• #1

Darf der Ex-Mann den Unterhalt für die Kinder streichen?

Hallo,

Habe mal eine Frage. Meine jetzige Ehefrau bekommt Unterhalt für ihre Kinder. Aufgrund Krankheit meiner Frau leben die Kinder im Moment, größtenteils bei der Oma. Nun meine Frage darf der Ex-Mann ihr den Unterhalt streichen. Ich denke mal schon aber ist das auch rechtens? Zu mal die Kinder auch bei ihr sind.
Sie geht demnächst in eine Kur, ...
Danke schön mal im voraus ...


Moderation: Bitte beachten sie, dass sie bei ihrer Frage zum Teil auch Meinungen von Laien bekommen und diese einen Rechtsbeistand nicht ersetzen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Nun meine Frage darf der Ex-Mann ihr den Unterhalt streichen.
Meiner Meinung nach darf er das nicht. Wenn eine Unterhaltspflicht gegenüber Kindern in Ausbildung besteht, steht ihnen der Unterhaltsbeitrag zu (bei eigener Wohnung jedoch zu gleichen Teilen von Mutter und Vater) und wenn die Kinder noch kleiner sind, steht der Mutter der Unterhalt zu. Die Mutter trägt bei kleineren Kindern die Verantwortung, dass es den Kindern an nichts fehlt und da ist es nach gesundem Menschenverstand egal, ob sich die Kinder bei ihr, oder der Oma aufhalten. Die Mutter muss dann mit den Großeltern das Materielle klären, sofern dies nötig ist.
 
  • #3
Nach meinem persönlichen Rechtsgefühl sollte dann die Oma während der Zeit, wo die Kinder bei ihr Leben, den Unterhalt für die Kinder erhalten. Schließlich kümmert sie sich ja um Kinder und nicht die Mutter. Interessant währe es auch zu wissen ob es sich bei der Oma um die Mutter des Vaters oder der Mutter handelt.
 
  • #4
Suche dir bitte einen Fachanwalt für Familienrecht und rede mit dem darüber, dann hast du Rechtssicherheit und bekommst Wege aufgezeigt, die du (bzw. deine Frau) gehen kannst. Frage nach einer Erstberatung und dem Kostensatz. Wenn ihr finanziell nicht gut da steht, kannst du über das zuständige Amtsgericht eine Beihilfe beantragen. Was nützt es dir, wenn du hier x Antworten von Laien erhältst, die mit "Meiner Meinung nach..." anfangen?
 
  • #5
Der Unterhalt ist doch kein Babysitterlohn und kann nicht einfach gestrichen werden, weil die Mutter die Kinder nicht persönlich betreut. Außerdem geht die Mutter in ihrer Freizeit ja nicht Party machen, sondern liegt krank im Bett/ Krankenhaus/ ist beim Arzt und auf Kur.

Wenn die Oma finanzielle Unterstützung braucht z.B. weil sie Essen für die Kinder kaufen will, dann können das Mutter und Oma unter sich ausmachen und bedürfen keiner Einmischung des Ex-Mannes.

Interessant, dass der Ex die Krankheit der Mutter sofort nutzt um die finanzielle Verantwortung für seine Kinder los zu werden. Er hätte ja auch die Verantwortung übernehmen können und seine Kinder zu sich holen können. In dem Fall hätte er sich sogar die Unterhaltszahlung sparen können.
 
  • #6
Interessant, dass der Ex die Krankheit der Mutter sofort nutzt um die finanzielle Verantwortung für seine Kinder los zu werden. Er hätte ja auch die Verantwortung übernehmen können und seine Kinder zu sich holen können. In dem Fall hätte er sich sogar die Unterhaltszahlung sparen können.
Ich habe nicht den Eindruck, dass es dem Ex-Mann um Drücken vor irgendeiner Verantwortung geht, und wäre er clever gewesen hätte er die Kinder wirklich zu sich geholt.

Was aber, wenn das gar nicht möglich ist, wenn z.B. die Mutter die Kinder schon auf Vaterfeindlichkeit indoktriniert hat, oder der Vater dafür keine Zeit hat?
Die Konstellation lässt eine Oma als Mutter der Mutter vermuten, und der Mann könnte die Mutter verdächtigen, alles Geld selbst einzustreichen während die Oma für die Kinder komplett allein aufkommt.

Wenn die Kinder nur übergangsweise, wenn auch dauernd und nicht nur zeitweise, bei der Oma wohnen, muss der Mann weiter zahlen. Sollten die Kinder aber über einen längeren Zeitraum bei der Oma wohnen, wird die Mutter § 1606 Abs. 3 BGB nicht mehr schützen und beide, Mutter und Vater, werden der Oma Geld zahlen müssen. Eventuell will der Ex-Mann genau diesen Fall forcieren, indem er seinen Unterhalt erst einmal streicht, damit ein Familiengericht den Unterhalt auf beide Elternteile aufsplittet.
 
G

Gast

  • #7
Er hätte ja auch die Verantwortung übernehmen können und seine Kinder zu sich holen können. In dem Fall hätte er sich sogar die Unterhaltszahlung sparen können.
Genau das.
Der Unterhalt der Kinder zahlt sich nicht selbst, wenn die Mutter krankheitsbedingt ausfällt. Sie müssen ja weiterhin wohnen, essen, sich kleiden. Wie erklärt sich der Kindesvater es in dem Fall, den Unterhalt zu streichen? Auch bei der Oma fallen Wohn-,Essens- und Kleidungskosten an. Und das sind ja nur die Mindestbedürfnisse.
Ich würde im Falle einer Nichtzahlung umgehend einen Anwalt einschalten.
Ich kenne diese Unterhaltsstreicherei selber vom Kindesvater und es lief letztendlich immer auf eine Pfändung hinaus, die ihn noch mehr Geld gekostet hat. Wäre nicht nötig gewesen.
W51
 
  • #8
Nein, darfst Du nicht streichen.
Eltern erhalten Kindergeld für Kinder, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, was unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit gilt. Berücksichtigt werden dabei leibliche oder Adoptivkinder, Stief- und Enkelkinder sowie Pflegekinder, welche der Antragsteller im Haushalt dauerhaft aufgenommen hat.
Also für längere Krankenhausaufenthalte oder Kuren, stünde in dem o.a. Fall der Oma das Kindergeld -auf entsprechenden Antrag- zu.
 
  • #9
Grundsätzlich haben Kinder den Unterhaltsanspruch, nicht die Mutter. Der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, leistet den Anspruch durch "Naturalien" ab (Zeit, Erziehung, Ernährung...), der andere muss eben finanziell den Unterhalt leisten. Wenn das Kind bei der Oma ist, sollte diese den Betrag erhalten, zumindest würde ich das so interpretieren. Jedenfalls hat das Kind den Anspruch, deswegen darf der Vater da nicht einfach etwas kürzen.
Frag aber wirklich mal beim Anwalt für Familienrecht nach, wie man in Eurer Situation damit umgeht.
 
N

nachdenkliche

  • #10
Sowas habe ich auch noch nie gehört,dass der Vater keinen Unterhalt zahlen muss,wenn die Mutter wegen Krankheit die Kinder nicht betreuen kann. Wenn sie dann bei der Oma sind,steht es der kranken Mutter trotzdem zu. Ich verstehe auch nicht,warum du hier Rat suchst. Im Internet gibt es fachkundige Hilfe oder dein Anwalt.
 
  • #11
Kindesunterhalt und Kindergeld ist Einkommen der Kinder.
Keinen Unterhalt zahlen = damit würde er seine Kinder "bestehlen".
Auch bei der Oma brauchen die Kinder trotzdem ihr Einkommen, um damit ihren Bedarf zu bezahlen. Nicht jede Oma hat soviel eigenes Einkommen (z.B. Rente) dafür.
Wenn der FS meint, daß die Kinder keinen Unterhalt bräuchten, kann er ja versuchen, ihn von der Mutter = Treuhänderin des Kindesunterhaltes und Kindergeldes zurück zu verlangen. (Halte ich aber für aussichtslos)
 
G

Gast

  • #12
Nein, darf er nicht.

Er darf beim Familiengericht einen Antrag zur Änderung der Unterhaltsvereinbarung stellen - da sich die Lebenssituation der Kinder geändert hat. Wenn die Kinder bei keinem der beiden Elternteile leben, müssen üblicherweise beide ihren Anteil bezahlen. Wo/bei wem sind die Kinder gemeldet - und über welchen Zeitraum sind sie Ersatzweise untergebracht?
 
  • #13
Wenn sie dann bei der Oma sind,steht es der kranken Mutter trotzdem zu.
Eigentlich steht der Unterhalt primär den Kindern zu und nicht der Mütter, Oma, usw. Wenn dann die Mutter jetzt noch auf Kur muss, dann sind ja die Kinder ja auch bei der Oma. Ich würde den Unterhalt für die Zeit, wo die Mutter ihre Plichten nicht erbringen kann, den Unterhalt an die Oma überweisen und ich wäre sehr gespannt, wie dann so die Mutter darauf reagiert.:)
 
  • #14
Der Unterhalt darf selbstverständlich nicht gestrichen, weder gekürzt werden. Bei mir war es damals so: Als mein leiblicher Vater den Unterhalt streichen wollte, wurde mein Vormund eingeschaltet: Das Jugendamt. Bis das Kind 18 J. ist, greift i. d. R. das Jugendamt ein (so war es bei mir). Da haben wir keinen Anwalt benötigt. Anders sieht es aus, wenn das Kind 18 J. ist; die Vormundschaft wird dann abgegeben - Anwalt bei Streitigkeiten notwendig.

Ich würde mal auf das Jugendamt zugehen.
 
  • #15
Hallo Tom13,

deine Fragestellung ist recht ungenau. Wie alt sind die Kinder? Welche Oma (mütterlicherseits oder väterlicherseits)? Es erschließt sich nicht so recht, warum der Ex-Mann meint den Unterhalt streichen zu können.

Schließlich haben die Kinder den Anspruch auf Unterhalt. Nicht die Mutter oder die Oma. Soweit ein Elternteil ein minderjähriges Kind betreut, erfüllt dieses Elternteil durch Erziehung und Pflege des Kindes seine Unterhaltspflicht, der andere Elternteil schuldet dann Barunterhalt.

Möchte der Ex-Mann künftig die Erziehung und Pflege des Kindes selbst übernehmen? Wie kommt er auf die Idee, keinen Unterhalt mehr zahlen zu müssen? Ist besagte Oma vielleicht seine Mutter? Sollen die Kinder dauerhaft dort leben?

Kindesunterhalt-Entzug als erpresserische oder willkürliche Maßnahme zur Rache am Expartner einzusetzen ist eine miese Charakterlosigkeit. Wenns Probleme gibt, sofort das Jugendamt einschalten.
 
  • #16
Lieber FS,
selbstverständlich darf der Vater den Kindsunterhalt nicht kürzen, wenn die Kinder vorübergehend bei der Oma leben. Warum auch? Der Unterhalt ist gerichtlich festgesetzt und er muss dem Gericht erklären, welcher Sachverhalt eingetreten ist, dass er den Unetrhalt kürzt.
- Wenn die Kinder bei der Oma leben, entsteht ihm kein Vorteil und auch kein Nachteil. Es ist Sache der Mutter, mit der Oma zu regeln, ob sie einen finanziellen Ausgleich für Ernährung, Körperpflege etc zahlt. Das geht den unterhaltspflichtigen Vater nichts an.
- Die Miete wird nicht billiger, nur weil die Kinder bei der Oma wohnen, allenfalls sinken geringfügig die Nebenkosten
- die Schuhe und Kleidung nutzt sich bei Oma genaus schnell oder Langsam ab, wie beim Leben bei der Mutter
- das Taschengeld ändert sich nicht, wil die Kinder bei der Oma sind usw

Die Unterhaltszahlungen sind nicht für den unmittelbaren Lebensunterhalt im laufenden Monat gedacht, sondern davon werden viele Fixkosten und auch langfristige Anschaffungen finanziert (Schuhe, Fahhrad). Da kann ich wirklich nicht verstehen, warum man aus der Krankheit der Mutter ableiten könnte, den Unterhalt zu kürzen. Frag einen Anwalt - er wird Dir nichts andrees sagen.
Die Un terhaltszahlungen dienen nicht der Mutter sondern den Kindern
 
D

diverwirrte

  • #17
Genau das hatte ich auch mit meinen ex . Er durfte den Unterhalt nicht streichen da es krankheitsbedingt war und nur übergangsweise. Die Mutter hat trotzdem Kosten wie miete, Nebenkosten, Essen, schulkosten,etc . Das bleibt ja nicht aus weil sie krank ist. Der Anwalt meines exes und das Jugendamt haben ihn aufgeklärt das Ämter das Kindergeld und Unterhalt auch für miete , Nebenkosten etc mit berechnen . Aus diesem Grund muss er weiter zahlen solange sie bei ihr gemeldet sind . Selbst wenn er die Kinder für einen Monat nimmt muss er zahlen auch bei zwei Monaten, da es zeitweise wäre und nicht immer so bleiben wird.
Anders wäre es wenn sie einen Monat bei ihm und einen Monat bei ihr wohnen und das immer , dann wird der Unterhalt aufgeteilt.
Kannst dich auch beim Jugendamt beraten, ist kostenlos und die sagen dir was du darfst und was nicht. Dafür muss man nicht den Anwalt aufsuchen und du sparst dir die Kosten