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  • #1

Beziehung mit einem verwitweten Menschen?

Ihr habt nach etlichen Jahren des Singledaseins in Eurer zweiten Lebenshälfte ü50 den Menschen getroffen, den Ihr Euch im Grunde Euer ganzes Leben lang gewünscht habt... nicht gesucht, einfach gefunden... er ist einfach in Euer Leben spaziert und war 'da'... und es war für Euch beide 'magic'...
Keiner von Euch beiden hat einen Partner/Partnerin gesucht, innerlich habt Ihr Euch irgendwo auf ein Leben alleine ohne Partner eingestellt und das auch nicht mit einer Unzufriedenheit... Euer Leben ist ausgefüllt.

Und dann, wider jeglicher Erwartung, blinkt Euch da aus dem Heuhaufen diese Nadel entgegen...

Nun der Wermutstropfen: der potentielle Partner/Partnerin hatte bereits einmal die Liebe seines Lebens... (durch Tod verloren).Ja, natürlich, JEDER hatte schon Partner, von denen er sich getrennt hat, auch ohne dass jemand verstorben ist.Aber das ist ja nicht vergleichbar, denn diese Beziehungen wurden gelöst und beendet, fast immer wurde sich entliebt, vielleicht auch mit einem bischen Herzeleid... aber in diesem Falle wird eine grosse Liebe für immer im Herzen getragen.

Abschliessen mit der Vergangenheit ist möglich, aber immer wird natürlich im Herzen irgendwie noch Liebe für die Verstorbene/den Verstorbenen sein...

Würdet Ihr die Nadel aufheben oder lasst Ihr sie liegen??

Wie geht Ihr um mit einem (1) Bild der Verstorbenen/des Verstorbenen an der Wand in der Familienahnengalerie? Wie empfindet Ihr den Ehering am Finger auch noch nach Jahren? Darf die Verstorbene/der Verstorbene überhaupt erwähnt werden? Würdet Ihr etwas über die Verstorbene/den Verstorbenen wissen wollen, über die Todesumstände? Was empfindet Ihr zumutbar und was nicht mehr, wenn tiefe Liebe auf beiden Seiten vorhanden ist?
 
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  • #2
'....Wie geht Ihr um mit einem (1) Bild der Verstorbenen/des Verstorbenen an der Wand in der Familienahnengalerie? Wie empfindet Ihr den Ehering am Finger auch noch nach Jahren? ....'

Da haben wir wieder kräftig in die Klischeekiste gegriffen! Vielleicht sollte ich fragen, von welcher Altersklasse Du sprichst, FS? 90+ ....

Bei mir hat mein jetziger Mann KEIN Bild meines verstorbenen Mannes in der Wohnung gefunden, der Ehering wurde mit dem Tod meines Mannes abgelegt, eine Familienahnengalerie existiert nicht ....

und nun, FS?

Wir tragen alle unsere Erinnerungen in uns, auf ein Podest stellen muss man sie aber nicht, dass tun am ehesten Menschen, die in der Gegenwart nicht angekommen sind.
Der Tod eines Menschen zwingt dazu, diese Beziehung auch innerlich zu beendeten, denn es gibt keine Chance auf wiedersehen!

Es kommt, bei verwitweten, wie bei getrennten oder geschiedenen Menschen darauf an, ob die Vorbeziehung verarbeitet worden ist.

PS:
Ich war 35 Jahre jung, als mein damaliger Mann starb, mit einen Kind in der Pubertät.
Verarbeitet hatte ich den Verlust so ca. nach 3 Jahren - in der Zeit war ich -nicht- partnersuchend.
Nach 5 (fünf) Jahren habe ich dann meinen jetzigen Mann getroffen - der zum Glück so gar keine Klischees über verwitwete Menschen in sich trug.
Wir haben geheiratet und ein gemeinsames Kind.
 
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  • #3
Ich, w24, hätte wenig Probleme damit. Es ist sehr kostbar so einen Menschen zu finden. Die Liebe zu seiner verstorbene Frau ist ein Teil von ihm. Er lernte sie kennen, heiratete sie und sie ging. Es war ein glücklicher Abschnitt in seinem Leben. Die Erinnerung, die Kinder sind alles Erinnerungen an sie die Frau zu ehren, die so viele schöne Tage ihm beschert hat und sein Leben bereichert hat. Ich würde nicht wollen, dass er das Bild seiner verstorbene Frau abnimmt. Ich wäre ihr dankbar, dass sie so einen lieben Menschen, den nun ich von Herzen liebe, gut behandelt hat und ihm ein schöne, unvergessliche Zeit gab. Nie und Nimmer würde ich so einen Mann gehen lassen.
 
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  • #4
Nun der Wermutstropfen: der potentielle Partner/Partnerin hatte bereits einmal die Liebe seines Lebens... (durch Tod verloren).[...]
Abschliessen mit der Vergangenheit ist möglich, aber immer wird natürlich im Herzen irgendwie noch Liebe für die Verstorbene/den Verstorbenen sein...

Würdet Ihr die Nadel aufheben oder lasst Ihr sie liegen??

Wie geht Ihr um mit einem (1) Bild der Verstorbenen/des Verstorbenen an der Wand in der Familienahnengalerie? Wie empfindet Ihr den Ehering am Finger auch noch nach Jahren? Darf die Verstorbene/der Verstorbene überhaupt erwähnt werden? Würdet Ihr etwas über die Verstorbene/den Verstorbenen wissen wollen, über die Todesumstände? Was empfindet Ihr zumutbar und was nicht mehr, wenn tiefe Liebe auf beiden Seiten vorhanden ist?

Bei diesen Bedenken würde ich die "Nadel nicht aufheben"!
Ich bin immer wieder verwundert, wie gestelzt die Gesellschaft mit Tod umgeht, dabei sind wir doch alle sterblich.
Die Frage nach dem Ehering am Finger oder dem Bild an der Wand erinnert mich an ein Gebot: du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Liebe FS die Tote ist keine Konkurrenz für dich, sie kann nicht aus dem Grab aussteigen. Wenn du so große Angst hast, dich mit ihr messen zu lassen, dann solltest du etwas für dein Selbstbewußtsein tun. Wenn ihr Euch gut genug kennt, dann wird dein Partner schon von selbst etwas über den Tod seiner Frau erzählen, sollte er es nicht tun, weil er vielleicht meint, er könnte dich damit überfordern, dein Beitrag schließt das nicht aus, dann belass es dabei.
Ich habe sterben schon ganz nah mit erlebt und kann mich über diese Fragen eigentlich nur wundern. Bei all den Bedenken, die sich für dich ergeben, kann ich mir auch nicht recht vorstellen, dass der Witwer dein "Traummann" ist, vielleicht heroisierst du hier etwas. Die "Große Liebe" und die "kleinlichen Bedenken" schließen eigentlich einander aus.
w
 
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  • #5
Warum willst du dich und ihn bestrafen? Ist unverschuldet es Unglück nicht genug?
Du schreibst doch selbst, ihr habt euch gefunden ohne zu suchen, also schaut doch einfach, was daraus wird.
 
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  • #6
aber in diesem Falle wird eine grosse Liebe für immer im Herzen getragen.

Sehe ich leider nicht so! Auch durch den Tod entliebt man sich leider. Es ist eine Trennung und Distanz/Nichtsehen bedeutet leider immer auf Dauer sich entlieben, auch wenn das sehr unromatisch klingt und auch, wenn es vorher die große Liebe war. Dir sollte allerdings klar sein, dass ein Witwer schon einige Jahre braucht, um sich emotional davon entfernen zu können. Wie bei einer normalen Trennung in der Regel auch.

Die Trauer versiegt in der Regel mit einem neuen Partner, der in sein Leben tritt und wenn man Lust hat, und offen ist, für einen neuen Menschen.
Es gibt auch nicht nur eine große Liebe im Leben. Das ist leider so.

Der Wermutstropfen ist doch dieser: ihr seid beide glücklich Single und wollt auch lieber Single bleiben. Mit der verstorbenen anderen Person hat das rein gar nichts zu tun.

Und zu deinen Fragen. Wie schon gesagt, eine Trennung braucht Zeit. Ich habe auch bei jeder meiner Trennung viele Jahre getrauert, da lässt man schon mal Bilder, Geschenke und Ringe stehen. Ich würde mich an deiner Stelle von dem Mann fern halten, nicht weil er um seine verstorbene Frau trauert, sondern weil er schlichtweg wie jeder Mann, der verlassen wurde, resigniert hat und die neue Frau mit Distanz und emotionaler Kälte bestraft. Wenn der Mann tiefe Liebe für dich empfinden würde, würde er alles im Laufe der Zeit vernichten und Bilder abhängen und mit seiner Vergangenheit abschließen. Aber Männer sind leider so. Mit der toten Partnerin hat das überhaupt gar nichts zu tun. Ich würde auch gar nichts unbedingt von der Frau hören wollen. Das Risiko, dass man Mitleid empfinden, und an den Mann anhänglich wird, ohne dass er es will, ist einfach zu hoch. Schau, was draus wird, aber warte nicht zu lange. Du hast auch nichts zu vergeuden.
 
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  • #7
Verwitwe Menschen schließe ich als Partner aus, schlichtweg ich generell das Interesse verliere, sobald jemand bereits geheiratet hat. Für wen eine Heirat in Frage kommt (oder zumindest einmal kam), der ist zu mir einfach nicht kompatibel.

Ich würde mich allerdings nicht davon abschrecken lassen, dass jemand bereits einen unverheirateten Partner verloren hat. Allerdings bin ich auch keine eifersüchtige Person, ich habe nicht den Anspruch, die unangefochtene Nummer Eins zu sein. Solange diese Person zu erneuter tiefer Liebe fähig ist und nicht die neue Partnerin an der Verstorbenen misst, würde ich mich darauf einlassen. Erinnerungsstücke sind verständlich und ich würde daran keinen Anstoß nehmen, solange nicht alle Räumlichkeiten damit zugepflastert sind, als würde die ehemalige Partnerin hier noch ein und aus gehen. Ob ich etwas über den Todesfall wissen will? Nicht im Detail, aber ich hätte sicherlich ein offenes Ohr, wenn das gewünscht ist. Was ich natürlich nicht hören will: "X hätte das nie getan." Weil ich nicht X bin, kein Ersatz für X sein kann, und mit der verstorbenen X auch nicht in Konkurrenz treten will.

26, w
 
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  • #8
Für die Generation Ü50 kann ich (w42) nicht sprechen, wohl aber dir meine Erfahrung mit einem verwitweten Mann schildern.

Dass da schon mal eine große Liebe war, empfand ich per se nicht als Problem. Ich habe mich damals nur nach intensiven Gesprächen, in denen er mir versicherte, absolut mit der Trauer um diese Frau abgeschlossen zu haben, eingelassen. Fotos von ihr wurden abgehängt und im Schrank verstaut, einen Ehering trug er sowieso nicht mehr.

Als wir dann zusammen waren, habe ich aber im Alltag gemerkt, dass da längst nicht alles überwunden war. Ständig war die Frau Thema und es ging darum, was sie alles im Leben geleistet hat und wie toll er das fand. Im Endeffekt wollte er, dass unser Leben genau so ablief, wie er es aus seiner Ehe gewohnt war. Das fing beim Tagesablauf am Wochenende an und ging bis zur Urlaubsplanung und den Hobbys. Irgendwann merkte ich, dass ich da nur in eine Rolle gepresst wurde. Bei jeder Kleinigkeit wurde sie erwähnt. Wenn ich mir ein Buch kaufte, hieß es z.B. seine verstorbene Frau habe nie Bücher gekauft, sondern sie in der Bücherei ausgeliehen, warum ich das nicht auch mache usw. Ich sollte alles genauso machen wie sie. Auch seine Verwandtschaft und der Freundeskreis hatten ihren Tod noch nicht überwunden, oft war sie Thema, wenn wir auf Besuch waren. Ich habe diese Beziehung nach ein paar Monaten beendet, weil ich das Ganze nicht länger ertragen konnte. Zum Schluss fand ich raus, dass er mich beim Todesdatum der Frau angelogen hatte, also noch gar nicht so lange Witwer war, wie er mir ursprünglich gesagt hatte. Er gab dann zu, dass er noch lange nicht über die Frau hinweg war, aber dachte, eine neue Beziehung hilft ihm, damit abzuschließen.

Was ich damit sagen will: Ein Witwer käme für mich nie wieder in Frage. Sei bloß vorsichtig. Prüfe sehr genau, ob du dich einlässt. Es wäre für mich an deiner Stelle ein absolutes Warnzeichen, dass da noch Fotos hängen und er einen Ehering trägt. Es kommt aberlich nicht darauf an, was andere als zumutbar empfinden. Höre auf dich selbst. Wenn es für dich nicht zumutbar ist (und so klingt es), dann lass es.
 
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  • #9
Wenn man u50 ist macht es ja auch keinen Spaß sich mit dem Tod zu beschäftigen, ich glaube schon deshalb lehnen viele (auch Ältere) Witwer ab, Witwen glaube ich weniger, Männer sind da meist lockerer. Was mich allerdings immer wieder wundert ist die Realitätsferne der Nichtbetroffenen.

Warum sollte die Verstorbene ohne Fehler gewesen sein, die Ehe so 100%ig, dass der Witwer sich später auf keine neue Frau mehr einlassen kann.?
Deshalb möchte ich mal auf den Roman "Rebecca" von Daphne du Maurier 1938 und auf die Verfilmung von Adolf Hitchcock verweisen. Nicht jede/ jeder Verstorbene war zu Lebzeiten ein Engel.
Ich glaube auch die Aversion gegen Witwer ist in erster Linie eine Aversion gegen das Sterben allgemein. Nehmt es doch vielleicht mal etwas lockerer, sterben müssen wir alle einmal. Aber vielleicht ist dieser Thread ja auch eine Gelegenheit mal über die eigene Endlichkeit zu reflektieren.

Zudem wäre noch zu bedenken, dass ein ü50 Mensch möglicherweise andere Vorstellungen von "der großen Liebe" hat, da ihn das Leben länger prägte als einen jungen Menschen. Wer sich so gern in einen Alten verlieben will, sollte vielleicht mal berücksichtigen, dass nicht nur eine Zahl von Jahren trennt, sondern auch die Anzahl der gemachten Lebenserfahrungen, die einem im Laufe des Lebens "aufgezwungen" werden.
 
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  • #10
Ich würde mich an deiner Stelle von dem Mann fern halten, nicht weil er um seine verstorbene Frau trauert, sondern weil er schlichtweg wie jeder Mann, der verlassen wurde, resigniert hat und die neue Frau mit Distanz und emotionaler Kälte bestraft. Wenn der Mann tiefe Liebe für dich empfinden würde, würde er alles im Laufe der Zeit vernichten und Bilder abhängen und mit seiner Vergangenheit abschließen. Aber Männer sind leider so.

Nein, Männer sind nicht "schlichtweg so", was für ein Unsinn! Die FS hat auch nichts von Kälte und Distanz des Witwers zu ihr geschrieben, im Gegenteil.

Liebe FS, warum musst du seine Vergangenheit auslöschen? Er hat sie gelebt, sie hat ihn (mit)geformt, er ist auch durch seine Vergangenheit mit seiner verstorbenen Frau ein so liebenswerter Mann geworden, der dir heute gefällt. Vergleiche es vielleicht ein wenig mit unseren Ursprungsfamilien: mit dem Schritt in ein eigenes Leben (eine eigene Partnerschaft) müssen wir auch nicht alle Bilder und Gefühle für unsere Familien auslöschen. Sicher würde ich das Bild meiner Schwiegermutter nicht auf dem Nachtisch meines Mannes sehen wollen, aber irgendwo an der Wand schadet es nicht, falls das ein Bedürfnis für ihn ist. Wenn er seinen Ehering noch trägt, braucht er eben noch etwas Zeit. Solltet Ihr heiraten, womit ein gemeinsamer neuer Ehering anstünde, wird er den alten sicher zur Seite legen.

Wie würdest du empfinden, wenn er für seine verstorbene Frau nur negative Worte hätte? MICH würde das stutzig machen, ich habe immer darauf geachtet, dass ein Mann, der vor mir andere Beziehungen hatte, positiv von den Verflossenen geredet hat. Ich hatte über einige Jahre eine Beziehung zu einem Witwer, natürlich habe ich ihn nach einiger Zeit nach dem Zusammenleben mit seiner verstorbenen Frau gefragt. Nie intim, immer ganz offen und verständnisvoll. Er erzählte von der schönen Zeit, und ich besuchte oft mit ihm gemeinsam das Grab der Frau; mit Blumen. Er hat mir wiederholt gesagt, dass ihm das sehr geholfen hätte. Ich empfand diese Frau nie als Konkurrentin, eher als eine, mit der ich wohl befreundet gewesen wäre, hätte ich sie gekannt. w
 
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  • #11
Hallo,

ich war selber 23 Jahre mit einem Witwer verheiratet und sehr glücklich mit ihm geworden.
Anfangs ist es ganz normal, dass man über den verstorbenen Partner spricht, denn er gehört zum Leben des anderen dazu. Irgendwann werden diese Gespräche aufhören. Das gehört zur Vergangenheitsbewältigung dazu. Denn der verstorbene Partner wird immer einen Platz in seinem Herzen behalten.Sein Herz aber wird jetzt bei dir sein. Mein Mann sagte immer zu Freunden: seit ich meine neue Liebe habe ist jeder Tag wie Weihnachten. Jetzt bin ich selber Witwe und glaub mir, ich weiß wovon ich spreche.

LG
 
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  • #12
Der weiterhin getragene Ehering zeigt entweder den Status der angeblichen Heunadel deutlich oder er ist ein Mittel der Manipulation: Der/die Hinterbliebene möchte geheiratet werden, der alte Ehering soll durch einen neuen ersetzt werden.

Für mich wäre beides nichts. Aber wenn man wirklich liebt, ist man ja leidensfähig (und blind).
 
  • #13
Es ist für Verwitwete eh schon nicht einfach, sich auf einen neuen Partner einzulassen. Man sollte es ihnen dann nicht noch schwer machen, wenn sie die Kraft gefunden haben, wieder offen für Neues zu sein. Dazu gehört sehr viel Kraft.

Der/die Verstorbene stellt keine Konkurrenz dar, aber laßt den Zurückgebliebenen doch ihre Gefühle. Kinder tun sich auch schwer damit, ihre leibliche Mutter verloren zu haben und die neue Frau ihres Vaters wenigstens zu akzeptieren.
 
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  • #14
@12
Kinder bestimmen aber den Zeitpunkt nicht, zu dem es einen neuen Partner gibt.
Man macht es wie Gast 1: Man wartet, bis man ausgetrauert ist. Wenn ich trauere, sehe ich Heunadeln selbst dann nicht, wenn sie vor meiner Nase tanzen.
 
  • #15
Radio Eriwan, im Prinzip ja....

Meine Liebste ist Wittwe und ein Teil Deiner Überlegungen trifft auch zu. Er wird immer einen Platz in Ihrem Herzen haben- aber es ist auch klar dass Sie nun mich liebt mit allem drum und dran, ohne zu Vergleichen oder Ihm immer noch nachzutrauern.

Das ist der wichtigste Punkt überhaupt- man muss mit diesem teil des Lebens abgeschlossen haben, akzeptieren dass Er/Sie nicht mehr da ist und offen für das weitere Leben sein.

Solange:

Wie geht Ihr um mit einem (1) Bild der Verstorbenen/des Verstorbenen an der Wand in der Familienahnengalerie? Wie empfindet Ihr den Ehering am Finger auch noch nach Jahren?
Das der Fall ist ist dem eben nicht so, vor allem wenns schon länger her ist.

Das ist der zweite Punkt: die Zeit des abschliessens dauert erheblich länger als nach einer Trennung. Ein oder Zwei Jahre sind da deutlich zu wenig, der neue Partner immer eine Art Ersatz.

Darf die Verstorbene/der Verstorbene überhaupt erwähnt werden? Würdet Ihr etwas über die Verstorbene/den Verstorbenen wissen wollen, über die Todesumstände?

Ja, natürlich. ER/Sie muss irgendwann man thematisiert werden, auch um zu sehen welche Rolle es noch spielt. welchen Platz das Ganze einnimmt. Aber nicht immer und ständig, das wird einmal geklärt und gut ist. Die Todesumstände sind auch wichtig, man muss ja den Partner nicht in dieselben Verlustängste treiben (es gibt da etwas was ich deshalb nun nicht mehr mache).

Was empfindet Ihr zumutbar und was nicht mehr, wenn tiefe Liebe auf beiden Seiten vorhanden ist?

Ob tiefe Liebe bei Ihm vorhanden ist weisst Du ja gar nicht. Der Ring sagt was anderes. Du bist nicht seine wichtigste Liebe sondern die verstorbene. Ich sehe das anders als Dogbert- der/die verstorbene ist schon eine Konkurrenz, nicht real aber im Herzen schon- solange der Platz darin für Sie/Ihn deutlich grösser ist als für den aktuellen Partner.
 
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  • #16
Vielen Dank für Eure Resonanz.Es ist hilfreich für mich, die Situation dank neutraler Außenstehender mal aus der Sicht von Aussen betrachten zu können, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie ER sich fühlen mag...

Ich, die FS, bin der verwitwete Part.Ich wollte niemanden verwirren, aber habe in meiner Frage absichtlich nicht formuliert, ob hier Mann oder Frau verwitwet ist, da ich denke, dies spielt zum einen keine Rolle, und mich neutrale Sichtweisen zur Situation als solche interessiert haben.Besonders auch der Beitrag von Kalle ist für mich wertvoll, alle anderen jedoch auch.

Ich möchte noch sagen, dass ich diesen Mann sehr liebe und achte, und sehr tiefe Gefühle für ihn habe.Er ist mein kostbarstes Gut und ein nicht mehr erwartetes Geschenk vom Leben.Ich weiss, dass auch ich für ihn die Nadel im Heuhaufen bin, die er längst nicht mehr zu finden glaubte.Und deshalb möchte ich ihm deutlich zeigen, dass ER für mich der wichtigste Mensch ist, und nicht mein verstorbener Mann... wenn ich morgens aufwache, ist ER mein erster Gedanke (nicht mein verstorbener Mann), wenn ich abends zu Bett gehe, ist ER mein letzter Gedanke (nicht mein verstorbener Mann), wenn ich an einem schönen Tag aus dem Fenster schaue, und gerne einen Spaziergang machen würde, sehe ich im Geiste IHN an meiner Seite und sehne mich nach IHM (nicht nach meinen verstorbenen Mann), usw. dies bezieht sich auf alle Lebensbereiche, auch auf erotische Gedanken.Natürlich liebe ich meinen verstorbenen Mann auch, und dies wird wahrscheinlich auch immer so bleiben.Aber diesen Mann liebe ich mindestens genauso tief und innig, und wünsche ihn an meiner Seite und jetzt nicht mehr meinen verstorbenen Mann (er ist ja auch tot).Er ist kein Ersatz für meinen verstorbenen Mann (Menschen kann man nicht durch andere ersetzen), sondern ein neues Kapitel in meinem Lebensbuch...

In meiner Wohnung gibt es keine Gegenstände von meinem verstorbenen Mann, ich habe ein (1) einziges Bild von ihm an der Wand, genau wie von allen anderen lieben verstorbenen Menschen und Haustieren... und ich trage immernoch meinen Ring, da es in den letzten Jahren keinen Anlass gab, ihn abzulegen...
 
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  • #17
Eingangsfrage der FS:
Wie geht Ihr um mit einem (1) Bild der Verstorbenen/des Verstorbenen an der Wand in der Familienahnengalerie? Wie empfindet Ihr den Ehering am Finger auch noch nach Jahren? Darf die Verstorbene/der Verstorbene überhaupt erwähnt werden? Würdet Ihr etwas über die Verstorbene/den Verstorbenen wissen wollen, über die Todesumstände? Was empfindet Ihr zumutbar und was nicht mehr, wenn tiefe Liebe auf beiden Seiten vorhanden ist?
Vielen Dank für Eure Resonanz.Es ist hilfreich für mich, die Situation dank neutraler Außenstehender mal aus der Sicht von Aussen betrachten zu können, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie ER sich fühlen mag...[...]
In meiner Wohnung gibt es keine Gegenstände von meinem verstorbenen Mann, ich habe ein (1) einziges Bild von ihm an der Wand, genau wie von allen anderen lieben verstorbenen Menschen und Haustieren... und ich trage immernoch meinen Ring, da es in den letzten Jahren keinen Anlass gab, ihn abzulegen...

Liebe FS ich hatte auf deine Fragestellung auch geantwortet, habe nach deiner abschließenden Antwort jedoch den Eindruck: wozu?
Du bist dir doch bereits im Klaren, für deinen neuen Partner kann hier keiner mitdenken. Du hast Bilder von deinen Lieben an der Wand, auf die gleiche Weise wie von deinem Haustier. Ich würde meinen verstorbenen Partner nicht mit einem Haustier im Zusammenhang nennen.
Alles gute, gut dass du mit deiner Situation so gut zu recht kommst.
 
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  • #18
Liebe #16, vielen Dank für Dein Feedback.

Ja, ich für mich bin mir im Klaren, Du fragst ''wozu''... ich möchte eben auch die Sichtweise und Empfindungen zur Situation von Aussen besser nachvollziehen können... wie sich das für IHN anfühlen könnte, den ''Mann danach''... und dabei helfen mir Eure Antworten.Um das ggfs. mit ihm zu thematisieren, ist es einfach noch früh, deshalb liegt mir hier die Sichtweise Außenstehender mal am Herzen.

Du hast Bilder von deinen Lieben an der Wand, auf die gleiche Weise wie von deinem Haustier. Ich würde meinen verstorbenen Partner nicht mit einem Haustier im Zusammenhang nennen. .

Nun, es geht ja nun absolut nicht um die Haustiere, aber wärest Du ich und hättest mein Leben, und das meines verstorbenen Mannes gelebt, würdest Du definitiv und in jedem Fall die Haustiere im Zusammenhang auch benennen, und für meinen verstorbenen Mann und mich waren unsere Tiere zeitlebens Familienmitglieder, die ebenso ihren ''Ehrenplatz'' verdient haben nach ihrem Tod.Und bei meiner neuen Liebe ist es ganz genauso...

Mit diesem Beispiel wollte ich eigentlich auch nur vermitteln, dass ich nicht eine komplette Zimmerwand mit den Bildern meines verstorbenen Mannes zugekleistert habe, oder er dort einen ''Schrein'' hat, sondern, dass eben dort alle, die ich geliebt habe und die mir viel bedeutet haben, ihr Plätzchen haben, auch die Tiere, die mir überdies sehr über den Tod meines Mannes hinweghalfen, was die empathischsten Menschen nicht vermochten... LG
 
  • #19
Hi FS,

In meiner Wohnung gibt es keine Gegenstände von meinem verstorbenen Mann, ich habe ein (1) einziges Bild von ihm an der Wand, genau wie von allen anderen lieben verstorbenen Menschen und Haustieren... und ich trage immernoch meinen Ring, da es in den letzten Jahren keinen Anlass gab, ihn abzulegen...

Wo ist diese Wand? Im Wohnzimmer oder im Flur? Damit hätte ich jetzt kein Problem (auch wenn meine Liebste das nicht hat, Sie braucht kein Bild um ihn in Ehren zu halten.

Aber sorry, der Ring hat eine andere Bedeutung. Sicher auch für Dich. Es ist nunmal DAS Symbol der Verbundenheit.
Spätestens jetzt hast Du einen Anlass Ihn abzulegen. Aber eigentlich hättest Du das in dem Moment machen sollen als Du bereit für ein neues Leben warst. Solange das Symbol für ein Wir zu einem anderen an Deinem Finger steckt hast Du den Platz im Herzen noch nicht freigeräumt. Du musst auch Symbolisch loslassen- nicht vergessen!

Pack Ihn in eine Schatulle und leg ihn in Deine Schmuckschatulle. Halt Ihn in Ehren aber lass Dein Herz frei.

Das verdient dieser neue Mann einfach.

Viel Glück.
 
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