollen" zerrt zusätzlich an den Nerven und verleitet zum Lügen, zu Ausflüchten usw. Wichtig bei der Partnersuche als "Kranker" ist meines Erachtens eine schon länger dauernde Stabilität, dazu zähle ich auch die Mithilfe von Medikamenten, eine gute Kenntnis der eigenen Situation, die Fähigkeit und Bereitschaft, sich selber zu helfen oder Hilfe zu suchen und vor allem Authentizität, von Anfang an.

w, 45
 
  • #9
Bisher bin ich, trotz nicht unbedingt leichter Kindheit, von diesen psychischen Einschränkungen verschont geblieben. Dazu gehörte aber auch eine menge Aufarbeitungsarbeit, mit offenem Umgang und Neugier auf verschiedene Möglichkeiten deren Vordergrund immer das Wahrnehmen meines eigenen Gefühls, was mir gut tut. Da ich nach meiner Scheidung beruflich nicht mehr so viel Zeit hatte im RL mich nach einem Partner umzusehen suchte ich auf PB mit wirklich unterschiedlichen Erfahrungen. 2 längere Kontakte stellten sich nach erst spät als psychisch sehr eingeschränkt heraus, beides sehr schweigsame Männer und eher verharmlosend bewusst über ihr Handicap . Mich hat es viel Zeit und Energie gekostet die Putzzelteile zusammen zu fügen und ich wäre auch bereit gewesen ihm Zeit zu lassen selbst daran zu arbeiten, nur bin ich nicht die Retterfrau, ich musste mich erst einmal selbst retten, eine beobachtende abwartende Haltung einnehmen . Beide Kontakte waren nicht an dem Punkt sich Hilfe außerhalb zu holen, eher sich schnell eine "Neue" zu suchen und ich muss gestehen, für mich kommt das seither auch nicht mehr in Frage, nichts gegen ein überstandenes Burnout, kann jedem passieren, nur sollte ich mein Leben erst klären ausgeglichen mit mir selbst, möglichst reflektiert sein, bevor ich das "Tüpfelchen" auf dem I ;-)) suche. Liebe bedeutet Verbundenheit, besonders mit sich selbst.
 
G

Gast

  • #10
Ich glaube nicht, dass jemand, der an schweren Depressionen o.a. erkrankt ist, ernsthaft offen für eine gleichberechtigte Partnerschaft sein kann, weil er viel zu sehr mit sich selbst und seiner Erkrankung beschäftigt ist.

Soche Menschen sind ungewollte Egozentriker und Energievampire, die Energie von gesunden Menschen abziehen wollen, damit es ihnen besser geht. Habe einige Männer, die so drauf waren, kennengelernt, einige haben ihre Probleme versucht zu verschleiern, andere haben offen ihre Medikamente rumliegen lassen und haben dann Auskunft erteilt.

Als ich dann das Kennenlernen beendete und auch die Gründe darauf hin angab, waren diese Männer sehr sauer und haben unverständlich reagiert.

Auch die Argumentation, dass jemand mit psychischen Problemen keine Beziehung auf Augenhöhe pflegen kann, weil jemand nur mit sich selbst beschäftigt ist und den Anderen kaum sehen kann, wurde negiert, obwohl das Verhalten die ganze Zeit schon gezeigt wurde. 80% dieser Männer waren übrigens Einzelkinder.

w
 
G

Gast

  • #11
ich denk, es gibt zwei Gruppen von Menschen:

- die einen hatten nie ein Problem im Leben nie gelitten ... Wer z. B. ein gutes Uni - Examen und ein gutes 2. Staatsexamen hat, wird Richter. Nach ein paar Jahren weiß man, wie es läuft. Irgendwann findet man eine/n Partner/in und hat Kinder; eventuell baut man sich ein Haus und tritt einer politischen Partei bei. Egal wie man dem Grunde nach entscheidet, man bekommt immer sein Gehalt; die Versuchung ist groß, so zu entscheiden, daß man am wenigsten arbeiten muß

- die andern hatten Selbstmordgedanken, burn out etc. Jemand der das selber durchlebt hat, wird sensibler und schaut nicht weg, wenn er andere sieht, denen es ebenfalls schlecht geht.

Das Problem ist doch unsere Bestell - Gesellschaft:

- Wenn ein Bild nicht paßt, klickt man weiter

- Wenn eine Frau z. B. etwas hinkt wegen eines autounfalls ist das ein no go bei der Partnersuche

- Wenn jemand sagt "ich hab Lebenskrise" oder "ich leide unter der Trennung vom Ex" dann ist es ebenfalls ein KO Kriterium

Das fällt in den Bereich der 1. Gruppe. Jemand, der selber mal gelitten hat, sieht es anders; ich hab mich jedenfalls schon mit Leuten getroffen, denen es schlecht ging - und dabei das Ziel definiert "Tanke Stärke".
 
G

Gast

  • #12
Hallo, einen Burnout hatte ich bis lang noch nicht. Laut meiner Therapeutin bin ich aber kurz davor. Depressionen habe ich, ja. Ich genieße gerne Treffen mit tollen Männern in schweren Zeiten. Das tut mir gut und es gefällt mir in der Momentaufnahme. Ist das Date aber nicht gut verlaufen oder ich hatte einen Dauernörgler erwischt, geht es mir danach manchmal schlecht. Dann muss ich mich wieder ein paar Tage aufraffen, bevor ich wieder in der Lage bin, mich mit jmd. vorbehaltslos zu treffen. Dass ich Depressionen habe würde ich in der Datephase niemals sagen. Auch nicht, dass ich in Psychotherapie bin. Dazu braucht man Vertrauen. Das würde ich erst sagen, wenn sich eine ernsthafte Beziehung anbahnt, das dauert i. d. R. mehrere Wochen.

Ich finde aber, wenn man eine schwere psychische Erkrankung hat, sollte man das doch früher ansprechen. Ich rede hier von Suchterkrankungen, Manie, Zwangsstörungen etc.

w/28
 
G

Gast

  • #13
Ich finde Phasen in psychischem Ausnahmezustand nicht geeignet um auf Partnersuche zu gehen.
Als Nicht-Betroffene verspüre ich keinen großen Drang mich auf einen psychisch kranken Partner einzulassen, insbesondere nicht, wenn das chronisch ist. Wenn es etwas vorrübergehendes ist, könnte ich mir vorstellen, zu warten, wenn mich der Mensch interessiert.

w
 
G

Gast

  • #14
Ich war selbst betroffen. (w49)
Vor ca. drei jahren bin ich mit einer Major Depression als Notfall für mehrere Monate in die Klinik gekommen.
In der Zeit davor habe ich sehr wohl gedatet - ich war mir meiner Krankheit nicht bewusst.
Dementsprechend schlimm waren die Beziehungsversuche für alle Beteiligten.
Interessant finde ich (für mich), dass ich in dieser Zeit nur Hardcoresex mochte - BDSM etc.
Ich glaube ich brauchte das, um mich überhaupt irgendwie zu spüren.

Seit 1 1/2 jahren bin ich wieder gesund. Medikamentenfrei und ausgerüstet mit einigen guten Techniken, um mich besser wahr zu nehmen. Abwehrstragtegien falls es mir mal wieder schlechter gehen sollte.

Ich kann gut damit umgehen, wenn es jemandem schlecht geht - habe vielmehr Empathie als vorher.
Dennoch: ich möchte keinen Partner mit psychischer Erkrankung. Weil ich weiß wie belastend das sein kann, und ich weiß nicht, ob ich dazu stark genug wäre.
 
G

Gast

  • #15
Liebe Frau Warnecke,
Ihre Annahmen zum Burnout sind inhaltlich im wesentlichen falsch. Nicht karrierebewusste/erfolgreiche Menschen sind immer mehr von Burnout betroffen. Diese haben das hinter sich und verstanden, dass sie was in Sachen gesunderhaltendes Selbstmanagement tun müssen. Das machen sie auch, weil sie mittlerweile wissen, was sie verlieren koennen.

Lesen Sie mal die aktuellen Gesundheitsreports der Krankenkassen, welche die echten Zahlen kennen. Burnout haben zunehmend Geringqualifizierte und Menschen mit unsicherer Zukunftsperspektive, in prekären Lebensverhältnissen, also eher Arbeitslose, Studenten von Exotenfaechern, Hausfrauen in unglücklichen Ehen, Alleinerziehende usw., denen es an Selbstmanagementkompetenzen mangelt.
Das sind wiederum Menschen, die auf dem Partnermarkt nicht so stark nachgefragt sind und die daher durch Onlinedating eher belastet und frustriert werden, als positive Erlebnisse damit haben. Beruflich bedingt kenne ich Menschen, die jahrelang im Burnout und dessen Folgen kreisten und definitiv nicht in der Lage waren, Onlinedating zu betreiben.

Was Sie als Burnout bezeichnen bezieht sich wohl eher auf Boreout - fertig durch Unterforderung. Dann hat man reichlich Ressourcen für Onlinedating, gibt durch den Frust, den man mitschleift aber auch keinen angenehmen Datingpartner ab. Daher ebenfalls geringe Erfolgsaussichten bei der Partnersuche.

Depression nicht als Stimmungstief oder normale Trauer ist ein Krankheitsbild, welches kaum erfolgreiches Dating zulässt, weil die Stimmungsschwankungen und Erschöpfung zu Unzuverlässigkeit führen, für andere nicht nachvollziehbar sind und jeden anderen auf Partnersuche frustrieren. Weder für den Erkrankten selber noch für denjenigen, der ihm begegnet, werden sich daraus positive Erlebnisse ergeben.

Zwangsstoerungen oder andere schwere psychische Erkrankungen sind Krankheitsbilder oder Diagnosen und insofern kein Teil der Gesellschaft. Erkrankte Menschen sind Teil der Gesellschaft, denn der Mensch besteht aus mehr als aus seiner Diagnose. Genau diese Reduzierung auf die Diagnose erschwert psychisch erkrankten Menschen die Rueckkehr in die Mitte der Gesellschaft.
Früher haben Psychotherapeuten ihren Patienten oft Onlinedating empfohlen, um wieder in Kontakt zu kommen. Wegen des mittlerweile sehr rauen Kommunikationsklimas, sowie Ausmaß von Fremdgaengern, Affärenbruchpiloten, ONS-Suchern auf den Plattformen macht das keiner mehr, der ein wenig Berufsethos hat. Wer krank ist, sollte alles dafür tun, dass er wieder gesund wird und möglichst nichts was ihm schadet und die ersten Therapieerfolge wieder unterminiert.
w
 
G

Gast

  • #16
Was Gast 10 schreibt, ist mir einfach zu schwarz-weiß gedacht und greift viel zu kurz. Man kann nicht einfach alles in den Topf werfen, um dann am Ende festzustellen, dass es nur zwei Sorten Menschen gibt. Die einen, denen es schlecht geht (und immer gehen wird) und die anderen, die sich bequem auf der Sonnenseite einrichten. So simpel ist das Leben eben nicht - ich kenne genug Menschen, die trotz "Stärke" ihre Krisen durchleben mußten und dennoch nicht gescheitert sind, dabei aber gut wissen, wie es aussieht, wenn´s mal nicht so läuft. Und auf der anderen Seite ist mir die Sicht zu düster: Man kann ja eh nichts machen, das lese ich daraus. Das ist mir viel zu passiv, dagegen bin ich vehement. Man kann was tun, trotz Schicksalsschlägen und schwerer Jugend, die immer wieder gerne als Auslöser für alles Mögliche angeführt wird. Gast 13 beschreibt was Interessantes: BDSM in Phasen von Depressionen, nur, um sich überhaupt noch zu süren. Da mag was dran sein. Dem dortigen Schlußsatz mag ich mich anschließen, als Gesunder hatte ich mal eine kurze Beziehung mit einer Erkrankten und im Nachhinein weiß ich, dass dass extrem belastend war. Man gerät da an Grenzen.
 
G

Gast

  • #17
Ich war selbst betroffen. (w49)
Vor ca. drei jahren bin ich mit einer Major Depression als Notfall für mehrere Monate in die Klinik gekommen.
In der Zeit davor habe ich sehr wohl gedatet - ich war mir meiner Krankheit nicht bewusst.
Dementsprechend schlimm waren die Beziehungsversuche für alle Beteiligten.
Interessant finde ich (für mich), dass ich in dieser Zeit nur Hardcoresex mochte - BDSM etc.
Ich glaube ich brauchte das, um mich überhaupt irgendwie zu spüren.

Seit 1 1/2 jahren bin ich wieder gesund. Medikamentenfrei und ausgerüstet mit einigen guten Techniken, um mich besser wahr zu nehmen. Abwehrstragtegien falls es mir mal wieder schlechter gehen sollte.

Ich kann gut damit umgehen, wenn es jemandem schlecht geht - habe vielmehr Empathie als vorher.
Dennoch: ich möchte keinen Partner mit psychischer Erkrankung. Weil ich weiß wie belastend das sein kann, und ich weiß nicht, ob ich dazu stark genug wäre.

Ich finde das eine sehr ehrliche Antwort!
Auch ich, w, Mittvierzigerin, trage schon seit Jahrzehnten eine depressive Erkrankung mit mir herum, mal stärker, mal schwächer; momentan bin ich gerade in Therapie. Ich konnte mein Leben immer gut bewältigen, auch jetzt, aber ich brauche meine Rückzugsorte und -zeiten.

Auch ich wollte in den depressiven Phasen nur Hardcore-Sex ... ja, ich konnte mich anders nicht spüren und wollte die Verantwortung für meinen Körper abgeben.

Mittlerweile habe ich gelernt, nicht gleich und nur zu Personen, die mich schon wirklich näher kennen, über meine Erkrankung zu sprechen. In meinem Freundeskreis ist es kein großartiges Thema mehr und ich fühle mich gut aufgehoben und verstanden.

Bei einer neuen Beziehung würde ich es langsam angehen lassen und natürlich, man muss es dann schon thematisieren.

Ich habe durch meine Erkrankung bemerkt, dass sehr, sehr viele Menschen psychische Probleme haben - auch wenn sie nicht in Behandlung sind, wären sie eigentlich ein Fall für den Arzt.

Deshalb sehe ich das auch offener und hätte kein Problem, mit einem Menschen eine Beziehung einzugehen. Es käme natürlich auch auf die Art der Störung an.
 
G

Gast

  • #18
Bis vor kurzem hätte,ich noch geantwortet, dass ich kein Interesse gehabt hätte, jemanden mit einer Depression oder Ähnlichem zu daten.
Mittlerweile habe ich eine Frau kennengelernt, die mir auch recht schnell, noch vor unserem ersten Treffen, sagte dass sie unter Depressionen leidet, aber Medikamentös eingestellt ist. Ich habe diese Frau kennengelernt und ich habe keine Unterschiede zu anderen Menschen festgestellt. Im Gegenteil, diese Frau hat 2 Kinder machte eine Reha, direkt danach stand ein Umzug an, musste sich um eine Umschulung kümmern und trennte sich gerade von ihrem Mann. Vor dieser Frau kann ich nur meinen Hut ziehen. Ich glaube, das alles hätten viele andere nicht alles auf einmal hinbekommen.
Aber wie gesagt, sie war Medikamentös gut eingestellt. Wie sie ist, wenn sie ihre Medikamente nicht nehmen würde, kann ich allerdings nicht sagen.
Mit dieser Erfahrung würde ich heute solche Menschen nicht mehr von vornherein ablehnen, sonder erst einmal kennenlernen.
M,47
 
G

Gast

  • #19
- Wenn ein Bild nicht paßt, klickt man weiter

- Wenn eine Frau z. B. etwas hinkt wegen eines autounfalls ist das ein no go bei der Partnersuche

- Wenn jemand sagt "ich hab Lebenskrise" oder "ich leide unter der Trennung vom Ex" dann ist es ebenfalls ein KO Kriterium

Kommt drauf an. Punkt 1 klicke ich durchaus weg. Ich kann ja nichts dafür, wenn ich einen Menschen sexuell nicht anziehend genug empfinde. Wäre auch unfair, mit so jemanden eine Beziehung zu starten oder ihn als platonischen Kumpel hinzuhalten.

Punkt 2 finde ich ok. Ich lehne niemanden aufgrund seiner Behinderung oder psychischen Krankheit ab. Finde solche Menschen auch nicht unattraktiver. Wenn es passt, dann passt es eben. Mein erster Freund hinkte ebenfalls, weil ihm jemand über seinen Knöchel gefahren ist. Mein anderer Freund war fast blind. Und mal ehrlich, wir haben alle irgendwo unseren geistigen Knacks. Ich finde solche Menschen auch sehr vielschichtig und spannend und sei haben in der Regel viel zu erzählen oder besonders viel Tiefgang oder großartige Talente.

Punkt 3 ist kritisch. Derjenige ist für mich nicht offen und will erfahrungsgemäß sowieso seine Ruhe oder nur Freundschaft. Ich mische mich dann nicht in unverdaute Ex-Verhältnisse ein. Ich will ja auch nicht leiden.
 
G

Gast

  • #20
Ich bin auch Betroffene einer lebenslangen unheilbaren Depression. Als ich mich "geöffnet" habe, sprich davon erzählt habe, habe ich zwei Typen von Menschen angezogen. Erstens übergriffige Helfer, die mir sagten was ich zu tun habe. Egal ob potentielle Partner oder potentielle Freundinnen. Die wussten immer besser wie ich, was mir guttun würde. Die Ratschläge waren nicht nur sinnlos sondern auch extrem belastend - und verschlechterten meine Situation. Zweitens habe ich Menschen angezogen, die meinten, mir gehe es ja mit der Depression so gut - ich habe immer gearbeitet, hatte immer sowas wie einen Haushalt, habe irgendwie auch noch Kontakte gepflecht- dass sie meinten ich seit dazu berufen sie mit ihreer Depression zu pflegen. Also - sie vor dem Leben und seinen Anforderungen zu schützen. Habe ich nicht als meine aufgabe angehesen. Von beiden Typen Mensch habe ich - wenn ich mich nicht so verhalten habe, wie ich deren Meinung nach sollte beispieslweise Psychopharmaka zu nehmen, beispielsweise jedes Jahr in eine Klinik zu gehen und das ganz ganz toll zu finden - beispielsweis ihnen ewig zuzuhören und und und - einen Schwall von Beschimpf8ungen erlebt, von dem ich nicht wusste, wieso, weshalb und warum.

Seitdem ich niemand mehr von meinem Zustand erzähle geht es mir persönlich erstens besser. Zweitens lerne ich auch gesündere Menschen kennen, die Übergriffe fallen weg, die Anforderungen an eine Therapeutenrolle ebenfalls - und ich kann meinen Zustand mit mir ausbalancieren. Notwendigkeit für mich ist eine Wohnung alleine - also zusammenleben in einer Wohnung kommt nicht in Frage - aber ich begründe diese Notwendikgeit nicht mit der bis zu meinem Tode weiterbestehenden Krankheit sondern ganz einfach " Ich bin halt so".

Ich kann allen Betroffenen nur raten, auf sich selbst zu hören und am Arbeitsplatz nichts zu sagen, bei Bekannten nichts zu sagen und bei Freunden sehr sehr genau zu prüfen, ob etwas sagbar ist.
Und wenn Freunde dann zu besserwisserischen "Ratgebern" mutieren - schnell und endgültig aus dem eigenen Leben rauswerfen.
w 39
 
  • #21
Frage an Singles ohne psychisches Leiden: Wie offen sind Sie für ein Date mit einem Betroffenen?
Gar nicht. Ich würde niemals ein Date mit einer Frau anstreben, wenn von vorab klar wäre, sie hätte ein körperliches, oder ein psychisches Handicap.
Wie sind Ihre Erwartungen an denjenigen, mit seiner Krankheit umzugehen?
Ehrlichkeit wäre schon einmal ein guter Anfang. Das Fremdbild und das Selbstbild divergieren aber oft sehr stark. Schwächen werden ganz bewußt heruntergespielt, Stärken überzeichnet. - Drum prüfe wer sich ewig bindet.

Regelmäßige Vorsorge, und die Gewißheit gesund zu sein. - Das wünsche ich mir.
 
G

Gast

  • #22
Ich bin Borderliner, vermeide Partnerschaften und suche auch nicht nach Ihnen. Ich schreibe gerne in diesem Forum, weil ich das Niveau teilweise als recht gut empfinde, bin aber in keiner Singlebörse angemeldet. Leider bin ich ein sehr attraktiver Mann und die Frauen kommen zu mir, das macht es gefühlsmässig sehr sehr schwer. Beruflich bin ich sehr gut und entspannt aufgestellt. Das was ich mache, kann ich gut und laufe auch nicht Gefahr ein Burnout zu bekommen. Ob ich depressiv bin, ist tagesabhängig. Entweder ich bin depressiv oder extrem glücklich. In beiden Fällen versuche ich mich so weit zu kontrollieren, dass keiner etwas merkt. Ich bin ein ruhiger, freundlicher und zurückhaltender Typ; das hat mir viele Freundschaften eingebracht. Allerdings kennt niemand meine wahre Persönlichkeit, ich muss mich in der Hinsicht sehr unter Kontrolle haben und immer schauen, dass ich auch nicht zu schnell vergesse, was ich Menschen erzähle. Am Montag kann ich sagen: ich hasse Schokoladenkuchen, während ich am Donnerstag genau das Gegenteil behaupten kann. Ich habe mir für mich eine Übersicht gestrickt, eine Persönlichkeit die ich ganz ok finde und die versuche ich zu leben. Fast alle Menschen merken zwar, dass ich anders bin aber es hat noch nie jemanden gestört oder zumindest hat man es mir nicht gesagt. Maßnehmend am Umgang der Anderen mit mir vermute ich aber, dass ich meine Sache gut mache.
Der emotionale Druck und die inneren Spannungen sind für mich teilweise sehr hoch aber ich kann sie gut mit trauriger Musik und einem Glas Whisky abbauen. Am nächsten Tag geht es mir dann wieder besser.
Mit Frauen komme ich nur klar, wenn sie nichts von mir wollen. Ansonsten versuchen sie mich meistens zu ärgern, damit ich Gefühle zeige und das macht die Kontrolle sehr schwer für mich. Das sind dann Bombenangriffe und ich versuche solchen Situation zu entkommen.

In der Therapie habe ich eine Frau mit histrionischer Störung kennen gelernt und da ist es mir passiert. Sie hat meine Kontrolle mit ihren überschäumenden Leidenschaft völlig gebrochen und ich habe mich verliebt. Wir haben danach zehn Jahre lang eine äußerst turbulente und sehr leidenschaftliche Beziehung geführt. Allerdings haben wir uns in der Zeit fast völlig von der Außenwelt abgeschottet und nur noch für uns gelebt. Unsere gesellschaftlichen Fascaden waren unnötig geworden, denn wir hatten einen Menschen gefunden, bei dem wir wir selbst sein konnten. Leider wurde das irgendwann öde und es ging in die Brüche.

Ich finde das unsere Gesellschaft teilweise schlecht aufgeklärt ist, bezüglich psychologischer Erkrankungen und Störungen der Persönlichkeit. Teilweise sind die Menschen sehr unsensibel, was es für Menschen mit den Erkrankungen nicht leichter macht. Ich denke aber es ist richtig so, wenn sich mehr Menschen mit Erkrankungen und Störungen auskannten, würde die Selbstdiagnoserate wahrscheinlich überhand nehmen. Und vor dem Hintergrund ist es halt meine Aufgabe stark zu bleiben.

m.33
 
G

Gast

  • #23
Ich war selber trotz meinen depressiven Jahren nie sexuell lustlos - was ja häufig depressiven Menschen nachgesagt wird. Eher das Gegenteil war der Fall. Ich war sexuell unersättlich und für wirklich alles offen. Ich habe gezielt Gefahren, Risiken und sexuelle Kicks gesucht, die bei Normalmenschen zu Erschrecken geführt hätten. Mich haben auch besonders eklige Männer angemacht, je schlimmer und abstoßender, desto besser.

Ich würde mir keine depressiven Partner suchen, einfach weil diese alleine sein wollen und nicht genervt werden möchten. Ich störe da, genauso wie andere Leute mich gestört haben in meinem Alleinsein. Aber das heißt nicht, dass diese Menschen nicht lieben können. Sie sind sogar sehr sehr liebesbedürftig und sensibel! Und es braucht dazu einen ebenso sensiblen Partner, der nicht viel fragt, sondern einen wortlos versteht und viel Tiefsinn hat.

Eine Partnerschaft hatte ich damals nicht, hätte aber genug haben können. Nur war mir "die Masse" zu oberflächlich. Nebenbei, Depression sieht man nicht an und hört man auch nicht durch sprechen raus. Eigentlich kann man das überhaupt nicht erkennen. Viele nehmen es auch nicht ernst, wenn man ihnen sagt, dass man unter einer Depression leidet. Meiner Mutter musste ich das mindestens 20 Mal erklären.
 
G

Gast

  • #24
Ich bin selbst an Depressionen erkrankt, war jahrelang unbehandelt und habe trotzdem gut funktioniert. Erst als alles zusammenbrach habe, ich angefangen eine Therapie zu machen. Ich glaube, in der Phase des Zusammenbruchs wäre keine Beziehung möglich gewesen, aber davor habe ich eine Beziehung führen können. Nur weil man krank ist, ist man nicht beziehungsunfähig.

Während meiner Therapie fing ich auch eine neue Beziehung an, damals war es für mich sehr schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden, über meine Krankheit zu reden. Ich weiß, dass mein Partner damals einen Riesen-Schock hatte und einiges verdauen musste. Aber er hat sich zum Glück dafür entschieden, es zu versuchen und bisher ist der Versuch auch geglückt.

Ich habe übrigens nicht so schlechte Erfahrungen damit gemacht, mich anderen mitzuteilen. Die meisten meiner Freunde, die es wissen, wissen es halt. Es wird sehr selten thematisiert und einen Ersatzbehandler bin ich bisher noch nie begegnet. Dafür habe ich es jetzt einfacher, weil ich keine Ausreden mehr brauche. Sollte es mir schlecht gehen, dann kann ich es sagen und es wird akzeptiert. Spannenderweise wieß ich inzwischen auch on viel mehr Fällen von Depression, als ich vorher erwartet hätte. Diese Offenheit tut auch gut, denn damit fühle ich mich nicht mehr so alleine.

Als Partner (wenn ich denn noch einen suchen würde) würde ich einen depressiven Menschen nicht grundsätzlich ausschließen. Ich denke, es kommt wirklich darauf an, wie man mit der Krankheit umgeht. Ein Jammerlappen, der nichts versucht, um die Situation zu verbessern, hätte keine Chance bei mir, aber jemand der trotz Krankheit (nicht in den akuten Phasen, aber ansonsten) fest im Leben steht und versucht, es alleine zu bestreiten, ist trotzdem interessant.
 
G

Gast

  • #25
Ich schreibe als jemand, der schon Dates mit Betroffenen hatte. Auch schon Beziehungen. Die allerdings leider allesamt gescheitert sind. Damit will ich nicht sagen, dass depressive Menschen oder solche mit anderen Störungen allesamt beziehungsunfähig sind. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass es schwierig werden kann.
Ein Borderliner stalkt mich bis heute, und das obwohl wie nur 3-mal aus waren. Das ist schon über 4 Jahre her. Mein Ex ist depressiv. Wir waren 3 Jahre zusammen. Ich habe es immer gewollt, aber musste mir dann doch eingestehen, dass es nicht funktionieren kann, weil wir ganz einfach unterschiedliche Dinge wollten. Ich wollte Nähe, er konnte sie nicht zulassen. Ich wollte Beständigkeit, die konnte er mir nicht geben. Immer wieder vor den Kopf gestoßen und zurückgewiesen zu werden habe ich auf Dauer nicht ausgehalten. Ich habe ihn geliebt, aber ich musste mir klar machen, dass ich zu sehr darunter leide. Dass ich mein Leben und meine Träume hätte für ihn aufgeben müssen. Es klingt hart, aber irgendwann musste ich an mich denken. Überlegen, ob ich damit klar kommen würden, immer zurück zu stecken im Leben. Jetzt bin ich da sehr vorsichtig. Vielleicht tut man damit dem einen und anderen Unrecht, aber das tut man immer, wenn man jemandem keine Chance gibt, weil man aus irgendeinem Grund denkt, dass es nicht "passt".
 
G

Gast

  • #26
Ich habe durch meine Erkrankung bemerkt, dass sehr, sehr viele Menschen psychische Probleme haben - auch wenn sie nicht in Behandlung sind, wären sie eigentlich ein Fall für den Arzt.

Oh ja, dass kann ich bestätigen. Da ich ja selber die Auswirkungen kenne, bin ich in Sachen Beziehung sehr vorsichtig geworden, weil ich als Therapierte nur noch mit Therapierten wirklich gut zurecht komme bzw. die Sprache schon ähnlich ist. Meine Sprache wird oft von den angeblich gesunden Menschen gar nicht verstanden, wie auch, sie sind nicht in Behandlung, brauchen sie ja angeblich nicht, obwohl sie oft noch mehr Hilfe benötigen, als ich es jemals benötigte.

Als erfolgreich Therapierter bekommt man ein ganz anderes Weltbild, so ging es mir, so las ich es, so verstehen es andere Therapierte meistens auch.

Mein bester Therapeut sagte mir zum Abschluss, ich werde nur mit einem Mann dauerhaft gut zurecht kommen, der ebenfalls therapiert ist und hoffentlich genauso gut wie ich. Er wird mich verstehen, die Anderen nicht so richtig. Wie recht er hat und deswegen bin ich auch Single, aber nicht unglücklich oder unzufrieden.

w
 
G

Gast

  • #27
IUnd wenn Freunde dann zu besserwisserischen "Ratgebern" mutieren - schnell und endgültig aus dem eigenen Leben rauswerfen.
w 39

Und das ist ein typisches karnkes Sympthom eines Depressiven, der alle die eigentlich gut gemeinten Hinweise, auch wenn sie nicht angebracht sind, als negativ und besserwisserisch hinzustellen und solche Menschen aus dem Leben rauszuwerfen.

Wie möchte ein chronisch depressiver kranker Mensch behandelt werden? Auch so?

w
 
G

Gast

  • #28
Zu Gast "25":

Ja, so ist es. Nur wenn man dem Anderen seine "Abgründe" erzählen kann, ohne dafür verdammt zu werden, weil er sie ansatzweise verstehen und nachvollziehen kann, fühlt man sich verstanden.

Warum sollte man/frau mit psychischer Vorbelastung nicht in Singlebörsen daten? Es gibt viele, die unterwegs mit irgendwelchen Problemen sind.

In einer akuten Phase hat man aber wirklich keine Lust darauf und datet nicht. Dazu ist man zu sehr mit sich beschäftigt.

Die Sehnsucht nach einem verständnisvollen Partner bleibt, die Suche danach dann auch.

Es wäre so einfach, wenn man z.B. nur das Bein gebrochen hätte. Mit psychischen Problemen kriegt man von der Gesellschaft immer noch ein Stigma verpasst, obwohl in vielen Publikationen, Fernsehauftritten, Medien halt, das heute als "Normal" dem "Normalbürger" rübergebracht wird.

Wenn man dann klinikmäßig wieder einigermaßen eingestellt ist, dann darf auch der "Psycho" daten und merkt sowieso dann, ob es passt oder nicht. Es geht dann nur um Ehrlichkeit sich selbst und dem anderen gegenüber.

Alternativ könnte man ja eine Singlebörse für "Verrückte" aufmachen. LoL. Und dann schauen, wer sich so anmeldet. Und dann sich zurücklehnen und denken: "Verrückt sind nur die Anderen!"
 
G

Gast

  • #29
Nebenbei, Depression sieht man nicht an und hört man auch nicht durch sprechen raus. Eigentlich kann man das überhaupt nicht erkennen. Viele nehmen es auch nicht ernst, wenn man ihnen sagt, dass man unter einer Depression leidet. Meiner Mutter musste ich das mindestens 20 Mal erklären.

Das stimmt nicht so ganz, dass man Depressionen an einem Menschen nicht sehen kann. Ich arbeite in diesem Bereich und habe einen Blick dafür und schau dir mal die vielen übergewichtigen Menschen an, die nur essen, viel Cola trinken usw. Auch das ist m.E. eine Form einer Depression, oder die Kaufsüchtigen, Alkoholiker usw.

w
 
G

Gast

  • #30
Ich finde, diese Menschen sollten zunächst zusehen, dass es ihnen wieder alleine gut geht. Ich möchte keinen Partner, der psychische Probleme hat. Ich bin eine optimistische, aktive und fröhliche Frau und will nicht vom Partner runtergezogen werden. Das sind Partner, die viel Lebensenergie von einem rausziehen.
Es ist natürlich anders, wenn einer in einer bestehenden Beziehung erkrankt.

W
 
Top