• #1

Bin ich toxisch?

Hallo an alle,
ich wurde heute vor zwei Wochen überraschend verlassen.
Ich lernte sie mit 27 durch politische Arbeit kennen, sie war 23 und hatte seit 3 Jahren keinen Freund mehr, weil sie wohl mal sehr von einem verletzt wurde.
Ich war exponiert, stadtbekannt, eloquent und habe Stärke ausgestrahlt, war aber noch in einer 10 jährigen Beziehung gebunden. Nach einer politisch anstrengenden Zeit (eine Wahl) fiel ich in ein Loch und beendete die Beziehung nach 10 Jahren.
Ich trank zu viel, wollte nicht allein sein, hatte Schuldgefühle, weil ich der Frau so viel Zeit gestohlen hatte und fühlte mich schäbig, weil ich ständig an diese andere Frau dachte.
Sie suchte den Kontakt, wir verliebten uns und kamen an Silvester 2018 zusammen.
Sie ist eine Person, die alleine reist, alleine auf Konzerte geht, keine Angst vor Wohnortwechseln hat und sehr selbstständig ist, all das wäre ich gerne, war ich aber nie.
Die Schuldgefühle gegenüber der Ex schleppte ich mit in die Beziehung, es war wunderschön mit ihr, aber ich empfand plötzlich Verlustängste und Eifersucht, wenn sie mal tanzen ging. Ich bin nicht der offensive, ich fraß es in mich rein und ging jedes mal auf Distanz.
Trotzdem zogen wir nach 6 Monaten zusammen. Die erste gemeinsame Wohnung für beide von uns. Wir sprachen über Kinder, Ehe, Familie. Alles Dinge, die ich in der alten Beziehung ablehnte.
Als die Verlustängste schlimmer wurden, suchte ich mir Hilfe. Therapie, Medikamente. Es wurde besser, aber nicht zu 100%.
Im Herbst gab sie ihren studierten Beruf für einen Branchenwechsel auf, somit musste ich die Wohnung zahlen, da sie eine Ausbildung begann. Trotzdem wollte sie mit ihrer neuen (mir unbekannten) besten Freundin allein ins Ausland fliegen.
Sie fragte mich beiläufig am Telefon, ob das ok sei, ich wollte persönlich darüber sprechen. Ich habe die Idee aufgrund der finanziellen Lage und aufgrund meiner Unsicherheit zunächst abgelehnt. Das Drama verschlimmerte sich. Sie dachte "ich wäre inzwischen so weit" sowas einfach, ohne Gespräch abzusegnen.
Wir rauften uns noch mal zusammen, sie begann die Ausbildung, lernte den ganzen Tag, ich nahm an, es wäre in Ordnung so.
Dann vor zwei Wochen die Trennung. Ich kam nach Hause, sie sagte "Wir müssen reden", "Ich fühls nicht mehr", "Ich bin unglücklich", "Ich liebe dich nicht mehr richtig". Sie packte ihre Sachen, ließ mich da sitzen und fuhr zu ihrer Freundin.
Am nächsten Tag teilte sie mir noch mit, dass sie damit abgeschlossen hat. Ich habe sie sozusagen beim Lernen gestört.
Seitdem bin ich für sie wie ein Fremder, zahle unsere Wohnung zwar noch, wohne aber bei meinem Vater. Es gab noch ein Telefonat welches sie "hinter sich bringen" wollte. Sie hätte sich gewünscht, dass ich souveräner mit Kontakten zu ihren bisherigen Partnern umgehen würde, sie reisen lassen würde, wohin sie will, auch wenn sie meiner Situation auch Bauchschmerzen hätte, dass sie sich für mich zu sehr verändert hat.

Ich kann gerne ins Detail gehen. Bin ich toxisch?
 
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  • #2
Toxisch finde ich einen furchtbaren Begriff.

Ich hatte Schuldgefühle, weil ich der Frau so viel Zeit gestohlen hatte und fühlte mich schäbig, weil ich ständig an diese andere Frau dachte.

Wie bitte?
"weil ich der Frau so viel Zeit gestohlen hatte"
??

Wo ist Dein Selbstwert?

Sie fragte mich beiläufig am Telefon, ob das ok sei, ich wollte persönlich darüber sprechen. Ich habe die Idee aufgrund der finanziellen Lage und aufgrund meiner Unsicherheit zunächst abgelehnt. Das Drama verschlimmerte sich. Sie dachte "ich wäre inzwischen so weit" sowas einfach, ohne Gespräch abzusegnen.

Du bist anstrengend.
Sie muss sich von Dir die Genehmigung holen, weil Du Verlustängste (du weißt es ja selbst) hast. Da ist keine gute Basis. Du manipulierst damit ständig die Beziehung.


Sie ist eine Person, die alleine reist, alleine auf Konzerte geht, keine Angst vor Wohnortwechseln hat und sehr selbstständig ist, all das wäre ich gerne, war ich aber nie.

Sie ist mutig. Du ängstlich.
Hört sich so an, als wenn Du Deine Partnerinnen runterziehst.
Toxisch klingt sehr hart, aber da ist sicher schon etwas dran.
Und so jung, wie Du bist hast Du schon professionelle Hilfe und medikamentöse Therapie erhalten.
Also schau erstmal, dass Du für Dich Dein Leben besser hinbekommst.
 
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  • #3
Toxische Beziehungen erkennt man daran, dass sie überhaupt nicht gut tun, sondern sogar sehr wehtun und seelisch und auch körperlich krank machen können! Lass sie gehen, ich hoffe, der Mietvertrag läuft auf beide Personen, so dass sie sich finanziell nicht ohne weiteres rausschleichen kann, ich würde nicht die gesamte Miete bezahlen, in der Annahme, der Vertrag läuft auf beide Namen!
 
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  • #4
Klingt alles furchtbar kompliziert und anstrengend.

Problem ist, dass Du nicht alleine sein kannst (siehe auch die andere Frage). Außerdem bist Du sehr ambivalent: Einerseits beschreibst Du Dich als sehr stark (also zumindest Stärke ausstrahlend), andererseits erwähnst Du eine geringe Selbständigkeit und die erste gemeinsame eigene Wohnung mit Deiner letzten Freundin.

Schau, dass Du mal alleine Dein Leben auf die Reihe kriegst - keine neue Freundin, auch wenn die Frauen Dir weiterhin nachlaufen sollten. Sie hindern Dich in Deiner Entwicklung (so, wie sich auch fördern können). Und "toxisch" ist irgendwie so ein Modewort, wo hast Du das her?

Als die Verlustängste schlimmer wurden, suchte ich mir Hilfe. Therapie, Medikamente. Es wurde besser, aber nicht zu 100%.
Echt, Medikamente gegen Verlustängste? Sachen gibts! Nun gut, wie gesagt, schau, dass Du mal eine Zeit lang (mindestens ein Jahr) alleine zurecht kommst und Dich "findest".
ErwinM, 51
 
  • #5
Ja, ich denke, du solltest zunächst eine Therapie machen.
So bist du wohl kaum beziehungsfähig.
 
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  • #6
Könnte es nicht auch umgekehrt sein, dass deine Ex für dich toxisch war? Von deinem Geld zu leben, sich die Miete finanzieren zu lassen und dann auf Reisen zu gehen, zeigt, dass du eher eine Funktion als Liebe für sie warst. Vielleicht waren deine Verlustängste gar nicht so falsch und entsprachen eher dem miesen Bauchgrfühl? Ich bin verheiratet, habe ein Kind, habe mir meine unabhängigen Seiten (Reisen, Konzerte, Cafes auch regelmäßig allein) zwar bewahrt, aber sie trägt das voll auf deinem Rücken aus und, ganz wichtig, ist finanziell nicht unabhängig, sondern lässt dich zahlen. Das klingt nicht partnerschaftlich oder an dir interessiert. Sei froh, dass du sie los bist. Arbeite an deiner Unsicherheit und deinem Selbstwert, reise mal allein oder geh allein ins Konzert (nach Corona). Ich kann mir vorstellen, du entdeckst neue Seiten in dir und im Leben. Viel Glück!
 
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  • #7
Ich war exponiert, stadtbekannt, eloquent und habe Stärke ausgestrahlt,
Wie kann man Stärke ausstrahlen, wenn man nicht stark ist ?
Ich trank zu viel, wollte nicht allein sein, hatte Schuldgefühle, weil ich der Frau so viel Zeit gestohlen hatte und fühlte mich schäbig, weil ich ständig an diese andere Frau dachte.
Das wäre für mich Selbstmitleid und das ist dir und anderen gegenüber toxisch, ja...

es war wunderschön mit ihr, aber ich empfand plötzlich Verlustängste und Eifersucht,
Eifersüchtig sind immer beide. Also auch deine letzte Partnerin wird mit Verlustängsten zu kämpfen haben, verfährt aber anders damit. Ihren Drang nach Selbstständigkeit würde ich so deuten.

Daher würde ich mir an deiner Stelle nicht den schwarzen Peter von ihr zuschieben lassen. Ihr tragt da beide euer Päckchen.
Im Herbst gab sie ihren studierten Beruf für einen Branchenwechsel auf, somit musste ich die Wohnung zahlen,
Wieso musstest du? Also wenn ich Pläne mache und so selbstständig bin, wieso mache ich mich dann von der Unterstützung eines Partners abhängig? Ergibt keinen Sinn für mich. Wahrscheinlich ist sie dir ähnlicher, als dir aktuell bewusst ist und es existiert eine Diskrepanz zwischen dem, was sie nach außen hin vorgibt zu sein und dem, was sich innerlich bei ihr wirklich abspielt.


Ich fühls nicht mehr", "Ich bin unglücklich", "Ich liebe dich nicht mehr richtig".
Oh je, bloß keine Verantwortung übernehmen.
Wenn du zu Schuldgefühlenneigst, dann treffen solche Äußerungen natürlich auf fruchtbaren Boden.
Sie ist eine Person, die alleine reist, alleine auf Konzerte geht, keine Angst vor Wohnortwechseln hat und sehr selbstständig ist, all das wäre ich gerne,
Dann weißt du ja, wohin die Reise für dich gehen soll.

Nicht toxischer als sie....
 
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  • #8
Was ist denn mit der Wohnung? Zahlst du die alleine, während sie Fernreisen unternimmt?
Und wenn du sie zahlst, warum wohnst du dann bei deinem Vater?
Also auf jeden Fall ist die Dame auch nicht ohne.
Also ob du jetzt toxisch bist?
Weiß nicht.
Also vorher warst du es ja gewohnt, dass die Damen auf dich zugingen. Da hattest du wohl auch keine Verlustängste.
Diese Frau hat ihr eigenes Ding durchgezogen. Ob das nun gerade partnerschaftlich war, wenn sie den Partner kaum mit einbezieht, wer weiß.
Toxisch ist mir in dem Fall ein bisschen too much. Du wolltest diese Frau an dich binden, das wollte sie aber nicht.
Wenn du dich mit Bindungsstilen beschäftigen willst, schau mal nach Stefanie Stahl.
 
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  • #9
Ich war exponiert, stadtbekannt, eloquent und habe Stärke ausgestrahlt
Und dieses Image liebst du, auch wenn du weißt, dass es in dir drin ganz anders aussieht.

Die Frau hat sich in deine starke Fassade verliebt, die du aber nicht lange aufrecht erhalten konntest auf Grund deiner Verlustangst.

Nimm nicht einfach nur irgendwelche Pillen, um deine Ängste zu betäuben, mach lieber eine ordentliche Therapie, um deinem wahren Selbst auf die Spur zu kommen.

Aus deinem anderen Thread
Aktuell bin ich ohnehin nicht bereit für eine Beziehung, ich durchlebe gerade die Hölle.
Und trotzdem fragst du schon, wie man am besten datet. Du kannst echt nicht allein sein, das ist ganz schlecht, wenn du eine ernsthafte Beziehung suchst.
 
  • #10
Nee, warum auch ?

Ziehe selber wieder in die Wohnung oder hole Deine Sachen aus der Wohnung, kündige den Vertrag und stelle die Mietzahlungen ein.

Sie sollte sich zwischenzeitlich überlegt haben, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Ansonsten ist das Ding gelaufen und sie war wohl alles andere als eine ideale Partnerin.
Schau nach vorne.
 
  • #11
Du trinkst zu viel und verbietest deiner Freundin, alleine zu reisen. Du hast Verlustängste, schreibst du. Diese hast Du medikamentös behandeln lassen. Was ist nun die Diagnose? Eifersucht? Toxische Persönlichkeit? Was sagt dein Arzt?
 
  • #12
Sie ist eine Person, die alleine reist, alleine auf Konzerte geht, keine Angst vor Wohnortwechseln hat und sehr selbstständig ist, all das wäre ich gerne, war ich aber nie.
Ihr passt nicht zusammen.
Ihr tut euch beide nicht gut. Sie hat es bemerkt und die Sache beendet. Du hattest Verlustängste, mit denen du nicht klar kamst und sie fühlte sich durch dich beschränkt. Wie sollte dabei etwas Sinnvolles für die Zukunft heraus kommen? Vielleicht hast du in dem Punkt Verlustängste jetzt das erlebt, was deine Davor-Ex in der zehnjährigen Beziehung mit dir erleben musste.
Toxisch ist für mich eine Beziehung, die seelisch krank macht, aber nicht eine, die wie hier lediglich an einer mangelnden Passung scheiterte.
Wickle alles Gemeinsame wie Wohnung, Gegenstände etc. ab, um weitere Unkosten zu vermeiden und sortiere dein Leben neu.
 
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  • #13
Toxische Menschen überschreiten Grenzen. Denen sind die Wünsche und Bedürfnisse von anderen egal, ein Nein wird nicht akzeptiert und ihr Ding, ohne gemeinschaftliche Klärung oder gegenteiligem Wünschen/Interessen des Partners egoistisch durchgezogen. Toxische Menschen kreisen egozentrisch nur um sich, andere Menschen sind Erfüllungsgehilfen und nützliche Objekte, nur um ihre eigenen Wünsche und Interessen zu bekommen.
Jetzt nach deinem EP sehe ich erstmal nichts toxisches. Du hast Dich nach 10 J in deine Ex fremdverliebt. Deine Ex wollte absolutes Vertrauen und Freiheit, Du ein Miteinander, ein Einbezogen werden in ihre Ideen / Interessen und auch Mitsprache bei ihren Entscheidungen. Du hattest ein ungutes Gefühl bei ihrem Freundeskreis aus Ex-Partnern/-Liebschaften. Sowas kommt vor. Keine Ahnung, ob sie dich aus allen ihren Kontakten raushielt. Interessant wer alles spontan in Corona-Zeiten in Urlaub fliegen will, trotz Reisebeschränkungen und Reisewarnung, Urlaubs-Reisen gecancelt wurden, während D Ausgangssperren hat. Und ich finde schon, dass Du Mitsprache hast, wenn Du ihr den Urlaub sponsern sollst, oder wurde sie von ihrer Freundin eingeladen? Aber auch sowas (und andere Vorhaben) bespricht man dann doch mit seinem Partner im persönlichem ruhigen Gespräch und nicht beiläufig. (Es wirkt, als wäre ihr deine Meinung nicht wichtig und Du als Partner nicht wesentlich.) Auch wenn Du es ihr nicht per se verbieten kannst, darum geht es auch hier nicht, denke ich, kannst Du schon deine Bedenken und Gedanken äußern, gerade wenn die finanzielle Situation angespannt ist und falls sie sich dafür verschulden würde, weil ihr anfängliches Ausbildungsgehalt dafür nicht reicht. Komisch, dass sie selbst auch ein Problem damit hätte, wenn Du selbst allein oder mit einem Freund in Urlaub geflogen wärst. Klingt nach zweierlei Maß messen, sie darf und bei Dir steht es in den Sternen, ob sie nicht umgekehrt genauso erstmal interveniert und eine Mitsprache verlangt hätte. Du bist ein Mensch, der Nähe braucht und eine dir bekannte Person als Begleitung zu Events. Es scheint, sie entscheidet einfach über deinen Kopf hinweg und Du hast Dich anzupassen. So geht Partnerschaft in meinen Augen auch nicht. Ich sehe Partnerschaft wie 2 GF und die Beziehung als erfolgreiches Geschäft, da ist es auch nicht so, dass einer Geschäftsabschlüsse tätigt, die Einfluss auf die Firma haben, wovon der andere nichts weiß und dieser soll stillschweigend alles abnicken bzw. im nächsten Schritt, gäbe es dazu keinerlei Info mehr. Sie hatte es so angekündigt, dass sie Dich dann künftig vor vollendete Tatsachen stellen will.
Sie dachte "ich wäre inzwischen so weit" sowas einfach, ohne Gespräch abzusegnen.
Für mich ein schaler Beigeschmack und keine Basis, wenn man gemeinschaftlich wirtschaftet, weil einer soll an anderer Stelle ausgleichen, wo man selbst seine eigene Bedürfnis-Erfüllung im Fokus sieht.
 
  • #14
Ich finde diese Labels irgendwie nicht hilfreich. Was sollte das über Dich sagen, wenn Du "toxisch" wärst? Dass alle Frauen vergiftet werden, wenn sie mit Dir eine Beziehung eingehen?

Es findet sich immer zusammen, was sich passend findet und sich was geben kann. Und auch nehmen kann vom anderen. Wenn es was Negatives ist, dann ist es was Negatives. Dann bearbeiten sich beide gegenseitig auf schmerzhafte Weise, und das Beste, was sie tun können, ist, draus zu lernen.

Dass Du Dich schuldig fühlst, der Frau so viel Zeit gestohlen zu haben, klingt danach, als seiest Du lange Zeit nicht ehrlich gewesen, und Du wolltest schon lange raus aus der Beziehung. Ja, wenn man schon weiß, dass man den anderen nicht so liebt wie der einen liebt, dann stiehlt man durchaus Zeit. Man täuscht ihn und weiß, dass man irgendwann doch gehen wird. Aber so passiert das halt Menschen.

Du beschreibst Dich mit positiven Worten, hast vermutlich ein Amt, bei dem Du vorzeigbar sein musst (innerlich ebenfalls) und vielleicht passt Dein Handeln gar nicht zu Deinem Selbstbild. Aber die Schuld musst Du deswegen trotzdem nicht derart empfinden. Du warst eben nicht in der Lage, zu Dir zu stehen und Schluss mit Deiner langjährigen Partnerin zu machen. Wie gesagt: passiert.
Betrogen hast Du ja nicht, und selbst DAS passiert. Also wenn man die richtigen Schlüsse draus zieht und sich wirklich ändert zu mehr Integrität, dann hat man das Beste aus diesem eigenen miesen Verhalten als Ergebnis rausgezogen.

Bei der zweiten Frau war es ja nun auch so, dass Du nicht offen warst. Darüber lohnt es sich nachzudenken, denn Du scheinst Dir ja eine intakte Beziehung zu wünschen. Wenn man gefühlsmäßig noch die Exbeziehung verarbeitet und das mit in die neue Beziehung schleppt, klappt das nicht mit dem Offensein und man reagiert falsch, zieht sich zurück, stellt Abstand her, wo man Nähe herstellen müsste. Aber die neue Frau erscheint mir entweder schon immer sehr freiheitsbezogen zu sein oder sie wurde es gerade. Immerhin hat sie ja auch eine neue Ausbildung angefangen, also ist in Umbruchstimmung, will sich auf ihr neues Ziel konzentrieren.
Ich würde sagen, das ist eine Individualistin mit einhergehendem Egoismus, der schlecht zu Beziehungen mit diversen Kompromissen und Anhänglichkeiten passt.
 
  • #15
Du wirkst auf mich wie ein Mensch, der nicht mit sich im Reinen ist, der nicht "in seiner Mitte" ist. Du agierst mE gesteuert von Bedürfnissen, die befriedigt werden sollen und sich ergeben aus Erwartungen Deinerseits an Dich selbst mit ziemlichem Druck, aus Repräsentationsbedürfnissen, um vor anderen toll dazustehen, aber das "Hinterland" dazu fehlt, und Sehnsucht nach einer Beziehung, in der Du emotional aufgehoben bist.

Ich denke, Du bist auch in ner Umbruchstimmung. Dein bisheriges Sein und Leben funktioniert nicht mehr glatt, weil es mit Dir als Persönlichkeit nicht zusammenpasst.

Ich nehme mal an, diese Wahl lief nicht so, wie Du es erhofftest (egal, ob Du Dich zur Wahl gestellt hast oder nur einen anderen unterstützt hattest), denn Du bist ja danach in ein Loch gefallen. Oder sie lief gut, aber auf einmal war nichts mehr da, für das Du brennen konntest?
Wenn sie schlechter als gedacht lief, könnte ich mir vorstellen, dass Dein Selbstbild da schon zu bröckeln begann, was sich dann ausweitete auf die Tatsache, dass Du in Deiner Beziehung nicht gleich ehrlich warst.

Vielleicht ist es eine Zeit, in der Du in Deiner Persönlichkeit gefestigt wirst und nicht mehr die Außenwirkung das Selbstbild so bestimmt als "Guter". Dazu müsstest Du weglassen, was Du bislang an Unbrauchbarem herangezogen hast für den Selbstwert. Also alles weg denken, Geld, Erfolg, Gewinn, gutes Aussehen, Uni-Abschlüsse usw., das was übrig bleibt, sollte Dir was wert sein, also Du solltest diese ganzen anderen Attribute nicht brauchen, um Dich wertvoll zu finden.

Das bedeutet keineswegs, dass Du Dein Handeln in der Vergangenheit gut und richtig finden sollst. Aber daraus kann man ja Erkenntnisse ziehen, und dann eben besser handeln.
Fehlverhalten ist menschlich, also jetzt auf ewig mit Schuldgefühlen rumzurennen, aber nichts zu ändern, bringt gar nichts.
Mach es besser. Und hadere nicht mit Dir, wenn Dein Selbstbild nicht so glänzend ist, wie Du dachtest. Vielleicht war das auch ne Menge verlangt, wenn ein Mittzwanziger politisch schon als Persönlichkeit was darstellen soll, das die potenziellen Wähler angeblich oder tatsächlich wollen.
 
  • #16
Toxisch finde ich einen furchtbaren Begriff.



Wie bitte?
"weil ich der Frau so viel Zeit gestohlen hatte"
??

Wo ist Dein Selbstwert?



Du bist anstrengend.
Sie muss sich von Dir die Genehmigung holen, weil Du Verlusteängste (du weißt es ja selbst) hast.

1. Ich finde die Schuldgefühle der ersten Ex gegenüber durchaus nicht von der Hand zu weisen, da die beiden 10 Jahre zusammen waren, der FS mit ihr nie zu Potte kam, und erst nach 10 Jahren die Beziehung beendet hat, weil er dann erst gemerkt hat, dass sie es nicht ist, und sich ganz klassisch in eine andere verknallt hat. Da könnte man als Verlassene schon mal beiläufig drauf kommen, dass er hier ihre besten Jahre verschwendet hat für nichts und wieder nichts. Aber gut, sowas ist Ansichtssache, außerdem gehören ja immer zwei dazu. Sie hätte sich ja nicht solange hinhalten lassen müssen.

2. Entschuldige mal bitte, @Kimi 48 , ich dreh den Spieß mal auf meine Situation um: Wenn mein Mann seine gut bezahlte und sichere Arbeit aufgibt, zugunsten einer einkommensschwachen Ausbildung, und ich daraufhin die Miete für uns beide alleine stemmen muss, er daraufhin aber mit einem neuen besten Kumpel, den er noch gar nicht lange kennt, in irgendeinen Urlaub fahren will, dann finde ich, habe ich jegliches Recht, eine Rechfertigung zu verlangen. Das hat nichts mit Manipulation zu tun, sondern mit Selbstschutz. Ich lass mich doch nicht ausnutzen?! Im Falle des FS hätte die Dame lieber einen Nebenjob annehmen sollen, um was zur Miete beizutragen, anstatt im Urlaub Geld auszugeben, welches ihr nicht gehört und sie auch gar nicht hat. Sie wollte den Urlaub auf Kosten des FS machen, während er weiter das Geld für die gemeinsame Wohnung erwirtschaften soll. Ich finde, das gehört sich nicht.
 
  • #18
Zunächst mal danke ich euch allen für die ausführlichen und ehrlichen Antworten nach nicht mal einem Tag.
Mit so viel Frequenz hätte ich nicht gerechnet.

Ich ordne nochmal Einiges.
1. Ich habe mir vergangenes Jahr, als die Probleme aufgrund meiner Verlustängste zunahmen Hilfe gesucht und mir wurde eine Angst- bzw. Anpassungsstörung diagnostiziert. Zur mentalen Stütze bekam ich dann ein SSRI, also ein Antidepressivum verschrieben. Die wirken meistens gegen mehrere Probleme. Ein fester Therapieplatz war leider noch nicht in Sicht.
Es gibt aber auch eine Vorgeschichte. Mir wurde mit 9 Jahren von mehreren Psychologen ADS (ohne Hyperaktivität bescheinigt). Zwischen 9 und 15 nahm ich, von den Ferien abgesehen durchgehend Ritalin. Bis ich es aus Stolz absetzte und meine Abschlüsse ohne Medikamente, aber mit extrem viel Nachhilfe machte. Es wird mir zwar noch verschrieben, ich nehme es aber seit damals nicht mehr ein.
Mein Bruder war auch wegen einer Anpassungsstörung und Depressionen in Behandlung und ich entschied mich während des Zivildienstes im Jahr 2010 auch schonmal für ein paar Gespräche und das Einstiegsmedikament Citalopram, ich brach aber beides wieder aus Stolz ab.
Meine Eltern sind geschieden und meine Mutter hadert seit 20 Jahren mit ihrem Schicksal. Völlig überdosierte Antidepressiva, ohne therapeutische Begleitung, Medikamentesucht und im letzten Jahr erfuhr sie auch noch, dass ihr außerordentlich liebenswerterter neuer Mann seit einem Jahr eine Affäre mit einer 22 Jährigen Kollegin hat. Selbstmordversuch und ein weiteres langes Elend folgten.
 
  • #19
Nun nochmal zu mir. In politischen Ämtern gewöhnt man sich den souveränen Habitus an. Hinzu kommt, dass ich diesen Habitus eben ganz gut ausfülle. Ich bin politisch, habe ein gewisses Standing und die Leute applaudieren ohne Vorklatschen und hängen an meinen Lippen. Natürlich ist das schmeichelhaft, aber ich habe eben auch eine Seite die sich chronisch schuldig und inkompetent fühlt und die nicht liebenswert ist, wenn sie sich erstmal offenbart. Nicht weil ich bösartig bin, sondern weil ich - wie meine Mutter immer sagt- immer dann wenn ich mein gewohntes Habitat verlasse, einen Stock im Arsch habe. Ich habe Angst. Vorm Scheitern, davor niemals das zu machen was ich machen will, alleine zu sterben. In Wahrheit vor allem.
Ich bin noch nicht an dem Punkt zu glauben, dass sie auf meine Kosten leben wollte. Vllt. merkte sie nur bei der Sache mit der Reise, dass sie es wirklich würde und konnte damit nicht leben, nicht mit mir.
Die Liebe sei mit jedem Streit, jeder Uneinigkeit in den letzten Monaten etwas mehr kaputt gegangen.
Trotzdem hat sie noch einen Tag vor der Trennung rumgealbert, tanzte vor mir herum, sagte mir, dass sie mich liebt. Und jetzt hat sie ihr Whatsappprofil für mich unsichtbar gemacht und wollte das letzte Telefonat vergangenen Freitag "endlich hinter sich bringen". Sie lacht auf Instagramfotos, hat abgeschlossen und bedauert gar nichts. Vermutlich habe ich ihr nur ihre Zeit gestohlen. Aber wie kann man seinen Partner von sich aus noch im Bett als "meine große Liebe" bezeichnen und dann so kalt werden? So frei von Mitgefühl oder wenigstens Bedauern?

Ihre Eltern haben ihr die Hölle deswegen heiß gemacht. Ich weiß nicht genau was da bei ihrer letzten Beziehung 3 Jahre vor mir eigentlich genau passiert ist, aber die Familie mischte sich wohl ein, und attestierte ihr ein schlechter Mensch und unvermittelbar zu sein. Jetzt nachdem ihr Vater (notgedrungen) von mir erfahren hat was passiert ist, scheint richtig krach zu sein.
Für die Wohnung zahle ich über 1.000 €, sie steuert 200 € bei. Ich wohne nicht dort, weil sie alles eingerichtet hat und sie garantiert nicht bei ihren Eltern unterkommt. Ich bin sentimental und halte es dort nicht aus. Wie sie immer sagte: "Das ist UNSER Zuhause". Jetzt ist es nur noch ein Mausoleum. Zumindest für mich.
 
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  • #20
Lieber Fs,
Du hast einer jungen, beziehungsunerfahrenen Frau vorgegaukelt, dass Du ein erfolgreicher souveräner Mann bist. Darüber hinaus hast Du sie in Sachen Beziehungswunsch längere Zeit in Unsicherheit gelassen.
Nun greifen 2 Dinge:
1. Nach 2 Jahren Beziehung erkennt sie, dass Du nicht der Mann bist, der Du zu sein öffentlich vorgibst, sondern genau das Gegenteil, ein emotional abhängiges Klammeraeffchen, dass noch nichtmal allein seine Miete zahlen kann und in der Not zu Papa flüchtet - mit 30 Jahren. AUA. So einen Partner brauchen wenige Frauen mit 20+
2. Du hast Dich verzockt mit Deiner Zauderei zum Beziehungsstart. So hat sie Dir nie wirklich vertraut und war als Schutzmechanismus emotional immer mit angezogener Handbremse unterwegs. Das siehst Du in fehlender Zärtlichkeit und darin, dass sie ihr Leben ohne Dich plant. Das macht man so, wenn der Partner ein Wackelkandidat ist.

Du warst nicht gezwungen "eure Mietwohnung" allein zu bezahlen und sie verjuxt ihr knappes Geld noch auf Reisen mit anderen.
- Entweder ist es eure gemeinsame Wohnung mit einem gemeinsamen Mietvertrag und dann muss sie die Miete auch zahlen, d.h. beruflich anders planen.
- Oder es ist Deine Wohnung und ja, dann musst Du die Miete allein zahlen, weil Du (warum auch immer) keine klaren Verhältnisse geschaffen hast.

Du eierst rum auf der Suche nach Deinem Vorteil (die selbstständige Frau soll Deine Klammerei vollumfänglich automatisch bedienen), statt dass Du gemeinsam mit ihr planst oder klare Verhältnisse schaffst im Form von interpretationsfreien Ansagen:
1. Du hast hier finanzielle Verpflichtungen mit der gemeinsamen Wohnung, denen Du Dich nicht so einfach entziehen kannst und voraussetzen, dass ich Dich durchfuettere.
Bleib so lange in Deinem Job und verschieb Dein Studium, bis Du genug Rücklagen hast für die Miete und wir eine preiswerte Wohnung.
2. Dir geht es wohl nicht gut: keine Miete zahlen, aber auf Reisen mit anderen gehen.
Dann ist die Frau halt weg. So what? Ist sie doch auch, obwohl Du den Konflikt nicht geführt hast..
 
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  • #21
Also auf jeden Fall ist die Dame auch nicht ohne.

Das weißt Du doch gar nicht.
Mir scheint der FS sehr unehrlich (gaukelt allen den strammen MAX vor) und auch sehr inkompetent (versucht Probleme mit Pillen und Alkohol zu lösen, flüchtet zu Papa) zu sein.
Da ist kaum anzunehmen, dass er mit der Partnerin irgendwie klare Verhältnisse geschaffen hat, nämlich dass sie für Ihren Lebensunterhalt selber verantwortlich ist, dass er die Wohnung nicht allein bezahlen kann usw.
Vielmehr kannst Du bei solchen Leuten wie dem FS davon ausgehen, dass sie bei anderen die Illusion wecken, dass alles gar kein Problem ist: selbstverständlich kann er die Miete allein zahlen können und wollen, selbstverständlich unterstützt er alle ihre unkommunizierten Selbstverwirklichungstrips und findet sie noch toll.

Er hat ein Problem, weil er sich an seinem Mogelpackung-Sein komplett verhoben hat und nichts dafür zurückbekommt (Zuneigung, sie passt sich ihm an etc).
Er muss einfach authentisch sein und und sich die zu seiner Persönlichkeit sowie seinen Fähigkeiten passende Partnerin suchen sowie das richtige Leben führen, statt nach den Sternen zu greifen.
Dann muss er seinen Kummer nicht in Alkohol ertränken und seine Ängste unter Pillen verschütten, sondern hat gar keine Probleme und Ängste.
 
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  • #22
Für die Wohnung zahle ich über 1.000 €, sie steuert 200 € bei. Ich wohne nicht dort, weil sie alles eingerichtet hat und sie garantiert nicht bei ihren Eltern unterkommt. Ich bin sentimental und halte es dort nicht aus. Wie sie immer sagte: "Das ist UNSER Zuhause". Jetzt ist es nur noch ein Mausoleum. Zumindest für mich.
Moment mal, zahlst Du jetzt immer weiter?
Und das, obwohl sie sich von Dir getrennt hat ?
Und dann auch noch eine so teure Wohnung ?

Mit Bodenhaftung habt ihr es wohl beide nicht so richtig .....
 
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  • #23
Knorkell, das tut mir sehr leid für Dich, was ich hier lese.

Nicht nur Du, auch Dein Bruder zeigt Folgen einer depressiven Kindheit.

Ich gehe mal davon aus, das Du Cipramil früh abgesetzt hast und heute vergleichbares bekommst. So wie Du es beschreibst kann ich nur hoffen, dass Du in 2021 Chance auf eine stationäre Therapie bekommst.

Ich denke wir brauchen jetzt Deine Angst nicht zu diskutieren, da ja Diagnosen vorliegen.

Trotzdem hat sie noch einen Tag vor der Trennung rumgealbert, tanzte vor mir herum, sagte mir, dass sie mich liebt. Und jetzt hat sie ihr Whatsappprofil für mich unsichtbar gemacht und wollte das letzte Telefonat vergangenen Freitag "endlich hinter sich bringen". Sie lacht auf Instagramfotos, hat abgeschlossen und bedauert gar nichts. Vermutlich habe ich ihr nur ihre Zeit gestohlen. Aber wie kann man seinen Partner von sich aus noch im Bett als "meine große Liebe" bezeichnen und dann so kalt werden? So frei von Mitgefühl oder wenigstens Bedauern?

Tröste Dich damit, dass es ihr sicher nicht leicht gefallen ist, die Beziehung zu beenden. Vielleicht ist es ihre Art damit umzugehen, abzuschließen. Wir wissen es nicht.

Ich wünsche Dir alles Gute und Erfolg in Deiner Therapie.
Ich kann Dir an diesem Punkt keine Ratschläge erteilen.

Wirklich, alles Gute
Kimi
 
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  • #24
Dankeschön für die detailreichen Erklärungen, manches macht das Bild verständlicher, manches ist überflüssig. Bei Euch ist nichts Toxisches, ließ Dich mal im Netz ein, diese Beziehungen nehmen Dir die Freude, die Kraft, das Selbstvertrauen, ... toxisch ist giftig und nach einem Kontakt mit solchen Menschen fühlt man sich krank, wie vergiftet. Ihr kommt aus scheinbares schwierigen Elternhäusern, Du Scheidungskind mit Panikattacken, Verlustängsten, Schwierigkeiten Dich schnell Situativ anzupassen und zu reagieren, mit Selbstzweifel und sie mit einem strengen Elternhaus, wahrscheinlich mit Kontrolle, wo sie gegen rebelliert und sich frei kämpft, endlich autonom sein will. Ihr habt einfach nicht zusammen gepasst, weder von der Zeit, noch euren Umständen. Du bist freiwillig und eng an deine Familie geknüpft, sie verteidigt ihre Unabhängigkeit, will sich keine Vorschriften machen lassen. Ich weiß nicht, ob du sie hier emotional verstehen kannst? Und auch Ob ihr miteinander reden könnt? Ich weiß nicht, wie Du im Gespräch bist, ob du die richtigen Worte bei ihr getroffen hast, ob das Gespräch kurz und präzise war, auf den punktgenau, oder langatmig, anstrengend, kompliziert, weil der Inhalt verlor sich in den ganzen unbedeutenden Details. Du bist nicht toxisch, ihr seid beide jung, und es passt nicht zwischen Euch. Ihr entwickelt Euch noch beide und seid im Prozess. Und Du stiehlst niemanden Zeit, solange du noch Gefühle und Hoffnung hast. Erst wenn dir klar ist, es ist längst vorbei und du reitest ein totes Pferd, und verzögerst dann absichtlich die absehbare Trennung, um Jahre, machst bewusst leere Versprechungen, wegen Besserung, nur gezielt um den anderen zu halten, obschon Du weißt, das die Person sich bei nächstbietender Gelegenheit abgeschossen und ausgetauscht wird; aber noch solange finanziell und persönlich ausgenutzt bzw. von Nutzen ist. Dann erst stiehlst Du der Person ihre Jahre, weil sie, auf die ihr vermittelte Hoffnung der Besserung vergeblich vertraute. Scheint hier auch nicht der Fall.
 
  • #25
Hm. Deine traurige Vergangenheit tut mir wirklich leid. Aber wenn du uns nun allen leid tust, bringt dich das ja auch nicht weiter. Daher versuchen wir jetzt mal lösungsorientiert:

1. Du sagst, dass sich die Ex jetzt aktuell woanders aufhält, und du dich bei deinem Vater. Nun zahlst du aber gerade 1000€ für eine leere Wohnung. Und sie nochmal 200€. Einfache Geschichte: es gibt Kündigungsfristen. Kündige die Wohnung, teile ihr das mit. Dann ist der Spuk nach 3 Monaten vorbei und du bist frei. Sie kann ja auch die Wohnung weiterführen, dann muss sie aber die 1200€ selbst aufbringen. Ich finde, dass das schon sehr schräg ist, dass du zwar ansonsten eine totale Angststörung hast, aber keinen Augenblick zauderst, diese Riesensumme für nichts zu zahlen. Davon hast du doch gar nichts.

2. Sei froh, dass alles vorbei ist, ich denke, hier hat vieles nicht gepasst, wenn du tatsächlich unter psychischen Problemen aufgrund deiner Vergangenheit leidest, dann ist sicher auch mit dir das Zusammenleben nicht so schön. Also das wäre dann dein Anteil. Die Frau konnte damit sicher auch nicht so gut umgehen, insofern hätte sich das sowieso totgelaufen. Aber du musst nun nicht aus Sentimentalität den barmherzigen Samariter spielen. Wirklich nicht. Mach einen klaren Cut und lass los von der Geschichte. Im Grunde ist nichts weiter passiert, außer dass sich hier zwei junge Leute getrennt haben. Das kommt vor und irgendwann kommt die nächste, die besser passt. Und eventuell hast du bis dahin deine Ängste viel besser im Griff. Kümmerst dich erstmal um dich.
 
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  • #26
Lieber Fs,
Du hast einer jungen, beziehungsunerfahrenen Frau vorgegaukelt, dass Du ein erfolgreicher souveräner Mann bist...
Moment. Sie hat mich in einer Wahlkampfphase kennengelernt und da war ich eben 24/7 ein Kandidat, als diese Zeit vorrüber war und wir uns kennenlernten freute sie sich darüber endlich private Seiten kennenzulernen und ich habe von Anfang an explizit kommuniziert, dass auch ich meine Kanten habe, auch ich schon verletzt wurde und ich ein Mensch mit Schwächen bin. Ich habe niemandem etwas vorgegaukelt. Die Vorgeschichte kannte sie.

1. Nach 2 Jahren Beziehung erkennt sie, dass Du nicht der Mann bist, der Du zu sein öffentlich vorgibst, sondern genau das Gegenteil, ein emotional abhängiges Klammeraeffchen, dass noch nichtmal allein ......
Emotional abhängig? Vllt. ist das so. In die Wohnung sind wir unter der Bedingung gezogen, dass wir uns die Miete teilen. Als sie für sich allein entschied ihren Job zu schmeißen weil sie damit unglücklich war, habe ich mich ohne zu zögern dazu bereit erklärt die Miete zu übernehmen, sie bestand darauf so viel beizusteuern wie sie kann. Das waren eben 200 €. Sie wollte keinen Versorger, selbst beim abendlichen Essen gehen, versuchte sie mich regelmäßig davon abzuhalten die Rechnung zu zahlen. Ich hätte sie in jeder Hinsicht unterstützt. Ich renne zu Papa? Sorry, auf der Couch von Freunden zu hausen geht mal für 2 Nächte, aber nicht auf Dauer. Hätte ich sie rausschmeißen sollen?
2. Du hast Dich verzockt mit Deiner Zauderei zum Beziehungsstart. So hat sie Dir nie wirklich vertraut und war als Schutzmechanismus .....
Dann hätte sie vllt. nicht so häufig davon sprechen sollen, dass sie endlich angekommen ist, ich der Richtige bin und ihre große Liebe.
Du warst nicht gezwungen "eure Mietwohnung" allein zu bezahlen und sie verjuxt ihr knappes Geld noch auf Reisen mit anderen.
......
Wir haben die Wohnung gemeinsam gesucht, gemeinsam bezogen und den Vertrag gemeinsam unterschrieben. Als sie sich entschied ihren Beruf aufzugeben wurden die Karten finanziell neu gemischt. Ich hätte die Wohnung aber dennoch nie als "meine" bezeichnet.

Du eierst rum auf der Suche nach Deinem Vorteil (die selbstständige Frau soll Deine Klammerei....

Ich wollte nicht ihr Sugar Daddy sein, ich wollte ihr auf gleicher Augenhöhe begegnen, unabhängig von monetären Kriterien.
Aber sich ohne Rücklagen zwei super teure Tattoos zum Neustart von einer Künstlerin stechen zu lassen (eines habe ich bezahlt, als Geb.Geschenk), ständig Kohle auszugeben, sich für die teure Wohnung zu entscheiden und dann noch ohne mich verreisen zu wollen war zu viel.
Mit jeder noch so zurückhaltenden Kritik daran, fühlte sie sich jedes Mal ihrer Integrität beraubt.
 
  • #27
Moment mal, zahlst Du jetzt immer weiter?
Und das, obwohl sie sich von Dir getrennt hat ?
Und dann auch noch eine so teure Wohnung ?

Mit Bodenhaftung habt ihr es wohl beide nicht so richtig .....
Dann sag mir was der richtige Weg ist.
Die Kündigungsfrist beläuft sich eben auf 3 Monate. Sie hat die Beziehung am 07.12. beendet, also 4 Tage nachdem die Kündigung bei den Vermietern hätte eingehen müssen um zu Ende Febraur den Vertrag beenden zu könen.
Jetzt muss die Kündigung bis zum 03.01.2021 bei den Vermietern eingehen, damit das Verhältnis zum 1. April beendet wird. Bei unserem letzten Telefonat, sagte sie mir, dass sie noch nicht gekündigt habe, weil ihr neuer Vertrag noch nicht unterschrieben sei. Damit insinuiert sie im Grunde genommen, dass sie zur Not auch nochmal einen Monat dranhängen würde welchen ich maßgeblich bezahlen müsste.
Das Geld ist nicht das Problem, ich habe da keine Sorgen, das Prinzip passt mir so langsam nicht mehr.
Die einzige "Härte" die ich mir jetz zutraue ist die von ihr zu verlangen die Kündigung jetzt zu unterschreiben.
Aber aufhören die nächsten 3 Monate zu zahlen? Soll ich sie auf die Straße setzen weil sie mich nicht mehr liebt und mich wie Dreck behandelt? Vllt. wäre das gesund, aber so will ich nicht sein.
Sie lebt noch in der Wohnung. Ich hätte es dort nicht ausgehalten, habe aber zumindest die Kraft gefunden auf die Suche nach Neuen zu gehen.
Stationäre Reha beginn für mich am kommenden Sonntag, da ich leider noch in Quarantäne bin. Entsprechend darf ich das Haus meines Vaters gar nicht verlassen.
 
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  • #28
aber ich habe eben auch eine Seite die sich chronisch schuldig und inkompetent fühlt und die nicht liebenswert ist, wenn sie sich erstmal offenbart.
Aber so gehst Du ja auch nicht an andere Leute ran, dass Du sie, wenn sie sich mal "fehlerhaft" zeigen, aussortierst als "nicht liebenswert". Klar ist es gut, wenn man das anstrebt, die beste Version von sich zu sein und sich auch Vorbilder sucht, aber dabei sollte nicht vergessen werden, dass man 1. von Idolen auch nur Fassade sieht, 2. kein perfekter Mensch werden kann und muss. Und mit Liebe hat das nichts zu tun, sonst würden ja nur perfekt gute Menschen geliebt werden.

Ich würde sagen, trenn das erstmal strikt in Deinem Kopf - die Masse, die Dich nicht kennt und von Dir den Saubermann haben will, und die Privaten, die natürlich auch kein mieses Bild von Dir haben sollten, aber ein menschliches.
Öfter mal scheint die Eitelkeit bei Politikern mitzuspielen und der Gedanke, "das Volk" sei "die anderen und irgendwie ... doof" und der Mensch nicht "Angestellter" des Volkes. Es ist sein Job, mehr von irgendwas zu verstehen und es zu erklären.
Und ja, so oberflächlich, wie viele denken, ist es auch wichtig, eine saubere Weste zu haben und kompetent auszusehen. Aber das kann ein Korsett werden, und Du trennst es ja nicht. Ich denke auch, das Denken "das Volk will ne saubere Fassade" und "privat bin ich gar nicht so, und die sehen das nicht" macht es vermutlich später, dass dann "Volk, das sind die anderen" entsteht, wenn der Politiker erstmal fest im Sattel sitzt.

Meiner Ansicht nach ist es wichtig, dass einem das bewusst ist, dass nur, weil man Fremden den Saubermann vorspielen muss, weil man sonst nicht weiterkommt im Amt, diese Fremden nicht doof sind, weil sie sich täuschen lassen, und dass man dieses Image nicht hineinschleppt in seine Beziehungen und da auch den Überlegenen machen will.

Ich könnte mir vorstellen, in die Politik hat es Dich ja auch aus bestimmten Gründen getrieben, die persönlich sein werden. Irgendwas ziehst Du für Dich draus, wenn Du sowas tust. Helfenwollen oder Ansehen haben oder mit wichtigen Menschen zu tun haben. Ich finde hilfreich, immer die eigenen Motivationen für irgendwas zu kennen und sich hier nicht was vorzumachen, weil man als ein saubermännischer Guter dastehen will fürs Selbstbild.

Was die Medikamente angeht, kann ich nichts dazu sagen. Ich weiß nur von Bekannten, die eine psychische Erkrankung haben, dass die ihre Medikamente auf gar keinen Fall einfach so absetzen dürfen, weil der Hirnstoffwechsel angepasst ist und ein "kalter Entzug" schlimme Folgen haben kann.

Darum hast Du Dich ja nun schon gekümmert und ich hoffe, es gibt bald einen Therapieplatz für Dich. Du und Dein Bruder, ihr habt es wirklich nicht leicht gehabt.
 
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  • #29
Wie kann man Stärke ausstrahlen, wenn man nicht stark ist ?

Ist mir auch aufgefallen.
Es ist nicht Stark seine Probleme zu ertränken, oder in Selbstmitleid zu verfallen.

Soll ich sie auf die Straße setzen weil sie mich nicht mehr liebt und mich wie Dreck behandelt?

Ähm? Ja! Wenn Sie das wirklich macht, nach wem hast Du denn zu fragen.
Auch wenn im, ich glaube Alten Testament steht, wenn dir einer ne Ohrfeige gibt, so dreh ihm auch noch die andere Seite entgegen.
Warum willst du denn zum Ohrfeigengesicht mutieren?


m50
 
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  • #30
Ich höre immer öfter, dass wir es nicht leicht hatten.
Ich bin aber in einem Umfeld groß geworden, in dem alle Eltern entweder geschieden sind oder völlig entfremdet leben und in dem keine Beziehung wirklich stabil bleibt.
Ich habe mir immer eingeredet, über dem ganzen Mist zu stehen den ich so erlebt habe, zumal ich viele Menschen kenne die ganz andere Probleme haben. Das scheint sich jetzt langsam zu rächen.
Versteht mich hier nicht falsch, ich bin Kommunalpolitiker und saß die letzten 3 Jahre einem parteinahem Jugendverband vor durch den ich auch meine jetzt Verflossene kennenlernte. Sicherlich imponierte ihr mein geschliffener Habitus, eloquente Reden und auf Podien mit Politpromis zu sitzen macht auch Eindruck. Das war aber kein vorgegaukelter Versuch irgendeine Frau zu beeindrucken, sondern in dieser Zeit auch ein Job.
Mein täglich Brot verdiene ich als Kaufmann. Ich sitze nicht im Berliner Politsumpf.
Dennoch hat es seinen Preis, mit jedem Schulterklopfen entfernt man sich ein wenig mehr von seinen eigentlichen Absichten und meine politische Leidenschaft ist in den letzten zwei Jahren mehr und mehr der Leidenschaft für diese Frau gewichen. Natürlich auch aus etwas Defätismus bezüglich einiger politischer Entwicklungen und Ermüdungserscheinungen.
Das ist aber ein anderes Thema.
Ich danke euch erstmal für die Antworten, auch die Kritischen. Es ist sympathisch, dass sich Leute für wildfremde Angelegenheiten so viel Zeit nehmen.
 
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