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  • #1

Behinderter in nächster Verwandtschaft - starkes Hindernis bei Partnersuche und Kinderwunsch?

Ich bin w und mein Bruder ist Autist (Asperger). Was dessen Betreuungssituation und den Umgang mit ihm anbelangt (das kommt eh nicht oft vor), so hatte bisher noch keiner meiner bisherigen Partner Probleme und es wird wohl auch weiterhin kein Problem sein. Mit Sicherheit spielen aber die Gene (viele verschiedene beteiligt) bei dieser Behinderung eine Rolle. Ich selber habe keine Auffälligkeiten und hatte ich auch noch nie und es ist auch kein weiterer ähnlicher Fall in unserer gesamten Verwandtschaft rückblickend bekannt. Mache ich mir zurecht Sorgen, dass ich durch den Umstand größere Probleme bei der Partnersuche bekommen könnte (insbesondere wenn Kinderwunsch mit hineinspielt)? Falls ja, wie könnte ich damit umgehen?
 
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  • #2
Liebe FS,
im Zweifelsfalle findest du einen Partner mit einer reflektierten Einstellung zu Behinderung und den immer vorhandenen Risiken des Lebens. Das kann man auch als Vorteil sehen. Ich habe bei meiner Partnersuche in gewisser Hinsicht meinen behinderten Sohn nicht als Hindernis, sondern als positives Auslesekriterium gesehen. Oberflächlichere Partnersuchende hat er mir vom Hals gehalten. Das war nun allerdings ein bisschen anders gelagert als bei dir, erstens war ich über das Alter der Mutterschaft hinaus, zweitens war die Behinderung meines Sohnes sozusagen ein genetischer Unfall ohne Prädisposition. Mein jetziger Mann kommt prima mit ihm klar.
Aber spannend: wie siehst du denn für dich als Schwester selber das - geringe - Risiko, ein ähnlich behindertes Kind wie deinen Bruder zu bekommen? Übrigens hat der Bruder meines ersten Mannes auch Asperger, und meine zwei Kinder mit ihm sind nicht behindert und psychisch sehr stabil.
w54
 
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  • #3
Ergänzung des FS:

Meine Familie geht davon aus, dass es sich bei der Behinderung um eine Spontanmutation handelt (eben weil es vorher nie aufgetreten ist) und äußere Faktoren spielen wohl auch eine Rolle. Diese hat es auch tatsächlich gegebenen.

Das Thema "Vererbbarkeit" scheint hier auch furchtbar komplex zu sein. Es existieren zig Theorien darüber, wie so etwas überhaupt entsteht und wie weit die Gene betroffen sind und ob und wie leicht/schwer sowas überhaupt weitergegeben wird wenn überhaupt.
Tatsächlich kann ich nichts dazu sagen, auch wenn ich hier eher mal vermuten würde, dass die Gefahr der Vererbung zwar größer als bei Fällen ohne Behinderung in der Familie ist, aber insgesamt nicht über die Maßen groß.

Nachdem mein Ex mich allerdings schon vor 8 Jahren noch verhältnisäßig unbedarft drauf angesprochen hatte, wie das mit der Vererbbarkeit sei, habe ich jetzt die Befürchtung, dass das direkt recht schnell interessant und hier zum Ausschlusskriterium werden könnte.
Würdet ihr (m) euch von sowas abschrecken lassen?
 
  • #4
Stimmt, beim Asperger-Autismus konnte bislang kein klar definierter Gendefekt nachgewiesen werden. Insofern dürften entsprechende Untersuchungen bei dir auch nur zum Ergebnis führen, dass du mit einer Wahrscheinlichkeit von x % keine genetische Auffälligkeit hast.

Sprich doch mal mit dem Arzt deines Bruders. Vielleicht kann er dir in dieser Frage weiterhelfen.

Hätte mein Partner in der nahen Verwandtschaft eine Person mit einer Erbkrankheit, würde ich nicht darüber hinweg sehen, sondern abklären, inwiefern meine eigenen (ungeborenen) Kinder hiervon betroffen sein könnten.

Also ganz klar: Ja, es ist ein Hindernis. Aber wie stark dieses Hindernis ist, hängt von der individuellen Bewertung deines potenziellen Partners ab.

Wenn du dieses Forum studierst, stellst du fest, dass jeder Mensch mindestens ein Hindernis mit sich trägt: zu groß, zu klein, zu dick, Kinder, noch nicht getrennt, Karrierefrau, zu schüchtern/naiv, zu alt, zu jung, zu fixiert auf bestimmte Äußerlichkeiten.

Dein Pluspunkt ist, dass du vermutlich in deinem Profil nicht stehen hast: Ja, ich möchte Kinder, aber: mein Bruder ist Asperger-Autist. Daher wirst du diesen Punkt mit deinen Dating-Partnern bei passender Gelegenheit von Angesicht zu Angesicht ansprechen können.
 
  • #5
Sicherlich würde jeder vernünftige Mensch mit Kinderwunsch ganz genau abklären und wissen wollen, wie groß die Gefahr ist, selbst ein Kind mit Behinderung zu bekommen. Das wünscht sich doch wirklich niemand -- und ich kann all das schönreden auch nicht gutheißen. Niemand will offenen Auges in ein Messer rennen.

In Deiner konkreten Situation klingt es so, als ob bei echter Verliebtheit die Risiken kalkulierbar wären und die familiäre Situation nicht unbedingt endgültig abschrecken würde. Gewiss ist es aber für etliche Männer schon ein Punkt des Zweifelns und einen zusätzlichen Gedanken wert. Ich rate Dir auf jeden Fall zu einer ausführlichen genetischen Beratung an einem modernen Institut, das auf solche Dinge spezialisiert ist und Eure Familie insgesamt noch einmal daraufhin durchcheckt. Die moderne Forschung hat etliche Ansätze auch in Richtung Asperger.
 
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  • #6
@ Frederika,

danke, ich habe gerade nach dem Thema genetische Beratung gegoogelt und bin auf "humangenetische Beratung" gestoßen.
Das scheint sogar eine gesetzliche Krankenkassenleistung zu sein, die übernommen wird.
Ich hoffe das ist nicht allzu kompliziert - ich hatte schon die Befürchtung, falls es denn sowas überhaupt gibt, dass ich da von Hinz zu Kunz rennen müsse.
Werde ich weiter drum kümmern :)
 
  • #7
@#5: Im allgemeinen bieten Universitätskliniken sehr gute humangenetische Beratungen. Suche Dir unbedingt einen richtigen Facharzt für Humangenetik oder medizinische Genetik. Erkundige Dich vorher genau und versuche darauf zu bestehen, dass Ihr alle vier untersucht und begutachtet werdet. Die Beratung ist Bestandteil der gesetzlichen Leistungen.

Hier kannst Du nach humangenetischen Beratungsstellen in Deiner Nähen suchen:
http://www.gfhev.de/de/beratungsstellen/beratungsstellen.php

Bevorzuge dennoch möglichst forschende Universitätskliniken und ruf mal vorher bei verschiedenen Stellen an, ob eine zufällig auf Asperger forscht oder spezialisiert ist.
 

Angele

Gesperrt
  • #8
Aspergers Syndrom ist nicht nur negativ!
Asperger-Menschen können, wenn sie hoch begabt sind, ein intellektuelles Leben führen, wo sie der Menschheit viel Glück bringen. So einige Nobelpreisträger wie Einstein, Mozart, Politiker, Geisteswissenschaftler, Bill Gates und und ... haben oder hatten Asperger. Diese Menschen sind imstande, sich in ein wissenschaftliches Gebiet mit aller Konzentration, Interesse und Erfolg zu vertiefen, und sie erreichen unglaublich viel zu Gunsten der Menschheit !!!!
Daneben gibt es auch Menschen mit Asperger, die eben nicht diesen Erfolg aufweisen können und ein eher bescheidenes Leben führen müssen.
Asperger muss also keine Behinderung sein, sondern kann auch zu sehr tollen Ergebnissen führen.
Man muss diese Menschen so lassen, wie sie sind. Sie haben Eigenarten, erleben ihre Umwelt anders, aber sie sind liebenswert - wenn ihr Asperger-Autismus nicht zu stark ausgeprägt ist und sie nicht intellektuell "unterversorgt" sind.
Asperger hat eine klare genetische Komponente. Diese kann aber von Fall zu Fall in sehr verschiedenen Varianten auftreten.
Grundlegend bei diesen Syndromen ist, dass der Betroffene eine etwas abweichende Einstellung von sich im Verhältnis zur Umwelt hat.
Ich würde auf keinen Fall davon abraten, Kinder zu bekommen.
Beim Lesen dieses Beitrages kommen mir Assoziationen in Richtung: sortieren die Deutschen nun schon wieder aus (wie zu Hitlers Zeiten)? Ich bin entsetzt !!!
 
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  • #9
@ 7

mir ist durchaus bekannt, dass Asperger sowas wie eine "Edelbehinderung" ist, die nicht mal besonders oft vorkommt im Gegensatz zu anderem.
Negative Auswirkungen auf den IQ scheint es jedenfalls nicht zu haben - wir haben auf dem Gebiet fast nur recht erfolgreiche Exemplare in der Verwandtschaft.
Leider taucht das in wenigen Fällen alleine auf, sondern wird oft noch durch weitere Auffälligkeiten begleitet. Also mein Bruder hat in dem Sinne nicht viel von seiner Intelligenz, weil er die nicht nach außen hin gezielt zeigen und einsetzen kann durch weitere hemmende Faktoren. Das macht ihn verhältnismäßig unselbständig und er braucht permanent mehr oder weniger permanent Anleitung und Aufsicht, und das macht die Geschichte wieder auffällig - auch wenn es vielleicht gar nicht so schlimm ist wie man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Prinzipiell von Kindern abraten würde ich in dem Falle auch nicht (ich selber bin kein Asperger und ich selber kenne auch keine Familie, wo das tatsächlich gleich mehrfach und dirket hintereinander aufgetreten sein soll, auch wenn es das wohl gibt).
Eine stark erhöhte Tendenz zu bestimmten Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen, Schizophrenie oder starke Depressionen innerhalb einer Familie sind in dem Falle sicher mindestens genauso fragwürdig, aber da macht man sicher weniger Aufhebens drum. Allerdings sind die auch nicht unbedingt gleich so auffällig und befremdlich.

Wenn da jemand übervorsichtig reagieren würde, hätte ich durchaus Verständnis.
Sch... wärs, wenn das die absolute Mehrheit tut und man auf vollständige Ablehnung stößt.
Die wenigsten Normalmenschen haben halt Erfahrung mit sowas, dei meisten haben das wahrscheinlich noch nicht mal vorher bisher gesehen.

Es ist schon irgendwie daneben, wenn da einer ein "genetisches Gutachten" sehen wollte, aber andererseits kanns einem ja auch bei der Argumentation helfen, und wenn es eine Gewissensberuhigung ist ...
 
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  • #10
Für mich stellt sich das Asperger Syndrom nicht so negativ dar, wie das hier oft diskutiert wird.
Vielmehr sind es Menschen mit bestimmten Eigenarten, die ihre Umwelt eben anders wahrnehmen als "normale" Menschen und teilweise Schwierigkeiten mit ihrer sozialen Kompetenz haben.
(Das kenne ich von sogenannten normalen Menschen teilweise auch!)
Ich besitze die Toleranz, dass sie für mich im Grunde genommen Menschen wie alle anderen sind.
Beim Durchlesen der Kommentare habe ich fast den Eindruck, dass ihnen eine Existenz am Rande unserer Gesellschaft zugewiesen werden soll.

Behinderung in allen möglichen Form wird doch immer!! ein Teil unserer Gesellschaft bleiben und wie wir damit umgehen, sagt alles über unsere Nächstenliebe und Menschlichkeit aus.
Ich kann mich da auch #7 anschließen:
"Ich bin entsetzt."
 
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  • #11
In meiner recht großen Familie (Onkel und Tanten, Großeltern, Eltern, Geschwister) gibt es:
Depression, Krebs, Schizophrenie, Angststörungen, Herzkrankheiten, Diabetes und geistige Behinderung.

Ich kann nicht wirklich verstehen, wieso jemand wegen eines Asperger-Syndroms zu einer humangenetischen Beratung möchte.
Versteh mich nicht falsch - das ist natürlich dein gutes Recht. Aber es ist mir nicht verständlich.
Aber viele Menschen, vielleicht auch dein zukünftiger Partner, bringen irgendwelche "Negativvoraussetzungen" mit, bei relativ vielen davon kann man gut bis zu einem gewissen Grad gegensteuern wenn man sich der Gefahr bewusst ist, bei einem Down-Syndrom oder Asperger (die genetische Komponente ist noch nicht klar!) ist das natürlich schwierig (wobei sich auch das Down-Syndrom sehr utnerschiedlich entwickeln kann!).

Weißt du - ganz ehrlich, auf mich wirkst du, als hättest DU mit deinem Bruder ein Problem.
Darauf weist mich der Satz "Allerdings sind die auch nicht unbedingt gleich so auffällig und befremdlich." hin. Es wirkt auf mich, als würdest du selbst deinen Bruder befremdlich finden oder dich für ihn schämen - deshalb nimmst du an, dass es für andere Menschen genauso sein muss.

Unabhängig davon: ich weiß nicht, ob Behinderung ein starkes Hindernis ist. Für mich wäre es definitv keines.
Es gibt leider viele Menschen, die mit behinderten Kindern NICHT leben können. Und bevor man eine medizinisch induzierte "Spätabtreibung" (ein bezaubernder Euphemismus) vornehmen lässt, lasse man sich lieber tatsächlich genetisch beraten.

w25
 
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  • #12
@ 9

Ich gebe dir da auch vollkommen Recht.

Nur beim Thema Kinderwunsch kommt halt sicher schnell die Frage aufkommen, wie leicht/schwer das vererbbar ist. Manchmal malt man wohl doch schnell den Teufel an die Wand und falls so ein Fall tatsächlich eintritt, ist das unter Umständen nicht nur eine Belastung für das Kind selber (normaler Schulbesuch war unmöglich und Sonderschule war langweilig), sondern garantiert auch für die Partnerschaft. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit wohl eher geringer als groß ist.

Fakt ist: Mein Bruder ist körperlich normal entwickelt, sieht sogar richtig attraktiv aus (selbst für einen Normalmenschen, naja die Körperhaltung ist leicht komisch), er geht selbständig auf Menschen zu (ob bekannt oder nicht und redet die zu - ob sie wollen oder nicht *g) und er hat seine Spezialinteressen, die er akribisch verfolgt. Er kann sogar selbständig normal und ansehnlich essen und er kann sich pflegen und er kann Anweisungen ausführen - letzteres aber hauptsächlich nur, wenn ihn jemand ab und zu wieder aus seiner eigenen Welt zurück holt, in die er doch recht häufig verfällt. Sich gezielt alleine beschäftigen kann er auch nicht unbedingt wenn ihm langweilig ist, da braucht er eben die Anweisung von außen. Selbständig irgendwo alleine hin gehen und größere Strecken dabei zurücklegen? Auf antrainierten Wegen in direkter Umgebung machbar, in unbekanntem Gebiet mit großem Radius undenkbar - da hat der zwischendrin garantiert zig mal wieder vergessen was er überhaupt machen wollte und sich unterwegs womöglich noch einen Haufen Ärger eingehandelt weil er Leute unpassend und falsch angesprochen hat, die das nicht einordnen können.
Je nach Ausprägung kann das für Eltern dann schon eine Lebensaufgabe werden und recht belastend sein. Also wünschen täte sich das sicher keiner - für niemanden, auch wenn es für den eigentlich Betroffenen vielleicht nicht sooo schlimm ist und man die ganz gerne haben kann.


Allzu große Sorgen mache ich mir aber trotzdem nicht, auch wenn sich das recht viel anhört. Ich weiß in dem Fall auch um so Geschichten wie Sauerstoffmangel bei der Geburt, die da vorkamen (und zufällig ist in unserem weiteren Umfeld noch genau so ein Fall nur 30 Jahre älter - man kennt sich eben untereinander)
der wohl zuzüglich zur Genetik das ganze noch richtig schön zur Entfaltung gebracht hat.
Würde es meinen Bruder nicht geben (er ist jünger als ich), würde sich bei mir wahrscheinlich im Leben nie die Frage stellen, ob ich überhaupt irgendwo "erblich vorbelastet" sein könnte. Und damals ist man sicher auch nie auch nicht auf de Idee gekommen, dass sowas überhaupt passieren würde, eben weil die Wahrscheinlichkeit so gering ist.
 
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  • #13
Liebe FS, hier die 9,
wenn Du Dir wirklich sicher sein willst, ob das Asperger Syndrom vererbbar ist, mach einen humangenetischen Test, wie vorgeschlagen, oder lass Dich von Fachärzten beraten.
Ich glaube, dass das in den seltensten Fällen vererbt wird, aber letztendlich gibt Dir nur eine Untersuchung bzw. ein Gespräch Sicherheit.
Alles Gute für Dich und deinen Bruder!
PS. Ich habe übrigens ein Kind mit einem frühkindlichen Autismus, er kann zudem fast nicht sprechen, aber er ist ein fröhlicher und charmanter Mensch (mit dem Verhalten und Vorlieben so ähnlich wie Du Deinen Bruder beschreibst ) und ich bin froh, dass ich habe, denn er hat mir wichtige und schöne Dinge im Leben gezeigt, die ich sonst nie kennengelernt hätte.
 
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  • #14
@ 10,

ich habe garantiert kein Problem mit meinem Bruder (wieso auch?) - für mich ist das ganz normal und ich wir haben auch einen großen Bekanntenkreis aufgebaut, wo alle möglichen Arten von Behinderungen vorkommen.

Fakt ist halt, dass Leute, die keine Erfahrung mit derart Behinderten haben (es hat nicht jede zivi in einer Behindertenschule gemacht und es hat auch nicht jeder behinderte Angehörige, vor allem nicht unbedingt welche, bei denen sich das mental auswirkt), sich da recht schwer tun können und auch nicht so leicht den Zugang dazu finden und damit dem ganzen auch recht reserviert und kritisch gegenüber stehen, selbst wenn die anders wollen.
Verlangen oder voraussetzen kann man das aber nicht finde ich
Bei manchen gehts leichter, bei manchen nicht.

Mein erster Freund hatte den bald selber als Geschwisterteil angesehen,
der Zweite hatte keine Berührungsängste weil der ganz zufällig einen Onkel mit dem selben Syndrom hatte,
der Dritte hatte sich bemüht, tat sich aber unheimlich schwer, weil das für den eben doch recht "außerirdisch" vorkam, und der letzte hatte zwar auch nichts gegen ihn, hatte aber immer Hemmungen weil er nicht wußte wie er geeignet mit ihm umgehen soll, und das mußte eben ziemlich lange geübt werden.
 
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  • #15
Verantwortlich für Asperger ist das fragile X-Chromosom. Sie könnten das im schlimmsten Fall auch in sich tragen, weil aber noch ein zweites X-Chromosom vorhanden ist, wird das bei den Frauen meist überdeckt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Jungen mit Asperger als kind haben liegt damit höchstens bei 25%. Für ein Mädchen wäre die Wahrscheinlichkeit sehr viel geringer. Deshalb gibt es ja auch mehr männliche Personen mit Asperger als weibliche Personen.
 
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  • #16
Ich kann die FS gut verstehen.
In einer etwas über einjährigen Beziehung mit einem Asperger-Mann stellte sich die Frage nach Vererbbarkeit bei einem etwaigen Kinderwunsch für mich auch. Eine Humangenetische Beratung hatte ich in Anspruch genommen, die aber auch keine sicheren Aussagen machen konnte, da alle Faktoren der Genetik und Vererbbarkeit noch gar nicht bekannt sind.
Fakt ist: Der Vater meines Ex-Aspergers ist ebenfalls Asperger, und der kleine Sohn der Schwester (die selbst nicht Asperger ist) zeigt ebenfalls bereits sehr deutliche Anzeichen (kein Schmerzempfinden, kein Bezug zu den Eltern).
Mit Hilfe der Humangenetik und einschlägiger Literatur hatte ich etwa folgende Erblichkeitsquoten herausgefunden: männlicher Nachkomme eines Asperger-Mannes 50%
männlicher Nachkomme einer Asperger-Frau 25%
Weiblicher Nachkomme eines Asperger-Mannes 25-30%
weiblicher Nachkomme einer Asperger-Frau 10-15%
Es gibt natürlich immer hier und da mal Abweichungen in der Literatur, aber im grossen und ganzen scheinen das schon gute Orientierungswerte zu sein.

Die Beziehung mit meinem Ex-Asperger ist nach einem relativ gut verlaufenden dreiviertel Jahr dann schnell gescheitert. Noch während der Beziehung hatte ich mich gegen ein mögliches gemeinsames Kind entschieden.
 
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