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Gast

  • #1

Begeisterung verfliegt schnell wieder...

... Und das in fast allen Bereichen meines Lebens. Beim Klamotten- oder Schuhkauf, bei einem (neuen) Hobby, beim Studium/Beruf und letztendlich auch bei der Partnerauswahl. Daher sind neue Kontakte sehr schnell wieder ausgesiebt oder Beziehungen (meinerseits) sehr schnell wieder beendet.

Kennt das wer? (Wie) kann man das ändern und endlich mal eine gewisse Konstante in das Leben bringen?

W
 
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Gast

  • #2
Das kenne ich überhaupt nicht. Kann vielleicht bei dir ein psychologisches Problem dahinter stecken? Du leidest ja anscheinend auch darunter ...

Bei mir ist es so, dass ich mich an Dingen/Tätigkeiten/Personen fast unendlich lange erfreuen kann. Gerade Beziehungen sind ja wegen der veränderbaren menschlichen Natur langfristig spannend (mit Ausnahme ungesunder Beziehungen).

w
 
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Gast

  • #3
Bei mir ist es leider auch teilweise so, doch hängt es wahrscheinlich mit meinen Perfektionismus, dem Drang alles auf der psychologischen Ebene analysieren zu wollen und dem schnellen Aufgeben bei Misserfolgen zusammen. Früher hatte ich das nicht, ich habe mich an allem Möglichem erfreut, an dem Wetter oder Kleinigkeiten, aber seit meinem Studium und ständig auftretenden Schwierigkeiten ist mir mein Optimismus und meine Leichtigkeit durch das Leben zu schreiten irgendwie verloren gegangen. Wie du auch geschrieben hast, selbst beim Shoppen verliere ich zu Hause angekommen die Lust und Freude an dem Gekauftem. Bei der Partnerwahl ist es ähnlich. Leider treffe ich Männer, die fast immer unter meinem Bildungsstand sind und mir zwar vom Äußerlichen gefallen, das war es dann aber meistens auch schon und die anderen sind mir meist nicht "Mann genug" oder einfach etwas langweilig, um ehrlich zu sein.

Wenn man für alles in seinem Leben kämpfen musste ist man irgendwann auch mal erschöpft, ich hoffe die Phase ist bald überwunden, denn um ehrlich zu sein, hat mir mein Leben früher mehr Spaß gemacht und ich war nicht so ein wandelndes "Stressbündel". Und allein kämpft es sich nun mal mühsamer...

Die gewisse Konstante im Leben, von der du gesprochen hast, versuche ich persönlich durch das Klären all der Problemchen zu erreichen, was sehr an den Nerven zerrt doch richtig gut tut, wenn man es überstanden hat oder manchmal auch eben nicht, aber mit sowas muss man sich auch abfinden können.

So einen richtig guten Ratschlag kann ich dir leider nicht geben, da ich ja selbst in einer ähnlichen Lage stecke, mal mehr mal weniger.

w (25)
 
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Gast

  • #4
Dieses Übel geht, neben anderer Unbill, mit meiner Depression/ posttraumatischer Belastungsstörung einher. Kannte ich vorher von mir gar nicht. Der Zustand bessert sich langsam seitdem ich Medikamente einnehme.

w,32
 
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Gast

  • #5
Nun ja..

Das ist gut nachvollziehbar und der Grund dafür heisst Glücksgefühle aber kein wahres Glück..

Glückgefühle bekommt man schnell, man sie komsumieren, man kann sie sich kurz zufügen..und der Zustand hält nicht lange..

Wahres Glück jedoch bleibt wenn man nicht konsumiert sondern über längere Dauer Werte festigt ..etwas kreatives macht...und mal langeweile erträgt und nicht jeden Impuls sofort befriedigt..

M
 
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Gast

  • #6
Die FS ist vielleicht noch jung und wer es aus dem Elternhaus nicht gelernt hat, dass andere Werte, wie Stabilität, Erfolg in der Schule, eine gute seelische Balance usw. viel wichtiger als Konsum ist, der wird es später auch so leben und dann hoffentlich an dem Punkt kommen, sich selber zu hinterfragen.

Ich selber kenne dieses Konsumieren nicht, ich bin eher bodenständig, was gut ist, bleibt auch, ich wechsle selten, sogar meine Schuhe :), den Job, die Wohnung, die Männer, aber was sich dann doch nicht als gut erweist, wird bei mir schnell entsorgt.

w 49
 
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  • #7
Ich denk auch, es ist vielleicht irgendwas mit Dauerüberforderung, Perfektionismus, vielleicht Erschöpfung.
Vielleicht auch die Angst von irgendwas oder irgendwem abhängig zu werden.
Beobachte doch mal was du denkst, bevor dieses Gefühl kommt.
Alles Gute
 
  • #8
Zuerst mit sich selber, und seiner Lebens-Situation zufrieden werden.
Darauf dann alles Weitere aufbauen.

Der Reiz des Neuen verfliegt schnell, weil man sich Ablenkung von Einem selbst und seiner Situation erhofft. Aber dies das Neue nicht erfüllen kann.
Das Neue soll eine Bereicherung sein, keine Ablenkung oder gar "Flucht".
Also muß zuerst die Basis stimmen = man selbst.

Selbst Menschen, die vgl. wenig haben, sind trotzdem zufrieden oder gar glücklich.
Weil sie mit sich selbst zufrieden sind. Und erkannt haben, was sie wirklich zufrieden oder gar glücklich macht.
Und sich nicht so viel anhängen/aufbürden, was Einen belasten, und damit unzufrieden oder gar unglücklich machen kann.
 
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Gast

  • #9
Ich denk auch, es ist vielleicht irgendwas mit Dauerüberforderung, Perfektionismus, vielleicht Erschöpfung.
Vielleicht auch die Angst von irgendwas oder irgendwem abhängig zu werden.
Beobachte doch mal was du denkst, bevor dieses Gefühl kommt.
Alles Gute
Das kann sein. Könnte alles zutreffen. Aber vielleicht stimmt es auch nicht, oder ich will es nicht wahrhaben.

Die FS (ich bin 25)
 
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Gast

  • #10
Bei Konsumgütern geht es wohl den meisten Menschen in der westlichen Welt so, wir begeistern uns für irgend einen Artikel und wenn wir ihn dann erworben haben, ist der Reiz des "Habenwollens" uns des Neuen nur zu schnell verflogen - leider.

Bei der Suche nach einem potenziellen Lebenspartern ist die Ausgangslage gar nicht so sehr anders als bei den Konsumgütern, wir empfinden einen Mangel, prüfen die Angebote, treffen eine Vorauswahl, schauen, ob wir uns diesen Menschen "leisten" können mit unseren Ressourcen (eigenes Aussehen, Charakter, Intelligenz, Bildung usw.). Und wenn dann alles zu passen scheint, beginnt das Herz zu glühen, bis man das Subjekt der Begierde erobert hat. Ab diesem Punkt teilen sich die Dinge und Menschen. Denn nun gilt es, über einen gewissen Zeitraum gegenseitig die Kompatibilität zu ermitteln. Wenn alles gut läuft, entsteht eine Seelenverbindung und Vertrautheit zwischen den zwei Menschen, und das Leben ist auf einmal dreimal so schön als zuvor!

Wem es bei der Partnersuche primär um den Kick des Neuen geht und dazu der eigene kurzfristige Erfolg / Narzissmus im Vordergrund steht ("wow, was für ein wunderbares Gefühl, wie mich die Männer / die Frauen begehren!"), für den macht es kaum einen Unterschied, ob gerade ein seelenloses Objekt (das tolle neue Kleid) oder ein Subjekt (der tolle neue 'Partner') im Mittelpunkt des Interesses steht. Die Halbwertzeit der Freude ist entsprechend ähnlich kurz.

Der Fluch ist halt, dass man als nicht mehr ganz junge Frau oder ganz junger Mann unter einem gewissen Erfolgs- und ZEITDRUCK zu stehen scheint, man glaubt möglichst schnell prüfen, möglichst schnell Schlussfolgerungen ziehen und möglichst schnell die Beziehung beenden zu müssen, damit keine Zeit für den nächsten, vermeintlich besser geeigneten Kandidaten verloren geht. Abhilfe schafft einzig der Rückzug aus dem oberflächlichen Partner-Supermarkt und eine Rückbesinnung auf die für das Lebensglück wahren Werte.
 
  • #11
Für mich liest sich das wie "will ich haben, macht mich toller/wertvoller/mein Leben besser". Das funktioniert nur selten, nicht umsonst magst du die Sachen nicht mehr, wenn du sie hast. Du projizierst etwas in sie hinein, was sie nicht bieten.
Tu mal wirklich was für dich.
 
  • #13
Das ist schwierig aus der Ferne zu sagen. Manchmal hilft es, etwas zu tun, das nicht ergebnisorientiert oder von außen zu sehen ist. Manchmal hilft es, einfach nichts zu tun und mal alles andere um sich herum auf sich zukommen zu lassen. Begegnungen, Erlebnisse. Manchmal hilft es, sich so anzunehmen, wie man ist - unfertig, untoll, aber liebenswert.
Man muss die Ursache für das, was du schilderst, erstmal lokalisieren. Ist es Kompensation von Frustration? Perfektionismus? Ein bipolarer Charakter? Ich habe eine Freundin, deren Leben besteht aus den Trümmern der Versuche perfektionistischer Inszenierungen. Was wirklich zu tun ist, hat sie Jahrzehnte mit "geht nicht weil" verweigert. Und das "weil" war immer so ein Sehnsuchtskonstrukt. Es musste erst der und der Beruf sein (den sie dann nie ausübte), die und die Wohnung (in der sie dann hauste, nicht wohnte), der und der Mann (der ein schöner Psycho war) bis dahin, dass sie sich erst ein Outfit genäht hatte, bevor sie das Haus einen Kaffee verlassen konnte (sie ist Designerin).
Mit dem, was du schreibst, würde ich sagen, hör auf zu glauben, dass etwas von außen dein Leben verbessert. Du bist du. Sei erstmal zufrieden, mit dem, was du hast und bist, dann kannst du darauf sicher aufbauen.
 
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Gast

  • #14
Ich denke nicht dass hinter diesem Verhalten ein größeres Problem steckt. Wahrscheinlich ist es einfach eine Charaktereigenschaft wie die Frage ob man introvertiert oder extrovertiert ist. Und sich umzuerziehen wird hier vermutlich genauso wenig erfolgreich sein wie wenn man einer extrovertierten Person beibringen will, Einsamkeit zu genießen.
Ich glaube anstatt sich "bessern" zu wollen ist es sinnvoller, sich einfach bestmöglich mit dieser Eigenschaft zu arrangieren. Für Schuhe und Bekleidung Tauschbörsen nutzen, das Alte loswerden und neues reinholen ohne dass man große finanzielle Verluste macht. Für die Hobbys keine Jahresverträge mit Vereinen schließen oder sich gleich die komplette Hobbyausrüstung kaufen, sondern Wege suchen, wie man ohne viel Verpflichtungen in etwas hineinschnuppern und bei Bedarf wieder abspringen kann.
Die Partnerwahl ist dabei bei allem wohl das schwierigste. Vielleicht kannst du da wirklich versuchen, dich etwas umzukoordinieren; einen besonders unternehmungslustigen Partner suchen der ebenso schnell Interesse am Alltagstrott verliert und mit dir gemeinsam ständig neues ausprobiert?
 
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Gast

  • #15
Das ist schwierig aus der Ferne zu sagen. Manchmal hilft es, etwas zu tun, das nicht ergebnisorientiert oder von außen zu sehen ist. Manchmal hilft es, einfach nichts zu tun und mal alles andere um sich herum auf sich zukommen zu lassen. Begegnungen, Erlebnisse. Manchmal hilft es, sich so anzunehmen, wie man ist - unfertig, untoll, aber liebenswert.[.....]

Als kreativer Mensch hat man eine andere Auffassung vom Leben und macht sich in der Regel alles selbst schwieriger als nötig. Der Leistungsdruck kommt meist gar nicht von anderen, sondern vom einem selbst, denn man möchte sich beweisen und vor allem vor sich selbst. Das weiß ich aus persönlicher Erfahrung (bin auch Designerin) und hab das auch oft im meinem Umfeld erlebt. Man versucht sich eben das eigene Leben zu "designen" und wenn das eben nicht so klappt wie gewünscht (die meisten sind Perfektionisten) dann ist man geknickt und verliert die Lust daran.

Das passiert natürlich nicht nur Kreativen -bei ihnen ist es meist nur viel stärker ausgeprägt-, sondern auch allen anderen.