• #91
Ich werde eine machen und vielleicht denke ich dann anders, bin befreiter, im reinen mit mir.
Nur wirklich als Vorschlag.
Eines nach dem anderen.

Zieht um, weg von der Nachbarschaft mit Deiner Mutter, das ist sowieso ein sehr heikles Thema - Thema für die Therapie.
Ich denke, diese Nähe tut gerade ihr übriges.
Dazu Hausbau, Corona, das Kind - Hormone.
Das ist sehr viel.

Umzug , Therapie, und dann schaut mal.
Vielleicht kommt ihr mal zur Ruhe, statt dass Du jeden Blick, jedes Wort, alles sezierst und ihr jedesmal wieder in Eure Streitschleife geratet.

Es war lange gut, und ihr zerschmeisst gerade wahnsinnig viel Porzellan.

Mach mal auch gedanklich Stopp, wenn Du wieder den nächsten Ärgerpunkt findest. Da gibt es innere Dynamiken, dass man seine Unzufriedenheit /Wut immer mehr nährt.
Und am Ende ist es ein eigenes Ablenkungsverhalten, unbewusst, weil einen gerade ganz andere Themen triggern, die man nicht anschauen mag.
Übersetzt - ihr wohnt bei Deiner Mutter, die Erlebnisse aus der Vergangenheit lassen sich nur noch bedingt verdrängen, in der Distanz ging es.
Das löst in einem Gefühle aus, von Angst, Wut, Trauer, etc., die schwer aushaltbar sind.
Und dann ist Wut auf den Partner, und der Aktionismus beim Hausbau, die übersteigerte Euphorie hervorragende Ventile, um die anderen Gefühle nicht zu zulassen.

Bitte, das ist nur ein Denkanstoß, ich bin keine Psychotherapeutin, das muss natürlich professionell hinterfragt werden.

Aber es gibt persönliche Erfahrungen.
Und gerade deswegen, keine Kurzschlussreaktionen, finde etwas für Dich, wo Du entspannen kannst - Sport, z. B., Kopf frei machen.
Und beim nächsten aufkommenden Streit, geh raus.

Nimm Dir Zeit, eines nach dem Anderen.
Und nebenher, schaut, dass Du/ihr auch schönes macht, Ausflüge, Sachen, die ihr
als Paar gerne gemacht habt.

W, 50
 
  • #92
Dazu Hausbau, Corona, das Kind - Hormone.
Das ist sehr viel.

Umzug , Therapie, und dann schaut mal.
Vielleicht kommt ihr mal zur Ruhe, statt dass Du jeden Blick, jedes Wort, alles sezierst und ihr jedesmal wieder in Eure Streitschleife geratet.

Es war lange gut, und ihr zerschmeisst gerade wahnsinnig viel Porzellan.
Dazu kommt auch noch mein gesundheitliches „Problem“. Zwei Tage nachdem ich von der Schwangerschaft erfahren habe fing es an. Ich wollte das Baby erst nicht aber plötzlich lag ich in der Uniklinik. Ich hatte nachts starke Schmerzen und habe um mich herum alles nicht mehr so deutlich wahrgenommen (wie in Trance) war am überlegen einen Krankenwagen zu rufen, hab es dann aber ausgehalten (bin stur und würde durchhalten bis ich umkippe) und bin am Morgen mit meinem Mann in die Notaufnahme gefahren - nur weil ich schwanger war, wäre sonst nicht gefahren. Es war Silvester und ich wollte nicht da bleiben, war noch nie stationär in einem Krankenhaus, musste aber leider (lebensbedrohlicher Zustand) 3 mal kam der Arzt zu mir an und hat mich, gemeinsam mit meinen Mann, versucht zu überreden zu bleiben und mich für lebensmüde erklärt, er wurde sehr wütend. Ich war so fertig und bin dann doch geblieben.. mein Opa ist nach seinem Schlaganfall genau in diese Uniklinik gekommen und dort verstorben - das war schlimm für mich plötzlich auch da zu landen, lag heulend da. Fremde, die das mitbekommen haben, haben mir alles Gute für mich und mein Baby gewünscht.🤦‍♀️ Peinlichkeit 3000.
Es folgten bis zur OP ständig Eingriffe zur Überbrückung wegen der Schwangerschaft, ich hatte ab Schwangerschaft insgesamt 6 Narkosen und 4 Röntgenuntersuchungen, ich hab gedacht ich verliere das Baby oder es wird nicht gesund sein. Zum Glück ist alles gut gegangen, er ist gesund und munter und super entwickelt.
Jetzt noch die Probleme mit der Schilddrüse und zwei größere Knoten haben sie auch gefunden (eventuell bösartig). Interessanterweise hat die Arbeitskollegin meiner Mutter genau die gleichen Probleme.
Der Oberarzt hatte keine Erklärung, es wird davon ausgegangen, dass mein Körper mit den Hormonen nicht so gut zurecht kommt.
Habe keine Lust mehr auf Narkosen und co. wegen der letzten Vollnarkose (3h) ist ein Wert noch nicht in der Norm, abgesehen von der Übelkeit/Erbrechen was mich danach plagte.. die nächste Narkose bestelle ich direkt mit Mittel gegen Übelkeit ☝
Mein Mann macht sich große Sorgen und ich gehe ihm ständig auf den Sack. Er ist immer für mich da und würde mich niemals im Stich lassen.
In meinem Leben ist zu viel los, ständig passiert etwas. Ich habe keine Zeit mich mit einer Sache auseinanderzusetzen da kommt schon der nächste Mist freudestrahlend um die Ecke gedüst. Wie in einem schlechten Film 🙄 ich wär so gerne „normal“ und gesund, weniger Action.
Ich bin froh meinen Mann zu haben, aber manchmal wird mir alles zu viel, dann wär ich gerne ganz allein.
 
  • #93
Ich bin froh meinen Mann zu haben, aber manchmal wird mir alles zu viel, dann wär ich gerne ganz allein.
Liebe Blume,
Ich kann es gut nachvollziehen.
Es ist ein paar Jahre her - und es kam der Punkt, wo alles viel zu viel war.

Zuviel Verdrängtes, zuviel Belastung, etc. Erst machte der Körper schlapp und dann auch die Psyche.

Ich habe intensiv Therapie gemacht, Therapeuten gefunden, mit denen ich arbeiten konnte und die mit mir wollten, und die auch die Spezialisierung auf Traumata hatten. Ist teilweise nicht leicht.

Was mir aber gerade am Anfang geholfen hat, war einerseits Selbsthilfegruppe und dann bin ich in eine psychosomatische Akutklinik gegangen. Nicht zu verwechseln mit Psychiatrie, ähnlich wie eine Reha, nur ohne Antrag, Überweisung reicht. Allerdings gibt es oft lange Wartezeiten bis zu 9Monaten.

Kein Spaziergang, aber die Distanz, der Austausch mit anderen, zu sehen, es gibt andere, verstehen, was los ist... (und kein Ort für muntere Affären, es ist auch kein Kino) Mir hat es sehr geholfen.
Und dann ambulant weiter, und noch ein paar weitere Aufenthalte - Intervalltherapie.

Mir geht es heute gut, alles stabil. Die Löcher weg, ich habe viel gelernt, begriffen, mit vielem meinen Frieden gemacht, allerdings mein Leben auch neu sortiert.

Es war aber keine einfache Zeit, und es waren 3 immens anstrengende Jahre - nur ohne?
Ich wäre nicht mehr, ich hätte aufgegeben.

Liebe Blume, als Denkanstoß.
Und einfach mal eine virtuelle Umarmung.

Lionne
 
  • #94
Zuviel Verdrängtes, zuviel Belastung, etc. Erst machte der Körper schlapp und dann auch die Psyche.

Ich habe intensiv Therapie gemacht, Therapeuten gefunden, mit denen ich arbeiten konnte und die mit mir wollten, und die auch die Spezialisierung auf Traumata hatten. Ist teilweise nicht leicht.
Ich hoffe ich habe die richtige Wahl mit dem Therapeuten getroffen, er scheint sehr erfahren zu sein und hat auch gute Bewertungen. Meinen Mann habe ich noch nichts von der Therapie erzählt, ich muss leider auch noch etwas auf den ersten Termin warten. Ich bin gespannt was mich erwartet.

Ich lasse meinen Mann jetzt auch in Ruhe, versuche es zumindest.
Vor ein paar Tagen war er wieder so (wie es mir nicht behagt) er kam von der Arbeit 20 Uhr - ich hab das Baby ins Bett gebracht - er meinte: er kommt gleich nach dem Essen auch ins Bett und natürlich kam er nicht.. er war am Handy bis nach 00 Uhr - kam dann ins Bett und hat mich geweckt.. das stört mich schon, das nächste mal soll er dann doch einfach im Wohnzimmer schlafen und uns nicht unnötig stören.
In unserem Haus könnte ich mir auch das Gästezimmer als eigenes Schlafzimmer herrichten.

Es ist schon nicht einfach nichts zu monieren, doch ich hab meine Mann bereits alles gesagt was mich stört, ich kann ihn nicht so „erziehen“ hinbiegen wie es mir gefällt, wenn er so ist, dann ist das so und ich muss es akzeptieren oder gehen.

An manchen Tagen sehen wir uns nur wenige Minuten (wenn er bis 20 Uhr auf der Arbeit ist und danach am Handy oder noch am Tablet von zuhause aus weiterarbeitet) irgendwie ist es auch entspannt ohne Mann. 🧘‍♀️
Vielleicht sollte ich mich einfach nur noch auf das Baby, meine „Heilung“ und die positiven Momente mit meinem Mann konzentrieren, keine Ehedramen, impulsive Gefühlsausbrüche... Selbstfindung, vielleicht werde ich mir bewusst was ich wirklich möchte, brauche und ob ich so glücklich sein kann.


Es war aber keine einfache Zeit, und es waren 3 immens anstrengende Jahre - nur ohne?
Ich wäre nicht mehr, ich hätte aufgegeben.
Es gibt ein paar dunkle Momente, wenn diese auch selten sind. Das habe ich allerdings schon vor Jahren immer mal wieder gehabt, der Gedanke aufgeben zu wollen und den „Ausweg“ zu finden. Zuletzt vor ein paar Wochen, mein Gewissen kam dazwischen, denn ich kann meinen Sohn nicht im Stich lassen, er braucht mich.
Ich bin froh stark genug zu sein es nie getan zu haben.

Genauso bin ich meinen Mann noch nie fremd gegangen, ich denke auch nicht, dass ich dazu in der Lage wäre, wenn ich es aus Wut vielleicht tun wollen würde.
Liebe Blume, als Denkanstoß.
Und einfach mal eine virtuelle Umarmung.
Ich danke dir für deine lieben Worte und deinen offenen Umgang mit deinen Erfahrungen, das gibt mir Mut und Hoffnung bald vielleicht auch unbeschwerter durchs Leben gehen zu können.
Danke 🧡🙏