• #1

Bin ich zu Recht enttäuscht, weil er mir keine Hilfe anbietet?

Liebes Forum,
vielleicht könnt ihr mir meinen Kopf zurecht rücken. Ich (w,33) bin mit meinem Freund (38) fast 1 1/2 Jahre zusammen, wohnen aber nicht zusammen.
Grund für meine negative Stimmung: Ich brauche in 2 Monaten für etwa 4-6 Wochen eine kleine Zwischenfinanzierung (5.000 EUR). Bei der Bank habe ich schon angefragt, kein Problem - nur eben sehr schlechter Zinssatz wg. der kurzen Laufzeit. Aber es ist natürlich trotzdem zu verschmerzen.
Mein Freund hätte das Geld ganz locker auf seinem Tagesgeldkonto, hat mir aber keine Hilfe angeboten. Erst habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht, aber dann kam bei mir irgendwie der Gedanke auf, ob es nicht ein feiner Zug von ihm gewesen wäre. Ich habe ihn dann also einfach mal gefragt, warum von ihm nichts kam. Antwort: ich würde dir doch kein Geld leihen! Das hat mich irgendwie sprachlos gemacht.
Es geht mir nicht um 75 EUR gesparte Zinsen oder dergleichen. Ich bin auch ein absoluter Verfechter, dass jeder mit seinem Geld selbst klar kommen muss, aber sollte man sich als Partner nicht auch aushelfen bzw. Unterstützung anbieten?
Jetzt kreisen meine Gedanken natürlich weiter. Würde er mir seine Unterstützung beispielsweise in Krankheit geben? Kann man so eine wirklich feste Partnerschaft führen? Oder hört nur bei Geld jede Freundschaft auf?
In meinem Kopf herrscht ganz schlechte Stimmung. Mache ich gerade aus einer Mücke einen Elefanten?
 
  • #2
Die Finanzierung wirst du ohne deinen Freund hinbekommen. Die Bank gibt dir das Geld, wozu jetzt den Freund behelligen? Übernimm Verantwortung für deine Entscheidungen und zahle eben die Zinsen.
Was anderes wäre, wenn du unverhofft in wirkliche Not geraten würdest. Z.B. du wirst nachts überfallen und kannst deswegen längere Zeit nicht arbeiten. Das wäre eine wirkliche Notlage, wo man sich diese Fragen stellen könnte.
So eng seid ihr ja auch nicht. Er ist dein fester Freund, aber: Ihr seid nicht verheiratet und er ist auch nicht dein Lebensgefährte. Ihr habt zu mehr Verantwortung euch gegenüber noch gar nicht "ja" gesagt.
 
  • #3
Kommt bisschen drauf an, was der Grund der Zwischenfinanzierung ist. Oder käme es bei mir. Unverschuldet oder mit irgendwas übernommen. Anderthalb Jahre sind auch noch nicht sooo lange. Vielleicht würde er das in ein paar Jahren, wenn die Beziehung „fester“ ist, machen? Habt ihr mal generell über Geld geredet und wie das jeder in einer Ehe oä sieht? Da gibt es ja eine große Bandbreite.

W, 34
 
  • #4
Die Antwort
kann ich nicht recht deuten. Lag die Betonung auf einem Wort? Könnte es bedeuten, dass er Dir Geld gern schenken täte, oder war das abfällig gemeint, also DIR doch nicht, wo Du mit dem Geld nicht umgehen kannst oder ihr in einer Woche eh getrennt sein könntet. Auf jeden Fall ist der Satz merkwürdig. "Ich verleih kein Geld an niemanden", fänd ich aufschlussreicher.

Hat er das Gefühl, er bekäme es nicht wieder oder fühlt er sich unter Druck, es zurückverlangen zu müssen bzw. hinterherrennen zu müssen? Findet er es von Dir dumm, dass Du die Zwischenfinanzierung brauchst, also hast Du irgendwas gekauft, mit dem Du noch 2 Monate warten hättest können. Oder ist das Geld für ne OP? Ziehst Du in seine Nähe und soll das die Kaution sein?
Musst Du nicht beantworten, ich denke nur nach, ob das ein Grund sein könnte oder ob er generell kein Geld an Dich verleihen würde, an andere aber schon, wie z.B. Kumpels.

aber sollte man sich als Partner nicht auch aushelfen bzw. Unterstützung anbieten?
Kommt drauf an, wie verbindlich das alles ist und ob man meint, es sein eine richtige und notwendige Ausgabe.
Ich kenne den Leitspruch "Verleihe nur so viel, wie du verschmerzen kannst, wenn du es nicht wiederbekommst". Das heißt auch, dass wirklich getrennte Kassen vorhanden sind, wenn man bei Partnern gegenseitig Geld verleihen kann und nicht alles in einer Kasse ist. Vielleicht sind ihm 5000 zuviel dafür.
Jetzt kreisen meine Gedanken natürlich weiter. Würde er mir seine Unterstützung beispielsweise in Krankheit geben?
Würde ich jetzt nicht mit Geldverleihen im Sorgenlosfall vergleichen. Ich denke, er denkt, dass er, wenn er liebt, das Geld für einen wichtigen Zweck auch schenken würde. Frage: Liebt er oder wartet er noch drauf, dass sich Liebe für Dich einstellt? Also habt ihr Zukunftspläne, die eure Beziehung verdichten, wie z.B. Zusammenziehen, oder läuft das alles weiter wie bislang (keine Ahnung, sich sehen am WE oder einmal die Woche zusätzlich, aber kein gemeinsames Leben, nur Besuchen und "schöne Zeit" verbringen)

Kann man so eine wirklich feste Partnerschaft führen?
Ich glaube, eure Beziehung mit dem Nicht-Zusammenwohnen ist nicht so, weil sie so "soll", sondern weil sie (noch) unverbindlich ist. Ich glaube, nur Du denkst, dass ihr eine wirklich feste Partnerschaft habt, zumindest derzeit noch.
 
  • #5
Hallo TE

Nach 1 1/2 Jahren Beziehung würde ich sagen: Schatz ich brauch mal für 6 Wochen 5000€. Und umgekehrt würde ich auch erwarten, dass mein Partner mir das sagt. Leihen hört sich so nach Vertrag an und das möchte ich in einer Partnerschaft nicht. Natürlich vorausgesetzt das Geld ist vorhanden.
 
  • #6
An deiner Stelle würde ich versuchen, die negativen Gefühle in den Griff zu bekommen.

Mir persönlich wäre es sehr unangenehm, mir Geld von meinem Freund/Lebenspartner zu leihen, wenn auch nur kurz. Ich will das einfach nicht, ich fühle mich selber nicht gut dabei. Wenn er es anbietet ist es nett und eine noble Geste, annehmen würde ich es nicht, danach fragen auch nicht.

Schlimmer finde ich es, wenn der Partner einen emotional hängen lässt. Kannst du denn da in Krisenzeiten auf ihn zählen?

Vielleicht hat er schlechte Erfahrungen, erlebt dass es zu Streit führen kann solche Summen zu verleihen und schließt es deshalb aus.
 
  • #7
Wichtig wäre zu wissen, wofür Du das Geld brauchst.
Wie auch immer, solche Geldangelegenheiten sind ein guter Test für eine Beziehung (egal, ob "Freund" oder Lebensgefährte): Du solltest Dich nur gut fühlen (bzw. in der Beziehung bleiben), wenn er dir aushelfen würde. Und er sollte sich nur gut fühlen (und in der Beziehung bleiben), wenn Du es nach der vereinbarten Zeit restlos zurückzahlst.
Wobei Dein Forderungen natürlich in seiner Komfortzone bleiben sollten, was sie ja anscheinend auch tun (Dein Freund scheint ziemlich reich zu sein, wer hat schon 5000 am Tagesgeldkonto).
ErwinM, 49
 
  • #8

Hm.

Hast Du gefragt, wie er das meint? Meinte er, er würde Dir das Geld nicht leihen, weil es ja eine relativ unproblematische Alternative gibt? Oder meinte er, er würde Dir niemals Geld leihen, also auch in einer echten Notlage nicht?

An Deiner Stelle hätte ich bei ihm sicherlich nicht um ein Darlehen angefragt, schon aus Stolz nicht.

Aber vielleicht könntest Du seinen Satz als Ansatzpunkt für ein Gespräch benutzen, das Du aber ganz ruhig und sachlich führen solltest. Dieses Gespräch könnte Dir ziemlich die Augen öffnen und verhindern, dass Du Zeit verbringst in einer Beziehung, die diesen Namen in keiner Weise verdient. Sei ehrlich zu Dir selbst. Die falsche Wahl des Partners ist eine der schlimmsten Fehlentscheidungen, die man im Leben treffen kann.
 
  • #9
...fast 1 1/2 Jahre zusammen, wohnen aber nicht zusammen....(5.000 EUR). Mein Freund hätte das Geld ganz locker auf seinem Tagesgeldkonto... Ich habe ihn dann also einfach mal gefragt, warum von ihm nichts kam. Antwort: ich würde dir doch kein Geld leihen.

Liebe FS,
nach knapp 1,5 Jahren und nicht zusammen lebend, offensichtlich auch ohne entsprechende Planung habt ihr m.E. keine gefestigte Beziehung sondern seid im fortgeschrittenen Kennenlernprozess.
Ich wüsste nun auch nicht, warum ich in der Situation jemandem, mit dem ich nicht innig verbunden bin Geld leihen sollte.

Vielleicht ist es auch eine Frage des Naturells: ich hätte keine Lust, das Ganze in verteagliche Form zu gießen um eine Absicherung zu haben und im Konfliktfall dem nachzulaufen. Daher verleihe ich solche Beträge nur Menschen, denen ich sie auch schenken würde.

Du hast ihm wohl zu verstehen gegeben, dass Du Hilfe brauchst und von ihm erwartest. Von ihm kam nichts, also wurdest Du offensiv und hast gefordert.
Daraufhin hast Du eine unmissverständliche Antwort bekommen, die Dir sagt, wo Du stehst und was Du von ihm in einer Problemlage zu erwarten hast: wenig bis nichts.
Was daraus folgt musst Du selber wissen.

Grundsätzlich finde ich es immer wieder erstaunlich wie "locker" diejenigen, die nicht mit Geld umgehen können über die Ersparnisse anderer verfügen möchten. Warum hast Du mit 33 Jahren keine eigenen Rücklagen in der geringen Höhe, die Du für die Zwischenfinanzierung nutzen kannst?

Ich habe noch nie jemanden angepumpt. Was ich mir nicht leisten kann, darauf muss ich verzichten oder mir was anderes verkneifen (z.B. Urlaub) wenn das so wichtig ist.

Ich bin auch ein absoluter Verfechter, dass jeder mit seinem Geld selbst klar kommen muss, aber sollte man sich als Partner nicht auch aushelfen bzw. Unterstützung anbieten?
Du bist ein "absoluter Verfechter von...", wenn Du angepumpt wirst. Deine Prinzipien verlierst Du, wenn es zu Deinem Nutzen ist.

Das hat Dein Partner nicht erkannt und Dir keine Hilfe angeboten, weil er glaubte, dass Deine postulierten Prinzipien auch für Dich gelten. Als Du interveniertest, zeigte sich, dass er die gleichen Prinzipien hat wie Du: "jeder muss mit seinem Geld selber klarkommen".
Wenn ich diese Haltung durchbrechen will und dem anderen vertraue, sodass ich aus meinem Eigentum unser Eigentum machen will und er das genauso sieht, dann heiraten wir und bilden eine gewollte folgenreiche Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft.

Deine Partnerschaft ist nicht halb so gefestigt, wie Du glaubst. Die Schnittmenge von "wir" ist bei euch noch nicht groß.

Ja, Du bist zu Unrecht enttäuscht und Du hast durch diese unangemessene Erwartungshaltung eure Beziehung substanziell beschädigt.
 
  • #10
Hallo,

Eineinhalb Jahre seid ihr also zusammen. Ihr wohnt nicht zusammen, ihr seid nicht verheiratet.
Also ich persönlich, würde nicht einmal meine Nase in das Tagesgeldkonto meines Freundes stecken, bei dieser Ausgangslage. Da wäre ich der Meinung, das geht mich nichts an.
Ausserdem käme ich nie auf die Idee, mir Geld von meinem Partner (bei dieser Ausgangslage) zu leihen, schon gar keinen Betrag von 5000 Euro. Das ist ein grosser Betrag.
Zieh doch erstmal mit deinem Freund in eine gemeinsame Wohnung, bevor du darüber nachdenkst, ob er dich in einer Krankheit pflegt.
Du machst hier zwei Schritte vor dem ersten.
Dein Anspruch, dass dein Freund dir Geld leiht, finde ich grundsätzlich überzogen.
Die Antwort lautet also imho, nein du bist nicht zu Recht enttäuscht.

LG
 
  • #11
Liebe FS,

hat er das genau in dem Wortlaut gesagt? Hat er einen Grund anzunehmen, er bekäme das Geld nicht zurück? Wie ist sonst dein Umgang mit Geld? Bist eher verschwenderisch oder legst du was zurück? Wie läuft eure Beziehung? Krieselt es oder plant ihr offen eure gemeinsame Zukunft?
Ohne diese Hintergründe zu wissen, kann man deine Schilderung nur schwer einschätzen.
Generell hört für einige bei Geld, und gerade bei nicht geringen Summen, die Freundschaft/Beziehung auf, was ich nachvollziehen kann. Ich müsste vollstes Vertrauen haben, dass ich die Summe in naher Zukunft wieder zurück erhalte ohne meinem Geld hinterherzulaufen.
Summen in deiner Größenordnung würde ich nur in wirklichen Notfällen leihen. Da bin ich der Meinung, dass es genau dafür Banken gibt. Solange du den Zinssatz zahlen kannst, bringt dich das nicht um.

W32
 
  • #12
Ist schwierig zu beurteilen. Dir geht es ums Prinzip. Ich gab meinem Ex, nachdem wir etwa 1,5 Jahre zusammen waren, etwa 6000 Euro, weil er bei seinem Nachbarn, der unter ihm wohnte einen Wasserschaden verursacht hatte. Und mein Ex hatte keine Rechtschutzversicherung..sehr dumm von ihm. Ich gab es ihn anstandslos, ohne irgendwelche Nachweise. Wir wohnten auch nicht zusammen. Ich bin und war immer der Meinung, ein Paar, welches sich liebt, sollte sich helfen, wenn einer in eine Notlage gerät.
Aber so würde ich reagieren. Ob Du in einer solchen Notlage bist, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht denkt Dein Freund diesbezüglich ganz anders.
Versuche es selbst hinzubekommen und schaue, wohin euch eure Beziehung so führt. Ihr beiden kennt euch noch nicht so lange.
Ich kannte meinen Ex auch noch nicht lange, uns trennten 900 Km, ich wollte nichts davon zurück. Ob seine Geschichte stimmte, weiß ich noch nicht einmal.
Was sagt Dein Gefühl? was ist, wenn ihr euch trennt?
 
  • #13
Ich höre hier gelegentlich, nicht verbindlich zu sein, oder sogar, gar keine richtige Beziehung zu haben, weil wir nicht zusammen wohnen und ich nicht heiraten will.
Aber ich habe meinem Freund schon mehrfach angeboten, ihm Geld zu leihen.

Da geht es immer im höhere 4- oder niedere 5-stellige Beträge für die Renovierung seines Hauses, das de jure noch seinen Eltern gehört und die deswegen relevante Beträge übernehmen, er bezahlt eine ortsübliche Miete.
Inzwischen ist sein Vater aber am Limit, bzw. mein Freund befürchtet das und gibt ihm deswegen seit einiger Zeit die Rechnungen nicht mehr weiter.

Ich habe also mehrfach angeboten, einzuspringen oder wenigstens leihweise zu helfen.
Beides will er nicht, er bekommt Kredite bei seiner Bank.
Aber gefreut hat es ihn trotzdem.

Ich verstehe dich gut, da bleibt ein schaler Geschmack.
Findest du, in meinem Mund sollte der jetzt auch sein ?
Ich denke da gerade drüber nach...meine Unterstützung abzulehnen, ist ja genauso Ausdruck von Unverbindlichkeit, nicht ?
Ob er mich bezahlen ließe, wenn wir verheiratet wären und/oder ich dort wohnte ?

w 51
 
  • #14
Wieso brauchst du so viel Geld?
Für einen Urlaub oder so?
Ich bin mir sicher: wenn es etwas Sinnvolles wäre, wäre er bereit.
Hatte das selbst mal, er musste Geld leihen weil er seine Protzkarre tunen wollte. Nun, kann er aber sicher nicht mit meinem geliehen Geld weil es einfach unnötig ist und viel aussagt wenn sich jemand für so etwas verschuldet.
Ein anderer Freund brauchte mal eine ähnliche Summe wegen eines Notfalls und bekam dies natürlich sofort (im Ausland hat nicht jeder KV, daher ein wirklicher Notfall, ihc bekam das Geld auf jeden Cent zurück).

Deshalb: wenn er dir ein Hobby oder so etwas nciht finanzieren will, habe ich grösstes Verständnis.
Wenn es ein Notfall ist, wäre ich auch enttäuscht.
Garantiert würde ich aber die Bank in Anspruch nehmen, nochmals fragen würde ich nie!
 
  • #15
nur eben sehr schlechter Zinssatz wg. der kurzen Laufzeit. Aber es ist natürlich trotzdem zu verschmerzen.

...ich würde meinen Freund damit nicht behelligen wollen, allein schon aus dem Grunde, weil ein Ungleichgewicht entstehen würde.
Was ist, wenn eure Beziehung wider Erwarten plötzlich doch zu Ende geht. Dann steht er dumm da und muss vielleicht um sein Geld bangen. Hier handelt es sich doch um einen Betrag von immerhin 5.000,00 €.

Liebe FS, sehr mutig von dir, aber auch wenn mein Liebster mir das anbieten würde, ich würde es nicht wollen. Ihr habt noch eine recht junge Beziehung und wohnt noch getrennt. Es hinterlässt sicher auch einen faden Beigeschmack bei deinem Liebsten. Bedenke, dass er vielleicht auch schon mit Geld verleihen, schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Notlagen, wie Krankheit und dergleichen ist damit nicht zu vergleichen und an seiner mangelnden Hilfsbereitschaft solltest du ebenfalls nicht zweifeln.

Es geht mir nicht um 75 EUR gesparte Zinsen oder dergleichen

Dein Freund könnte aufgrund deiner Nachfrage auch einen Grund zum Nachdenken haben und dein Verhalten eventuell infrage stellen. Wenn du klug bist, stemmst du die 5.000,00 allein, ohne weitere Debatten und gar Zweifel an seiner Person zu äußern. Verbuche das als dummen Gedanken.
 
  • #16
Ich würde das ansprechen. Und ihn beim nächsten mal klar fragen a la „Ich brauche für ein halbes Jahr einen Kredit von 5000 Euro, weil mein Auto kaputt ist. Die Bank will 8% Zinsen, würdest Du es mir für weniger leihen, wir machen natürlich einen Kreditvertrag.“ So entsteht kein falscher Eindruck.
 
  • #17
Ich sehe keine Notlage. Du warst nicht auf seine Hilfe angewiesen.
Wie steht er ansonsten dazu, wenn er Dich unterstützen soll oder etwas für Dich machen soll, woran er geringes Interesse hat?

Ich erkenne bei euch keine Wirtschaftsgemeinschaft. Wenn man zusammenw wohnt, kauft man zusammen ein, spricht Ausgaben für Urlaube und Anschaffungen ab. Das sehe ich bei Euch nicht.

Geld unter Freunden soll man nicht verleihen, denn was passiert, wenn es nicht zurück bezahlt wird?
Möglicherweise hat er auch bedenken, dass Du das Geld zurück zahlst.
 
  • #18
Liebe Infinity. Ja, ich verstehe, dass Dir das bitter aufstößt. Und ihn verstehe ich auch.

Ich erzähle Dir mal was: wir sind jetzt 3,5 Jahre zusammen. Als wir relativ frisch zusammen waren, da gab er mir mal seinen Schlüsselbund, weil ich was aus seinem Auto holen musste. Und dabei wurde er ziemlich ziemlich nervös. Dafür hat er sich dann später entschuldigt.....

Oder er zahlte mit Karte und tippte seine Geheimzahl ein, worauf er mit der Hand das Display abdeckte, damit ich es nicht sehen kann.

Das ist mir auch aufgestossen. Aber ich habe es auf sich beruhen lassen. Und nein, ich hätte ihn NIE, wirklich NIE nach Geld gefragt, genau deshalb, weil ich nicht wollte, dass das dann in irgendeiner Form zwischen uns steht.

Nun sind wir schon länger zusammen und so langsam wächst sein Vertrauen in mich. Vor etwa einem Jahr hat er mir dann seinen Wohnungsschlüssel gegeben. Und da waren wir immerhin 2,5 Jahre zusammen.

Und trotzdem. Ich weiß, wenn ich wirklich mal in der Klemme wäre, er würde mir helfen. Aber ganz ehrlich: ich hoffe sehr, dass das niemals der Fall sein wird.
 
  • #19
Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf!

Warum in Gottes Namen benötigst du mit gerade einmal 33 Jahren einen Kredit für eine Zwischenfinanzierung? Stößt mir übel auf..

Dein Freund kennt dich lange genug um erkannt zu haben, dass es besser ist, dass er gerade dir kein Geld leiht. Womöglich lebst du gerne auf großem Fuß, immer auf Pump und stopfst womöglich das eine Loch indem du ein anderes aufreißt. Das bedeutet durchaus, dass er das verliehene Geld wenn es hart auf hart kommt für immer abschreiben kann.

Mir wäre es an deiner Stelle zu blöd bei anderen um Geld zu fragen, wenn nicht gar zu betteln. Gehe geradewegs dort hin wo man es dir gerne gibt, nämlich bei einer Bank zu den üblichen Darlehenszinsen und musst dir am Ende nicht nachsagen lassen. Kommst du deinen Ratenzahlungsverpflichtungen ohne Probleme nach hast du das Ding auch irgendwann vom Hals.
 
  • #20
Ich verstehe dich gut, da bleibt ein schaler Geschmack.
Findest du, in meinem Mund sollte der jetzt auch sein ?
Ich denke da gerade drüber nach...meine Unterstützung abzulehnen, ist ja genauso Ausdruck von Unverbindlichkeit, nicht ?
Ich antworte auch, ungefragt: Nein! Deine Unterstützung anzubieten, ist ein Ausdruck von Liebe. Dass er die Unterstützung ablehnt, ist auch ein Ausdruck von Liebe. Das ist mein ganz persönliches Empfinden. Je mehr ich einen Menschen liebe, desto weniger materielles nehme ich von ihm an. Aber schön, wenn er es mir anbietet.
ErwinM, 49
 
  • #21
Warum brauchst du das Geld? Auto, Urlaub, Zahnarzt, eine Schönheitsoperation und dergleichen? Warum brauchst du auf einmal so viel Geld und warum reagiert dein Freund so darauf? Erst wenn wir wissen, warum du das Geld brauchst, können wir darüber diskutieren, warum er dir kein Geld gibt.
Wenn man aber mit jemandem Zusammen ist, sollte es drin sein sich gegenseitig Geld auszuleihen. Vielleicht denkt er, dass du nicht sehr gut mit deinem Geld umgehen kannst und das Geld ihm nicht zurückzahlen kannst?
 
  • #22
Sieh es positiv, du hast dir wenigstens keinen Lutscher an feminisiertem Beta-Mann geangelt, der dir bei allem nachschwänzelt, was du willst und sagst.

Ne, mal im Ernst. Woher wissen wir, was für eine Frau du bist oder ob du eine Heiratsschwindlerin oder eine Gold Diggerin bist und du das Geld überhaupt zurückzahlst? Wenn schon dein eigener Freund dir nicht traut.

Selbst wenn ich 5000 Euro hätte, würde ich das keinem geben.
Wenn man es nicht zurückbekommt, ist der lebenslange Streit vorprogrammiert.

Wofür braucht man überhaupt 5000 Euro? Hast du eine vernünftige Begründung, die Sinn macht? Man kauft sich nichts, wozu man kein Geld hat! Ähnlich sieht es mit dem Kredit auf. Spare lieber ein paar Monate/Jahre auf das, was du haben willst, wie willst du sonst diese 5000 Euro jemals wieder zurück bezahlen, wenn du das innerhalb weniger Monate nicht selbst erwirtschaften kannst? So macht man Schulden und viele in Deutschland sind verschuldet, weil sie das zu locker nehmen. Lerne mal, selber im Leben klar zu kommen, ohne auf Hilfe, Herden, Menschen, Geldgeber und Unterstützung anderer angewiesen zu sein.

Und nebenbei ganz schön dreist, davon auszugeben, weil es jemand, dass er es dir geben muss. Freunde wie du muss man meiner Ansicht nach auf Abstand halten. Das sind die Freunde, die, wenn man Millionär wird, plötzlich auch ihre Ansprüche stellen und meckern. Wir kennen dich doch gar nicht. Wer bist du? Eine Verbrecherin? Eine Thailänderin? Hast du einen Ausweis? Partner zu sein, räumt dir kein Sonderrecht ein.

Und rein zu dir aus Selbstschutz: Unterwerfe dich doch nicht wegen dem Geld. Dein Freund hat schon ein miserables Bild von dir. Er kennt deine Schwächen und mit Geld kannst du nicht umgehen. Da wäre ich zu stolz, überhaupt Geld zu verlangen.

Auch dir würde ich raten, niemals einem Mann Geld zu geben. Du wirst es niemals zurückkriegen, wenn du so treudoof unterwegs bist.
 
  • #23
Antworte bitte mal, ob die Betonung auf "Dir" lag. Nach dem Motto: jedem aber Dir nicht. Das fände ich problematisch. Ja nach Situation würde ich sagen, er sollte es Dir wenigstens anbieten. Ich hatte meiner mal in ähnlicher Situation ca. 3.000,00 geliehen. Das zahlte sie innerhalb ca. 1,5 Jahren wieder zurück...
 
  • #24
Anders als viele hier finde ich sein Verhalten unverschämt. Meiner Liebe, der ich vertraue, mit der ich innig bin, mit der ich mein Leben teile und eine verbindliche Zukunft plane, würde ich das Geld leihen. Voraussetzung wäre nur schriftliches Fixieren und dass er sich vorher in Gelddingen immer korrekt verhalten und mir zB Geld immer zurückgezahlt hat und auch selbst nie ein Geizhals war. Für mich deutet sein Verhalten auf Unverbindlichkeit in der Beziehung hin. Er versteht euch nicht als Team, das zusammen stark ist. Er ist Einzelkämpfer. Er plant auch keine verbindliche Zukunft mit Kindern mit Dir. Geht gar nicht. Daneben könnte er auch geizig veranlagt sein. Gerade Reiche sind das häufiger.

W30
 
  • #25
vorab: ich bin in der Regel ein eher großzügiger Mensch.

Da die FS hier im Forum um Rat sucht, gehe ich davon aus, dass sie das Geld für eine dringende und wichtige Sache braucht. Da ihr Freund abgelehnt hat, macht sie sich Gedanken, in wie weit er zu ihr in anderen Notsituationen steht. Das verstehe ich vollkommen. Ich habe schon Leuten höhere Geldbeträge geliehen, die mir nicht so nahe standen. Würde meiner Freundin also das Geld leihen, auch wenn sie sich damit ein Pferd kaufen möchte. Falls der Freund der FS wirklich so geantwortet hat, ist es mit seiner Loyalität wahrscheinlich insgesamt nicht allzu weit her. Ich könnte mir vorstellen, dass die Beziehung auch in anderen Belangen nicht sonderlich gut ist. Wäre ich eine Frau, möchte ich mit so jemanden keine Familie gründen.
 
  • #26
Hallo Infinity,

ich hab da so eine Idee - musst du bestätigen, falls das auf eucch zutrifft.
Ich kenne auch einige Frauen, die immer und immer wieder betont haben, dass sie unabhängig wären und ganz bestimmt mein Geld niemals haben wollten. Und ganz plötzlich brauchten sie einen grösseren Betrag. Dann war plötzlich egal, dass frau ja unabhängig von mir sein wollte. Auf Nachfrage, zu was das Geld benötigt werden würde, kamen unterschiedlichste Dinge heraus- vom Löcher stopfen bis zur Wohnung, die sie kaufen wollte. Die war auch die Einzige, die zugegeben hatte, dass sie Schwierigkeiten hätte, das Geld von der Bank zu bekommen. Und hat daher das Geld bekommen - mit Vertrag. Sie bezahlt auch brav die vereinbarte Rate ab. Und noch heute steht auf jeder Überweisung ein DANKE hinter der Ratennummer.
Ich bin immer skeptisch, was solche kurzfristigen Finanzierungen betrifft. Gerade in der Höhe ..... ganz besonders dann, wenn mir nicht gesagt wird, wozu das Geld benötigt wird. Bei einer wirklichen Notlage würde ich meiner Freundin den Betrag allerdings einfach schenken... ich will keine Raten von ihr zurückbekommen. Dabei würde ich mich blöd fühlen.
 
  • #27
Warum in Gottes Namen benötigst du mit gerade einmal 33 Jahren einen Kredit für eine Zwischenfinanzierung? Stößt mir übel auf.

Was ist daran ungewöhnlich? Sind Kredite mit 45 schlüssiger? Sind 35jährige noch nicht richtig erwachsen? Geht bei Dir nicht auch mal ein Auto kaputt und Du kaufst lieber ein neues, aber die Tantiemen gibt‘s erst am Jahresende?
Was da „übel aufstößt“ kann ich nicht nachvollziehen. Die kurze Laufzeit zeigt ja, dass sie sich Gedanken über eine schnelle Rückzahlung gemacht hat.
 
  • #28
Aber so würde ich reagieren. Ob Du in einer solchen Notlage bist, steht auf einem anderen Blatt.
So würde ich das auch tun und sie braucht auch bei mir keine Notlage. Aber Du hast Recht andere sehen das anders, besonders wenn Beziehungen immer so nüchtern und distanziert gesehen werden, nur nicht zuviel von sich investieren, dann hat man das wahrscheinlich wirklich, der "Partner" ist einem nach 1,5 Jahren noch fremd.
ch bin auch ein absoluter Verfechter, dass jeder mit seinem Geld selbst klar kommen muss, aber sollte man sich als Partner nicht auch aushelfen bzw. Unterstützung anbieten?
Du bist ja selber eine Verfechterin dieser Theorie wie oben schon jemand schrieb. Also an die eigene Nase fassen.
 
  • #29
....@Mintgrün, da musste ich tief durchtatmen, *unverschämt*....

Guten Morgen,

ich finde es eher umgekehrt umverschämt, selbstverständlich davon auszugehen, dass mein Liebster mal eben 5.000 locker machen soll. Dabei spielt es keine Rolle, ob er reich ist und alles im Überfluss hat, oder nicht. Auch er wird sein Geld nicht im Lotto gewonnen und sich sein Geld hart erarbeitet haben. Eine Beziehung bedeutet für mich auch nicht, selbstverständlich darüber, verfügen zu können, oder automatisch zu erwarten, was deins ist, ist auch meins.
Hier handelt es sich nicht um eine Notlage, sondern es geht um eine Zinsersparnis.
Ich bin selbst als junges Mädchen mit meiner zweiten großen Liebe, ganz fies auf die Nase gefallen, wir waren schon verlobt, lebten auch zusammen und ich erwartete ein Kind von ihm, das er so sehr wollte. Während ich abends noch einem Nebenjob nachging um für *unser* gemeinsames Leben Geld zusammenzusparen, ging mein Liebster fremd. Bevor er mir den Verlobungsring auf den Tisch legte, leihte er sich für seine arme Mutter, der er helfen wollte, Geld von mir, das waren nur 2.000 DM, für mich hart zusammengespart. Tage spätet beendete er die Beziehung, um drei Wochen später die Frau zu heiraten, die er während ich arbeitete, kennengelernt hatte. Mein Geld habe ich nie wiedergesehen, ich hätte es für mich und mein Kind gut gebrauchen können. Seitdem bin ich mit Geld, ganz verfixt vorsichtig. Aber auch mit Menschen, die vielleicht mit ihrem Geld nicht so freizügig umgehen. Man weiß nie, welch üble Erfahrungen dahinter stecken. Das Thema Geld, bringe ich nie in Verbindung mit einer Beziehung und dient schon gar nicht als Maßstab für den Wert einer Liebe, oder menschliche Charakterstärken, wie Großzügigkeit u.ä.
 
  • #30
Vielen Dank für eure Meinungen,
ich beantworte gerne ein paar Fragen. Das Geld brauche ich um die Schlussrate für mein Auto zu finanzieren. Und bevor jetzt alle aufschreien, nein ich habe mich nicht übernommen! Ich habe mich beruflich verändert und da ich in der Stadt wohne, benötige ich das Auto einfach nicht mehr. Das war vor 2 Jahren eine andere Situation und somit hätte ich es einfach weiter finanziert (oder bezahlt wirklich jeder von euch ein Auto cash?). Jetzt muss der Tag der Schlussrate bis zum Erhalt des Briefes und des Verkaufs überbrückt werden. 4.000 EUR habe ich selbst an freien Mitteln, für den Rest müsste ich sonst fest angelegtes Geld nehmen, dass dann 6 Wochen später nicht mehr gebraucht wird, ich es aber nicht mehr zu gleichen Konditionen anlegen könnte. Ich finde daher den Beitrag von @Vikky sehr überheblich. Man sollte in einen Text nichts hinein interpretieren, was da nicht steht.
Die Situation hat mich einfach zum Denken angeregt. Ich würde auch einer Freundin in so einer Situation Geld leihen, weil ich mir einfach denken würde "da brauchst du doch keine Zinsen zahlen" (in einer richtigen Notlage sowieso).
Den Satz, "ich leih dir doch kein Geld", habe ich so verstanden, dass es nicht nur auf mich bezogen wäre, sondern dass er niemanden etwas leihen würde. Es gibt zumindest keinen Anlass für ihn, sich Sorgen um die Rückzahlung zu machen.
Für mich war es in meiner vergangenen Partnerschaft selbstverständlich, dass man sich ausgeholfen hat und damit meine ich nicht nur Geld. Jeder hat das getan, damit es beiden gut gehen kann.
Da wir noch keine "Tiefen" hatten, kann ich nicht einschätzen wie er mit anderen Dingen umgehen würde. Gerade deshalb kommen ja bei mir diese Fragen auf. Wir planen nächstes Jahr zusammen zu ziehen. Aber ich möchte mit niemanden zusammen leben, der mich in Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trauer alleine lässt. Aber vielleicht interpretiere ich wirklich zu viel in diese Situation und sollte das Thema auf sich beruhen lassen.
 
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